Dr. Richard Grünfeld

August 4, 2016

מורנו הרב

ר יצחק בן ר אליעזר ליפמן זל

נפטר ביום יט תשרי תרצב

תנצבה

 

Dr. Richard Grünfeld

1863 – 1931

Großherzoglicher Kreisrabbiner in Bingen am Rhein 1889 –  1910

Bezirksrabbiner in Augsburg 1910 – 1929

Caecilie Lilli Grünfeld geborene Stein

1871 – 1934

תנצבה

Rabbiner Richard Grünfeld Augsburg Grabstein gravemarker

The Hebrew inscription mentions Richard Grünfeld by his Hebrew name Itzchak son of Elieser Lipman as well as the day of his death which was the 19th of Tishri.


Festakt zum 100. Jahrestag der Eingemeindung Kriegshabers nach Augsburg

April 4, 2016

Synagoge Kriegshaber Augsburg Judenstern magen david

Anlässlich des hundertsten Jahrestag der Eingemeindung Kriegshaber nach Augsburg am 1. April 1916 wurde am gestrigen Sonntag in Kriegshaber dem Jubiläum gedacht. Nach einem christlichen Gottesdienst in der gegenüberliegenden Kirche, gab es in der ehemaligen Synagoge, nunmehr ein Museum, unter Teilnahme zahlreiche Prominenz, wie etwa die Bundestagsabgeordneten Volker Ulrich und Ulrike Bahr, einen Festakt einer Rede von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, der in Kriegshaber geboren wurde und aufgewachsen war. Josef Strzegowski von der Israelischen Kultusgemeinde Augsburg Schwaben verlas Grußworte von Dr. Henry Brandt, der darauf hinwies, dass von der jüdischen Gemeinde in Kriegshaber nichts mehr übergeblieben ist und eine historische Straßenbahnfahrt die verlorene Vergangenheit nicht wieder zubringen könne. Der abwesende Rabbiner wünschte abschließen jedoch eine positive Zukunft und ein friedliches Zusammenleben aller in der Stadt. Frau Dr. Benigna Schönhagen vom Jüdischen Museum, zu deren Filiale die ehemalige Synagoge in Kriegshaber geworden ist, verlas Grüße von Frau Lise Fischer-Einstein aus Israel, die aus Kriegshaber stammte.

Streichquartett Synagoge Kriegshaber ProbeDvořák in Kriegshaber

Kriegshaber Synagogeנעלם ועד

Synagoge Kriegshaber innen stühleשינוי הכיוון

In den musikalische Pausen gab es Miniaturen von Antonin Dvorak, dargeboten vom Streichertrio des Leopold-Mozart-Zentrums. Als Kuriosum wurde in der ehemaligen Synagoge euphorisch ein Ortsschild präsentiert, das Augsburgs Stadtteil namentlich erwähnt, wenigstens im Untertitel, während der Oberbürgermeister mit Krügen beschenkt wurde, u.a. auch vom Bürgermeister Paulus Metz des benachbarten Stadtbergen. Metz hatte unter großem Gelächter des Publikums auch darauf hingewiesen, dass „die Lebensqualität sich sehr entwickelt hat, vor allem seitdem die Amis weg sind“. Da dies manchen missverständlich war, bekräftgte Metz “Ich lass das jetzt mal so stehen.”

Oberbürgermeister Kurt Gribl präsentiert Ortsschild Universitätsstadt Augsburg Stadtteil Kriegshaber“Universitätsstadt Augsburg – Stadtteil Kriegshaber”

Am Ende der fast eineinhalbstündigen Veranstaltung wurde die Festschrift „Kriegshaber in Bildern – Am Straßenrand der Weltgeschichte“ aus dem Wissner-Verlag vorgestellt, das der katholische Bistumshistoriker Dr. Thomas Groll gemeinsam herausgab mit unserem Mitglied Dr. Christian Kreikle, der auch zahlreiche kurze Artikel für das Buch verfasste.

Darin widmen sich drei Artikel dem sonst eher vernachlässigten jüdischen Anteil der Ortsgeschichte:

Dr. Benigna Schönhagen – Das jüdische Kriegshaber, S: 35-37
Yehuda Shenef – Zur Familiengeschichte jüdischer Viehbauern und Metzger in Kriegshaber, S. 63-65
Yehuda Shenef – Der jüdische Friedhof, S. 107-109

http://www.wissner.com/product_info.php?cPath=156&products_id=5001

118 S., 14.80 €
ISBN 978-3-95786-057-6

Michael Moratti Wissner Verlag Kriegshaber Buch PräsentationMichael Moratti (Wissner-Verlag) präsentiert das Kriegshaber-Buch

Kriegshaber Synagoge Toraschrein aron kodesh“reserviert” für wen ..?

Kriegshaber 100 Jahr Feier Büffet Synagoge Kriegshaberbufett, not kosher, … of course

Kriegshaber Synagoge Fenster AusblickAusblick / outlook

Augsburg Stadtteul Kriegshaber ortsschild Präsentation Hinterhof Synagogeachievement of the dayOB Kurt Gribl Eva WeberKriegshaber 100 Jahr Feier Synagogeמסיבה בבית הכנסת לשעבר

yehuda shenef at former Kriegshaber synagogue April 2016פעם בחיים

Dr. Christian Kreikle Yehuda Shenef Synagoge Kriegshaber AugsburgDr. Christian Kreikle, Yehuda Shenef


Augsburg gegen Antisemitismus

August 11, 2014

At his visit at the local synagogue Augsburg mayor Dr. Kurt Gribl condemned recently noted local manifestations of Antisemitism as spillover effect of the so-called “Gaza-War” and promissed to fight them back. If required he also considered to ban demonstrations when it is foreseeable that the demonstrations will have Antisemitic and violent intentions, as it is practise in cases of domestic extrem rightwingers. Mayor Gribl also assured the Jews of Augsburg his solidarity and that of all the other religious communities in Augsburg, also by the heads of the Muslim community in Augsburg.

Mayor Gribls visit has a special value since he chose the 8th of August which is a legal holiday in Augsburg (not in neighboring communities, Bavaria, Germany, Europa or elsewhere in the world), the “Friedensfest” (Festival of Peace).

Kurt Gribl Henry Brandt Friedenfest Synagoge Augsburg

Gegen Antisemitismus Augsburg DIG


“Mord am Lech”

May 18, 2014

Das neue Buch ist fertig und erscheint bald als Druck:

Yehuda Shenef – “Mord am Lech”

Yehuda Shenef Mord am Lech 2014 kokavim

Thema ist ein authentischer Fall aus dem Jahre 1862 beim dem ein jugendlicher Juwelier aus Kriegshaber ermordet und beraubt wurde. Dargestellt wird anhand zahlreicher zeitgenössischer Berichte und Dokumente das Umfeld von Täter und Opfer und bei der Gelegenheit überhaupt die Gesellschaft der damaligen Zeit, wie auch die Rolle der Juden in der deutschen Kriminalistik des 19. Jahrhunderts.

Demnächst im Kokavim-Verlag und in allen Buchhandlungen, Amazon & Co.

 

 


Alte Synagoge Augsburg Wintergasse

April 4, 2014

Im Gebäude “A 13” (alte Litera Nummerierung) an der Ecke Wintergasse / Hunoldsberg befand sich von 1861 bis 1917 die Augsburger Synagoge. Haus A 13 als bisheriges Wohnhaus entsprechend umgebaut und  und erweitert. Nach der Einweihung der neuen Synagoge 1917, deren Grundsteinlegung im April 1914 sich demnächst zum 100. mal jährt, wurde das immerhin 56 Jahre lang als Synagoge genutzte Haus verkauft und dem Vernehmen nach gewerblich genutzt. Im “Zweiten Weltkrieg” heit es weiter, sei das Gebäude “völlig zerstört” worden, was aber eher für die bebachbarten Gebäude zutrifft. Der gegenwärtige Anblick jedenfalls scheint recht genau mit der vielleicht kurz nach der Einweihung der neuen Synagoge in der Halderstraße entstandenen Zeichung von Paul Tautenwein übereinzustimmen. Der untere Gebäudeteil gehört jedoch zum Haus A 85.

Augsburg Alte Synagoge Wintergasse Hunoldsberg Tautenwein 1917 und 2014Old Augsburg synagogue at Wintergasse / Hunoldsberg corner

(drawing by Paul E. Tautenwein c. 1917, foto 2014)


Der Mantel des Propheten

January 10, 2014

Der Mantel des Propheten*

ein Gedicht von J. H. Hirschfeld, Rabbiner in Augsburg

O kühn schlug Deines Wortes Flamme,

und mächtig weckend in das Herz

dem formverjüngten, alten Stamme,

und hub es schwunghaft himmelwärts.

Drum hebt Dich heut, im Festgetümmel,

Begeist’rungsflamme in den Himmel,

wo Geisteshelden sind die Sterne,

die weithin glänzen in die Ferne.**

* * *

Die Himmelfahrt ins Reich der Geister

Kann der jedoch nicht schauen hier,

dem Du beim Abschied, edler Meister,

den Rednermantel gabst von Dir.

Nun denn! S leist‘ ich auch Verzicht,

Auf Deines Geistes Doppel-Licht,

Und gebe gerne mich zufrieden,

ist nur die Hälfte mir beschieden.***

* Der Verfasser erhielt, bei seiner Abreise nach Deutschland, vom Herrn Mannheimer einen Prediger-Mantel zum Geschenk.

** Die Geisteshelden werden strahlen wie der Glanz des Firmaments, und die Beförderer der Tugend wie die Sterne für und für. (Daniel 12.3)

*** Könige II. Traktat Gittin 28 a

Das Gedicht von Jakob Heinrich Hirschfeld (1819-1902) wurde abgedruckt im nur in geringer Auflage gedruckten  „Mannheimer-Album, ein Nachhall zur siebzigjährigen Geburtstagsfeier Seiner Ehrwürden des Herrn Isak Noah Mannheimer, Prediger der israelitischen Cultusgemeinde zu Wien, herausgegeben von Mayer Kohn Bistritz, Wien 1864“.

Zitiert nach:

http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/pageview/1371843

synagoge Augsburg wintergasse 1863 1917 Paul Tautenhahndie alte Synagoge Wintergasse in der Darstellung von Paul Tautenhahn

Isaak Noah Mannheimer (1793 Kopenhagen – 1865 Wien) galt als einer der wesentlichen Protagonisten der sog. jüdischen „Reformbewegung“, verzichtete zunächst gänzlich auf die hebräische Sprache und verwendete absichtlich christliche Musikstücke für seine Gottesdienste. In seinen letzten Lebensjahren wendete er sich von diesen radikalen Positionen ab, da er zur Einsicht gelangte, dass sie zwangsläufig zu einer Abspaltung vom eigentlichen Judentum führen mussten. Mannheimer verfasste zahlreiche Schriften, darunter das einflussreiche „Wiener Gebetbuch“ aus dem Jahre 1840. Zu seinem 70. Geburtstag 1863 gewährte ihm die Stadt Wien ein Bürgerrecht ehrenhalber.

Jakob Heinrich Hirschfeld den wir auf diesem Blog schon öfter erwähnt hatten, wurde tatsächlich zur Zeit des Jubiläums von Mannheimer Rabbiner in Augsburg, dem ersten offiziell amtierenden in der Stadt seitdem Jakob Weil zwei Minuten vor 1440 die Stadt verließ. Entgegen der weit verbreiteten Ansicht war er, wie ja auch der Bezug zu seinem Förderer Mannheimer (den er mit seinem obigen Gedich ausdrücklich als “Prophet” verehrt) eigentlich nahelegt, keineswegs „orthodox“, sondern ein überzeugter Reformer. Auch im „Biographischen Handbuch der Rabbiner“ (Brocke/Carlebach, Band 1, No. 0738, S. 449) wird gesagt: „vermeidet Kultusreform trotz liberaler Gemeindemehrheit“, während dort seine Entlassung in Augsburg und die Gründe dafür, unerwähnt bleiben. Tatsächlich wurde Hirschfeld aber entlassen, weil er als Reformer entgegen dem Votum der Augsburger Gemeinde in der Wintergasse der sog. „Augsburger Synode“ beiwohnen wollte. Im Gegenzug wurde in jüdischen Zeitungsblättern öffentlich zum Boykott gegen ihn und andere Teilnehmer der „Synode“ aufgerufen. Hernach fand er nur noch als privater Religions- und Musiklehrer Anstellungen.


Ulmo Grabstein Kriegshaber im Laufe der Zeit

December 20, 2013

Die Entwicklung am jüdischen Friedhof Kriegshaber an Hand des Beispiels des Grabsteins der Chana Ulmo aus dem Jahr 1741

Kriegshaber Cemetery January 20080. vor der Reinigung des bis dato “unbekannten” Grabsteins

Chana Ulmo Grabstein Kriegshaber 2008

1. bei der Reinigung

mit Softschwamm und Wasser

im frostigen Anfang Januar 2008

Chana Ulmo Grabstein Kriegshaber 20102. hinterlassener Pflegezustand im März 2010

Chana Ulmo Grabstein März 20133. mittlerweile neu aufgetretener Schimmel im März 2013

Chana Ulmo gravemarker Kriegshaber Jewish Cemetery December 20134. aktueller zustand gestern nachmittag 19. Dezember 2013

5. “See the stone set in your eyes …”