Gedenktage Augsburger Juden: 7. bis 16. April

April 10, 2023

am 7. April 1865: Feierliche Einweihung der Synagoge in der Wintergasse unter der Leitung des Gemeindevorsitzenden Carl von Obermayer und Rabbiner Jakob Heinrich Hirschfeld.

am 8. April 1720: Tod von Rabbi Schimon Sanwil Ulmo, 1643 geboren, aus Pfersee, schwäbischer Landesrabbiner;

am 9. April 1865: Geburt von Moritz Luchs aus Buttenwiesen, 1942 in Theresienstadt ermordet;

am 10. April 1643: Tod von Rabbi Jakob Josef Kitzingen, 77 Jahre, aus Steppach;

am 11. April 1654: Tod von Sibil Lea Fulda, 72 Jahre, Pfersee, Frau von Mayer Fulda;

am 12. April 1924: Tod von Eduard Nördlinger, Zigarrenfabrikant, geb. 1860;

am 13. April 1856: Tod von Nanette Obermayer, n. Kusel, Frau von Isidor, Mutter von Henriette und Carl (von) Obermayer, 1794 in Karlsruhe;

am 14. April 1963: Tod von Julius Nebel in Rio de Janeiro, Dr. med., Arzt in Augsburg-Lechhausen, emigrierte in der NS-Zeit nach Brasilien, 1894 in Harburg/Ries geboren;

am 15. April 1960: Tod von Ludwig Dreifuß in Murnau, Rechtsanwalt in Augsburg, überlebte Haft im KZ Theresienstadt, 1945 Erster Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, nach dem NS-Regime, 1946-1948 noch Bürgermeister der Stadt, 1883 in München geboren;

am 16. April 1893: Tod von Mira Reis, 4 ½ Jahre alt;


285 Jahre alter Grabstein am jüdischen Friedhof Kriegshaber demoliert

April 26, 2010

Am jüdischen Friedhof Kriegshaber / Pfersee ist ein weiteres, altes Grabdenkmal zerstört wurden, dem Augenschein nach entweder durch einen Mähtraktor oder durch einen anderen entsprechend tief gelegten “Anstoß”.

Dieses mal handelt es sich um das Denkmal für verehrten Rabbi Jechiel bar Jakob, Schwiegersohn des Rabbi Juspa Kitzingen (dessen Todestag sich im August zum 250. mal jährt) aus Pfersee. Rabbi Jechiel wurde der Grabsteininschrift gemäß in Oettingen geboren, starb aber nach Pfersee verheiratet vor Ort am 3. Sivan (5)485, (entspricht Dienstag, 15. Mai 1725), nur drei Tage vor dem Schawuot-Fest, am 47. Tag des Omerzählens. Der Verstorbene, der aufstehen soll bei der Auferstehung der Toten, wird seiner klaren Taten und seines guten Namens gerühmt – nun jedoch, 285 Jahre nach seinem verfrühten Tod ist sein Grabstein aus Solnhofer Jura-Mamor demoliert worden und es ist eine Frage der Zeit, bis die Inschrift und die genaue Kenntnis des Grabplatzes verloren gehen wird.

son in law of Rabbi Juspa Kitzingen in Pfersee

פ”נ

איש מהמין

הרר’ יחיאל בר יעקב

חתן ר יוזפא קיצינגן

 

יחי אל תחיית המתים

עם אנשי יקרה ברך השנים

יוספא בשט  במעשיו הברורה

באיטינגן נולד ופה נקבר בקבורה

י ג ג סיון תפה

 

demolished memorial plate, end of April 2010

Another old and precious grave marker at the Jewish Cemetery of Kriegshaber / Pfersee in Augsburg was demolished, obviously carried out and accomplished with gross negligence .

The memorial plate of Oettingen born Rabbi Jechiel bar Jakob, who was the son in law of Rabbi Juspa Kitzingen from Pfersee, apparantly was overturnd and broken a short while ago, seemingly in the course of the last lawn mowing.

The inscription of the 285 year old grave marker of steady Solnhofer marble up to now is in quite good condition, but since the plate now lies flat it needs to be fixed again, otherwise it will be have further damages in the future and will disappear as many other memorials at the willfully neglected cemetery.

Considering the changeful history from 1725 on with Napolean Wars and the Nazi rule it is a wonder that the grave marker has been good preserved and thus it is a shame to see it recklessly destroyed under the present condition.