Gedenken Synagoge Schopfloch

July 20, 2016

Gedenktafel zur Erinnerung an die Synagoge im mittelfränkischen Schopfloch:

schopfloch-memorial-plate-gedenktafel-synagogueMemorial plate Schopfloch synagogue


Rolf Hofmann – Max Koppel & Söhne, jüdisches Steinmetz-Unternehmen in Nördlingen

December 30, 2013

Neu erschienen im Kokavim – Verlag:

Rolf Hofmann - Max Koppel und Söhne and Sons Kokavim

ROLF HOFMANN – MAX KOPPEL & SÖHNEJüdisches Steinmetzunternehmen in Nördlingen

mit englischer Fassung: Max Koppel & Sons, Jewish Stonemasons in Nördlingen (Bavaria)

KOKAVIM VERLAG, Dezember 2013,

60 Seiten, 12.50 Euro

ISBN 9783944092102

ab sofort erhältlich

bei amazon, weltbild & Co., sowie im Buchhandel

oder direkt bei info@sol-service.de in Schrobenhausen

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Bedeutende jüdische Persönlichkeiten von einst sind heute oftmals vergessen. Dies gilt auch für Max Koppel und seine Söhne, die um 1900 mit ihrem Steinmetzbetrieb in Nördlingen einer der größten Arbeitgeber vor Ort waren. Neben Natursteinarbeiten aller Art fertigten sie auch formschöne Grabsteine die heute noch auf jüdischen Friedhöfen im süddeutschen Raum zu finden sind. Ein besonderes Kennzeichen für Koppel waren schwarze Grabsteine aus Syenit mit aufwendiger  Goldschrift.

Die Maschinen zur Steinbearbeitung stammten von Emil Offenbacher in Marktrewitz, seinerzeit europaweit bekannt für konkurrenzlos erstklassige Qualität. So waren die Koppel‘schen Fabrikanlagen auch überregional von großer Bedeutung. Abgesehen davon war dies wohl einer der wenigen Betriebe dieser Art mit jüdischen Geschäftsinhabern, vielleicht sogar der einzige.“

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Die hochwertigen Grabsteine der “Granit-, Syenit- und Marmorwerke Koppel” aus Nördlingen sind nicht nur auf den Friedhöfen der näheren Umgebung (Wallerstein, Oettingen, Pflaumloch, Schopfloch, etc.) heute noch zu bewundern, sondern in großer Zahl auch in München, Nürnberg und vorallem in Augsburg, wo sich aktuell am Friedhof im Statteil Hochfeld noch 135 namentlich gekennzeichnete Koppel-Grabsteine zählen lassen. Sie alle sind erhaltene Zeugen vom Können einer auch ansonsten geschätzten “Bildhauerei, Syenit- und Marmor-Industrie” der mit königlich-bayrischen und königlich sächsischen Staatspreisen ausgezeichneten jüdisch-schwäbischen Handwerks- und Industriellen-Familie des ursprünglich aus Kleinerdlingen bei Nördlingen stammenden Max Koppel und seiner Söhne David und Emil Koppel.

Die Geschichte des einzigartigen jüdischen Unternehmens in Bayern wurde gründlich recherchiert und geradlinig erzählt vom renommierten Stuttgarter Genealogen und Heimatforscher Rolf Hofmann, mit zahlreichen historischen Abbildungen, nebst englischer Fassung von Yehuda Shenef.

Rolf Hofmann, der sich schon seit Jahren mit Koppel und seinen Werken befasst hat, ist es gelungen, mit seiner Forschung, das beachtliche Wirken der jüdischen Unternehmer vor der Vergessenheit zu bewahren und zugleich Einblicke in die industriellgeschichtlich bedeutsame Entwicklung der Naturstein verarbeitenden Industrie und Handwerk zu bieten.


Angelika Brosig

February 25, 2013

On sunday evening, February 24, 2013, 15 of Adar 5773 our good friend and colleague Angelika Brosig זכרונה לברכה from Schopfloch passed away at her home age 56.

Margit Angelika Brosig Yehuda Ulm February 2013

היה כבוד להיות חבר שלך

תודה רבה

Impressions from Schopfloch

April 1, 2012

Former Jewish School of Schopfloch. Since the current owner has rejected to allow the assembly of the information board at his premisses the people of Schopfloch established the plate with the inscription” Judenschule” next to it.

ramdom pictures:

al pictures by Margit, March 20, 2012


Lachoudisch – Reste jüdischer Sprache aus Schopfloch

August 24, 2010

Im fränkischen Schopfloch, so heißt es, hat sich eine jüdische “Geheimsprache” namens “Lachoudisch” im mittelfränkischen Dialekt der nunmehr seit über 70 Jahren „judenfreien“ Dorfbevölkerung gehalten. Die Nachrichten darüber erregten in den letzten Jahrzehnten auch internationales Aufsehen.

did they know lachoudish ..?

Die Bezeichnung „Lachodisch“ (לכודיש) (schon die isch-Endung suggeriert eine Sprache) geht auf eine korrumpierte Form des Hebräischen „laschon kodesch“ zurück, was im Hebräischen wörtlich „heilige Sprache“ bedeutet und die hebräische Sprache – als Sprache der Bibel – selbst bezeichnet. Das häufiger als „Schopflocher Geheimsprache“  bezeichnete Lachodisch (in der Regel „Lachoudisch“ geschrieben, was aber die Aussprache freilich nicht vereinfacht, wenn man nicht (mehr) weiß, dass es einen Laut zwischen einem dumpfen o und einem au – Diphthong anzeigen soll) zieht die beiden Worte zu „la(schon) kodesch“ zusammen, das sich in der Region dann wohl nach „lasch’n kaudesch“ angehört haben dürfte. Der westjüdische Jargon ist ein süddeutscher Akzent der jüdisch – deutschen Sprache, jener Sprache, die von den spätmittelalterlichen Juden der Region im 14. – 17. Jahrhundert selbst noch als „taitsch“ also „deutsch“ bezeichnet wurde. „Taitsch“ nannte man die Sprache gelegentlich in Abgrenzung zur Sprache der Aschkenasen, was im 16. Jahrhundert noch die Bezeichnung für nichtjüdische Deutsche war, während man heute damit „deutsche“ Juden meint – nun in Abgrenzung zu den Sefarden, den „spanischen“ Juden. Das jüdische Taitsch hingegen wird heute allgemein nach amerikanischen Vorbild als Jiddisch (Yiddish) bezeichnet (weil Juden in Amerika zunächst mehrheitlich deutschsprachig und Yiden waren, bevor sie Jewish wurden …), wobei es mehr oder minder noch immer strittig ist, ob man dieses „Yiddish“ nun als eigenständige germanische Sprache ansieht wie etwa Englisch, Deutsch, Holländisch oder Schwedisch, oder als bloßes Kauderwelsch, Jargon oder Dialekt der deutschen Sprache. Eine Besonderheit des jüdischen Taitsch, der es von den in Frage kommenden anderen germanischen Sprachen abgrenzt ist der Umstand, dass sie in hebräischen Buchstaben geschrieben wird. Zudem ist der Wortschatz mit recht vielen hebräischen und aramäischen Lehnwörtern und Wendungen angefüllt, die freilich in aller Regel ganz anders als in den Herkunftssprachen ausgesprochen werden, während ihr nicht jüdisches Gegenstück „Deutsch“ – in früheren Fassungen ebenfalls Taitsch genannt sozusagen mit lateinischen und griechischen Vokabular durchsetzt ist. Mit einer gewissen Berechtigung könnte man deshalb von jüdischen und christlichen Deutsch als Parallelsprachen sprechen, die auf ihre Weise nicht nur begrifflich Zeugnis ablegen von der etwas komplizierten wechselseitigen Beziehung. Chassiden etwa im „orthodoxen“ Jerusalemer Stadtviertel Mea Schearim würden unter „laschon kodesch“ sicher nichts anderes als Hebräisch bezeichnen und keinesfalls ihre als Jiddisch bezeichnete Sprache, die öfter auch mame-loschen (wörtlich Mutter-Sprache) genannt wird …  (*אבער פרוממע בכל אופן ווולן זוגן *לשון קוידעש).

Was heute (seit etwa 1969) noch als „Lachodisch“ überliefert ist, ist mangels Juden in der Region wohl nur eine Anzahl von Überresten einer nur noch mündlich tradierten Weitergabe eines früheren westjüdischen Dialekts, der freilich regionale Spracheigenheiten in sich aufgenommen hat. Da der allgemein gesprochene Dialekt in der Region erhalten blieb, ist es natürlich so, dass vor allem jene Sprachelemente als „lachodisch“ aufgefasst werden, die ihre jüdische Abkunft aus dem hebräischen ableiten, was die ursprüngliche Sprache der Juden natürlich erheblich verkürzt. Umgekehrt könnte man verfahren, wenn man nur jene Begriffe als „typisch“ für die regionalen Christen gelten ließe, die eine eindeutig lateinische Herkunft aufweisen.  Vorausgesetzt ist dabei natürlich, dass es sich in einem wie im anderen Fall nicht um Lehnwörter handelt die völlig im deutschen Allgemeinwortschatz aufgegangen  sind und von ihrer lateinischen (z.B. Pfeil von „pilum“) oder hebräischen (z.B. Pferd von „pered“) Herkunft nicht mehr erkenntlich sind.

Der unter diesen Vorzeichen nun als „Lachodisch“ geltende Wortschatz – angeblich sind noch rund 200 dieser Begriffe in der Dorfsprache erhalten, 1994 freilich nur unter 12 Personen ermittelt – beinhaltet eine ganze Reihe von Lehnwörtern aus dem Hebräischen, die sich in der regionalen Lautung auch für hebräisch sprechende Zeitgenossen selten auf Anhieb verstehen lassen– aber welcher Nichtbayer erkennt „minga“ auf Anhieb als „München“  oder ein bayrisches „lem“ als Leben“ ..? Etwas leichter tut man sich, wenn man das heute als Jiddisch bezeichnete versteht, das allerdings in der Regel seit langem keine aus Deutschland stammenden Muttersprachler mehr kennt.

Dem Vernehmen nach sei Lachoudisch als Sprache von Viehhändlern und wird von vielen gerne auch als deren „Geheimsprache“ aufgefasst. Dazu passt natürlich das offenbar gerne geglaubte Klischee, jüdische Händler „mauschelten“ untereinander, um mit ihrem vermeintlichen „Kauderwelsch“  nicht jüdische Kunden auszutricksen und zu täuschen, förmlich über den Tisch zu ziehen, weil diese ja nicht im Stande seien, deren Sprache zu verstehen.  Eine solche Sicht ist freilich völlig realitätsfremd und fern jeder Praxis. Zum einen war der Viehhandel in der Region zu keinem Zeitpunkt ein jüdisches Monopol, zum anderen waren die jüdischen wie auch andere Viehhändler darauf angewiesen mit den Bauern und Schlachtern mit denen sie handelten ein gutes Auskommen zu haben. In kleinen dörflichen Strukturen kann man sich kaum erlauben, wenige feste Kunden zu verprellen, da alle mehr oder minder aufeinander angewiesen sind. Gegen die Einschätzung des lachodischen Idioms als berufliche Geheimsprache jüdischer Viehhändler spricht aber auch der überlieferte Wortschatz, der nur wenig mit Viehhandel zu tun hat und nicht zuletzt auch der Umstand, dass eine Anzahl von Begriffen dem Vernehmen nach ja nun Bestandteil der Dorfsprache der christlichen Schopflocher geworden sein soll. In vielen Orten in denen auch in Süddeutschland im Laufe des 16. bis 19. Jahrhundert kleine Dörfer von einer größeren jüdischen Bevölkerung mitgeprägt wurden und in der sie oft ein Drittel, die Hälfte oder manchmal auch die große Mehrheit der Einwohner stellten, gab es immer wieder die drei Zentren des Dorfgeschehens, die die Trennung wie auch die Verbundenheit der christlichen und jüdischen Nachbarn manifestieren, die Kirche, die Synagoge und als Ort der Gemeinsamkeit die Dorfkneipe. Letztere lebte später im ausgehenden 19. Und frühen 20. Jahrhundert in gesellschaftlich gehobenen Kreisen dann noch etwa als Wiener Caféhaus – Kultur weiter. Die Dorfkneipe aber war die Begegnungsstätte für Juden und Christen in den Dörfern und hier dürfte auch beim gemeinsamen Bier die gemeinsame Sprache der Nachbarn und Geschäftsleute gepflegt worden sein – zweifellos nicht im immer in der Art und Weise wie es auch dem Pfarrer und Rabbiner gefallen hätte.

Wenig verwunderlich taucht unter den Begriffen „acheln“ oder „achlen“ (אכלען) auf, das „essen“  bedeutet und sich vom hebräischen „ochel“ (אוכל) herleitet. Passend erscheint auch soref als Schnapps (שנאפס), was sich offensichtlich von hebr. שורף ableitet und wohl auf das Brennen anspielt, wie es ja auch der Branntwein oder weniger offensichtlich der englische Brandy tut, der vom holländischen brandewijn herrührt. Da überraschen eher „kaserem“, was nicht auf Anhieb erkennbar, den hebräischen Plural chasir-im (חזירים) von Schwein wiedergibt. Eine ganze Reihe der an vielen Stellen zitierten Begriffe sind keineswegs ungewöhnlich, manche wie Massel (Glück), malochen (arbeiten), koscher (tauglich, rein), schachern (handeln), meschugge (verrückt) sind allgemein geläufig. Andere wie schuk (שוק -Markt), bais von bait (בית) = Haus, majem = Wasser von hebr. (מים – majim), jajem = Wein von hebr. jajin (יין -jajin), kufes als Plural von über jidd. chuwes von hebr. chowot (חובות) = Schulden, usw. Mit dem Wort juschbes oder gar juschpes soll nun die Kneipe, das Wirtshaus bezeichnet worden sein, jedoch ist die Herkunft schwer zu ermitteln, da allenfalls bes am Wortende noch auf das bereits erwähnte Haus (בית – bet, bait) deutet. Das Schwäbische kennt in diesem Zusammenhang übrigens das vom Hebräischen herkommende „boiz“ oder „boitz“ für die Kneipe. Wofür nun das vorangestellte „jusch“ nun stehen soll, ist schwer zu sagen, aber vielleicht kann uns einer unserer Leser weiterhelfen ..?

Mit dem Begriff „schofet“ (שופט) bezeichnete man den Bürgermeister, was relativ ungewöhnlich ist, da man einen solchen sonst als ראש bezeichnen würde. Schofet hingegen bezeichnet eigentlich einen (nichtreligiösen) Richter – im Gegensatz zum dajan (דין) des bet din (בית דין) – jedoch kann dies unter besonderen lokalen Umständen Aufschluss geben über die richterliche Gewalt der früheren Ortsvorsteher als Vertreter ihrer marktgräflichen oder fürstlichen Herren von Ansbach oder Oettingen.

Nur wenig aus dem aufgezeigten Vokabular bezieht sich auf den eigentlichen Viehhandel etwa bauker für boker (בקר – Rind) oder bore für Kuh von hebräisch para (פרה -Kuh) oder par (פר – Ochse) die andererseits aber wieder weit weniger „geheimnisvoll“ als Farren und Färse auch in der deutschen Allgemeinsprache Eingang gefunden haben und so zumindest im Viehhandel noch gängige Bezeichnungen sind. Dies erleichtert es nicht gerade den überlieferten Wortschatz in seinem Kontext zu beurteilen, zumal Fachbegriffe für den Viehhandel fehlen. Schließlich stellt sich auch die Frage, warum nun gerade diese Begriffe sich im Schopflocher Dialekt erhalten haben sollen, während andere, die in den Verhältnissen einer kleinen keineswegs begüterten Landgemeinde  durchaus zu erwartende Begriffe es nicht in den „Schopflocher Kanon“ schafften. Dieser wurde dem ursprünglichen Anspruch etwas widersprechend vom ehemaligen Bürgermeister Schopflochs Hans Rainer Hofmann, der auch Autor eines Buches zu Thema ist, unter anderem auch in Kursen an der Volkshochschule verbreitet.

In einem Artikel des Evangelischen Presseverbands Bayern (EPV- “Medien mit christlichen Inhalten“) vom Oktober 2006 (http://www.epv.de/node/2695) heißt es “Schoufet Oswald Czechsteht auf der Bürotasse im Schopflocher Rathaus“ und ein Schild mit der Aufschrift “Kouhne quere!” beim Kindergarten warne Autofahrer vor Kindern die auf die Fahrbahn springen könnten. Bei unserem auch hier wieder viel zu kurzen Aufenthalt in Schopfloch sind uns solche „Besonderheiten“, die offenbar eine Verschriftlichung und allgemeine Präsenz des „Lachoudisch“ am Ort suggerieren wollen nicht aufgefallen und den Schopflocher Kleinkindern ist aus Gründen der Sicherheit zu wünschen, dass es sich hier nur um eine Finte handelt. Die Erwartung, dass (eventuell auch auswärtige?) Autofahrer mit der Aufschrift etwas anfangen könnten, wäre gelinde gesagt eigenartig.  Da der Begriff „kouhne“ auf Anhieb auch nicht einzuordnen ist, hoffen wir, dass es sich (insgesamt) um einen Marketing-Gag handelt.


At the Jewish cemetery of Schopfloch

August 23, 2010

Judenfriedhof 1612 schopfloch Jewish cemetery

Older grave marker at the Jewish cemetery of Schopfloch in the Franconian Ansbach district. In the foreground is the Hebrew memorial for Meir bar Abraham dating 1698, one of the oldest tombstones we took notice of at our much too short visit at the cemetery.

In front the head stone of Josef the son of Shlomo (Salomon) Michlbach or Michelbach, who died in 1793

Head stone of Shendl the daughter of the martyr (hakadosh) Izchak. She died during passover in 1715.

Alte hebräische Grabsteine am jüdischen Friedhof in Schopfloch im Distrikt Ansbach.


Der jüdische Friedhof von Schopfloch

August 22, 2010

Juedischer Friedhof Schopfloch

Der mittelfränkische Markt Schopfloch bei Ansbach ist auch heute noch ein recht kleiner Ort mit rund 2900 Einwohnern,  der an der Romantischen Straße zwischen Feuchtwangen und Dinkelsbühl liegt. Die dokumentierte Geschichte des Ortes reicht zwar bis ins Jahr 1260 zurück, die der Juden nur wenig später ins 14. Jahrhundert. Andere Quellen nennen den Beginn des 16. Jahrhunderts und den Wegzug der Juden aus Nördlingen. Da der Ort später zwischen den regionalen Herrschaften geteilt war, gab es lange zwei jüdische Gemeinden, eine im Bereich des Markgrafen von Ansbach, die andere gehörte in das Gebiet von Oettingen-Wallerstein.  Wegen dieser Teilung hielt sich wohl auch vielleicht der „Lachudisch“ (Lachoudisch) genannte Jargon als Variation der jüdischen Sprache, von den einen westjiddisch, von den anderen „Schopflocher Geheimsprache“ genannt.

Wie auch immer betrug um 1810 der jüdische Anteil der rund tausendköpfigen vereinten Bevölkerung Schopflochs etwas mehr als ein Viertel , nahm aber im Laufe des 19. Jahrhunderts deutlich ab. 1910 leben noch etwa 70 Juden im Ort, die sich 1925 mit den Juden von Dinkelsbühl zu einer gemeinsamen Gemeinde verbinden. Im Jahre 1938 endet die jüdische Geschichte auch an diesem Ort mit der Verfolgung der Einwohner durch die örtlichen Nazis.

Der jüdische Friedhof von Schopfloch wird zumindest auf das Jahr 1612 datiert. Er erstreckt sich nach mehrfachen Erweiterungen im Nordosten von Schopfloch auf halben Weg ins heute eingemeindete Deuenbach und hat eine Fläche von rund 1.3 Hektar. Der Friedhof diente in der Vergangenheit auch Juden aus benachbarten Gemeinden als Begräbnisort: Dinkelsbühl, Feuchtwangen, Mönchsroth, Crailsheim, … Auf dem Friedhof befinden sich noch etwa 1200 Grabsteine, wovon jedoch nur etwa ein Viertel der Steine aus der Zeit von etwa 1850 bis 1937 erfasst wurden, so diese teilweise oder gänzlich deutsche Inschriften haben. Von den meist älteren, ausschließlich hebräischen Grabsteinen sind hingegen offenbar nur ganz wenige erfasst worden, was sehr bedauerlich ist, da nicht wenige von ihnen sich in einem desolaten Zustand befinden, abbröckeln, verwittern oder schimmeln, und weitere Informationen zur Orts- und Regionalgeschichte so nun unwiederbringlich verloren gehen, während eine Reihe weiterer Steine am nordwestlichen Abhang durch die sich aufstauende Feuchtigkeit förmlich versumpfen.

Im Gegensatz dazu gibt es seit geraumer Zeit am Schopflocher Friedhof Frau Angelika Brosig, die sich dem Verfall entgegenstellt und ein vorbildliches Patenschaftprojekt ins Leben gerufen hat, das sich dafür einsetzt, durch die Gelder einzelner Sponsoren und privater Spender für relativ wenig Geld, einige der Grabsteine im neueren Teil des Friedhof restaurieren zu lassen. Eine Aufgabe, die in früheren Zeiten zu den heiligen Pflichten einer jeden jüdischen Gemeinde gehörte. Eine solche gibt es in Schopfloch freilich nicht mehr. Dies heißt jedoch nicht, dass das bemerkenswerte Engagement unbemerkt und ohne die verdiente Anerkennung geblieben wäre. Der von der Obermayer Foundation alljährlich verliehene „German Jewish History Award“ für  nichtjüdische Deutsche, die sich um den Erhalt jüdischen Erbes in Deutschland verdient machten würdigte im Januar 2010 deshalb auch die aus Ansbach stammende Angelika Brosig für ihr Projekt: „ … hat dafür gesorgt, dass die jüdische Vergangenheit dieses Teils von Deutschland weder bei den Einwohnern der Region noch bei den noch lebenden Nachfahren der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Vergessenheit gerät.“

Schön restaurieter Grabstein der Berta (Bela) Schlossberger, Frau des Secharja aus Dinkelsbuehl.

Ausführlich beschrieben ist das Patenschaftsprojekt auch mit Abbildungen restaurierter Grabsteine (vorher / nachher) auf der Webseite: www.juden-in-schopfloch.de

Die Liste der jüngeren Gräber am westlichen Haupteingang findet sich hier: http://www.alemannia-judaica.de/images/Schopfloch%20CEM/SCHOPFLOCH-CEMETERY-GRAVELIST.pdf

Schopfloch is a small town of less than 3000 inhabitants in the Middle Franconian district of Ansbach (30 km south of Rothenburg and only 6 km north of Dinkelsbuehl), Schopfloch has a long Jewish past and an old Jewish cemetery with some 1200 left grave markers. Many of the older grave markers are in quite poor condition, with crumbling inscriptions or threatened by the damming moisture running off from an uneven compound, so that several head stones at the Jewish cemetery literally become marshy, since there is no drain. Angelika Brosig a Schopfloch resident from Ansbach for many years is engaged to rescue and restore as many grave markers as possible and initiated a sponsorship campaign.

With surprisingly few money grave markers may be restored in order to fulfill the commitment of remembrance.  Usually that will be the obligation to the relatives and the local community, but in Schopfloch there is no Jewish community since 1938.