Ichenhausen

July 18, 2007

ehem. Rabbinerhaus IchenhausenSynagoge Ichenhausen InnenraumSynagoge Ichenhausen innenSynagoge Ichenhausen außen

Ichenhausen im Landkreis Günzburg gelegen, hat heute etwa 8000 Einwohner. Juden am ort lassen sich in der ersten Hälfte des 16. Jhds. belegen. Die 1781 fertig gestellte Synagoge, in deren Keller sich eine alte Mikwe befindet, wird seit 1987 als „Begegnungsstätte“ (Anschrift „Vordere Ostergasse“) benutzt, da es seit 1942 keine jüdische Gemeinde mehr vor Ort gibt. Südlich von Ichenhausen gibt es einen 1567 begründeten jüdischen Friedhof, auf dessen etwa 230 mal 50 Meter messenden Gelände noch rund tausend Steine stehen, die meisten freilich jüngeren Datums, vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert. Bemerkenswert ist die 1934 vom örtlichen Jüdischen Jugendverein errichtete „Predigerhalle“.


Buttenwiesen

July 18, 2007

Buttenwiesen ehem. SynagogeButtenwiesen Grabstein 2Buttenwiesen Mikwe mit FriedhofButtenwiesen SeitenfensterButtenwiesen FriedhofButtenwiesen Friedhof EingangButtenwiesen Grabstein 1Gedenktafel Buttenwiesenalte Mikwe Buttenwiesenehem. Synagoge Buttenwiesen

Die Gemeinde Buttenwiesen im unteren Zusamtal gehört zum schwäbischen Landkreis Dilligen und zur Region Augsburg. In ihrer heutigen Form besteht sie seit 1978 mit der Zusammenfassung der ehemals selbstständigen Gemeinden Pfaffenhofen a.d. Zusam, Unterthürheim, Frauenstetten, Lauterbach, Oberthürheim, Wortelstetten und Buttenwiesen. Insgesamt leben hier etwa 5800 Menschen. Seit 1993 führt der Ort sein eigenes Wappen.  Die Burg Buttenwiesen war im 13. Jahrhundert im Besitz der Herren von Eberstall-Reisensburg. Von 1270 bis 1805 gehörte der Ort zur österreichischen Markgrafschaft Burgau, seitdem zu Bayern.  Juden lassen sich in Buttenwiesen erstmals im späten 16. Jahrhundert nachweisen. Um 1630 wurde die erste Synagoge erbaut, die 1852 abbrannte. Der Friedhof der Gemeinde besteht seit 1632 und liegt heute geradewegs neben einem christlichen, von dem er nur durch Hecken abgegrenzt wird. Ungewöhnlich ist auch, dass er andererseits an die Synagoge anschließt. Heute sind nur noch jüngere Grabsteine aus dem 19. und früheren 20. Jahrhundert. Auch das frühere Tahara-Haus ist nur noch als Garage vorhanden. In Buttenwiesen, das zeitweise Rabbinatssitz war und wo man noch 1925 von etwa 800 Einwohnern 125 Juden zählte, gibt es seit 1942 keine jüdische Gemeinde mehr. Die ehemalige Synagoge wurde in der Nachkriegszeit jahrzehntelang als Volksschule genutzt und beherbergt nunmehr eine christliche Kirche und dient dabei auch „kulturellen“ Veranstaltungen. Auch der Bau der ehemalige Mikwe ist noch erhalten.  Seit 1995 erinnern Gedenkinschriften an die ehemalige jüdische Gemeinde.


Synagoge Halderstraße

July 18, 2007

Synagoge Halderstraße Kuppel außenKleine Synagoge Halderstraße Aron KodeschWeihinschrift 1917Synagoge Wandleuchter innenSynagoge Ner TamidSynagoge Halderstraße von obenSynagoge Halderstraße Kuppel innenSynagoge Halderstraße FrontansichtSynagoge EingangsbereichSynagoge Halderstraße Innenhof


Synagoge Kriegshaber

July 18, 2007

Synagoge Kriegshaber UmgebungSynagoge Kriegshaber frontYsnagoge Kriegshaber Detail frontAlte “Judenhäuser” KriegshaberKriegshaber Thora Vorhang 1723 Synagoge Kriegshaber Rückseite


Jüdischer Friedhof Haunstetter Straße

July 18, 2007

Insgesamt haben wir nach aktuellem Stand (15. Juli 2007) 968 ausgewiesene Gräber (Grabstein oder zumindest noch Sockel ist erhalten) erfasst, wobei sich speziell im Eingangsbereich der Ostseite eine Reihe verwaister ehemaliger Gräber befinden, deren Steine offensichtlich zerstört wurden. Hierbei handelt es sich mutmaßlich vor allem um Kindergräber. Sie wurden nicht mitberechnet. 

 

Die Anlage misst in genauer Ost-West-Ausrichtung auf der südlichen Seite 218 m und auf der nördlichen 215 m. Die Ostseite misst 48m, das noch nicht belegte Westende mit Zugang zum „Alten Postweg“ 36 m. Der Friedhof ist durch einen durchgehenden Weg von Ost nach West in zwei Hälften unterteilt. In etwa der Mitte des Durchgangswegs befindet sich die Aussegnungshalle, im hinteren Teil am Westende ein großer siebenarmiger Leuchter aus Stein, der zugleich auch Wasserspender ist.  

 

An der Südseite, die jenseits der Mauer an die Berufsschule angrenzt, befinden sich an deren Wesende neuere Gräber jüdischer Frauen, meist russsicher Herkunft. Ihnen gegenüber finden sich Begräbnisstätten russischer männlicher Juden. Diese strikte Trennung wird freilich nur im neueren westlichen Teil des Friedhofs eingehalten, wenngleich auch nicht strikt. In den älteren Teilen finden sich Männer und Frauen gemischt, häufiger auch in gemeinsamen Gräbern von Ehepaaren, manches auch mit deren Kindern. 

 

Für die Aufschlüsselung der nicht immer parallel verlaufenden Reihen in der Süd- und Nordhälfte werten wir die Reihen einzeln als S = Süd und N = Nord. Die Südhälfte verfügt über 62 Grabsteinreihen, die Nordhälfte über 58 Reihen. Jede Reihe verfügt zwischen 2 und maximal 15 Grabsteine, im Durchschnitt also etwa 8. Zusätzlich befindet sich etwa in der Mitte an der südlichen Mauerseite ein Ehrenmahl der früheren Gemeinde für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs. Hier wird mit drei eingelassenen Tafeln insgesamt 24 Soldaten gedacht. Zu Füßen der Gedenktafeln befinden sich zusätzlich noch sechs kleine Grabsteine, für weitere gefalle, offenbar tatsächlich vor Ort bestattete Soldaten, deren Anzahl nicht ermitteln lassen, da größere Teile der Inschriften von Moos überwuchert und somit unleserlich sind. Im Südteil nun befinden sich insgesamt 504, im gegenüberliegenden Nordteil 464 Gräber. 

 

Stilistisch unterscheiden sich die Grabsteine sehr auffällig. Während im älteren Ostteil (meist um 1900 – 1920), vor allem teilweise erheblich verwitterte aber auch mutwillig zerstörte Kalksteine finden wird der moderne Westen (etwa ab 1990) von neuen hochglänzenden Marmor dominiert. Im Mittelteil findet man freilich den größeren Variantenreichtum, vor allem aus der Zeit zwischen 1910 – 1930, mit zahlreichen individuellen Monumenten, teilweise aus Marmor, die auch Gestalt von Obelisken annehmen können. Abgebrochene Säulen etwa symbolisieren, dass die Verstorbenen zu früh in einem noch recht jungen Alter aus dem Leben schieden. 

 

 Die Inschriften erfolgten fast überwiegend in deutscher Sprache, meist begleitet von gängigen hebräischen Kürzeln wie פנ für po nikbar (hier ist begraben) oder תנצבה für tehi nischmato zrura bizror hachajim was eine Wendung aus dem ersten Buch Samuel wiedergibt und in etwa bedeutet: „seine Seele sei umhüllt im Bund des Lebens“. Öfter sind Kannen auf Gräbern zu finden, was eine levitische Abkunft des Toten bezeugt, seltener hingegen finden sich segnende Hände als Hinweis auf einen Kohen.  

 

Bestattet ist hier auch eine Reihe prominenter Personen, wie etwa Dr. Richard Grünfeld (1863 – 1931), (Grab S 31.3) Rabbiner in Augsburg von 1910-1929 und sein Vorgänger (Grab S 27.1) Dr. Heinrich Gross (1835 – 1910), beide mit ihren Frauen, die berühmte Kaufmannsfamilie Landauer, diverse Bankiers und sogar ein US-amerikanischer Konsul aus der Zeit vor den beiden Weltkriegen. 

 

Viele der älteren Grabsteine befinden sich freilich in einen kläglichen Zustand und bedürften dringend der Sanierung und Dokumentation, sollen sie auch weiterhin Zeugnis ablegen können über rund ein Jahrhundert jüdischen Lebens in Augsburg. Dies wird umso dringlicher, als der Friedhof in absehbarer Zeit seine Kapazitäten ausgeschöpft haben wird.

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