Augsburg gegen Antisemitismus

August 20, 2017

filmed by Yehuda Shenef, August 8, 2014 Synagoge Augsburg, Innenhof

Mayor Kurt Gribl, Rabbi Dr. Henry Brandt, Israeli consul general Dan Shaham, head of Jewish community Alexander Mazo


Buch-Lesung im Zollhaus Kriegshaber

November 12, 2013

An einer der historischer Stätten des schwäbischen Judentums laden wir ein zur Buch-Präsentation mit Lesung und anschließender Diskussion

am Mittwoch, den 20. November 2013 um 18.00 Uhr

in der Begegnungsstätte Zollhaus in Kriegshaber (Ulmer Straße 182, 86156 Augsburg)

 

Das Haus der drei Sterne

Die Geschichte des jüdischen Friedhofs von Pfersee, Kriegshaber und Steppach bei Augsburg, in Österreich, Bayern und Deutschland

von Yehuda Shenef 1. Auflage, August 2013

ISBN: 978-944092-02-7

184 Seiten, 29.50 €

Das Buch ist in vielen Augsburger Buchhandlungen vorrätig, bzw. auch sonst über den Buchhandel, über amazon, weltbild & Co. erhältlich

oder direkt bei info@sol-service.de

kokavim verlag 2013

kokavim verlag 2013

Bericht der Augsburger Allgemeinen „Der Friedhof als Tor zur Geschichte“ von Claudia Kohler vom 7. September 2013:  

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Der-Friedhof-als-Tor-zur-Geschichte-id26893226.html


Naked short selling in “Old Synagogue” of Erfurt

May 27, 2013

Kleinkunst

It is known that Erfurt tries to use the Jewish past of the city and to apply arranged medieval findings as World Cultural heritage sites in order to stimulate tourism, although that may deal with historical facts sometimes in a rather lax way.

Now a picture of two nudes aroused loud and harsh criticism (Thüringer Allgemeine – “Scharfe Kritik nach Nacktfotos in Erfurter Synagoge”):

http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Scharfe-Kritik-nach-Nacktfotos-in-Erfurter-Synagoge-1785810288

Erfurt naked couple in synagogue museum nacktes paar SynagogeErfurter Nischen-Kultur

The picture was published in a municipal catalog which promotes the 6thLange Nacht der Museen und Galerien” in Erfurt , which takes place Friday night – respectively Shabbes evening – from 6 pm until midnight, when 29 museums and galleries will be opened for the “public”, some of them are places of the city’s announced Jewish history.

The naked couple – photographed in front of a reconstructed niche of the “Old Synagogue” – and discussed as “Adam and Eve” is seen as provocation by critics who are afraid that it might hurt “religious feelings” (“religiöse Gefühle … verletzen”) of members of the Jewish community in Erfurt. The even bigger fear however obviously is that the photo might target or negatively affect the World Heritage application, since it may be regarded as prove for an inappropriate handling of the sites.

Does it? Well, the “Alte Synagoge” (medieval synagogue) of course is no synagogue today (and probably never was one), but since it is exploited under this very name and thus under the semblance of Judaism, it of course does bother us. At least because most visitors of such museums maybe this way get their only “contact” to and “information” on something they will regard as “Jewish”.  

It is not really important to learn whether one or both nudes have a porno-graphical background as actors or if someone of the municipality of Erfurt has. Actually it also is not the question whether someone might be too puritan or prudish and will have problems looking at a photo of a naked couple in an at best soft-core-film pose. 

But the “Long Night“ program has 28 other sites, among them there for instance is the “Barfüßer Kirche” (Discalced, = “shoe-less” Church). Why for instance the couple does appear there stark naked in front of the altar. Any ideas ..?

Or how about another context at the Naturkunde-Museum, or maybe in the Museum for Thüringische Volkskunde (Museum for Thuringian ethnology studies …) if not in an art gallery? Or would they dare a Muslim context?

However, since nudity obviously may appear to embarrassing against a Christian or humanist background, at least they could have selected the “Mittelalter Mikwe” at Kreuzgasse, where nakedness of course will be regarded as rather harmless. But since the organizer are promising many “Mit-Mach-Angebote” (join-in-activities) it could possibly backfire in some way … or it turns out to get a very very long night, … quite different from others.

Anyway: The rather awkward or clumsy naked option strategies the City of Erfurt pursues in order to earn “Golden Spiegels” actually are highly doubtful and hopefully will come to a soon end – what will preserve Judaism as well as the beautiful city from further awkwardness and embarrassment.

Erfurt Fassadenkunst

Erfurter Nischenkultur: Ein Foto im Katalog zur bereits 6. „Langen Nacht der Museen und Galerien“ in Erfurt sorgt aktuell für einiges Aufsehen, aber auch für beschämte Blicke zum Boden und entnervte zur Decke. Das Bild zeigt ein nacktes Pärchen in trotzdem nur leicht anzüglicher Pose, aufgenommen vor einer Nische in der „Alten Synagoge“ in Erfurt, die als mittelalterlicher jüdischer Bau beworben wird und Teil der Bewerbung als UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Das Gebäude ist nur einer von 29 Plätzen in der Stadt, die am 7. Juni 2013 (Schabbes-Abend) für eine „lange Nacht“ bis 24 Uhr für Besucher offen stehen. Neben der „Kleinen“ Synagoge ist das auch die sog. mittelalterliche Mikwe, in der Nackte zweifelsfrei weniger anstößig gewesen wären … was aber sollten sie dort tun, wo die Mikwe doch nur eine ehemalige ist? Zu welchen „Mit-Mach-Angeboten“ könnten sie die Besucher sonst einladen oder auffordern? Und warum eigentlich wurde das nackte Paar (darunter angeblich auch ein früherer Porno-Darsteller …) nicht in der Barfüßer-Kirche abgelichtet, die ja namentlich bereits einen Anhaltspunkt liefern könnte und ebenfalls einer der Ausstellungsorte ist? Wir werden es nicht erfahren, hoffen aber, dass dies quasi der Schlussstein hinter die peinlichen Bemühungen sind, das Ansehen des Judentums für eigensinnige Werbezwecke zu missbrauchen. Und man muss hoffentlich nicht auf Adam und Eva zurückgehen, um zu erklären warum.  

http://www.erfurt.de/ef/de/erleben/veranstaltungen/hoehepunkte/museumsnacht/

 


Pfersee Views

April 3, 2013

Some views from and in Pfersee, once seat of the renowned rabbinate of “Medinat Schwaben” in Bavarian (former Austrian) Swabia.

http://en.wikipedia.org/wiki/Pfersee

Pfersee Augsburg TürmeView to Pfersee and 40 years old “Hotelturm” Augsburg

Pfersee SchlossPfersee Castle (Schloss)

Pfersee Dächer

Pfersee Schloss Tür DoorDoor of Pfersee Castle


Vor 10 Jahren: Augsburger Rabbiner entkommt Anschlag

August 1, 2012

Ende Juli vor zehn Jahren berichtete u.a. die Augsburger Allgemeine die ungewöhnliche Schlagzeile von einem heimtückischen Mordanschlag auf den aus Jerusalem stammenden damaligen orthodoxen Rabbiner Ruven Unger, der später nach Hannover ging, wo er ebenfalls nicht glücklich wurde und zuletzt in Bad Nauheim war.

 

Hier der damalige Bericht der netzeitung:

 

Augsburger Rabbiner entkommt Anschlag

Der Leiter der jüdischen Gemeinde in Augsburg ist offenbar knapp einem Attentat entgangen. Unbekannte hatten die Bremsen seines Auto manipuliert.

AUGSBURG. Auf den Augsburger Rabbiner Reuven Unger ist offenbar ein Anschlag verübt worden. Unbekannte hatten den Bremsschlauch seines Autos manipuliert, wie die «Augsburger Allgemeine» am Freitag berichtete.

 

Ehefrau zog Handbremse

Dem Bericht zufolge fühlt sich der Rabbiner von Angehörigen seiner eigenen Kultusgemeinde bedroht. Als Ungers Frau mit dem Auto aus dem Hof der Synagoge herausfahren wollte, bemerkte sie, dass die Bremse nicht funktionierte, und zog die Handbremse. Zu einem Unfall kam es nicht. Unger erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

Der 65-jährige Rabbiner, der die rund 900 Mitglieder zählende israelitische Kultusgemeinde seit 1997 leitet, ist nach Informationen der Zeitung in seiner Gemeinde umstritten.

Gemeindestreit als mögliches Tatmotiv

Nachdem ihm Arbeitsverweigerung und Verletzung der Dienstpflichten vorgeworfen worden waren, wurde ihm im Februar dieses Jahres fristlos gekündigt. Unger erhielt nach einer Einigung mit der Gemeinde sein Amt zurück. Die Querelen gingen aber nach Angaben der Zeitung weiter. Die Augsburger Kripo ermittelt. (ddp)

http://www.netzeitung.de/kultur/153177.html


Gibt es jüdische Gemeinden in Augsburgs Partnerstädten?

August 5, 2011

Die Stadt Augsburg, die am kommenden Montag, den 8. August wieder ihren einzigartigen (oder: eigenartigen ?) Friedenfest – Feiertag (jüngst auch als „City of Peace“ vermarktet – in einer Welt voller Unruhen könnte „Frieden“ Touristen bringen) hat beginnend mit den 1950er Jahren eine Reihe von Städtepartnerschaften. Seit 1956 das schottische Inverness, am Fluss Ness, unweit vom durch sein legendäres „Ungeheuer“ ungleich berühmteren Loch Ness, wo im 11. Jahrhundert der zumindest durch Shakespeare bekannte Macbeth in einer Burg residiert haben soll, um nur zwei allseits bekannte Begriffe zu nennen. 1959 folgte 長浜市 Nagahama, was englisch als „Long Beach“ übersetzt wird und analog zu Augsburg für seine mittelalterliche Produktion von Gewehren (Arkebusen) und Kanonen bekannt ist. Im selben Jahr bekam Augsburg mit der Industriestadt 尼崎市 Amagasaki sogleich einen zweiten japanischen Partner. 1964 folgte Dayton in Ohio, 1967 das zentralfranzösische Bourges, im Jahr 2001 das nordtschechische Liberec (das Deutsch Reichenberg hieß) und im Jahr 2004 ging Augsburg mit  濟南市Jinan erstmals eine eingetragene Lebenspartnerschaft mit einer chinesischen Stadt ein, deren Geschichte bis in die Han-Dynasty zurückreicht. Eine Partnerschaft mit einer israelischen Stadt gibt es (noch) nicht und ist vielleicht auch nicht geplant, obwohl die Bezüge in einer stattlichen Anzahl lokaler Kirchen an für sich Jerusalem nahelegen würden. Leider findet sich im „world wide web“ auch kaum etwas zu den genannten Städtepartnerschaften, wobei zweisprachige, aus jeweils bedien Städten betreute Webseiten mit grundlegenden und aktuellen Infos heute allgemein keine große Schwierigkeit darstellen.

Wie dem nun auch sei, abgesehen davon, dass die übergroße Mehrzahl der heutigen Augsburger Juden Zuwanderer sind und ihre eigenen „Partnerstädte“ im Kopf und in der Biographie haben, ist es für unsere primär jüdischen Perspektive, auch interessant, ob es eine entsprechende Geschichte und/oder Gegenwart in den offiziellen Augsburger Partnerstädten gibt. In den beiden japanischen wie auch in der der chinesischen Stadt, wird diese Suche absehbar nicht ergiebig sein – schon die allgemeinen deutschen Wikipedia – Artikel zu den Orten fallen sehr mager aus. Aus dem tschechischen Liberec ist zumindest die Existenz der alten um 1889 fertiggestellten Synagoge von Reichenberg bekannt:

 

 Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Synagoga_Liberec_3.jpg

 Das, wie es heißt, im Neo-Renaissance-Stil errichtete Gebäude, wurde während der deutschen Besatzung freilich zerstört. 1930 lebten immerhin etwa 1400 Juden in der überwiegend katholischen Kleinstadt mit weniger als insgesamt 40.000 Einwohnern. 1939 war die Zahl bereits auf bloße 41 Juden „reduziert“. Erst im Jahr 2000 wurde in Liberec eine neue Synagoge, freilich im modernen Stil, errichtet. Über die frühere Geschichte der Reichenberger Juden, ist, von bloßen Strukturdaten auf Anhieb nicht viel zu finden. Das verwundert angesichts der schwierigen Geschichte nicht, doch wie so oft bedarf es für Antworten zunächst der Frage.

In der einzigen Stadt in den schottischen Highlands, mit gegenwärtig etwa 50.000 Einwohnern lebten zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bereits etwa zwanzig jüdische Familien, die eine kleine Gemeinde bildeten. 1906 wurde ein eigener Friedhof errichtet, auf dem sich insgesamt etwa 20 Gräber befinden sollen (http://www.iajgsjewishcemeteryproject.org//scotland/inverness.html), zuvor mussten Tote mühsam im 300 km südlich gelegene Glasgow bestattet werden. Trotzdem Lehrer angestellt wurden, um hebräischen Unterricht zu gewährleisten, wanderten in den folgenden Jahren immer mehr Juden in die größeren Städte oder ins südlich England ab. Der Jewish Chronicle stellte im Jahr 1973 fest, dass es nur noch sechs jüdische Familien in Inverness gab. Heute ist die Gemeinde erloschen.

Eine jüdische Gemeinde gibt es dem Anschein nach auch nicht im französischen Bourges im Department Cher, jedoch kann die 70.000 Einwohner Stadt, über eine mittelalterliche jüdische Geschichte zurückblicken. In keltischer Zeit hieß der Ort Avaric (oder Avaricum bei den Römern) und in der berühmten Schlacht um Avaricum soll Julius Caesar vor etwa 2060 Jahren die Gallier unter der Führung von Vercingoterix (82-46 ante) besiegt haben. Berichte über Juden in Bourges gehen in das sechste Jahrhundert zurück, überliefert in dem Bemühen, sie zum Christentum zu bekehren. Ob das gelungen ist, weiß man nicht, jedenfalls tauchen Juden in erhaltenen Urkunden erst wieder im 11. Und 12. Jahrhundert in Bourges oder als von Bourges stammend auf. Wie in der Folgezeit stammen die Informationen hauptsächlich aus lückenhaften städtischen oder gräflichen Steuerlisten, die wie wir wissen freilich nur marginale Erkenntnisse über eine jüdische Ortsgeschichte geben können. In der Jewish Encyclopedia heißt es vor etwa hundert Jahren, dass keine Nachrichten über jüdische Gelehrte aus Bourges vorlägen. Lediglich ein Tosafist namens אליהו בן שלמה מבורגוש, der eine Randbermkung zu ראש השנה (24b) verfasst hat, sei ggf. identifizierbar.

Ganz anders sieht es freilich aus im Fall von Augsburgers US-amerikanischer Partnerstadt Dayton/Ohio, der Heimatstadt der Gebrüder Orville und Wilbur Wright, wo es seit den 1840er Jahren eine stetig wachsende jüdische Gemeinschaft mit aktuell fünf Synagogen gibt, darunter auch ein Chabad-Center, wovon alleine der Reform-Gemeinde „Temple Israel“ über 800 Familien angehören.

 http://en.wikipedia.org/wiki/Temple_Israel_(Dayton,_Ohio) 

Augsburg has a number of sister-city arrangements. Time to ask about their particular Jewish history if there is or was one in the twin city.


Die Jüdische Gemeinde zu Steppach

October 19, 2009

Wir laden ein zu einem Vortrag zur jüdischen Gemeinde Steppach im Kontext des Friedhofs Kriegshaber – Pfersee und der Juden von Augsburg.

Veranstaltungshinweis St. Raphael Steppach

Veranstaltungshinweis St. Raphael Steppach

Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch

Donnerstag, 29: Oktober 2009, 20.00 Uhr  

Veranstaltungsort: Pfarrsaal St. Raphael in Steppach

Internet: www.sanktraphael.de


Jews in Germany past their peak

August 17, 2009

A number of years all sound good: The number of Jews increased from 1989 from 28.000 to some 130.000, what is less than a quarter of the number of Jews living in Germany in 1933, when Hitler rose to power. Several Jewish Communities all over Germany were reestablished, some of them even occupied Rabbis, the first time for 60 years and … worldwide headlines  announced a kind of Jewish Renewal in Germany. Only some years ago German newspapers relished that the number of Jewish immigrants from Russia to Germany exceeded the one to Israel. But this was just a snap-shot …

 Julius Schoeps, historian and head of the Moses-Mendelssohn Center in Potsdam in view of declining figures of member in Jewish Communities in Berlin as well as Brandenburg suggested to pool them together in order to keep the Jewish Communities “alive”. In Berlin for instance last year there was a decrease of 121 people.  139 arrivals (immigrants, removals and births) contrasted 260 leavings (deaths, removals). The decrease is an underestimated trend for some years. In 2003 the Jewish Community in the German Capital had more than 13.000 members, now at the end of 2008 the figure shrank to mere 10.794 (that is a downturn of  17 % in 5 years). Smaller communities of course are affected by this trend more badly, the more so because there was a trend in recent years that Communities like Berlin advanced there growth by people moving in from surrounding localities.

The situation in Berlin and Brandenburg is representative for the situation of the development in whole Germany. The figure of immigrants decreased to less than one thousand a year – it was at an annual average of 10.000 a couple of years ago. Since a vast majority of the immigrants from former Soviet Union were elderly people, figure of deaths is exceeding nationwide. Especially in smaller communities there are few births, circumcisions or bar mitzvahs.

As few experts predicted the figures of Jewish growth in Germany had reached the point of culmination in 2004/5 and are decreasing since. The high rate of inter-marriages, the increasing leaning towards splitting up into sectarian “liberal” or “reform” communities as well as the current age distribution illustrate that the often acclaimed “normalization” of Jewish life in Germany merely was a kind of flash in the pan. You don’t need to be a prophet to predict that the speed of the diminishment will increase. Maybe as early as 2025 the figures of Jews in Augsburg, Bavaria and Germany again will reach the level of 1990.

 

uncertain future

uncertain future


“… was soll eine Synagoge – und keiner geht hin?”

August 16, 2009

In Berlin und Brandenburg gehen die Mitgliederzahlen in den jüdischen Gemeinden zurück. Julius Schoeps, Historiker in Potsdam schlägt vor, die Jüdische Gemeinde zu Berlin und die sieben kleinen Gemeinden im Land Brandenburg zu fusionieren, um diese vor der Auflösung zu bewahren.

So weist die Statistik der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland in der Berliner Gemeinde einen Schwund von 121 Mitgliedern im vergangenen Jahr auf, so dass Ende 2008 nur noch 10 794 Mitglieder gezählt wurden. 139 Zugängen standen 260 Abgänge gegenüber. Noch vor fünf Jahren hatte die Gemeinde 13000 Mitglieder. Schoeps nennt als Gründe die demografische Entwicklung und den Rückgang der Zuwandererzahlen. In der Tat hat die Zahl der jüdischen Zuwanderer aus der Ex-Sowjetunion rapide abgenommen. Kamen in Spitzenzeiten pro Jahr deutschlandweit 12 000, liegt die Zahl jetzt bei 1000.
Auch die Altersstruktur nimmt bedrohliche Formen für die Existenz der Gemeinden an. “Mehr als 50 Prozent der Mitglieder sind über 45 Jahre alt. Die Sterbeziffer ist sieben- bis achtmal höher als die Zahl der Geburten”, sagt Schoeps.

Keine Chance für kleine Gemeinden

2008 zum Beispiel standen in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin 79 Todesfällen nur elf Geburten gegenüber. “Das hat natürlich Konsequenzen. Eine Stärkung der Gemeinden ist auf gar keinen Fall zu erwarten. Schätzungen von Demografen haben ergeben, dass nur noch Gemeinden mit mehr als 4000 Mitgliedern und einer starken Nachwuchsgeneration überleben werden”, sagt Schoeps.
Und da könnte es vor allem die sieben Brandenburger Gemeinden hart treffen. Zusammen haben sie nur 1312 Mitglieder (Stand: Ende 2008). Tendenz sinkend. “Die kleinen Gemeinden werden nicht überleben”, ist Schoeps sich sicher. Das, was zum Gemeindeleben gehört – eine Synagoge, ein Gemeindezentrum, eine Kita – könnten sie sich gar nicht leisten, geschweige denn füllen.
“Und was soll eine Synagoge – und keiner geht hin?”, bringt Schoeps das Problem auf den Punkt.