ונתנה תוקף

September 18, 2018

 

ונתנה תוקף

classical Yom Kipur prayer noted by קלונימוס בן משולם (Kalonimos ben Meschulam) from Mainz (Magenza), who died in 1096.

וּנְתַנֶּה תֹּקֶף קְדֻשַּׁת הַיּוֹם כִּי הוּא נוֹרָא וְאָיוֹם וּבו תִנָּשֵׂא מַלְכוּתֶךָ וְיִכּון בְּחֶסֶד כִּסְאֶךָ וְתֵשֵׁב עָלָיו בֶּאֱמֶת. אֱמֶת כִּי אַתָּה הוּא דַיָּן וּמוֹכִיחַ וְיוֹדֵעַ וָעֵד וְכוֹתֵב וְחוֹתֵם וְסוֹפֵר וּמוֹנֶה. וְתִזְכֹּר כָּל הַנִּשְׁכָּחות, וְתִפְתַּח אֶת סֵפֶר הַזִּכְרוֹנוֹת. וּמֵאֵלָיו יִקָּרֵא. וְחוֹתָם יַד כָּל אָדָם בּו. וּבְשׁוֹפָר גָּדוֹל יִתָּקַע. וְקוֹל דְּמָמָה דַקָּה יִשָּׁמַע. וּמַלְאָכִים יֵחָפֵזוּן. וְחִיל וּרְעָדָה יֹאחֵזוּן. וְיֹאמְרוּ הִנֵּה יוֹם הַדִּין. לִפְקד עַל צְבָא מָרוֹם בַּדִּין. כִּי לֹא יִזְכּוּ בְעֵינֶיךָ בַּדִּין

Leonhard Cohen‘s Who by Fire was inspired by this medieval poem:

And who by fire, who by water,
Who in the sunshine, who in the night time,
Who by high ordeal, who by common trial,
Who in your merry merry month of may,
Who by very slow decay,
And who shall I say is calling?
And who in her lonely slip, who by barbiturate,
Who in these realms of love, who by something blunt,
And who by avalanche, who by powder,
Who for his greed, who for his hunger,
And who shall I say is calling?
And who by brave assent, who by accident,
Who in solitude, who in this mirror,
Who by his lady’s command, who by his own hand,
Who in mortal chains, who in power,
And who shall I say is calling?
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“Der Augsburger Judenkirchhof”

January 18, 2013

Ab sofort erhältlich bei info@sol-service.de

Tel: 08252/ 88 14 80                 /               Fax: 08252 / 88 14 829

und im Buchhandel

Augsburger Judenkirchhof Buch Yehuda Shenef

Kokavim-Verlag, 2013, 176 Seiten

ISBN: 978-3-944092-01-0

Preis: 29.50 €

Band 1 der Buchserie zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe in Augsburg und Schwaben:

Yehuda Shenef:   Der Augsburger Judenkirchhof  – Zur Geschichte und zu den Überresten des mittelalterlichen jüdischen Friedhofs in der Reichsstadt Augsburg

 

Zum Inhalt: Die mittelalterliche jüdische Gemeinde in Augsburg war in ihrer Zeit eine der bedeutendsten in Europa. Aus eigenen Mitteln baute sie einen Teil der Stadtmauer. Die Augsburger Juden besaßen eine herausragende Rechtsstellung, die Vorbild für viele andere Städte und Gemeinden war. In ihren Schulen lehrten wohlbekannte und einflussreiche Gelehrte. Kaiser Ludwig verpfändete seine Stadt München an jüdische Kaufleute in Augsburg und nicht zuletzt wurden eine Reihe der frühesten hebräischen Drucke in Augsburg gefertigt.

Vom mittelalterlichen Friedhof, dem „Judenkirchhof“ gibt es trotz der Größe und Bedeutung der Gemeinde nur wenige Aufzeichnungen und Überreste. Dennoch sind einige Grabsteine und Inschriften aus der Zeit von 1230 bis 1445 überliefert und teilweise erhalten. Fünf davon wurden erst in den letzten Jahren entdeckt.

Das Buch zeichnet anhand von mittelhochdeutschen, lateinischen, hebräischen und jüdisch-taitschen Schriftquellen die Geschichte des in der Öffentlichkeit kaum bekannten Friedhofs und den damit verbundenen Abschnitt der Stadtgeschichte nach und trägt erstmals alle bislang bekannten Daten und Erkenntnisse zusammen. Neben zahlreichen, meist farbigen Fotos und Plänen werden alle bekannten Inschriften präsentiert, übersetzt und kommentiert. Ein Verzeichnis aller bekannt gewordenen Juden des mittelalterlichen Augsburg und Stammbäume von Familien, deren Nachkommen später wieder in der Umgebung Augsburgs siedelten, runden den ersten Band ab, woran der zweite, der sich mit dem Friedhof der Gemeinden Pfersee, Kriegshaber und Steppach befasst, anschließt.

 

Zu den bekannten Herkunftsorten der mittelalterlichen Augsburger Juden gehören: Aichach, Friedberg, Ingolstadt, Schrobenhausen, Basel, Zürich, Trier, Köln, Wien, Worms, Speyer, Mainz, Ulm, Rothenburg ob der Tauber, Sonthofen, Esslingen, Schaffhausen, Koblenz, Nürnberg, Dinkelsbühl, Oettingen, Stuttgart, Nördlingen, Harburg, Pappenheim, Regensburg, Neuburg, Höchstädt, Dillingen, Lauingen/Donau, Frankfurt am Main, Landau, Wertingen, Landsberg am Lech, Zusmarshausen, Mühldorf am Inn, Mindelheim, Memmingen, München, Donauwörth (Werth), Freising, Bischoffsheim, Strassburg, Günzburg, Heidelberg und Burgau.

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Anmerkung zur Seite 9: Xanten ist nicht in der Schweiz, gemeint war natürlich die Sonsbecker Schweiz.

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Band 2 zur Geschichte des jüdischen Friedhofs in Kriegshaber / Pfersee erscheint im Frühjahr 2013

Band 3 zur Geschichte des jüdischen Friedhofs Hochfeld (Haunstetter Straße/ Alter Postweg) erscheint im Frühsommer 2013

Band 4 zur Geschichte des jüdischen Friedhofs Binswangen erscheint im Sommer 2013

http://kokavim.wordpress.com/

 


3 weitere hebräische Grabsteinfragmente im Maximilian-Museum Augsburg

June 14, 2012

 

Wie uns Dr. Emmendörffer freundlicher Weise mitteilte, haben die ebenso dringenden wie gelungenen Arbeiten im Lapidarium des Augsburger Stadtmuseums drei weitere hebräische Grabsteinfragmente hervorgebracht. Nach aktuellem Wissensstand wurden die Fragmente in den späten 1920er Jahren bei Ausgrabungs- und Bauarbeiten am Elias Holl – Platz gefunden, wo sich (unterirdisch) Gefängnisse des Rathauses befanden. Vor vier Jahren wurden wir bereits auf einen ersten Fund hingewiesen. Damals war das Lapidarium noch kaum begehbar, jedoch konnten wir bereits aus der Distanz den Stein als den des R. Abraham bar Pinchas identifizieren, der sich als Augsburger Rabbiner auch in den mittelalterlichen Augsburger Steuerlisten findet.

Siehe auch:

https://jhva.wordpress.com/2008/08/04/mittelalterlicher-rabbiner-grabstein-im-keller-des-augsburger-maximilianmuseums/

https://jhva.wordpress.com/2008/08/25/juedischer-aus-augsburgs-mittelalter/

Mit den nunmehr vier Fragmenten im Lapidarium, einem weiteren, 2001 beim Heilig Geist Spital gefundenen, der im Jüdischen Kultusmuseum in den Räumen der Augsburger Synagoge zu sehen ist, sowie drei Steinen, die im Innenhof des Peutinger–Hauses beim Augsburger Dom eingemauert sind, sind in Augsburg nun acht hebräische Grabsteinfragmente erhalten und bekannt. Sie stammen alle mit größter Wahrscheinlich vom mittelalterlichen „Judenkirchhof“ an der Blauen Kappe, dessen Gelände heute mit dem Bürgeramt überbaut ist.

Bei den neuen Funden handelt es sich um drei zweifellos mittelalterliche Grabsteine. Nur einer davon überliefert einigermaßen zusammenhängende Information, die anderen beiden Anfangsbuchstaben untereinanderstehender Zeilen, bzw. ein kleines Restfragment.

 

בר

הנפטר כח

שנת ל’ג לפ

ונפשו תי צ

בצרורת ח

Der erste Stein überliefert die Bezeichnung „bar“, welche Sohn, bzw. Sohn des Rabbi bedeutet, wobei „Rabbi“ im Mittelalter ein zwar in der Regel begründeter Ehrentitel, nicht aber eine im modernen Sinne Berufsbezeichnung war. Leider wissen wir nicht, wer hier wessen Sohn genannt ist, da sowohl davor als auch danach der Stein abgebrochen ist. Darauf folgt die Mitteilung „der verstarb 28“, also am 28. eines nicht mehr zu ermittelnden Monats und in der nächsten Zeile als verwertbare Information „Jahr 33 nach der Zählung“, was recht sicher auf das hebräische Jahr 5033 deutet und im christlichen Kalender dem Jahr von Herbst 1272 bis Herbst 1273 entspricht. Danach heißt es, „seine Seele“ ונפשו sei eingebunden im Bund des Lebens, eine heute noch, wenngleich meist תנצבה abgekürzte Formel. Darunter ist noch angedeutet die damals gebräuchliche Formel א א א סלה, welche für „amen, amen, amen sela“ steht.

 

 

Der zweite Stein ist nur ein kleines Fragment mit sieben Buchstaben in drei Zeilen. Oben befinden sich die beiden Buchstaben פר (f,r), darauf folgen in der zweiten Zeile drei Buchstaben שנפ (sch,n, f), welche die gängiger Formel „der/die verstorben ist“ abkürzt oder anlauten lässt. Nach der namentlichen Vorstellung des Verstorbenen als „A Sohn/Tochter des B“ folgt in der Regel das Sterbedatum. Als wahrscheinlicher Bestandteil eines Namens könnte פר demnach am ehesten zu אפרים Efraim passen. Darunter, nur noch sehr schwach lesbar, sind die Konturen der Buchstaben רא, was als Zahl gelesen 201 das Jahr 5201, bzw. 1440/1 nach christlichem Kalender ergibt.

Herbst 1440 bis Herbst 1441 wäre jedoch ein Jahr nach dem offiziellen „Ausschluss“ der Juden aus Augsburg, denen 1438 eine zweijährige Frist eingeräumt wurde, um die Stadt zu verlassen. Jedoch stammen auch die beiden Kindergrabsteine, die im Innenhof des Peutinger-Hauses eingemauert sind, unzweifelhaft noch aus den Jahren 1445 und 1446. Mit einem bereits dritten mittelalterlichen Augsburger Grabstein wäre es aber durchaus angebracht, den tradierten, allgemein vorausgesetzten Ablauf in Frage zu stellen. Es ist kaum noch anzunehmen, dass es nur diese drei Begräbnisse nach 1440 gab und ausgerechnet davon die Grabsteine erhalten blieben. Es müsste demnach also eine jüdische Präsenz in der Stadt noch nach 1440 gegeben haben, bzw. Zugang und Garantien zum Friedhof, die sich kaum mit der Idee einer vollständigen Verbannung der Juden aus Augsburg verbinden lassen.

פר

שנפ

רא

Als Sohn eines Efraim ist uns Mosche ben Efraim bekannt, der zwischen 1430 und 1438 als „Feyvelman“ in den Augsburger Steuerlisten (No. 323) eingetragen ist. Da auch seine beiden Söhne Isaak („Seklin“) und „Salkind“  (No. 332 und 336) zuletzt 1438 notiert wurden, lag bislang doch die Vermutung nahe, dass sie alle noch 1438 Augsburg verlassen hatten. Nun aber wäre es denkbar anzunehmen, dass Feyvelman 1441 in Augsburg begraben wurde. Denkbar wäre auch, dass die Buchstaben רא nur der Beginn eines ansonsten nur selten ausgeschriebenen „rosch chodesch“ (= Neumond) sind, dem sodann der Name des betreffenden Monats folgte. In der Knappheit der Formulierungen ist dies nicht wahrscheinlich, aber nicht sicher auszuschließen.

 

Das dritte Fragment eines sehr massigen Grabsteins zeigt drei untereinanderstehende Zeilenanfänge mit jeweils zwei oder drei Buchstaben.

הצי

כץ

יצח

Das ist nicht sehr viel, da man aufgrund der Machart des Steins davon ausgehen kann, dass pro Zeile 15-20 Zeichen und Leerstellen vorhanden waren. In der ersten Zeile steht הצי, was sehr wahrscheinlich der Anfang von הציון הלו ( = dieses Denkmal) ist, dem dann wohl auch die üblichen Formel „zum Haupt von N.N. aufgestellt“ … לראש folgte. Im erhaltenen zweiten Zeilenanfang steht כץ, die damals wie heute gebräuchliche Abkürzung für כהן צדק (kohen zedek), woraus ersichtlich ist, dass der Grabstein einem Kohen („Priester“) gewidmet ist. Dem müsste nun der Name folgen. In der dritten lesbaren Anfangszeile steht sodann auch zu lesen יצח, was ohne große Probleme als יצחק (Jitzchak, Isaak) zu deuten ist, andernfalls aber auch keinen Sinn ergeben würde. Demnach bezieht sich die Gedenkinschrift auf einen Kohen Isaak oder dessen Sohn, … ben Isaak.

Es könnte sich um R. Jitzchak ben Kalman Kohen (1225-1309) handeln, der auch als „Bendit“ bekannt war oder um R. Jehuda ben Jitzchak Kalman Kohen (1248-1328), auch bekannt als „Jüdlin“. Letzterer lieh im Jahr 1314 dem bayerischen Herzog, deutschen König und späterem Kaiser Ludwig dem Bayer die stattliche Summe von 3600 Pfund und erhielt dafür von diesem dessen Residenz München als Pfand. Der Name Isaak ist nun aber alles andere als selten, sondern war gerade auch im Mittelalter einer der häufigsten überhaupt. Darüber hinaus ist keine Jahreszahl erhalten geblieben, weshalb man hier nur spekulieren kann.

 

 

Dr. Emmendoerfer, head of Augsburg’s municipal Maximilian Museum kindly informed us that at the lapidarium (stone collection at the museums basement) in the course of the renovation were discovered three more medieval Hebrew grave markers, additional to the one of R. Pinchas we were allowed to see four years ago in July 2009.

The first of the three fragments is dated the year 5033, which is 1273, but no name on it has survived. The second one possibly refers to a man named Efraim und perhaps is datable for the Jewish year 5201, which is 1441 in the Christian calendar. Since the Jews of Augsburg in 1438 were required to leave the imperial city within two years, there are no more records in tax payer lists or other deeds of Jews in Augsburg after 1439. This led to the assumption that Jews had left the city at latest in 1439. However, there are already two other medieval Hebrew children tomb stones which bear the dates of 1445 and 1446. An additional third grave marker dating after 1440 of course will raise to question whether actually there were no more Jews in Augsburg right after 1440. The third fragment finally refers to a Kohen Tzedek who is named Isaac or was the son of Isaac. Although Isaac is and was a very frequent name, there only are two in Augsburg, which we know as member of the Kohen family. One is “Juedlin” Yehuda ben Yitzchak Kalonimos Kohen, who in 1314 lend the German King and Roman emperor to come Ludwig the Bavarian a huge sum of money and in return held in pledge his residence. That was Munich a then a small townlet.

במוזיאון העירוני של אוגסבורג שלוש אבנים הקבר של ימי הביניים התגלו. האחת היא משנת לג לאלף השש’, עוד אחד מן שנה ה’רא והשלישי מן יצחק כהן, אשר אולי הכוונה למנהיג הקהילה אוגסבורג

Our cordial thanks to Dr. Emmendoerffer and the MaximilianMuseum

Photos: Margit Hummel, Yehuda Shenef

 

 


ונתנה תקף קדשת היום

October 2, 2011

A legend says he received the words in a dream, however the poem (פיוט) , song and prayer  ונתנה תקף according tradition was composed by R. Kalonimos ben Meshulam (קלונימוס בן משולם)  from Mainz who died some 915 years ago, obviously using older parts The piut “netane tokef kedusha hayom” (Let’s confirm the holiness of today) is one of the most popular prayers of Rosh ha-Shana and Yom Kipur services and one of the few recited on both holidays, said (or sung) at the beginning of the mussaf of the prayer.