CHag CHanucka SameaCH

December 2, 2018

To all friends and members a happy and healthy Chag Chanucka

חג חנוכה שמח לכולם

Bluat Lech – Theater – Aufführungen in MERING

October 2, 2018

Heute, am 2. Oktober, morgen am 3. Oktober jeweils um 19 Uhr, sowie am Sonntag 7. Oktober um 20 Uhr wird  in der Bücherei in 86415 MERING, Bachstr. 1

das Theaterstück BLUATLECH von Martina Drexler aufgeführt mit Simon Nagy in der Doppelrolle als Mörder und Ermordeter.

Es basiert auf dem historischen Mordfall des jüdischen Goldschmieds Ludwig Bach aus Kriegshaber im August 1862, der im Buch akribisch recherchiert ist:

MORD AM LECH

von Yehuda Shenef

aus dem Jahr 2014

ISBN: 978-3744-89-3640

266 Seiten, 16 €


ונתנה תוקף

September 18, 2018

 

ונתנה תוקף

classical Yom Kipur prayer noted by קלונימוס בן משולם (Kalonimos ben Meschulam) from Mainz (Magenza), who died in 1096.

וּנְתַנֶּה תֹּקֶף קְדֻשַּׁת הַיּוֹם כִּי הוּא נוֹרָא וְאָיוֹם וּבו תִנָּשֵׂא מַלְכוּתֶךָ וְיִכּון בְּחֶסֶד כִּסְאֶךָ וְתֵשֵׁב עָלָיו בֶּאֱמֶת. אֱמֶת כִּי אַתָּה הוּא דַיָּן וּמוֹכִיחַ וְיוֹדֵעַ וָעֵד וְכוֹתֵב וְחוֹתֵם וְסוֹפֵר וּמוֹנֶה. וְתִזְכֹּר כָּל הַנִּשְׁכָּחות, וְתִפְתַּח אֶת סֵפֶר הַזִּכְרוֹנוֹת. וּמֵאֵלָיו יִקָּרֵא. וְחוֹתָם יַד כָּל אָדָם בּו. וּבְשׁוֹפָר גָּדוֹל יִתָּקַע. וְקוֹל דְּמָמָה דַקָּה יִשָּׁמַע. וּמַלְאָכִים יֵחָפֵזוּן. וְחִיל וּרְעָדָה יֹאחֵזוּן. וְיֹאמְרוּ הִנֵּה יוֹם הַדִּין. לִפְקד עַל צְבָא מָרוֹם בַּדִּין. כִּי לֹא יִזְכּוּ בְעֵינֶיךָ בַּדִּין

Leonhard Cohen‘s Who by Fire was inspired by this medieval poem:

And who by fire, who by water,
Who in the sunshine, who in the night time,
Who by high ordeal, who by common trial,
Who in your merry merry month of may,
Who by very slow decay,
And who shall I say is calling?
And who in her lonely slip, who by barbiturate,
Who in these realms of love, who by something blunt,
And who by avalanche, who by powder,
Who for his greed, who for his hunger,
And who shall I say is calling?
And who by brave assent, who by accident,
Who in solitude, who in this mirror,
Who by his lady’s command, who by his own hand,
Who in mortal chains, who in power,
And who shall I say is calling?

Jewish New Year 5779

September 7, 2018

allen Mitgliedern, Abonnenten und Freunden

des Jüdisch Historischen Vereins Augsburg

wünschen wir ein gesegnetes, gesundes und vermögendes

neues Jahr 5779

in Frieden, Gesundheit und Wohlstand und Segen

des EINEN.

 

a happy and healthy

NEW YEAR 5779

to all members and friends of the JHVA

שנה טובה תשע’ט לכל החברים והחברות

שאַנאַ טאָוואַ פֿאַר אַלע מיטגלידער און פריינט

Шана Това для всех членов и друзей

سنة جديدة سعيدة 5779 لجميع الأعضاء والأصدقاء


Totale Mondfinsternis (auch) über Augsburg

July 29, 2018

 red moon between city theater and cathedral of Augsburg

In vielen Kulturen und Religionen wurden (und werden) Phänomene wie Kometen, Sonnen- oder Mondfinsternisse als (meist: schlechte) Omen oder Vorzeichen gehalten, die bevorstehende Katastrophen wie Kriege, Hungersnöte und dergleichen ankündigen, während es sich für Astronomen im Grunde leicht zu berechnende Routineereignisse handelt, die – keine Frage – nichts desto trotz, im Wortsinn sehenswert sind.

Ähnlich nüchtern betrachtet das klassische Judentum solche Erscheinungen. Schon Jeremia ben Hilkia sagt:

אל דרך הגוים אל תלמדו ומאתות השמים אל תחתו  כי יחתו הגוים מהמה

Lernt nicht den Lehren der Völker und fürchtet euch nicht vor den Zeichen des Himmels, wie sie sich fürchten. Denn die Praktiken der Völker sind nutzlos“ (Jeremia 10.2-3)

Und auch im Talmud heißt es ganz sicher: „Folgen die Juden den Worten Gottes, haben sie keinen Grund, sich wegen solcher Zeichen Sorgen zu machen.“ (Sucka 29a)

Roter Mond zwischen Perlachturm und Rathaus

fotografiert aus dem 7. Stock mit Zoom

Although many people all over the world regard solar or lunar eclipses as somewhat sinister omen, astronomers in contrary rate those occurrences quite prosaic as regular and calculable constellations – which however by all means are worth watching, no doubt.

Similar sober is the traditional Jewish standpoint in relation to any of those celestial phenomena. Already the prophet Jeremia ben Hilkia said:

Do not learn the ways of the peoples and don’t be frightened by signs in sky, although they are frightened of them. For the practices of the peoples are worthless.”  (Verse 10.2-3)

While the Talmud is likewise unambitious: “When the Jews follow the word of God, they have no reason to worry about all those signs.”

 

ירח אדום מעל אוגסבורג

צולם מחלוני

 


Bluat Lech

June 10, 2018

BLUAT LECH
Sonntag | 08.07.2018 | 19:30 Uhr

Das Artus Ensemble präsentiert in Kooperation mit ARGE Städtefreundschaft Mering – Karmiel und Yehuda Shenef

Tragödie am Lechrain 1862 nach einer wahren Begebenheit

Einakter von Martina Drexler

8. Juli 2018 | 19.30 Uhr Stadl-Uni, Bergstr. 10, Unterbergen, Gespielte Lesung • Eintritt frei,


Zion and Jerusalem

May 11, 2018

For Jerusalem Day: Thoughts on the centrality of Zion and Jerusalem from the first Chief Rabbi of Israel.

The sages in Eretz Yisrael were furious. True, Hananiah was a great scholar, among the greatest of his generation. But even after he left for Babylon, Hananiah continued to set the Jewish calendar, deciding whether to add a leap month and determining the first day of the month.

The sages dispatched two messengers to Hananiah with the following warning: “If you insist on setting the calendar outside of Israel, then go build your own altar and publicly declare that you and your community in Babylon have left the Jewish people and no longer belong to the God of Israel.” The Babylonian Jews were stunned to hear this message, wailing, “Heaven forbid! We are still part of the Jewish people!”

 

Read more: https://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/22138

HaRav Avraham Yitzchak HaCohen Kook zts”l

First Ashkenazi Chief Rabbi of Israel, revered and famed Torah sage, philosopher, writer, poet, iconic and beloved leader of religious Zionism and the return to Zion (1865-1935).


חג פסח כשר ושמח

March 30, 2018

חג פסח כשר ושמח לכל החברים בעולם

preparation for the seder


13. Mitgliederjahresversammlung des JHVA 2017

August 4, 2017

Einladung zur ordentlichen Mitgliederjahresversammlung 2017


Liebe Freunde und Mitglieder des Jüdisch-Historischen Vereins Augsburg (JHVA),

satzungsgemäß gibt, es wie zuvor bereits mitgeteilt

die bereits 13. ordentliche Mitgliederjahresversammlung

und zwar am

am Sonntag, 6 August um 1500 Uhr

im Biergarten Zeughaus,

Zeugplatz 4, 86150 Augsburg,

Haltestellen „Moritzplatz/Königsplatz

in der ehemaligen Waffenkammer der Freien Reichstadt Augsburg.

Bei gutem Wetter  im Biergarten, ansonsten im geräumigen und gemütlichen Lokal.

Freunde und Gäste sind wie immer willkommen.


Luthers Judenhass heute oder: Warum die meisten Antisemiten glauben keine Antisemiten zu sein

July 31, 2017

Am gestrigen Abend hielt Professor Gerhardt Stapelfeldt auf Einladung der DIG Hochschulgruppe Augsburg im historischen Annahof einen Vortrag der sich mit Fragen zum Judenhass des Reformators Martin Luther befasste.

Der 1947 in Hamburg geborene Stapelfeldt hatte Architektur, Soziologie, Philosophie, Politikwissenschaft und Psychologie studiert und promovierte 1978 über „Das Problem des Anfangs in der Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx“. 1997 habilitierte er über die „Kritik der ökonomischen Rationalität“. Wenig verwunderlich war Stapelfeldts Interpretation des Hasses Luthers auf die Juden dann auch von wirtschaftlichen Kriterien bestimmt: Das Wirken Luthers zu Beginn des 16. Jahrhunderts war davon geprägt, dass Deutschland im Zuge der Entdeckung Amerikas geopolitisch ins Hintertreffen geriet und wirtschaftlich abgehängt wurde. Luthers Konsequenz daraus richtete das Christentum gegen den in die Irre führenden wirtschaftlichen Fortschritt, gegen weltliches, kapitalistisches Streben, gegen Zins und Wucher, ständiges Horten von Geld und Besitz. Für all dies standen nach Luthers Urteil insbesondere die Juden, deren Geschäftstüchtigkeit darauf beruhen sollte, durch Handel und Zwischenhandel zum eigenem Vorteil Waren zu verteuern und im Volk schimpfliche Bedürfnisse zu wecken. Gemäß Luther waren die Juden „das teuflische Volk schlechthin“, was er auch an ihrer Betonung der leiblichen Abstammung aufzeigen wollte. Diese entlarvte sie jedoch als „diesseitig“ und so standen sie im Gegensatz zu der von ihnen missachteten „Geistigkeit“ des einzig wahren christlichen Glaubens, der sich in idealer Weise von weltlichen Freuden und Besitz abwenden sollte. Der entstehende Handelskapitalismus sei mit Luthers Standpunkten nicht vereinbar gewesen.

Was nun aber den Antisemitismus als solchen betrifft, so erläuterte Professor Stapelfeldt seinen gut 30 Zuhörern, dieser sei „grundsätzlich irrational“ und nicht aus dem Judentum zu erklären („Das wäre dann wirklich antisemitisch“). Das sei schon daran zu erkennen, dass es Antisemitismus auch da gebe, wo es keine Juden gibt. Psychologisch gedeutet seien Antisemiten meist Sadomasochisten, die für die Selbstunterdrückung ihrer Leiden Juden unbewusst als Sündenböcke benutzten. So strebten sie dann auch gar nicht nach der Abschaffung der Unterdrückung, sondern nach deren Verallgemeinerung. Passend dazu sah Stapelfeldt dann aber Luthers Judenhass selbst nun auch im Kontext von dessen Abneigung gegenüber aufständischen Bauern oder den Türken.

Wie Luther hat sich auch der Dozent nicht wirklich, bzw. nur in der distanzierten Außenperspektive mit dem Judentum und seiner Geschichte in Deutschland befasst. So vertrat auch er die oft kolportierte und nichts desto trotz irrige Auffassung, mittelalterlichen Juden sei ausschließlich Geldhandel erlaubt gewesen. Dies lässt sich mit einem beliebigen Blick in vorhandene Steuerlisten wiederlegen, tradiert aber bis in unsere Tage ein liebgewonnenes Fehlurteil über „die Juden“. Doch wenn die Trugschlüsse gerade von jenen weiterverbreitet und bestätigt werden, die auftreten wollen, ihnen entgegenzuwirken, wähnt man Sisyphos am Werk.

An anderer Stelle beanstandete der Soziologieprofessor Luthers grundsätzliche Art zum Beweis der Richtigkeit eigener Standpunkte immer wieder die Bibel als Quelle anzuführen, etwas heute natürlich „nicht mehr üblich“ sei. Damit sollte wohl auch an die zeitliche Distanz von 500 Jahren angespielt sein und an veränderte Ansichten. Zugleich ignoriert der Professor damit jedoch die für jegliches Verständnis des Judentums entscheidende Tatsache, dass es die Berufung auf Gottes Wort wesentlich ausgeprägter und konsequenter als im Christentum befolgt. Am umfassenden Anspruch des Judentums jegliche Argumentation aus Tora und Talmud zu begründen hat sich auch bis heute nichts geändert. Doch so wie Antisemitismus angeblich keine Juden benötige – wenn dem so wäre, gäbe es ihn auch in Ländern wie China, Indien oder vielleicht auch im untergegangenen Atlantis – benötigen virtuelle Fragen nach dem rechten Umgang mit Juden noch nicht mal oberflächliche Grundlagenkenntnis. Es reichen Klischees und tradierte Fehlurteile. Die kann man zitieren und widerlegen und schon hat man das erbauliche Gefühl aufgeklärter als die eigenen Vorfahren zu sein. Immerhin: Zufriedenstellende empirische Untersuchungen des Antisemitismus, existieren nach Auffassung des Gelehrten ebenso wenig wie eine verlässliche Größenordnung dieses „konstituierenden Elements der Moderne“.

Nach dem Vortrag hatten die Besucher Gelegenheit dem Redner Fragen zu seinem Vortragsthema zu stellen, was sich aber erwartbar nicht ergab. Stattdessen betonte schon die erste Zuhörerin, dass sie gar nicht verstehen könne, was mit Antisemitismus eigentlich gemeint sei, sei er ihr, die viele jüdische Freunde habe, ja noch nie im Leben begegnet, weder in ihrer rumänischen Heimat noch hier in Deutschland. Das passt vielleicht zu der Feststellung des Professors wonach die meisten Antisemiten sich selbst nicht als solche erkennen. Ganze 26.000 Personen gäbe es in diesem Land, die frank und frei zu gäben Juden zu hassen. Diese „viel zu niedrige Zahl“ habe eine Studie ermittelt. Die Zusatzfrage lautete, ob es denn Antisemitismus sei, wenn man die Politiker des Staates Israel kritisiere – der Klassiker des man wird doch wohl noch sagen dürfen. Nein, das sei natürlich kein Antisemitismus. Gut, man hätte auch antworten können, dass die letzten sieben Jahre bis letzten Mai mit Manib Younab der Vorsitzende des Lutherischen Weltbundes ein Palästinenser war, der wie Luther die Juden zum Teufel wünscht, aber was außer ernüchternder Gewissheit über eine gewisse Kontinuität wäre dabei gewonnen?

Ein weiterer Fragesteller, sah darin Parallelen zu einer anderen, ganz aktuell veröffentlichten Studie, die ergeben haben soll, dass auch beim Themenfeld “Populismus” kaum jemand davon ausginge, selbst dafür anfällig zu sein. Vielleicht liegt es an der schon zitierten Einsicht, dass Antisemiten eben nicht danach streben Unterdrückung abzuschaffen, sondern sie zu verallgemeinern. Zur letzten Wortmeldung jedenfalls würde es gut passen. Ein älterer Herr wollte am Ende von zweieinhalb Stunden Beschäftigung mit Fragen um Luthers Judenhass herum nun wissen, dass wenn „der Antisemitismus im Wesentlichen unbewusst sei, warum er dann strafbar sein sollte.“

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Fotos: Jakob Samoylowitsch