Judenkirschen in Mering

October 19, 2018

Judenkirschen in Mering. Wie bitte? Was denn sollen Judenkirschen sein?

Foto von vorgestern

Im 19. Jahrhundert kannte man sie in Deutschland auch unter diesem Namen: Judenkirschen, heute nennt man sie landläufig nur noch Hagebutten (oder Hundsrose = rosa canina, nicht Rosa Kaninchen …). Warum man sie Judenkirschen nannte? Wer weiß, man kann auch fragen was sie mit Hunden zu tun haben. Damals kannte man auch noch Judenbeeren.

Eine Idee, was das nun sein könnte? Nein? Oliven. Vielleicht so genannt, weil sie außer Juden in Deutschland damals keiner essen wollte. Heute gehören sie auf jede Pizza -auch wieder so eine Sache, steht das Rezept, einen ausgewalzten Teig mit Gemüse, Würzsauce oder Fischstücken zu, belegen ja bereits im völlig zur Recht allseits wertgeschätzten Talmud …

Wie dem auch sei, … früher nannte und verknüpfte man in der deutschen Sprache ja eine ganze Menge nach, bzw. mit “den Juden”, weshalb sich im 1877 veröffentlichten Band H-J (10) des Deutschen Wörterbuchs (DWB) der Gebrüder Grimm nicht weniger als 12 komplette Spalten (2351-2363) mit zahlreichen Stichwörter finden, die oft verblüffende Bezüge zu Juden und Jüdischem herstellen wollen und im heutigen Sprachgebrauch größtenteils nicht mehr vorkommen.

Im 19. Jahrhundert freilich waren diese Begriffe gebräuchlich und wohl auch für alle prägend, die mit diesem „objektiven“ Standardwerk der deutschen Sprache und den teilweise umfangreichen beigefügten Begriffserläuterungen vertraut gemacht wurden.

Vieles, nicht alles, ist antisemitisch, manches schlicht skurril, aber was weiß und versteht man heute, über die damalige Zeit, wenn man das alles nicht weiß ..?

Ausführlich ist alles zitiert und beschrieben im Buch:

Yehuda Shenef

Humor, Wucher, Weltverschwörung: Die geläufigsten Vorurteile gegenüber Juden und was es mit diesen auf sich hat 

ISBN: 978-374-3181-205

Taschenbuch: 260 Seiten, 13 Euro

 

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Premierenbericht zur Aufführung von “Bluatlech” in Mering

October 7, 2018

https://www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/Knisternde-Spannung-beim-Regionalkrimi-id52357836.html

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Sowohl Täter als auch Opfer verkörptert Schauspieler Simon Nagy 
Bild: Heike Scherer

Die Inszenierung basiert auf dem Sachbuch „Mord am Lech“. Der Augsburger Autor Yehuda Shenef war zur Premiere gekommen und erläuterte den Zuhörern die Ereignisse des 12. August 1862 und der nachfolgenden Tage. Er war im Grabregister auf den Tod des 19-jährigen Ludwig Bach aufmerksam geworden. Da dieser aus der selben Familie stammte wie die Mutter des Autors, erweckte der Fall sein Interesse und er begann nachzuforschen: Der jüdische Goldschmiedelehrling aus Kriegshaber war mit dem Zug nach Mering gefahren und zu Fuß nach Unterbergen gelaufen. Dort traf er in einem Gasthaus auf den verarmten Bauernsohn Mathias Brunnhuber, dem er eine silberne Uhr verkaufte. Später jedoch tötete der Unterberger den junge Ludwig Bach. „Der Gerichtsreporter sagte, dass er ihm von der Tat mit einer solchen Gleichgültigkeit erzählte, als ob er nur ein Huhn geschlachtet hätte“, berichtete Yehuda Shenef. Dumm sei er ebenfalls gewesen, weil er in Augsburg versucht hatte, den Schmuck des Opfers zu verkaufen und Verwandte diesen wiedererkannt hätten. Der Bauernsohn wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt und starb 1877 im Gefängnis von Kaisheim.

https://www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/Knisternde-Spannung-beim-Regionalkrimi-id52357836.html


Artikel: „Bluat Lech“- Der verhängnisvolle 12. August 1862

September 13, 2018

Martina Drexlers Einakter nach einer wahren Begebenheit wird in der Bücherei Mering aufgeführt. Schauspieler Simon Nagy übernahm die große Herausforderung einer Doppelrolle

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Simon Nagy als Ludwig Bach

mehr: Artikel von Heike Scherer in der Augsburger Stadt-Zeitung

Die Aufführungen finden in Kooperation mit „Mering ist bunt“ und PaarKult/Stadl-Uni in der Bücherei Mering, Bachstr. 1 am 2. und 3. Oktober um 19 Uhr und am 7. Oktober um 20 Uhr statt. Karten können zum Preis von 10 €, ermäßigt 8 € zu den Öffnungszeiten in der Bücherei (Tel. 08233/7395025) gekauft werden.

 

In Mering the play “Bluat Lech” (Blood Lech <river>) by Martina Drexler will enacted by Simon Nagy who plays the killer and his victim (um, well, it’s … no suicide). The play bases on the book “Mord am Lech” (murder at river Lech) whoch depicts the true murder case from August 1862,


Bluatlech

August 17, 2018

“… die wahre Geschichte von Ludwig Bach und Mathias Brunnhuber, die in Unterbergen aufeinandertreffen. Die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen dem Bauerssohn Mathias und dem jüdischen Goldschmiedelehrling Ludwig Bach aus Augsburg können größer nicht sein. Dennoch kommen sie ins Gespräch.”

 

„Die Presse war damals, im August 1862, voll vom Mord in Unterbergen“, schildert Drexler. Sie kam auf die Geschichte durch die Buchempfehlung von Günter Wurm, der sie auf die historische Abhandlung „Mord am Lech“ des Augsburger Autors Yehuda Shenef aufmerksam machte. „Schon beim Lesen wusste ich, diese Geschichte muss ich schreiben“, schildert sie. Zunächst einfach nur so für sich selbst, dachte Martina Drexler. „Aber es war bald klar, dass das ein Stoff für das Artus Ensemble ist.“

Das Artus Ensemble ist ein Verein, den sie zusammen mit dem ehemaligen Studienfreund Hubert Schmucker und drei weiteren Theaterfreunden 2010 gegründet hat. Das Ziel des Artus Ensembles ist es, Geschichte aus der Region nicht nur für Theaterliebhaber erlebbar zu machen. Dafür werden die aufgegriffenen historischen Stoffe mit Bezug zur Gegenwart bearbeitet und auf die Bühne gebracht.”

Mehr …


Bluat Lech

June 10, 2018

BLUAT LECH
Sonntag | 08.07.2018 | 19:30 Uhr

Das Artus Ensemble präsentiert in Kooperation mit ARGE Städtefreundschaft Mering – Karmiel und Yehuda Shenef

Tragödie am Lechrain 1862 nach einer wahren Begebenheit

Einakter von Martina Drexler

8. Juli 2018 | 19.30 Uhr Stadl-Uni, Bergstr. 10, Unterbergen, Gespielte Lesung • Eintritt frei,


Buch: Praktische Einführung in die hebräische Schrift

May 22, 2018

NEU

Praktische Einführung in die hebräische Schrift

Schnell Hebräisch lesen und schreiben lernen anhand geläufiger, schon vor dem Sprachstudium bekannter Namen und Vokabeln mit Tabellen und Erläuterungen zum Hebräischen und Jiddischen

Paperback – 56 Seiten – 6.00 €uro

ISBN: 9783752860153

 

Viele Lernwillige verlieren oft bereits nach wenigen Lernstunden ihr Interesse am Erlernen der hebräischen Sprache, setzen Kurse doch gewöhnlich relativ schnell eine recht gute Beherrschung der Schrift voraus.
Da mit dem Erlernen einer neuen Sprache neben fremden Vokabular und Grammatik auch noch unbekannte Buchstaben erlernt werden sollen, sind selbst viele akademische Lernwillige schnell überfordert und entmutigt.
Durch den Rückgriff auf allgemein geläufige Wörter und Namen ist es nun aber ebenso schnell und leicht möglich, sich zunächst ohne zusätzlichen Ballast mit dem Lesen und Schreiben des Hebräischen vertraut zu machen schnell spürbare Lernerfolge zu erzielen.
Die Praktische Einführung in die hebräische Schrift kann zur Voraussetzung wie auch zur Begleitung vorhandener Lehrbücher als ein einfaches und effektives Hilfsmittel zur Seite gegeben werden, um einen schnellen Zugang auf dann doch nicht so gänzlich fremdes Terrain zu ermöglichen.


Oberdorfer Schirme Augsburg

February 11, 2018

Unter dem Namen Oberdorfer & Gutmann gründete sich im 19. Jahrhundert in Augsburg eine sehr renommierte, weit überregional beachtete jüdische Schirmfabrik mit Fabrikation und Verkaufsräumen in Augsburgs Prachtsstraße der Maximilianstraße.

Werbung für Oberdorfer und Gutmann im Augsburger Adressbuch von 1873

Gutmann übernahm dabei die vorher in der Stadt ansässige Schirm-Fabrikation Geneve und brachte sie in das gemeinsame Unternehmen Oberdorfer und Gutmann ein, aus dem er sich später freilich wieder zurückzog, weshalb im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts qualitativ hochwertige Schirmfabrikate, die sich mit den beleibten französischen Modelen und Vorbildern messen lassen konnten ausschließlich mit der heimischen Marke OBERDORFER in Verbindung gebracht wurden.

Auf den folgenden Bildern zu sehen ist ein nunmehr über hundert Jahre altes und somit rares Oberdorfer-Fabrikat aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg (ca. 1912), präsentiert von Margit Hummel, Friedberg.

(c) Photos: Yehuda Shenef (Geneve), 11. Feb. 2018

Margit Hummel strolling with a 1912 umbrella of Augsburgs once famous Oberdorfer umbrella factory fabrication, which in 19th centurry was founded as Oberdorfer & Gutmann and based on the acquisition of the renowned Geneve umbrella which nwas acquired by Gutmann.