Ausgrabungen beim Augsburger Stadttheater

August 15, 2017

Am Augsburger Stadttheater, wo auf der Westseite Wiese und Park im Lauf jahrelanger Bauarbeiten durch was auch immer ersetzt werden soll, haben die fürs Frühjahr terminierten Aushub-Arbeiten begonnen, die “der Archäologie” gewidmet sind, jener Disziplin, deren Stellenwert in Augsburg bekanntlich so relevant ist wie die Zeitung von vorgestern: “Das interessiert heut keinen mehr.”

However, falls was zu sehen ist, werden wir als direkte Nachbarn  es ab und an zufällig hin schauen und berichte. Zu sehen jedenfalls sind durch erste Ausgrabungen bereits weiter Reste der früheren Stadtmauern, deren Vorläufer vor über 700 Jahren von den Augsburger Juden errichtet wurden.


Augsburg: Aus einem Brunnen in den anderen

May 7, 2014

Aus einem Brunnen in den anderen fallen, heißt so viel wie “von einer Not in die nächste geraten”, oder wässrig gesprochen “vom Regen in die Traufe”.

Augsburg als Stadt kann das nicht passieren, bewirbt sie sich ja mit dem Thema Wasser als Weltkulturerbe. Zugegeben verstehen das Konzept nicht alle Augsburger, auch weil immer mehr Brunnen in der Stadt verschwinden, jüngst erst der Brunnen am Platz vor dem Hauptbahnhof.

Augsburg Bahnhofsplatz Brunnen Demontage 2014Ende Februar demontierter Brunnen am Bahnhofplatz

Aber es gibt auch Anhaltspunkte dafür, dass Brunnen in Augsburg doch eine Zukunft haben könnten und nicht wie Bäume systematisch ausgerottet werden. Zum einem befindet sich die am Königsplatz demontierte Figur des Manzu-Brunnens nun in einen Seitenraum der IHK beim Theodor Heuss Platz:

Manzu Brunnen Figur Augsburg IHK

… zum anderen deuten Bauteile des Sockels am Anna-Platz an, dass der lange vermisste Goldschmiedebrunnen von Frau Ullmann-Bühler wieder zurückkehren könnte. Es wäre zwar nicht der Originalplatz, wie behauptet wurde, aber immerhin am Platz doch selbst und nachdem man den brunnen kurz vor dem hundersten Jahrestag seiner Errichtung am 9. November 1912/2012 vor dem damaligen Stetten Institut demontierte, wäre das schon was.

Augsburg Annaplatz Goldschmiedebrunnen Fundament Aufbau Mai 2014


Augsburg wartet

December 11, 2013

Augsburg wartet, … zwar nicht auf Godot, aber etwa auf das Ende der Bauarbeiten in der Innenstadt, die Eröffnung der mit etwas skeptischen Unterton “UFO” genannten dreieckigen “Drehscheibe” am “neuen” Königsplatz, auf Weihnachten oder den neunten Tag des Chanucka. Wenige nur warten auf die Wiederaufstellung des von der jüdischen Bankiersgattin Sabine Bühler 1912 gestifteten Goldschmiede-Brunnens, der ganz knapp vor seinem 100. Jahrestag Anfang November 2012 … abgebrochen wurde.

Augsburger Goldschmiedebrunnen März 2012Augsburger Goldschmeide-Brunnen an seinem historischen Stellplatz

Wieder aufgerichtet werden sollte er im Frühjahr, doch ist davon rein witterungsmäßig nicht viel übrig geblieben und aktuell steht der Wiedererrichtung vor der Kreissparkasse bei der Anna-Kirche offensichtlich das als wesentlicher erachtete christliche “Weihnachts-Geschäft” im Wege. Der Unterbau des späteren Brunnens, im Laufe des Jahres mehrfach auf- und zugeschüttet, ist seit einigen Wochen mit einer grauen Plastikplanne überdeckt und seit dem Aufbau der christlichen Verkaufsbuden für Glühwein, Würstl und Co. mit Bauzäunen umrandet.

Goldschmiedebrunnen Augsburg Luther-Platz Karstadtdas abgedeckte Brunnen-Fundament Anfang November 2013

Die Brunnen-Figur ist noch immer eingelagert, weshalb sich die Aktivität innerhalb der Bauzaun-Eingrenzung derzeit vom blauen “mobi” Toiletten oder WC – Häuserl ausgeht. Umgeben von weihnachtlichen Glühwein-Duft muss dies in der Wasser-Stadt Augsburg derzeit als Anspielung auf den verwaisten und verschobenen Brunnen genügen.

Augsburg Goldschmiede Brunnen Ersatz AnnastrWasserkraft in Augsburg: Mobil-Toilette als Brunnenersatz hinter Glühwein- und Bratwurst-Buden

11.12.13


“Niemand hat vor eine Mauer zu errichten …”

October 9, 2012

Man könnte fast meinen, dass … das würde sicher auch gleich wieder dementiert, wohl ganz zu Recht. Was so aussieht, als wollte man in Augsburg nun gleichfalls eine hohe Betonmauer errichten, die von Ost nach West führt und den Südteil vom Norden der Stadt trennt, ist wohl nur ein Bestandtteil der durchdachten Planung zum (noch) lange anhaltenden Umbau des Königsplatz in Augsburg. Es besteht demnach keine Gefahr, dass künftig die Halderstraße und damit die Synagoge in Augsburg durch eine hohe Betonmauer durchtrennt wird und Synagogen- und Museums-Besucher werden keine Visas benötigen und keinen Checkpoint Mordechai passieren müssen.

Niemand hat vor eine Mauer zu errichten…” (nobody has the intention to build a wall) was the famous quote by Walter Ulbricht, then political leader of communist Eastern Germany only a few days before the construction works of the Berlin Wall actually started. Now in Augsburg in the context of the extensive reconstruction of the main trolley and bus station there is a new concrete wall which reminds of the Berlin wall. Of course there will be no wall which speratares  parts of Augsburg (but if so the wall would run in front of the synagogue – that is why we bother … haha), at least that is what politicians will say … just note the ladder leaning on the wall (second photo).

//