Am Schwabentag in Friedberg / Bayern

September 30, 2014

Kiddusch Yehuda Shenef 2014 Friedberg Schwaben Tracht Rokoko

Kiddush at Schwabentag in Friedberg near Augsburg

בדרכו של שמעון ורטהיימר

the suit is Rococo style (1750s) as it was worn by court Jews like Shimon Wolf Wertheimer (Pfersee/Augsburg/Munich) – tailored for the Bezirk von Schwaben by master tailor Margit Hummel ->:  http://trachtenschneider.wordpress.com 

Schwabentag 2014 Friedberg Yehuda Shenef

Yehuda Shenef and Lady Barbara Friedberg Schwabentag 2014 Rokoko

Schuhplatteln Bayern Schwabentag Friedberg 2014

Schuhplattler (“shoe clapping” / traditional Bavarian and Austrian folk dance)

ריקוד בוואריה מפורסם – למכות את נעלים

Friedberg Schwabentag 2014 Chor Apfelbaum

Schwabentag Friedberg 2014 Präsentation Rokoko Trachten Yehuda Shenef Monika Höde Barbara

Präsentation der Rokoko-Gewänder durch Monika Höde von der Trachtenberatungsstelle des Bezirks Schwaben

 

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“Mord am Lech”

September 12, 2014

yehuda shenef - Mord am Lech - kokavim verlagYehuda Shenef – “Mord am Lech

– ein jüdisch-bayrischer Kriminalfall aus dem Jahr 1862″

Kokavim-Verlag, Friedberg, September 2014

262 S., 35.- Euro

ISBN 978 3944 09 2034

Im Sommer 1862 wurde der junge jüdische Juwelier Ludwig Bach aus Kriegshaber bei Augsburg in Unterbergen (heute eingemeindet in Schmiechen bei Mering Landkreis Landsberg am Lech)  ermordert und ausgeraubt. Die Leiche entsorgte der Täter auf einer Kiesinsel im wasserarmen Lech, wo sie am nächsten Morgen gefunden wurde.

Das Buch berichtet über den Fall, der damals großes Aufsehen erregte, über die Lebensumstände von Opfer und Täter und vermittelt lebendiges Zeitkolorit aus der Endphase des souveränen bayrischen Königreichs, in der Moderne, Emanzipation und Antisemitismus entstanden.

Einleitend untersucht wird die Rolle der Juden in der Kriminalgeschichte des 19. Jahrhunderts, als Opfer und Täter, wobei zahlreiche vertraut erscheinende Klischees auf den Prüfstand gestellt und anhand zeitgenössischer  Fallbeispiele aus der Region aufgezeigt werden. Ausführlich behandelt wird auch die Entwicklung der damaligen jüdischen Gemeinden in Augsburg und Kriegshaber und ihre Rivalität, warum die geplante neue Synagoge nicht und an ihrer Stelle eine Kirche gebaut wurde, was der Fall mit dem erst kürzlich wieder aufgestellten Goldschmiedebrunnen in der Augsburger Fußgängerzone damit zu tun hat, usw.

Yehuda Shenef, Mord am Lech (murder at river Lech), the new book on the historical murder case of young Jewish Jewish goldsmith Ludwig Elieser Bach from Kriegshaber, who in August 1862 was killed an robbed in Unterbergen near Mering, some kilometer south of Augsburg, in the district of Landsberg /Lech


Trachten Frühling Friedberg

May 13, 2014

Trachten Frühling Friedberg Hummelcourtesy of: http://trachtenschneider.wordpress.com/


Schwäbische Tracht um 1840

June 10, 2013

Yehuda Shenef Krumbach Schwaben

Traditional Jewish garment in Huerben/Krumbach, June 2013

(Augsburg and Bavarian, former Austrian Swabia, ca. mid 19th century)

Auch wenn eher in seltenen Fällen historische Vorlagen zugrunde liegen, erleben Trachten seit einigen Jahren eine Art Renaissance. Dirndl und Lederhose sind gewissermaßen bayerische Markenzeichen geworden und als solche verstanden, gleich ob es sich bei der einen Tracht überhaupt um eine bayrische handelt oder in China hergestellt wurde. Ähnlich wie beim Karneval, zu Weihnachten oder im Fußball-Stadion handelt es sich auch hier eher um eine Art von „Event-bezogener“ Ausstattung: der Pirat, der Araber,  der Weihnachtsmann, das Schweinsteiger-Trikot, die Dante-Perücke, sie vermitteln temporäre Identitäten, die man an- und ausziehen kann. Genauso verhält es sich mit Dirndl und Lederhosen zum Besuch am Oktoberfest oder bei jeder beliebigen Kirmes. Eher selten hat Tracht etwas mit Geschichte im engeren Sinne zu tun und so gut wie nie etwas mit Juden, die als schwäbische Nachbarn ja über ein Jahrtausend lang mit den Christen Tür an Tür mit den Christen lebten und nicht nur in Bezug auf Speisen, Musik, Baustilen, Literatur und vielem anderen den gleichen Moden unterworfen waren, sondern eben auch in Bezug auf die Kleidung. Natürlich unterließen es weder Juden noch Christen bei Bedarf spezifische Akzente zu setzen. Das gute Gewand des Christen diente natürlich dem Kirchgang, während der Jude seine beste Kleidung für den Besuch der Synagoge am Schabbes vorbehielt und entsprechend gestaltete sich die Ornamentik, wo sie nicht neutrale, natürliche Motive aufgriff, der eigenen Symbolik.

hebräisch Initialien schwäbisch tracht hemd

Yehuda Shenef Jewish Swabian garb Schwäbische Tracht

Jüdisch schwäbische Tracht, Juni 2013

 Mitte 19. Jahrhundert, bayrisch, vormals österreichisch Schwaben

PS: Um keine Verwirrung aufkommen zu lassen über “bayrische ” Lederhosen bei Juden: die ältesten Belege für den Gebrauch von Lederhosen als solchen, stammen aus Persien, dort dienten sie bereits vor über 2500 Jahren als Werkshosen für Land- und Bergwerksarbeiter. Gut möglich dass bereits Mordechai (Nehemia) aus der biblischen Ester-Geschichte Lederhosen trug, jedenfalls ist das rein gar nichts originär bayrisch.

Schwäbische Tracht Lederhose Yehuda Shenef

Jews wearing Lederhosen? Yes, of course.  The earliest documentation on leather trousers come from Persia. About 2500 years ago it was the working cloths of miners and rural worker. So you can imagine Mordechai in the biblical book of Esther wearing Lederhosen.

Margit Hummel Friedberg schwäbische Tracht Herren

 garbs were designed and taylored by master-tailoress

Entworfen und geschneidert von Margit Hummel of Friedberg/Bayern:

http://trachtenschneider.wordpress.com/

hats by courtesy of / Hüte mit freundlicher Unterstützung von

Mrs. Monika Höde, Trachtenberatungsstelle im Landauerhaus, Hürben/ Krumbach

http://www.bezirk-schwaben.de/trachten/

Pictures were shot yesterday 9th of June 2013 at “Schwabentag” in Krumbach, were we also joined the fashion parade as well as the folk dancing.


Juden im mittelalterliche Friedberg / Bayern

June 17, 2011

Offenbar nur wenigen ist bekannt, dass das bayerische, seit einigen Jahrzehnten auch schwäbische Friedberg auch eine jüdische Geschichte hat, die etwa in die Zeit zurückreicht als der Ort erstmals im Jahre 1264 urkundlich erwähnt wurde. Darin handelt es sich um die Absicht eine Fridberch genannte Burg zu errichten und zwar als bayerischer Grenzposten gegenüber den Augsburgern und Österreichern auf der anderen Seite des Lechs. Die Gründung wird dem 1252 geborenen letzten Staufer Konradin zugeschrieben, der 1268 im Alter von nur sechzehn Jahren in Neapel öffentlich geköpft wurde. Zuvor freilich war er Herzog von Schwaben und seit seinem zweiten Lebensjahr sogar auch „König von Jerusalem“. Im Alter von 14 Jahren wurde er mit Sofie der nur achtjährigen Tochter des Landsberger Markgrafen Dietrich, der nur zehn Jahre älter war als Konradin.  

Schon bald als südlich der Burg eine kleine Siedlung entsteht finden sich auch jüdische Bewohner am Ort, die vermutlich zum Anhang der Staufer gehörten. Notiert sind sie freilich auf der anderen Seite des Lechs. Im August 1298 findet sich unter den Augsburger Juden die sich im Namen der Gemeinde gegenüber den Ratsherren der Stadt verpflichten, aus eigenen Mitteln einen etwa vierhundert Meter umfassenden Abschnitt der nordwestlichen Stadtmauer zu bauen, auch Choewelin von Frideberch, das wir wohl auf das bayerische Friedberg in der Nachbarschaft zu Augsburg deuten können, obwohl der gleichnamige Ort in Hessen ebenfalls eine Gründung der Staufer und etwas älter ist. Chawa (=Eva) ist eine von zwei Frauen unter den Unterzeichnern und wahrscheinlich die Witwe eines Friedberger Juden. Der Umstand, dass Friedberg als Herkunftsbezeichnung in der Augsburger Urkunde erwähnt ist, belegt, dass es einen vorherigen festen Ortsbezug gegeben hat. Ein zweiter namentlich bekannter Jude ist der erstmals 1355, dann aber mehrfach als Augsburger Steuerzahler und Hausbesitzer bis 1377 notierte Samuel von Friedberg, der sich auch als Sanwil, Sanfel, etc. findet und als Arzt und Fleischhäkel der Augsburger Judengemeinde bezeichnet wird. Letzteres verpflichtete ihn gemäß dem Augsburger Stadtrecht von 1276 auch zum Tragen des Judenhut, welcher ihn als offiziellen Repräsentanten der Augsburger Juden kennzeichnete. Mit ihm weilten sicher auch weitere Verwandte und Bedienstete die wohl auch aus dem knapp sieben Kilometer entfernten Friedberg gekommen waren. Einzelne Notizen könnten auf Söhne von ihm deuten, jedoch ist dies angesichts mehrerer zeitgleicher Samuels nicht sicher. Als Arzt hatte er wohl nicht nur in Friedberg, sondern gewiss auch in Augsburg eine herausgehobene Stellung, als Fleischhäckel oder –hacker (hebräisch: menachér) war er nicht für die Schächtung zuständig, sondern zerteilte das geschlachtete Tier. Vielleicht qualifizierte ihn dies als eine Art Chirurg – heute wären wir da wohl skeptischer.

Überraschender Weise finden sich in der Zeit nach 1440, als es keine jüdische Gemeinde mehr in der Reichsstadt Augsburg gab weitere Notizen über Friedberger Juden:

Im Jahr 1455 wird Moses der Schwiegersohn des Gerstl, nun als Bürger von Friedberg bezeichnet in einer Augsburger Urkunde erwähnt, da der christliche Augsburger Konstantin Breyschuh bei ihm 200 rheinische Gulden geliehen hat. Drei Jahre später, im Juli 1458 erwähnt eine weitere Urkunde Jakob von Friedberg, da dieser den christlichen Friedberger Hans Huber beauftragt für Geld einzutreiben, dass der Augsburger Christof Zwingensteiner ihm schuldet.

Weitere Belege existieren wahrscheinlich nicht, doch kann man daraus schließen, dass in den ersten beiden Jahrhunderten der Geschichte Friedbergs wohl kontinuierlich Juden am Ort lebten, als Arzt oder Pfandleiher für durchaus stattliche Summen, oder aber dass nach der Abwanderung der Juden aus Augsburg zumindest einige von ihnen auch ins benachbarte bayerische Friedberg gingen.

 

Im heutigen Friedberg, das mit zahlreichen Eingemeindungen knapp 30.000 Einwohner hat erinnert freilich auch sonst wenig an die mittelalterliche Frühzeit, da der Ort in der Folgezeit mehrfach zerstört wurde (allein zweimal von den Schweden während des Dreißigjährigen Krieges). Angesichts dieser mitunter vollständigen Verwüstungen ist es kaum zu bestimmen, wo in etwa jüdische Friedberger gewohnt haben mochten. Sehr wahrscheinlich wird es keine „Synagoge“ gegeben haben, doch einige Häuser mit Betsaal und wohl auch eine Mikwe können wir getrost als gesundes Minimum voraussetzen. Aus dieser Zeit sind nur einige Reste der Burg und der (freilich rekonstruierten) Stadtmauer am alten Wasserturm sind erhalten, ansonsten gilt das Rathaus aus dem Jahre 1674 als ältestes Gebäude der Stadt.

Little is known about Jews in Friedberg near the Bavarian shore of River Lech near Augsburg. However shortly after the establishment of a Staufer castle bordering Augsburg and Austrian Swabia Augsburg records mention Jews from the bavarian Friedberg which developed as settlement near the stronghold, for instance Sanwil of Friedberg who almost a quarter of a century is noted in Augsburger taxpayer records as doctor of the Jewish community as well as butcher (those were the days …). Also after the expulsion of jews from Augsburg in 1440 there are some Jews who lend money to Augsburg citizen and sent Christians from Friedberg for debt collecting. However since the small town was destroyed several times (two times alone during the 30 Years War) there of course is nothing left frpm previsous times.