Über die Juden in Schwaben

June 20, 2014

Eine Hypothese nach sollen die Schwaben Abkömmlinge von einem der verlorenen Stämme der Israeliten sein heißt es bei Weitnauer:

Nach dieser Theorie wären die mit ahasverischer Unruhe begabten Schwaben also nichts anderes als jener verlorene zwölfte Stamm der Kinder Israel..!”

Doch gelte diese These „inzwischen“ als überholt. Dagegen (dass Schwaben Juden wären) spreche nämlich die Tatsache:

„… daß im Jahre 1860 der bayrische Landgerichtsarzt Dr. Bernhard Zör von Immenstadt in einen Fragebogen des Königlich-bayrischen Staatministeriums für Unterricht und Kultus, das im Rahmen einer Landeserhebung u.a. die Zahl der in den bayrischen Gerichtsbezirken ansässigen Juden wissen wollte, folgendes schrieb: „Juden gibt es im schwäbischen Allgäu keine, da sie sich wegen der geschäftlichen Tüchtigkeit der Eingeborenen nicht zu ernähren wissen.“ “

(zitiert nach: Alfred Weitnauer – Die Baiern und die Schwaben, Kempten 1972, S. 11)

Bad Wörishofen Händler Stadt BauernhausHändler am Stadt Bauernhaus in Bad Wörishofen (Unterallgäu)

Die Geschäftstüchtigkeit der Schwaben soll also die Juden fern gehalten haben, die ja angeblich auch gerne aufs Geschäftemachen aus sein sollen. Ist es noch ein antisemitisches Klischee oder bloße Schwaben-Schelte, wie man sie heute auch bei Berlinern antrifft, die Württemberger mit Schwaben verwechseln?
Der aus Sonthofen stammende Landgerichts-Physikus Dr. Zör (1778-1855) war Autor einiger Arbeiten zur Heimatgeschichte Artikel zur lokalen Adelsforschung veröffentlicht und war bereits 1855 in Immenstadt verstorben. Dass Zör, der einigen auch als Begründer der lokalen Heimatforschung im Allgäu gilt, trotzdem 1860 längst tot, dennoch bereit war, Fragebögen auszufüllen und auskunft über “die Juden” zu geben, unterstreicht ohne Zweifel sein über den Tod hinaus reichendes Pflichtbewusstsein.
In Bezug auf „die Juden“ hätte er aber falsch gelegen, denn die gab es im Allgäu durchaus und zwar zum guten Auskommen aller. 1972, als Weitnauer seine Humoreske schrieb, war das freilich schon seit rund 30 Jahren nicht mehr so.

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אנדענקונג אין באד וועריסהאפען

September 29, 2013

אין די בייס – וילעם פון סוועבישן ספּאַ באד וועריסהאפען איז אַ מעמאָריאַל צו די אידן וואָס זענען געהרגעט געווארן דורך די נאַצים אין וועריסהאפען און די סוויווע

Jewish Memorial Bad Woerishofen jüdisches Denkmal אין די שטאָטיש בייס – וילעם פון באד וועריסהאפען

דא רוען די קארבכעס

פין בלוטיקען נאצי רעזשים

ערע זייער אנדענקונג

דער יידישער קאמיטעט אין

באד וועריסהאפען

Jüdisches Denkmal Friedhof Bad Wörishofen

בילדער: מאַרגיט

Gedenken in Bad Wörishofen

September 1, 2013

Bad Wörishofen ist ein kleiner Kurort , der wesentlich auf den katholischen Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) zurückgeht, auf den die sog. “Kneipp-Kuren” zurückgehen, die auf der “Heilkraft” des Wassers basieren.

Um die Jahrhundertwende gab es in Wörishofen (ab 1920 “Bad” = spa) auch jüdische Einrichtungen, Hotels und koschere Restaurants. Zu den Gästen soll auch Nathaniel Rothschild gezählt haben.

Am städtischen Friedhof erinnert heute ein Grabstein an Juden aus Wörishofen, die meisten von ihnen sind deportiert und ermordet worden.

Bad Wörishofen is the hometown of German filmmaker Rainer Werner Fassbinder (1945-1982) and Jewish-Canadian actor Yank Azman (1947),son of Jakob Saifman and Celia Waisband – Saifman, from Poland, who were there as so called “displaced persons” (i.e. kidnapped by the Nazi).

Jüdisch Grabstein Bad Wörishofen Jewish memorial

Jewish Bad Wörishofen jüdsich Grabstein Denkmal

Gedenkstein

In den dunklen Jahren der

Gewaltherrschaft, wurde

das Leben ausgelöscht von

Hermann Glasberg – 25.3.1871

Emma Glasberg – 27.5.1874

geborene Schulhöfer

KZ Auschwitz Mai 1944

Sigmund Weissmann – 15.7.1931

Selma Weissmann – 9.1.191906

geb. Glasberg

KZ Maidanek 1942

Margit Glasberg 1.9.1933

Max Wiener 23.10.1903

Flora Wiener 24.1.1910

geb. Glasberg

KZ Riga 1942

1896 Erich Pauli 1974

1904 Adele Pauli 1974

Bad Wörishofen Baum Skulptur

Remembering the Jews in Bad Wörishofen.