Zur Familiengeschichte jüdischer Viehbauern und Metzger in Kriegshaber

August 28, 2016

Obwohl Dokumente für die Siedlung von Juden in Kriegshaber erst aus der Zeit um 1560 erhalten sind, ist doch davon auszugehen, dass die jüdische Geschichte vor Ort weiter zurückreicht und wahrscheinlich mit der österreichischen Herrschaft in der Markgrafschaft Burgau beginnt. Dafür spricht zum einem die unmittelbare Nähe zu Augsburg, die auch für die damalige Zeit mit Pferden und Wagen keine Welt waren, zum anderen die günstige Verkehrslage auf dem Handelsweg von Augsburg nach Ulm, Frankfurt und Straßburg.

 

Einige der Kriegshaber Juden stammten aus Oberhausen, wo sie nach der Aussiedlung von Augsburg in den frühen 1450er Jahren ausgewichen waren. Unter der vorderösterreichischen Regierung der Habsburger verlagerten sich die Handelswege zunehmend von den Flößern der Wertach auf die Straße, wovon Kriegshaber gegenüber Oberhausen profitierte.

100 Jahre Kriegshaber in Augsburg Logo JHVA

Charakteristisch für die Geschichte Kriegshabers als jüdisches Straßendorf, das die Hauptstraße des Ortes prägte, ist die sehr hohe Anzahl von Viehbauern, Züchtern und Metzgern, mit der es sich von den jüdischen Nachbardörfern Pfersee (Finanzhandel, Chemie) und Steppach (Stoffe) wesentlich unterschied. Zeitweilig war weit mehr als die Hälfte der Kriegshaber mit Viehzucht, Handel oder Metzgerarbeiten beschäftigt. Die führte dazu, dass bald in jedem zweiten Haus ein Metzgerbetrieb war oder damit im Zusammenhang stehende Arbeiten verrichtet wurden. So ist es vielleicht naheliegend, dass 1830 David Skutsch, der Sohn des verstorbenen Kriegshaber Rabbiners und Schwager von dessen Nachfolger in der Ulmer Straße 216 als weltweit erster ein Patent auf die Herstellung von Duftkerzen nebst königlichem Privileg (Alleinvertriebsrecht) erhielt. Den grundlegenden Talg für den umworbenen „Kriegshaber Duft“ gab es vor Ort in Übermaß und billig wie kaum woanders.

Kriegshaber in Bildern - am Straßenrand der Weltgeschichte - 100 Jahre Eingemeindung Augsburg 1916 2016

Da die Metzgereien den Eigenbedarf der Ortschaft, die um 1790 etwa sechshundert Einwohner hatte (davon rund 400 Juden), deutlich überstieg, verwundert es auch nicht, dass die jüdischen Viehbauern vor allem auswärtige Kunden versorgten. Der Erfolg der Kriegshaber Juden war sprichwörtlich und überregional bekannt und stieß freilich nicht nur auf Beifall, sondern auch auf krankhaften Neid. Ein Beleg dafür ist die antijüdische Erzählung des unter dem fiktiven Namen „Veitel Itzig“ veröffentlichte Geschichte eines fränkischen Antisemiten, der Jahrzehnte vor den ominösen „Protokollen der Weisen von Zion“, die Emanzipationsbestrebungen der Juden in den 1830er Jahren als heimliche „Verschwörung zur Erlangung der Weltherrschaft“ diffamierte. Der Verschwörer ist ein Metzger und als Ausgangspunkt ist Kriegshaber der Ort der Handlung.

 

Das jüdische Geschichte, wie bereits jeder Bibelleser an Hand zahlreicher Abstammungslisten und Erzählungen in der Bibel weiß, im wesentlichen immer auch vor allem Familiengeschichte ist, lässt sich auch an Hand der Geschichte Kriegshaber nachvollziehen. Anschaulich wird dadurch wie der angestammte Broterwerb sich in den Familienclans fortführte und durch zahlreiche Heiraten neue Impulse integriert wurden.

Kriegshaber jüdische Schule Eingang Ulmer Straße 2013 Umbau

Der bedeutendste Familienzweig unter den Kriegshaber Viehbauern waren ohne Zweifel die Mändle (Mendel), die direkt im Haus neben der Synagoge wohnten, und deren Oberhäupter es zu Hoffaktoren und Ausrüstern von Bischöfen, Herzögen, Königen und Kaisern brachten. Ein besonders herausragendes Beispiel war 1744 die Krönung von Kaiser Karl VI in Frankfurt am Main, für die die Unternehmung Abraham und Josef Mändle von München und Kriegshaber aus den gesamten Fuhrpark nebst Reiterei  besorgte und ausstatte. Eine historische Randnotiz deren logistische Leistung wir heute bestenfalls erahnen können.

 

Mit den Heiraten ging natürlich immer auch ein Wissenstransfer einher. Als im Frühjahr 1699 die Tochter des Vorsitzenden der Pferseer den Sohn des Prager Rabbiners heiratete, erkundigte sie sich bei ihr Kriegshaber Tante Riwke, der Frau des Kriegshaber Metzgerprüfers Meir Ulmo, nach heimischen Kochrezepten und erhielt in einem handschriftlichen Brief eine Sammlung schwäbisch-jüdischer Kochrezepte mit „Wertach-Forchelfisch“ (Forellen), „Erdpirn“ (Kartoffeln), „Leinel“ (Leinöl), gefüllte Mangoldblätter und „Kasbraut“ (Käsekuchen).

 

Wie die Mayer stammten auch die Mändles als Nebenlinien von den Ulmo ab und wurden selbst von den meist aus dem österreichisch-schwäbischen Umland zugezogenen Familien Dick, Einstein, Oberdorfer, Bach und Rothschild aufgefrischt, während  sich die Mayers in Kriegshaber weiter in die Zweige Mayer, Untermayer und Obermayer aufspalteten, die ebenfalls als metzger und Viehzüchter tätig waren, teilweise ein eigenen Betrieben, während andere auf der Basis von Fetten chemische Stoffe herstellten.

 

Besondere Bedeutung für die frühmoderne Geschichte Augsburgs erlangten dabei der Ulmo-Mayer-Nebenzweig Obermayer. Jakob Obermayer und seine Geschäftspartner Feitel Kaula, Westheimer und Efraim Ulmo statteten 1803 die bankrotte Reichsstadt mit einer halbe Million Gulden aus und retteten sie so zwei Jahre vor der drohenden und letztlich dann unausweichlichen Annexion durch das Herzogtum Bayern, die durch Napoleons Besuch 1805 besiegelt wurde. Obermayer durfte nun in Augsburg als Bürger wohnen und gilt damit als Begründer der modernen Augsburger Gemeinde, die Formel freilich erst von seinem Enkel ins Leben gerufen wurde.  Sein Sohn Isidor Obermayer (1795-1862), der 1821 das heute als Augsburger Standesamt bekannte Palais kaufte war Mitbegründer der Bayerischen Staatsbank, wie auch der Hypovereinsbank und besorgte als Eisenbahnpionier aus England auf eigenes Risiko Schienen und Lokomotiven für die erste bayerische Überlandbahn von Augsburg nach München. Sein ebenfalls noch in Kriegshaber geborener Sohn Carl von Obermayer (1811-1889) hatte wenig für Geschäfte übrig, vertrat aber im väterlichen Haus als Konsul die Vereinigten Staaten von Amerika in Augsburg. Dem Augsburger Naturkundemuseum schenkte er bedeutende ethnologische Sammlungen die bei seinen Reisen im Wilden Westen Amerikas erworben hatte, lange vor Buffalo Bill und Karl May. Schließlich wurde er auch Vorsitzender der vom Bayerischen König offiziell anerkannten israelitischen Kultusgemeinde von Augsburg unter dessen Führung diese auch einen eigenen Friedhof und eine neue Synagoge (Wintergasse) bekam.

Bis in die 1930er Jahre blieben in Kriegshaber zuletzt noch die Gebrüder Einstein als Metzger und Viehzüchter präsent. Als Nebenlinie der Mändle hatten sie eine Reihe der früheren anderen betriebe aufgekauft, ererbt und übernommen. Freilich nahm mit der modernen Industrialisierung in großen Massenschlachthöfen den Kriegshaber Juden das zuvor auf Vertrauen und Qualität beruhende Geschäft ohnehin weitgehend aus der Hand. Schließlich wurde im bereits Mai 1933 in Deutschland durch die Nazi-Regierung auch noch das Schächten verboten. Die Einsteins stammten aus Buchau, wie auch die Familie des berühmten Albert Einsteins, dessen Vorfahren ebenfalls Metzger und Viehzüchter waren.

 

Ganz verschwunden ist die Erinnerung an die jüdischen Metzgerfamilien von Kriegshaber auch heute nicht, wenngleich die oft zu hörende Frage, ob der bekannte Kriegshaber Metzger Joachim Goldstein denn auch Jude sei. Doch der ehemalige Fußballprofi der Anfang der 1980er Jahre beim FC Augsburg und beim TSV 1860 München in der zweiten Fußballbundesliga spielte, hat freilich nur einen Familiennamen der in den Ohren mancher „jüdisch“ klingt.

 

Artikel von Yehuda Shenef, erschienen in “Kriegshaber in Bildern – Am Straßenrand der Weltgeschichte”, Wissner-Verlag, Augbsurg 2016, S. 63 und 65 (Abbildung oben)

Advertisements

Beim Obermayer-Palais in Augsburg

February 25, 2015

 

 

Wo in Augsburg ist eigentlich das Obermayer-Palais?

Wen auch immer man danach fragt, kaum jemand, nicht einer von tausend wird es einen sagen können, da kein Gebäude unter diesem Namen bekannt ist.

Freilich kennt eigentlich jeder in Augsburg und Umgebung das Standesamt in der Maximilian-Straße, der einstigen “Prachtstraße”, nächtlichen “Party-Meile”, wo sog. Autokorsos (meist türkische) Hochzeitspaare oder (meist deutsche) Fußball-Länderspiel-Siege feiern, Betrunkene des nachts Randale machen oder engstirnige Döner-Verbote diskutiert werden.

Das Haus in welchem sich das das Standesamt befindet, gleich beim Herkules-Brunnen, neben “Norma”, gegenüber vom Schaezler-Palais, unweit vom Hotel “Drei Mohren”, dem Fugger-Palais, zwischen Moritz-Kirche und St. Ulrich und was man sonst noch an prominenten Namen aufzählen könnte, gehörte nämlich ab 1821 dem jüdischen Bankier Isidor Obermayer (maßgeblich am Bau der der ersten bayerischen Überlandbahn von Augsburg nach München beteiligt, für die er aus England sowohl die Schienen als auch die Lokomotive besorgte, und ohne beides wäre das wohl auch nichts rechtes geworden, …) und nach seinem Tod im Jahre 1862 seinem Carl (von) Obermayer (beide waren übrigens gebürtige Kriegshaberer), der in genau diesem Haus Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika im Königreich Bayern war und zugleich auch erster Vorsitzender der neugegründeten Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in Augsburg. Als er 1868 nach Wien ging, verkaufte er das Haus an Salomon Rosenbusch (aus Pfersee), der auch sein Nachfolger als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Augsburg wurde.

Das stattliche mittelalterliche Palais blieb noch bis 1938 im Besitz der jüdischen Familien Rosenbusch-Heymann, ehe es “arisiert” wurde.

An die immerhin 117-jährige jüdische Geschichte des Hauses das auch als Amtssitz US-amerikanischer Konsule und Amtssitz von drei Vorsitzenden der frühneuzeitlichen jüdischen Gemeinden in Augsburg diente, erinnert heute nicht, obwohl der JHVA vor einigen Jahren, im Vorfeld zum 200. Geburtstag von Carl von Obermayer (1811-1889) versuchten, die Stadt Augsburg (heutiger Eigentümer) zu einer Gedenktafel zu bewegen. Das war Ende 2010 und nochmals 2011. Das Ergebnis kann man sehen.

Wen interessiert hierzulande schon jüdische Stadtgeschichte, die nicht direkt mit dem “Holocaust” zu tun hat?

Obermayer Palais Augsburg Standesamt Herkulesbrunnen

Obermayer – Rosenbusch – Palais mit Herkules-Brunnen in Augsburgs berühmter Maximilian -Str.

One of the most prominent buildings in Augsburg famous Maximilian Street (where is St. Ulrich, the renowned “3 Mohren” Hotel, the Fugger – Palais, the not less famous Hercules – fountain (by Adriaen de Vries) and many more also is the former Palais which from 1821 to 1868 was owned by Jewish banker family Obermayer and afterwards until 1938 when the house was “aryanized” by the Jewish families Rosenbusch and Heymann. 

Today nothing reminds of the long Jewish history of the very prominent building, which since it hosts the municipal registry office  is known to all people of Augsburg and surroundings. 
So despite of its history nobody calls the “Standesamt” Obermayer – Palais, while the Schaezler-Palais opposite of it still bears the name Schaezler.

 

 


Die Juden von Dachau

June 25, 2014

Autobahn Dachau Fürstenfeldbruck Maisach Olching München Salzburgon the road to Dachau

Dachau ist wegen des Konzentrationslager an der Alten Römerstraße 75, östlich der Altstadt weltberühmt, zugleich aber auch wie die Image-Kampagne der Stadt nicht unpassend formuliert: „viel mehr Stadt als Sie denken“. Noch unbeachteter als die Stadt-Geschichte ist jedoch der jüdische Anteil daran, der ebenfalls mehr umfasst, als verschleppte Juden, die im Lager eingesperrt, misshandelt und ermordet wurden. An die Juden vor den Nazis (und besser gesagt: ohne sie)  erinnert sich im heutigen Dachau freilich niemand (mehr).

Dachau KirchturmDachau: versteckte Perspektiven

Optenrieder Dachau Wappen3-Star caot of arms, Optenrieder family Dachau

Rund hundert Jahre vor der Errichtung des Konzentrationslagers wurde das kleine Städtchen als „hübscher, lebhafter Ort an der Amper und der Straße von München nach Augsburg auf einer Anhöhe gelegen“ beschrieben. Den amtlichen Angaben des „Topo-geographisch-statistischen Lexicon des Königreichs Bayern“ aus dem Jahr 1840 gemäß umfasste Dachau damals 208 Häuser und 1226 Einwohner. Erwähnenswert waren damals „ein Schloss mit Garten, der Sitz des Landkreis und Rentamts gleichen Namens“ (also Dachau), … „4 Brauhäuser, 1 Branntwein-Brennerei, 4 Wein- und Bierwirthshäuser, 4 Ziegelhütten, 1 Leinwandbleiche, 2 Mahl-, 1 Schleif-, 1 Loh-, 1 Öl- und 2 Sägemühlen an der Amper, 1 Abdeckerei, 1 bürgerliches Spital“ und schließlich auch ein Almosenhaus, „wohin besonders die armen Kranken besonders aus der Klasse der Dienstboten gebracht und mit freiwilligen milden Beiträgen unterstützt werden“.

Dachau Zieglerbräu Brauerei Schlossberg Märzensüffiges Dachauer Traditions-Bier

Damals stand Dachau noch ganz im Schatten der Wittelsbacher Herrscher, die seit den 1550ern im besagten Schloss, dessen Ursprünge auf die Welfen zurückgehen soll, ihren Sommersitz hatten. 1633 wurde der Ort von den Schweden „erobert“, wobei 300 Bayern getötet und weitere 600 gefangen worden sein sollen. Auch folgende Kriege im 18. und 19. Jahrhundert zogen den Ort immer wieder in Mitleidenschaft. So dass eben auch 1840 nur knapp 1200 Menschen hier lebten.

Schloss Dachau BergDachauer Schloss

Dachau Jakob Kirche Schloss

Amtlichen Angaben gemäß lebten 1925 gerademal 21 registrierte Juden in Dachau und 1933 waren es nur noch 12. Obwohl im selben Jahr binnen weniger Wochen nach der Regierungsübernahme Hitlers in Dachau das berüchtigte Lager als erstes KZ etabliert wurde, erklärte 1939 Nazi-Bürgermeister Hans Cramer Dachau als “völlig judenfrei“, während Mai 1939 im Mai 1939 die Volkszählung 18.146 Einwohner registrierte, 184 davon Juden, zweifelsfrei im Lager als Gefangene. In der amtlichen Statistik von 2012 heißt es dazu:

Bei den Volkszählungen von 1925 bis einschließlich 1970 wurde die Wohnbevölkerung ausgewiesen. Zur Wohnbevölkerung einer Gemeinde zählten alle Personen, die am Zählungsstichtag in der Gemeinde ihre Wohnung hatten. Personen mit einer weiteren Wohnung oder Unterkunft in einer anderen Gemeinde wurden der Wohnbevölkerung derjenigen Gemeinde zugeordnet, von der aus sie zur Arbeit oder Ausbildung gingen oder in der sie sich aus anderen Gründen überwiegend aufhielten.“

Dachau Augsburger Tor im Augsburger Tor yehudaDachau: Augsburger Tor im Augsburger Tor

Augsburger Tor Dachau 1390 - 1891

In der Darstellung der Ergebnisse der Volkszählungen von 1970 und 1987 findet sich neben den Optionen „römisch-katholisch“ und „evangelisch-lutherisch“ noch die eher unspezifische dritte Bestimmung „Ausländer“ (S. 6)

Wie dem auch sei, in späteren Statistiken tauchen keine Juden mehr in Dachau auf.

Immerhin ist die Erinnerung an die direkt zur Zeit der Nazi-Herrschaft in Dachau lebenden Juden nicht ganz abhanden gekommen, wenngleich es doch fast ein halbes Jahrhundert „ Abstand“ bedurfte, um sich damit zu befassen. Aber das ist in anderen weniger prominenten Teilen des Landes nicht wesentlich anders gewesen, eher zögerlicher.

Dachauer Stolperstein Anton Felber 1902 - 1939Stolperstein für Anton Felber (1902-1939) in Dachau

1938 lebten 14 „Dachauer Bürger jüdischer Herkunft“ (wie das 2013 noch im Jargon der “Süddeutschen Zeitung” heißt). Stellvertretend sei die Familie Wallach genannt, die seit 1919 eine Textildruckerei in Dachau besaß. Die Wallach Werkstätten hatte sich auf Drucken und Färben von Trachtenstoffen spezialisiert, machte aber auch Handweberarbeiten. Bereits um 1900 hatten die Brüder Moritz und Julius Wallach ein Geschäft für bayerische Volkstrachten in München eröffnet, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt war und Wallach zum Synonym für volkstümliche Trachten machte. Ihrem Wirken verdankt auch das wieder allseits präsente bayerische Dirndl seine Popularität – nur dass viele davon heute in asiatischen Fabriken zu Dumping-Löhnen hergestellt werden, ggf. auch von Zwangsarbeitern. 1986 wurde die Wallach KG an Loden Frey in München verkauft.

IMGA0833

Den Brüdern Moritz und Julius gelang es rechtzeitig mit ihren Familien zu entkommen, so auch dem damals 14-jährigen Franz, der nach England kam, wo er u.a. in Bath und Birmingham eine akademische Karriere einschlug und Professor für Mechanical Engineering wurde. Mit seiner Frau Ruth hatte er drei Kinder: Catherine, Paul und Mark. 1989 ging er in den Ruhestand, 2009 verstarb er im Alter von 84 Jahren. Kein Glück hatten sein Onkel Max und seine Frau Melitta, die in Theresienstadt ermordet wurden.

Jüdische Gedenkstätte Dachau BesucherinJüdische Gedenkstätte Dachau, Besucherin (23 Juni 2014)

Dachau concentration camp plan 1945 - Encyclopedia JudaicaEncyclopedia Judaica, 2nd Edition, Band 5, S. 375 f., 2007

– Der Beitrag der Encyclopedia Judaica zu Dachau erwähnt keine jüdische Ortsgeschichte, an die auch sonst fast nirgends erinnert wird, so als wäre die Existenz einer jüdischen Gemeinde in Dachau das eigentliche geschichtliche Tabu.

Gemäß den Angaben der “Germanica Judaica”, Band 2, 1968, S. 57 gab es in den 1290er Jahren eine jüdische Gemeinde in Dachau, die dann aber entsprechend der regional typischen Legende sogleich um 1298 wieder mit dem sog. „Rintfleisch-Pogromen“ (btw: das russische Wort погром bedeutet „Unwetter“, „Gewitter“ und dergleichen – massenhafter Judenmord als Naturereignis ..?) endet. Bis um 1440 herum wird es aber wohl auch in Dachau Juden gegeben haben, wofür sich in einzelnen Jahren auch entsprechende Hinweise finden lassen. Die Topographie des kleinen Schlossdorfes lässt wenig Möglichkeiten zu und so kann man Bethaus und Mikwe im Bereich Lodererbach, Kühberg, unweit vom Schloss vermuten.
Wie auch anderswo im Wittelsbacher Reich dauert es bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts ehe man wieder etwas von Juden in Bayern hört. Um 1740 kamen einzelne Juden von Pfersee und Kriegshaber nach München und allmählich entsteht eine jüdische Filial-Gemeinschaft, deren Häupter bis 1815 im schwäbischen Kriegshaber begraben werden, in Ermangelung eines Friedhofs in München. Ab der selben Zeit finden wir auch immer wieder Berichte über Juden in Dachau, wenn beispielsweise Händler an den Ort kommen und Schafswolle und dergleichen verkaufen. Mit den napoleonischen Kriegen entstehen viele neue Straßen, was in Friedenszeiten zu deutlich besseren Verkehr und einem regen Austausch führt. Insbesondere die bisherigen Grenzregionen Bayerns, Frankens und Schwabens profitieren davon, dass sie nun in einem gemeinsamen Königreich integriert sind und der Austausch zwischen den bis dato eher feindlichen Gebieten auch seitens der Regierung ausdrücklich gewünscht wird. Es lohnt sich deshalb, das eigene Dorf zu verlassen, und anderswo unterzukommen, gerade dann, wenn man als Bauer oder Fabrikant etwas herstellt oder als Händler zu verkaufen hat.

Nonne mit Eis in KZ Dachau Gedenkstätte Nonne mit Eis in Cafeteria der KZ Gedenkstätte

Anfang 1830 finden wir den Israeliten Isaak Schleißheimer aus Dachau, der in München verstirbt, aber dem Almosenhaus in Dachau 2000 Gulden vererbt, was für die damalige Zeit eine doch recht beträchtliche Summe war. Dass der wirtschaftliche Erfolg mancher Juden im katholisch geprägten Bayern auch grässlichen Neid hervorrief ist sattsam bekannt und ein frühes Beispiel dafür ist neben in den 1830ern das in Augsburg erschienene Schmierblatt „Ahasveros“, den man als Uropa des „Stürmer“ bezeichnen kann. Immerhin überliefert uns das Blatt aber aus dem Februar 1831 einen anekdotischen Bericht über eine Kutschenfahrt von Augsburg nach München oder vielleicht auch umgekehrt. So genau wissen die anonymen Schreiber es nicht mehr. Jedenfalls sitzen sie im selben Wagen wie ein junger Jude, dessen Vater „als Erzwucherer“ mit Kriegsgeschäften enormen Reichtum gemacht habe, in markanter Erscheinung aber für den Geschmack der heimlichen Beobachter auch mit ungebührlichen Benehmen. Im Gasthof in Dachau, beim Zieglerwirt zur Post, um genau zu sein, sei der als „Champagnier-Bock“ (wegen der Vorliebe für Champagner, Märzenbier und …=) umschriebene junge „geile“ Wüstling mit der Bedienung umgegangen wie die Viehmagd mit der Kuh oder so ähnlich – und man fasst es kaum – derselbe habe sich sogar mit beiden Ellenbogen auf den Tisch aufgestützt. Alles in allem handelt es sich um einen ganz banalen Vorgang, bei dem eine Gruppe junger Reisender im Gasthof sitzt und Märzenbier trinkt. Wahrscheinlich scherzten sie mit der Bedienung und das war es dann, denn weiteres weiß auch der Bericht zu überliefern. Aus der verstohlenen Perspektive des krankhaften Neiders wird jedoch der Anschein erweckt, die gewöhnlichen dörfliche Wirtshausszene als Skandal zu erträumen.

Wahrscheinlich hat das 1831 schon niemand beachtet. Für uns ist es jedoch relevant, da von drei Juden aus Augsburg die Rede war und die Beschreibungen verbunden mit der Datierung darauf ergeben, dass es sich beim geschmähten jüdischen „Modebengel“ um den damals noch nicht ganz 20jährigen Carl von Obermayer handelte.

Dachau Hotel Brauerei Gasthof Zieglerbräu

To be continued …

 

Almost nothing has been told on Jews in Dachau before the concentration camp. At most there is very little focus on Jews who lived in Dachau some years until 1938. To mention them alone took half a century and was of breaking a taboo.
Quellen:
http://www.textilhanddruck-fromholzer-wallach.de/index.html
http://www.birmingham.ac.uk/schools/mechanical-engineering/undergraduate/scholarships/frank-wallace-scholarship.aspx
http://www.bathchronicle.co.uk/Tributes-uni-founding-father/story-11329281-detail/story.html#fOl4KpFwdGipj35Z.99

https://www.statistik.bayern.de/statistikkommunal/09174115.pdf


Augsburg Kriegshaber Obermayer Chanucka Zeichnung aus dem Jahr 1821

December 1, 2013

Chanucka beginnt immer am Abend des 25. Kislev und dauert acht Tage bis zum 2. Tewet. Das war immer schon so, auch im jüdischen Jahr 5582, auf das die abgebildete Zeichnung datiert ist. Nach christlichem Kalender entspricht dies dem Zeitraum vom 19. – 26. Dezember 1821.augsburg kriegshaber obermayer chanucka painting zeichnung 1821 בשנת תקפ’ב

כארל אוברמייר – אוגסבורג גריסהבר

Die Zeichnung zeigt einen kunstvoll umschlungenen acht-armigen Chanucka-Leuchter mit drei handschriftlichen hebräischen Segenssprüchen, die sich auf das Chanucka-Fest beziehen. Im Sockel des Leuchters befindet sich die Signatur und Datierung. Gleich zweimal ist die hebräische Jahreszahl des jüdischen Kalenders zu lesen:  תקפב= 582. Die in dieser Weise üblich abgekürzte Jahresangabe steht für das das jüdische Jahr 5582 und entspricht dem Zeitraum Spätsommer 1821 / 1822.

Die Signatur לחנוכה תקפב (zu, bzw. für Chanucka 582) bezieht sich eindeutig auf das am 19. Dezember 1821 beginnende jüdische Lichterfest. In der „Namenskartusche“ sind zwei Worte erwähnt, die sich als Ortsnamen identifizieren lassen: אגוסטא (agusta, ggf. auch ogusta gesprochen) könnte für Augsburg stehen, deren klassisch römischer Name „augusta“ lautete, während גריסבר (grisawer) Kriegshaber sein dürfte, das in hebräischen Urkunden und Grabsteinen sehr häufig mundartlich als גריסהבר(gris’hawer) notiert wurde.

Das Zusammentreffen von „agusta“ und „grisawer“ jedenfalls erhöht die wechselseitige Wahrscheinlichkeit ganz erheblich, weshalb wir ganz sicher davon ausgehen können, dass mit den Ortsangaben Kriegshaber und Augsburg gemeint sind. Die stützt letztlich auch die namentliche Signatur, die offenbar vom Zeichner selbst stammt. Als Ligatur recht eindeutig zu erkennen ist der deutsche Nameכארל  (karl), unter welchem als Abkürzung gekennzeichnet א’מ  steht, was uns auf Grabsteinen und in Dokumenten aus, bzw. zu Kriegshaber und Augsburg verschiedentlich als offenbar geläufige Abkürzung des wohlbekannten Familiennamens Obermayer geläufig ist.

Zusammengenommen ergibt die hebräische Signatur also als mutmaßlichen Urheber der Zeichnung Karl Obermayer im Dezember 1821. Es ist recht naheliegend, hierbei an Carl von Obermayer (1811-1889) zu denken, der seinen adeligen Namenszusatz „von“ erst Jahrzehnte später erhielt, dessen Eltern und Vorfahren aus Kriegshaber stammten. Das trotz des offensichtlichen Aufwands des Zeichners doch eher kindliche Niveau der Zeichnung und Schrift passt recht gut zum Umstand, dass der im März 1811 geborene Carl Obermayer Ende 1821 erst zehn Jahre alt war. Erst wenige Monate vorher hatte Karls Vater Isidor Obermayer in Augsburg beim Herkules-Brunnen (wo eine goldene Tafel die Stadt Augsburg als Frau dargestellte “Augusta” zeigt) das große Palais erworben, in welchem sich heute das Augsburger Standesamt befindet. Trotzdem besassen die Obermayers weiterhin Häuser in Kriegshaber. Da es in Augsburg keine Synagoge und noch lange keinen adäquaten Betraum gab, ist es denkbar, dass die Obermayer-Familie das Chanucka-Fest des Jahres 1821 tatsächlich in Kriegshaber verbrachte und in der Kriegshaber Synagoge feierte. Auch, dass die Zeichnung von Karl Obermayer, die sich in Privatbesitz in Jerusalem befindet, in Kriegshaber entstand, entweder im Wohnhaus der Obermayer, vielleicht aber auch in der jüdischen Schule, gegenüber der Synagoge die der St. Anna-Schüler aus Augsburg ebenfalls besucht hatte, da erst später jüdische Lehrer aus Pfersee und Kriegshaber nach Augsburg kamen, um die Kinder und Jugendlichen der Augsburger Geschäftsleute mit dem nötigsten an Wissen und Bildung zu versorgen. Es ist wahrscheinlich, dass der zehnjährige Carl Obermayer die Zeichnung nicht für sich selbst fertigte. Vielleicht war es eine Schenkung für eine(n) Verwandte(n) in Kriegshaber und deshalb erahlten geblieben.

* * *

A drawing from Carl Obermayer dated for the Jewish festival of Hanukkah in December 1821 when the later consul of the United States of America in then Bavarian Augsburg and head of the modern Jewish community of Augsburg still was a boy of ten, actually is a rare peace of rural Jewish artwork in the beginning 19th century.


Zum 200. Geburtstag von Carl von Obermayer

March 1, 2011

(Carl von Obermayer – painting by Chana Tausendfels, 2009)

Carl von Obermayer (1811 – 1889) entstammte einer alteingesessenen schwäbischen Familie, deren Wurzeln ins Augsburger Mittelalter zurückreichen und über lange Jahrhunderte im austro-schwäbsichen, dann bayerisch-schwäbischen Raum lebten und wirkten. Wie sein Vater und Großvater war er Vorsitzender der neuen jüdischen Gemeinde in Augsburg. Er war US Konsul in Bayern mit Amtssitz in Augsburg, ein Förderer von Theater, Kunst und Musik ebenso wie der Naturwissenschaft, stiftete eine Armenküche und einen Hilfsverein für die Resozialisierung von Strafgefangenen. Obermayer war Oberst und Kommandant der Augsburger Landwehr und Mitbegründer der freiwilligen Feuerwehr.

Am 1. März 1811, also heute vor genau zweihundert Jahren wurde Carl (דיד יעקב בן יצחק) Obermayer als Sohn von Isidor Obermayer (1783 – 1862) und der aus Karlsruhe stammenden Bankierstochter  Nanette Kusel (1794 – 1856). Am selben Tag wurde in seiner Heimatstadt Dresden auch der spätere Oberrabbiner Wolf David Landau geboren. Carl von Obermayer war eine schillernde Persönlichkeit, der an zahlreichen Höfen verkehrte und im 19. Jahrhundert zu einer der herausragenden Persönlichkeiten in Augsburg gehörte, heute aber in der Stadt weitgehend vergessen ist. Sein Großvater Jakob, ein Nachkomme der berühmten Pferseer Ulmo, der als Finanzier bereits im Frühjahr und Sommer 1799 in Augsburger wohnen durfte, konnte durch massive Geldzahlungen an die hochverschuldete und um seine Unabhängigkeit als Reichstadt bangende Augsburg, ab 1803 ein permanentes Bleiberecht aushandeln.  Zehn Jahre später, im Jahre 1813 wurde er Vorsitzender der ersten dauerhaften jüdischen Gemeinde nach dem Mittelalter, die sich in Räumen seines Wohnhauses am Obstmarkt versammelte. In diesem Haus wurde auch Carl geboren. Obwohl die Gemeinde damals bereits rund 100 Personen umfasste waren nur wenige jüdische Haushaltsvorstände in der Stadt verzeichnet: Jacob Obermayer, Isidor Obermayer, Arnold Seligmann, Goudchaux Weiler, Simon Weiler, Amson Heymann, Simon Wallersteiner, Simon Levi, Samson Binswanger, Wolf Regensburger und die Kinder von Jakob Obermayers Pferseer Verwandten und Partner Henle Efraim Ulman (Ulmo).

Im selben Jahr erwirbt Jakob für sich und seine Frau, für seinen Isidor und dessen Frau aus Karlsruhe wie auch für deren beiden Kinder Carl und Henriette das Bürgerrecht für die Barsumme von 550 Gulden, was eine sehr stattliche Summe darstellt. 1 Pfund frisches Schwarzbrot (467 g) beispielsweise kosteten in jener Zeit bei Augsburger Bäckern 3 Kreutzer, ein Kilogramm aufgerundet also 6 Kreutzer. Bis zum 31. Dezember 1875 galt in Bayern der Gulden zu 60 Kreutzer, der tags darauf zum Stichtag 1. Januar 1876 durch die Deutsche Mark zu Pfennigen ersetzt wurde. Für einen Gulden erhielt man also 10 Kilo frisches Brot und wie viel Jakob Obermayer damals für die Eintragung des Bürgerrechts zahlte, kann man ermessen, wenn man sich vergegenwärtigt, wie viel man heute beim Bäcker für  5.500 kg oder 11.000 Pfund frisches Brot zahlen müsste, … Im selben Jahr wurde Jakob Obermayer auch Vorstand der faktischen jüdischen Gemeinde von etwa 100 Juden die sich zu den Gebetszeiten in seinem Wohnhaus trafen, wo eigens Räume für die Gebete, Lesungen und Studien eingerichtet wurde. 1821 erwarb Carls Vater das prächtige alte Wohnhaus dass sich entlang der Heilig-Grab-Gasse gegenüber dem alten Städtischen Kaufhaus erstreckte zur Maximilianstraße beim Herkules-Brunnen dem Schaezler-Palais gegenüber lag. Isidor wohnte dort bis zu seinem Tod im Jahre 1862. Carl von Obermayer wuchs in diesem Haus auf und verbrachte hier seine Jugend. Zu seiner in Kriegshaber gefeierten Bar Mitzwa im Februar 1924 –Parascha Truma – entsandte König Maximilian I. ein Gruß, der von einem Sekretär persönlich überbracht wurde. Im November 1833 heiratete Carl Emma Goldstein aus Wien – einer verzweigten Verwandten von Theodor Herzls Ehefrau Julie. Carl und Emma hatten drei Kinder, aber keine glückliche Ehe. Das aufwendige Wiener Scheidungsverfahren ist voll von Vorwürfen des Ehebruchs und Vernachlässigung durch Carl, dem zahlreiche Affären nachgesagt wurden. Nach seiner Rückkehr aus Wien fasste Carl, der wenig Neigung für Finanzgeschäfte hatte, sich aber umso mehr der Kunst, Musik und Wohltätigkeit widmete, mit Hilfe seines Vaters, der bereits der Landwehr angehörte, Fuß im gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt. Ab 1846 war Carl Obermayer Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Bayern mit Sitz in Augsburg. Persönlich ernannt dazu hatte ihn James Knox Polk (1795 – 1849), seit März 1845 elfter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Als Oberst der Landwehr alter Ordnung gilt Carl als ranghöchster jüdischer Offizier der bayerischen Militärgeschichte.  1853 übernahm er von seinem Vater das Amt des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Augsburg, das er bis 1867 innehatte. In seine Amtszeit fällt der Umzug in die Wintergasse wo Augsburgs erste Synagoge der Neuzeit in einem eigens erworbenen und für diese Zwecke umgebauten Wohnhaus eingerichtet wurde.  Sein Sohn Jakob Edwin, der wie zahlreiche andere Obermayer im Familien-Ensemble am Kriegshaber Friedhof begraben ist, verstarb 1856 früh im Alter von 21 Jahren als Student in München, im Jahr der ersten weltweiten Finanzkrise, unter dubiosen Umständen. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1862 kehrte er in das Haus als Erbe zurück – seine Schwester Henriette (1812 – 1885) hatte bereits 1830 Baron Simon Oppenheim, den Haupterben des Bankhauses damals jüdischen Bankhauses Sal. Oppenheim in Köln geheiratet. Eine Verbindung die auch Isidor Obermayer beim Bau der Eisenbahnlinie von München nach Augsburg sehr hilfreich war. 1869 wurde Carl Obermayer vom württembergischen König Karl I. mit dem Namenszusatz „von“ geadelt, was seitens Bayerns jedoch nicht anerkannt wurde. 1876 heiratete Carl von Obermayer die Sängerin Rosalie Ultsch (geb. 1838) mit der er eine Tochter hatte. Mit ihr zog er wieder nach Wien, wo er 1881 verstarb.

(Gräber des Obermayer’schen Familien Ensembles, im wieder verwilderten Zustand Ende Okt0ber 2010)

Begraben wurde Carl von Obermayer am jüdischen Friedhof Kriegshaber / Pfersee neben seiner ersten Frau Emma, die in 1865 Baden-Baden verstorben war. Links neben ihm wurde der österreichische Abgeordnete Ferdinand Wertheimer, der 1883 in Linz verstarb, bestattet. Das Grabmal Wertheimers ist „verschwunden“, das seiner Mutter Babette „Bela“ (geb. Obermayer) ist seit Jahren offen und ausgehöhlt – lediglich eine kleine Grabplatte und Reste einer hebräischen Widmungsinschrift konnten zwischen Erdreich und Müll 2007 geborgen werden. Vom Grab Isidor Obermayers war bis 2009 nur die kleine hebräisch-deutsche Erinnerungstafel übrig geblieben, die wahllos in einem Gebüsch lag. Vom Grabmal Jakob Obermayers, der Augsburg  einst mit stattlichen Summen vor der drohenden Pleite bewahren wollte, ist nur noch die Bodeneinfassung übrig, während die Grabplatte Carl von Obermayers seit nunmehr Jahrzehnten zerschlagen ist und in einzelnen Trümmern am Friedhof liegt, da alle Bemühungen Einzelner, es zu restaurieren gescheitert sind.

Zum 200. Geburtstag bemühte sich der JHVA bei verantwortlichen Stellen, um eine WIDMUNGSTAFEL am ehemaligen Wohnhaus der Obermayer, das mit Isidor und Carl von Obermayer sowie dem Nachfolger Salomon Rosenbusch das Heim drei aufeinanderfolgender Vorsitzender der neuzeitlichen jüdischen Gemeinde im Augsburg des 19. Jahrhunderts war, doch erscheint die Angelegenheit wie schon in der Bewahrung der Grabstätten schwierig und vielleicht hoffnungslos.

Wie vor zweihundert Jahren sind auch heute wieder die Kassen leer, aber ein neuer rettender Obermayer ist nicht in Sicht.

Today marks the 200th birthday of Carl von Obermayer from Augsburg, who as his father Isidor and grandfather Jakob was head of the modern Jewish community in Augsburg’s 19th century. He also was a wellknown benefactor and Consul for the United States of America in Augsburg, personally appointed by President James Polk in 1846. However as  many grave markers of his family also his at the Jewish Cemetery of Kriegshaber is smashed as his memory is (almost) forgotten.


Jüdische Straßennamen in Augsburg

December 29, 2009

Es gibt bekanntlich nicht viele Namen in Augsburgs Straßen, die an die lange Geschichte der Juden in Augsburg erinnern. Da gibt es den “Judenberg” in der City und irgendwo gut versteckt einen Julius-Spokojny-Weg, den kaum einer je betreten hat. Kenner wissen, dass die heutige Karlstraße mal “Judengasse” hieß oder die Mauer entlang der Blauen Kappe früher “Judenwall”. Auch den Namen “Judenbrunnen” gab es mal, auch wenn sich das kaum einer erklären kann. Nicht leichter tut man sich aber, wenn man darüber nachdenkt, warum es in Augsburg nun eigentlich an recht prominenter Stelle einen Kennedy-Platz gibt. Was genau hat der nun für Augsburg getan? Und warum benennt man ihn nicht nach Carl-von-Obermayer, der sich, neben zahlreichen anderen Verdiensten als US-Konsul in Augsburg, als Kommandant der Augsburger Landwehr, Stifter von Armenküchen, usw. eben auch als Freund der schönen Künste wenigstens doch für den Bau eines neuen Stadttheaters an heutiger Stelle eingesetzt hat?

Wie dem auch sei, wir haben für die künftige Planung der Dauerbaustelle Augsburger Innenstadt ein paar Anregungen, wie Augsburg seiner reichhaltigen jüdischen Vergangenheit künftig mit angemessenem Stolz begegnen könnte. 

(Tipsiles-Weg, Fritz-Landauer-Str., Isidor-Obermayer-Weg, Maharam-Platz, Am Judenkirchhof, Sanwil-Ulmo-Weg, Carl-von-Obermayer-Platz, Rabbi-Weil-Str., Moses Landauer-Str., Henle-Ephraim-Ullmann-Str., Wolf Simon Wertheimer Str., …)

As it is generally known there are not many street names in Augsburg to recall the long history of Jews. There is a “Judenberg” (Jews hill) downtown and somewhere well hidden a side street, dedicated to the late Senator Julius Spokojny who was long-time head of the Jewish postwar community. Some appreciators know that once Karlstr. bore the name “Judengasse” (Jews street) and the wall alongside “Blaue Kappe” once was called “Judenwall” (Jews rampart). Also there was a “Judenbrunnen” (Jews Well), which defies explanation to most of the few who heard of it at all. However it is not much easier to explain why contrary to this there is a Kennedy-Place in the heart of the city of Augsburg. What exactly he had achieved for Augsburg? As far as I understood he never was in Augsburg not even once. Why – for instance – the place is not named for Carl-von-Obermayer who had abundant merits as US-Consul in Augsburg, as Commander of Augsburg’s Territorial Army, as donator of feeding for the poor, etc. and not least as patron of fine arts he was campaigning for the establishment of a new City Theater at the very place it is known today ..?


Carl von Obermayers Indianergeschenk an Augsburg

November 25, 2009

Am Anfang war im Eckzimmer des „Prinz Carl“ der wöchentliche Stammtisch einer kleinen Gruppe von Männern, die an Naturgeschichte interessiert waren. Daraus erwuchs im Dezember 1846 der Naturhistorische Verein Augsburg, dessen Gründung am 15. September 1847 von den zuständigen königlichen Stellen genehmigt wurde. Der Magistrat der Stadt stellte Ausstellungsräume im Metzgerhaus zur Verfügung, 1854 wurde ein ehemaliges evangelisches Waisenhaus bezogen, das heute als Maximilianmuseum existiert. Als im Juni 1856 seine Majestät König Maximilian anlässlich des anstehenden zehnjährigen Jubiläums die Ausstellung des Vereins besichtigte, war die Zahl der Mitglieder aus den ursprünglichen neun sprunghaft in die hunderte angestiegen. 1886 wurde der Verein umbenannt als Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben und Neuburg und 1904 das Stetten-Haus am Kesselmarkt bezogen. Dieses wurde 1944 mit den meisten Ausstellungsstücken bei britischen Bombenangriffen zerstört. 1991 wurde im umgebauten Nachfolgebau des ehemaligen Gebäudes der Augsburger Allgemeinen ein neues Naturkundemuseum errichtet.

Der ursprüngliche naturhistorische Verein veranstaltete monatliche Vorträge , knüpfte Kontakte zu anderen Vereinen und Gesellschaften und verstand es als seine Aufgabe seine naturkundliche Sammlung wie auch seine Bibliothek stetig auszubauen. Sie betrafen Flora und Fauna von Augsburg und Umgebung „Schwaben“), weiteten sich dann aber auch aus in ethnologische Interessensgebiete  „aus allen Herren Länder“. Zahlreiche erhaltene Jahresberichte geben auch minutiös Einblick darüber, welche Mitglieder oder Freunde die Sammlungen des Vereins durch Geschenke, Stiftungen, Ankäufe erweiterten. Im Jahresbericht für 1859 (vom April 1860) wird etwa erwähnt, dass Herr Baumeister, Chirurg aus Diedorf u.a. eine Wasserspitzmaus (sorex fodiens pall) und Herr Graf Fugger-Blumenthaleinen Flusskrebs mit abnormer Schere“ schenkte. Herr Baron von Rehling auf Hainhofen stiftete im selben Jahr „einen Goldfasan“ (Phasianus pictus), Herr E. von Stetten einen Wespenbussard (pernis apiforus) „und ein frischgelegtes Ei dieses Vogels“. Der Revierförster Steger von Monheim erweiterte die Sammlung um eine Rabenkrähe, während Dr. von Weidenbach  „mehrere Fledermäuse“ schenkte.

Im folgenden Jahresbericht ist zu lesen: „Von seiner Königl. Hoheit Prinz Luitpold von Bayern: einen von Hochdemselben am Schöllerangerberg bei Burgberg den 1. Mai 1861 erlegten Auerhahn, tetrao urogallus“. Im Bericht von 1862 ist die Spende des Kaufmann Frauendorfer verzeichnet: „1 monströses Hühnerei“, der königliche Regierungsrat Gerhauser stiftete der Sammlung hingegen „1 junge Hauskatze mit acht Füßen“, der Fabrikant Chur gab „1 Wachtelhund“ und der Kaufmann Euringer widmete der Kollektion „1 Libelle“ …

Im Sechzehnten „Bericht des Naturhistorischen Vereins in Augsburg, veröffentlicht 1863“ http://www.biodiversitylibrary.org/item/45315#5 finden sich Besprechungen von Vorträgen des Vereins aus dem Vorjahr 1862, etwa der am 11. März gehaltene des Sekretärs des Vereins Wilhelm Scheller, seines Zeichens königlicher Post-Cassierer. Sein Thema: Der Nutzen der Weichtiere als Nahrungsmittel, wie in Hinsicht anderer Verwendung. Professor May aus Dillingen referierte über die Raubwespen und Wanzen seines Ortes. Und der langjährige Vorsitzender des Vereins Dr. Gustav Körber gab in zwei Vorträgen Aufschluss über Tierische und Pflanzengifte, informierte in drei weiteren Vorträgen aber auch über Tier- und Menschenrassen („Thier- und Menschenracen“).

Wie in jedem Jahr listet der Bericht auch 1862 wieder prominente Schenkungen auf:

Das interessante Geschenk des hiesigen vormaligen nordamerikanischen Consuls Herrn I. Obermaier, bestehend in verschiedenen Gerätschaften und Waffen cultivirter Indianer am Niagara in Canada, von St. Antonio de Bexar in Texas und von den Lipans-Indianern in Texas hat Veranlassung gegeben, auch für die zwar noch kleine, auf solche Weise aber erfreulich sich mehrende ethnographische Sammlung zwei neue Pfeilerschränke am Vorplatz aufzustellen, um die Mehrzahl der Gegenstände in 4 Abteilungen – für Afrika, Asien, Amerika und Australien zu verwahren.“

Als Spender der indianischen Ausrüstung für Augsburgs ethnographische Sammlung ist Carl von Obermayer, wie aus weiteren Notizen hervorgeht. Die Nennung I. basiert wohl auf einer gedanklichen Verwechslung mit dem berühmten Bankier Isidor Obermayer. In der Mitgliederlister des Jahres 1862 ist eingetragen „Obermayer, Carl, königlicher Landwehr-Oberst“. In der später folgenden Auflistung der jeweiligen Spenden und Erwerbungen des Vereins ist so auch „C. Obermayer, Landwehrobriat“ aufgeführt, was die Identifizierung Carl von Obermayer eindeutig macht. Er war der Sohn von Isidor.

 Im Mitgliederverzeichnis von 1862 (aufgeführt sind 35 Ehrenmitglieder, 83 correspondierende Mitglieder, 378 ordentliche sowie 60 außerordentliche Mitglieder) finden sich auch ein gutes Dutzend Juden, beispielsweise etwa der Großhändler Rosenbusch (dessen Grab sich am Augsburger Friedhof Hochfeld befindet), der Banquier Joseph Wilmersdörffer, dessen Sohn Ernst (1865-1926) später Oberlandesgerichtsrat in Augsburg wurde, usw.. Aufgelistet sind freilich auch illustre Namen, wie etwa W. Freiherr von Schaezler, „königlicher Kämmerer und Gutsbesitzer“ oder Leopold Fürst von Fugger-Babenhausen, „Durchlaucht“. Die beigefügte Bemerkung nach dem Namen dient offenbar der jeweiligen Berufsbezeichnung. So findet sich auch der heute noch entsprechend in der Stadt bekannte Name „Schmedding, Gold- und Silberarbeiter“.

Erwähnt sind noch andere Mitglieder der Obermayer-Familie, so der als Rechts-Concipient (Rechtsanwalts-Anwärter) Jacob Obermayer. Es könnte sich um den am 11. Dezember 1831 geborenen Sohn von Heinrich und Therese Obermayer handeln, der wie zahlreiche andere Mitglieder der Familie auswanderte. Er verstarb 1885 in Sciota, Illionois, wo heute nur noch rund 60 Menschen leben. Sodann Max Obermayer, bezeichnet als Banquier. Wie zuvor Carl von Obermayer wird Max Obermayer von 1866-1873 Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Augsburg sein. Beide sind zumindest seit 1854 als Mitglieder des Naturhistorischen Vereins nachweisbar. Im Jahresbericht 1879 ist auch eine Schenkung von Max Obermayer, nunmehr als Consul aufgelistet. Er stiftet der ethnographischen Ausstellung einen japanischen Metallspiegel und ein Paar japanische Schuhe, ferner ein Teetuch und eine Serviette aus japanischem Pflanzenstoff. Da eine nähere Beschreibung der japanischen Mitbringsel (?) fehlt, ist es schwer sich vorzustellen, welchen Wert sie für die Augsburger Wissenschaft gehabt haben mochte. 

Detaillierter ist jedoch die Liste der Schenkungen die Max Onkel dem naturhistorischen Verein aus Nordamerika, aus Kanada und Texas mitbrachte:

Geschenke von C. Obermayer, Landwehrobriaten

1. eine bemalte Jagdtasche von Leder mit Lederfranzen

2. ein Löffel von Horn mit Zinn eigelegt

3. ein mit Glasperlen gesticktes Feuerzeug-Täschchen

4./5. Ein Paar Jagdtaschen mit Wildklauen und Stickereien aus Glasperlen

6. eine aus rothen und weißen Zwirn gewobene Tasche

7. ein zierliches mit Glasperlen gesticktes Täschchen

8. ein Paar Sporen

9. eine aus Rosshaar geflochtene Reitpeitsche

10. ein Zaum

11. ein Bogen mit Pfeilen und Köcher

12. ein Pferdegebiss

13. eine Lasso-Binde

14. eine Jagdtasche mit daran befestigtem Pulverhorn

 

Zum Abschluss der Liste wurde nochmals die Herkunft der Schenkungen aus drei Gebieten bestätigt:

1. die kultivierten Niagara – Indianer in Kanada, 2. Die St. Antonio Bexar in Texas und 3. Die Lipans-Indianer in Texas.

 

Faszination Wilder Westen

Man kann sich gut vorstellen, dass die Gaben des ehemaligen Konsuls Carl von Obermayer, die sicher zumindest eine Vitrine gefüllt hatten, Eindruck machten in der damaligen Sammlung des Naturhistorischen Vereins im heutigen Maximilian-Museum. Immerhin waren Buffalo Bill und Karl May, die beide das Wild West Bild in Deutschland prägten, 1862 noch Schüler mit ganz anderen Ideen. Carl von Obermayers ethnologische Geschenke eilten dem späteren Ruhm den Wildwest-Shows, Romane und schließlich Filme  erreichten erheblich voraus.

William F. Cody (1846-1917) besser bekannt als „Buffalo Bill“ nahm erst ab 1872 an Wild West Shows teil, ehe er ab 1883 seine eigene ins Leben rief, die ihn weltweit bekannt machen sollte und begleitet von echten Indianern und Büffeln zu zahlreichen Auftritten auch nach Europa und Deutschland (Karlsruhe, Braunschweig) führen sollte.

 

    William Cody 1865 im Alter von 19 ( www.bbhc.org )

 

Zunächst gastierte er in London auf Einladung des Königshauses. Seine Show sollte die Feierlichkeiten zum 50. Thronjubiläum von Queen Victoria bereichern, die mit einer ganzen Ansammlung anderer europäischer Herrscher persönlich erschien. Die adelige Prominenz war sozusagen der Ritterschlag für die Wild West – Darsteller und trug ganz erheblich zur weltweiten Aufmerksamkeit bei. Zweimal täglich gab es Vorstellungen vor jeweils ca. 20-30.000 Zuschauern. Wegen des Londoner Erfolgs gab es diese dann auch in Manchester, Birmingham, schließlich auch in Paris (wo zur Einleitung der Show die französische Hymne gespielt wurde und die französische Rolle im Wild Westen, etwa in Kanada betont wurde). Zur Werbung zählte auch, dass waghalsige Indianer den Eiffel-Turm erkletterten. Es gab Auftritte in weiteren Teilen Frankreichs und Spaniens. 1890 wurden die Teilnehmer der Show von Papst Leo XIII in Rom gesegnet, in Bologna wurden an acht Tagen in Folge zwei Shows ausverkauft.

In Deutschland wurde die Wildwest-Show um arabische Reiter erweitert. In Braunschweig starb ein Indianer der Show und wurde unter großer Anteilnahme am städtischen Friedhof beigesetzt. Karl May (1842-1912) dessen Geschichten und Romane zumindest in Deutschland die Vorstellung vom nordamerikanischen Wilden Westen mitprägten. Der zuvor wegen Hochstapelei mehrmals zu Gefängnisstrafen verurteilte schrieb jedoch erst ab 1879 und stand zweifellos unter dem Einfluss dieser Shows. Dann freilich verinnerlichte die Rolle seines fiktiven Old Shatterhand so sehr, dass er als dieser öffentlich auf eigenen Tourneen auftrat. Inspiriert davon wurden freilich auch sog. Völkerschaustellungen und Circus-Vorstellungen (bis 1932 traten im Sarasini Zirkus in Deutschland Indianer als Teil der Show auf).

 

Die im Jahresbericht des Naturhistorischen Vereins aufgeführten Indianerstämme aus Kanada und Texas sind natürlich noch ermittelbar und offen gesagt ist ihre Geschichte und Kultur nicht viel schlechter dokumentiert als die der schwäbischen Juden. Es ist folglich auch keine große Schwierigkeit, vergleichbare Stücke von Obermayers Indianersammlung etwa bei den Lipan Apaches   ( http://www.lipanapache.org/ ) ausfindig zu machen.

 

   As a member of the Naturhistorischer Verein  (Natural History Association), established in 1846, Carl von Obermayer (1811-1889) donated to the publicly accessible collection of the Association in 1862 a number of tools and equipment from three different Indian tribes form Canada and Texas, such as hunting or game bags elaborately decorated with glass beads , spurs, bow and arrow or the bit of a horse. Obermayer at least since 1854 was member of the Association. His connection to North America was that for many years he had been Consul of the United States of America in Augsburg. Two other Jews from Augsburg were Consuls of the United States of America and member of Augsburg’s Natural History Association: Carl’s relative Max Obermayer (1824-1886) from 1866-1873 was US Consul in Augsburg. As his uncle he was at least since 1854 member of the Association and he donated in 1879 some souvenirs from Japan to the Museum. The third is Gustav Oberndorfer (1843-1906). Obviously the membership wasn’t that bad for diplomats.

 The Indian American items Carl von Obermayer donated however were part of the growing ethnological collection of the Museum. In 1862 the donation of course was unique and somewhat matchless, since William Cody aka Buffalo Bill who toured Europe about 1887-1890 and the German writer Karl May in that time were only teenagers.  The whole inventory of the Museum, which obviously hosted a variety of curiosities in February 1944 was destroyed by British aerial bombs.