Rabbiner von Augsburg: der MaHaRaM


Der MaHaRaM (Morenou HaRav Meïr) Meir bar Baruch (- ר מאיר בר ברוך  -) wurde 1215 als Sohn von Rabbi Baruch in Worms geboren und studierte in Wien, Augsburg, Würzburg und hernach u.a. bei Rabbi Jechiel ben Josef in Paris. Dort wurde er Zeuge von Angriffen gegen Juden und Verbrennungen des Talmuds, doch es gelang ihm im Jahr 1242 zu entkommen und ein kostbares Exemplar des Buches aus Paris zu retten.

Meir erwarb sich schnell einen bedeutenden Ruf als Tosafist und gelehrsamer Rabbiner der bedeutendsten deutschen Gemeinden seiner Zeit, darunter Nürnberg, Würzburg, Worms, Mainz und Augsburg. In die allgemeine Geschichte eingegangen ist er freilich als Rabbi Meir von Rothenburg.

Im Jahre 1283 reagierte Rabbi Meir auf die drückende Besteuerung und sich wiederholende Anschuldigungen über sog. Schändungen von Hostien (lat. „Schlachtopfer“) mit einem Appell an alle Juden des Landes, ins Land Israel auszuwandern – mehr als sechshundert Jahre vor Theodor Herzl. Mit seiner Familie und zahlreichen Anhang machte er sich auf den Weg, wurde aber verraten und am 4. Tammus 5047 (= 1286) gekidnapped – das Datum jährt sich übermorgen zum 723. mal. Die Steuereinnahmen der Juden wollten sich die Herrscher nicht entgehen lassen. Für die Freilassung des Rabbiners versuchten Bischöfe und Kaiser die (bei einer jährlichen Kopfsteuer von einem Gulden) damals unfassliche Summe von 30.000 Gulden zu erpressen, doch Rabbi Meir weigerte sich dies zu akzeptieren, um keinen Präzedenzfall zu schaffen und verbot seiner Familie und Anhängern, Geld für diesen Zweck zu sammeln. So kam es, dass er in der Festung Ensisheim Jahre bis zu seinem Tod im Frühjahr 1293 als Gefangener verblieb. Dies trug ihn u.a. auch den Ehrentitel des Meor hage’ula – Licht des Exils – ein, neben Raschi und Rabbenu Gerschon der einzige Rabbiner, der so bezeichnet wurde. Erst Jahre nach seinem Tod durfte sein Leichnam auf dem Friedhof seiner Geburtsstatt Worms bestattet werden. Dort ist sein Grab heute noch Anziehungspunkt zahlreicher Pilger aus aller Welt, während Rothenburg vor allem touristisch für ihn wirbt.

Dass der MaHaRaM aber sowohl als Lernender wie auch als bedeutsamer Lehrender in Augsburg weilte, ist in Augsburg selbst seit Jahrhunderten kein Thema gewesen, …

Kein Platz, keine Tafel erinnert an ihn …

 

מהר"ם - Meir bar Baruch - Rabbi of Augsburg

מהר"ם - Meir bar Baruch - Rabbi of Augsburg

Meir bar Baruch, the Maharam, Augsburg’s major Rabbi his expertises still  are of high relevance to advanced students of Talmud-Torah and mediaeval history as well.

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3 Responses to Rabbiner von Augsburg: der MaHaRaM

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