100. Todestag Ludwig Zamenhof

April 13, 2017

Vor hundert Jahren, am 14. April 1917 starb Ludwig Zamenhof, der Erfinder des Esperando.

Elieser Samenhof als Schüler (1879, wikipedia)

Geboren wurde er am als Eliezer Levi Samenhof am 15. Dezember 1859 in Białystok. Seine Eltern und Großeltern waren bereits in der Haskala engagiert. Nach den Pogromen von 1882 wandte Samenhof sich dem Zionismus zu, am dann aber zu der irrigen Ansicht, dass es nicht gelingen könne, den Staat Israel wieder zu gründen und Hebräisch als gemeinsamen Sprache des Staates zu etablieren. So ersann er unter dem Pseudonym Dr. Esperando („Hoffender“) eine internationale Sprache, die nationale Grenzen überwinden sollte. Aus seinem Pseudonym wurde schließlich der Name der Sprache. Zamenhof starb 1917 in Warschau. Sehr viele seiner Verwandten, die ebenfalls Esperando gelernt hatten, wurden Opfer der Nazis.

Zamenhof-Straße. Tel Aviv (Israel), Wikipedia


Svulon & Ish’shachar

May 30, 2016

depiction of the Israeli tribes of Svulon and Ish’shachar at Synagogue of Augsburg, designed by Heinrich Lömpl (1877-1951) for Fritz Landauer about 100 years ago, colorfully adopted by Chana Tausendfels in 2010:

Svulon and Ishshchar Israel Tribes at Synagogue of Augsburg

זבולון יששכר


Die Juden von Liverpool

February 18, 2016

In Anbetracht des Europapokalspiels zwischen dem FC Augsburg und dem weltberühmten FC Liverpool am heutigen Abend, ist es für den JHVA naheliegend, sich auch etwas mit der Geschichte der Juden Liverpools zu befassen, zumal es tatsächlich ein paar wenige nachweisbare, dann aber doch auch bedeutsame Verbindungen gab.

*Die moderne Geschichte der Juden von Liverpool beginnt etwa um das Jahr 1750 mit einer Synagoge an der Stanley Street. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts etablierte sich sodann eine Gemeinde, die wesentlich aus Juden portugiesischer Herkunft bestand, die über Dublin oder London an den Mersey gekommen waren. Immer wieder finden sich aber bei Bauarbeiten Reste alte hebräischer Grabsteine, die Zeugen einer älteren, kaum tradierten Geschichte sind. Um 1780 gab es in Turton Court an der Stelle des Customhouse (Zollhaus) einen Betsaal, dessen Gemeinschaft überwiegend aus deutschen und polnischen Juden bestand. 1789 erhielten die Liverpooler Juden an der Frederick Street eine Synagoge mit Mikwe und einem angrenzenden Begräbnisplatz. 1806 kam in der Seel Street eine weitere Synagoge hinzu, wo die orthodoxe Gemeinde bis 1874 ihren Sitz hatte, ehe die stattliche neue Synagoge an der Princes Road (Photos) eingeweiht wurde. Um 1840, als die erste hebräische Schule gegründet wurde, lebten bereits rund 250 jüdische Familien in Liverpool, viele von ihnen stammten aus Süddeutschland, von denen sich jedoch in der Folgejahren – wie auch anderswo in Europa – sog. Reformer abspalteten. Um 1880 wurden einige Tausend russische Juden, die vor Verfolgung im zaristischen Russland geflohen waren über den Hafen von Liverpool nach Amerika verschifft, doch manche der Flüchtlinge bleiben auch in Liverpool hängen.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAPrinces Road Synagogue Liverpool (wikipedia)

prince road syn liverpool inside

Wurden um 1960 noch 7500 Juden in Liverpool registriert, sind es heute (bei etwa 470.000 Einwohnern) nur noch etwa 2500. Sie verteilen sich auf vier orthodoxe und eine Reformgemeinde, mit neuen Gebetsstätten. Daneben gibt es noch zahlreiche jüdische Institutionen und Einrichtungen in der Stadt, wie etwa die beiden Friedhöfe in Broad Greene und an der Deane Road (Fairfield).

Zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt gehört u.a. Charles Mozley (1797-1881), von 1863 bis 1864 Bürgermeister der Stadt war. Nach ihm bekleideten das (zweijährige) Amt, das seit 1893 als Lord Mayor of Liverpool betitelt wird, noch eine Reihe weiterer Juden, darunter von 1899-1900 Louis Samuel Cohen. Der bislang letzte jüdische Bürgermeister der Stadt war bis 2003 Ron Gould von den Liberal Democrats. Weit über Liverpool hinaus bekannt geworden ist Brian Epstein (1934-1967), der „Entdecker“ und Manager der „Beatles“, dessen Familie aus dem österreichischen Schwaben stammt und auch zahlreiche Augsburger Verbindungen hatte.

Der 1892 gegründete FC Liverpool hatte im Laufe seiner Geschichte eine ganze Reihe jüdischer Spieler und Manager, zuletzt sogar auch Sportler aus Israel, wie etwa Yossi Benayoun. Aktueller Eigentümer des Clubs des  ist der 1950 in New York geborene TV-Produzent Tom Werner, dem in den USA auch die San Diego Padres und die Boston Red Sox gehören, politisch den Clintons nahe steht und Weltstars wie Tom Hanks hervorgebracht hat.

 

Weitere Infos zur jüdischen Geschichte Liverpools:

http://www.jewishencyclopedia.com/articles/10043-liverpool

www.jewishvirtuallibrary.org/

www.liverpooljewish.com/community/

http://www.liverpoolmuseums.org.uk/mol/visit/documents/Liverpool-Jewish-community-trail.pdf


סרט קצר: שיעור ראשון באהבה

January 27, 2016

Israeli Short Movie: First Lession in Love

Jaffa Road, Jerusalem 91323, Israel


Shimon Peres’ lifestory

January 22, 2016


Deutschland 1936: Verbot jüdischer Künstlernamen

January 7, 2016

Verbot jüdischer Künstlernamen
„Die Behörden haben jüdischen Künstlern die Führung von Künstlernamen untersagt, sowohl in Ausübung ihres Berufes als auch im privaten Gebrauch. Da wir künftig sämtliche Künstler nur noch mit ihrem bürgerlichen Namen ankündigen dürfen, teilen wir unseren Mitgliedern diejenigen Münchener jüdischen Künstler mit, bei welchen diese Änderung erforderlich ist:
Kapellmeister Erich Eisner, früher Künstlername Erck
Marieluise Kohn, früher Knstlername Luiko
Ida Kraft, früher Künstlername Gordon
Oberspielleiter Hugo Magnus, früher Künstlername Magnus Groß
Bernhard Renkazischok, früher Künstlername Renka

Bayerische Israelitische Gemeindezeitung, 1. Januar 1936, S. 11

Neandertaler Augsburg Israel Carmel NaturkundemuseumNaturkundemuseum Augsburg: Abguß vom Schädel eines sog. “Neanderthalers” (Künstlername), gefunden bei Mt. Carmel in Israel: Klarname unbekannt

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At the end of 1935 German government prohibited the use of of any artist names (Künstlername, such as stage, screen, showbiz, pen, etc.), pseudonym or nom de plume by Jews. The article of the Bavarian Jewry noted the names of Munich artists who would be effected by the new law.

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בסוף 1935 ממשלה הגרמנית אסר על השימוש בכל אחד משמות בדויים על ידי יהודים


שבת שלום

November 6, 2015

hang drum