Jumping the shark

January 1, 2014

Oberhausen Shark Hospital JosefinumShark in Hospital Auxburg Oberhausen

Augsburg Oberhausen Josefinum, Kirche, Rathaus, SchuleÜberreste des alten Oberhausen mit dem historischen Rathaus (Mitte vorn)


Rathaus von Oberhausen bei Augsburg aus dem Jahr 1602

July 3, 2013

Geht es darum, das Alter des historischen Rathauses von Oberhausen zu taxieren, so wurde bislang – auch von unserer Seite – eher grob geschätzt. Da am alten Gasthof nebendran (wo heute das “Absolut” beheimatet ist) eine Tafel die Jahreszahl 1720 zu lesen ist, musste man annehmen, dass das Rathaus wohl eben “etwas älter” sein musste. Eine alte Abbildung die etwa auf das Jahr 1650 datiert wird, zeigt das Rathaus in seiner früheren Fassade:

Hauptstraße Oberhausen bei Augsburg um 1650 mit Rathaus

Das Rathaus in der Bildmitte verfügt damals bereits über die heute noch vorhandenen Etagen. Interessant auf der Hauptstraße ist neben dem Abwasserkanal noch die in der Mitte zwischen Rathaus und Hügel direkt beim damaligen Vogthaus befindliche Barriere. die den Zutritt zum Ort markiert und möglicherweise auch zur Markierung als Eruv benutzt werden konnte.

In den 1825 in Augsburg gedruckten “Denkwürdigkeiten des Oberdonau-Kreises” erwähnt der aus dem zu seiner Geburt noch vorderösterreichischen Freiburg im Breisgau stammende Altertumsforscher und Mitbegründer des Römischen Museums in Augsburg und Ideengeber des (späteren) Historischen Vereins in Schwaben Johann Nepomuk Franz Anton von Raiser (1768-1853) beiläufig, dass im (Juli) 1602 eine ehemalige, nun eingetauschte Sölde zum Amtshaus in Oberhausen wurde:

Oberhausen Rathaus 1602 Amtshaus

Johann Nepomuk von Raiser:  Denkwürdigkeiten des Oberdonau-Kreises, Augsburg 1825, S. 101

Aus von Raisers Aussage ergibt sich für die Einrichtung des Amtshauses von Oberhausen an der Wertach der Sommer 1602 als diverse Besitzungen in Oberhausen gegen andere auswärtige getauscht wurden und im Haus an der Sölde das Amtshaus eingerichtet wurde. Daraus ergibt sich abgesehen davon, dass der Kern des Hauses natürlich noch älter ist und es sicher vom Söldhaus zum Amtshaus erweitert worden sein wird, ein Alter von heute wenigstens 411 Jahren. Damit ist das Oberhausener Rathaus übrigens älter als das Augsburger. Interessant ist vielleicht auch, dass dessen Baumeister Elias Holl, der im Vorjahr von seinen Studien aus Italien zurückkehrte 1602 als Baumeister in Augsburg angestellt wurde, als große Teile Oberhausens in den Besitz Augsburge Bürger ging. Ob Elias Holl auch Oberhausener Rathaus tätig war, ist nicht bekannt, aber villeicht nicht auszuschließen. Belegt ist jedoch, dass er 1619 den Kirchturm von Peter Paul gleich neben dem Rathaus errichtete.

Augsburg Oberhausen Altes Rathaus - Chana Tausenfels


Impressions from Augsburg Oberhausen

July 2, 2013

Augsburg Oberhausen Altes Rathaus 2013

400 year old town hall of Oberhausen at Wertach (Augsburg) next to the historical brewery inn from 1720

Augsburg Oberhausen alter Braugasthof neben Rathaus

Augsburg Oberhausen Altes Rathaus TreppengeländerTreppe im Alten Rathaus von Oberhausen

Augsburg Oberhausen Rathaus Rückseite Peter Paul KircheOberhausener Rathaus Rückseite mit Peter Paul Kirche

Das historische, über 400 Jahre alte Oberhausener Rathaus, das in den letzten Jahren wohl absichtlich vernachlässigt wurde, um Denkmalschutzaspekte zu hintertreiben ist nach dem Abriss des Oberhausener Schlosses (heute vom sog. “Josefinum” überbaut) und der Vogtei der letzte Überrest aus der Zeit des alten Oberhausen. Die Kirch in ihrem heutigen Aussehen stammt aus der Zeit um 1700. Nun soll das bedeutende Denkmal doch abgerissen werden, um einer Turnhalle Platz zu machen, die zum einem dem Charakter des historischen Ortskern nicht entsprechen kann. Da man Turnhallen nicht so baut, dass man sie auch in 400 Jahren noch benutzen kann und attraktiv findet, ist es auch klar, dass nach 20 oder 30 Jahren spätestens Sanierungsbedarf besteht und der geplante Neubau altmodisch und schändlich wirkt. Man wird sich später zurecht fragen, welche “Verantwortlichen” das waren, die dafür das alte historische Rathaus und damit die Idendität des Ortes vernichtet haben.

* * *

Oberhausen at Wertach, home of Nathan of Oberhausen, one of the progenitors of the Frankfurt Rothschild family, is going to lose it’s historical identity. The municipality in all seriousness wants to destroy the over four hundred years old stately town hall building – under the rather ridiculous pretext of some mold in the basement, which of course could have been eliminated in 3 years of “discussion” – in order to replace it by a featureless sportshall (although there already are other gymns as well as other building f ground).

There are no special points for guessing that the gym of course will not last 4 centuries as well, but most likely not even 4 decades until it will be in dire need of redevelopment. Then at the latest people will ask who was so stupid and acted without due consideration back then.


Ist das Rathaus von Oberhausen an der Wertach (Augsburg) in Gefahr?

December 24, 2010

Oberhausen an der Wertach wurde 1911 Bestandteil von Augsburg und nur noch wenige Leute wissen, dass es eine eigene Geschichte hatte, wozu auch eine eigene jüdische Gemeinde im 16. Jahrhundert gehört, wie auch ein Rathaus, in dessen Obergeschoss es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch Unterrichtsräume für die jüdischen Schüler des Ortes gab, die Kinder von zugewanderten Arbeitern der in Oberhausen ansässigen Textilfabrik des Moses Landauer waren. Sogar Talmud wurde dort unterrichtet.

Obwohl selbst die ältesten Spuren von Römerlagern, die Augsburg schon lange vor der Eingemeindung Oberhausens, geschickt für sich beanspruchte, ist Oberhausen an der Wertach nicht wirklich geschichtsträchtig. Dies liegt auch am meist lieblosen Umgang mit dem lange Zeit heruntergekommenen, lieblos behandelten Stadtteil, der in manchen Teilen ein gewisses Schmuddel-Image hatte und für manche wohl auch noch hat. Häuser, können hier, wie in der Donauwörther Straße jahrelang bröckeln, ohne dass etwas geschieht. Offenbar lohnt sich das finanziell für irgendwen.

Nun aber wird seitens der Stadt Augsburg allen Ernstes sogar erwogen, das alte Rathaus – im geschichtslosen Oberhausen den meisten ohnehin nur als mitunter eher problematisch empfundenes, weil überwiegend von „Ausländern“ frequentiertes, Jugendzentrum („He, Alter, was geht?! – Schau ned so blöd!“) geläufig – an der Hirblinger Straße bei der Peter Paul Kirche abzureißen, um an seiner Stelle eine angeblich dringend benötigte Turnhalle zu bauen.

Als Grund dafür wurde Schimmel in den Kellerräumen des alten Rathauses vorgegeben, was kaum glaubhaft sein dürfte. Wenn man jedes Haus, in dem Schimmel auftritt mal eben abbrechen würde, würde es bald anders aussehen in der Stadt.  Wahrscheinlich geht es aber eher um kolportierte Fördergelder die für einen Turnhallenbau „fließen“ könnten. Die sind aber zweckgebunden, dürfen also nicht für eine billigere Sanierung des historischen Baus benutzt, sondern nur einem Neubau gewidmet werden. Folglich wird pünktlich zum christlichen Weihnachtsfest also der Knüppel ausgepackt und mit ihm das historische Erbe des (selbst)vergessenen Stadtteils zerschlagen – am besten noch zum Jubiläum der Eingemeindung demnächst – und zugleich wird mit dem Geldbündel gewunken, um scheinbare Geschenke zu verteilen, die es nicht wirklich braucht, zumal sie ja auch keine sind. Eine Turnhalle für die Schule passt besser als die „herumlungernden“ Ausländerjugendlichen. Dass dabei auch noch ein letzter Rest alter Ortsgeschichte zertrümmert wird – wen kümmert es? Fördermittel sind wie Zuckerguss zu Weihnachten. Frohes Fest!

Oberhausen Augsburg Altes Rathaus 2003  Old townhall of Augsburg / Oberhausen (built about 1690)

Übrigens gibt es in Oberhausen keinen Turnhallenmangel. Schon 1883 hatte der Turnverein an der Donauwörther Straße neben dem damaligen Bärenwirt eingeweiht. 1920 wurde sie in den aus Augsburger und Oberhausener Turnvereinen fusionierten „TSV 1871 Augsburg“ integriert. Der Verein existiert noch, die Halle nicht mehr. Sie wurde abgerissen, aber schon 1994 durch einen Neubau am Maierweg in Oberhausen-Nord ersetzt. Nach der Turnhalle riss man an der Donauwörther Straße Ende der 1990er Jahre auch die letzten Reste des alten Brauerei-Gebäudes des Bärenwirts ab. Beide Abrisse hinterlassen bis heute eine große zusammenhängende Baulücke, für die sich offenbar niemand interessiert. Aber wahrscheinlich lohnt sich auch da der Leerstand. Platz für eine neue Halle am historischen Platz wäre vorhanden. Ach was, ein Stadion könnte man dort bauen.