שתה מים מבורך ונזלים מתוך בארך

May 15, 2016

Waschbecken Synagoge Nürnberg

basin at Nuremberg Synagogue

שתה מים מבורך ונזלים מתוך בארך

drink water from your own cistern, flowing water from your own well

proverbs 5.15


Nuremberg Synagogue place 1915 and 2015

December 29, 2015

At the shore of river Pegnitz until 1938 was the Great Synagogue of Nuremberg. As landmark it was one of the most often depicted synagogue sites in Europe on dozens of different postcards, photographed as well as painted – quite different from synagogues in other towns in the very region, such as Munich with just one or two synagogue postcards or Augsburg, with no prewar postcard.

Nuremberg Synagogue place at Pegnitz river 1915 and 2015

The very same perspective today has no indication to the synagogue. How there is a memorial site at the bridge, suggesting the synagogue was exactly there .. and way smaller (“An dieser Stelle stand …”) …:

Nürnberg Synagoge Denkmal Pegnitz

  לזכור את בית הכנסת לשעבר נירנברג

Die Nürnberger Straße der Menschenrechte

September 16, 2015

Nuremberg Straße Menschenrecht Nicht töten Hebräisch

Seit Ende 1993 gibt es in Nürnberg die „Straße der Menschenrechte“, die ihren eigentlichen Namen Kartäusergasse offiziell freilich noch immer behalten hat und vom Kornmarkt zur Frauentormauer verläuft. Entlang des „Germanischen Nationalmuseums“ (als solches ab den 1850ern um ein ehemaliges Kloster herum errichtet) sind 27 hochaufragende Säulen aneinandergereiht die je einen Artikel (in der Regel jedoch nur  Auszüge des Wortlauts) der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (UN-Doc. 217/A-(III) zitieren, zunächst immer auf Deutsch, dann jeweils übersetzt in eine andere Sprache, … von Armenisch bis Zulu.

Nürnberg Straße der Menschenrechte Artikel Germanisches Nationalmuseum Artikel Sprachen languages Human rights artcile Nuremberg Dani Karawan

Betritt man die Straße vom Kornmarkt Richtung Süden, passiert man zunächst ein weißes Tor in welchem Rahmen das (punktierte) hebräische Zitat „לא תרצח“, „töte nicht (morde nicht)“, im christlichen Jargon auch als „du sollst nicht töten“ (thou shalt not kill“) bekannt. Das Zitat stammt nicht aus der Erklärung der „United Nations“, sondern aus der Tora, dem Gesetzbuch des Judentums.

Die erste Säule zitiert auf deutscher Sprache den Beginn des ersten Artikel der Menschenrechtserklärung „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ und als erste zugeordnete Übersetzung wählte man Jiddisch:

אלע מענטשן זענען געבוירן פריי און גלייך אין רעכט און אין כבוד

Yiddish inscription Nuremberg Way of Human Rights article 1Human Rights article 1 in Yiddish language

Für Artikel 15 „Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit“  (Everyone has the right to a nationality)

Ist wiedergegeben: … לכל אדם הזכות לבית

heißen sollte es aber eigentlich wohl כל אדם זכאי לאזרחות

Nuremberg Hebrew article Way of Human rights לכל אדם

Ob die Zuordnungen einen auf die jeweiligen Länder oder Sprachen-Sprecher gemünzten Hintersinn hat, kann man nur vermuten. Ist es eine Besonderheit gerade auf Hebräisch das Recht auf eine Staatsangehörigkeit zu betonen? Vielleicht, wenn man sieht, dass auch heute gewisse Menschen nicht müde werden, die Legitimation des jüdischen Staates in Abrede zu stellen. Dem steht auf Arabisch gefasst das Recht auf Eigentum gegenüber, das in zahlreichen arabischsprachigen Ländern der Welt freilich gibt, wenn auch eher für wenige Herrschende. Zum Ausgleich dafür haben 45 muslimische Staaten 1990 mit der Kairo-Erklärung (‏إعلان القاهرة حول حقوق الإنسان في الإسلام‎) eine eigene Variante der Menschenrechte verfasst, die nicht “universell” ist aber sich strikt nach den Maximen der sog. “Scharia” hält. Gleich ob körperliche Unversehrtheit, Frauenrechte, Meinungsfreiheit, etc. alles ist unter dem Blickwinkel der Scharia gesehen, die zugleich auch die einzige legitime Quelle ist, um die einzelnen Bestimmungen zu beurteilen. Im Prinzip nichts verstanden.

Das Recht auf Versammlungsfreiheit, übersetzte man in Nürnberg tibetisch, den Schutz vor Vertreibung in der Sprache der Roma. Das aktuell gerade in allen Medien diskutierte Asylrecht hingegen begegnet einem in der Straße der Menschenrechte in Nürnberg freilich auf Armenisch.

Nürnberg Straße der Menschenrechte 30 Artikel Erklärung


Rolf Hofmann – Max Koppel & Söhne, jüdisches Steinmetz-Unternehmen in Nördlingen

December 30, 2013

Neu erschienen im Kokavim – Verlag:

Rolf Hofmann - Max Koppel und Söhne and Sons Kokavim

ROLF HOFMANN – MAX KOPPEL & SÖHNEJüdisches Steinmetzunternehmen in Nördlingen

mit englischer Fassung: Max Koppel & Sons, Jewish Stonemasons in Nördlingen (Bavaria)

KOKAVIM VERLAG, Dezember 2013,

60 Seiten, 12.50 Euro

ISBN 9783944092102

ab sofort erhältlich

bei amazon, weltbild & Co., sowie im Buchhandel

oder direkt bei info@sol-service.de in Schrobenhausen

* * *

Bedeutende jüdische Persönlichkeiten von einst sind heute oftmals vergessen. Dies gilt auch für Max Koppel und seine Söhne, die um 1900 mit ihrem Steinmetzbetrieb in Nördlingen einer der größten Arbeitgeber vor Ort waren. Neben Natursteinarbeiten aller Art fertigten sie auch formschöne Grabsteine die heute noch auf jüdischen Friedhöfen im süddeutschen Raum zu finden sind. Ein besonderes Kennzeichen für Koppel waren schwarze Grabsteine aus Syenit mit aufwendiger  Goldschrift.

Die Maschinen zur Steinbearbeitung stammten von Emil Offenbacher in Marktrewitz, seinerzeit europaweit bekannt für konkurrenzlos erstklassige Qualität. So waren die Koppel‘schen Fabrikanlagen auch überregional von großer Bedeutung. Abgesehen davon war dies wohl einer der wenigen Betriebe dieser Art mit jüdischen Geschäftsinhabern, vielleicht sogar der einzige.“

* * *

Die hochwertigen Grabsteine der “Granit-, Syenit- und Marmorwerke Koppel” aus Nördlingen sind nicht nur auf den Friedhöfen der näheren Umgebung (Wallerstein, Oettingen, Pflaumloch, Schopfloch, etc.) heute noch zu bewundern, sondern in großer Zahl auch in München, Nürnberg und vorallem in Augsburg, wo sich aktuell am Friedhof im Statteil Hochfeld noch 135 namentlich gekennzeichnete Koppel-Grabsteine zählen lassen. Sie alle sind erhaltene Zeugen vom Können einer auch ansonsten geschätzten “Bildhauerei, Syenit- und Marmor-Industrie” der mit königlich-bayrischen und königlich sächsischen Staatspreisen ausgezeichneten jüdisch-schwäbischen Handwerks- und Industriellen-Familie des ursprünglich aus Kleinerdlingen bei Nördlingen stammenden Max Koppel und seiner Söhne David und Emil Koppel.

Die Geschichte des einzigartigen jüdischen Unternehmens in Bayern wurde gründlich recherchiert und geradlinig erzählt vom renommierten Stuttgarter Genealogen und Heimatforscher Rolf Hofmann, mit zahlreichen historischen Abbildungen, nebst englischer Fassung von Yehuda Shenef.

Rolf Hofmann, der sich schon seit Jahren mit Koppel und seinen Werken befasst hat, ist es gelungen, mit seiner Forschung, das beachtliche Wirken der jüdischen Unternehmer vor der Vergessenheit zu bewahren und zugleich Einblicke in die industriellgeschichtlich bedeutsame Entwicklung der Naturstein verarbeitenden Industrie und Handwerk zu bieten.


Arno Hamburger

October 1, 2013

ברוך דין האמת

Arno Hamburger Arno Hamburger (frankenwiki)

Zum Tode des langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde von Nürnberg und einem engagierten und furchtlosen Kämpfer für Anstand (wer gibt sonst schon einen Staatsorden zurück aus Protest ?) gilt an diesem Morgen unser Beileid den Angehörigen und seinen zahlreichen Freunden in aller Welt.

* * *

Dass die meisten deutschen Juden in der Zeit des Nazi-Regimes ermordet, enteignet oder vertrieben wurden, ist weithin bekannt. Weniger, dass die Großzahl der Juden die nachher im dann geteilten, schließlich wieder vereinigten Deutschland lebten, nicht hier geboren wurden und in der Regel auch nicht von deutschen Eltern oder Großeltern abstammten. Die meisten Juden, die das Leben der Nachkriegsgemeinden prägten, wurden oft als Jugendliche von den Nazis verschleppt, meist aus Polen und Ungarn oder aus anderen osteuropäischen Ländern. Als Zwangsarbeiter schufteten sie unter brutaler Ausbeutung ihrer schwindenden Kräfte in der Rüstungsindustrie in einem irrsinnigen Netz von KZ-Außenlagern, das über ganz Deutschland gespannt war und beinahe jedes Kaff zu Mittätern machte.  

Arno Siegfried Hamburger, der am 26. September im Alter von 90 Jahren in seiner Geburtsstadt Nürnberg verstarb, war einer der wenigen deutschen, besser gesagt heimischen Juden, dem man seine heimatliche Verbundenheit auch anhörte. Damit unterschied er sich von der jüdischen Nachkriegsgemeinde. Zwar wurden die Zuwanderer im Lauf der Jahrzehnte heimischer in „seiner“ Geburtsstadt, doch viele der Nachkommenden emigrierten in die USA oder nach Israel, so auch Hamburgers Tochter Ursula, die in Tel Aviv für die deutsche Botschaft arbeitet. Ihm selbst, dem Nürnberger Metzgersohn aus der Schwabacher Straße gelang 1939 die Ausreise dorthin. Nachdem in der sog. „Kristallnacht“ auch sein Ausbildungsbetrieb ruiniert wurde, gab es dort für den damals 15jährigen Lehrling keine Arbeit mehr. Da die Repressalien der Nazis gegenüber den bereits stark benachteiligten Juden sich weiter zuspitzten, beschloss die Familie den Jungen „nach Palästina“ zu schicken, was so einfach aber auch nicht war. Zunächst musste er ein „Vorbereitungslager“ der Jewish Agency in Blankenese in Hamburg besuchen, das damals noch von den Nazis geduldet wurde, hatte es ja doch das Ziel Juden aus Deutschland rauszubringen. In dem Lager wurden monatlich etwa 80 Jugendliche aus verschiedenen Teilen Deutschlands auf ihre landwirtschaftliche Verwendung in „Eretz Jisrael“ geprüft. Damals im April 1939, während des Pessach-Festes war Arno Hamburger von seiner Familie in Nürnberg getrennt, trotzdem aber nur einer von 17 Jugendlichen aus Nürnberg. Da die verfügbaren Plätze begrenzt waren, konnte nur etwa jeder siebte Teilnehmer des Lehrgangs (heute könnte man von einer „Casting-Show“ sprechen) berücksichtigt werden und der 16jährige Arno Hamburger zählte zu den glücklichen Gewinnern. Die anderen 16 aus Nürnberg konnte man dann im „Schoa-Buch“ der Stadt Nürnberg finden, wie er später oft erzählte.

Nach der Kapitulation des Nazi-Regimes kehrte Hamburger, der zwischenzeitlich für die britische Armee gekämpft hatte, nach Nürnberg zurück und fand dort eine Anstellung als Übersetzer bei den sog. „Nürnberger Nachfolgeprozessen“. Arnos Vater Adolf Hamburger wurde Vorsitzender der neugegründeten jüdischen Gemeinde in Nürnberg. Als er 1966 aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder kandidierte, wurde sein Sohn Stellvertreter des neuen Vorsitzenden Paul Baruch (1896 – 1988), der in der Vorkriegszeit bereits Friedhofsverwalter in Nürnberg war. Im Jahr darauf setzte sich Hamburger dafür ein, dass die dreihundert Jahre zuvor von mittelalterlichen Friedhof der Reichsstadt geraubten Grabsteine der Nürnberger Juden, die im Südturm der Lorenzkirche als zugeschnittene Stufen einer steinernen Wendeltreppe missbraucht wurden, der jüdischen Gemeinde übergegeben wurden. Seit 1970 hängen die Steine im Tahara-Haus des neuen jüdischen Friedhofs.

1972 wurde Arno Hamburger selbst erster Vorsitzender der jüdischen Gemeinde. Seine größte Leistung war im September 1984 die Einweihung des neuen Gemeindezentrums mit Synagoge und Altenheim an der Johann-Priem-Straße. Mit der Zuwanderung sog. „Kontingentflüchtlinge“ aus der ehemaligen UdSSR nach 1990 stieg im Laufe der Jahre die Zahl der fast schon wieder aussterbenden Gemeinde von kaum 300 immer weiter auf zwischenzeitlich etwa 2000 an. Selbstverständlich war die schrumpfende Gemeinde auf den „Ansturm“ nicht vorbereitet und ist bei „hinten und vorne nicht“ ausreichender Infrastruktur bis heute überfordert. Bis zuletzt setzte sich Hamburger immer wieder für einen längst überfälligen Erweiterungsbau ein. Doch wenn nur die Hälfte derer, die nun schöne Reden auf ihn halten etwas dafür tun, käme er bald zustande.

Im Olympia-Jahr 1972 wurde Arno Hamburger auch als Mitglied der SPD-Fraktion erstmals in den Nürnberger Stadtrat gewählt, dem er bis zuletzt angehörte. Bei der letzten Stadtratswahl im Frühjahr 2008 erhielt der damals auch bereits 85jährige Hamburger immerhin 82.779 Erststimmen als Stadtrat der SPD. Nur sechs andere Kandidaten erhielten etwas mehr Zuspruch, davon lediglich der Oberbürgermeister deutlich mehr. Für die anstehende Neuwahl des Stadtrats im Frühjahr 2014 hatte der nunmehr 90jährige Hamburger im Juni dieses Jahres jedoch auf eine weitere Kandidatur verzichtet. Von 1976 bis 1992 war Hamburger auch Vorsitzender des Turn- und Sportvereins Nürnberg, der es in seiner Amtszeit immerhin in Handball-Bundesliga schaffte.

Allgemein gewürdigt wurde Arno S. Hamburger seit langem für sein unermüdliches Engagement das durch die Nazis in den Müll getretene Ansehen seiner Heimatstadt zu rehabilitieren, freilich ohne in die allgemein gewünschte Amnesie zu verfallen. Hamburger, der nie verlegen war, seine klaren Standpunkte deutlich zum Ausdruck zu bringen, stand Pate dafür, dass Nürnberg als selbsternannte „Stadt der Menschenrechte“ aber nicht in die Geschichtslosigkeit abhob. Bis zuletzt setzte er sich deshalb für ein Verbot der extremistischen NPD ein, deren Umfeld er weder über-, noch unterschätzte. Eine Position die auch deshalb umso glaubwürdiger geblieben ist, weil er anders als viele andere, die er selbst als „nützliche Idioten“ bezeichnete, seine Lebensgeschichte, wie auch die des „Holocausts“ nicht missbrauchen ließ, um Stimmung gegen den Staat Israel und seine Politik zu machen. Arno Hamburger stand stets aufrecht zum jüdischen Staat, auch in Zeiten, als die deutsche Öffentlichkeit dazu übergegangen war, sog. „Antizionisten“ mit „Lametta“ zu behängen.

Als ein halbes Jahr nach dem sog. „Gaza-Krieg“, der vor allem in Deutschland für massive Kritik gegen Israel sorgte, die frühere Rechtsanwältin und kommunistische Aktivistin Felicia Langer im Juli 2009 mit dem „Bundesverdienstkreuz erster Klasse“ ausgezeichnet werden sollte, drohte Arno Hamburger damit, das seinige, dass er zuvor für seine „Verdienste um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden“ erhalten hatte, zurückzugeben. Langer, die Jahre zuvor bereits die umstrittenen Aussagen über „israelischen Staatsterror“ des früheren FDP-Politikers Möllemann verteidigt hatte, hatte dem Judenstaat nun selbst „Apartheid“ und „Völkermord“ vorgeworfen, weshalb es für Hamburger „ganz und gar unerträglich“ war, eine Auszeichnung bekommen zu haben, mit der man „so jemanden“ auch auszeichnen konnte. Einen solchen „Lügenpreis“ wollte er nicht behalten. Die Proteste halfen nichts. Angesichts der damals sehr verbreiteten „bloß anti-zionistischen, nicht antisemitischen“ Stimmung im Lande, fand die Anwältin genug Zuspruch. Doch anders als der nur um einen Monat jüngere Hamburger Publizist und Schriftsteller Ralph Giordano etwa hatte Hamburger nicht nur mit der Rückgabe gedroht, sondern gab die Auszeichnung tatsächlich zurück. Damit sorgte er dann sogar für weltweite Schlagzeilen, weshalb es auch nicht verwundert, dass man ihm auch heute, in der Nachricht seines Todes internationale Aufmerksamkeit widmet, und ihn auch israelische Medien als einen „unwavering supporter of Israel“ oder „חבר נאמן של מדינת ישראל“ (d.h. als „treuen Freund des Staates Israel“)  bewundert und betrauert, auch wegen der Tatsache, dass er als einziger, der zahlreichen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichneten Juden in Deutschland und der Welt, den Mut hatte, seine Auszeichnung zurückzusenden. Er hatte nicht vergessen, dass er einst als einziger aus seiner Gruppe überlebt hatte. Möge sein Andenken und seine Aufrichtigkeit unvergessen bleiben und Nachfolger finden.

(Nachruf für das “Euro-Journal pro Management”)


Dürer Hase Nürnberg

August 10, 2012

Albrecht Dürer (1471-1528) was a Nuremberg born German painter and printer and is known for a number of portraits, e.g. Emperor Maximilian, Jakob Fugger, himself, etc. Best known however is his “young hare”, which today is a quite common marketing item (T-Shirts, cards, posters, etc.).

There also is a huge hare monument from german artist Jürgen Goertz (born 1939) next to Nuremberg castle, which refers to Dürers famous work. However the brazen sculpture from 1984 by many is regarded rather as a kind of “monster” and therefore is somewhat controversial.

Maybe to avoid further controversies a little bunny was added in fromt of the sculpture:

Altough the sculpture many regard as ugly it has a number of details with many additional little hares:


The old synagogue of Nuremberg

March 24, 2011

The synagogue at Hans-Sachs-Platz in Nuremberg, inaugurated in 1874 was demolished in 1938, already in August, 3 months before the so called “Kristallnacht”, because chief Nazi Julius Streicher said the synaggoue does not fit to the beautiful German city scenery of Nuremberg. However the synagogue was one of the most prominent motives of Nuremberg pre-war postcards as well as one of the most depicted synagogues in Europe.

Ca. 1925 color postcard of the Nuremberg Synagogue seen from the Insel Schuett


Nürnberger Prozesse – damals und heute

February 21, 2011

Herman Joseph Obermayer wurde am 19. September 1924 in Philadelphia/ Pa. als erstes Kind von Leon Jacob Obermayer (1886 – 1984)und Julia Lina Sinsheimer (1900 – 1996) geboren. Die Eltern seiner Mutter stammten beide aus Creglingen. Die Vorfahren seines Vaters hingegen stammten aus dem bayrisch-schwäbischen, vormals österreichisch-schwäbischen Kriegshaber.

In seinem 2005 erschienenen Buch „Soldiering for Freedom – a GI‘s Account of World War II“, fasste der Journalist und Verleger seine Erinnerungen als Soldat zusammen, basierend auf hunderten Briefen, die er während seiner Ausbildung und später u.a. als Sanitäter in Frankreich und Deutschland an die Familie in Philadelphia schrieb. Als Zeitzeuge erlebte Obermayer, dass die befreiten Franzosen keineswegs nur dankbar und freundlich auf die US-Soldaten regierten und wohnte als Besucher den Nürnberger Prozessen bei als die Zahl der 6 Millionen jüdischen Opfer in Anwesenheit einiger der deutschen Hauptkriegsverbrecher in der Verhandlung thematisiert wurde und schon tags darauf die Weltpresse beschäftigte. Obermayer schrieb sein Buch zu einer Zeit, als US-Truppen im Irak erneut für „Freiheit“ kämpften und manche Kommentare auf beiden Seiten des Atlantiks an Spannungen zwischen Amerikanern und Franzosen erinnerte.

Als „Obe“ im Januar 1945 Amerika verließ schrieb er seiner Familie noch humorig er fühle sich ein wenig wie Gulliver auf dem Weg nach Liliput, dass sich dann bald als „Camp Lucky Strike“ in der Normandie konkretisierte. Kurz nachdem er aus Frankfurt nach Nürnberg kam, berichtete er am 15. Dezember 1945 der Familie von seinen Eindrücken vom Nürnberger Prozess, offensichtlich bewusst von der historischen Tragweite des Erlebten:

Eines Tages, in Jahren, wenn ein Tischgenosse mich beim Essen mit einem Hör-mich-auf-zu-langweilen-Ausdruck ansieht, werde ich das Kaninchen aus meinem Hut holen und erzählen wie ich Goering, Hess und Jodl beobachtete sich zu winden und Gesichter zu ziehen während der Nürnberger Prozesse. Gestern Nachmittag verbrachte ich drei Stunden damit die Prozesse zu sehen und mitzuhören. „

Obermayer schildert die Umstände, etwa dass auf der Besucher-Galerie ein Kontingent der Sitze für Russen, eine andere für Franzosen, Amerikaner, Briten, reserviert und ohne vorgezeigte Platzkarte nicht zugänglich ist, dass man keinen Mantel tragen oder mitnehmen darf, da man befürchtet, jemand würde eine Granate schmuggeln, die er in den Saal, werfen könnte. Die Übersetzer, so wurde geklagt, waren etwas zu frei in der Wiedergabe juristischer Begriffe und vereinfachten wohl die Verständigung der mehrsprachigen Richter und Ankläger mit ihren oft wohl eher wortkargen und einsilbigen Angeklagten nicht immer.

Goering mag zwar ein Drogensüchtiger („dope find”)  sein, aber er macht definitiv nicht den Eindruck ein Narr zu sein. Den ganzen Nachmittag über hatte er einen dicken Stapel Papiere vor sich, mit dem er zu arbeiten schien. Ich hatte auf jeden Fall den Eindruck als würde er den anderen Angeklagten Anweisungen und Ratschläge geben. Einmal wurde ein „Streng geheimes“ Dokument verlesen, das Admiral Keitel und General Jodl unterschrieben hatten. Als ihre Namen erwähnt wurden, zeigte keiner von beiden eine Reaktion die darauf schließen ließ, dass sie es gehört hatten.“

Interessant, weil auch zweifellos mehr als 65 Jahre später immer noch diskutabel ist durchaus auch „Obe“ Obermayers Fazit seines Besuches bei den „Nuremberg Trials“:

Die Prozesse waren zweifellos dramatisch und interessant, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass sie gerecht sind. Wenn man sagt, es kümmert einen nicht, was mit den Männern auf der Anklagebank passiert – ob sie leben oder sterben – und wenn das einzige Wichtige ist, dass sie für die Nachwelt angeklagt werden, macht es mir Angst. Persönlichkeitsrechte scheinen in Nürnberg so unbedeutend zu sein wie in der Armee. Wenn Anwälte und Gelehrte und Denker bereit sind Menschenleben für internationale Moral und internationales Recht oder für die Nachwelt zu opfern, wird es sehr gefährlich.“

(Herman J. Obermayer – Soldiering for Freedom, p. 246 et seq.)

(The original docks from the famous Nuremberg Trials now are shown in the exhibiion of the new museum, while in the court room 600 rioting visitors of contemporary Neo-Nazi trials rip the benches from the floor. )

Es ist nicht einfach, darauf etwas zu entgegnen, da die meisten von uns heute inzwischen Bestandteile der Nachwelt sind, für die ggf. diese Prozesse veranstaltet wurden, wenn man die Kritik des zeitgenössischen Besuchers annimmt. Neben zahlreichen, meist neu zusammengestellten filmischen Dokumentationen, die entweder „den“ Prozess, einzelne berühmt – berüchtigte Angeklagte, aber auch Richter und Ankläger thematisieren sind auch filmische Adaptionen prägend wie etwa Stanley Kramer‘s  „Judgment at Nuremberg“ (deutsch: „Urteil von Nürnberg“ mit „Stars“ wie Spencer Tracey, Burt Lancaster, Richard Widmark, Marlene Dietrich, Judy Garland, Montgomery Clift, dem jungen William Shatner und was weiß ich mit wem noch alles) in Erinnerung geblieben. Trotzdem wird sich kaum jemand daran erinnern, dass der Film nicht „den“ Nürnberger Prozess thematisiert. Stattdessen versucht freilich auch der Film von 1961 – der einen der vielen weiteren Nachfolgeprozesse, nämlich gegen Nazi-Juristen im Jahre 1948 zum Gegenstand hat – durchaus im Empfinden von Herman Obermayers Unbehagen mehr ein Urteil über die Prozesse als über die Angeklagten zu vermitteln und „moralische“ Fragen zu beantworten.

Der Ort des Geschehens, Raum 600 im Schwurgericht des Nürnberger Justizpalasts an der Fürther und Bärenschanzstr. wurde in der Nachkriegszeit ganz gewöhnlich als Gerichtssaal weiterverwendet. Erst vor einem Vierteljahr, am 21. November 2010 wurde im Ostbau des Justizgebäudes das „Memorium Nürnberger Prozesse“ eröffnet, während der Saal selbst auch heute noch „ein Ort der Rechtsprechung“ bleibt und deshalb, wie wir bei unserem Besuch am Nachmittag des 17. Februar feststellen mussten, ggf.  unzugänglich bleibt, wenn gerade ein Prozess stattfindet, was auswärtige Besucher nicht wissen können und auch nicht auf der Webseite vermerkt wird http://www.memorium-nuernberg.de/ vermerkt wird. 

Während wir die Ausstellung sehen konnten, war der Prozess-Saal abgesperrt, mehr noch, wie das Gebäude selbst von einem erstaunlich großen Polizeiaufgebot umstellt, so als hätte man doch noch einen der damals entkommenen „Hauptkriegsverbrecher“ erwischt und vor Gericht gestellt. Wie sich erst später herausstellte, gab es aber einen ganz anderen, für die Geschichte des Hauses sicherlich auch denkwürdigen Prozess. Angeklagt war ein 24jähriger Rechtsradikaler, der beschuldigt wurde im letzten Jahr einem damals 17jährigen in der Nürnberger U-Bahn lebensgefährlich verletzt zu haben. Wie das „Frankenfernsehen“ vermeldete:

Am Donnerstag waren rechte und linke Zuhörer aufeinander losgegangen … Zum Auftakt des U-Bahn-Schläger-Prozesses war es zu Tumulten gekommen. Zwei Zuhörerbänke waren aus ihrer Verankerung gerissen, eine Tür beschädigt worden. Die dem linken Spektrum zugerechneten Zuhörer hatten dagegen protestiert, dass der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer Plätze für zu spät aus der Mittagspause kommende Vertreter der rechten Szene freihalten wollte.“

 

Zu den Tumulten muss es gleich nach unserem Besuch des Museum gekommen sein. Da wir den nur 350 m entfernten jüdischen Friedhof in der Bärenschanzstr. noch besuchen wollten und danach noch weitere Termine hatten, mussten wir uns mit der bloßen Ausstellung zufrieden geben und hinnehmen, dass von dort aus auch kein Blick in den Sitzungssaal möglich war.

Es ist natürlich generell fragwürdig, warum jetzt zumindest, wo man eine Gedenkstätte eingerichtet hat und diese national und international bewirbt – wie hätten wir auch sonst davon erfahren … – den Room 600 weiterhin für Prozesse verwendet. Für Besucher von außerhalb ist das, wie gesagt,  nicht planbar. Zum anderen muss man in diesem speziellen Fall frage, ob es angemessen ist, einen solchen Fall – schwere Köperverletzung mit einem mutmaßlich rechtsextremen Hintergrund – ausgerechnet in diesem Saal zu verhandeln, der den Angeklagten wie auch das Verfahren ggf. über alle Maßen überhöht. Dass bei Prozessen dieser Art einschlägige Anhänger linker und rechter Gruppen aufeinander treffen können, muss den Nürnberger Richtern nicht klar gewesen sein, sondern überraschender Weise erst im Nachhinein. Der Prozess soll deshalb nach offenbar völlig überraschenden Ausschreitungen in einem kleineren Saal verlagert werden: «Damit lässt sich die Lage besser unter Kontrolle bringen», fügte der Sprecher hinzu. «Es geht darum, dass man bei Tumulten Störer gesondert rausbringen kann». Dies sei wegen der dicht stehenden Bänke im Saal 600 schwierig.

http://www.frankenfernsehen.tv/default.aspx?ID=458&showNews=931499

Einem Bericht des „Frankenreports“ (Abendzeitung) vom Vortag 16. Februar, initiieren lokale Landtagsabgeordnete just jenen „Raum 600“ als Weltkulturerbe der UNESCO schützen zu lassen. Die Bewerbungsfrist für dieses Jahr endet am 1. März. Wenn man die Bedeutung der Nürnberger Prozesse für die internationale Rechtsprechung der Folgejahrzehnte berücksichtigt, ist ein solches Ansinnen keineswegs unbegründet. Anderseits sollte man in Nürnberg freilich, den Saal entsprechend in einer Weise präsentieren können, die sicher und für auswärtige oder gar ausländische Besucher berechenbar, gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Kasperl- und Krokodil-Fangruppen ausschließen – was derzeit offensichtlich nicht der Fall ist. Auch wer sich denkt, dass ein übergroßes Polizeiaufgebot im Schätzverhältnis von 20 Uniformierten auf einen Museumsbesucher auf letztere beruhigend wirken könnte, mag falsch liegen und vielleicht vergessen haben, weshalb die berühmten Angeklagten hier vor Gericht standen.   

http://www.memorium-nuremberg.de/exhibition/visitor-information.html 

Nuremberg Trials now and then

Herman J. Obermayer as Jewish – American GI with grandparents from Kriegshaber Augsburg actually witnessed the Nuremberg Trial session in December 1945 when the number of six million Jewish victims the first time was publicly confirmed as it his account in the book “Soldiering for Freedom” (2005). Since end of last November, 65 years after the beginning of the Trials there now is a museum, while courtroom 600 still is used for contempuary trials. When we visited the “Memorium” last Thursday there actually was a trial against a 24 year old Neo-Nazi who seriously hurt a then 17 year youngster in the Nuremberg subway. Supporting youth groups of German leftists and right wingers caused riot in the courtroom which normally is to be part of the exhibition but blocked for paying visitors when there is a trial and teared out benches …

Local politicians however try to promote “Room 600” as World Ciltural Heritage Site, what of course will be rather worthless as long visitors from outward or abroad who can not know whether there are court hearings or riots and frays which involve the great grandchildren of the Nazi once put on trial at this very spot. 

Nürnberg Prozess Museum - Model und versteckte Wirklichkeit

(Historical 1945 pictures by Herman J. Obermayer, all others by Margit Hummel (guard) and Yehuda Shenef, 2011)

http://books.google.de/books?id=_UfHJ1LfRRIC&printsec=frontcover&dq=obermayer+soldiering&source=bl&ots=v3ib7wiSNA&sig=aZ7CGtNv8Q43p5QnwtHFvNOzsCE&hl=de&ei=JqViTcSUI4LDswaQrLW1CA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CCAQ6AEwAQ#v=onepage&q&f=false


Zur Geschichte der Juden in Nürnberg

February 18, 2011

Nach sichtbaren Anzeichen des Judentums in Deutschland zu suchen, ist generell nicht ganz einfach, da seine lange, über 1500 Jahre Geschichte in gängiger Weise entweder auf 12 passive Nazi-Opfer-Jahre beschränkt, oder gelegentlich mit älteren Hinweisen auf frühere Verfolgungen, „Pogrome“ die im Mittelalter schon „typisch“ gewesen sein sollen, dekoriert wird. Von der Nordsee bis zu den Alpen kann man dies in allen Regionen und zahllosen Städten und Dörfern im Rahmen standardisierter Grund(er)Kenntnisse mit wenigen lokalen Schattierungen nachvollziehen.

In Nürnberg, das oft und gerne als „deutscheste aller deutschen Städte“ beworben wurde, ist das freilich nicht anders, wenngleich die spezielle Geschichte der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wie auch in der Bewältigung dieser Vergangenheit ganz eigene Varianten (und mehr) zu bieten hat.

Die mittelalterliche Geschichte der Juden ist, wie an vielen anderen süddeutschen Orten von den Daten 1298 (das Nürnberger Memorbuch nennt 628 Opfer) und 1349 bestimmt, der das spezifische Datum der „endgültigen“ Ausweisung im März 1499 folgt, ehe um 1840 eine neue Gemeinde besteht, zunächst mit einer Gebetsstädte, dann mit raschen Wachstum mit eigenem Friedhof (während zunächst der im benachbarten Fürth benutzt wurde) an der Bärenschanzstr.  Schließlich wurde 1874 am Hans-Sachs-Platz eine moderne Synagoge eingeweiht und als diese sich der „Reform“ verschrieb, um 1902 eine weitere orthodoxe des Adas Israel – Vereins in der Essenweinstr.  Kurz darauf wurde in der Schnieglinger Str. ein zweiter neuzeitlicher Friedhof eingeweiht, der auch heute noch belegt wird und auf dem sich auch Überreste mittelalterliche Grabsteine befinden.  Das verwundert nicht weiter, da sich in Nürnberg eine stattliche Gemeinde entwickelt hatte, die zu Beginn der 1920er Jahre fast 10.000 Mitglieder hatte. Fast unnötig zu erwähnen, dass beide Synagogen 1938 zerstört wurden, gäbe es nicht die Besonderheit, dass die Hauptsynagoge bereits im August 1938 auf Betreiben des fränkischen NS-Provinzfürsten Julius Streicher demoliert wurde.

Es ist sodann auch unnötig zu erklären, dass Nürnberg als Stadt der nationalsozialistischen Reichsparteitage mit dafür geschaffenen und geplanten Monumentalbauten, zahlreichen Aufmärschen aber auch nach der vernichtenden Niederlage Deutschlands als Schauplatz der Nürnberger Prozesse und Nachfolgeprozesse (wenig schmeichelhaften) Weltruhm erlangt hat. Beeindruckende Gedenkstätten wie das Dokumentationszentrum am Dutzendteich oder das neugeschaffene Museum zur Erinnerung an die Nuremberg Trials schaffen (sicher etwas spät) eine Erinnerung an viele vergessene, oft verdrängte Zusammenhänge – wenngleich diese zwar viel über den Umgang mit Juden, aber im Kern nichts über das Judentum aussagen.

Wie die Vorkriegssynagogen sind auch die beiden mittelalterlichen Synagogen im Bereich von Obstmarkt, Hauptmarkt, Frauenkirche oder Wunderburggasse verschwunden oder möglicherweise von Kirchen überbaut, woran ein im Altarraum am Boden eingelassener David-Stern erinnern soll.

(Ausstellungs-Tafel in der Frauenkirche die den dort im Altarraum am Boden eingelassenen David-Stern zeigt, der an die am Platz der Kirch vermutete frühere Synagoge erinnern will. Dazu heißt es etwas merkwürdig: „Am Anfang ist das Pogrom – am 5. Dezember 1349 wird das Judenviertel (heute Hauptmarkt) zerstört. 562 Juden werden ermordet.“ – In the beginning is the pogrom …)

Am älteren der beiden erhaltenen jüdischen Friedhöfe im Stadtteil Gostenhof, der sich in derselben Straße wie der Justizpalast und seiner Gefängnisse befindet, finden gerade archäologische Ausgrabungen statt, die eine benachbarte Kaserne rekonstruieren soll, wahrscheinlich, weil wie gegenüberliegend Neubauten wie das Seniorenzentrum errichten werden sollen. Im 30jährigen Krieg war die Bärenschanze als Artilleriebastion entstanden und in der Folgezeit zur Kaserne ausgebaut worden. Im 19. Jahrhundert war hier auch der Standort der Reiterei des 1. Chevaulegers-Regiments (in Augsburg war das 4. stationiert).

Der Friedhof erstreckt sich etwa in 200 m Länge zwischen der Bärenschanzstr. und der Reutersbrunnerstr., ist dabei etwa 33 m breit und umfasst zweimal 5 Grabreihen mit insgesamt wohl etwa 1700 Gräbern (von außen und mittels Google Earth von oben geschätzt). Die Grabmonumente sind typisch für die Zeit des mittleren und ausgehenden 19. Jahrhunderts und sind hoffentlich gut dokumentiert worden.

Children grave markers at the old Jewish cemetery of Nuremberg, in front the Hebrew memorial stones of two Nuremberg boys: the one of Yitzchak ben Naftali who died on Yom Kipur in 1870s (last digit is unclear) and the one of Yehuda ben Meir who died on 23rd of Shwat in 5636 (i.e. 18th of February 1876).

Nuremberg, as it is said, is regarded by some as the „most German among German cities“, and famous for its historical City,  the Burg, Albrecht Duerer , … as well as for the Nazi history, the “Reichsparteitag” area and the following “Nurenberg Trials” …. But Nuremberg also has a long and rich Jewish history dating back at least to the early 12th century.  Two supposed medieval synagogues in the old city near the Hauptmarkt (main market) were known. Surprisingly Nuremberg shares at least four famous rabbis with Augsburg, among them Raw Koppelman and Rabbi Yakov Weil. Just 350 m from the Justizpalast, where some of the Nazi leaders were prosecuted, actually is the older of the two still preserved Jewish cemeteries along the former military area Baerenschanze (mil. sconce or redoubt) which traces back to the 30 years war.


Abraham von Augsburg

December 9, 2009

Als Abraham von Augsburg überliefert die Geschichte einen übereifrigen Konvertiten zum Judentum, der zur Mitte des 13. Jahrhunderts im mittelrheinischen Sinzig (Kreis Ahrweiler) bei einem Pogrom gegen die jüdische Gemeinde ums Leben kam.

Den Angaben des Pferseer Memorbuches handelt es sich bei Abraham um einen französischen Adeligen, der zum Judentum übertrat. Die 1297 verfasste megilat hanehargim (s. Perles, Monatsschrift, 11/1873) bestätigt die Herkunft aus Frankreich, erwähnt ihn hingegen aber auch als das Oberhaupt aller Barfüßigen –  ראש לכל היחופים – was sich ohne Zweifel auf den christlichen Orden der Barfüßer beziehen wird. Franziskanischer Barfüßer waren als Bettelmönche bekannt, die eine Abkehr von irdischen Reichtum predigten. Nach dem Tod des Gründers 1226 kam es unter seinen Anhängern jedoch zum sog. „Armutsstreit“. Treue Anhänger sahen im Bau großer Basiliken für den Orden eine Abkehr vom Armutsideal des Ordensgründers. Die Motive und zeitliche Folge für Abrahams Übertritt zum Judentum ist vielleicht in diesem Kontext zu sehen. Im Jahre 1243 nämlich richteten Franziskanermönche in Augsburg eine Barfüßer-Kirche ein, die freilich durch eine größere romanische um 1265 fertiggestellte Basilika ersetzt wurde. Der später noch mehrfach beschädigte und veränderte Bau besteht heute noch namentlich als „Barfüßer-Kirche“ am Übergang von der Altstadt zur Jakober Vorstadt.

Unbekannt ist, ob er auch zuvor bereits Abraham hieß. Das ist zumindest nicht auszuschließen. Als Konvertit löste er sich jedoch von seiner bisherigen Abstammung und galt deshalb als Sohn Abrahams, des Stammvaters aller Juden, und erhielt deshalb zu seinem ursprünglichen oder gewählten Vornamen Abraham den Namenszusatz:  אברהם בר אברהם אבינו  „Bar Abraham awinu“ (Sohn unseres Vaters Abraham).

 Der zeitliche Kontext ergibt, dass Abraham, so er in Augsburg zum Judentum übertrat, dies unter der Leitung von Rabbi Meir bar Baruch, dem Maharam tat. Die Mikwe der damaligen jüdischen Gemeinde wäre dann wenig mehr als 120 Meter der Kirche entfernt gewesen, der er bis dahin vorstand, was sodann zweifellos ein erheblicher Affront gewesen sein muss und erklären kann, warum Abraham bar Abraham Augsburg verließ. Ein weiterer Grund kann natürlich auch der Übereifer gewesen sein, durch den sich leider Konvertiten manchmal auszeichnen (wollen). Den Schilderungen gemäß attackierte er nun seine frühere christliche Religion und deren „abscheuliche Götzen“. In Sinzig, wo es in jener Zeit eine ansehnliche jüdische Gemeinde gab, predigte er die von ihm selbst vollzogene Umkehr zum Judentum. Von den Schilderungen der Evangelien über die „Tempelreinigung“ stürmte er zudem in die ihm bestens vertrauten Kirchen, wo er  die Köpfe von Figuren abschlug und Kreuze zerbrach. Die Folge war ein Angriff der Christen auf alle Juden am Ort und den Berichten verschiedener Memorbücher gemäß wurden 60 – 70 Juden in Sinzig verbrannt, Kinder, Frauen, Männer, Lehrer, Rabbiner. Dem Memorbuch von Pfersee (die Nürnberger Angaben weichen etwas davon ab) gemäß trug sich dies zu am sechsten Wochentag, der zugleich Neumondstag des Montags Kislev war, im 25. Jahr des sechsten Jahrtausends zu, also am 1. Kislev 5025, bzw. am Freitag 28. November 1264 – d.h. vor 745 Jahren.

Der Vorfall erregte große Aufmerksamkeit bei Juden und Christen. Mordechai ben Hillel und Mosche ben Jakob haben dies poetisch verarbeitet. Der Maharam verließ in der Folge Augsburg und sprach sich dafür aus, Konversionen zum Judentum zu erschweren. Später, als er mit zahlreichen Anhängern Deutschland verlassen und nach Israel auswandern wollte, wurde er jedoch angeblich von einem Konvertiten erkannt und verraten.

  

אברהם מאוגשבורג

According to the Memorbook of Pfersee, Abraham of Augsburg was a French aristocrat and head of the discalced monks in Augsburg, where he converted to Judaism. In his public sermons he challenged to leave Christianity and to join the Jewish people. Inspired by the narration of “Jesus cleansing of the temple” in November 1264 he entered in Sinzig (Middle Rhine) churches and beheaded Madonna figures and broke crosses. In return the whole Jewish community of SInzig (about 60 children, women and men) were killed by the Christians.

Hebrew inscription at the altar of the Barfuesser Church in Augsburg, which now is Protestant.