Habemus matzam ..? How to prepare homemade Matzo

April 3, 2015

Habemus matzam? Wie man zu Hause koschere Matzen zubereiteten kann.

Unsere Vorfahren hatten vor etwa dreieinhalb Jahrtausenden zu Pessach keine Zeit, um Teig für gewöhnliches Brot (das damals wahrscheinlich eine Art Fladenbort oder Pita war) zu machen und so reichte es nur zu ungesäuertem Brot. In der Haggada hat die Matza מצה den (aramäischen) Namen לחמא-עניאlachma aniya“, „armes Brot“, das Brot der Armut. Komischerweise sagen die viele Quellen heute, dass es zu schwierig oder zu aufwändig wäre das Brot der Armut selbst zu backen und so essen die meisten Leute heutzutage industriell gefertigte Matzen aus den Fabriken.

Kaum zu glauben, aber wahr. Was aber macht es so schwierig eine Speise herzustellen, die aus nur zwei Bestandteilen – Mehl und Wasser – besteht und die Sklaven auf der Flucht zubereiten konnten

Unsere Weise haben festgelegt, dass zwischen dem Zeitpunkt an dem Wasser und Mehl gemischt werden und dem fertig gebackenen Brot nur maximal 18 Minuten liegen dürfen, damit jede Form der Fermentierung oder Säuerung ausgeschlossen werden kann.

Ist man gut vorbereitet, wozu ein möglichst hoch vorgeheizter (freilich generell koscherer und gesäuberter) Ofen, ohne den der Zeitrahmen natürlich nicht eingehalten werden kann, bleibt ausreichend viel Zeit zur Herstellung von Matzen, insbesondere, wenn man in der eigenen Küche oder einer vertrauten Umgebung arbeiten kann und nebenbei keine Eindringlinge abwehren muss oder weder gejagt noch verfolgt wird.

Koschere Matzen müssen, um als solche gelten zu können, mit Mehl hergestellt werden, das ausschließlich aus Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel oder Hafer hergestellt wurde. Hafer enthält kein Gluten, das Kleber-Protein (von engl. „glue“ = Kleber), sondern Avenin, einen zwar verwandten Stoff, der Zöliakier offenbar aber schadlos ist. Voraussetzung dafür ist freilich, dass der Hafer auch entsprechend behandelt und verarbeitet wurde. Da sich aber auffallend viele Hersteller selbst nicht sicher sind, ob ihre Produkte nicht doch „Spuren von Gluten“, Nüssen oder was noch enthalten können, finden sich entsprechend häufig Hinweise auf Verpackungen.  Wir können für Industrieprodukte, für die selbst ihre Hersteller nicht garantieren wollen, natürlich auch keine Haftung übernehmen.

Zurück zum Thema. Ein matz-barer Teig besteht lediglich aus Mehl und Wasser – nichts anderes kommt dazu, kein Salz, kein Backpulver, keine Hefe oder was sonst den Prozess beeinflussen könnte. Nur Mehl und Wasser und zwar etwa im Mischungsverhältnis 2 zu 1. Da Mehlsorten unterschiedlich ausfallen können, variiert das etwas. Der Teig ist perfekt und verwendbar, wenn er beim Kneten nicht mehr an den Fingern kleben bleibt.  Wenn das Ergebnis etwas fade schmeckt, ist es genau richtig, denn wie bereits gesagt ist es das Brot der Armut.

Um im Zeitplan bleiben zu können, mischt man (vielleicht mit einem Helfer) immer nur so viel Teig an, wie man auch für einen Back-Vorgang gebacken bekommt. Überschüssiger Teig, der herum steht, wäre wegen des 18-Minuten-Limits disqualifiziert.

Den fertigen Teig sofort auf die Arbeitsplatte und ihn so dünn wie möglich ausbreiten, ggf. mit einem Nudelholz. Mit Gabeln oder ähnlichen, kann man noch charakteristische Löcher einstechen, die für eine bessere Luftzirkulation sorgen. Nun kommen die Fladen in den geheizten Ofen. Backt man mehrere Matzen, ist Butterbrotpapier oder ähnliches geeignet, um die Scheiben auskühlen zu lassen.

Hat man nun eigene Matzen “gebacken bekommen” kann man diese natürlich auch mit Salz oder was immer würzen, was auch an Pessach erlaubt ist (also nichts mit Hefe, Weinessig, usw.).

Ve-achschaw: habemus matzam – es is(s)t matzbar.

homemade matzo - osem knedlach - Augsburg Matzen

 

Our ancestors about 3 and a half millenniums ago at Pessach had no time to prepare ordinary bread so there only was time to have unleavened bread. The Haggadah names the matzo lachma anya, the bread of poverty.  Funnily most sources today say homemade matzo is too difficult and that is why most people eat factory fabricated matzot today.

Hard to believe, ummmm ..?

Well, what actually is so difficult about a dish which poor slaves were able to prepare while I on the run?

Our sages leave us a maximum of 18 minutes from the time when the flour is mixed with water until the finished baked bread. Well, actually that is enough time, if you are well prepared, especially if you can stay in your own kitchen and have neither intruders nor some odd people who chases or haunts you.

Just realize that a matz-able dough is about 2 parts flour and 1 part water.

You are obligated to have flour either of wheat, rye, barley, spelt or oats. The later is to be recommended if have problems with gluten, the “glue” protein composite which gives a dough of wheat, rye or barley its characteristic elasticity. Oats however, if not mixed with other grains or improperly handled (what you have to make assure yourself) does not contain gluten, but another, similar protein called avenin which is tolerated by celiac diets.

The dough is perfect if it does not tick on your fingers. You need nothing else. No salt, spices, baking agent or anything. Nothing what may influence the baking process in one way or another. If it tastes somewhat insipid, you are right. Remember: as quoted, it is a bread of poverty. 3 or 4 minutes are enough to knead the dough and roll it out with a rolling pin.

Finally you need a pre-heated oven – without you can say good-bye to the idea of 18 minutes bread anyway – and thus you have almost the quarter of an hour left to bake your own matzot. Maybe you have a helping hand at your home, you can assign the different tasks with.

However, it has proven beneficial to have some kind of sandwich paper in order to separate your slices.

By the way, if once backed an finished you may eat your homemade matzo of course with salt or whatever may give taste to it, unless it is kosher for o Pessach (no chametz).


Der Pessach – Osterhasen – Wettbewerb

April 17, 2014

Der gezeigte Tierversuch (Tierschützer: Abspann des Videos  beachten!) stammt aus dem letztem Jahr und wird aus  besonderem Wunsch und aktuellen Anlass (Ostern steht vor der Tür, Pessach ist in der Wohnung) nochmals gezeigt.

(17. April 2014: 326)


Die Berliner Matzen – Polizei

November 1, 2012

Wenn man das Jüdische Museum in Berlin besucht hat, hat man schon einen guten Eindruck davon, wie man zweitausend Jahr jüdischer Geschichte in „Deutschland“ auf dreihundert (Jahre) Klischees reduzieren kann. Man kann lernen, wie man auf den „Gesichtern“ von jüdischen Opfern herumspringt und sie dadurch zum „Klingen“ bringt (sich dann aber über sog. U-Bahn-Schläger echauffieren!?)  –und in der beton-charmanten Dunkelkammer kann man „den Holocaust“ fühlen. Auch hat es für viele wohl einen denkbaren “Reiz“, sich als Terrorverdächtiger durchleuchten zu lassen, noch bevor man die erste Menora-Kopie zu Gesicht bekommt, … doch was bleibt sonst außer den traurigen, weil zerbröckelnden Friedhöfen?

Wo trifft man das (angeblich, mit Hilfe des Axel Springer-Verlags propagierte so “pulsierende”) „jüdische Leben“ in Berlin? “Insider” verweisen da u.a. auf das „Beth Cafe“ in der Tucholsky-Straße. Das ist so benannt nach dem hebräischen Wort für Haus, nicht nach dem (etwa gleichklingenden deutschen) Schlafplatz. Der integrierte Laden nennt sich „כל-בו“ verspricht also etwa „alles drin“. Dann mal sehen, was sich verändert hat zu früher, als da noch nichts “pulsierte”.

Draußen stehen erst mal zwei Polizisten. Das war vor ‘nem Jahrzehnt auch schon so, nur dass sie damals noch grüne Uniform-Jacken trugen. Heute sind es eben blaue. Warum das so ist, wird mir auf Anfrage sogleich erklärt: Die Farbe der Uniform sei jetzt Ländersache. Klar, dürfte die Stadt entscheiden, wären sie ja vielleicht auch rosa. Vielleicht der nächster Zeit! Wie auch immer … kol bo, alles inbegriffen.

Kol Bo Bet Cafe Berlin 1998

Kol Bo Berlin 1998

Vor dem Laden gibt es eine Absperrung mit einem Schild, das sich auch vor Museen und vor Synagogen und Synagogen-Resten in Berlin findet. Drauf steht:

Es ist polizeilich untersagt, Fahrzeuge und andere Gegenstände aller Art auf der Fläche vor diesem Gebäude abzustellen. Bei Zuwiderhandlungen wird die Entfernung auf Kosten des Verursachers veranlasst. – Der Polizeipräsident in Berlin

Erleichtert stellen wir fest, dass wir anders als beim Museum unsere “Sachen” wenigstens behalten dürfen. Hinter der Glastür mit der Aufschrift כשר befindet sich nun die kleine, etwas enge Cafeteria, die aber ohne Gäste ist. Fast, denn am Nebentisch sitzen zwei alte Männer und quasseln auf Hebräisch, immerhinOffenbar sind es Rentner, denn sie vergleichen die Situation von solchen in Deutschland und Israel und überhaupt “die Lebensverhältnisse” in beiden Ländern, und ja … auch die Leute.

Als wir uns setzen, meint einer der Alten: „גם היהודים בגרמניה הם רק גרמנים“ und als bedürfte es dafür einer sofortigen Bestätigung  dafür, kommt auch der Kellner auf mich zu, forschen Schrittes und mit erhobenen Händen rudernd, um mir zu sagen, dass es hier keine Drehgenehmigung gebe, ja und das auch fotografieren verboten sei.

Was für eine Drehgenehmigung? Hää? Bitte waaas …? Wir waren ja gerade mal an den Tisch herangetreten, an welchen wir uns setzen wollten und hatten nur Taschen und Rucksäcke auf die Stühle gestellt, und ja, tatsächlich, die Videokamera stellte ich eben auf dem Tisch ab, um sogleich die Jacken und Mäntel auszuziehen, Platz zu nehmen und die Speisekarte zu sondieren. So wenigstens wäre der “Plan” gewesen. Aber so geht das nun mal nicht.

Der Kellner zeigte sehr bestimmt mit dem Finger: Auf dem Tisch fand sich der Hinweis, dass das Benutzen von Mobiltelefonen, Fotokameras (digital und analog), Videokameras und PCs, sowie Laptops nicht gestattet sei – aus Sicherheitsgründen – und das Ausnahmen nicht möglich seien. Da standen wir also wieder erst mal etwas verdutzt herum. Gehen? Bleiben? Lachen? Streiten? Lachen? Gehen? Bleiben?

Ich steckte die Videokamera in den Rucksack – aus Sicherheitsgründen – und murmelte, dass wir sowieso das, ähm … Drehbuch im Auto vergessen hätten, ich nur schriftliche Notizen machen würde … Der Kellner schien befriedigt und ging wieder weg. Nachdem wir Platz genommen hatten, kam eine Frau und fragte nach unseren Wünschen. Wir bestellten einen Milch-Kaffee und ein Bier. Letzteres war ein Fläschchen Makkabi. 0.33 Liter für 4.90 €, das ergibt einen Literpreis von 15 Euro. Dafür gäbe es in Israel eine saftige Watschen und zwar völlig zurecht! Bei der letzten Wiesen kostete die Maß maximal 9.50 Euro. Aber was nutzt es zu lamentieren? Es dient bestimmt der Sicherheit und passt sicher auch zum Klischee, dass israelisches Bier preiswert ist.

Aus irgendeinem Grund liefen nun (etwas laut) Schnulzen mit Titeln wie „Maria“ (mia san mia ..!?), „Don’t cry for me Argentina“ (tja, warum auch?!) und dann auch noch das nicht minder leidige „Age of Aquarius“. Das niedrig-przentige, dafür hochpreisige Bier und der Milch-Kaffee wurden serviert, dazu rätselhafter Weise aber eine Schale mit Matzen und roter, schwach gewürzter Ölsauce. Letztere machte uns im Gegensatz zu dem Matzot etwas neugierig. Die akademische Vermutung: wohl eine Art Sambal oder so?

Gehörte das nun zum Milch-Kaffee oder zum Bier? Zu den Matzen? Oder nicht eher zu Pessach? Schwer zu sagen. Eine Verwechslung mit anderen Gästen konnte es nicht sein, da keine da waren und die beiden Alten nun auch gingen. Wegen dem Gedudel? Möglich.

Illegales Foto: Oktoberfest in Berlin: Matzen zur Sicherheit

Harmony and understanding, sympathy and trust abounding …“ Eigenartig, aber in einem Regal des Cafes entdeckten wir nun ganze Stapel von Matzen-Packungen, die offenbar zur Identität der Einrichtung dazu gehört. In Rothenburg ob der Tauber gibt es einen Weihnachts-Laden, der ganzjährig geöffnet hat, vielleicht ist das hier als eine Art Entsprechung der Matzen-Laden. Hartes Brot, sie servieren es täglich …

Auf einer Karte konnte man über die Einrichtung selbst lesen, etwa dass das Cafe eine “gemeinnützige Einrichtung” sei und nicht auf Gewinnerzielung angelegt sei – klar, das erkennt man ja schon am Bierpreis – die sich als „integraler Bestandteil der Gemeinde” sehe:  „Es dient dazu, den Mitgliedern, den jüdischen Bürgern und Gästen der Stadt Berlin die Beachtung der religionsgesetzlich vorgeschriebenen Speisegesetze zu ermöglichen.“

Müsste also nur noch geklärt werden, welche Vorschrift besagt, dass man im November zum Bier oder zum Milch-Kaffee Spätherbst-Matzen essen sollte. Aber man muss nicht alles verstehen. Es wird schon der Sicherheit dienen und wenn es zudem noch gemeinnützig ist, kann es ja allen auch recht sein. Dafür sorgt schon die Matzen-Polizei vor der Türe

No more falsehoods and derisions, golden livin dreams dreams of visions, mystic matzah revelation, the mind’s truest liberation. Ma‘tze’os! Ma’ma‘tze’os!”

Auf dem Weg zum WC im hinteren Teil begegnet man noch einem gerahmten Elvis-Porträt und … ach, das ist eigentlich keiner Beschreibung wert.

Auf der Webseite des Establishments kann man Infos nachlesen und auch Photographien sehen:

http://www.adassjisroel.de/beth-cafe

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In Berlin’s Tucholsky Str. at the kosher advertised “Beth Café” end of October you can get a little bottle Maccabee Beer from Israel for 5 Euro and surprisingly a small dish with matzah with an oily chilli sauce, if that was not for the café au lait. For security “reasons” you are not allowed to use your mobile phone or camera, so the question is what the two police men in front of the shop actually are good for? Our educated guess: it is the Matzah-police.

Interested? Here’s the job application training:

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Memorial to Henriette Aronhold 1861 Berlin – 1944 Theresiensadt