Schutz der Mauer am jüdischen Friedhof Kriegshaber Pfersee

March 5, 2014

Kriegshaber jüdischer Friedhof Mauer baumfreinordöstliche Mauer des Friedhofs am noch belegbaren Grabfeld

Kriegshaber jüdischer Friedhof Maoer Ost Beton Februar 2014von Wildwuchs befreite Ostmauer des Friedhofs

Zum Erhalt der teilweise brüchigen, einsturzgefärdenden und die sog. Verkehrsicherheit beeinträchtigenden Mauer des Friedhofs an der Hooverstraße wurden nun die meisten der maroden und abgestorbenen Bäume beseitigt, die um die Mauer herum gewachsen waren, diese aber massiv schädigten. Die scheinbar grünen Bäume waren aber bereits tot und vom Efeu erdrosselt worden. Die gefährdete ihre Standsicherheit, weshalb, wie wir in den letzten Jahren immer wieder thematisiert hatten, bei jedem Sturm große Äste oder auch ganze Bäume umkippten und Schäden anrichtete. Zum Glück waren davon bislang keine (lebenden) Menschen betroffen.


Der un-heimliche Verfall der Mauer am jüdischen Friedhof in Kriegshaber

May 30, 2013

Sie zählt zu den ältesten Bauwerken Kriegshabers, die 1825 von Ber Ulmo, dem damaligen Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde von Pfersee finanzierten Mauer um den jüdischen Friedhof der Gemeinden Pfersee, Kriegshaber und Steppach. Zwar ist die Mauer in den bald zwei Jahrhunderten seitdem mehrfach ausgebessert und teilweise erneuert worden, doch ist die letzte substantielle Hilfe ganz offensichtlich schon eine ganze Weile her. Der aktuelle Zustand der Mauer ist deshalb im Wortsinn desolat.

Jüdischer Friedhof Kriegshaber Mauer Verfall

Wie man in Kriegshaber in der früheren jüdischen Hauptstraße sehen kann, sind finanzielle Mittel für die Renovierung und Umwidmung der ehemaligen Synagoge zu einem weiteren staatlichen Museum durchaus vorhanden. Wenn es aber darum geht, etwas für die Sicherheit und den Bestand des Friedhofs und damit für die Ehre der Verstorbenen zu tun, mit deren Leben das Museum werben will,  dann schaut man doch ganz un-verschämt weg und kennt keine Verantwortung, kein Morgen. Gerade so, als ob die Menschen in der Umgebung die klare, kalte Sprache der Vernachlässigung nicht ganz von selbst verstünden. Das tun sie und drücken den mangelnden Respekt mit Müllabwurf am Friedhof aus.

crumbilng wall Jewish cemetery Kriegshaber Augsburgeinsturzgefährdete Mauer am Schulweg

Und obwohl man nun unentwegt für den Erhalt und die Sanierung der Mauer eintritt und mit Verantwortlichen von Stadt, Bund und Ländern redet, ist es so, als ob man doch gegen eine Mauer redet: eine Mauer des Schweigens, eine Mauer in den Köpfen, eine Mauer an Vorurteilen.

Kriegshaber jüdischer Friedhof Mauer Loch

Due to decade long neglect the walls of Kriegshaber Jewish cemetery are crumbling and in parts already in danger of collapsing, while there are many smaller damages here and there. Indeed there are means to restore and convert the former synagogue of Kriegshaber into another stately museum, but if it comes to spend any money for the honor of the Jews who lived here, it is quite different. Actually the crumbling, almost collapsing parts of the wall also are a hazard for the children of the neighborhood and others who pass there on their way to school.

Kriegshaber Friedhofsmauer HooverstrReste des alten verotteten (NATO-) Stacheldrahts werden zwar “bewahrt”, eine Erneuerung hält man aber für “unschön”. Die herumhängenden, oft von “Grünzeug” überwucherten Reste sind jedoch zweifelsfrei gefährlicher als ein systematischer, erkennbarer Draht, auf den sich jeder einrichten könnte.


“Niemand hat vor eine Mauer zu errichten …”

October 9, 2012

Man könnte fast meinen, dass … das würde sicher auch gleich wieder dementiert, wohl ganz zu Recht. Was so aussieht, als wollte man in Augsburg nun gleichfalls eine hohe Betonmauer errichten, die von Ost nach West führt und den Südteil vom Norden der Stadt trennt, ist wohl nur ein Bestandtteil der durchdachten Planung zum (noch) lange anhaltenden Umbau des Königsplatz in Augsburg. Es besteht demnach keine Gefahr, dass künftig die Halderstraße und damit die Synagoge in Augsburg durch eine hohe Betonmauer durchtrennt wird und Synagogen- und Museums-Besucher werden keine Visas benötigen und keinen Checkpoint Mordechai passieren müssen.

Niemand hat vor eine Mauer zu errichten…” (nobody has the intention to build a wall) was the famous quote by Walter Ulbricht, then political leader of communist Eastern Germany only a few days before the construction works of the Berlin Wall actually started. Now in Augsburg in the context of the extensive reconstruction of the main trolley and bus station there is a new concrete wall which reminds of the Berlin wall. Of course there will be no wall which speratares  parts of Augsburg (but if so the wall would run in front of the synagogue – that is why we bother … haha), at least that is what politicians will say … just note the ladder leaning on the wall (second photo).

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Ein Schutz-Schild für den Friedhof Kriegshaber ..?

August 7, 2008

 

Was lange währt, wird endlich gut, könnte man sagen, wenn es tatsächlich ein Schutzschild für den Erhalt des Jüdischen Friedhofs in Kriegshaber wäre, das wir nun nach langen Bemühungen erhalten haben. Zumindest aber kann es einen wichtigen Akzent setzen, um mutwillige Beschädigungen und Dummheiten einzudämmen.

 

Beim Besuch der gemeinsamen Delegation vom Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern unter der Leitung des Geschäftsführers Herr Dr. Andre Berkal und von Frau Dr. Daniela Heisel, Ministerialrätin im Bayerischen Innenministerium am 23. Juli nahm es nun aber doch Gestalt an, das lange überfällig Hinweisschild das den Wert des Friedhofs betont und darauf hinweist, dass Zerstörungen und dergleichen gesetzlich geahndet werden. Das wird natürlich nicht geschehen, weil das “Inventar” des Friedhofs so ziemlich jedem mehr oder midner egal ist. Interessiert es wen, wenn jeden Monat weitere teile von Inschriften jahrhunderte-alter Grabinschriften mutwillig zerstört werden? An-Alefbeten können sie nicht lesen. Wenn der Rasen zwischen Eingangstor und Haus regelmäßig gemäht wird, ist die Welt in Ordnung, der Friedhof gepflegt und an “Wiedergutmachung” genug geleistet.

Die angesprochenen Mängel der Mauer, die in vielen Teilen baufällig, ja einsturzgefährdet ist, wurden hingegen weitgehend ignoriert. Eine Sanierung sei zu teuer und würde wohl “weit über eine Million” kosten, so die einhellige Meinung der versammelten “Experten”. Dem hilt der Autor entgegen, dass es vorallem um einige stark beschädigte Teile ginge, besonders an der Südmauer und an den südöstlichen und südwestlichen Ecken, die man gewiss wesentlich billiger (wahrscheinlich würden eher 30.000 Euro reichen) gegen neue Steine austauschen könne. Das ginge nun gar nicht, weil sonst die Mauer insgesamt einstürzen würde. Das könne ein Historiker ja wohl auch nicht ermessen, dafür bräuchte man Statiker und deren Gutachten würden schon einige Tausend kosten. Dagegen half auch nicht der unleugbar sichtbare Hinweis, dass ab den 1950er bis 1970er Jahren doch schon mehrfach Teile der maroden Mauer durch Betonstücke ersetzt wurden. Dafür habe die Stadt kein Geld, die Staatsregierung nicht, der Landesverband nicht. Außerdem sei die Mauer ja weitgehend intakt. Und ein paar störende Äste könne man ja in Eigenarbeit beseitigen, wenn man seitens des JHVA doch so großen Wertdarauf legen würde.  Anstelle der bröckelnden Mauer die täglich von Kindern erklettert und belaufen wird, muss nun also das Schild den Schutz bewerkstelligen, ein Schutzschild also. Die Idee den Stacheldraht zu erneuern, der zuletzt 1980 erneuert wurde und von dem noch immer einige – für Kinder nicht ungefährliche Reste herumhängen – wurde empört zurückgewiesen. Zum einem erinnere dies an Konzentrationslager (… aha!), zum anderen sei das zu gefährlich. Für wen? Für die Kinder …

  

Die vom Ministerium nahegelegte Tafel lautet:

“Dieser Friedhof wird dem Schutz der Allgemeinheit empfohlen. Beschädigungen, Zerstörungen und jeder beschimpfende Unfug werden strafrechtlich verfolgt ( §§ 168, 304 StGB).”

Vielen Dank an Frau Dr. Heisel und  an das Innenminsterium auch an dieser Stelle.

Immerhin wird manchem in der Nachbarschaft damit vielleicht wenigstens klar, dass es sich um einen Friedhof handelt und nicht um einen Spielplatz, Sportplatz oder Müllhalde.

Vielleicht ist es etwas naiv zu glauben, dass man mit einem Schild und der Aufschrift “Einbruch verboten” auch ein Kaufhaus schützen könnte und sich fortan womöglich Wachdienst, Schlösser und Alarmsysteme sparen könnte. Aber man muss nicht immer alles “so negativ” sehen.

“Mit gutem Willen geht alles”, wie Herr Berkal sagte.

Wenn es denn nur so wäre.