Zion and Jerusalem

May 11, 2018

For Jerusalem Day: Thoughts on the centrality of Zion and Jerusalem from the first Chief Rabbi of Israel.

The sages in Eretz Yisrael were furious. True, Hananiah was a great scholar, among the greatest of his generation. But even after he left for Babylon, Hananiah continued to set the Jewish calendar, deciding whether to add a leap month and determining the first day of the month.

The sages dispatched two messengers to Hananiah with the following warning: “If you insist on setting the calendar outside of Israel, then go build your own altar and publicly declare that you and your community in Babylon have left the Jewish people and no longer belong to the God of Israel.” The Babylonian Jews were stunned to hear this message, wailing, “Heaven forbid! We are still part of the Jewish people!”

 

Read more: https://www.israelnationalnews.com/Articles/Article.aspx/22138

HaRav Avraham Yitzchak HaCohen Kook zts”l

First Ashkenazi Chief Rabbi of Israel, revered and famed Torah sage, philosopher, writer, poet, iconic and beloved leader of religious Zionism and the return to Zion (1865-1935).

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Olympia in Jerusalem

June 1, 2015

While browsing old diskettes and hard disks I retrieved a notional bid for Israel capital Jerusalem as host of Olympic Games in 2020. The rather clumsy attempts from early spring 1999 were made with microsoft paint and apparantly back then I was not too familiar with it. Meanwhile the Olympic Summer Games of 2020 were awarded to Tokyo. As in 1999 the question whether Israel ever will be host of Olympic Games remains a notional one.

Olympic Games Jerusalem 2020

clumsy attempted sketch (Yehuda Shenef, April 1999)

Jerusalem 2020 Olympic games


Jerusalem Post Annual Conference 2014

December 12, 2013

Come and meet us

Jerusalem Post annual conference April 2014http://www.jpost.com

Gabi Ashkenazi, Uzi Landau, Nir Barkat, Gilad Erdan, Ehud Olmert, Tzipi Livni and Avigdor Liberman

Marriott Marquis

New York

April 6, 2014

This in-demand conference is open to approximately 1,500 attendees, and is expected to once again receive international coverage from the major media outlets in Israel and the United States.”

Further information: http://www.jpost.com/LandedPages/ConferenceNewYork/Conference_Home.aspx


Augsburgs Partnerstadt in Israel

October 29, 2013

Augsburg Davidstern Partnerschaft Israelصداقة friendship ידידות amitié дружба cairdeas φιλία

Quizfrage: Wie heißt Augsburgs Partnerstadt in Israel?

Quizantwort: Es gibt sie nicht.

Thema fertig? Wahrscheinlich. Oder ..?

Augsburg Grottenau BrunnenGrottenau Brunnen, Augsburg

Seit 1947 gibt es Städtepartnerschaften. Sie folgen oft einer eigenen Logik, etwa weil beide Partnerstädte Hafenstädte sind, von der Automobilbranche dominiert werden (oder mal wurden), den gleichen Namen tragen, im Gebirge liegen, Universitätsstädte sind oder eine teilweise ähnliche Geschichte haben, einander helfen wollen und dergleichen mehr. Oft sind es aber auch nur eher profane Wirtschaftsbeziehungen, besonders ausgeprägt in den relativ geschichtslosen Beziehungen zwischen deutschen und chinesischen Städten der letzten Jahre. Der Umstand, dass die Stadt Augsburg beispielsweise inzwischen gleich zwei japanische und eine chinesische Partnerstädte besitzt, hat sich auf die Augsburger Bevölkerung nicht ausgewirkt. Selbst gebildete Augsburger (von denen es bekanntlich überreilich viele gibt) kennen in der Regel nicht mal die Namen der Städte, geschweige denn, dass jemand etwas über die Geschichte, Kultur und dergleichen was sagen könnte. Und das, obwohl der Umstand, dass es sich bei Jinan etwa um eine Millionstadt in der Größe Berlins handelt, Augsburg eigentlich schmeicheln müsste. Jedoch fühlen sich viele Augsburger schon von der benachbarten Millionenstadt in der Regel eher nicht als Partner ernst genommen, deren Sprache sie wenigstens noch halbwegs verstehen.

1977 wurde die von Wuppertal und Beerschewa die erste Partnerschaft zwischen einer deutschen und einer israelischen Stadt oder Gemeinde geschlossen. Von den hundert größten israelischen Städten – mit einer Einwohnerzahl über 10.000 – haben alle Partner in aller Welt. 42 von ihnen haben auch eine deutsche Partnerstadt, manche mehrere, weshalb es auf der anderen Seite 67 deutsche Partner für die auserwählten 42 israelischen Städte gibt. Tel Aviv-Jaffo hat mit Köln, Frankfurt am Main, Bonn und Essen gleich vier deutsche Partnerstädte und die drittgrößte Stadt Israels Haifa kommt sogar auf fünf: Bremen, Mainz, Düsseldorf, Mannheim und Erfurt. Die letzten beiden Partner kamen 2005 hinzu. Der Rekord liegt jedoch bei sechs deutschen Partnerstädten: Alzey, Darmstadt, Paderborn, Berlin-Tempelhof, Bielefeld und Offenbach am Main. Wer nun als israelische Partnerstadt an Jerusalem denkt, liegt jedoch falsch, denn die vielleicht berühmteste Stadt der Welt kommt aus welchen Gründen auch immer ohne deutsche Partnerstadt aus.

 Zu den Partnerstädten der israelischen Hauptstadt zählen u.a. Prag, New York City, Marseille oder Buenos Aires. Unter Israels Großstädten ist ansonsten nur noch das von charedischen Orthodoxen geprägte Bne Brak ohne deutschen Partner, obwohl die Stadt immerhin bereits 170 Tausend Einwohner hat. Im Gegenzug findet das eigentlich aus drei kleinen Siedlungen bestehende israelische Kaff Kirjat Tiwon, das allenfalls wegen des benachbarten Nationalparks meist zufällige Beachtung findet im mit etwa 245.000 Einwohnern ungleich größeren niedersächsischen Braunschweig den eher überraschenden Partner. In der 1986 geschlossenen Partnerschaft zwischen Tiberias (40.000 Einwohner) und dem doppelt so bevölkerungsreichen Worms kann man angesichts der jeweiligen, für das Judentum insgesamt bedeutenden Vergangenheit einen gewissen Sinn erkennen. Ebenso verhält es sich wohl zwischen Jawne und Speyer. 

Doch was verbindet eigentlich Kirjat Schmona, das allenfalls als Ziel von Scud-Raketenangriffen in den Schlagzeilen landet mit dem schwäbischen Memmingen im Allgäu? Was Nürnberg mit Chadera oder Berlin-Mitte mit der trendigen Weltstadt Cholon?  Wer das erklären kann, hat sicher auch kein Problem mit der Verbindung zwischen Leverkusen und dem oberen (jüdischen) Nazareth Ilit (das etwa gleich große arabische, alte Nazareth hat sich mit dem Städtchen Neubrandenburg verpartnert. Welche Seite profitiert schließlich und endlich von einem Austausch zwischen dem wonnigen Akko am Mittelmeer und Recklinghausen, das es im Bereich der vererblichen Neurofibromatosen immerhin zu einem eigenem Krankheitssymptom gebracht hat und ansonsten nur einem Szenepublikum für seine Kabarettisten Hape Kerkeling und Renate Künast bekannt ist.  

Die meisten deutschen Partner hat übrigens das trotzdem weitgehend unbekannte Naharija mit gerademal 50.000 Einwohnern nördlich von Haifa, wo immerhin 2 Eisenbahnlinien halten, … fast täglich.

Jehuda Loeb Ulmo Grabstein Kriegshaber Pfersee 1719 memorial of Yehuda Loeb Ulmo (1719) Pfersee

Wie dem auch immer sei. Augsburg zählt zu den wenigen deutschen Großstädten, die keine Partnerstadt in Israel haben. Wahrscheinlich wurde eine solche auch noch nicht ernsthaft erwogen. Aber wenn das westfälische Münster sich mit Rischon LeZion verbrüdern kann und Wiesbaden mit Kfar Saba und weder Heidelberg Berührungsängste vor Rechovot noch Dortmund vor Netanja hat, was spräche dagegen, dass Augsburg sich nicht um auch eine Partnerschaft in Israel bemüht? Naharija, Haifa und Tel Aviv könnten es sicher verschmerzen nicht noch eine weitere deutsche Partnerstadt zu bekommen.

Dem eigenem Ansehen als umworbene „Friedensstadt“ mit kulturellen und religiösem Anstrich würde ggf. aber mit Jerusalem oder dem von Deutschen noch nicht belegten Safed in Galiläa genügen. Oder vielleicht doch lieber Ben Brak?

Menora Brezelteig Augsburg koscherSchwäbisches Gebäck: Menora aus Brezelteig, koscher, vegan und glutenfree

Believe it or not: Augsburg although it has a rich Jewish history like no other city has no twin town or sister city in Israel.


„Marsch des Lebens“ in Kriegshaber (Augsburg)

October 21, 2013

Marsch des Lebens Kriegshaber AugsburgDemonstrationszug “Marsch des Lebens” in Kriegshaber mit “Motto”

Marsch des Lebens Kriegshaber Synagoge Polizei“Marsch des Lebens”: schweigend in 4er-Reihen, Polizei vorne weg

Synagoge Kriegshaber Marsch des Lebens 2013entlang am künftigen Museum

Am gestrigen Sonntag versammelten sich im Augsburger Stadtteil Kriegshaber vor dem alten Marstaller Hof (heute: Rock-Cafe) etwa 200 überwiegend ältere Personen, um an einem sog. „Marsch des Lebens“ entlang der Ulmer Straße teilzunehmen. Zur Veranstaltung aufgerufen hatten ein „Christliches Integrationszentrum Augsburg e.V.“  (ciz-augsburg.de), sowie der „Israel-Kreis Augsburg/ Christen an der Seite Israels“. Erschienen waren aber auch Vertreter anderer lokaler Organisationen, wie etwa Dr. Harald Munding von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (vvn-augsburg.de) , Dr. Dieter Münker von der DIG (dig-augsburg.de) oder Dr. Christian Kreikle von der SPD-Kriegshaber (spd-kriegshaber.de). Unter den Teilnehmern befanden sich auch viele russischsprachige Angehörige der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg, darunter auch Marjan Abramovitsch vom Kulturzentrum der IKG (ikg-augsburg.com). Zum besseren Verständnis für die zahlreichen russischsprachigen Teilnehmer wurden die eingehenden Reden und Instruktionen auf Russisch übersetzt. So auch die Anweisung, in Viererreihen schweigend vom Versammlungsort Richtung Oberhausener Bahnhof zu gehen. Einige wenige Teilnehmer trugen Kippot offenbar, um eine jüdische Herkunft anzuzeigen), andere hatten kleine und große Flaggen des Staates Israel und sogar der Stadt Jerusalem mit sich. Der Zug wurde von einem im Schritttempo fahrenden Polizeiwagen (mit Blaulicht, aber ohne Sirene) angeführt und von zahlreichen Ordnern und einigen Polizisten flankiert. Auf diese Weise führte der Zug vorbei an der ehemaligen Synagoge und der früheren Siedlung der österreichischen, später bayerischen Juden, vorbei an den früheren Michel-Werken, deren Zwangsarbeiter man eigentlich gedenken wollte, … bis zu den alten KUKA-Werken, wo der Demonstrationszug endete und im Versammlungssaal der ansässigen Thaddäus-Kirche mündete.

Marsch des Lebens Ansprachen Kriegshaber

Marsch des Lebens Kriegshaber Ulmerstraße

  Demonstration entlang der Häuser der früheren jüdischen Siedlung

Kriegshaber Zollhaus Marsch des Lebensvorbei am ehemaligen Zollhaus Kriegshaber

Marsch des Lebens Michel-Werkeschweigend vorbei an den Michel-Werken (Ulmer Straße 160)

Marsch des Lebens Augsburg Kriegshaber

Reese Park Kriegshaber Marsch des Lebensbeim “Reese Park” Kriegshaber

Marsch des Lebens Kriegshaber KUKA Keller und KnappichMaschinenfabrik Keller und Knappich (KUKA) ehemals Oberhausen

Kriegshaber Marsch des Lebens KUKA BüchereiKUKA; Stadtteilbücherei Kriegshaber

Kriegshaber Bürgerbüro Stadtteilbücherei 2013 Marsch des Lebens KUKANeu in Kriegshaber: Bürgerbüro und Stadtteilbücherei in der Alten KUKA Halle

Marsch des Lebens Kriegshaber St. Thaddäus OrdnerEnde des Demonstrationzugs bei St. Thaddäus Kriegshaber

Marsch des Lebens St Thaddäus Sitzung KriegshaberEntschuldigung im Pfarrsaal des St. Thaddäus, Kriegshaber

Ein kurzer Blick ins Innere zeigte einen fast überfüllten Versammlungssaal und einer Anzahl von Veranstaltern vor einer mit Israel-Fahnen und veranstaltungslogo geschmückten kargen Bühne. Es sprach gerade eine junge Deutsche, die sagte, dass ihr Großvater „bei der SS“ gewesen sei, wofür sie „von ganzem Herzen um Vergebung bitten“ wolle. Das tat sie dann auch, Halbsatz für Halbsatz dramatisch ins Russische übersetzt: „Wir können das nicht ungeschehen machen, … was passiert ist, aber wir können versuchen die Worte zu finden, … die unsere Großväter nicht gefunden haben.“ Das musste aufschlussreich genug sein, da die Ordner dem Schreiber eine eigenständige Anwesenheit im Zugangsbereich nicht ermöglichten, weshalb dieser sich kurzerhand dazu entschloss, es eben dabei zu belassen.

Dachau KZ Außenlager Kriegshaber info

Gegen das Verschweigen: Info des VVN zum KZ Außenlager in der Ulmer Straße 160

Israel Demo Marsch des Lebens Kriegshaber

Marian AbramowitschKulturreferent der der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg Marjan Abramowitsch

Die Idee zu den Märschen stammt offenbar aus den USA, vom rund um dem „Jom ha-Schoa“ Anfang April dieses Jahres in etwa 40 Städten der USA (darunter NYC, Houston, Dallas, aber auch in der Augsburger Partnerstadt Dayton/ Ohio) sog. March of Remembrance  veranstaltet wurden mit der Absicht einerseits dem „Mord an sechs Millionen Juden“ zu gedenken, als auch „ein klares Zeichen zu setzen für Israel“ und „gegen den Antisemitismus unserer Zeit“. Dazu gibt es dann zeitgemäß natürlich auch eine facebook-Seite (mit aktuell 542 „Likes“ und dem Motto „for Zion’s sake I will not be silent, Is. 62:1), auf der man Infos lesen kann, wie z.B. „it was Hugo Boss who made the uniforms oft he Nazis“ oder das Paul McCartney Morddrohungen von Israel-Boykott-Aktivisten erhielt: „They threatened to kill me if I played in Israel. I got death threats, but I am coming anyway.“ Wie er sollen sich auch weitere „Stars“ wie Deep Purple, Rihanna oder Madonna haben einschüchtern lassen.  

Sicherlich ist es bemerkenswert, wenn sich in Augsburg eine größere Zahl von Menschen, vom Kinderwagenkind bis zum Gehstock-Nutzer einem mit Israel-Fahnen geschmückten Zug auf den Weg macht und dabei eine Straße passiert, die einst der ganz überwiegend von Juden gestaltete und bewohnte Ortskern der ehemals österreichischen Dorfs ausmachte. Das ergab wenigstens interessante Foto-Motive. Ansonsten lässt sich über einen Schweigemarsch nicht viel mehr sagen, außer dass er noch sparsamer ist, als die oft bekrittelten Twitter-Tweeds.

Marsch des Lebens Kriegshaber Augsburg Israel

Über die Geschichte der Juden in Kriegshaber gibt es viel zu erzählen. Sie umfasste Jahrhunderte und wirkt bis heute weit über die damaligen und heutigen Grenzen hinaus. Personen, die sich bereitwillig „zweisprachig schweigend“ in Viererkolonnen aufreihen lassen lässt sich das nicht vermitteln. Sie sind offenkundig in erster Linie mit sich selbst beschäftigt, aber zweifellos auch bereit sich die Taten ihrer Ahnen zu verzeihen. Was eigentlich? Der fast übergangene Fakt, dass es mit den Michel-Werken und KUKA entlang der Strecke zwei Firmen gegeben haben soll, die etwa fünfhundert jüdische Zwangsarbeiterinnen aus Ungarn beschäftigten – woran nicht mal eine Tafel erinnert?

Die Kriegshaber Juden, die hier ein halbes Jahrtausend lebten, haben damit so viel zu tun wie mit Israel und Jerusalem-Fahnen. Nichts.

Kriegshaber Marsch des Lebens Ordner Polizei


Jerusalem, if I forget you …

September 5, 2012

אם־אשכחך ירושלם

תשכח ימיני

 

Psalm, 137.5: Si je t’oublie, Jérusalem, Que ma droite m’oublie!

 

 

MATISYAHU – Jerusalem

Jerusalem, if I forget you,
fire not gonna come from me tongue.
Jerusalem, if I forget you,
let my right hand forget what it’s supposed to do.

In the ancient days, we will return with no delay
Picking up the bounty and the spoils on our way
We’ve been traveling from state to state
And them don’t understand what they say
3,000 years with no place to be
And they want me to give up my milk and honey
Don’t you see, it’s not about the land or the sea
Not the country but the dwelling of his majesty

Jerusalem, if I forget you,
fire not gonna come from me tongue.
Jerusalem, if I forget you,
let my right hand forget what it’s supposed to do.

Rebuild the temple and the crown of glory
Years gone by, about sixty
Burn in the oven in this century
And the gas tried to choke, but it couldn’t choke me
I will not lie down, I will not fall asleep
They come overseas, yes they’re trying to be free
Erase the demons out of our memory
Change your name and your identity
Afraid of the truth and our dark history
Why is everybody always chasing we
Cut off the roots of your family tree
Don’t you know that’s not the way to be

Jerusalem, if  I forget you,
fire not gonna come from me tongue.
Jerusalem, if I forget you,
let my right hand forget what it’s supposed to do.

Caught up in these ways, and the worlds gone craze
Don’t you know it’s just a phase
Case of the Simon says
If I forget the truth then my words won’t penetrate
Babylon burning in the place, can’t see through the haze
Chop down all of them dirty ways,
That’s the price that you pay for selling lies to the youth
No way, not ok, oh no way, not ok, hey
Aint no one gonna break my stride
Aint no one gonna pull me down
Oh no, I got to keep on moving
Stay alive

Jerusalem, if I forget you,
fire not gonna come from me tongue.
Jerusalem, if I forget you,
let my right hand forget what it’s supposed to do.

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Vor 400 Jahren: Ein schwäbischer Rabbiner in Jerusalem

June 22, 2012

Im Frühjahr 1612 reiste der Pferseer Gelehrte Wolf Ischschachar b. Schimon Ulmo (יששכר בר שמעון אולמו מקק פערשא באוסטרי וולף) von Schwaben ins Heilige Land Israel, um sich einen Eindruck darüber zu machen, wie die Lage in Jerusalem und an anderen Orten des Landes in denen es jüdische Gemeinden gab, für diese war. Immer wieder wurde für Spenden zur Unterstützung dieser kleinen Gemeinden gebeten. Sie präsentierten sich selbst als Vorreiter einer nahenden Zeit der Erlösung und wurden auch als solche gern und hoch angesehen. Sollten sich ihre Lebensbedingungen in dem kargen von Muslimen beherrschten Land günstig entwickeln, so konnte dies auch für die Juden Schwabens ein lange Generationen erwartetes Zeichen sein, um sich auf den Weg in die alte Heimat zu  machen, um den Messias zu begrüßen.

Aus seinem fragmentarischen, 1668 in Lublin gedruckten Reisebericht ergibt sich, dass er am Tag vor dem Fasttag im Monat Tamus des Jahres 5372 (was sich in knapp zwei Wochen zum vierhundertsten mal jährt, gestern war rosch chodesch), also am Montag, den 6. Juli 1612 mit seinen Begleitern in Jerusalem von Norden her ankam. Seiner Beschreibung gemäß besaß die Stadt zwar eine prächtige Stadtmauer, die noch gewaltiger gewesen sein soll, als jene der Stadt Augsburg, während der heilige Ort selbst jedoch eher traurig und verlassen wirkte und noch nicht mal annähernd die Hälfte der Einwohner Augsburgs gehabt haben soll. Die schwäbische Reichstadt hatte damals, wenige Jahre vor Beginn des 30jährigen Krieges etwa 40.000 Einwohner und erlebte gerade eine Art Bauboom, u.a. wurde von 1615-20 das neue Augsburger Rathaus gebaut, weshalb die Vergleiche des Rabbiners interessant sind. Die „mohammedanischen“ Herren hatten an Jerusalem kein großes Interesse, anders als zahlreiche jüdische und christliche Pilger, die aus allen Gegenden in die Stadt kamen und sich gegen hohe Bezahlung einige Tage dort aufhalten durften. In der Stadt selbst gab es jüdische Gemeinden unweit des Berges auf welchem in früheren Zeiten das Heiligtum stand, deren Menschen er auf über 500 schätzt, die drei große Synagogen unterhielten, mehr als ein halbes Dutzend Mikwot, nämlich deren sieben, mehrere kleinere, private Gebetsstuben und Schulen.  Die Jerusalemer Juden, worunter schon einige Schwaben und auch Verwandte des Gesandten aus Pfersee waren übten meistens handwerkliche Berufe aus, wofür sie von den Mohammedanern sehr geschätzt wurden, vor allem als Schneider (תופר), Schumacher (סנדלר) und bemerkenswerter Weise soll es auch bereits einen französischen Uhrmacher (שען) namens Natan gegeben haben, der für den mohammedanischen Herrscher arbeitete, mit diesem gut auskam und sich oft auf dessen Burg in „Ramila“ (wohl Ramallah) aufhielt, von welcher aus das Land, in welchem es “mehr Füchse als Menschen” gab, beherrscht wurde. Ganz im Gegensatz dazu schildert er die jüdischen Gemeinden in der Stadt, die meist Spanier, Franzosen oder Italiener und Griechen von ihrer Herkunft waren. Sie waren sehr gebildet und bewandert in medizinischen, astronomischen, geographischen und Rechenkünsten.

Rabbi Wolf schildert eine Reihe bemerkenswerter Einzelheiten Jerusalems, wie etwa den מגדל דוד, den sog. David-Turm, aber auch den Tempelberg und die Moscheen der Stadt. Mit besonderem Interesse schildert er auch eine Synagoge der Karäer, von denen es noch eine kleine Gruppe gab. Sie war in einem Keller des jüdischen Viertels untergebracht und konnte nur durch eine Treppe erreicht werden. Auch beschrieb er das viel zitierte Tore der Gerechten (שער הרחמים), das manche auch das „Goldene Tor“ nannten:

Niemand, auch nicht dem Frommsten ist es gestattet hier durchzugehen, vielmehr achten unsere Gerechten (צדיקים) wie auch die Weisen der Mohammedaner und die Oberen der Christen darauf, dass keiner es wagt. Wann immer ein Fremder es doch wagt, erhebt sich ein Aufstand gegen ihn und er wird mit Steinen und Beschimpfungen aller vertrieben. Unter den Juden in Jerusalem wird gesagt, dass durch das Tor die Schechina verschwand und dereinst wieder durch das selbe in die Stadt einkehren werde. Wenn die Toten wieder auferstehen, wird das Tor geöffnet sein. Auch wird gesagt, dass die Schüler Mohammeds das Tor zumauerten, weil sie fürchteten, dass der Messias der Juden in die Stadt käme wie geweissagt wurde. Dies zeigt, dass sie die Juden zwar respektieren, aber auch fürchten sie sie.“

Wie bereits auf der Hinreise besuchte er auch auf dem Rückweg den jungen Sultan Ahmed, wo er eingeladen wurde zum Fest anlässlich der Geburt dessen Sohnes.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b9/I_Ahmet.jpg

Rabbi Wolf Ischschachar Ulmo starb am 4. Adar scheni 5410 (entspricht dem römischen Datum 25. Februar 1650) in Pfersee und wurde am jüdischen Friedhof von Pfersee und Kriegshaber begraben.