Gedenktage Augsburg Juden: 1. bis 4. Februar

February 1, 2023

am 1. Februar:

1842 Geburt von Peppi Oberdorfer, n. Klopfer aus Hürben, gest. 1919;

1862 Tod von Elia Brill, 48 Jahre alt;

1867 Geburt von Sofie Schnell, gest. 1870;

1873 Geburt von Mathilde Haas, n. Bickert, gest. 1933;

1881 Tod von Walther Reis, 9 Tage alt;

1892 Tod von Karoline Kutz, n. Neuburger, geb. 1804;

1893 Geburtstag von Ludwig Klopfer, gest. 1933;

1902 Tod von Luise Kahn, n. Einstein, geb. 1833;

1908 Tod von Caroline Weinbach, geb. 1824;

1910 Tod von Flora Krailsheimer, n. Einstein, geb. 1863;

2005 Tod von Sima Mazo, geb. 1931;

 

am 2. Februar:

1744 Tod von Bairle Ulmo aus Pfersee;

1804 Tod von Sophia Landauer;

1839 Geburt von Bertha Schnell, n. Gutmann, gest. 1892;

1867 Geburt von Henriette Weil, gest. 1892;

1879 Geburt von Franz Max Gutmann, gest. 1886;

1882 Tod von Elias Eisig, geb. 1812;

1882 Tod von Bernhard Haas aus Koblenz, 62 Jahre alt;

1918 Geburt von Benno Merin, gest. 1992;

1921 Tod von Justin Schlossheimer, geb. 1852;

1922 Tod von Anna Bauer, n. Weil, geb. 1856;

 

am 3. Februar:

1801 Tod von Hefle Günzburger aus Kriegshaber, 19 Jahre alt (Freitod);

1825 Tod von Jakob Zvi Aub aus München, 66 Jahre alt;

1847 Geburt von Adolf Regensburger, gest. 1895;

1859 Geburt von Leopold Westheimer, gest. 1911;

1877 Tod von Sigmund Levinger, 67 Jahre alt;

1888 Tod von Israel Neuburger aus Kriegshaber;

1894 Tod von Caroline Muhr, n. Brentano, geb. 1819;

1986 Tod von Leo Semel, geb. 1919;

 

am 4. Februar:

1794 Tod von Meir Manoach Sulzburger aus Kriegshaber, 56 Jahre alt;

1856 Geburt von Baruch Adler, Hauptlehrer, gest. 1925;

(Klara und Baruch Adler 1922)

1898 Tod von Emma Steinhart, geb. 1855;

1917 Tod von Heinrich Landauer, geb. 1838;

1917 Tod von Betty Nördlinger, n. Gerstle, geb. 1865;

1980 Tod von Jakob Josua Blumenfeld, geb. 1893;


Gedenktage Augsburger Juden: 25. – 28. Januar

January 25, 2023

am 25. Januar:

1790 Tod von Klara Levi, aus Hohenems, 45 Jahre, gestorben an Fieber;

1842 Geburt von Mina Lämmle, n., gest. 1921;

1869 Tod von Julie Wilmersdörfer, n. Berend, Frau des Bankiers Joseph W., geb. 1834;

1873 Tod von Clara Levi, 73 Jahre alt;

1882 Tod von Karoline Frank, n. Strauss, geb. 1805;

1942 Tod von Oskar Lustig in Buchenwald, geb. 1896;

 

am 26. Januar:

1805 Tod von Josle Schwab aus München, geb. 1735;

1806 Geburt von Peppi Bachmann, n. Mayer, gest. 1870;

1837 Tod Moritz Bamberger, 69 Jahre alt;

1850 Geburt von Simon Farnbacher, gest. 1929;

1878 Tod von Jeanette Hirsch, n. Hechinger, geb. 1812;

1897 Geburt von Friedrich Dessauer, gest. 1962;

1929 Tod Abraham Hechinger, geb. 1851;

1940 Tod von Hedwig Oberdorfer, geb. 1876;

Abraham Hechinger (1875, 24 Jahre alt)

 

am 27. Januar:

1790 Tod David Wolf Wertheimer in Pfersee, 48 Jahre alt;

1826 Tod von Gela Gumperz aus Kriegshaber;

1843 Geburt von Gabriel Hausmann, gest. 1915;

1892 Geburt von Selma Stiel, n. Strauss, gest. 1931;

1936 Tod von Heinrich Obermayer, geb. 1878;

2008 Tod von Estera Fischel, n. Gutmann, geb. 1920;

 

am 28. Januar:

1806 Tod von Abraham Uhlfelder, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in München, beigesetzt am Friedhof Pfersee/Kriegshaber;

1856 Geburt von Fanni Oberndorf, n. Lang, gest. 1938;

1883 Geburt von Saly Heidelberger; 1942 ermordet;

1913 Geburt von Ernst Cramer in Augsburg, gest. 2010 in Berlin;

1922 Tod von Moritz Reis, geb. 1839;


Gedenktage Augsburger Juden: 13. bis 16. Januar

January 13, 2023

am 13. Januar:

1805 Tod von Josef Zirndorfer, 50 Jahre alt, Rabbinersohn aus Ansbach;

1841 Tod von Fanny Pollak, 77 Jahre alt;

1845 Geburt von Helene Götz, n. Deller, gest. 1921;

1877 Tod von Hugo Kohn (Kind);

1889 Tod von Carl von Obermayer aus Kriegshaber; 78 Jahre alt; Bankier, Kunstmäzen, US-Konsul in Augsburg, Militärstratege, Kommandant der Augsburger Landwehr alter Ordnung, Gründer der Israelitischen Kultusgemeinde in Augsburg;

1896 Tod Moritz Silberschmied, geb. 1824;

1913 Geburt von Hans Nathan Friedmann, gest. 1991;

1918 Tod von Gustav Neuburger, geb. 1870;

1938 Tod von Moritz Lang, geb. 1854;

1963 Geburt von Jakob Samoylovych;

am 14. Januar:

1856 Geburt Mina Thanhauser, n. Jacobi, gest. 1916;

1868 Geburt Nathan Lämmle, gest. 1933;

1876 Tod von Sigmund Schnell, geb. 1828;

1884 Geburt von Fritz Günzburger, gest. 1914;

1884 Geburt von Sofie Koncinsky, n. Deutsch, gest. 1929;

1894 Tod von Elias Binswanger, geb. 1846;

1899 Tod von Jakob Holzmann, geb. 1843;

1911 Tod von Regina Gunz, n. Bach, geb. 1836;

1944 Tod von Maria Bernheimer, n. Nathan, in Theresienstadt, geb. 1873;

am 15. Januar:

1817 Geburt von Regina Buttenwieser, n. Buttenwieser, gest. 1899;

1836 Geburt von Galie Kahn, n. Kahn, gest. 1911;

1863 Geburt von Flora Krailsheimer, n. Einstein, gest. 1910;

1873 Tod von Alfred Oberdorfer, Kind;

1899 Tod von David Bachmann, geb. 1826;

1942 Tod von Rosine Schlossberger, n. Bacher, geb. 1859;

am 16. Januar:

1870 Geburt von Therese Metzger, gest. 1935;

1846 Geburt von Philipp Rosenau, gest. 1914;

1940 Tod von Lina Aub, n. Rödelheimer, geb. 1872;

1934 Tod von Frieda Frank, geb. 1854;

1766 Tod von Naftali Hinz Ulmo, 61 Jahre alt;

1871 Tod von Karoline Bass, 66 Jahre alt:


Gedenktage Augsburger Juden: 9. bis 12. Januar

January 8, 2023

am 9. Januar:

1778 Tod von Jette Ulmo 1778, geb. 1696;

1924 Tod von Samuel Günzburger, geb. 1866;

1809 Tod von Juda Löb Ulmo, Vorsänger in Pfersee;

1883 Tod von Bernhard Dick;

 

am 10. Januar:

1661 Tod von Kendel Ginzburg;

1709 Tod von Adele Sundel aus Oettingen;

1838 Tod von Regina Löb aus Fürth, 64 Jahre alt;

1816 Tod von Lisa Kohn, Säugling;

1861 Tod von Fanny Heymann, Kind, 3 Jahre alt;

1888 Tod von Rosine Löwenberg, n. Heumann, 72 Jahre alt;

1899 Tod von Regina Buttenwieser, n. Buttenwieser, 72 Jahre alt;

1900 Geburt von Salomon Kukoli 1900, gest. 1933;

1904 Tod von Jukius Heymann, 63 Jahre alt;

1916 Geburt von Marianne Cramer, n. Untermayer 1916, gest. 2008, Frau von Ernst Cramer (Ehrenbürger der Stadt Augsburg);

1930 Tod von Bernhard Gumperz, geb. 1876;

 

am 11. Januar:

1695 Tod von Moses Mendel aus Kriegshaber, 51 Jahre alt;

1836 Tod von Samuel Silberschmied, 45 Jahre alt;

1847 Geburt von Klara Bein, n. Schwab, gest. 1898;

1855 Geburt von Ida Heymann, n. Feistmann, gest. 1942;

1861 Tod von David Schwarz aus Pfersee, 44 Jahre, an Fieber gestorben;

1879 Tod von Isaak Günzburger aus Kriegshaber;

1904 Geburt von Heinrich Bach, der nur 5 Monate alt wurde;

1917 Tod von Hermann Eigner, geb. 1839;

1911 Tod von Eduard Hellmann, geb. 1836;

1926 Tod von Kathie Heymann, n. Feistmann, geb. 1847;

 

am 12. Januar:

1765 Tod von Rabbi Schimon Wolf Wertheimer in München 84 Jahre alt. Er war der älteste Sohn von R. Samson Wertheimer und Rabbiner in Pfersee, sowie Hofagent des polnischen Königs in Augsburg und der bayerischen Herzöge in München, darüber hinaus begünstigte Wertheimer die Gemeinden der „Zion-Liebhaber“ in Israel finanziell. Mit seinem Vater veranlasste er 1722 der ersten Talmud-Druck. Er gilt auch als Begründer der neueren jüdischen Gemeinde in München.

 

1799 Tod von Maria Auerbacher, 25 Jahre alt;

1854 Geburt von Frieda Frank, gest. 1934;

1865 Geburt von Johanna Rosenbusch, n. Neuburger, gest. 1938;

1880 Tod von Alfred Obermayer, geb. 1847;

1936 Tod von Hetti Goldstein, n. Schwarz, geb. 1891;

1943 Tod Louise Ellinger, n. Arnold in Theresienstadt, geb. 1873;


1700 Jahre Geschichte der Juden in Deutschland … auch in Augsburg (Video-Vortrag)

October 13, 2021

VIDEO-VORTRAG im Hauptraum der Großen Augsburger SYNAGOGE an der Halderstraße anlässlich des Datums „1700 Jahre GESCHICHTE der JUDEN in DEUTSCHLAND … auch in AUGSBURG“ … ein kurzer Streifzug von der Antike über mittelalterliche Verhältnisse, die Rechte der Juden im Augsburger Stadtrecht von 1276, den Bau des Judenwalls 1298, die Ansiedlung in den (nord)westlichen, damals österreichischen Vororten bis zur Neuzeit und Gegenwart.


Für die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Augsburg-Schwaben gefilmt und bearbeitet von Vladyslav SHAYKHIT und Iryna KATS – Juli 2021


Vor 150 Jahren: Eröffnung der Israelitischen Synode im Goldenen Saal des Augsburger Rathaus

July 11, 2021

(Yehuda Shenef)

Inzwischen längst vergessen und dennoch auf anderer Ebene wieder von anwachsender Aktualität: Auf den Tag genau vor 150 Jahren, am 11. Juli 1871 wurde im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses die Synode jüdischer Rabbiner und Gelehrter mit einem Festakt eröffnet. Ganz auf der Höhe der Zeit gab es sogar einen Austausch gegenseitiger telegraphischer Grußbotschaft mit dem auf Schloss Berg (am Starnberger See) weilenden „Märchenkönig“ Ludwig II. von Bayern.

Die Synode war nach Leipzig 1869 die zweite ihrer Art und die erste seit der Reichseinigung zum 1. Januar 1871. Die Tagung versammelte führende Rabbiner der sogenannten Reformbewegung zu einer einwöchigen Versammlung mit weitreichenden Beschlüssen, die zu erheblichen innerjüdischen Zerwürfnissen führte – bis hin zum Bruch.

Die Missbilligung aus den Reihen der damals noch überwiegenden Reihen des traditionellen Judentums wurde (schon im Vorfeld) sehr scharf und unmissverständlich formuliert. Doch selbst die schärfsten Kritiker fanden es durchaus bemerkenswert, dass der Magistrat der Stadt der Synode den ersten Saal der Stadt, den weithin gerühmten Goldenen Saal des altehrwürdigen Augsburger Rathauses für die Dauer einer Woche zur Verfügung stellte.

Die Synode wurde auch von der 1861 gegründeten Israelitischen Kultusgemeinde, prominent vertreten durch den Vorsitzenden Salomon Rosenbusch und den Rabbiner Jakob Hirschfeld (nebst weiteren Mitgliedern des Vorstands wie Max Obermayer) willkommen geheißen. Die Gemeinde sprach auch eine Einladung an die Teilnehmer zu einem Essen im Restaurant des Hotels „Zu den Drei Mohren“ aus, in unmittelbarer Nähe zur Synagoge, die sich seit wenigen Jahren in der benachbarten Wintergasse befand.

Königin Esther vor Ahaschverosch (Goldener Saal, Augsburger Rathaus)

Die öffentlichen Sitzungen im Goldenen Saal konnten auch von Interessierten, die sich in der Wintergasse Karten besorgten, besucht werden. Unter den Zuschauern befanden sich, Presseberichten zufolge auch viele christliche Geistliche. Aber auch sehr viele Journalisten aus dem gesamten Reich, dem europäischen Ausland, sogar ein Schreiber des „Herald“ aus New York wurde gesichtet.

Im Laufe der Synode schwand das öffentliche Interesse zunehmend, während die innerjüdischen Kontroversen an Schärfe zunahmen. Das lag vor allen an den während der Tagung eingebrachten und mehrheitlich angenommenen Anträgen, welche auch eine Reihe der regulären Teilnehmer der Konferenz gegen selbige aufbrachten. Beschlossen wurde beispielsweise, dass Kohanim, also Nachkommen jüdischer Priester nunmehr auch Proselytinnen heiraten durften – was von Kritikern verglichen wurde mit katholischen Priestern die heiraten dürften. Eher banal war die Einführung von zwei Eheringen für Bräutigam und Braut, wo es zuvor nur einen Ring für die Braut gab. Als skandalös wurde freilich das Votum empfunden, künftig am Trauer- und Fastentag des 9. Aw heiraten zu dürfen. Am diesem schwarzen Schicksalstag des Judentums gedenken Juden in einem 25-stündigem Fasten (ohne Essen, Trinken, etc.) mit Trauergebeten und Klageliedern der Zerstörung der biblischen Tempel und weiterer nationaler Katastrophen. An diesem Tag nun absichtlich Hochzeiten zu feiern, wäre so als würden Christen dies am ausdrücklich am Karfreitag tun. Bis heute definitiv tabu. Das Präsidium der Synode jedoch sprach im Namen eines reichen Berliner für den Ende des Monats sogar für alle Teilnehmer der Synode eine Einladung zu einer Hochzeit aus. Dies fügte der Verletzung des traditionellen Gefühls auch noch den Argwohn hinzu, dass die Teilnehmer wegen einer persönlichen Vorteilsnahme zugestimmt haben könnten.

Die Stimmung kippte

Während der Sitzungswoche war die Führung der Augsburger Israelitischen Kultusgemeinde durch Proteste der eigenen Gemeindemitglieder gezwungen worden, ihre Haltung gegenüber der Synode zu revidieren. Der Rabbiner der Gemeinde, der aber weiterhin an der Synode teilnehmen wollte, wurde fristlos entlassen. Auch den weiteren Teilnehmern wurde der Besuch der Synagoge in der Wintergasse verweigert.

Zum Abschluss der Augsburger Synode wurde in wesentlichen Publikationen des deutschen Judentums eine von 133 Rabbinern unterschriebene Erklärung veröffentlicht, die dazu aufforderte alle verbliebenen Teilnehmer zu bannen, zu kündigen, Anstellungen zu verweigern, usw.

Beigefügt waren die Namen aller zu bannenden Personen wie auch der 133 Rabbiner, welchen den Bann namentlich unterstützten. Gebannt wurde auch Jakob Hirschfeld, der zeitlebens keine Anstellung mehr als Rabbiner mehr fand und in Wien mit seiner Frau ein Dasein als Musiklehrer fristete. Den Aufruf unterschrieben auch alle seine bisherigen schwäbischen Kollegen:

Rabbi Simon Bamberger, Distriktrabbiner in Fischach

Rabbi Dr. Lazarus Löb, Ichenhausen (ab 1873 in Altona)

Rabbi Chaim Schwarz, Hürben (Krumbach)

Rabbi Jonas Sänger, Buttenwiesen

Rabbi David Weiskopf, Wallerstein

… schließlich auch Rabbi Isaak Skutsch, Distriktrabbiner in Treuchtlingen, der aus Kriegshaber und aus einer dortigen Rabbiner-Dynastie stammte.

Sie alle unterstützten einhellig die Verurteilung der „Skandal-Synode“ und die Bannung ihrer Teilnehmer.

So viel damals in der Tages- und Wochenpresse über die „Augsburger Synode“ geschrieben und gestritten wurde, sobald wurde ihre Bedeutung relativiert und nach nur einer Generation vergessen. Heute ist das Datum wie auch der Streit fast vergessen. Das liegt natürlich auch daran, dass hierzulande Geschichte und Gegenwart des Judentums fast vollständig vom „Holocaust“, von der Schoah überschattet werden – auch im 1700er-Jubeljahr … – aber auch daran, dass sich der Konflikt zwischen Traditionalisten und Reformern verlagert hat. Zum einem in die USA, der heutigen Hochburg der „liberalen“ Juden, zum anderen nach Israel, wo Tradition und „Orthodoxie“ den Ton angeben. Eine Polarität die sich immer mehr auch politisch artikuliert und erhebliches Gefahrenpotential für das weltweite Judentum beinhaltet.

Der Israelitischen Synode des Jahres 1871 im Goldenen Saal zu Augsburg gewidmet ist ein eigenes viele Details und Portraits wesentlicher Protagonisten versammelndes spannendes Buch des Schreibers, dass noch im August dieses Jahres erscheinen wird.


Die Geschichte der Juden in Pfersee bei Augsburg

January 22, 2020

Vom Himmel kämpfen die Sterne,

die Geschichte der Juden im heiligen Pfersee bei Augsburg”

Yehuda Shenef

Paperback, 128 Seiten (Hochglanz), 15 Euro

ISBN: 9783750430518

überall bestellbar

 

Das Jüdische Pfersee

Das heutige Pfersee an der Wertach gelegen, ist seit über hundert Jahren ein Stadtteil im Westen von Augsburg. Wenig deutet heute noch darauf hin, dass der Ort und seine Umgebung über ein halbes Jahrtausend zu Österreich gehörten. Allgemein noch weniger wahrgenommen ist die über lange Phasen dominierende jüdische Ortsgeschichte, die Pfersee bis in die Neuzeit in der jüdischen Geisteswelt einen ruhmreichen Klang einbrachte.

Über Jahrhunderte war Pfersee der Hauptsitz der ebenso weit verzweigten, wie einflussreichen jüdischen Familie der Ulmo, die Verbindungen zu allen wichtigen anderen Familien des Judentums aufweisen, und bekannt sind durch ihr, aus drei Sternen bestehenden Familienwappen.

Über Generationen hinweg waren die Ulmo in Pfersee auch im Besitz der deshalb so genannten Pferseer Handschrift, der ältesten, fast vollständig erhaltenen Handschrift des Babylonischen Talmuds, auf der die späteren Druckausgaben beruhen, die heute weltweit und täglich studiert werden, mehr als je zuvor.

Die jüdische Geschichte und ihre wohlbekannten Gelehrten in Pfersee reichen weit über die schwäbische Provinz hinaus, etwa ins Heilige Land, dessen frommen Zionismus man von hier aus bereits im 16. Jahrhundert förderte.

Die Weltgeltung des jüdischen Pfersee, welche in den Betrachtungen unserer Tage nur in lapidaren Randnotizen erscheint, will die kurze Einführung anhand zahlreicher Werke und Persönlichkeiten der Ortsgeschichte skizzieren und somit die über dreihundertjährige Geschichte der seit bald 150 Jahren aufgelösten jüdischen Gemeinde ins allgemeine Gedächtnis zurückzuholen.

 


Einweihung des neuen jüdischen Friedhofs in Augsburg Hochzoll

July 31, 2019

Heute Vormittag bei strömenden Regen (“ein Segen”): Feierliche Einweihung des neuen jüdischen Friedhofs am Neuen Ost Friedhof in Augsburg Hochzoll-Nord. Mit zahlreichen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, mit dem Präsident der jüdischen Gemeinde Alexander Mazo, den Rabbinern Shaul Nekrich, Elias Dray und Dan Blaufeld, Vertretern der Presse, usw. Auch unser JHVA war mit zwei Mitgliedern dabei.

חנוכת של בית קברות באוגסבורג האכצאל

 

Торжественное открытие нового еврейского кладбища в Аугсбурге – Хохцолл

Opening of the New Jewish Cemetery in Augsburg – Hochzoll

Schlusswort von Rabbi Blaufeld


Yehuda Shenef und Alexander Mazo, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg-Schwaben

סדר חנוכת בית העלמין


Der jüdische Friedhof in Augsburg Hochfeld

May 13, 2019

Yehuda Shenef: “Die Liebe ist der Dichtung Stern – Der jüdische Friedhof von Augsburg Hochfeld, Geschichte, Inschriften, Grabregister, Biographien, Photos

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten (Format A 4)
  • ISBN: 978-3752856569
  • 35 Euro

Archäologische Funde legen nahe, dass die Geschichte der Juden in Augsburg wenigstens bis ins dritte Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung zurückreicht, als der Ort Distrikthauptstadt der römischen Provinz Rätien war. Im 9. Jahrhundert gibt es erste Berichte über eine Synagoge direkt neben dem Sitz des kaiserlichen Vogts. Eine städtische Urkunde aus dem Jahr 1298 berichtet vom Ausbau der Bischofsstadt, zu welchem die Augsburger Judenschaft sich verpflichtete, einen etwa 450m langen Abschnitt der Stadtmauer zu errichten, binnen vier Jahren aus eigenen Mitteln, der sogleich auch den bereits existierenden jüdischen Friedhof miteinschließen sollte. In den Jahrhunderten nach der Ausweisung der Juden aus Augsburg in den 1440er Jahren, wurde der Judenkirchhof geplündert und seine wuchtigen Steine als Baumaterial missbraucht, insbesondere auch zum Ausbau des alten und des neuen steinernen Rathauses.

Erst im Jahre 1867, drei Jahre nach der vom bayerischen König Ludwig II. formell anerkannten Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), kaufte der Vorsitzende der Augsburger Juden ein schmales Stück Land in dem Hochfeld genannten Landstrich südlich der Augsburger Altstadt, um endlich einen eigenen Friedhof für die Juden von Augsburg zu besitzen. Über 60 Jahre nach ihrer festen Wiederansiedlung in Augsburg, hatten sie bis dahin ihre Toten am Friedhof von Pfersee/Kriegshaber begraben müssen.

Nun 150 Jahre später, ist der Friedhof zwischen Haunstetter Straße und Altem Postweg ohne Möglichkeit der Erweiterung fast vollständig belegt. Der Friedhof legt Zeugnis ab über die wechselvolle Geschichte der jüdischen Gemeinde, die sich vom noch souveränen Königreich Bayern und der Gründerzeit über die beiden Weltkriege, das mörderische Nazi-Regime und der desolaten Nachkriegszeit erstreckt, bis zur modernen Gemeinde, die ganz wesentlich dominiert wird von jüdischen Auswanderern aus der post-sowjetischen Ukraine und Russland.
Das Buch bietet ein aktualisiertes Grabregister mit vielen genealogischen Anmerkungen. Es beschreibt anhand zahlreichen Materialen die Geschichte des Friedhofs. Beleuchtet werden auch die am Friedhof tätigen Friedhofswärter und Steinmetze, ebenso wie Stile und Moden der sehr wechselvollen Begräbniskultur in eineinhalb Jahrhunderten.

Abgerundet wird das Werk mit rund sechzig Kurzportraits mit Fotos von Personen, die am Friedhof begraben sind, einem alphabetischen Register, einer Namensliste der im Holocaust ermordeten Augsburger Juden.

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten (Format A 4)
  • ISBN: 978-3752856569
  • 35 Euro
  • Buch bestellen

Totale Mondfinsternis (auch) über Augsburg

July 29, 2018

 red moon between city theater and cathedral of Augsburg

In vielen Kulturen und Religionen wurden (und werden) Phänomene wie Kometen, Sonnen- oder Mondfinsternisse als (meist: schlechte) Omen oder Vorzeichen gehalten, die bevorstehende Katastrophen wie Kriege, Hungersnöte und dergleichen ankündigen, während es sich für Astronomen im Grunde leicht zu berechnende Routineereignisse handelt, die – keine Frage – nichts desto trotz, im Wortsinn sehenswert sind.

Ähnlich nüchtern betrachtet das klassische Judentum solche Erscheinungen. Schon Jeremia ben Hilkia sagt:

אל דרך הגוים אל תלמדו ומאתות השמים אל תחתו  כי יחתו הגוים מהמה

Lernt nicht den Lehren der Völker und fürchtet euch nicht vor den Zeichen des Himmels, wie sie sich fürchten. Denn die Praktiken der Völker sind nutzlos“ (Jeremia 10.2-3)

Und auch im Talmud heißt es ganz sicher: „Folgen die Juden den Worten Gottes, haben sie keinen Grund, sich wegen solcher Zeichen Sorgen zu machen.“ (Sucka 29a)

Roter Mond zwischen Perlachturm und Rathaus

fotografiert aus dem 7. Stock mit Zoom

Although many people all over the world regard solar or lunar eclipses as somewhat sinister omen, astronomers in contrary rate those occurrences quite prosaic as regular and calculable constellations – which however by all means are worth watching, no doubt.

Similar sober is the traditional Jewish standpoint in relation to any of those celestial phenomena. Already the prophet Jeremia ben Hilkia said:

Do not learn the ways of the peoples and don’t be frightened by signs in sky, although they are frightened of them. For the practices of the peoples are worthless.”  (Verse 10.2-3)

While the Talmud is likewise unambitious: “When the Jews follow the word of God, they have no reason to worry about all those signs.”

 

ירח אדום מעל אוגסבורג

צולם מחלוני