Rabbi Jehuda Löw ben Bezalel

September 8, 2017

Maharal  יהודה ליווא בן בצלאל  

 Jahrzeit 18. Elul

Rav Judah Löw wurde um 1525 wahrscheinlich in Posen geboren. Er entstammte einer rabbinischen Familie, die ursprünglich in Worms beheimatet war.

Der Maharal (Akronym aus Morenu HaRav Löw – unser Lehrer, Rabbiner Löw) zeichnete sich als gewissenhafter Schüler aus und eignete sich nicht nur großes Torawissen an, sondern hatte auch umfassende naturwissenschaftliche Kenntnisse, die ihn in Kontakt mit führenden Forschern seiner Zeit wie dem Astronomen Tycho Brahe brachten.

1553 wurde er zum Rabbiner von Nikolsburg gewählt und nahm damit auch die Position des Landesrabbiners von Mähren ein. Zwanzig Jahre lang wirkte er dort als Rabbiner, bis er nach Prag berufen wurde, wo er eine Jeschiwa eröffnete. Mit einer mehrjährigen Unterbrechung als Rabbiner von Posen blieb der Maharal bis an sein Lebensende in Prag, wo er 1609 starb.

Grabmahl des Maharal am jüdischen Friedhof Prag – gekrönt von einer Zirbelnuss

Der Maharal war schon zu Lebzeiten eine berühmte und geachtete Torapersönlichkeit. Er schrieb zahlreiche Bücher, von denen vor allem sein Kommentar Gur Aryeh zu Raschis Chumasch-Kommentar zu nennen ist. Er vertrat die Ansicht, dass man gemäß den Pirkej Awot kleine Jungen zuerst Chumasch und Mischna lehren sollte, was sein Schüler Rav Yom Tov Heller in seinem Kommentar zur Mischna Tosafos Yom Tovvermerkt. Als großer Experte von Sohar und Kabbala, deren Gedankengut in seine Werke einfloss, ist er auch später in chassidischen Kreisen sehr anerkannt worden.

In etlichen Erzählungen wird die Schaffung des Prager Golem Rabbi Löw zugewiesen.

Text: Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) @ http://www.ordonline.de

 

 

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Rabbi Yom Tow Lippmann Heller

August 25, 2017

Rabbi Jom Tow Lippmann Heller : 

יום-טוב ליפמן הלר

:(Jahrzeit 6. Elul (Todestag):

(Judengasse in Wallerstein)

Rav Gerschon Schaul Yom Tov Lippmann Heller ben Natan haLevi wurde 1579 im bayerischen Wallerstein geboren. Früh verwaist wurde er von seinem Großvater aufgezogen und lernte als Junge zunächst in der Friedberger Jeschiwa von Rav Jakow Günzburg (gest. 1616) und dann beim Maharal von Prag (Rav Juda Löw, 1520-1609). Mit knapp achtzehn Jahren wurde er vom Maharal zum Rabbiner ordiniert und fungierte sodann als Dajan in Prag.

Zwischen 1614 und 1617 veröffentlichte Rav Heller seinen Kommentar zur Mischna Tosafot Jom Tow, der noch heute zu den wichtigsten Mischna-Kommentaren gehört. 1624 war er sechs Monate lang Rabbiner von Nikolsburg in Mähren und wurde im März 1625 Rabbiner in Wien, wo er den dortigen Juden erhebliche Rechte erstritt.

1627 bis 1629 amtierte er als Rabbiner von Prag. Dort folgte innerjüdischen Streitigkeiten über Steuererhebungen seine Inhaftnahme durch die habsburgischen Behörden und seine Inhaftierung in Wien. Er wurde antichristlicher Aussagen angeklagt und schließlich durch den Hofjuden Jakob Bassevi (1570-1634) unter der Bedingung freigekauft, die Habsburger Lande zu verlassen.

Den Rest seines Lebens verbracht Rav Heller in Polen: 1631 wurde er Rabbiner von Nemirov und 1634 in Ludmir, beides heute in der Ukraine gelegen. Er wurde eine einflussreiche Kraft im Va’ad Arba Aratzos und 1643 zum Aw Bet Din von Krakau gewählt. In seinen letzten Lebensjahren füllte er auch die Position des Oberrabbiners von Krakau aus. Er starb 1654 in Krakau und ist in der Sektion für arme, unbedeutende Leute auf dem jüdischen Friedhof beerdigt.

Grabstein in Krakau

 

Text: Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland @ http://www.ordonline.de


Rabbi Löw Memorial in Prague

October 6, 2016

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Das 1910 vom Prager Bildhauer Ladislav Šaloun (1870-1946) geschaffene beim Neuen Rathaus (Nova Radnice) in Prag ist selbstredend kein historisches Abbild von Rabbi Jehuda ben Bezalel Löw Liwa (1522-1609), der Maharal, (מורנו הגדול רבי ליווא). Neben der schieren Höhe des Denkmals fallen als Nebenfiguren ein Hund und eine nackte Frau auf, die sich von zwei Seiten an den hohen Mann hängen, dessen zu klischeehaft geratene Nase sich über die Straße erhebt.

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Der Allgemeinheit bekannt ist Rabbi Löw, dessen Grab am alten Friedhof eine Zirbelnuss krönt, vor allem für die Golem-Legende. In seinen umfangreichen, übrigens auch heute noch gut zu lesenden, Schriftwerk ist freilich nirgends von einem Golem die Rede, jedoch befasste sich ein Augsburger Vorfahr des Gelehrten aus der Kalonimos-Sippe bereits im 13. Jahrhundert mit der Frage, ob es möglich sei ein(en Golem als) künstliches Wesen zu erschaffen.

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Ein Spaßmacher meinte mal dazu, das handfeste Ergebnis existiere noch heute sichtbar in Augsburg und sei seit einiger Zeit als „Steinerner Moa“  (Mann) bekannt, dem Generationen anderer Scherzbolde regelmäßig die Steinnase mit Feuerzeugen anschwärzen.

steinerner-mo-augsburgגולם אוגסבורג הפכו לאבן