JHVA’s Israeli Knesset Election prediction

March 17, 2015

Our recent poll at the JHVA weblog page had 186 attenders (even from Turkey and Qatar, mind that). The poll now is closed, some hours before the actual ballot in Israel will be. The outcome of our poll comes close to what we have noted in recent polls last weeks, however without the upswing for the left in recent opinion polls and predictions, which indicated a 3 or 4 seat lead for the “Zionist Union” of Herzog & Livni.

Israel Knesset Election 2015 prediction Vorhersage Poll

 

In ein paar Stunden werden wir wissen, inwieweit die 277 Prognosen der letzten Wochen richtig lagen. Sicher ist nur, dass es wieder eine angebliche “Schicksals-Wahl” ist, (die 20. bereits seit 1948, um genau zu sein). Hochgeredet wie sonst nur Wirkstoffe in der Nahrung, die entweder wie Soja Krebs bekämpfen oder auslösen, je nach Weltbild. Objektiv ist daran gar nichts und muss es auch nicht sein, da man sich sonst ja Wahlen und Meinungen sparen könnte.

Ohnehin wird es (wie immer) keinen klaren Sieger geben, da die stärkste Partei oder Bündnis nur mit etwa 25 von 120 Sitzen erreichen wird und das obwohl die Hürde bereits auf 3.5 % angehoben wurde (früher war sie mal bei einem) – man nähert sich der deutschen 5 %-Hürde. Trotzdem wird es wohl wieder 11 Listen geben (die arabische allein setzt sich aus vier völlig widersprüchlichen Parteien zusammen, die aus der Not heraus allein 3.5 % nicht zu meistern, sogar Islamisten und Kommunisten verbindet.) Mit ihnen müsste sich der sozialdemokratische Herausforderer Herzog verbinden (der mit Partnerin Livni nach zwei Jahren tauschen will, so es mit dem Wahlsieg klappt). Dazu bräuchte er noch den Zuspruch von Rechtskonservativen, die jede Kooperation mit (kommunistischen) Arabern ablehnen und die der libertären Zentrischen, die den Einfluss der Religiösen bekämpfen wollen, dabei aber eben mit Islamisten paktieren sollen – und warum?Um eine wahrscheinlich nur 2 oder 3 Sitze dünne Mehrheit gegen Netanjahu zu zimmern, die nicht übers Jahr stabil bleiben würde. Wenig überraschend wäre es demnach, wenn Netanjahu weiterhin im Amt bleibt, mit einer neuen Koalition die mehr rechts und religiös geprägt sein wird (ehe eine religiöse Partei ausscheidet und durch eine zentristische ersetzt wird, die sich erst in ein paar Monaten gründet) und in Europa und bei den US-Democrats (von denen manche derzeit eher den iranischen Mullahs vertrauen als angestammten israelischen Freunden) noch mehr zum Feindbild stilisiert wird, bis schließlich doch wieder eine Regierung der “Nationalen Einheit”, die größeren Blocks zusammenbringt. Im Prinzip nichts, was wir nicht schon des öfteren in den letzten Jahrzehnten gesehen haben.


Augsburg: erste Wahl

March 17, 2014

Augsburg Rathaus Perlach Herkules Cisa Zirbelnuss

Die Augsburger haben gewählt: Kurt Gribl aus Kriegshaber holt über 51 % der Stimmen und bleibt Augsburgs „OB“. Die CSU gewann hinzu, doch mit CSM und PRO gäbe es beim aktuellen Stand der Auszählungen nur eine knappste Mehrheit, was die bisherigen Zerwürfnisse vielleicht eher dokumentiert als bereinigt.

Oberbürgermeister Kurt Gribl Augsburgals OB wiedergewählt: Kurt Gribl

Im Abgleich mit unserer Prognose können wir zufrieden sein: Die größte Abweichung ergab sich in der Wahlbeteiligung. Sie lag nicht bei 68 %, sondern nur bei 41 %.

In Oberhausen-Nord wählten nur 19.8 %, in Oberhausen-Süd 20.3 %, in Lechhausen ein Viertel, in Kriegshaber gingen nur 26 % zur Wahl, im angrenzenden Pfersee-Nord auch nur 27.8 %. In der Innenstadt sieht es nur mäßig besser. In der Innenstadt, in welcher der Autor dieser Zeilen wohnt, gingen auch nur 29.8 % zur Wahl.

Das Gesamtergebnis von 41 % Wahlbeteiligung kommt sodann auch nur deshalb zustande, weil der Anteil der Briefwähler 28.8 % erreicht. Mit dieser Beobachtung lagen wir in der Prognose tendenziell dann auch richtig, ergab unsere Befragung doch einen Briefwahlanteil von 25.4 %. Der auf diese Weise virtuell entstehende Wahlbezirk „Brief“  ist so inzwischen auch der bevölkerungsreichste in Augsburg.

Problematisch für Kandidaten und Parteien ist es, dass immer mehr Wähler ihren eigentlichen Stadtteilen nicht mehr zuzuordnen sind. Vielleicht sollte man gleich allen Wahlberechtigten Briefwahl-Unterlagen zukommen lassen. Vielleicht wäre die Wahlbeteiligung dann höher, auch weil man mehr Zeit hätte, die einzelnen Kandidaten und Listen zu bedenken.

So hört man von eigentlichem jedem Wähler Anmerkungen dazu, dass die Zettel immer größer und unübersichtlicher werden, oder das man ja gleich auch das Telefonbuch durchblättern und einen Finger-Tipp abgeben könne, usw. Namentlich bekannt sind jedenfalls die allerwenigsten der Kandidaten, oft noch nicht mal die aller antretenden Parteien und Gruppierungen.

Rathaus Perlach Turm Augsburg

Das Gribl OB bleiben würde, war abzusehen: Unsere Befragten gingen zu 3/4 davon aus, dass Gribl keine Stichwahl bräuchte, aber nur 42 % wollten selbst für ihn stimmen.  Vordergründig widersprüchlich bedeutete dies, dass viele sich durchaus eine Alternative zu Gribl wünschten, sie in Stefan Kiefer aber nicht finden konnten. Punktgenau richtig war deshalb auch die Prognose für das Ergebnis für den Herausforderer: 28 %.

Auch der Stimmanteil der Grünen von 10.6 % wurde richtig eingeschätzt. Bei den anderen, kleineren Parteien konnte es naturgemäß keine größeren Schwankungen geben.

Richtig vorhergesagt war auch das schlechtere Abschneiden der PRO, die mit Peter Grab immerhin bislang den 3. Bürgermeister der Stadt stellte. Unterschätzt hat das Votum der Befragten den mit 6.4 % recht hohen Anteil für die AfD (Alternative für Deutschland), aber der Name der Partei deutet schon an, dass es dabei nicht unbedingt um lokale Belange geht. Das werden wohl auch die Wähler der AfD so sehen und vorallem die Europa-Wahl im Blick haben.

Augsburg Rathaus KaminzimmerKamin im Rathaus

IN summa aquarium kann sich das Ergebnis unser ersten demoskopischen Befragung also durchaus sehen lassen, bildeten sich doch die wesentlichsten Trends und Ergebnisse darin ab. Professionell arbeitende Institute würden es anders als in unserer Stichprob auch nicht bei den „Rohdaten“ belassen, sondern diese auf der Basis früherer Ergebnisse nachbearbeiten.

Nachbearbeitet werden muss auch noch die Auszählung, da zunächst nur die eindeutigen Zuordnungen ausgewertet wurden. Wähler, die wie ich ihre Stimmen nicht von Parteien abhängig machten, sondern an für fähig befundene Kandidaten aus verschiedenen Richtungen aufteilten, können das eine oder andere Ergebnis in Punkto Sitzverteilung noch leicht korrigieren.

Für den JHVA jedenfalls ist das Ergebnis ein solides und nicht nur Anfängerglück. Hoffen wir, dass augsburg besser abschneidet.