Radio Kanal C Augsburg

October 11, 2021

https://www.machdeinradio.de/radiobeitrag/juedisches-leben-in-augsburg-damals-und-heute/

>>Wie sah jüdisches Leben vor 1700 Jahren in Augsburg aus? Um dieser Frage nachzugehen, haben sich die beiden Kanal C-Redakteure Lukas Ulbrich und Fabian Kapfer auf den Weg in einen Park in die Augsburger Innenstadt gemacht. Dort wartete der Historiker Yehuda Shenef, der sich bereits seit Jahren mit der jüdischen Geschichte in der Fuggerstadt beschäftigt. Der Experte vom Jüdisch-Historischen-Vereins Augsburg, der seit 20 Jahren in Deutschland lebt, erzählt über die Rolle der Juden und informiert über die Berufe, die von ihnen ausgeübt wurden.

Das jüdische Leben in Augsburg lässt sich dabei bis in die Antike zurückverfolgen. Das belegen mehrere Funde, erklärt Shenef. Weiter geht er auf die Rechte der Juden der damaligen Zeit ein, die teilweise so gut waren, dass sie sogar denen des Klerus ähnelten. Somit waren auch die jüdischen Leben im Stadtleben gut integriert. Shenef lässt es sich dabei nicht nehmen, auch einige Klischees aus dem Weg zu räumen: „Die meisten Juden waren überwiegend Handwerker. Sie haben als Bäcker, Metzger, Schlosser oder Schneider gearbeitet.“ Außerdem sei die älteste Apotheke in Augsburg von einem Mitglied der jüdischen Gemeinde betrieben worden, informiert der Historiker.

In der heutigen Zeit gibt es derweil einige Herausforderungen. Die antisemitisch-motivierten Straftaten nehmen in Deutschland seit einiger Zeit stetig zu. Den Juden werde daher von der Bundesregierung geraten, nicht mit der Kippa in der Öffentlichkeit aufzutreten. Ein bis zwei Polizeiautos „gehören zum Alltag dazu, wenn wir in die Synagoge gehen“, sagt Shenef. Anschläge, wie etwa in Halle, würden zur weiteren Aufrüstung der Sicherheitsmaßnahmen sorgen, erklärt der Historiker. Zudem seien öffentliche Auftritte von Juden ohne Personenschutz zum Teil nicht mehr möglich. „Es ist ein Stück weit zur Normalität geworden“, sagt Shenef.<<


Neuerscheinung “Wann immer ich von Deiner Ehre erzähle …”

December 13, 2020

Wann immer ich von Deiner Ehre erzähle …

Der Augsburger Judenkirchhof – zu Geschichte und Überresten des mittelalterlichen jüdischen Friedhofs in der Reichsstadt Augsburg

Band 1: Jüdische Friedhöfe in Augsburg

Yehuda Shenef

ISBN: 9783751971874

Hardcover, 224 Seiten, DIN A 4

Erscheinungsdatum: 12.12.2020

Die mittelalterliche jüdische Gemeinde in Augsburg zählte über Generationen zu den bedeutendsten in Europa.

Die Augsburger Juden besaßen eine herausragende Rechtsstellung im Römischen Reich, die als Vorbild für viele andere Städte und Gemeinden diente, wie etwa für die Juden von München. Kaiser Ludwig der Bayer verpfändete gar seine Stadt München an die Richter der jüdischen Gemeinde, um Kredite aus Augsburg zu erhalten.

In den Augsburger Schulen lehrten weit überregional bekannte Rabbiner, die Vorbilder und Sprecher ihrer Generationen waren. Auf sie gehen eine Vielzahl bedeutender Schriftwerke zurück, die wie etwa die Bestimmungen zur Schechita von Rabbi Jakob Weil (MaHaRiW), dem letzten mittelalterlichen Rabbiner in Augsburg, noch heute weltweite Geltung besitzen. Überlieferungen und Handschriften zeugen davon, dass Augsburger Juden auch militärtechnisch Vorreiter ihrer Zeit und prägend waren.

Vom mittelalterlichen Friedhof, dem Judenkirchhof, gibt es trotz Größe und Bedeutung der Gemeinde der Augsburger Juden nur wenige Aufzeichnungen und noch spärlichere Überreste. Dennoch sind einige Grabsteine, Fragmente und Inschriften aus der Zeit zwischen 1230 und 1445 überliefert und teilweise auch noch erhalten, eingemauert in Innenhöfen, ausgestellt in Museen oder gelagert in Kellern. Fünf davon wurden erst in den letzten Jahrzehnten entdeckt. Weitere Funde sind überall in der Altstadt möglich.

Das Buch zeichnet anhand von mittelhochdeutschen, lateinischen, hebräischen und jüdisch-taitschen Schriftquellen die Geschichte des in der Öffentlichkeit kaum bekannten, auch von Fachleuten weitgehend ignorierten Friedhofs und den damit verbundenen Abschnitten der Stadtgeschichte nach und trägt erstmals alle ermittelbaren Daten und Erkenntnisse zusammen.
Neben Fotos und Plänen von Schauplätzen werden auch alle bekannten Inschriften präsentiert, übersetzt und kommentiert. Dazu gibt es ein Register aller namentlich ermittelbaren Juden des mittelalterlichen Augsburgs.

Die stark erweiterte Neuauflage des Buches von 2013 bietet darüber hinaus auch eine viele Portraits von mittelalterlichen Augsburger Juden und ihrer Werke, Dazu zählt auch der aus Prag stammende Drucker Chaim Schwarz, der im Laufe von Jahren eine Anzahl bedeutsamer Bücher in hebräischer Sprache und Schrift in Augsburg druckte, wie die weit überregional einflussreiche Augsburger Pessach-Haggada.

Das Buch ist chronologisch der erste von drei Bänden zu den drei jüdischen Friedhöfen der Juden in Augsburg.

 


Synagoge Augsburg

September 15, 2020

snapshots from Augsburg Synagogue

Аугсбургская синагога

كنيس اوغسبورغ

בית הכנסת אוגסבורג


Die Geschichte der Juden in Pfersee bei Augsburg

January 22, 2020

Vom Himmel kämpfen die Sterne,

die Geschichte der Juden im heiligen Pfersee bei Augsburg”

Yehuda Shenef

Paperback, 128 Seiten (Hochglanz), 15 Euro

ISBN: 9783750430518

überall bestellbar

 

Das Jüdische Pfersee

Das heutige Pfersee an der Wertach gelegen, ist seit über hundert Jahren ein Stadtteil im Westen von Augsburg. Wenig deutet heute noch darauf hin, dass der Ort und seine Umgebung über ein halbes Jahrtausend zu Österreich gehörten. Allgemein noch weniger wahrgenommen ist die über lange Phasen dominierende jüdische Ortsgeschichte, die Pfersee bis in die Neuzeit in der jüdischen Geisteswelt einen ruhmreichen Klang einbrachte.

Über Jahrhunderte war Pfersee der Hauptsitz der ebenso weit verzweigten, wie einflussreichen jüdischen Familie der Ulmo, die Verbindungen zu allen wichtigen anderen Familien des Judentums aufweisen, und bekannt sind durch ihr, aus drei Sternen bestehenden Familienwappen.

Über Generationen hinweg waren die Ulmo in Pfersee auch im Besitz der deshalb so genannten Pferseer Handschrift, der ältesten, fast vollständig erhaltenen Handschrift des Babylonischen Talmuds, auf der die späteren Druckausgaben beruhen, die heute weltweit und täglich studiert werden, mehr als je zuvor.

Die jüdische Geschichte und ihre wohlbekannten Gelehrten in Pfersee reichen weit über die schwäbische Provinz hinaus, etwa ins Heilige Land, dessen frommen Zionismus man von hier aus bereits im 16. Jahrhundert förderte.

Die Weltgeltung des jüdischen Pfersee, welche in den Betrachtungen unserer Tage nur in lapidaren Randnotizen erscheint, will die kurze Einführung anhand zahlreicher Werke und Persönlichkeiten der Ortsgeschichte skizzieren und somit die über dreihundertjährige Geschichte der seit bald 150 Jahren aufgelösten jüdischen Gemeinde ins allgemeine Gedächtnis zurückzuholen.

 


Einweihung des neuen jüdischen Friedhofs in Augsburg Hochzoll

July 31, 2019

Heute Vormittag bei strömenden Regen (“ein Segen”): Feierliche Einweihung des neuen jüdischen Friedhofs am Neuen Ost Friedhof in Augsburg Hochzoll-Nord. Mit zahlreichen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, mit dem Präsident der jüdischen Gemeinde Alexander Mazo, den Rabbinern Shaul Nekrich, Elias Dray und Dan Blaufeld, Vertretern der Presse, usw. Auch unser JHVA war mit zwei Mitgliedern dabei.

חנוכת של בית קברות באוגסבורג האכצאל

 

Торжественное открытие нового еврейского кладбища в Аугсбурге – Хохцолл

Opening of the New Jewish Cemetery in Augsburg – Hochzoll

Schlusswort von Rabbi Blaufeld


Yehuda Shenef und Alexander Mazo, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg-Schwaben

סדר חנוכת בית העלמין


Der jüdische Friedhof in Augsburg Hochfeld

May 13, 2019

Yehuda Shenef: “Die Liebe ist der Dichtung Stern – Der jüdische Friedhof von Augsburg Hochfeld, Geschichte, Inschriften, Grabregister, Biographien, Photos

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten (Format A 4)
  • ISBN: 978-3752856569
  • 35 Euro

Archäologische Funde legen nahe, dass die Geschichte der Juden in Augsburg wenigstens bis ins dritte Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung zurückreicht, als der Ort Distrikthauptstadt der römischen Provinz Rätien war. Im 9. Jahrhundert gibt es erste Berichte über eine Synagoge direkt neben dem Sitz des kaiserlichen Vogts. Eine städtische Urkunde aus dem Jahr 1298 berichtet vom Ausbau der Bischofsstadt, zu welchem die Augsburger Judenschaft sich verpflichtete, einen etwa 450m langen Abschnitt der Stadtmauer zu errichten, binnen vier Jahren aus eigenen Mitteln, der sogleich auch den bereits existierenden jüdischen Friedhof miteinschließen sollte. In den Jahrhunderten nach der Ausweisung der Juden aus Augsburg in den 1440er Jahren, wurde der Judenkirchhof geplündert und seine wuchtigen Steine als Baumaterial missbraucht, insbesondere auch zum Ausbau des alten und des neuen steinernen Rathauses.

Erst im Jahre 1867, drei Jahre nach der vom bayerischen König Ludwig II. formell anerkannten Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), kaufte der Vorsitzende der Augsburger Juden ein schmales Stück Land in dem Hochfeld genannten Landstrich südlich der Augsburger Altstadt, um endlich einen eigenen Friedhof für die Juden von Augsburg zu besitzen. Über 60 Jahre nach ihrer festen Wiederansiedlung in Augsburg, hatten sie bis dahin ihre Toten am Friedhof von Pfersee/Kriegshaber begraben müssen.

Nun 150 Jahre später, ist der Friedhof zwischen Haunstetter Straße und Altem Postweg ohne Möglichkeit der Erweiterung fast vollständig belegt. Der Friedhof legt Zeugnis ab über die wechselvolle Geschichte der jüdischen Gemeinde, die sich vom noch souveränen Königreich Bayern und der Gründerzeit über die beiden Weltkriege, das mörderische Nazi-Regime und der desolaten Nachkriegszeit erstreckt, bis zur modernen Gemeinde, die ganz wesentlich dominiert wird von jüdischen Auswanderern aus der post-sowjetischen Ukraine und Russland.
Das Buch bietet ein aktualisiertes Grabregister mit vielen genealogischen Anmerkungen. Es beschreibt anhand zahlreichen Materialen die Geschichte des Friedhofs. Beleuchtet werden auch die am Friedhof tätigen Friedhofswärter und Steinmetze, ebenso wie Stile und Moden der sehr wechselvollen Begräbniskultur in eineinhalb Jahrhunderten.

Abgerundet wird das Werk mit rund sechzig Kurzportraits mit Fotos von Personen, die am Friedhof begraben sind, einem alphabetischen Register, einer Namensliste der im Holocaust ermordeten Augsburger Juden.

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten (Format A 4)
  • ISBN: 978-3752856569
  • 35 Euro
  • Buch bestellen

JHVA – one million clicks can’t be wrong

October 1, 2018

By end of September our weblog has crossed the theshold of one million site views (since 2006)

Many thanks to over 500 subscribers to our web site from all over the world.

 

עכשיו יש מיליון אחד עבור תצוגות של הדף שלנו

תודה רבה לכולם

Unser Weblog hat nun, Ende September die Marke von einer Millionen Seitenaufrufe überschritten (seit 2006)


“Tipsiles und die Erfindung des Schießpulvers”

September 13, 2017

Artikel von Alexander Rupflin in der heutigen “Augsburger Allgemeinen” unter Berufung auf unsere Webseite:

Tipsiles und die Erfindung des Schießpulvers

-“Wie der Mann mit dem grünen Turban die Stadt Augsburg vor Feinden gerettet haben soll” (Serie “55 rätselhafte Orte”, Teil 49)

Auf diesem Webblog des JHVA haben wir die Geschichte des “Tipsiles” und seine historischen Hintergründe erstmals 2009 ausführlich erzählt, also vor acht Jahren. 2011 führten diese ersten Berichte zu einer Kontroverse mit der sich sogar der Augsburger Stadtrat befasste. Dabei ging es um die damals geplante Umbenennung des Pulvergäßchens. Mit Berufung auf unsere Tipsiles-Geschichte blieb der alte historische Name erhalten.

Es hat auch zumindest zwei Autoren zu eigenen literarischen Werken inspiriert:

Peter Dempf – Das Geheimnis des Tipsiles (Kinderbuch) (September 2013)

Michael Peters – Donnerkaut – das Geheimnis des Juden Typsiles (Roman) (November 2014)

 

 


13. Mitgliederjahresversammlung des JHVA 2017

August 4, 2017

Einladung zur ordentlichen Mitgliederjahresversammlung 2017


Liebe Freunde und Mitglieder des Jüdisch-Historischen Vereins Augsburg (JHVA),

satzungsgemäß gibt, es wie zuvor bereits mitgeteilt

die bereits 13. ordentliche Mitgliederjahresversammlung

und zwar am

am Sonntag, 6 August um 1500 Uhr

im Biergarten Zeughaus,

Zeugplatz 4, 86150 Augsburg,

Haltestellen „Moritzplatz/Königsplatz

in der ehemaligen Waffenkammer der Freien Reichstadt Augsburg.

Bei gutem Wetter  im Biergarten, ansonsten im geräumigen und gemütlichen Lokal.

Freunde und Gäste sind wie immer willkommen.


חג פסח שמח

April 10, 2017

To all readers, friends and members of the JHVA

a happy, healthy and kosher

Pesach / Passover festival

chag pessach sameach 5775 augsburg 2015

Illustration by Chana Tausendfels (2010)