The glaring red graveyard boat

February 25, 2009

Vor einer kurzen Weile fand sich am Kriegshaber Friedhof ein eigentümliches rotes Objekt, da es nicht fliegen konnte, war es offensichtlich kein UFO. Möglicherweise wird es allgemein für Schlittenfahrten benutzt, aber diese ist auf einem flachen Friedhofsgelände auch nicht zu wahrscheinlich. Wie die Bilder zeigen war das Objekt wohl auch schon vor dem Schneefall an Ort und Stelle. Wie auch immer ähnelt es vom Aussehen am ehesten einer Art von Boot und wegen seiner Farbe erinnerte es Chana an den alten deutschen Schlager vom „knallroten Gummiboot“.  Da es auch nicht aus Gummi ist, nannten wir es nun „das Friedhofsboot“ und dichteten den Text des Schlagers etwas um:

 

Dort ist ein knallrotes Friedhofsboot

Mit diesem Friedhofsboot fahren sie hinaus

Und erst im Abendrot kommen sie nach Haus

 

Sie haben keine Segel, sie haben keinen Motor

Und kein Gemüse, oh nein

Sie schaukeln mit Liebe und viel Humor

In‘s große Glück hinein“

 

Dort ist ein knallrotes Friedhofsboot

Mit diesem Friedhofsboot fahren sie hinaus

Und erst im Abendrot kommen sie nach Haus

 

red glaring graveyard boat

 

 

A short while ago there was a strange red object at the Kriegshaber Jewish Cemetery, next to the Obermayer family graves. Since the object could not fly, it was clear that obviously it was not an UFO. Likely it is commonly used for sleigh rides (what of course is just a guess), but on a flat cemetery area it is not too likely. As the picture shows the red object was without doubt before the snowfall at the spot.

 

Whatever, … the widget  most likely looks as a kind of boat and because of his color it reminded Chana of an old German hit from 1970 (?) about a “Knallrotes Gummiboot” (red glaring rubber boat). But since it definitely is also not made of rubber, we dubbed it “the graveyard boat” and adapted the text of the German …

 

boat ahoy ..!

 

Of course I moved the boat outside the cemetery again and left it to the neighborhood.

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Video: Impressions from Augsburg’s Jewish Cemeteries

February 23, 2009

I will raise my head toward tomorrow

 

 


Umgestürzter Baum beschädigt Grabmal

February 20, 2009

Einmal mehr ist ein Grabstein am jüdischen Friedhof Kriegshaber beschädigt worden. Diesesmal erwischte es den Gedenkstein der am 30. August 1914 verstorbenen Clara Horn, Gattin des 1909 verstorbenen und gleichfalls am Friedhof Kriegshaber bestatteten Elias Horn (Ha-Kohen), dessen Grab vor einigen Jahren schon beschädigt wurde.

fallen tree hits grave marker of Clara Horn in February 2009

Once again a tombstone at the Jewish Cemetery of Kriegshaber has been damaged by a fallen tree. This time the commemorative tablet of Clara Horn (deceased on 30th of August 1914) was hit. Clara was the wife of Elias Horn, d. 1909 who also is buried at the Jewish Cemetery. His Kohen grave however was damaged a few years back.


Wer war Oberst Gerstle ..?

February 19, 2009

Nicht nur hebräische Inschriften sind mancherorts nur schwer zu lesen, mitunter bereiten auch lateinische Großbuchstaben Probleme. Auf der Webseite des Haus der Bayerischen Geschichte  (http://www.hdbg.de ) etwa erinnerte vor einiger Zeit noch unter der Rubrik „Für das Vaterland starben“ noch ein Eintrag an ein Grabmal am Jüdischen Friedhof in Kriegshaber. Dieses wurde dem „ranghöchsten jüdischen Offizier der königlich-bayerischen Armee, OBERST GERSTE s.A.“ gewidmet.

Niemand weiß, wer dieser Oberst Gerstle war und vermutlich existierte er auch nie. Die abgebildete Grabplatte jedenfalls gehört ohne jeden Zweifel Carl von Obermayer, der für sich beanspruchen kann, was jenem ominösen Oberst Gerstle zugesprochen wurde, war er doch in Augsburg Kommandant der Bayerischen Landwehr.

Das Haus der Bayerischen Geschichte hat inzwischen reagiert, und den Irrtum auf seiner Webseite behoben.

Richtig bleibt natürlich der Appell die mehrfach zerschlagene Grabplatte zu restaurieren und das Andenken an Oberst von Obermayer zu bewahren.

Dafür werben wir auch weiterhin um Unterstützung.

who-was-oberst-gerstle

 

Not only Hebrew inscriptions are sometimes difficult to read, even Latin capital letters occasionally may cause some problems. On the website of the Haus der Bayerischen Geschichte (House of Bavarian History) some time ago in the category “Died for the fatherland” was an entry about a tomb at the Jewish cemetery of Kriegshaber. It was a dedication to the “highest-ranking Jewish Officer of the Royal Bavarian Army, Colonel Gerstle, of blessed memory”.

 

Nobody knows who this Colonel Gerstle actually was and probably there never was one. The shown memorial plate however belongs without any doubt to Carl von Obermayer who answers to the description, because he in fact was the Commandant of the Bavarian Landwehr (Territorial Army) stationed in Augsburg.

 

The House of Bavarian History reacted to this “News” and corrected the error on its website.

 

Unaffected remains of course the appeal to restore the several times broken memorial plate and to commemorate Colonel Carl von Obermayer as well as his family.

 

And of course we continue to ask for your support on that account.

 

 

 


Under hand and seal

February 17, 2009

Im umgestalteten und im November 2006 neu eröffneten Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben in den Räumen der Augsburger Synagoge gibt es für Besucher die Möglichkeit, sich mittels eines Stempels das Siegel der mittelalterlichen Augsburger Judengemeinde aus dem Jahre 1298 auf ein Blatt zu stempeln und als Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Dies ist Beobachtungen gemäß insbesondere bei Schülern sehr beliebt.

Seltsamerweise ist es den Machern des Stempels nicht gelungen, die hebräische Inschrift des Siegels korrekt wiederzugeben. Ausgerechnet das eigentliche Wort Siegel selbst  חיתם ist ihnen misslungen und wird dort in den Buchstaben תרתס  geschrieben, was im Hebräischen keinen rechten Sinn ergibt.

 

museums-siegel1  (gestempelt im Dezember 2007)

 

In November 2006 the redesigned Jewish Museum of Augsburg accommodated in one wing of the Augsburg Synagogue opened to the public. For visitors there is the opportunity to stamp the Seal of  Augsburg’s medieval Jewish Community from the year 1298 on a sheet of paper and take this nice souvenir home. Apparently many pupils, students and tourist make ampel use of it.

 

Strangely, the makers of the stamp failed to reproduce the Hebrew inscription of the seal correctly. Ironically, the very word itself “seal” חיתם (ch-y-t-m) went flooey. It is written with the letters תרתס (t-r-t-s), what in Hebrew doesn’t make any sense.

 

 

 

 


Mirth is God’s medicine

February 15, 2009

During our work on the documentation of the History of the Jews of Augsburg, we are confronted with a lot of strange, odd, sometimes weird things, urban legends, statements, opinions, and the like. Some of them are based on oral narratives, while others have a permanent place in specialist literature and the standard works, and others are only temporary phenomena or snap-shot. Since most of it is way too absurd, irrelevant or remote it would go beyond the scope of the documentation to mention it in a printed publication. On the other hand all of it are details from a reality we have to deal with and which is worth mentioning at a appropriate rate as minor matters and side issues.

 

Nobody is perfect and so aren’t we. Of course not all is a matter to laugh about, but some things are easier to take with laughter.

 

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Während unserer Dokumentation der jüdischen Geschichte Augsburgs stoßen wir immer wieder auf merkwürdige, seltsame Dinge, moderne Märchen, Meinungen und Ansichten. Einiges basiert auf bloß mündlicher Überlieferung, anderes hat einen festen Platz in Fachliteratur und Standardwerken gefunden, wieder anderes sind flüchtige Erscheinungen und Momentaufnahmen. Vieles davon wäre zu absurd, irrelevant oder abseitig und würde zudem den Rahmen einer gedruckten Publikation sprengen. Andererseits ist vieles davon auch Detail einer Wirklichkeit mit der wir umgehen müssen und die es wert ist, im angemessenen Rahmen, als Nebensächlichkeit nämlich, erwähnt zu werden.  

Niemand ist perfekt und auch wir sind es nicht. Und natürlich ist nicht alles zum Lachen, doch einiges ist mit Lachen leichter zu ertragen.


Beratung über den Schutz des Kriegshaber Friedhofs

February 13, 2009

Alljährlich am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, zugleich der offizielle deutsche Holocaust-Gedenktag, verleiht die Obermayer die „Foundation den Obermayer German-Jewish History Awards“ an jeweils fünf nichtjüdische Deutsche, die sich mit ihrem persönlichen Einsatz darum verdient gemacht haben, jüdisches Erbe, Geschichte, Kultur, Friedhöfe oder Synagogen in ihren Gemeinden zu bewahren. In diesem Jahr wurden die Preise bereits zum neunten mal im Plenarsaal des Berliner Abgeordnetenhaus verliehen.

Im Anschluss daran besuchte Arthur Obermayer, Stiftungsgründer und Nachkomme der berühmten früher in Kriegshaber und Augsburg ansässigen Bankierfamilie Obermayer einmal mehr die alte Heimat seiner Vorfahren. Bei dieser Gelegenheit sprach Arthur Obermayer mit uns und dem Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg Herrn Alexander Mazo und Dr. Henry Brandt, dem Rabbiner der Gemeinde über die weiteren Möglichkeiten, die Pflege des historischen jüdischen Friedhofs in Kriegshaber zu gewährleisten und der fortschreitenden Zerstörung entgegenzuwirken. Tags darauf besuchte Herr Obermayer mit den Mitgliedern des JHVA den Friedhof, um sich einen aktuellen Eindruck vom Friedhof, den er erstmals 1964 besuchte, zu machen.

Yehuda Schenef, Agnes Maria Schilling, Alexander Mazo, Arthur Obermayer, Dr. Henry Brandt

(Synagogue Augsburg, January 29, 2009)

Arthur Obermayer, Yehuda Schenef

Arthur Obermayer