Let’s the river answer

June 26, 2015

Bote Ulm an der Donau Stadtmauerboats at old city wall of Ulm near river Danube

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Zu Besuch am Trachtenmarkt in Greding

September 3, 2013

Stadttor GredingStadttor

Stadtwappen Greding coat of arms

Coat of Arms City of Greding

Greding ist ein kleines Städtchen im mittelfränkischen Landkreis Roth, an der Schwarzach im Altmühltal, zwischen Ingolstadt, Regensburg, Oettingen und Nürnberg. Wie an vielen Orten der Region mangelt es auch in Greding nicht an sagenhaften Vorgeschichten, u.a. soll der Ortsname auf einen Personennamen “Grado” zurückgehen, was angeblich der Hungrige, Gierige” heißen soll, aber auch Spuren “keltischer” Besiedelung will man gefunden haben, … die konkretere Stadtgeschichte (mit Stadtrecht, Stadtsiegel, Stadtmauer mit 3 Toren und 20 Türmen) reicht aber immerhin auch ins 13./14. Jahrhundert zurück. Eine jüdische Gemeinde wurde 1298 von den Überfällen in Franken heimgesucht, wovon eine Erwähnung im Nürnberger Jiskor zeugt. Ansonsten ist nicht viel bekannt über Juden in Greding, obwohl es einzlene Hinweise immer wieder gibt. Zu Beginn der 1860er Jahre sind in amtlichen Büchern von 928 Einwohnern des Ortes 24 Portestanten und 17 Juden notiert. Im Bezirk um Greding sollen gar 272 Juden gelebt haben. Wesentliche Impulse gingen von hier aber wohl nicht aus. Bis zur Zeit Napoleons blieb Greding im Besitz der Bischöfe von Eichstätt, dann gehörte es einige jahre zu Salzburg und seit rund zweinhundert Jahren zu Bayern, was man anders als in den meisten anderen Gegenden Frankens auch sprachlich merkt.

Gredinger HeldenGreding gedenkt seinen “toten Helden von 1870 – 1871, 1914- 1918 und 1939 – 1945″

Squirrel Greding

1964 wurde am Kalvarienberg die Erprobungsstelle für Fernmeldegeräte und Elektronik der Bundeswehr, die sog. Wehrtechnische Dienststelle WTD 81 eingerichtet, die seit 2012 unter dem Namen Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAWBw) firmiert und für die nachrichtendienstliche Ausstattung der deutschen Armee zuständig ist.

Karner GredingSkulls & Bones im “Karner” am Kirchberg von Greding (ossuary)

Altstadt Turm Greding Hauben GredingTraditionelle Hauben

Seit 1994 gibt es in Greding einen Trachtenmagd, der inzwischen zu den größten seiner Art in Deutschland gehört und bei dem amtliche und private Anbieter Stoffen, Schnittmuster, Lederhosen, Dirndl, Hüte, Hauben, Gürtel, aber auch Bücher, Kurse, Techniken und vieles andere mehr anbieten. Seit einigen Jahren widmet lädt man auch Gastgruppen ein, die ihre Trachten vorstellen, wie etwa aus Böhmen, Südtirol, Elsass oder Spanien. In diesem Jahr stellten sich Muslime vor, die farbenfrohe Gewänder aus der Türkei, dem Balkan oder Turkmenistan darboten. Die Emrhzahl der Models stammten freilich aus der direkten Nachbarschaft und wurden mitunter auch augenzwinkernd als fränkische Turkmenen präsentiert. Sie boten einen eigenwilligen Kontrast zu den eher oberbayerisch geprägten Dirndl und Lederhosen-Trägern im Publikum, das eher zurückhaltend auf die durchaus gelungene Präsentation reagierte.

Rathaus Greding Türkische Trachten

 

Islamische Trachten Rathaus Greding

Turkmenische Trachten Rathaus Greding

Greding Turkmenistan TurbanTurkmenian flag and turban at Greding Rathaus

Greding Trachtenmarkt türkische Frauen Fladenbrot backenTürkische Frauen backen Lahmacun لحم بعجين am Gredinger Trachtenmarkt

Greding Grabrekonstruktion Archäologisches MuseumRekonstruiertes Bajuwarengrab im archäologischen Museum von Greding

Greding Grabrekonstruktion Archäologisches Museum Greding Bajuwarengrab Rekonstruktion

Bajuwaren Therapie Greding MuseumEigenartige “Bajuwaren-Therapie” der Fürstentor-Apotheke im Gredinger Museum

Demikamente Bayern Therapie GredingWohl analog zu den oben beschriebenen Mängeln befinden sich direkt neben den Figuren des rekonstruierten Bajuwaren-Grabes im Gredinger Museum eine Kiste mit Medikamenten-Packungen, wobei nicht ganz klar, ob es sich um gleichfalls rekonstruierte Grabbeigaben handelte.

 Medikament Voltaflex als Grabbeigabe Greding Archäologisches Museum

Greding Bajuwarengrab MuseumMöglicherweise echte Überreste der oben gezeigten rekonstruierten Bajuwaren-Gräber.

 Im archäologischen Museum gab es auch eine aktuelle Ausstellung über “Unterwäsche”, wozu auch “Kondome aus Schafsblinddarm” gerechnet wurden:

Kondome Schafsblinddarm Museum GredingLassen Sie Ihrer Phantasie ruhig freien Lauf

Ochsenbraten Trachtenmarkt GredingGebrillter Kuhüberrest am Trachtenmarkt Greding

Hutmacher Trachtenmarkt GredingHutmacher (“Hütler”)

Trachtenmarkt Greding RadhaubeRadhaube

Kirschenkönigindie “Kirschkönigin”, Karte und höchstselbst

Trachtenmarkt Greding AttraktionGredinger Blickfang neben der Uniformfabrik

Bayrisches Madl in GredingBayrisches Madl am Trachtenmarkt Greding

Musiker Trachtenmarkt GredingMusiker

Oberbayrische Trachten GredingKlassisch Oberbayerische Trachten

Klöppeln Greding Trachtenmarkt SterneKlöppel Sterne

Trachtenmarkt GredingZu Besuch in Greding

Greding Trachtenmarkt BänderBänder

Händler trachtenmarkt Greding

Stoff Trachtenmarkt GredingStoff

Knöpfe Greding TrachtenmarktKnöpfe

Trachtenmarkt Greding BesucherBesucher am Trachtenmarkt in Greding

Greding

Stempel Greding TrachtenmarktStoffstempel

Turm GredingStadtturm

Stadtbach GredingAm Stadtbach

Greding Dietfurt Elvis in BayernElvis Presley auf Manövern in Bayern

Greding Maul und KlauenseucheMaul-und Klauenseuche Greding (hoof and mouth desease, hmd)

Greding HütchenspielHütchenspiel ..?

Kinder Greding Trachtenmarkt


Augsburg lässt tief blicken

July 3, 2012

Augsburg – Gögginger Tor, Stadtmauer, Wehranlage und Brücke über den Graben, heute “Königsplatz” Baustelle

Weitere Ausgrabungen an der Baustelle des Königsplatzumbaus in Augsburg brachten umfassende Überreste der Mauer- und Brückenbefestigung hervor, die einstmals über den Graben stadtauswärts Richtung Göggingen und ins österreichische Pfersee führte.

Further diggings at Koenigsplatz construction site revealed more remnants of the wall and moat bridge of Augsburg’s medieval city fortification, what allows to study in some parts the techniques used at this time.

מער עקסקאַוויישאַנז בייַ קעניגספּלאַטז אין אַוגסבורג האָבן געפירט צו דער אנטדעקונג פון מער שריד פון די מיטטעלאַלטער סטאַדטמאַוער און בריק וואָס פון דאָ האט געפירט מעל החפיר

 די חפירה מאכט עס מעגלעך צו לערנען ווי אין פרייַערדיק זמן אַ ווערק פון דעם מין איז געווען געבויט

Gli scavi a Königsplatz in Augsburg ha rivelato i resti della fortificazione della città vecchia e il ponte sul fossato

 


Reste der Stadtmauer am Augsburger Königsplatz

June 17, 2012

Vom heutigen, derzeit grundlegen umgebauten Königsplatz verlief vom 1861 abgerissenen Gögginger Tor zum gleichfalls nicht mehr existierenden Eserwall, südwestlich von St. Ulrich, entlang der heutigen Konrad-Adenauer-Allee ein Teil der Stadtmauer. Der Abschnitt hieß innerstädtisch „Mittlerer Zwinger“ oder nach dem vorgelagerten Hirschgraben mitunter auch „Hirschmauer“, ist heute aber am ehesten noch durch den außerstädtischen Schießgraben, oberhalb der Adenauer-Allee geläufig. Die Mauerdicke entspricht nachgemessen 177 cm, was ziemlich genau dem vorgegebenen Maß von drei kleinen Augsburger Ellen (59.24 cm) entspricht. Die nun kurzfristig wieder freigelegten Funde sind keineswegs die Fundamente der mittelalterlichen Stadtbefestigung, da der hier verlaufende Hirschgraben mindestens 15 Ellen tief gewesen sein soll, was einer damals etwa neun Meter hohen Mauer entsprochen haben dürfte.

Construction works at Augburg Koenigsplatz (King’s Place) brought to ligth remants of the emdieval city wall fortification which led from the Goegginger Gate towards south to the Eser-Wall rampart. The wall was about 9 yards high and according Augsburg measure had a thickness of three small Augsburg cubits (1 small “Augsburger Elle” measured 59 cm or 23 inches) . The finding, which of course was no surprise, will as it is understood be buried again and partly used for the new construction which will be finished in 2013.

על עבודות השיקום בתחנת האוטובוס המרכזית באוגסבורג התגלו שרידים של חומת העיר העתיקה

במקום היה שער געגגינג שהוביל לפערשא ואת הקהילות היהודיות באוסטריה העילית

 


Der Jude Abraham von Schrobenhausen

March 30, 2012

Schrobenhausen in Oberbayern, ist ein kleines Städtchen auf halben Weg zwischen Ingolstadt und Augsburg gelegen und wird etwas glyphisch als „Lehnbachstadt im Spargelland“ beworben.

Gemeint ist damit, dass Schrobenhausen die Geburtsstadt des Münchner Porträtmalers Franz von Lenbach (1836-1904) ist, der u.a. Bismarck, den er rund achtzig Mal darstellte, Kaiser, Päpste, usw. malte und bereits in den 1880er Jahren Fotografien als Vorlagen verwendete. Vielleicht dem zuletzt recht inflationären Charakter seiner Kunst folgend ist heute auch in Schrobenhausen alles Mögliche nach ihm benannt. Schrobenhausen gilt sodann auch als Hauptort des bekanntesten bayerischen Anbaugebiets für Spargel (Asparagus), der aber in ganz Europa, Nordafrika und Asien verbreitet ist. Insbesondere chinesischer Spargel findet sich in Konserven in fast allen Läden. Zumindest am Augsburger Stadtmarkt ist jedoch in jedem Frühjahr ganz eigens der Spargel aus Schrobenhausen präsent und deshalb in der Region allgemein ein Begriff.

Der Ortsname Schrobenhausen wird erstmals in einer Urkunde um 790 als „Scropinhusen“ erwähnt und als Häuser eines „Scropo“ gedeutet. Der Urkunde gemäß wurden diese damals der Kirche in Freising geschenkt. Da danach jedoch keinerlei weitere Nachrichten über den Ort bestehen, ist dies eher fraglich und es könnten sehr wohl spätere Ansprüche mit rückdatierten Schriftstücken untermauert worden sein. Mit „Scropo“ als Namensgeber verbindet sich weder eine solche Person noch ein gebräuchlicher Name der entsprechend geläufig wäre. Lautlich kämen aus dem Mittelhochdeutschen „schrowe“ eine Art Kratzbesen (vgl. „schrubben“) oder „schorben“ (in kleine Stücke schneiden) in Betracht. Letzteres im Sinne von „kleingeschnitten“, „zerhackt“, könnte auf einen Ruinenort deuten. Verwandt wäre damit auch das hebräische חורבן (chorben), welches Ruine bedeutet.

Im 12. Jahrhundert ist der Schrobenhausen Sitz der lokalen Adelsfamilie der Marschalken 1310 wird der Ort erstmals als Markt bezeichnet. Von 1328 stammt das älteste bekannte Stadtsiegel mit dem heute noch geläufigen Kopf eines schwarzen Bären. 1388 wird S. im bayerischen Städtekrieg fast komplett zerstört, 1392 gelangen die Überreste an das Herzogtum Bayern mit Sitz in Ingolstadt. Schrobenhausen erhält nun das Recht zu bestimmten Steuereinnahmen (Salzniederlage, Wein, etc.) und bewirken so den Neuanfang und Wiederaufbau. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts entsteht die an manchen Stellen noch erhaltene Stadtmauer mit ihren eigenartigen kleinen Türmchen, wobei das Gelände der Stadt erweitert wird. 1447 wird Schrobenhausen erstmals in einer Urkunde als „Stadt“ bezeichnet.

Aus jener Zeit zu Beginn des 15. Jahrhunderts ist aus Augsburger Steuerurkunden auch der Jude Abraham von Schrobenhausen namentlich bekannt, der 1407 als Steuerzahler registriert wurde. Voraussetzung für eine solche Versteuerung war in der Regel entweder Hausbesitz in Augsburg oder aber  ein entsprechend gut laufendes Geschäft.  Denkbar ist beides. Und noch manch anderes. Der nur einmal als Abraham von Schrobenhausen bezeichnete Mann könnte mit einem ab 1415 nochmal nur Abraham genannten Mann identisch sein. Denkbar wäre auch, dass es sich um Abraham den Hochmeister, also Rabbiner handelt, der 1405 und 1406 in den Steuerlisten erwähnt ist und 1407 verstarb. Der hebräische Grabstein von R. Abraham bar Pinchas wäre bis heute erhalten geblieben. Sich vorzustellen, dass der Augsburger Rabbiner aus dem kleinen Schrobenhausen gekommen sein mag, ist keineswegs abwegig, den in der selben Zeit verzeichnen die städtischen Bücher ab 1409 Hillin aus Zusmarshausen als Schulklopfer der Augsburger Gemeinde, der bis 1437 verzeichnet ist. Bedeutende Ämter der Gemeinde konnten also durchaus von Zuziehenden aus eher kleinen Orten ausgefüllt werden.

Da die Steuereintragungen sehr lückenhaft sind und von Schreibern vorgenommen wurden, die man heute als faktische Analphabeten bezeichnen würde, lässt es sich letztlich ohne weitere Information nicht entscheiden, ob Abraham von Schrobenhausen mit einer der anderen Personen identisch war. Zweifelsfrei gehörte er aber in jener Zeit zur mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Augsburg, als diese mit rund sechshundert Menschen ihre größte Stärke erreicht hatte und zu den bedeutendsten in Europa zählte.

Die Herkunftsbezeichnung von Schrobenhausen belegt natürlich Abrahams Herkunft aus dem Ort und ist zugleich natürlich auch ein Indiz dafür, dass es in jener Zeit eine zumindest kleine jüdische Gemeinde, vielleicht mit einer Judengasse, Tauche, etc. gegeben haben müsste, da andernfalls seine Benennung als Abraham von Schrobenhausen wenig Sinn machte.  Wie dem auch sein, Abraham von Schrobenhausen entstammte einer Zeit in der sein Heimatort fast vollständig zerstört, aber auch wieder neu aufgebaut wurde. Er verbindet sich demnach mit der konkreten Ortsgeschichte, deren bauliche Strukturen heute noch an vielen Stellen des schönen Ortes wie in einem „Museum“ an die Vergangenheit erinnern.

In den folgenden Jahrhunderten wird Schrobenhausen durch zahlreiche Kriege zumindest indirekt in Mitleidenschaft gezogen, weshalb seine weitere Entwicklung stagniert. Schrobenhausen bleibt über Jahrhunderte hinweg ein kleines nettes Städtchen mit etwa tausend Einwohnern. 1832 wird der Ort im „Topo-geographischen-statistischen Lexikon vom Königreich Bayern“ von Eisenmann / Hohn folgendermaßen beschrieben:

Schrobenhausen, Städtchen an der Paar und an der Straße von Augsburg nach Regensburg, von Aichach 4 und von Neuburg 7 Poststunden entfernt. Es ist mit Wällen und Gräben umgeben und umfasst eine Vorstadt, ein Schloss, die Sitze des Landgericht Rentamts, ein Pfarramt im Dek. Aichach, eine Postexpedition, ein Rathaus, ein Magistrat, eine Pfarr- und zwei Nebenkirchen, zwei Spitäler, ein Leprosenhaus, 278 Häuser, 1695 Einwohner, drei Beneficiaten-Häuser, acht Brauhäuser, vier Branntweinbrennereien, eine Salpeter- und eine Pottasch-Siederei, je eine Mahl-, Öl-, Loh- und Papiermühle, hält drei Jahrmärkte, wöchentlich eine Getreideschranne und in der Fastenzeit wöchentlich einen Viehmarkt. In der Nähe breitet sich das bekannte Donau-Moos aus. Die hölzerne Brücke über die Paar hat drei Joche und 72 Fuß Länge; die Brücke über das Paarer Hochwasser zählt sechs Pfeiler und 123 Fuß Länge; die Ruhgraben-Brücke über die Paar 51 Fuß Länge, die Paar-Brücke bei der Donau-Mühle drei Joche und 77 Fuß Länge. Der Ort ward von Ludwig dem Gebarteten zur Stadt erhoben, im 30jährigen Kriege hart mitgenommen, im Jahr 1704 nach der Schlacht am Schellenberg von den Engländern und Österreichern geplündert, in den Jahren 1796 und 1800 von den Franzosen besetzt und hatte den zweimaligen Durchmarsch der Russen unter Souwaroff im Jahre 1799.

Der Eintrag beschreibt Schrobenhausen wenige Jahre bevor Franz von Lenbach hier geboren wurde. Zwar erwähnt die Beschreibung keine Juden, allerdings auch keinen Spargel, dafür aber immerhin acht Brauereien. Von ihnen hat sich wohl nur der Gritschenbräu halten können.

Als sich Mitte des 19. Jahrhundert etwas Industrie ansiedelt, wächst der Ort wieder und erreicht etwa zweitausend Einwohner. 1875 gibt der Anschluss an die Paartal-Bahn weiteren Auftrieb. 1925 verzeichnen die lokalen Behörden 3.927 Einwohner am Ort und 1939 war die Zahl bereits auf 5.223 angestiegen. Im Landkreis Schrobenhausen sind in jener Zeit 22.353 Katholiken, 439 Protestanten und zwei Juden registriert. 1946 erhöht sich die Zahl der Einwohner durch zahlreiche deutsche Flüchtlinge aus den verlorenen Ostgebieten auf etwa 8.000. Durch Eingemeindungen wächst der Ort bis in die 1970er Jahre auf seine heutige Größe von etwa 17.000 Einwohner an.

Schrobenhausen somewhere in the middle of a triangle between Donauwörth, Ingolstadt an Augsburg in Upper Bavary is a small town of some 17.ooo which remnants of the old city fortification date back to early 15th century which is the same time when in Augsburg Abraham of Schrobenhausen was recorded as Jewish taxpayer, indicating a Jewish history in the city at river Paar.

מסמכים מימי הביניים של אוגסבורג אזכור של אברהם שראבנהאוזן

בחלקים רבים של חומת העיר העתיקה מן התקופה באותו הזמן


1298: Augsburgs Juden bauen einen Teil der Stadtmauer

July 30, 2008

Am 23. August des Jahres 1298 verpflichteten sich die Repräsentanten der Augsburger Judengemeinde im Namen aller Juden der Stadt einen Teil der Augsburger Stadtmauer aus eigenen Mitteln und aus eigener Arbeit zu errichten. Dies sollte binnen vier Jahren unter der Aufsicht und nach den Angaben der Stadtpfleger geschehen. In der Verpflichtung miteingeschlossen waren auch Juden, die zwischenzeitlich die Stadt verließen (und zuvor einen finanziellen Beitrag zu leisten hatten), als auch jene, die hinzuzogen. Falls der Bau nicht fachgerecht ausgeführt oder fristgerecht fertig gestellt wurde, waren die Stadtherren der Verpflichtung gemäß ermächtigt auf das Vermögen der Augsburger Juden zurückzugreifen. Der Urkunde angeheftet wurde das Augsburger Stadtsiegel und das Siegel der Jüdischen Gemeinde Augsburgs (chotam kahal ogspurk). Das Dokument wie das Siegel sind im Original erhalten und befinden sich im Augsburger Stadtarchiv am Stadtmarkt, wenige Fußminuten vom Baugelände.

Der zu bewältigende Bauabschnitt reichte der mittelhochdeutschen Urkunde gemäß

„ain mauer machen wellen vor unser chirchhof hindan fuer der stat maur zem heiligen chriuece untz an den graben, in vier iaren“

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  Klinkermauer im Seldplan von 1521

(c) Städtische Kunstsammlung Augsburg

 

Als „Kirchhof“ oder andernorts „Judenkirchhof“ wurde der Friedhof der jüdischen Gemeinde bezeichnet. Zwar ist das Dokument der älteste erhaltene schriftliche Beleg für seine Existenz, dennoch kann man voraussetzen, dass er  schon früher bestanden hat. Möglicherweise aber nur für kurze Zeit, da das Areal nördlich und westlich der alten Augsburger Bischofsstadt erst in jenen Jahren in das Augsburger Stadtgebiet integriert wurde. In diesem Zusammenhang ist auch der Bau der Stadtmauer zu sehen. Dieser reichte nun vom „Judenkirchhof“ bis zum Kloster von Heilig Kreuz. Das entspricht der in späteren Augsburger Stadtkarten, die es erst seit dem frühen 16. Jahrhundert gibt, der „Klenker-„ oder „Klinkermauer“. Die Strecke der Mauer misst je nachdem wie man den Text deutet, 350 bis etwa 490 m. Allem Anschein nach wurde der Bau zur Zufriedenheit aller bereits im Jahre 1301, also einem Jahr vor Ablauf der gesetzten Frist im neuen Nordwesten der Stadt vollendet.

 

 

 

 

 

In diesen Tagen wurden bei Bauarbeiten am „Klinkertorplatz“ und entlang der Straße „An der Blauen Kappe“ in den 1870er Jahren überbaute Reste der Klinkermauer freigelegt. Für unsere Dokumentation der jüdischen Geschichte Augsburgs ist dies natürlich ein einigermaßen günstiger Glücksfall, da es uns so möglich war, den genauen Verlauf der Mauer an diesem Abschnitt zu vermessen und nachzuvollziehen. Da die Reste die zum Vorschein kamen freilich nur die Spitze eines einst bis zu sieben Meter in die Tiefe reichenden Bauwerks waren, hätten wir uns gerne eine weiter reichende auch in archäologischer Hinsicht fundierte Grabung ersehnt. Freilich sind die heutigen Interessen andere und so wurde ein Teil der Mauer, offenbar für eine Rohrverlegung, durchbrochen und die Ausgrabung relativ schnell wieder zugeschüttet. Wir haben die Bauphase trotzdem sehr ausführlich aus allen Winkeln photographisch und filmisch dokumentiert und werden die daraus gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen unserer Dokumentation veröffentlichen.