Neuauflage: Mord am Lech

August 15, 2017

Mord 2. Auflage: Mord am Lech

NEU

ein jüdisch-bayerischer Kriminalfall aus dem Jahr 1862

Paperback

264 Seiten, 16 Euro

ISBN: 978-3-7448-9364-0

Erscheinungsdatum: 11.08.2017

 

The brutal murder case of young Jewish jeweller Ludwig Bach from Kriegshaber near Augsburg in 1862 in historical documents. The books dips into the complex almost inescapable circumstances of the victim and the perpetrator who tried to save his skin with crude antisemitism.

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Augsburg – mei Vaterschtadt

July 16, 2017

Augsburg mei Vaterschadt

Wie hab i di, mei Augschburg gera!

Dir gilt mei schöanster Gruaß,

weil ma di net nur muaß verehra,

weil ma di liaba muaß!

Zählst du au scho zwoitaused Jährla,

du bleibscht doch schöa und jung

und bischt trotz deine weiße Härla

no voller Kraft und Schwung.

 

Du hosch no Maura, Wäll und Gräba

und Tor und Plätz’ gar weit

und alte Höf mit Schpinnawebe

aus längscht vergangener Zeit.

Und hoahe, schöane Giebelhaiser

tun kund von alter Pracht:

drum hont sogar die früh‘re Kaiser

oft bei Dir Eikehr gmacht.

 

 Doch bischt du mit d’r Zeit au ganga;

denn Stillschtand isch dir fern.

Ma sieht im neista G’wand di pranga,

gar nobel und modern.

Mit Prachtpaläscht und broite Stroßa

bischt du jatzt guat beschtellt;

Mei Augschburg ka si seha lossa

voll Stolz der ganza Welt.

 

Und mag ma mi au “Datschi” nenna

i ärger mi net dra:

Da Datschi muaß ma nor erst kenna

no beißt a jeder a …!

Mei Augschburg, dir nur will i leba

 in Freid und au im Leid!

Gott mög dir Glück und Sega geba

 jatzt und für alle Zeit!

 

 (Adam Rauh, „Augsburger Heimatbüchlein für Schule und Haus“, 1920)


Sunrise over Perlach

July 14, 2017

וזרח השמש ובא השמש ואל־מקומו שואף זורח הוא שם

The sun rises and the sun sets, and hurries back to where it rises

Ecclesiastes 1.5 קהלת

זריחה מעל המגדל פערלאך באוגסבורג

Sonnenaufgang über dem Perlachturm in Augsburg

 


In eigener Sache: museumsreif

July 15, 2016

Ausstellung Synagoge Augsburg Jüdisches Museum Nachkriegsgemeinde

Sich selbst als Teil einer Museumsausstellung wiederzufinden ist keine Standarderfahrung. Juden in Deutschland kann dies aber durchaus passieren, da „jüdisches Leben in Deutschland“ von manchen noch immer offenbar als so außergewöhnlich aufgefasst wird, um „museumsreifer“ Gegenstand einer Ausstellung zu werden, oder von vieren gar.

Am 2. Juni eröffnete das Jüdische Kulturmuseum im Foyer der Augsburger Synagoge, Halderstraße den von Marc Wrase realisierten vierten Teil der Ausstellung zur jüdischen Nachkriegsgemeinde in Augsburg: „Im Übergang. Jüdische Gegenwart 1990-2010“ mit einer etwas zerstreuten Münchnerin Charlotte Knobloch als Festrednerin.

Yehuda Shenef Jüdisches Kulturmuseum Augsburg SynagogeEndstation Vitrine ..?

Ist man anderswo auf diesem Planeten (wie fast alle Menschen) mehr oder minder fragmentarischer Bestandteil der Allgemeingesellschaft, so fokussiert (verengt) sich in Deutschland der Blick auf „Jüdisches“ (sobald dieses genannt oder bekannt wird) weiterhin durch Schablonen, die in den Biographien der Betrachter vorrätig sind und oft genug über Generationen vererbt sind. Wie bei anderen musealen Exponaten wissen viele Besucher mehr über die Ausstellungsstücke als diese selbst und die gemeine Muschel widerspricht den Expertisen ebenso wenig wie der rekonstruierte Saurier.

Charlotte Knobloch Synagoge Augsburg 2016Festrednerin Knobloch / Hausherr Alexander Mazo

Alexander Mazo Synagoge Augsburg

Sich dem von der Vitrine aus gegenüberzustellen ist eine ungewohnte und deshalb schon auch reizvolle Daseinsvariante, die sonst, wie etwa im Naturkundemuseum Neandertalern und ausgestopften Füchsen oder Eulen vorbehalten bleibt. Es ist also naheliegend, die Gelegenheit zu nutzen, auch (oder: weil) wenn man damit das Reich des Fossilen bereits betreten hat und als reale Erscheinung in gewissen Apsketen entbehrlich wird. Und das ist auch das Gute daran, kann man künftig bei dummen Fragen gleichfalls realer Zeitgenossen diese doch bequem auf Ausstellung und Katalog verweisen.

Im Laufe von nunmehr sechs Wochen seit der Eröffnung der Ausstellung wurde ich aber auch schon von mehreren (mir zuvor fremden) Personen angesprochen – außerhalb des Museums. Das ist etwas eigenartig, wie man sich denken kann. Aber schon vor Jahren sprach mich mal eine ältere Dame an, die an einer von mir geleitete Führung am Friedhof teilnahm und sich an mich erinnerte (anders als ich an sie), mit den Worten: „Sind Sie nicht der Jude vom Friedhof?“. Und zu Glück nahm sie mir meine Antwort: „Ja, genau, aber ich habe heute Ausgang“ nicht krumm, sondern fand sie recht humorig. Und so verhält es sich nun auch mit dem Musealen, was nur folgerichtig ist, wenn man bedenkt, dass vor einigen Jahrzehnten ein gewisser Herr Heydrich, in Prag, von wo meine Großmutter stammt, auch bereits eine Ausstellung über „jüdisches Leben“ plante.

Im Zentrum der Augsburger Ausstellung im Jahre 2016 steht freilich die aktuelle jüdische Gemeinde, die Großteils von Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion besteht. Aus ihren Biographien sind Militärorden ebenso entnommen, wie Kinderspielzeug, Modellschiffe oder russische Pelzmützen.

Russische Uniform Orden Jüdisches Museum Augsburg Augsburg

Im Zentrum der Augsburger Ausstellung im Jahre 2016 steht freilich die aktuelle jüdische Gemeinde, die Großteils von Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion besteht. Aus ihren Biographien sind Militärorden ebenso entnommen, wie Kinderspielzeug, Modellschiffe oder russische Pelzmützen.

 

Im Übergang. Jüdische Gegenwart 1990-2010

Teil 4 der Ausstellungsreihe des Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben

noch zu sehen bis 11. Dezember 2016

im Jüdischen Kulturmuseum Augsburg Schwaben im Foyer der Synagoge Halderstraße 6/8


Remembering Joel Fred Dottenheimer (1913-1986)

July 5, 2016

Heute vor 30 Jahren, am 5. Juli 1986 starb Fred J Dottheim im Alter von 73 Jahren in seiner amerikanischen Heimat. Geboren wurde er 1913 als Sohn des Weinhändlers Sigmund Dottenheim im mittelfränkischen Gunzenhausen (30 km südlich von Ansbach). 1929 zog es ihn im Alter von 16 Jahren nach Augsburg, wo er eine Kaufmannslehre absolvierte und zeitweilig in der Schaezlerstraße wohnte. Im Juni 1936 finden wir in einem Spielbericht als Mitglied der Fußballmannschaft der PTG Augsburg.

Die Private Tennisgesellschaft wurde nach dem Amtsantritt der Nazi in Deutschland Ausweichpunkt einer Anzahl von jüdischen Augsburgern, die zuvor bei allgemeinen Vereinen spielten, wie dem BCA, dem Vorläufer des FC Augsburg, beim TSV Oberhausen oder bei Schwaben Augsburg. Im Juni 1936, also vor rund 80 Jahren spielte Joel Fred Dottenheimer, wie er damals hieß um die Zeit des christlichen Pfingstfestes in Stuttgart als Mittelfeld-Regisseur der PTG bei zwei Matches gegen einheimische, also Stuttgarter Teams, zum einem gegen das örtliche Hakoach Team, zum anderen gegen die Herren des RJF Stuttgart, des Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Das eine Spiel wurde gewonnen, das andere verloren, Joel Dottenheimer hatte dabei für das Augsburger Team getroffen.

Im Sommer 1936 war Nazi-Deutschland geprägt von den anstehenden olympischen Spielen in Berlin und das Regime war zähneknirschend geneigt, sich etwas zurückhaltender zu sein, als es die im vergangenen Herbst beschlossenen „Nürnberger Gesetze“ bereits angekündigt hatten.

joel fred dotteinheimerJoel Dottenheimer / Fred J Dottheim

(gunzenhausen.de)

Während Joel Dottenheimer bereits im Mai 1937 Augsburg verließ und über Hamburg und Southampton nach St. Louis gelangte, überlebte der Rest seiner Familie den Nazi-Horror nicht. Sein Großvater der Weinhändler Heinrich Dottenheimer kam im Alter von 88 Jahren in Terezin ums Leben. Heute nun jährt sich wie gesagt zum dreißigsten mal sein Todestag. Grund genug für den Jüdisch Historischen Verein Augsburg uns während der Fußball-Europameisterschaft seiner zu gedenken.

Today marks the 30th anniversary of the dead of Fred Dottenheim, who in 1913 was born in the Middle Franconian town of Gunzenhausen as son and grandson of renowned vintners. In 1929 at age 16 he left his home and moved to Augsburg to absolve a merchantile apprentice. In 1936, 80 years ago we find his name in the line up of the football team of the PTG Augsburg, the “private tennis club” where a number of football players of different Augsburg teams were recieved after ordinary clubs  such as Schwaben Augsburg or BC Augsburg (the forerunner of todays FCA) excluded them because they were Jews. Just one year later, in May 1937 Joel left Augsburg and Germayn and emigrate to the US. His granfather, parents and sibling did not survive the Nazi crimes. We have no idea what exactly is the historical significance of a long forgotten Jewish football team and its players in the midst of the European Championship in France, but we guess Joel Fred Dottheimer would be interisted in watching the games. Bet? So we will remember him, who once scored for us.


Леви и Дан – the tribes of Levi and Dan

June 3, 2016

Картина из Аугсбургской синагоги, изображающая израильские племена ( колена ) Леви и Дана. Дизайн выполнен Генрихом Лемпелом (1877 – 1951) для синагоги , построенной архитектором Фрицем Ландауером сто лет назад. В современной интерпретации художницы Ханы Таусендфелз в 2010 году.

tribe Levi tribe Dan Augsburg Synagogue Stämmeלוי ודן


100 Jahre Kriegshaber in Augsburg

March 21, 2016

Am 1. April 1916 erfolgte die formelle Kriegshaber Eingemeindung nach Augsburg. Der Ort, gehörte wie der Westen von Augsburg über ein halbes Jahrtausend lang zu Österreich, wurde von einer jüdischen Bevölkerungsmehrheit geprägt und war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Stützpunkt US-amerikanischer Kasernen und Siedlungen, … eine bewegte Geschichte. Ein Bild davon will der Jubiläumsband

Kriegshaber in Bildern – Am Straßenrand der Weltgeschichte”

(hrsg. von Thomas Groll; Christian Kreikle; Claudia Böhme; Katharina Maier)

vermitteln, der zum Jubiläum der Eingemeindung im Augsburger Wissner-Verlag erscheint. Zwei der Autoren des Buches sind Mitglieder des JHVA.

Kriegshaber in Bildern - am Straßenrand der Weltgeschichte - 100 Jahre Eingemeindung Augsburg 1916 2016Verlagsinfo zum Buch

 118 Seiten, 130 Abbildungen:
· Erscheinungsdatum: 03.04.2016
· ISBN 978-3-95786-057-6

Preis: 14.80 EUR

Vorstellung des Buches

am So. 3.4.16 in der ehem. Synagoge

17 Uhr

Kriegshaber, Ulmerstr. 228

April 1 in 2016 marks the Centenary of the Incorporation of Kriegshaber to the City of Augsburg in 1916. For more than a half millennium Kriegshaber had been part of Austria in the West of the Imperial City of Augsburg, just 3 km away from the old massive city walls. Over centuries Kriegshaber also was an almost entirely Jewish ribbon built village along the main road (thus the proper name “Hauptstr.”) and trade route from Augsburg to Ulm (thus the current name “Ulmer Str.”). Just in 1840s roughly the half of the population was Jewish.

In 1806 Kriegshaber became Bavarian, but only after 1866 the Austrian influence faded out. After World War Two in and around Kriegshaber were many US army facilities and housing areas … such as Centerville, Cramerton, Fryar Circle, Sullivan Heights, Sheridan, Reese, which in the last decade have been converted into new neighborhoods with heavy construction activities.

From the Jewish past the former synagogue building (now a branch of the Augsburg Jewish Museum), the Jewish cemetery and groups of houses bear witness.

The above mentioned book “Kriegshaber in Bildern” (… in pictures) on ocassion of the centennial anniversary gives some information on the rich and controversial history of the in many aspects notable neighborhood in the north-west of Augsburg.

Two of the authors of the book also are members of the JHVA.