Die gelben Judensterne von Fischach

January 27, 2010

The yellow badges of Fischach

An conifer at the brumal marketplace of a small rural town in Bavaria decorated with stars is anything but special since most instantly will think of Christmas. In Fischach however at the Marktplatz right where the Hauptstr. begins, in front of the Kreissparkasse (local savings bank) just opposite the corner of the street “Am Judenhof” (”At the Jews court”) was a huge conifer with several dozens of yellow stars in the very manner as the Nazis made their “Judenstern” (but without marking) variation of the Zionist symbol “Star of David”.

The yellow bagde with six pointed rays was introduced by the Nazis as a sign of public stigmatization of Jews in all German occupied Europe. In fact it was the perversion of the book “Stern der  Erlösung” (“Star of Redemption”) written by German Jewish historian and philosopher Franz Rosenzweig (1886 Kassel – 1929 Frankfurt), which now had turned to a “Stern der Endlösung” (“Star of Extermination /or: Final Solution”) and is the emblem for the mass murder of more than six millions of Jews …

It is difficult to say, whether this is the way to decorate Christmas trees in Fischach, but as our pictures from today have the date of January 27th – and Christmas obviously was celebrated a whole month ago. So the second guess is that all the umpteen yellow Judensterns at the village center of Fischach refer to the Holocaust Remembrance Day which was established in Germany in 1996 as an annual day of commemoration (in 2001 also adopted by the United Nations).   

Judensterne am Marktplatz von Fischach

Geschmückte Nadelbäume sind nichts ungewöhnliches auf winterlichen Marktplätzen. Anders ist es vielleicht in Fischach, wenn einen Monat nach Weihnachten ein großer Baum übersät ist mit gelben Sternen die an die bei den Nazis zur Diskriminierung von Juden gebrauchten „Judensterne“ erinnern. Weihnachten liegt schon mehr als einen Monat zurück.  Vielleicht sind die Sterne ja auch eine Würdigung der Fischacher an den 1996 in Deutschland eingeführten Holocaust Gedenktag zur Erinnerung an die „Befreiung“ des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945.

הטלאי הצהוב

(detail)


“… die Juden in Augsburg zu kennzeichnen mit einem gelben Ring…”

September 23, 2009

Gelber Ring als Kennzeichen an Autos

Gelber Ring als Kennzeichen an Autos

Am 23. September 1434, d.h. heute vor exakt 575 Jahren wurde mit kaiserlicher Genehmigung den Juden in Augsburg verordnet, an ihrer Kleidung einen übergroßen gelben Ring zu tragen:

“… die Juden hie zu Augsburg ze bezaichnen mit ainem gelben Ring, der einer spann weyt und ein völligen Dumen breit brait sey …”

und zwar

” … uff daz claid, ez sy mantel oder Rogg ze nayen und nit ze bedecken …”

Dies galt auch für auswärtige Juden, die in die Stadt kamen, aus welchen Gründen auch immer.

Wer als Jude dagegen verstieß, hatte 3 Gulden zu bezahlen, was der mehrfachen Jahressteuer pro Kopf entsprach und für einen Monat die Stadt zu verlassen, was bei ungüstiger Witterung einem wahrscheinlichen Tod gleichkommen konnte.

 

at the former Judenwall in Augsburg

at the former Judenwall in Augsburg

Is it possible to clarify and study a subject as the yellow badge or ring by varying it by relating or misrelating de/”contextualize”) a former function which today only is known as symbol hinting at a much newer one …

yellow badge with Augsburg landmark Perlach Tower

yellow badge with Augsburg landmark Perlach Tower

There are many open questions: Is the design of prohibition signs influenced by a (yellow) ring:

 

 

Was there ever an option? Gab es jemals es eine Wahl?

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Mittelalterliche Geschichte: Der Gelbe Ring als Zeichen der Juden in Augsburg

August 13, 2009

Am 23. September 1434 wurde die Verordnung erlassen, die Juden in Augsburg verpflichtete, einen gelben Ring mit stattlichen Ausmaßen auf ihrer Kleidung zu tragen. Wir erinnern in diesem Sommer an das 575. Jahrestag dieses unheilvollen Tiefpunkts mittelalterlicher Augsburger Geschichte. Die christlichen Geistlichen hatten schon lange darauf gedrängt, doch erst der in Nürnberg geborene neue Kaiser Sigismund stimmte darin überein, die Juden in seinem Reich mit Abzeichen zu kennzeichnen, damit diese „nicht gleich Ehr und Gruß empfangen, dessen sie nit werth seyen“.

Das ist zu eindeutig, als dass es sich schönreden lässt und kommt logischerweise jedem in den Sinn, der eine Erklärung für die Praxis des “Judenstern” der Nationalsozialisten im sog. „Dritten Reich“ haben möchte.

Unter Sigismund, selbst von fanatischen Predigern (Langenstein, Dinkelsbühl, …) geprägt oder erzogen vollzog sich für die Juden in Österreich und Süddeutschland die Entwicklung zum Schlechten. Er starb bereits 1437 nach nur vier Jahren als Kaiser und so blieb der Schaden (abgesehen von jenem den er zuvor schon anrichtete) letztlich „begrenzt“.

Die Augsburger Juden freilich entgingen seiner auf religiösem Hass basierenden „Politik“ nicht. Eine Kette von Entrechtungen der Augsburger Juden führten letztlich im Jahre 1438 zum Ausweisungsbeschluss, für dessen Rechtfertigung sich nur lapidare christliche Gründe finden.

 

der Gelbe Ring - ein gutes Zeichen?

der Gelbe Ring - ein gutes Zeichen?

 

The Yellow Badge (or: Yellow Ring, French: rouelle) was a cloth patch that Jews were ordered to sew on outer garments in order to prevent that Jews in public would “get greeting and honors they were not worth for” as the Imperial deed by emperor Sigismund on 23rd of September 1434 puts it. On that date Jews in Augsburg were ordered to wear an huge yellow ring with a diameter of almost 20 cm. This summer we commemorate the 575th anniversary of the introduction of the sign that segregated and finally excluded the Jewry of Augsburg where they were banned only four years later in summer 1438.