Augsburg gegen Antisemitismus

August 20, 2017

filmed by Yehuda Shenef, August 8, 2014 Synagoge Augsburg, Innenhof

Mayor Kurt Gribl, Rabbi Dr. Henry Brandt, Israeli consul general Dan Shaham, head of Jewish community Alexander Mazo

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Video: 100 Jahr-Feier Synagoge Augsburg am 28. Juni 2017

July 27, 2017

Foto-Video der IKG Augsburg


Festakt zum 100. Jahrestag der Eingemeindung Kriegshabers nach Augsburg

April 4, 2016

Synagoge Kriegshaber Augsburg Judenstern magen david

Anlässlich des hundertsten Jahrestag der Eingemeindung Kriegshaber nach Augsburg am 1. April 1916 wurde am gestrigen Sonntag in Kriegshaber dem Jubiläum gedacht. Nach einem christlichen Gottesdienst in der gegenüberliegenden Kirche, gab es in der ehemaligen Synagoge, nunmehr ein Museum, unter Teilnahme zahlreiche Prominenz, wie etwa die Bundestagsabgeordneten Volker Ulrich und Ulrike Bahr, einen Festakt einer Rede von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, der in Kriegshaber geboren wurde und aufgewachsen war. Josef Strzegowski von der Israelischen Kultusgemeinde Augsburg Schwaben verlas Grußworte von Dr. Henry Brandt, der darauf hinwies, dass von der jüdischen Gemeinde in Kriegshaber nichts mehr übergeblieben ist und eine historische Straßenbahnfahrt die verlorene Vergangenheit nicht wieder zubringen könne. Der abwesende Rabbiner wünschte abschließen jedoch eine positive Zukunft und ein friedliches Zusammenleben aller in der Stadt. Frau Dr. Benigna Schönhagen vom Jüdischen Museum, zu deren Filiale die ehemalige Synagoge in Kriegshaber geworden ist, verlas Grüße von Frau Lise Fischer-Einstein aus Israel, die aus Kriegshaber stammte.

Streichquartett Synagoge Kriegshaber ProbeDvořák in Kriegshaber

Kriegshaber Synagogeנעלם ועד

Synagoge Kriegshaber innen stühleשינוי הכיוון

In den musikalische Pausen gab es Miniaturen von Antonin Dvorak, dargeboten vom Streichertrio des Leopold-Mozart-Zentrums. Als Kuriosum wurde in der ehemaligen Synagoge euphorisch ein Ortsschild präsentiert, das Augsburgs Stadtteil namentlich erwähnt, wenigstens im Untertitel, während der Oberbürgermeister mit Krügen beschenkt wurde, u.a. auch vom Bürgermeister Paulus Metz des benachbarten Stadtbergen. Metz hatte unter großem Gelächter des Publikums auch darauf hingewiesen, dass „die Lebensqualität sich sehr entwickelt hat, vor allem seitdem die Amis weg sind“. Da dies manchen missverständlich war, bekräftgte Metz “Ich lass das jetzt mal so stehen.”

Oberbürgermeister Kurt Gribl präsentiert Ortsschild Universitätsstadt Augsburg Stadtteil Kriegshaber“Universitätsstadt Augsburg – Stadtteil Kriegshaber”

Am Ende der fast eineinhalbstündigen Veranstaltung wurde die Festschrift „Kriegshaber in Bildern – Am Straßenrand der Weltgeschichte“ aus dem Wissner-Verlag vorgestellt, das der katholische Bistumshistoriker Dr. Thomas Groll gemeinsam herausgab mit unserem Mitglied Dr. Christian Kreikle, der auch zahlreiche kurze Artikel für das Buch verfasste.

Darin widmen sich drei Artikel dem sonst eher vernachlässigten jüdischen Anteil der Ortsgeschichte:

Dr. Benigna Schönhagen – Das jüdische Kriegshaber, S: 35-37
Yehuda Shenef – Zur Familiengeschichte jüdischer Viehbauern und Metzger in Kriegshaber, S. 63-65
Yehuda Shenef – Der jüdische Friedhof, S. 107-109

http://www.wissner.com/product_info.php?cPath=156&products_id=5001

118 S., 14.80 €
ISBN 978-3-95786-057-6

Michael Moratti Wissner Verlag Kriegshaber Buch PräsentationMichael Moratti (Wissner-Verlag) präsentiert das Kriegshaber-Buch

Kriegshaber Synagoge Toraschrein aron kodesh“reserviert” für wen ..?

Kriegshaber 100 Jahr Feier Büffet Synagoge Kriegshaberbufett, not kosher, … of course

Kriegshaber Synagoge Fenster AusblickAusblick / outlook

Augsburg Stadtteul Kriegshaber ortsschild Präsentation Hinterhof Synagogeachievement of the dayOB Kurt Gribl Eva WeberKriegshaber 100 Jahr Feier Synagogeמסיבה בבית הכנסת לשעבר

yehuda shenef at former Kriegshaber synagogue April 2016פעם בחיים

Dr. Christian Kreikle Yehuda Shenef Synagoge Kriegshaber AugsburgDr. Christian Kreikle, Yehuda Shenef


Augsburg gegen Antisemitismus

August 11, 2014

At his visit at the local synagogue Augsburg mayor Dr. Kurt Gribl condemned recently noted local manifestations of Antisemitism as spillover effect of the so-called “Gaza-War” and promissed to fight them back. If required he also considered to ban demonstrations when it is foreseeable that the demonstrations will have Antisemitic and violent intentions, as it is practise in cases of domestic extrem rightwingers. Mayor Gribl also assured the Jews of Augsburg his solidarity and that of all the other religious communities in Augsburg, also by the heads of the Muslim community in Augsburg.

Mayor Gribls visit has a special value since he chose the 8th of August which is a legal holiday in Augsburg (not in neighboring communities, Bavaria, Germany, Europa or elsewhere in the world), the “Friedensfest” (Festival of Peace).

Kurt Gribl Henry Brandt Friedenfest Synagoge Augsburg

Gegen Antisemitismus Augsburg DIG


Manna statt Mammon ..?

March 8, 2010

Am heutigen Montagnachmittag versammelten sich zum Abschluss des verlängerten Auftakt-Wochenendes der „Woche der Brüderlichkeit“ im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses religiöse Vertreter der  evangelischen und katholischen Christen, sowie der Juden in Deutschland zu einer öffentlichen Versammlung. Unter den Predigern, deren Leitthema lautete „Verlorene Maßstäbe – Herausforderung durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise“ herrschte weitgehende Einigkeit. 

Schuld an der Krise, so der Tenor, sei die verantwortungslose Gier, vor allem in der Wirtschaft. Der Hausherr Oberbürgermeister Kurt Gribl stellte fest, dass auch in der Krise die Vielfalt in der Stadt, darunter zahlreiche Migranten, eine Bereicherung darstellen. Er erinnerte daran, dass der am Vortag mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnete Architekt Daniel Libeskind ein gutes Beispiel sei, wie man „mit viel Elan und Kreativität Neues schaffen“ könne. Dr. Henry Brandt unterstrich, dass es zur Gemeinsamkeit keine Alternative gebe.

Der in der Schweiz geborene Kölner Rabbiner Jaron Baruch Engelmayer, erläuterte, dass es zwei dominante Wirtschaftssysteme gebe. Der Kapitalismus ermögliche eine individuelle Entfaltung der Persönlichkeit, die zu oft auf Kosten des Allgemeinwohls ginge, während der (namentlich nicht benannte) Gegenentwurf oft auf die Aufgabe der Persönlichkeit zugunsten eine „großen Ganzen“ hinauslaufe. „Maimonides“ (Rambam) hingegen rate bei Extremen zum „goldenen Mittelweg“ – dieser werde in der Bundesrepublik Deutschland relativ gut eingehalten.  Vorbild für das richtige Verhalten sagte er wären Manna, Maaser scheni, Schmitta und Jowel  aus der Thora. Das Manna als himmlische Speise ließ sich nicht horten, da es über nacht verfaulte, so jemand davon Vorrat für den nächsten anlegen wollte. Es schmeckte jedem auch so, wie man es sich ausmalte, während die Unzufriedenen sozusagen nicht auf den Geschmack kamen. Damit sei dies ein Inbegriff gegen die Gier. Schmitta und Jowel hingegen seien Konzepte, die einen Erlass vorsahen. Letztlich gelte jedoch, was der Talmud (pirke awot) sage, dass der reich sei, der mit seinem Teil zufrieden ist.

Der evangelische Theologe Nikolaus Schneider ist Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und kommissarischer Nachfolger der wegen einer Alkoholfahrt zurückgetretenen Bischöfin Margot Käßmann als Vorsitzender des Rates der EKD. Er verurteilte ebenfalls die „hemmungslose“ Gier, welche vor allem auch in Deutschland dazu führe, dass die „Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe.“ Wenige Supereiche besäßen einen großen Teil des gesamten Vermögen. Erforderlich sei eine gerechtere Verteilung des Vermögens zugunsten der Armen, da andernfalls der Frieden in der Gesellschaft nicht gewahrt werden könne. … Er erinnerte auch daran, dass augenfällig viele Begriffe aus der Wirtschaft und der Religion übereinstimmten, etwa der Begriff der Schuld, aber auch das Wort Kredit, stamme vom lateinischen Credo – ich glaube. Als gutes Beispiel für den zum Götzen Baal gewordenen Mammon und die Sinnlosigkeit der Gier erwähnte er die Geschichte des antiken König Midas, der sich einst (freilich vom „Gott“ Dionysos) wünschte, dass alles was er berührte, zu Gold werde, bis er schließlich weder essen noch trinken konnte und beinahe verhungerte.

Unter den oft genannten Stichworten der Redner war auch das der “Boni” (auch dies eine lateinische Vokabel: ein Plural von Bonus – das Gute), die sich “maßlose und verantwortungslose Manager” genehmigten.

Die mahnenden Vorträge der Redner wurden von eigentümlich interpretierten instrumentalen Stücken eines Bläserquintetts umrahmt, etwa „Amazing Grace“ oder zuletzt „Hava Nagila“, während zwischendurch vom Elias-Holl-Platz laute Protestrufe einer Demo zu hören waren. Sozusagen mit Pauken und Trompeten waren die Demonstranten unter “Polizeischutz” zuvor durch die Innenstadt gezogen und hatten von einem Mann (!) Slogans skandieren lassen wie „Bei der Rüstung sind sie fix, für die Frauen tun sie nix“… Ob die Festredner dafür die passenden Adressaten waren, ist eher zweifelhaft.

Nun, eineinhalb Jahre nach der „Finanzkrise“ („… die noch lange nicht zu Ende ist…“) sind die Schelten gegen „die Gier der Banker“ schon zu sehr zu Allgemeinplätzen geworden. Der sehr harmonischen Veranstaltung hätte deshalb die Teilnahme eines argumentativen Bankers oder Managers sicher ganz gut getan. So jedoch waren sich scheinbar alle einig, aber wer der ca. 60 Anwesenden sollte sich angesprochen fühlen?

Und was ergibt sich aus all dem Gesagten? Soll „man“ dem Mammon abschwören und auf Manna hoffen als Paradelösung für die oft geforderte “sozial gerechte Umverteilung von Oben nach Unten“?

Eine Frage, die offen blieb, da die Veranstaltung zu Ende ging und die meisten Versammelten der Einladung Dr. Brandts folgten, um in der einsetzenden Abenddämmerung das (koschere ..?) Buffet zu genießen. Dieses wurde – wohl als Lehre aus der Midas-Geschichte nicht im “Goldenen Saal” gereicht, sondern eine Etage tiefer.


Der “Zug der Erinnerung” macht Halt in Augsburg

April 24, 2009

“Vorsicht auf Gleis 2 Süd, es fährt ein der Zug der Erinnerung …”

Der Zug der Erinnerung ist eine mobile Ausstellung in alten Bahnwagons die in zahlreichen Bahnhöfen jewils für einen oder mehrere Tage inmitten des gewöhnlichen Bahnverkehrs an geschätzte 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche erinnern will, die vor fast sieben Jahrzehnten mit den Zügen der Reichsbahn ins sog. “Vernichtungslager” deportiert wurden. Initiiert wurde das Projekt unterstützt von Parteien, Kirchen und Gewerkschaften, vom gleichnamigen Verein “Zug der Erinnerung”, etc. dessen Anliegen es ist, insbesondere “jüngere Menschen” das historische Geschehen auf diese Weise zu verdeutlichen.

Als etwa 90 Station der ungewissen Reise hielt der Zug nun auch in Augsburg, wo er seit gestern für drei Tage Station macht.

Zur Begrüßung des Zuges hielten der Vertreter des Vereins, sowie Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl und Dr. Henry Brand von der Israelitischen Kultusgemeinde Ansprachen, die von französischen Liedern eines Augsburger Schülerinnen-Chores unterbrochen wurden. Auszüge der Reden werden wir in Kürze als Video veröffentlichen.

"zug der erinnerung in augsburg"

"zug der erinnerung in augsburg"

blick ins zugfenster

blick ins zugfenster

the Mayor of Augsburg

the Mayor of Augsburg

http://www.zug-der-erinnerung.eu/fahrplan/ZdE_Flyer_Rahmenprogramm_Augsburg.pdf

"ich kann nicht für die Opfer sprechen"

"ich kann nicht für die Opfer sprechen"

http://www.zug-der-erinnerung.eu/verein.html

zur erinnerung

zur erinnerung