Namen im Holocaust ermordeter Juden aus Augsburg

February 11, 2014

Unter dem Titel

“NAMES OF AUGSBURG’S JEWISH HOLOCAUST VICTIMS – compiled by Mr. Gernot Roemer

findet sich unter der URL  http://infotrue.com/names.html

eine alphabetisch gegliederte Auflistung von Juden aus Augsburg aus dem Februar 2001.

Angemerkt ist: „The list includes Holocaust victims from surrounding small towns such as Kriegshaber, Pfersee and Goggingen who were also deported from Augsburg“.

Die genannten Orte waren in 1910ern Stadtteile von Augsburg geworden, konnten bei vorher geborenen Personen deshalb als eigenständige Geburts- bzw. Herkunftsorte genannt werden.

Das “Thema Holocaust” ist kein Schwerpunkt des JHVA, da wir uns der regionalen Geschichte der Juden und des Judentums verschrieben haben, doch sind Bezüge am Rande vor Ort ab und an unvermeidlich. Da wir wegen des sehr großen allgemeinen Interesses am “Thema Holocaust” immer wieder entsprechende Anfragen erhalten, ist es sinnvoll, Suchende auf die obige Liste zu verweisen, die auch vom “United States Holocaust Memorial Museum” referiert wird: http://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=20577

Rathaus Augsburg Holocaust Memorial

Aufgelistet sind folgende Familiennamen Augsburger Juden:

Adler, Ambrunn, Arndt, Arnold, Aufhäuser, Bach, Bacher, Bacherach, Baer, Bandmann, Barauch, Bauer, Baumann, Baumgärtner, Bein, Benda, Bendit, Bernheim, Bernheimer, Bingen, Bissinger, Blumenthal, Böhm, Bollak, Brader, Bruckner, Brummer, Charon, Cohn, Cramer, Dampf, Daube, David, Deller, Dessauer, Dick, Dörzbacher, Dreilich, Eckhard, Einstein, Einstoß, Eliasowitz, Ellinger, Emanuel, Engländer, Epstein, Erlanger, Fabian, Faktorschik, Farnbacher, Feist, Feuchtwanger, Feuer, Fichtelberger, Flegenheimer, Fleischmann, Frank, Frankenheimer, Frankenthaler, Frankfurter, Freund, Friedmann, Fromm, Fürst, Gallinger, Gärtner, Glückselig, Götze, Gog, Goldschmidt, Goldstein, Gordon, Grausmann, Großberg, Groß, Gruber, Grünewald, Grünhut, Guggenheimer, Gumperz, Gunz, Günzburger, Gutmann, Hass, Hanauer,  Hänlein, Hausmann, Heidelberger, Heilberg, Heilbronner, Heinemann, Herbst, Herrmann, Herrmanns, Herz, Hesselberger, Heymann, Hirsch, Hirschfeld, Hirschinger, Hirschland, Hirschmann, Hirsch-Tabor, Höchstädter, Högen, Homburger, Horkheimer, Horn, Höxter, Hubert, Jakubowski, Jaretzki, Julius, Kach, Kahn, Kapp, Katz, Kaufmann, Keller, Kemper, Klein, Klopfer, Koch, Kohn, Kornitzer, Köster, Krailsheimer, Krämer, Kretzschmar, Kronheimer, Kurz, Lammfromm, Lämmle, Landauer, Lang, Lauchheimer, Lauinger, Lauter, Lebermann, Lehmann, Leichter, Leiter, Lemle, Lesser, Levi, Levinger, Levy, Lewin, Lichtenauer, Lieblich, Liebstädter, Liffgens, Lion, Löb, Löw, Löwenstein, Löwenthal, Lübeck, Luchs, Lustig, Maier, Mändle, Martin, Marx, May, Mayer, Meier, Mendel, Mendle, Metzger, Meyer, Model, Mühlhäuser, Müller, Nauen, Nebel, Neuburger, Neumann, Nördlinger, Obernbreit, Oberbrunner, Oberdorfer, Obermayer, Oettinger, Oppenheimer, Pach, Pflaunlacher, Philipp, Politzer, Pollak, Priester, Rafael, Raff, Regensburger, Reis, Reiter, Reutlinger, Ries, Rieser, Rödelheimer, Rogger, Rosenau, Rosenbaum, Rosenberg, Rosenbusch, Rosenfeld, Rosenfelder, Rosenstiel, Rothschild, Rubinstein, Sämann, Sänger, Schablin, Schäfer, Schendel, Scheuer, Schlesinger, Schloss, Schlossberger, Schmidt, Schmitt, Schnell, Schülein, Schulz, Schwab, Schwarz, Schweizer, Sechehaye, Seliger, Seligsberg, Sichel, Sigalla, Singer, Slawinski, Spanier, Stein, Steiner, Steinfeld, Sternfeld, Stoll, Strauß, Süß, Teutsch, Thannhauser, Thormann.

Augsburg Holocaust NamesGedenk-Glas-Tafeln im Augsburger Rathaus

Eine weitere Forschungsadresse wäre die Datenbank von Yad&Shem: 

http://db.yadvashem.org/names/search.html?language=de (deutsch)


Jumping the shark

January 1, 2014

Oberhausen Shark Hospital JosefinumShark in Hospital Auxburg Oberhausen

Augsburg Oberhausen Josefinum, Kirche, Rathaus, SchuleÜberreste des alten Oberhausen mit dem historischen Rathaus (Mitte vorn)


„Marsch des Lebens“ in Kriegshaber (Augsburg)

October 21, 2013

Marsch des Lebens Kriegshaber AugsburgDemonstrationszug “Marsch des Lebens” in Kriegshaber mit “Motto”

Marsch des Lebens Kriegshaber Synagoge Polizei“Marsch des Lebens”: schweigend in 4er-Reihen, Polizei vorne weg

Synagoge Kriegshaber Marsch des Lebens 2013entlang am künftigen Museum

Am gestrigen Sonntag versammelten sich im Augsburger Stadtteil Kriegshaber vor dem alten Marstaller Hof (heute: Rock-Cafe) etwa 200 überwiegend ältere Personen, um an einem sog. „Marsch des Lebens“ entlang der Ulmer Straße teilzunehmen. Zur Veranstaltung aufgerufen hatten ein „Christliches Integrationszentrum Augsburg e.V.“  (ciz-augsburg.de), sowie der „Israel-Kreis Augsburg/ Christen an der Seite Israels“. Erschienen waren aber auch Vertreter anderer lokaler Organisationen, wie etwa Dr. Harald Munding von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ (vvn-augsburg.de) , Dr. Dieter Münker von der DIG (dig-augsburg.de) oder Dr. Christian Kreikle von der SPD-Kriegshaber (spd-kriegshaber.de). Unter den Teilnehmern befanden sich auch viele russischsprachige Angehörige der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg, darunter auch Marjan Abramovitsch vom Kulturzentrum der IKG (ikg-augsburg.com). Zum besseren Verständnis für die zahlreichen russischsprachigen Teilnehmer wurden die eingehenden Reden und Instruktionen auf Russisch übersetzt. So auch die Anweisung, in Viererreihen schweigend vom Versammlungsort Richtung Oberhausener Bahnhof zu gehen. Einige wenige Teilnehmer trugen Kippot offenbar, um eine jüdische Herkunft anzuzeigen), andere hatten kleine und große Flaggen des Staates Israel und sogar der Stadt Jerusalem mit sich. Der Zug wurde von einem im Schritttempo fahrenden Polizeiwagen (mit Blaulicht, aber ohne Sirene) angeführt und von zahlreichen Ordnern und einigen Polizisten flankiert. Auf diese Weise führte der Zug vorbei an der ehemaligen Synagoge und der früheren Siedlung der österreichischen, später bayerischen Juden, vorbei an den früheren Michel-Werken, deren Zwangsarbeiter man eigentlich gedenken wollte, … bis zu den alten KUKA-Werken, wo der Demonstrationszug endete und im Versammlungssaal der ansässigen Thaddäus-Kirche mündete.

Marsch des Lebens Ansprachen Kriegshaber

Marsch des Lebens Kriegshaber Ulmerstraße

  Demonstration entlang der Häuser der früheren jüdischen Siedlung

Kriegshaber Zollhaus Marsch des Lebensvorbei am ehemaligen Zollhaus Kriegshaber

Marsch des Lebens Michel-Werkeschweigend vorbei an den Michel-Werken (Ulmer Straße 160)

Marsch des Lebens Augsburg Kriegshaber

Reese Park Kriegshaber Marsch des Lebensbeim “Reese Park” Kriegshaber

Marsch des Lebens Kriegshaber KUKA Keller und KnappichMaschinenfabrik Keller und Knappich (KUKA) ehemals Oberhausen

Kriegshaber Marsch des Lebens KUKA BüchereiKUKA; Stadtteilbücherei Kriegshaber

Kriegshaber Bürgerbüro Stadtteilbücherei 2013 Marsch des Lebens KUKANeu in Kriegshaber: Bürgerbüro und Stadtteilbücherei in der Alten KUKA Halle

Marsch des Lebens Kriegshaber St. Thaddäus OrdnerEnde des Demonstrationzugs bei St. Thaddäus Kriegshaber

Marsch des Lebens St Thaddäus Sitzung KriegshaberEntschuldigung im Pfarrsaal des St. Thaddäus, Kriegshaber

Ein kurzer Blick ins Innere zeigte einen fast überfüllten Versammlungssaal und einer Anzahl von Veranstaltern vor einer mit Israel-Fahnen und veranstaltungslogo geschmückten kargen Bühne. Es sprach gerade eine junge Deutsche, die sagte, dass ihr Großvater „bei der SS“ gewesen sei, wofür sie „von ganzem Herzen um Vergebung bitten“ wolle. Das tat sie dann auch, Halbsatz für Halbsatz dramatisch ins Russische übersetzt: „Wir können das nicht ungeschehen machen, … was passiert ist, aber wir können versuchen die Worte zu finden, … die unsere Großväter nicht gefunden haben.“ Das musste aufschlussreich genug sein, da die Ordner dem Schreiber eine eigenständige Anwesenheit im Zugangsbereich nicht ermöglichten, weshalb dieser sich kurzerhand dazu entschloss, es eben dabei zu belassen.

Dachau KZ Außenlager Kriegshaber info

Gegen das Verschweigen: Info des VVN zum KZ Außenlager in der Ulmer Straße 160

Israel Demo Marsch des Lebens Kriegshaber

Marian AbramowitschKulturreferent der der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg Marjan Abramowitsch

Die Idee zu den Märschen stammt offenbar aus den USA, vom rund um dem „Jom ha-Schoa“ Anfang April dieses Jahres in etwa 40 Städten der USA (darunter NYC, Houston, Dallas, aber auch in der Augsburger Partnerstadt Dayton/ Ohio) sog. March of Remembrance  veranstaltet wurden mit der Absicht einerseits dem „Mord an sechs Millionen Juden“ zu gedenken, als auch „ein klares Zeichen zu setzen für Israel“ und „gegen den Antisemitismus unserer Zeit“. Dazu gibt es dann zeitgemäß natürlich auch eine facebook-Seite (mit aktuell 542 „Likes“ und dem Motto „for Zion’s sake I will not be silent, Is. 62:1), auf der man Infos lesen kann, wie z.B. „it was Hugo Boss who made the uniforms oft he Nazis“ oder das Paul McCartney Morddrohungen von Israel-Boykott-Aktivisten erhielt: „They threatened to kill me if I played in Israel. I got death threats, but I am coming anyway.“ Wie er sollen sich auch weitere „Stars“ wie Deep Purple, Rihanna oder Madonna haben einschüchtern lassen.  

Sicherlich ist es bemerkenswert, wenn sich in Augsburg eine größere Zahl von Menschen, vom Kinderwagenkind bis zum Gehstock-Nutzer einem mit Israel-Fahnen geschmückten Zug auf den Weg macht und dabei eine Straße passiert, die einst der ganz überwiegend von Juden gestaltete und bewohnte Ortskern der ehemals österreichischen Dorfs ausmachte. Das ergab wenigstens interessante Foto-Motive. Ansonsten lässt sich über einen Schweigemarsch nicht viel mehr sagen, außer dass er noch sparsamer ist, als die oft bekrittelten Twitter-Tweeds.

Marsch des Lebens Kriegshaber Augsburg Israel

Über die Geschichte der Juden in Kriegshaber gibt es viel zu erzählen. Sie umfasste Jahrhunderte und wirkt bis heute weit über die damaligen und heutigen Grenzen hinaus. Personen, die sich bereitwillig „zweisprachig schweigend“ in Viererkolonnen aufreihen lassen lässt sich das nicht vermitteln. Sie sind offenkundig in erster Linie mit sich selbst beschäftigt, aber zweifellos auch bereit sich die Taten ihrer Ahnen zu verzeihen. Was eigentlich? Der fast übergangene Fakt, dass es mit den Michel-Werken und KUKA entlang der Strecke zwei Firmen gegeben haben soll, die etwa fünfhundert jüdische Zwangsarbeiterinnen aus Ungarn beschäftigten – woran nicht mal eine Tafel erinnert?

Die Kriegshaber Juden, die hier ein halbes Jahrtausend lebten, haben damit so viel zu tun wie mit Israel und Jerusalem-Fahnen. Nichts.

Kriegshaber Marsch des Lebens Ordner Polizei


Rathaus von Oberhausen bei Augsburg aus dem Jahr 1602

July 3, 2013

Geht es darum, das Alter des historischen Rathauses von Oberhausen zu taxieren, so wurde bislang – auch von unserer Seite – eher grob geschätzt. Da am alten Gasthof nebendran (wo heute das “Absolut” beheimatet ist) eine Tafel die Jahreszahl 1720 zu lesen ist, musste man annehmen, dass das Rathaus wohl eben “etwas älter” sein musste. Eine alte Abbildung die etwa auf das Jahr 1650 datiert wird, zeigt das Rathaus in seiner früheren Fassade:

Hauptstraße Oberhausen bei Augsburg um 1650 mit Rathaus

Das Rathaus in der Bildmitte verfügt damals bereits über die heute noch vorhandenen Etagen. Interessant auf der Hauptstraße ist neben dem Abwasserkanal noch die in der Mitte zwischen Rathaus und Hügel direkt beim damaligen Vogthaus befindliche Barriere. die den Zutritt zum Ort markiert und möglicherweise auch zur Markierung als Eruv benutzt werden konnte.

In den 1825 in Augsburg gedruckten “Denkwürdigkeiten des Oberdonau-Kreises” erwähnt der aus dem zu seiner Geburt noch vorderösterreichischen Freiburg im Breisgau stammende Altertumsforscher und Mitbegründer des Römischen Museums in Augsburg und Ideengeber des (späteren) Historischen Vereins in Schwaben Johann Nepomuk Franz Anton von Raiser (1768-1853) beiläufig, dass im (Juli) 1602 eine ehemalige, nun eingetauschte Sölde zum Amtshaus in Oberhausen wurde:

Oberhausen Rathaus 1602 Amtshaus

Johann Nepomuk von Raiser:  Denkwürdigkeiten des Oberdonau-Kreises, Augsburg 1825, S. 101

Aus von Raisers Aussage ergibt sich für die Einrichtung des Amtshauses von Oberhausen an der Wertach der Sommer 1602 als diverse Besitzungen in Oberhausen gegen andere auswärtige getauscht wurden und im Haus an der Sölde das Amtshaus eingerichtet wurde. Daraus ergibt sich abgesehen davon, dass der Kern des Hauses natürlich noch älter ist und es sicher vom Söldhaus zum Amtshaus erweitert worden sein wird, ein Alter von heute wenigstens 411 Jahren. Damit ist das Oberhausener Rathaus übrigens älter als das Augsburger. Interessant ist vielleicht auch, dass dessen Baumeister Elias Holl, der im Vorjahr von seinen Studien aus Italien zurückkehrte 1602 als Baumeister in Augsburg angestellt wurde, als große Teile Oberhausens in den Besitz Augsburge Bürger ging. Ob Elias Holl auch Oberhausener Rathaus tätig war, ist nicht bekannt, aber villeicht nicht auszuschließen. Belegt ist jedoch, dass er 1619 den Kirchturm von Peter Paul gleich neben dem Rathaus errichtete.

Augsburg Oberhausen Altes Rathaus - Chana Tausenfels


Impressions from Augsburg Oberhausen

July 2, 2013

Augsburg Oberhausen Altes Rathaus 2013

400 year old town hall of Oberhausen at Wertach (Augsburg) next to the historical brewery inn from 1720

Augsburg Oberhausen alter Braugasthof neben Rathaus

Augsburg Oberhausen Altes Rathaus TreppengeländerTreppe im Alten Rathaus von Oberhausen

Augsburg Oberhausen Rathaus Rückseite Peter Paul KircheOberhausener Rathaus Rückseite mit Peter Paul Kirche

Das historische, über 400 Jahre alte Oberhausener Rathaus, das in den letzten Jahren wohl absichtlich vernachlässigt wurde, um Denkmalschutzaspekte zu hintertreiben ist nach dem Abriss des Oberhausener Schlosses (heute vom sog. “Josefinum” überbaut) und der Vogtei der letzte Überrest aus der Zeit des alten Oberhausen. Die Kirch in ihrem heutigen Aussehen stammt aus der Zeit um 1700. Nun soll das bedeutende Denkmal doch abgerissen werden, um einer Turnhalle Platz zu machen, die zum einem dem Charakter des historischen Ortskern nicht entsprechen kann. Da man Turnhallen nicht so baut, dass man sie auch in 400 Jahren noch benutzen kann und attraktiv findet, ist es auch klar, dass nach 20 oder 30 Jahren spätestens Sanierungsbedarf besteht und der geplante Neubau altmodisch und schändlich wirkt. Man wird sich später zurecht fragen, welche “Verantwortlichen” das waren, die dafür das alte historische Rathaus und damit die Idendität des Ortes vernichtet haben.

* * *

Oberhausen at Wertach, home of Nathan of Oberhausen, one of the progenitors of the Frankfurt Rothschild family, is going to lose it’s historical identity. The municipality in all seriousness wants to destroy the over four hundred years old stately town hall building – under the rather ridiculous pretext of some mold in the basement, which of course could have been eliminated in 3 years of “discussion” – in order to replace it by a featureless sportshall (although there already are other gymns as well as other building f ground).

There are no special points for guessing that the gym of course will not last 4 centuries as well, but most likely not even 4 decades until it will be in dire need of redevelopment. Then at the latest people will ask who was so stupid and acted without due consideration back then.


Gut gemeint, aber …?

June 28, 2013

Es war schon mit einem gewissen Aufwand verbunden, den Bericht der “Augsburger Allgemeinen” zur gemeinsamen Begehung des jüdischen Friedhofs an der Hooverstraße mit den Lokalpolitikern Dr. Christian Kreikle und Stefan Quarg in der vergangenen Woche, überhaupt zu bekommen. Der von Peter K. Köhler verfasste Artikel in der “Wertachanzeiger”-Ausgabe “AZ vor Ort” vom gestrigen Donnerstag fand sich nämlich nicht in den Exemplaren am Oberhausener Bahnhof, an diversen Tankstellen und Zeitungsläden im Verbreitungsgebiet (Oberhausen, Bärenkeller, Kriegshaber, Pfersee und Innenstadt).

Augsburger Allgemeine Artikel zu Kriegshaber Friedhof Mauer - Juni 2013AZ vor Ort: “Gut gemeint, aber nicht gut gemacht

Eine Rarität der Artikel trotzdem nicht, aber er enthält doch eine überraschend hohe Anzahl an Ungenauigkeiten – wahrscheinlich muss man dem an jenem Tag sichtlich leidenden Autoren des Artikels, die in hießigen Breiten doch eher ungewohnten, fast israelischen Temperaturen von beinahe 40° C als mildernden Umstand zugute halten – doch einige Anmerkungen und Korrekturen bedarf es nun doch, da andernfalls der Eindruck erweckt werden könnte, als stammten diese oder jene Aussagen von unserer Seite. Wer uns kennt oder öfter hier liest, wird das sofort erkennen.

Die meisten Grabsteine in der Ruhestätte sind so verwittert, dass die Inschriften nicht mehr zu lesen sind. Das stört Yehuda Shenef vom Jüdisch Historischen Verein nicht, es entspricht dem natürlichen Lauf der Dinge.“

So wie wir Yehuda Shenef kennen, stört ihn das durchaus, sehr sogar.

Der Friedhof war lange Jahrzehnte ziemlich verwildert…“

Das Gegenteil war der Fall. Das Gelände war bis in 1950er Jahre faktisch baumfrei. Die Verwilderung des Friedhofs machte sich vor allem ab 2005 bis 2007 breit.

Anwohner kommen ebenso wie Ehrenamtlich von St- Thaddhäus, etc.“

Das war in der Vergangenheit durchaus der Fall, gab es aber zuletzt Ende 2009, nicht mehr aber seitdem das bis dato leer stehende Friedhofswächterhaus im Mai 2010 neu vermietet wurde.

Im 17. Jahrhundert wurden die Juden aus der Stadt vertrieben.“

Die sog. „Ausweisung“ aus Augsburg erfolgte mit dem Beschluss von Sommer 1438 (also zu Beginn des 15. Jahrhunderts), wobei den Juden eine Frist von zwei Jahren eingeräumt wurde, ihren Besitz in der Stadt zu verkaufen. Von einer „Vertreibung“ kann und konnte auch keine Rede sein und war unsererseits auch nicht. Nicht nur in den Jahren nach der ominösen 2-Jahres-Frist, sondern eigentlich auch in den fortlaufenden Jahrhunderten gab es mit wenigen Ausnahmen weiterhin Juden die in Augsburg lebten und arbeiteten. Darüber haben wir auch auf diesem Weblog schon des Öfteren berichtet.

„… Dort finden sich Namen mancher in Kriegshaber ehemals bekannter Familie wie Einstein oder Goldstein“.

Die Kriegshaber Familie „Einstein“ ist sicherlich in den letzten Jahren wieder bekannter geworden durch Publikation (etwa von Gernot Römer oder  im Rahmen der „Lebenslinien“-Reihe des Jüdischen Kulturmuseums), von unserer Seite sicherlich nicht. Nicht weil wir etwas gegen die Familie Einstein oder gegen Viehhändler hätten, sondern weil unsere Schwerpunkte andere sind und wir ganz gewiss mehrmals auf verschiedene Personen aus den Familien Ulmo, Wertheimer und Obermayer, aus weiter zurückliegenden Zeiten hingewiesen haben.

Der Name „Goldstein“ ist uns im Zusammenhang mit dem Friedhof an der Hooverstraße noch nie begegnet, jedoch wurden wir schon Dutzende Male nach einem „Metzger Goldstein“ in Kriegshaber gefragt, ob dieser denn jüdisch sei. Nun, wahrscheinlich doch nicht, denn nicht alles was glänzt, ist auch jüdisch … Auch die Goldbären von Haribobo sind ja keine jüdische Erfindung und weder Silber- noch Goldfisch sind koscher. 😉

Gäbe es in der Region einen koscheren Metzger, hätte sich das übrigens auch deutschlandweit und darüber hinaus längst rumgesprochen, denn jüdische Metzger sind heute in Deutschland so selten, dass sie praktisch an einer Hand abzuzählen sind, ohne dass man alle Finger beanspruchen müsste.

 

Grabstätten … werden nicht mit Blumen bepflanzt, sondern mit Rasen bedeckt.“

Das mit dem Blumen stimmt, das mit dem Rasen ergibt sich allenfalls von selbst, geschieht aber nicht gezielt oder absichtlich. Zur Kennzeichnung des Grabes gibt es das Grabdenkmal zu Ehren und zur bleibenden Erinnerung des Verstorbenen.

 

Nach der Beerdigung wird wie auf christlichen Friedhöfen, ein Grabstein oder eine Grabplatte gesetzt, eine intensive Grabpflege ist in der jüdischen Tradition nicht üblich.“

Soweit wir es verstanden haben, werden christliche Gräber an die Angehörigen der Verstorbenen auf Zeit vermietet. Wird diese Pacht nicht verlängert, wird das Grab ausgehoben und der Platz vermietet an Leute die zahlen können. Darin eine „intensive Grabpflege“ zu sehen, käme uns nicht in den Sinn.

Die auf die Dauer der Welt ausgerichteten jüdischen Gräber dürfen und sollen durchaus gepflegt werden und wo es noch Angehörige gibt, findet das auch statt. An der Pflege muss aber nichts „intensiv“ sein, es reicht aus, wenn sie regelmäßig ist und jede Form von Verfall verhindert.  Das gebietet schon das Gebot der Tora: „Ehre Vater und Mutter, damit du selbst lange lebst auf dem Land, dass Gott dir gibt …“ Was die Tora damit sagt ist dies: Wer das Andenken an seine Vorfahren nicht ehrt und pflegt, hat keine Kultur und weder Vergangenheit noch Zukunft.

 

Die Grabsteine oder Platten verwittern im Lauf der Zeit als Symbol der Vergänglichkeit“.

Nein, wenn dem so ist, dann als Indiz mangelnder Pflege.

 

Kriegshaber war lange Zeit ein Zentrum der jüdischen Gemeinde.“

Nicht nur Kriegshaber, sondern in mindestens derselben Weise auch Steppach und vor allem doch Pfersee.

 

Juden errichteten auf den wenigen Grundstücken, die sie erwerben durften…“

Sie unterlagen keinen anderen Bedingungen als Christen die Grund und Boden erwerben konnten, stellten aber für einen größeren Teil der Kriegshaber Geschichte die Bevölkerungsmehrheit im Dorf. Der Ortskern von Kriegshaber an der ehemaligen Hauptstraße war fast ausschließlich von Juden bewohnt. Dort befindet sich auch die ehemalige Synagoge. Der Kirchenbau auf der anderen Straßenseite war auch nur deshalb möglich, weil die jüdische Gemeinde das Grundstück dazu verkaufte. Eigentlich sollte hier um 1846 eine neue, wesentlich größere Synagoge gebaut werden, für die bereits die königliche Baugenehmigung aus München vorlag und u.a. auch Spendengelder von der Bankierfamilie Rothschilds eingetroffen waren, jedoch hatten nun zu viele Juden Kriegshaber in Richtung Großstädte und USA verlassen. Der Neubau hatte sich nicht mehr rentiert und man sanierte stattdessen die alte Synagoge, die jetzt auch wieder renoviert wird, jedoch als „Museum“.

Als letzte Kritik wollen wir schließlich noch darauf verweisen, wie eigenartig es doch ist, dass auch in der Bildunterschrift Dr. Kreikle namentlich nicht erwähnt wird. Das ist insofern eigentümlich, da er den Termin organisert hatte. Unsererseits jedenfalls danken wir ihm dafür ausdrücklich. Wie in der angeschnitteten Kurzmeldung neben dem Artikel zum jüdischen Friedhof noch zu sehen ist (- das alte Rathaus von Oberhausen, welches angeblich kein Denkmal sei und deshalb abgerissen werden könne), hat längst nicht jeder Stadtteil fähige Lokalpolitiker mit einem Gespür für Geschichte und Zusammenhänge. Eigentlich fehlen sie an allen Ecken und Enden.


Das alte Rathaus im heutigen Augsburger Stadtteil Oberhausen

June 27, 2013

Die älteste bekannte Darstellung des stattlichen Gebäudes stammt aus der Zeit um 1650, doch dürfte das Gebäude selbst zumindest noch einige Jahrzehnte älter sein und aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg stammen.

Augsburg Oberhausen Altes Rathaus Hirblinger Str Zollernstraße

Luftbild (Google Earth) des alten Oberhausener Marktplatzes mit dem wuchtigen Rathaus

Augsburg Oberhausen Altes Rathaus - Chana TausenfelsRekonstruktion des Oberhausener Rathauses um 1650 von Chana Tausendfels

Gasthof Fassade Oberhausen Augsburg Zollernstraße Biergartenerhaltene vergleichbare Fassade am Gasthof/Biergarten an der Zollernstraße, gegenüber des Rathauses


Ist das Rathaus von Oberhausen an der Wertach (Augsburg) in Gefahr?

December 24, 2010

Oberhausen an der Wertach wurde 1911 Bestandteil von Augsburg und nur noch wenige Leute wissen, dass es eine eigene Geschichte hatte, wozu auch eine eigene jüdische Gemeinde im 16. Jahrhundert gehört, wie auch ein Rathaus, in dessen Obergeschoss es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch Unterrichtsräume für die jüdischen Schüler des Ortes gab, die Kinder von zugewanderten Arbeitern der in Oberhausen ansässigen Textilfabrik des Moses Landauer waren. Sogar Talmud wurde dort unterrichtet.

Obwohl selbst die ältesten Spuren von Römerlagern, die Augsburg schon lange vor der Eingemeindung Oberhausens, geschickt für sich beanspruchte, ist Oberhausen an der Wertach nicht wirklich geschichtsträchtig. Dies liegt auch am meist lieblosen Umgang mit dem lange Zeit heruntergekommenen, lieblos behandelten Stadtteil, der in manchen Teilen ein gewisses Schmuddel-Image hatte und für manche wohl auch noch hat. Häuser, können hier, wie in der Donauwörther Straße jahrelang bröckeln, ohne dass etwas geschieht. Offenbar lohnt sich das finanziell für irgendwen.

Nun aber wird seitens der Stadt Augsburg allen Ernstes sogar erwogen, das alte Rathaus – im geschichtslosen Oberhausen den meisten ohnehin nur als mitunter eher problematisch empfundenes, weil überwiegend von „Ausländern“ frequentiertes, Jugendzentrum („He, Alter, was geht?! – Schau ned so blöd!“) geläufig – an der Hirblinger Straße bei der Peter Paul Kirche abzureißen, um an seiner Stelle eine angeblich dringend benötigte Turnhalle zu bauen.

Als Grund dafür wurde Schimmel in den Kellerräumen des alten Rathauses vorgegeben, was kaum glaubhaft sein dürfte. Wenn man jedes Haus, in dem Schimmel auftritt mal eben abbrechen würde, würde es bald anders aussehen in der Stadt.  Wahrscheinlich geht es aber eher um kolportierte Fördergelder die für einen Turnhallenbau „fließen“ könnten. Die sind aber zweckgebunden, dürfen also nicht für eine billigere Sanierung des historischen Baus benutzt, sondern nur einem Neubau gewidmet werden. Folglich wird pünktlich zum christlichen Weihnachtsfest also der Knüppel ausgepackt und mit ihm das historische Erbe des (selbst)vergessenen Stadtteils zerschlagen – am besten noch zum Jubiläum der Eingemeindung demnächst – und zugleich wird mit dem Geldbündel gewunken, um scheinbare Geschenke zu verteilen, die es nicht wirklich braucht, zumal sie ja auch keine sind. Eine Turnhalle für die Schule passt besser als die „herumlungernden“ Ausländerjugendlichen. Dass dabei auch noch ein letzter Rest alter Ortsgeschichte zertrümmert wird – wen kümmert es? Fördermittel sind wie Zuckerguss zu Weihnachten. Frohes Fest!

Oberhausen Augsburg Altes Rathaus 2003  Old townhall of Augsburg / Oberhausen (built about 1690)

Übrigens gibt es in Oberhausen keinen Turnhallenmangel. Schon 1883 hatte der Turnverein an der Donauwörther Straße neben dem damaligen Bärenwirt eingeweiht. 1920 wurde sie in den aus Augsburger und Oberhausener Turnvereinen fusionierten „TSV 1871 Augsburg“ integriert. Der Verein existiert noch, die Halle nicht mehr. Sie wurde abgerissen, aber schon 1994 durch einen Neubau am Maierweg in Oberhausen-Nord ersetzt. Nach der Turnhalle riss man an der Donauwörther Straße Ende der 1990er Jahre auch die letzten Reste des alten Brauerei-Gebäudes des Bärenwirts ab. Beide Abrisse hinterlassen bis heute eine große zusammenhängende Baulücke, für die sich offenbar niemand interessiert. Aber wahrscheinlich lohnt sich auch da der Leerstand. Platz für eine neue Halle am historischen Platz wäre vorhanden. Ach was, ein Stadion könnte man dort bauen.


Karte: Die Juden in Bayerisch-Schwaben

January 31, 2010

Orte mit nachmittelalterlicher jüdischer Geschichte im Bayerischen Schwaben, in Nordschwaben, der ehemaligen österreichischen Marktgrafschaft Burgau und im Medinat Schwaben.

Places in Bavarian Swabia, Northern Swabia, the former (Upper) Austrian Margravate of Burgau and Medinat Shwaben with postmedieval Jewish history.


The wooden grave marker of Mordechai the Kadosh from Kriegshaber Jewish Cemetery

January 13, 2010

Some meters east of the former keepers house at the Jewish Cemetery of Kriegshaber Pfersee (today in the north-western part of Augsburg) there was a somewhat rare wooden grave marker. According to the Hebrew inscription, photographed and noticed by Theodor Harburger in 1927, it belonged to the “kadosh” (lit. “saint”, means: “martyr”) Mordechai ben Mordechai from Kassel, died on 19th/20th of November 1805. His memorial plate which is somewhat rotten by condensation and illegible now (since 2000 ?) is part of the Judaica-Exhibition at the “Jewish Cultural Museum” which since 1985 is hosted in the west wing of the Augsburg synagogue, while the actual cemetery plot fell into oblivion.

However the Harburger photograph allowed to relocate the exact spot and thus we retraced in fall 2007 under the sward the bordering where the grave marker bordered by a rack with glass plates. The  completely overgrown casing we had discovered only in fall 2009 at the north-eastern cemetery wall. So the exact cemetery plot was known, the measurements (95 cm to 32.5 cm to 3 cm as recorded by Theo Harburger) from 1927 as well as the inscription of the wooden monument, which translated in English reads:  “Here is buried the Saint Mister Mordechai son of Mister Mordechai of blessed memory from Kassel, on day 3, the 27th of Marcheshvan 566 according to the minor era (which omits the thousands of the date).”

Mordechais death is at a time when the Free Imperial City of Augsburg lost her sovereignty and gets a part of Bavaria. On 9th of October 1805 French troops occupied the neutral City and the day after Napoleon himself came for a two-day visit before he advanced toward Munich (where he arrived on October 16th). After the (fourth) Peace of Pressburg, the territories of the ceasing Upper-Austrian Margravate of Burgau as well as the Free Imperial City of Augsburg were ceded to Bavaria, the allies of the French.  At the end of December 1805 French troops left the territory and Bavarian troops promoted and took control. So for Augsburg and the rural communities in her west it was a decisive period in history with far-reaching consequences and a period of transition as well.

Local Jewish court factors and military suppliers like Kaula, Obermayer, Mendle and others needed to reorient to the new circumstances, as well as the Christian ruling class of the once proud and powerful Imperial city.  

Mordechai presumably was not from the city of Cassel (since 1926 written as Kassel with K) as the inscription of his grave marker suggests, but rather a member of the renowned and widely ramified Cassel-family, aka as Goldschmidt-Cassel or Buchsbaum, which had many family relations to Swabian Jews at Pfersee, Kriegshaber, Augsburg and Munich. Already in 1560 Nathan of Oberhausen on the Wertach (river), which now also is a part of Augsburg, left his home village Oberhausen and moved to Frankfurt on the Main, where he married  Brendl the daughter of a Jew who lived in the Buchsbaum (lit. boxtree) house of the Frankfurt Ghetto. Nathan who adopted the name and called himself Nathan Buchsbaum was a partner of Simon Ginzburg the patriarch of the Ginzburg-Ulmo family who later dominated Pfersee and Kriegshaber, and is an ancestor of succeeding members of the Buchsbaum-, Goldschmidt-. Goldschmidt-Cassel and Cassel-families. Nathan died 1575 as a wealthy man.  

Mordechais presence in the region however obviously wasn’t  entirely coincidental but rather is to be seen in the context of a ramified family network. As a likely member of a Cologne based family of financiers Mordechai Cassel conceivably was occupied with military supply as well.  In this context the reference “saint” perhaps may be somewhat euphemistic, but of course there are many circumstances imaginable in what way he died. According to the inscription “kadosh” we only may conclude that it was a violent death in a way that motivated the mourners to call him a “martyr”.  

The current and familiar understanding of wooden memorial plates as indication for poverty disregards that plates of oak wood are not cheaper than sandstone grave markers. Actually wooden plates may be more expensive and in addition also more durable than sandstone, which often crumbles after two or three decades. The assumption that wooden plates are only used out of shortage of money is based on an error in reasoning. Since wooden grave markers are very rare, it also implies that most Jews are “rich”, what of course is an often borrowed cliché. The reasons why there actually are only few wooden memorial plates at Jewish cemeteries of course are quite different. One reason is that wood other than stone is burnable. Wooden memorials also have no footing underground and therefore they are less  stable and last but not least wooden grave marker are way lighter than sandstone plates which at a height of one meter may weigh 250 kg or more. So wooden plates of course are an easy prey for thieves. It is commonly known that many Jewish grave stones had been stolen and were misused as construction material, but to burn wood needs no construction site but only a cold winter. The usage of the plates as firewood reduces them to ashes and leaves no marks.

Since the rotten and illegible wooden plate of Mordechai is a mere exhibition piece of the “Kultusmuseum”, there also is no mark left to remember the deceased who still is buried at the cemetery. Actually the Halacha forbids the removal of grave markers from a graveyard, since the function of a memorial plate obviously is to commemorate the death as well as to mark the actual burial place.  But since the original piece is rotten we seek to renew the memory of the “saint” Mordechai who died more than two hundred years ago with a new plate. We may comply all requirements since we know the exact position of the burial place, the exact measures of the original grave marker as well as the exact wording of each line of the inscription. The material costs are manageable if the willingness of the relevant is given to restore the honor of Mordechai the kadosh.