Synagoge Augsburg

September 15, 2020

snapshots from Augsburg Synagogue

Аугсбургская синагога

كنيس اوغسبورغ

בית הכנסת אוגסבורג


סלח נא אשמות

August 24, 2020

סלח נא אשמות ופשעי לאומך

פיוט הנאמר בליל יום כיפור בעדות אשכנז


“Freiheit” oder die Sehnsucht danach, auf Gräbern zu tanzen

May 3, 2020

Am gestrigen Nachmittag (2.5.20) fanden sich ca. 311 Personen am benachbarten Augsburger Königsplatz zu einer „Demonstration gelebten Übermuts“ ein.

Dicht gedrängt, als gelte eine Abstandsregel von 15 cm, begehrten sie “mutig” auf, gegen weitgehend schon wieder aufgehobene Einschränkungen seitens des Staates und der Kommunen. Selbige verlangten von der Allgemeinheit aus nachvollziehbaren Infektionsschutzgründen Vor- und Rücksicht zu nehmen. Für die Protestanten war dies freilich nur ein Vorwand, um sie daran zu hindern, zum Friseur zu gehen oder Billig-Teppiche bei KiK zu kaufen. Ganz zu schweigen vom Einkauf im Baumarkt oder vom Schunkeln im Bierzelt.

Ein Großteil der Versammelten verzichtete auch auf die nunmehr allseits empfohlenen Mund-Nase-Schutz-Masken, sehr viel mehr hatten aber Regenschirme mit sich. Auch das Wetter meinte es nicht gut mit den Demonstranten, da es sogleich zu regnen begann.

 

Ein paar Leute saßen auch in Meditations-Pose auf mitgebrachten Kleinteppichen, freilich ohne erkennbaren Einfluss auf das Wettergeschehen.

Es wurden teils bizarre Reden gehalten, mit Anklängen an einschlägig bekannte „Verschwörungstheorien“. Aber immer wieder auch zum selbst-attestierten „Mut“, den viele Redner und Teilnehmer hervorhoben. Sie bezogen sich dabei auf ihr Grundrecht, sich zu versammeln.

Es ist kein explizites Grundrecht, im Regen zu stehen, wo man die Truppe auch getrost stehen lassen konnte.

Grundrechte sind erst dann in Gefahr, wenn der Rechtsweg ausgeschlossen wird. Davon kann freilich nicht die Rede sein.

Die Polizei umgab den kleinen, dichtgedrängten Haufen in weitem Abstand, unternahm sonst nichts weiter. Eigentlich wie in vor-Corona-Zeiten.

Der trotzdem überbetonte „Mut“ freilich, sich gegen eine müde, ja gähnende “Staatsmacht” unter Regenschirmen zu versammeln, ist reine Imagination. Sonderbar auch die offenbare Annahme, jene Schirme könnten den „Herden-Schutz“ bewirken.

Um mit den Worten Stefan Zweig zu sprechen: „Jede Widerstands-Geste die kein Risiko birgt und keine Wirkung hat, ist nichts als geltungssüchtig.“

Zum Abschluss stimmten die in sich schwelgenden Selbstverliebten das Lied „Freiheit“ von Marius Müller-Westerhagen an.

Dort freilich heißt es auch:

Alle, die von Freiheit träumen,

sollen’s Feiern nicht versäumen, sollen tanzen,

… auch auf Gräbern“.

***

Nun ja …: Mut? Übermut?

Für sich selbst sprechen auch diverse selbstgemalte Transparente der Kundgebungsteilnehmer

Warum schadet Meinungsfreiheit der Gesundheit?“ (Ja, das fragt sich auch die Tabak-Industrie…)

Ich will mein Grundgesetz zurück!“

Zensur, Diktatur, Impfzwang! – Nein Danke!“ (Man beachte die Zuspitzung in der Aufzählung!)

Der Kapitalismus ist das Virus. Revolution Now!“

Panikmacher isolieren! Widerstand 2020!“

Impfzwang = Körperverletzung

Impfpflicht? Träumt weiter!“

Isolation tötet!“

Wieviel laßt Du dir gefallen?“

Aber es gab am Rande auch solches zu lesen:

„Den Staat zu kritisieren ist wichtig, aber diese Verschwörungstheorien werden Leben kosten!“

(Text: יהודה שנף, Fotos: عادل ساڵح )


“social distancing” – morning exercise

March 29, 2020

This morning at Rathaus – Platz, Augsburg

ראתאוספלאץ אוגסבורג, לפנות בוקר

“social distancing”


corona 2020: spring behind bars

March 20, 2020


קפיץ מאחורי סורג ובריח – 监狱的春天 – الربيع في السجن

Весна в тюрьме – Frühling hinter Gittern – Άνοιξη στη φυλακή

 

spring behind bars:

photo taken at entrance of Hofgarten Augsburg, Bavaria, Germany

March 20 in 2020

 


Die Geschichte der Juden in Pfersee bei Augsburg

January 22, 2020

Vom Himmel kämpfen die Sterne,

die Geschichte der Juden im heiligen Pfersee bei Augsburg”

Yehuda Shenef

Paperback, 128 Seiten (Hochglanz), 15 Euro

ISBN: 9783750430518

überall bestellbar

 

Das Jüdische Pfersee

Das heutige Pfersee an der Wertach gelegen, ist seit über hundert Jahren ein Stadtteil im Westen von Augsburg. Wenig deutet heute noch darauf hin, dass der Ort und seine Umgebung über ein halbes Jahrtausend zu Österreich gehörten. Allgemein noch weniger wahrgenommen ist die über lange Phasen dominierende jüdische Ortsgeschichte, die Pfersee bis in die Neuzeit in der jüdischen Geisteswelt einen ruhmreichen Klang einbrachte.

Über Jahrhunderte war Pfersee der Hauptsitz der ebenso weit verzweigten, wie einflussreichen jüdischen Familie der Ulmo, die Verbindungen zu allen wichtigen anderen Familien des Judentums aufweisen, und bekannt sind durch ihr, aus drei Sternen bestehenden Familienwappen.

Über Generationen hinweg waren die Ulmo in Pfersee auch im Besitz der deshalb so genannten Pferseer Handschrift, der ältesten, fast vollständig erhaltenen Handschrift des Babylonischen Talmuds, auf der die späteren Druckausgaben beruhen, die heute weltweit und täglich studiert werden, mehr als je zuvor.

Die jüdische Geschichte und ihre wohlbekannten Gelehrten in Pfersee reichen weit über die schwäbische Provinz hinaus, etwa ins Heilige Land, dessen frommen Zionismus man von hier aus bereits im 16. Jahrhundert förderte.

Die Weltgeltung des jüdischen Pfersee, welche in den Betrachtungen unserer Tage nur in lapidaren Randnotizen erscheint, will die kurze Einführung anhand zahlreicher Werke und Persönlichkeiten der Ortsgeschichte skizzieren und somit die über dreihundertjährige Geschichte der seit bald 150 Jahren aufgelösten jüdischen Gemeinde ins allgemeine Gedächtnis zurückzuholen.

 


Augsburg Königsplatz

January 21, 2020

Yesterday evening at Königsplatz


מקום המלך


Mietek Pemper Weg in Pfersee

August 8, 2019

In Pfersee, Augsburg erinnert heute der “Mietek Pemper – Weg” an Mieczysław Pemper (1920-2011), weltbekannt geworden durch den Spielberg Film “Schindlers Liste”. Er lebte seit 1956 in Augsburg und wurde wie bereits sein Vater am jüdischen Friedhof Hochfeld bestattet.

Mietek Pemper im Jahr 2010 (foto: Yehuda Shenef)

 


The Jews of Hainsfarth

August 7, 2019

The Jews of Hainsfarth

Notes on a former Jewish Community in a Rural Bavarian-Swabian Villlage

Paperback, 60 pages

ISBN: 9783732240944

date of release: August 7, 2019

Hainsfarth is a small town next to Oettingen, located in Bavaria somewhat halfway between Augsburg and Nuremberg, not far from Nördlingen.

At least since the 13th century, Jews lived in Hainsfarth, where they made up half of the population at times.

There has been no Jewish community since 1940, but with the restored synagogue, the recently renovated Jewish school, remnants of a Mikveh and a largely preserved Jewish cemetery, Hainsfarth has a remarkable ensemble of architectural evidence of Jewish life and culture in southern Germany.

The descendants of the Hainsfarth Jews produced scholars, actors and successful bankers. After all, two of the four teachers of the Jewish school were close relatives of later US Secretary of State Henry Kissinger.

The booklet describes with numerous illustrations in short form history and institutions of the Jews of Hainsfarth.

היהודים של היינספארט


Einweihung des neuen jüdischen Friedhofs in Augsburg Hochzoll

July 31, 2019

Heute Vormittag bei strömenden Regen (“ein Segen”): Feierliche Einweihung des neuen jüdischen Friedhofs am Neuen Ost Friedhof in Augsburg Hochzoll-Nord. Mit zahlreichen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, mit dem Präsident der jüdischen Gemeinde Alexander Mazo, den Rabbinern Shaul Nekrich, Elias Dray und Dan Blaufeld, Vertretern der Presse, usw. Auch unser JHVA war mit zwei Mitgliedern dabei.

חנוכת של בית קברות באוגסבורג האכצאל

 

Торжественное открытие нового еврейского кладбища в Аугсбурге – Хохцолл

Opening of the New Jewish Cemetery in Augsburg – Hochzoll

Schlusswort von Rabbi Blaufeld


Yehuda Shenef und Alexander Mazo, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg-Schwaben

סדר חנוכת בית העלמין