Josef Schuster warnt Juden vorm Tragen der Kippa in Deutschland

February 27, 2015

Der neue Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland (ein politisches, kein religiöses Gremium) warnt Juden davor in bestimmten Vierteln oder Gegenden in der Öffentlichkeit eine Kippa zu tragen, damit als Jude erkennbar und womöglich auch angreifbar zu sein. Dass dies nicht ganz grundlos ist, belegen seit einigen Jahren diverse Nachrichten über Juden, darunter auch Rabbiner, die in Berlin, Frankfurt oder Offenbach zum Teil mit Messer angegriffen und mitunter ernsthafter verletzt wurden. Die Einzeltäter waren immer Muslime, meist eher jugendlich, meist eher mit nahöstlichem oder türkischer Herkunft. Ihre vorgeschobene Motivation Juden anzugreifen besteht in der Sympathie” mit den Philistern, den Palästinensern, die angeblich unter Israelis so sehr zu leiden hätten. Was das mit einen deutschen oder aus Russland stammenden Juden zu tun hätte …? Und ob man ebenso dünn begründet einen türkischen Muslim angreifen könnte, weil in Nigeria Christen getötet oder entführt werden? Oder in Syrien? Oder in Pakistan? Oder wegen Anschlägen islamistischer Terroristen in Paris, in Kopenhagen, in Australien, Kanada, Israel oder sonstwo?

Schuster Zentralrat Warnung Kippa Deutschland Muslime
Nachrichtensammlung auf Google.news “235 weitere Artikel” – offenbar alle im selben Wortlaut mehr oder minder, was aber bei anderen Themen kaum anders ist, heutzutage. Stereotypen entstehen so auch nicht ganz zufällig.

Was wollen wir also sagen zur Kippa-Warnung?

Eine Kippa zu tragen ist kein religiöses Gebot. Es stammt weder aus der Tora noch aus dem Talmud, sondern aus dem spätmittelalterlichen Deutschland, wie so manches im Judentum. Es ist nur eine Konvention, die im Judentum üblich ist oder nicht. Insbesondere für sog. “liberale” Juden ist es (neben den Halskettchen aber oft das wichtigste Indiz des “Jude-Seins”, vielleicht weil es mit am einfachsten zu befolgen ist und man es aufsetzen und abnehmen kann, nach Belieben – was mit einer Vorhaut übrigens schon schwieriger wäre. Auf Friedhöfen, in Museen, ja sogar bei Vorträgen zu jüdischen Themen, selbst wenn sie in Kirchenräumen stattfinden scheinen Kippot vielen unentbehrlich. Mit Talmud-Tora hat das aber wenig am Hut. Und für Ohr-todoxe reichen ggf. ja auch Ohr-Stöpsel, außer man gehört einer Sek, ähm einem Franchi… hau-äwer

Im Mittelalter war der Vorläufer der Kippa der sog. Judenhut, keine negative Diskriminierung, wohl aber ein Merkmal für Vertreter der Juden. Die Judenhüte kennzeichneten Gemeindevorsteher, manchmal auch Rabbiner. Vergleichbar mit der Mütze eines Bischofs bei Christen oder Imam oder Mufti im Islam, die auch Yarmulke ähnliches Zeugs am Kopf haben.

Judenhut Augsburg Yehuda Shenef
the medieval Judenhut instead of Kippa is far more safe, have a try

Die negative Diskriminierung von Juden (wie auch Christen und Schwarzen!) stammt tatsächlich aus dem Islam, wurde aber zu deren Schutz gerechtfertigt. Innerhalb der islamischen Gesellschaft mussten sie Abzeichen an ihren Gewändern tragen (meist gelb!). Eine (Un-)Sitte die Christen sodann in ihren Herrschaftsgebieten nachahmten, wobei es dazu eher Juden traf als “Mohammedaner”.

* * *

The political head of the German Jewry (who has bodyguards of course) warns Jews in Germany to wear kippot in public, at least in some areas where are many Muslims. In recent years actually were a number of attacks by young Turks or Msulims from Middle East countries on Jews in Germany, among the attacked also were some rabbis, even liberal ones. However, to wear a kippa is no mitzva like keeping Shabbat, eating kosher, practise circumcision or welfare, study Talmud, and the like. But to many liberal Jews it is the easiest custom, since you can put in on or off like TV.

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Beim Obermayer-Palais in Augsburg

February 25, 2015

 

 

Wo in Augsburg ist eigentlich das Obermayer-Palais?

Wen auch immer man danach fragt, kaum jemand, nicht einer von tausend wird es einen sagen können, da kein Gebäude unter diesem Namen bekannt ist.

Freilich kennt eigentlich jeder in Augsburg und Umgebung das Standesamt in der Maximilian-Straße, der einstigen “Prachtstraße”, nächtlichen “Party-Meile”, wo sog. Autokorsos (meist türkische) Hochzeitspaare oder (meist deutsche) Fußball-Länderspiel-Siege feiern, Betrunkene des nachts Randale machen oder engstirnige Döner-Verbote diskutiert werden.

Das Haus in welchem sich das das Standesamt befindet, gleich beim Herkules-Brunnen, neben “Norma”, gegenüber vom Schaezler-Palais, unweit vom Hotel “Drei Mohren”, dem Fugger-Palais, zwischen Moritz-Kirche und St. Ulrich und was man sonst noch an prominenten Namen aufzählen könnte, gehörte nämlich ab 1821 dem jüdischen Bankier Isidor Obermayer (maßgeblich am Bau der der ersten bayerischen Überlandbahn von Augsburg nach München beteiligt, für die er aus England sowohl die Schienen als auch die Lokomotive besorgte, und ohne beides wäre das wohl auch nichts rechtes geworden, …) und nach seinem Tod im Jahre 1862 seinem Carl (von) Obermayer (beide waren übrigens gebürtige Kriegshaberer), der in genau diesem Haus Konsul der Vereinigten Staaten von Amerika im Königreich Bayern war und zugleich auch erster Vorsitzender der neugegründeten Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in Augsburg. Als er 1868 nach Wien ging, verkaufte er das Haus an Salomon Rosenbusch (aus Pfersee), der auch sein Nachfolger als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Augsburg wurde.

Das stattliche mittelalterliche Palais blieb noch bis 1938 im Besitz der jüdischen Familien Rosenbusch-Heymann, ehe es “arisiert” wurde.

An die immerhin 117-jährige jüdische Geschichte des Hauses das auch als Amtssitz US-amerikanischer Konsule und Amtssitz von drei Vorsitzenden der frühneuzeitlichen jüdischen Gemeinden in Augsburg diente, erinnert heute nicht, obwohl der JHVA vor einigen Jahren, im Vorfeld zum 200. Geburtstag von Carl von Obermayer (1811-1889) versuchten, die Stadt Augsburg (heutiger Eigentümer) zu einer Gedenktafel zu bewegen. Das war Ende 2010 und nochmals 2011. Das Ergebnis kann man sehen.

Wen interessiert hierzulande schon jüdische Stadtgeschichte, die nicht direkt mit dem “Holocaust” zu tun hat?

Obermayer Palais Augsburg Standesamt Herkulesbrunnen

Obermayer – Rosenbusch – Palais mit Herkules-Brunnen in Augsburgs berühmter Maximilian -Str.

One of the most prominent buildings in Augsburg famous Maximilian Street (where is St. Ulrich, the renowned “3 Mohren” Hotel, the Fugger – Palais, the not less famous Hercules – fountain (by Adriaen de Vries) and many more also is the former Palais which from 1821 to 1868 was owned by Jewish banker family Obermayer and afterwards until 1938 when the house was “aryanized” by the Jewish families Rosenbusch and Heymann. 

Today nothing reminds of the long Jewish history of the very prominent building, which since it hosts the municipal registry office  is known to all people of Augsburg and surroundings. 
So despite of its history nobody calls the “Standesamt” Obermayer – Palais, while the Schaezler-Palais opposite of it still bears the name Schaezler.

 

 


Clownschweig in Braunschweig

February 16, 2015

A new gag-order

for German carneval parades

just cancel laughter

clownschweig new gag-order

introduced by

the militia for sad clowns.

Don’t Laugh!

Neue Sprach(Lach-)Ordnung für deutsche Karnevalsumzüge: Lachen abschaffen. Eingeführt von der Miliz für traurige Clowns. Nicht lachen!

 

אזהרת טרור אסלאמית

מבטל מצעד קרנבל בעיירה גרמנית

וזה אומר

קלאונשווייג

ב ב ב בראונשווייג

אל תצחקו


Jüdische Gemeinde in Kopenhagen forderte Polizeischutz

February 15, 2015

In Reaktion auf die Anschläge von Paris

Auch wenn man es wie Barack Obama (der jüngst in Bezug auf den koscheren Supermarkt in Paris von einem bloßen Zufall sprach -“random”) leugnet und nicht wahrhaben will, radikale Islamisten sehen in jüdischen Einrichtungen primäre Anschlagziele. Das war am Tag des Anschlags von Paris auch der kleinen jüdischen Gemeinde in Kopenhagen bewusst.

Mitteilung vom 13. Januar 2015 (afp):

Jüdische Gemeinde Kopenhagen fordert Polizeischutz nach Anschlag Januar 2015 Paris

sidder krudttønde

another random case?

* * *

Og nu er vi alle danskere? Eller jøder?

For ytringsfriheden? Mod grundløse islamofobi?


Fußball oder Leben

February 15, 2015

 

In den vergangenen Jahren wirkten sich Terror und Kriegsszenarien immer wieder mal auch auf den allseits beliebten Fußball-Sport aus. Israelische Mannschaften wurden so als Teilnehmer an der UEFA-Champions-League des Öfteren schon dazu verdonnert, ihre Heimspiele im griechischen Teil Zyperns auszutragen, wenn es einige Monate zuvor zu Terror-Anschlägen in Israel kam. Die Begründung dafür waren stets Sicherheitsbedenken – und die kann man ja im Interesse der Beteiligten und vor allem auch der Fans nicht zu ernst nehmen (abgesehen davon, dass die Anhänger der israelischen Heim-Mannschaften ja weiterhin vor Ort wären). Dass sich Bombenanschläge in Madrid, London oder Paris nicht gleichermaßen Bedenken bezüglich britischer, französischer oder spansicher Austragungsorte auswirkte, erscheint zwar etwas fragwürdig, lässt sich aber vielleicht damit erklären, dass die Funktionäre der UEFA Terror-Anschläge in der EU für abwegig Sonderfälle, in Israel als „logische“ Voraussetzung begreifen.

Ein Spiel der belgischen Fußballnationalmannschaft in Israel, das auf den 8. September angesetzt war, wurde abgesagt, obwohl der israelische Konflikt mit der Hamas in Gaza und im Grenzgebiet bereits am 25. August mittels einer vereinbarten Waffenruhe beendet wurde. Und so wurde deshalb bereits im September 2014 sogar auch das für den 25. März 2015 vereinbarte Gastspiel des aktuellen Fußball-Weltmeisters Deutschland in Israel gleichfalls abgesagt. Trotz aller Enttäuschen – denn man hatte sich in Israel doch sehr darauf gefreut, sich mit dem Weltmeister messen zu dürfen – kann man all dies, wenn auch mit zunehmenden Stirnrunzeln noch verstehen. UEFA, DFB und Co. wollen kein Risiko eingehen, und wo ein reale Terror- oder gar Kriegsgefahr auf der Hand liegt, und sei sie auch klein, ist es vielleicht besser, sich das trefflich zu überlegen.

Wirklich? All die obigen Bedenken scheinen für Schachtar Donezk (das 2004 vom Augsburger Bernd Schuster trainiert wurde) nicht zu gelten, da der Club aus der aktuell von „russischen Rebellen besetzten“ ost-ukrainischen Stadt bislang ohne Widerstände seine Heimspiele in der Champions-League austragen durfte, obwohl es in der Region bereits seit einem Jahr kriegerische Auseinandersetzungen gab, zuletzt sogar mit Panzern. Auch das Schachtar-Stadion wurde bereits von Einschlägen getroffen. Stört das irgend wen? Offenbar nicht.

Nun wollte es Auslosung für die letzten 16 Teams des Wettbewerbs letzten Dezember, dass am kommenden Dienstag Schachtar den deutschen Rekordmeister FC Bayern München empfängt. Berücksichtigt man den Umstand, dass die „Neu-Russen“ in Donezk gerade „die Deutschen“ als Kriegstreiber verstehen, ist das eine durchaus pikante Paarung.

Inzwischen hat das Team aber seine russisch besetzte, zumindest aber hart umkämpfte Heimatstadt verlassen und ist einige hundert Kilometer westlich nach Lemberg (Lviv) umgesiedelt, wo nun auch das Spiel gegen den FC Bayern stattfinden soll. In der Ukraine ist das aber dennoch und zur für heute vereinbarten Waffenruhe meldeten Medien noch heute Morgen, dass sie noch nicht überall eingehalten wird. Wenn man bedenkt, dass auch schon ein ziviles Passagierflugzeug abgeschossen wurde, kann man sich über die Flexibilität von Sicherheitsbedenken nur wundern. Wie lange kann ein Team aus Donezk außerhalb von Donezk spielen und trotzdem als Team aus Donezk gelten?

 

* * *

If it is about Israel, UEFA for security reasons is very concerned and avoids to have official games in Israeli stadiums. Thus the Belgium team did not come to Israel early September 2014, although the Gaza-War ended already two weeks earlier with a ceasefire, brokered by the Egyptians (who time and again have deadly incidents in their football stadiums). Even the German football team, mainly consisting of players of Bayern Munich, which in summer won the FIFA world cup, therefore had to  cancel a friendly match in Israel which was scheduled for March 25, 2015.

Next Tuesday however Ukrainian team Shakhtar Donetsk hosts FC Bayern Munich in Lviv (Lemberg), some hundred kilometers west of its abandoned hometown, which for months is in the hands pro-Russian militia or rebels or however you like to put it. They also of course have control about the area where is the home stadium Donbas arena of Shakhtar.

However, a year long war in Ukraine is no reason to cancel football matches or to avoid a country as host of international matches.

 

שוב ושוב ישראל מסוכנת מכדי שיהיה כדורגל אופ”א
אבל אוקראינה היא לא
מלחמה עקובה מדם במשך יותר משנה – אין בעיה בכלל
ביום שלישי מועדון הכדורגל באיירן מינכן משחק נגד דונייצק בלבוב


נביא דניאל der Augsburger Prophet Daniel

February 9, 2015

daniel augsburg

One of the 5 stained glass windows of the Augsburg Cathedral (dated about the year 1140) usually called “Propheten-Fenster” (prophet-windows) in German has the biblical figure of Daniel (the other are Moses, Yona, Hosea and King David, who – as well known and maybe oldest known cartoon figures in Augsburg we use as guides in our Jewish history tours in the city. There also are animated version of them, which soon will be released as videos.

Today Nawi Daniel greets ! אוגסבורג שלוםAugsburg, Shalom!


Simon ben Sanwil Ulmo (1645-1720)

February 6, 2015

Yehuda Shenef as Simon ben Sanwil Ulmo of Pfersee Augsburg 1645 - 1720

yehuda shenef as simon sanwil ulmo of pfersee

 

Rabbi Simon ben Sanwil Ulmo (1645-1720) was head of the renowned Jewish community of Pfersee and owner of the not less famous Talmudic script, which by experts is regarded as oldest surviving almost complete handwriting of the Talmud Babli, later known as “Pferseer Handschrift”,  lost in 1803 when Simons offspring Ber Ulmo (1751-1837) was in prison under false allegations, and at least from 1880s is in possession of the Bavarian State library (BSB) in Munich.

Rabbi Simon Ulmo lived in Pfersee next to the synagogue and was court agent of Austrian as well as Bavarian rulers and head of the Swabian Jewry “Medinat Schwaben”. He also was author of a small Hebrew book on human traits, such as desire (תשוקה), fixation (הקבוע) or vanity (הגנדרנות), which we currently translate in modern German and what likely will be released this summer. He is buried at the Jewish cemetery of Kriegshaber/Pfersee in the north-western part of Augsburg, which from 1945 until 1998 was surrounded by US army housing facilities (Centerville, Cramerton).

To honor R. Simon Ulmo already we captured the costume which he was wearing as court agent in Vienna which is in late baroque style (about 1690).  The costume was manufactured by master tailor Margit Hummel, Friedberg.

Simon ben Sanwil Ulmo Pfersee 1645 - 1720 Yehuda Shenef

יהודה שנף לבוש כהרב שמעון בן זאנוול אולמא מפערשי ליד אוגסבורג

הבארוק מאוחר
רב שמעון אולמא היה ראש היהדים במדינת שוואבען

בביתו בפערשי היה הכתב יד המפורסם של התלמוד בבלי שהיום במינכן

רב שמעון אולמא כתב ספר קטן ששת פרקי על תכונות אנושיות

זאנוול = שמואל