Antisemitismus im Lebkuchen-Haus ..?

December 10, 2013

Prof Wolfgang Benz AugsburgProf. Wolfgang Benz beim Vortrag in Augsburg (*)

Sozusagen als Nachschlag zur am Wochenende im „Kreuzgang“ von St. Anna zu Ende gegangenen Ausstellung zu „Josel von Rosheim“ hielt Prof. Wolfgang Benz (geb. 1941 in Ellwangen), „Emeritus der TU Berlin und bis 2010 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin“ den Vortrag „Judenbilder. Vom christlichen Antijudaismus zurzeit Josel von Rosheim zum Rassenantisemitismus“ in welchem er die bekannten Stereotypen vor seinen 58 Zuhörern Revue passieren ließ.

Vom ominösen „Gottesmord“ über die Behauptung, Geldleihe und Pfandgeschäfte seien ein „jüdisches Monopol“ gewesen, fehlte keines der sattsam bekannten Klischees. Zur Illustrierung zitierte der Historiker schließlich auch den Romanzier Lion Feuchtwanger. Immer wieder zu klären und zu erklären, sei laut Professor Benz die Frage, ob die Juden nun selbst schuld seien, dass man sie überall nicht mag oder ob die Mehrheitsgesellschaft ihre Feindbilder auf Kosten der Minderheit konstruiere.

Josel von Rosheim Ausstellung Augsburg Anna Kirche“… zwischen Einzigartigen und Universellen” (*)

Heute, so machte Prof. Benz wiederholt und ganz unmissverständlich klar, sei Antisemitismus aber in etwa „die am meisten geächtete Anschauung in Deutschland“ und niemand stelle sich vor eine Menge und behaupte, er sei ein Antisemit. Damit hat der emeritierte Forscher freilich recht und nicht nur, weil auch er es nicht tat. In der Tat ist es eine Rarität, dass vereinzelte genital-fixierte Damen sich semi-anonym hervorwagen und allenfalls vielleicht im Internet zum Stolz alter Tage zurückfinden, wenn sie „Antisemit“ als „Menschenrechtler“ und als „wunderbares Lob“ proklamieren (siehe: https://jhva.wordpress.com/2013/10/03/beschneidung-im-europarat-kampf-bis-aufs-messer/#comments) . Im sog. „real life“ wo „die Medien“ von „den Juden“ kontrolliert würden, kann man damit nicht punkten, zumindest hierzulande nicht, derzeit.

Aber was heißt es nun, wenn „der Antisemitismus“ sozial geächtet in der Öffentlichkeit nicht als solcher in Erscheinung tritt? Dass es ihn nicht gibt? Dass er wie seitens periodisch auftauchender Untersuchungen nur „latent“ (im lateinischen Wortsinn also <hinter Ziegeln> „versteckt“) vorhanden sei, zugemauert. Ebenso “latent” vorhanden dürften auch HJ-Bilder vom Opa sein oder Arisierungsgewinne, versteckt eben, hinter Mauern … des Schweigens oder aus Lebkuchen.

Natürlich ist es relativ einfach, sich in Opposition zu mittelalterlichen Vorstellungen zu positionieren und ungläubig den Kopf zu schütteln, wie man „damals“ nur so dumm sein konnte, Menschen unschuldig zu verurteilen und zu bestrafen. So als gäbe es das heute nicht mehr.

Was aber nutzt beispielsweise der Vortrag, wenn Übereinkunft darüber besteht, dass sich niemand offen zu seinem Antisemitismus bekennt, aber man ganz gewiss darüber ist, das wenigstens jeder Fünfte der „Anderen“ ihn hinter seinen Mauern versteckt hält, wie einen Schatz, der irgendwann vielleicht mal auch wieder an Wert gewinnt.

Würde ein heimlicher Antisemit etwa die Gemäuer eines Hauses betreten in welchen ein Vortrag über Antisemitismus gehalten wird, um sich über den aktuellen Stand der Forschung dazu zu informieren? Klar, warum eigentlich nicht? “Outen” muss sich ja nicht, weil niemand sich outen muss, weil alle davon ausgehen, dass sich eh keiner outen muss. Das ist so wie mit der Homosexualität im Iran. Es gibt sie nicht, sie ist nur zionistische Propaganda.

Wenn jeder fünfte Deutsche seinen Judenhass hinter (verbalen?) Mauern versteckt und kaschiert und diese Behauptung (sozial)wissenschaftlich belegbar ist, betrifft dies dann auch das Publikum solcher Vorträge, die Veranstalter, die Redner? Sind Juden etwa davor gefeit Antisemiten zu sein?

Wenn die Behauptung, kein Antisemit zu sein, als solche keine Bedeutung hat, weil niemand sie gebraucht, verschwimmen die Konturen und die Latenzmauer wird brüchig und ermöglicht (ungewollte?) Einblicke und damit auch Bezüge zur Gegenwart.

Die Regierung Netanjahu nicht zu mögen, so Benz, sei kein Antisemitismus. Auch das stimmt, obwohl mit einer solchen Aussage nun wirklich niemand widerlegt wird, da kein Likudnik einen solchen Schmarrn behaupten würde. Schon viel eher könnte jemand, der Obama nicht mag als “Rassist” verdächtigt werden, sicher niemand, der Netanjahu “ablehnt”. Antisemitismus sei es aber, wenn man sage, die Israelis behandelten die Palästinenser wie die Nazi die Juden. Geschenkt, nur, dass selbsternannte Israel-Kritiker nicht nur Netanjahu ablehnen, sondern auch an allen anderen jeweils aktuellen Regierungen des Judenstaates Kritik übten (freilich ohne sich dabei qualitativ zu verbessern). Auch Rabin wurde von deutschen Medien mit den Nazis verglichen, als er 1992 Hisbollah-Kämpfer in das damalige “Niemandsland” abschieben ließ. Da war plötzlich von Deportation die Rede und aus dem Südlibanon wurde in deutschen Redaktionsstuben Treblinka gebastelt. Der tote Rabin wurde natürlich idealisiert.

Jemanden, der sich längerfristig mit solchen Phänomenen beschäftigt, hätte das auffallen können. Vielleicht war aber keine Zeit, hier ins Detail zu gehen.

Prof Wolfgang Benz Hänsel und Gretel AugsburgMultifunktions-Raum: Prof Benz, Hänsel und Gretel Aufbauten, Publikum, Weihnachtsbaum

Stattdessen ließ Prof. Benz immer wieder seine mahnende These anklingen, „den Islam“ in der Rolle des Judentums zu sehen. Wie „früher“ die Juden in Deutschland durch den Antisemitismus, seien heute Muslime durch eine verbreitete „Islamophobie“ zahlreichen „Vorurteilen“ und “Anfeindungen” ausgesetzt. Ob es nach 2400 Jahren jüdischer Geschichte in Europa, 200 Jahre nach Feitel Itzig, 70 Jahre nach Streicher bezüglich Juden in Deutschland noch Vor-Urteile geben könnte, ist eher zweifelhaft, da in etwa alles was gesagt werden kann, schon mal gesagt wurde, das meiste schon tausendfach. Die Begriffe die mit „Jude“ verbunden werden sind fast schon märchenhaft. Die lange Nase des Juden, die krumme Nase der Hexe. Geldgier, fliegende Besen, außer Kröten nichts gewesen.

Ob Muslime in Deutschland tatsächlich genau in derselben Weise auf Ressentiments stoßen wie Juden und nicht wie etwa Inder, Vietnamesen oder Schwarzafrikaner, ist eine ebenso abwegige wie „mutige“ Behauptung – aber letztlich für das Thema „Antisemitismus“ völlig überflüssig.

Ausdrücklich auf den Islam als Religion bezogene Anfeindungen, die frei von Rassismus wären und nicht mit ihm verwechselt werden könnten, dürften, so sie „rechtsextrem“ motiviert sind, kaum vorstellbar sein. Dass islamistischer Terror in aller Welt aber auch reale negative Reaktionen hervorruft und dem allgemeinen Ansehen des Islams abträglich ist, sollte nicht zu sehr verwundern und … gerade Deutschen nicht so ganz fremd sein. Immerhin kennen sie zumindest das Klischee, Deutsche als Nazis zu pauschalisieren. Aber eine populäre Variante, die immer wieder zu hören und zu lesen ist, wäre: man wird doch Israel kritisieren dürfen, ohne als Antisemit zu gelten. Nein, warum? Nutzte das denn wem?

Also bleibt es dabei: Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, außer man wollte den im Vortrag und in der nachfolgenden Frage-Antwort-Runde etwa 13 mal genannten „Gottesmord“ als eine Art „9/11“ stigmatisieren.  Sicher, es stimmt auch, dass es strukturelle Ähnlichkeiten gibt zwischen Autodiebstahl und Wohnungseinbrüchen, aber was wollte man daraus schlussfolgern? Kausalität und Korrelation sind nun mal nicht dasselbe, es zu suggerieren ist unprofessionell, allenfalls. Trotzdem ist die Positionierung nicht zufällig, gehört  Benz doch auch zum wissenschaftlichen Beirat des seit 2010 herausgegebenen „Jahrbuch für Islamophobieforschung“ (JfI).

Um seinen Standpunkt zu veranschaulichen erzählt der Professor eine Anekdote von seinem neulichen Zahnarztbesuch, wo ihm die Zahnarzthelferin, … eine (Zitat:) „Muslima“ davon berichtete, dass ihre Tochter einen katholischen Kindergarten besuche. Von da nun sei sie eines Tages alarmiert nach Hause gekommen und habe der Mutter berichtet, wer denn nun „die Schlimmsten von allen“ sein. Nachon, „die Juden“. Das Erzählmuster: Die weltoffene „Muslima“ begegnet Antisemitismus offenbar nur durch die Indoktrination, die ihr Kind im katholischen Kindergarten erhält. So jedenfalls suggeriert der Professor den Stand seiner aktuellen Antisemitismus-Forschung im Spätherbst 2013. Das muss man nicht weiter ernst nehmen.

 * * *

Prof Wolfgang Benz Vortrag 2013

Prof Wolfgang Benz

* * *

Es mochte also gute Gründe gehabt haben, dass der Redner nicht die eigentliche Bühne benutzte, auf welchen sich Kulissen zur Aufführung eines Hänsel & Gretel – Stückes befanden. Eine Hütte mit Lebkuchenherzen, die Nachbildung eines Ofens und dazwischen eine Anzahl von Tannenbäumen. Abseits der Bühne stand ein weiterer Tannenbaum, behangen mit roten und silbernen Kugeln, einem etwa zweihundert Jahre alten Brauchtum folgend ist dies der sog. Weihnachts- oder Christbaum. Die Kugeln sollen an Äpfel erinnern, die gemäß dem Wikipedia-Artikel dazu „damals“ teurer gewesen seien als die Glaskugeln, vielleicht waren letztere aber auch nur leichter herzustellen.

Die Aufbauten nun zeigten, das, wie viele wissen, es durchaus möglich ist, unterschiedliche Arrangements und Elemente in einen Raum zu präsentieren, ohne dass man sie zwangsläufig verbinden muss. Ist die Tannenbaumgruppe nun Hänsel & Gretel gewidmet, so der weitere Tannenbaum dem Weihnachtsfest – und allenfalls ein orthodoxer Jude könnte das verwechseln. Und tatsächlich entstammt die Geschichte von Hänsel und Gretel auch keinem bekannten der dutzenden apokryphen Evangelien, sondern ist etwa seit 1810 überliefert, u.a. von den berühmten Gebrüdern Grimm, aber auch in der Sammlung des etwas in Vergessenheit geratenen Ludwig Bechstein (1801-1860).

St. Anna Augsburg Prof Benz Vortrag Hänsel und Gretel 2013

  Hänsel und Gretel Bühnenbild

Die Erzählung hat jedoch einige Anklänge an die hebräische Geschichte des Josef und kann erzähltechnisch vielleicht als deutsches Gegenstück dazu angesehen werden, wenigstens stimmen einige hauptsächliche Elemente der Erzählung überein: Hungersnot, Kindsaussetzung, Lebensgefahr, Gefangenschaft, wundersame Rettung.

 Hänsel und Gretel wurden von ihren Eltern im Wald ausgesetzt, weil sie sie nicht ernähren konnten, bzw. die wenige vorhandene Nahrung nicht mit ihnen teilen wollten. Die Absicht der Eltern (in den neueren Fassungen wird aus der bösen Mutter die Stiefmutter) war den Kindern durchaus bekannt, weshalb sie auf den Weg in den Wald Spuren legten, mittels kleiner Steine, womit sie zum Leidwesen ihrer Eltern den Weg wieder zurück fanden. Als sie beim dritten Versuch den Weg mit den Krümeln einer Brotscheibe markierten, wurden diese von Vögeln gefressen und als der Vater sich von dannen machte, verirrten sich die Kinder endlich doch im Wald.

Schließlich gelangten sie aber wieder zu einem Haus und dieses soll aus „Brot, Zucker und Kuchen“ bestanden haben (… wäre es nun eine jüdische Story, wäre das Haus aus Matzen und die Kinder wären unwillig weitergezogen) . Das wahrscheinlich nicht nur in Punkto Statik bemerkenswerte „Lebkuchen-Haus“ gehört nun einer „Hexe“, einer Frau, die das Zuckerzeug vielleicht satt hatte und wohl spontan entschied, dass ihr Kinderfleisch auch mal schmecken mochte. Sigmund Freud könnte hier erklären, warum die alleinstehende Frau das Mädchen Gretel als Gehilfin beschäftigte, den Jungen Hänsel aber in einem Käfig gefangen hielt und nicht umgekehrt oder beide einschloss. Vielleicht hat es mit dem Begriff des “Hänselns” zu tun, den des “Gretelns” scheint es nicht oder nicht mehr zu geben. Letzteres tat sie um den Knaben zu mästen, das heißt mittels Nahrung soweit zu füttern, dass dieser ihr als nicht näher definierter Braten schmecken mochte. Dem Anschein nach kam die Frau also nicht aus Kalifornien und hatte keine Cholesterin- oder Fett-Phobie. Wie dem auch sei, der Bub war ihr offenbar zu mager. Dazu passt vielleicht auch die deutsche Redeweise, jemand sei „nur eine halbe Portion“.

Keine der Erzählvarianten ist in sich schlüssig und in Bezug auf das Alltägliche auch nicht an Einzelheiten interessiert. So wird der Junge zwar überreichlich gefüttert – und wir nehmen an, dass sich hinter dem Lebkuchen-Haus ein „Aldi“ -Markt befand (mit etwas mehr Glück vielleicht auch ein „Perfetto“) oder dass thailändische Asylbewerber Pizza, Döner oder Nasi Goreng herankarrten – aber wir erfahren nichts über scheinbar vernachlässigbare Haftbedingungen wie Notdurft, Körperpflege und dergleichen.  All dies geschieht latent, d.h. im Verborgenen, hinter Ziegeln aus Marzipan. Und da dem so ist, lässt sich die Frau dadurch täuschen, dass der Junge ihr durch das Gitter des Käfigs Knochen entgegenstreckt, ohne dass gesagt wird, um welche Knochen es sich eigentlich handelt (vielleicht stammen sie von einem früheren Kind oder sie symbolisieren etwas, einen Apfel vielleicht oder eine Glaskugel?). Das verbreitete Klischee der Hexen als „weise“ Frauen war den Übermittlern der Geschichte offenbar noch nicht geläufig, aber vor Klischees sollten wir uns ja nun hüten, zumal sich ja auch Isaak durch ein Fell täuschen ließ.

Die weniger kluge Hexe schloss nun aus dem Betasten der durchgereichten Knochen, dass Hänsel noch nicht zur Schlachtreife gekommen sei. Als der Junge dann doch kräftig geworden war, sollte er nun in den Ofen geschoben werden, offenbar bei lebendigem Leibe, zumindest erfolgt keine vorausgehende Schlachtung und über die anvisierte Zubereitungsart erfahren wir … nichts. Mit der aktuellen Flut an TV-Koch-Shows gäbe es da keine Engpässe. So aber herrschte Schweigen im Märchenwald.

Gretel nun schob die Hexe beim Einheizen in den Ofen. Hänsel wurde befreit und die Hexe sogleich bestraft. Und die Moral von der Geschicht‘ ? Brate kleine Kinder nicht.

Zwar mangelt es der Geschichte, die es in zunächst unterschiedlichen Varianten gibt, in welchem „die Hexe“ auch schon mal „der Wolf“ sein kann (wodurch der Plot aber auch nicht plausibler wird), wie gesagt in mancherlei Hinsicht an der simpelsten Logik, trotzdem oder vielleicht auch deshalb hält man die Erzählung und Aufführung offenbar für „kindgerecht“. Und wahrscheinlich gefiele sie auch der Tochter der Zahnarzthelferin. Sollte sie ihrer Mutter aber erzählen, dass die Frau im Lebkuchenhaus ein Jüdin war, wäre es vielleicht besser den Kindergarten zu wechseln. So nun aber bleibt der Ofen in dem die Hexe den kleinen Hans braten wollte als märchenhafte Anspielung auf die Krematorien der Nazi-Lager  (von denen sich der zynische „Holocaust“-Begriff ableitet), im Raum stehen, während andere Bezüge zum Vortragsthema „Antisemitismus“ nicht ganz so offensichtlich sind.

* * *

Fast siebzig Jahre nach der Niederlage der Deutschen gibt es zumindest ein paar wenige Punkte zum Anhalten, die man abseits des Märchenwalds auf der Weihnachtsinsel zur Kenntnis nehmen darf, wenn man will:

Die Mehrzahl der antisemitischen Straftaten in Deutschland werden von Muslimen begangen, während die Mehrzahl der Antisemitismus-Forscher Christen sind, die für Toleranz gegenüber Muslimen werben und vor einer Pauschalisierung warnen.

Okay hingegen ist es, israelische Regierungen abzulehnen.

 Und nun? Jede Epoche hat ihre Sprachgeschichte – und Denkmuster. Das zeigten auch Vortrag und Erörterung. Wie schon so oft bleibt aber festzuhalten, dass nur ganz wenige der Anwesenden jünger als 53 Jahre alt sind und dass bestimmte Denk- und Interpretationsweisen der Geschichte, sich wie jede ihrer Vorgänger irgendwann von selbst erübrigen.

Auch im 2013 gedrehten Film Hänsel & Gretel des jungen norwegischen Regisseurs Tommy Wirkola werden „Hänsel & Gretel“ von ihren Eltern im Wald ausgesetzt, dann jedoch „Witchhunter“, zu Hexenjägern also, wobei ein Teil der Handlung sogar in Augsburg spielt, aber in Bamberg gedreht wurde. Wo es sich um Stereotype handelt, sind Details und Quellen bekanntlich eher nachrangig. Es reicht das Klischee, das Exemplarische, das „Gefühl“. Mehr ist auch nicht zu vermitteln, da in Veranstaltungen dieser Art offenbar immer nur elementarte Einführungen gegeben werden können … und sollen.

* * *

oh LORD won’t you buy me

a Professor Benz?

my friends all read Broder

I must make amends

pray hard all my lifetime

no help and no grants

so LORD won’t you buy me

a Professor Benz?

 Photos: Margit Hummel, Yehuda Shenef (*)


Rabbi Josel von Rosheim und das Europa unserer Zeit

June 21, 2012

In Speyer wird im Alten Stadtsaal seit Anfang des Monats eine Ausstellung gezeigt, die den „Josel von Rosheim“ genannten jüdischen Gelehrten (R. Josef ben Gerschon) aus dem Elsass thematisiert, der wegen seiner Auftritte auf Reichstagen (so 1530 in Augsburg) auch in der christlichen, „allgemeinen“ Geschichtsschreibung Berücksichtigung fand, wenngleich natürlich nur in Fußnoten. 

Der Titel der Ausstellung, die auch anderorts gezeigt werden soll lautet (etwas eigenartig):

“Josel von Rosheim (1478 bis 1554) zwischen dem Einzigartigen und Universellen. 

Ein engagierter Jude im Europa seiner Zeit und im Europa unserer Zeit”

Josel Rosheim Ausstellung

http://www.personengeschichte.de/fileadmin/user_upload/pdfs/Josel-von-Rosheim.pdf

Im Text der Broschüre heißt es:


Josel ben Gerschon von Rosheim (1478-1554) ist eine herausragende jüdische Persönlichkeit des 16. Jahrhunderts. Er unterhielt enge Verbindungen zu Kaiser Karl V., die er nutzte, um die Rechtsstellung und Sicherheit der Juden im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ in einer Zeit des Umbruchs zu schützen. Die Reformation, die seit 1517 das Reich religiös spaltete, führte zu tiefgreifenden Veränderungen, die sich zum Teil in gewalttätigen Übergriffen äußerten. In dieser Zeit wurden jüdische Gemeinden des Reiches häufig in die Position eines Sündenbocks gedrängt.

Als SCHTADTLAN (Fürsprecher) erreichte Josel von Rosheim reichsweit anerkannte Position sowohl bei den jüdischen Gemeinden des Reiches als auch bei den christlichen Landesregierungen, durch die er längerfristig eine stabilere Rechtsstellung jüdischer Gemeinden unter christlichen Herren durchsetzen konnte. Mit persönlichem Engagement verhinderte Josel vielfach religiös und wirtschaftlich motivierte Austreibungsversuche lokaler Obrigkeiten.

Die Sonderausstellung „Josel von Rosheim (1478-1554) zwischen Einzigartigem und Universellen“ widmet sich Leben und Wirken dieses besonderen Menschen, der auch am damals in Speyer ansässigen Reichskammergericht für die Belange der jüdischen Gemeinde wirkte.

Es werden Rahmeninformationen zu den wichtigsten politischen Ereignissen des konfessionellen Zeitalters gegeben sowie die Person des Josels und sein Wirken vorgestellt. Sein politischer und geistiger Nachlass wird in die Umstände der Zeit eingebunden. In einem Ausblick werden Parallelen zu heute aufgeworfen, die zu eienr weiteren Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen anregen.

Die Ausstellung wurde von einem Team aus französischen und deutschen Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dr. Freddy Raphael (Straßburg) und Dr. Werner Transier (Historisches Museum der Pfalz) erarbeitet. In Frankreich wurde sie bereits in Rosheim gezeigt und ist ab Mai 2012 in Straßburg zu sehen; erste Station war vor kurzem Erfurt gewesen.

Der letzte Teil des Titels verdeutlicht bereits, dass die Veranstaltung eher zeitgenössischen Interessen dient, dem „Europa unserer Zeit“. Jenes Europa also, welches in politischen Gremien darüber beraten will, künftig „Produkte“ jüdischer „Siedler“ (in dieser Kombination erscheint das sonst ganz zu recht völlig harmlose, ja positiv besetzte Wort als ein Art Synonym zu Extremist, wenn nicht schlimmer …) zu boykottieren, oder wenigstens zu kennzeichnen, womöglich mit einem gelben Ring oder einen Stern? Was hat dies Josel von Rosheim zu tun? Biographisch nichts, und dann doch wieder. Wenn man sich Josel am Reichstag in Augsburg vorstellt, „zur Zeit der Reformation“ wie Christen das übertiteln, als Fürsprecher für die Juden und jüdischen Gemeinden, dann könnte man ihn sich auch vorstellen als Besucher im Europarlament, bei der EU-Ratskommission und er verteidigt die Standpunkte und Haltungen der „Siedler“, die zunächst mal nichts anderes tun, als friedlich im historischen jüdischen Stammland zu leben.“

Burggrafenturm AugsburgBurggrafenturm (1507) in Augsburg

Da Rabbi Joselman als „Fürsprecher“ der Juden und jüdischen Gemeinden im „Reich“ und auf Reichstagen „auftrat“ ist er auch in der christlichen, „allgemeinen“ Geschichtsschreibung erfasst, jedoch selbstverständlich eher als Randfigur einer Epoche, die dort ansonsten als jene der „Reformation“ um Martin Luther verstanden wird. Mit dem Juden-Hass Luthers musste sich auch Rabbi Josef befassen. Seine Hass-Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ gewissermaßen den besonderen deutschen Judenhass begründete. Darin forderte er u.a. auf, Synagogen zu verbrennen, ihren Wohnbesitz und Broterwerb zu rauben, ihre Literatur zu vernichten, jüdischen Unterricht zu verbieten und die Juden zur Sklavenarbeit zu zwingen. In der Summe ist das schon recht nahe an dem dran, was man ab der „Kristallnacht“ mit dem Hitler-Regime verbindet – und natürlich haben sich „die Nazis“ auch auf den „Reformator“ berufen. Luther wie auch seine Anhänger versuchten explizit mit antijüdischer Manipulation zu „punkten“, sprich das einfache „deutsche Volk“ auf seine Seite zu ziehen. Die tatsächliche „Fremdherrschaft“ der Römer und ihrer Kirche wurde um eine fiktive Herrschaft der Juden erweitert, die gleichermaßen Ausbeuter gewesen sein sollen. 1525 konnte er die Führer des Bauernaufstands (מרד האיכרים) im Elsass (אלזס) dazu bewegen, den Aufrufen christlicher Hass-Prediger zu widerstehen und nicht die Juden als Adresse ihres berechtigten Zorns ins Visier zu nehmen. Er trat auf als Anwalt gegen Bücherverbrennungen, bei Anschuldigungen von Ritualmorden und ähnlichem … gefährlichen Unfug. Seinen persönlichen Mut stellte er 1520 auch durch eine Reise nach Spanien, von wo „die Juden“ ja erst wenige Jahrzehnte „vollständig“ vertrieben worden waren (sein sollten), um bei Karl vorzusprechen, der bald darauf in Aachen zum Kaiser gekrönt wurde. Rabbi Josef erreichte für die Juden ein Abkommen mit dem Kaiser, das 1530 in Augsburg erneuert wurde. Dort erreichte er auch, dass der getaufte Spätkaräer Antonius Margaritha, dessen „Der gantzer jüdischer Glaub“ das rabbinische Judentum in Verruf bringen wollte, gebannt wurde. In Augsburg musste Rabbi Josef sich und „die Juden“ auch vor dem abwegigen Vorwurf verteidigen, dass sie, „die Juden“ den Abfall der Luther-Anhänger vom „rechten christlichen Glauben“ bewirkt hätten. Das gelang zwar, doch zugleich ergibt sich daraus, dass die beiden rivalisierenden Gruppen (sagen wir: römische und deutsche Christen) durchaus bereit waren, „die Juden“ für ihre Zwecke bereitwillig zu opfern und als Feindbild den Konkurrenten unterzuschieben.  

Rabbi Josel Rosheim

Heute, fast 500 Jahre nach Luther und fast 70 Jahre nach Hitler ist das alles natürlich etwas anders und zeitgenössische Gelehrte sind sichtbar bemüht, auch jüdische Randfiguren ihrer Geschichte einzubinden oder wie immer man dies nennen will. Anyway, Josel von Rosheim und das zeitgenössische talmudische Judentum das er ausgesprochen mutig vertrat, von dem man außer Schlagworten weder was wissen, noch lernen will, sind kaum das wesentliche Interesse der Ausstellung, Vor- und Darstellung, sondern wie bereits der Schluss des Titels eingibt, das „Europa unserer Zeit“.

Warum? Die Wort Martin Walser aus dessen Kontext gerissen (Anmerkung: Und warum sollte es ihm besser gehen als Rabbi Josef ..?) kann man vermuten, es geht um „die Instrumentalisierung zu gegenwärtigen Zwecken“. Welche sind das nun aber im „Europa unserer Zeit“.

Zwar werden europäische Politiker nicht müde, zu wiederholen, dass sie es als wichtiges Anliegen sehen, Antisemitismus zu bekämpfen und es kann kein Zweifel daran bestehen, dass dem auch wirklich so ist. Würde also jemand sich einen Anstecker an die Jacke hängen, auf welchem „Antisemit“ steht, würden Europäer – und in ganz besonderer Verantwortung natürlich gerade auch Deutsche – dem Betreffenden einen weiteren Button mit der Aufschrift „Verboten!“ dazu heften. Freilich nur, wenn der erste Aufruf auf Deutsch und nicht auf Arabisch, Persisch oder Türkisch notiert wurde. Auch sog. „Holocaust-Leugnung“ ist nur in deutscher Sprache strafbar. Der Kampf gegen „Antisemitismus“ geht nun aber immer häufiger einher mit einer Agitation gegen Israel. Beispielsweise versuchen politische Interessensgruppen derzeit einen Boykott von Waren jüdischer „Siedler“ zu bewerkstelligen. Demnach sollen Waren oder Früchte, die von Juden stammen die als „Siedler“ im biblischen Stammland Judäa (jehuda) wohnen speziell gekennzeichnet – oder am besten ganz boykottiert werden. Bislang werden sie wie andere Waren auch als israelische eingeführt. Nun also sollen sie gekennzeichnet werden. Vielleicht wie in der Zeit von Josel von Rosheim mit einem gelben Ring ..?

Das selbe alte Lied also? Kann sein. Wie schade, ja, jammerschade, dass Abraham Goldfarbs jiddisch-sprachige Operette „Rabbi Joselman“ (aus dem Jahr 1892)  nicht überlebt hat, sonst könnten wir die neuen Strophen wenigstens nach einer alten Melodie mitsingen. So aber gilt es im „Europa unserer Zeit“ immer aufzupassen, ob die vorne gezeigte „Judenfreundschaft“ nicht zwangsläufig eine hinterrücks verborgene Agitation gegen den „Judenstaat“ maskiert.

Sprach Joselvon Rosheim 1530 am Reichstag von Augsburg für die Interessen der Juden, deren Synagogen und Häuser und Broterwerb in Abrede gestellt werden sollten, so müsste er heute das Europa-Parlament oder die “edlen” EU-Kommisare aufsuchen, um sie davon abzuhalten, Dekrete gegen die Juden in Judeäa und Samaria zu beschließen, die deren friedliches Auskommen und Leben gefährden.

Die Frage aber ist, ob man im “Europa unserer Zeit” überhaupt lernfähig ist, fast 500 Jahre nach Luther und fast 70 Jahre nach Hitler. Oder ist es nicht doch so wie der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt es sagte: “Auschwitz würden die Deutschen als Fehler ganz gewiss nicht wiederholen, andere Fehler durchaus.”

Wiesel Haus AugsburgWiesel-Haus im Augsburger Dom-Viertel


Von Martin Luther und seinen Lügen

July 27, 2010

Zugegeben, der Titel liest sich für manche wohl etwas ungewohnt, kehrt er doch eine Schrift aus dem Jahr 1543 namens „Von den Juden und ihren Lügen“ von Martin Luther (1483-1546) um. Luther war der Begründer der nach ihm benannten Kirche, der Lutherischen Kirche, deren “Weltbund” (Lutheran World Federation = LWF) seit kurzem von dem Palästinenser Munib Younan geleitet wird, der den Staat Israel mit der südafrikanischen “Apartheid” gleichsetzt und Israels Politik als „Sünde gegen Gott“ bezeichnet. Dass nun Younan in Stuttgart zum Vorsitzender der Lutheraner gewählt wurde, ist sicher kein Zufall, wenn man die Ansichten des Urdeutschen Martinus Luther zu “den Juden” besieht.

Kurz gefasst war Martin Luther ein fanatischer Judenhasser, der sie, „die Juden“ mit ihm, „dem Teufel“ gleichsetzte. Er unterstellte Juden pauschal Räuber und Betrüger zu sein. Dass er sich dabei nicht gegen ein, zwei Leute richtete, mit denen jeder mal schlechte Erfahrungen machen kann, oder vielleicht selbst nur einen schlechten Tag hatte oder zwei, geht aus seinen dann doch sehr zahlreichen Verleumdungen gegen Juden hervor, die er über Jahre und Jahrzehnte hinweg immer wieder publizierte. Er diffamierte Juden tatsächlich wo er konnte, und zwar pauschal, wie gesagt. So schrieb er bereits 1526 „1400 Jahre sind die Juden unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen.“ Unter Berufung auf Luther hatten politische Antisemiten (die als sog. ein Thema – Partei jahrelang im Reichstag saßen) im späten 19. Jahrhundert daraus den Slogan „Die Juden sind unser Unglück“ verkürzt gebastelt, der auch zum Motto von Julius Streichers Verleumdungspostille „Stürmer“ wurde. Ihr Vorbild Luther nannte Juden unentwegt „Teufel“ und sagte, dass er sie „am liebsten eigenmächtig umbrächte.“

Luther Augsburg St. Gallus 21 Oktober 1518

Martin Luther Tafel bei St. Gallus in Augsburg: … einst selbst auf der Flucht

In seiner „Lügen“-Schrift forderte er schrill dazu auf, Synagogen und Schulen zu verbrennen, jüdische Häuser zu zerstören und die Juden „wie die Zigeuner“ in Ställen wohnen zu lassen. Ferner wollte er den Juden den Talmud und ihre Gebetbücher “wegnehmen”, ihren Rabbinern das Lehren verbieten, Juden generell freies Geleit untersagen, ihren jedes Bargeld und Schmuck nehmen, und sie schließlich zur Zwangsarbeit verdammen.

Wenn moderne Historiker darin das Nazi-Regime vorweg erkennen, ist das wohl keine sonderliche Gehirnleistung, erforderte aber bei den betroffenen Anhängern des Verleumders bis in die letzten Jahre einige Anstrengung und Überwindung. Wie will man auch damit umgehen, wenn der eigene Prediger der Rechtschaffenheit “plötzlich” als “Wegbereiter des Holocaust” porträtiert (und öffentlich diskutiert!) wird. Nichts das daran irgendetwas Neues wäre, man hatte sich doch früher ganz ausdrücklich dazu bekannt, mit Unmengen von Stolz und lautem Geschrei und nicht nur die wesentlichsten Nazi-Führer haben sich dabei auf Luther berufen, so auch Hitler, Goebbels und Streicher, sondern Lutheraner landauf, landab.

In einer weiteren Schrift stellte Luther 1544 fest, dass es nicht seine Absicht ist, Juden zu bekehren, sondern den „Deutschen Historien“ aufzuzeigen, „was ein Jude sey“ und dass die Warnung vor ihnen „vor dem Teufel selbst zu warnen“ ist: „nicht um die Juden zu bekehren, welches eben so nützlich ist als den Teuffel zu bekehren.“

Luther des Teufels Dudelsack von Erhard Schön 1536… und als “Dudelsack des Teufels” (1536) verspottet: Luther-Kopf

Viele Luther-Apologeten versuchen seine Äußerungen unvermeidlich schönzureden, hängt ihr sonstiges Weltbild doch nicht unwesentlich von ihm und seinen Lehren ab. Eine dieser Sinnestäuschung besteht in der Behauptung, dass der frühe Luther den Juden durchaus “wohlgesonnen” gewesen sei, dann aber enttäuscht darüber war, dass sie sich vom ihm nicht zum wahren Christentum bekehren ließen. Auch sei er, trotz seiner zahlreichen, pauschalisierten, Juden verteufelnden Ansichten “im Grunde kein Rassist” gewesen, da er sich in seinen Schriften ja sogar auf einen angeblichen konvertierten Juden berufen habe. Gemeint ist Antonius Margaritha, der ein Sohn des letzten mittelalterlichen Regensburger Rabbiners gewesen sein will und 1522 zum Christentum übergetreten war, um ein Enthüllungsbuch mit dem Titel „Der gantze jüdisch Glaub“ zu verfassen. Das Werk wurde 1530 in Augsburg gedruckt, jedoch gelangte der Autor dort auch in Haft, da der jüdische Gelehrte Rabbi Josel von Rosheim (den Luther sich übrigens weigerte zu treffen!) den Fälscher anzeigte und öffentlich nachwies, dass er zahlreiche erfundene und verfälschte Aussagen als jüdische in sein Werk setzte, um die Juden zu verleumden. Schon damals als Fälschung entlarvt, spricht nichts wirklich dafür, dass es sich tatsächlich um einen Juden handelte, der zum Christentum übertrat, vieles deutet aber darauf hin, dass er mit diversen Wendungen ansatzweise vertraut war, und wohl ein christlicher Diener der Regensburger Juden war oder wahrscheinlicher um einen Pfaffen aus der neidischen Nachbarschaft.

Wie dem auch sei, weil Luther diesen Autor zitierte, konnte er wohl kein Rassist und Antisemit sein. Ganz so als würde ein Antisemit “niemals” Verleumdungen über Juden zitieren, die von sog. “Kronzeugen” stammten? Ganz so als ob Antisemiten an sich rechtschaffene Leute wären, die nur lautere Methoden nutzten.

Es ist im Grunde sehr erbärmlich, solche Argumente zu benötigen.  Aber das liegt nur daran, dass man derzeit Hass auf Juden als Schande sehen muss. Aber der Nahe Osten bietet aktuell und in Zukunft offenbar den Ausweg aus dem Dilemma. Und so ist es unter der neuen palästinensischen Schirmherrschaft der Lutheraner auch kein Wunder, dass sich zumindest schon auf Arabisch und Englisch Antisemiten wieder auf Luther und seine Lügen über die Juden berufen. Wie die Lage einzuschätzen ist, ergibt sich daraus sicher eine neue eigene Dynamik unter den frommen Lutheranern und Israel als postuliertes Feindbild.

Yehuda Shenef 2009 Gelber Ring yellow ring AugsburgGelber Ring von Augsburg 1434