Buch: Humor, Wucher, Weltverschwörung

March 23, 2017

Das neue Buch ist soeben erschienen:

Humor Wucher Weltverschwörung Yehuda Shenef

Humor, Wucher, Weltverschwörung: Die geläufigsten Vorurteile gegenüber Juden und was es mit diesen auf sich hat

260 Seiten – 13.00 EURO   /  ISBN: 978-3-7431-8120-5

Wissen Sie,

  • was das Wort „deutsch“ eigentlich bedeutet?
    warum Jesus im Talmud nicht mal erwähnt wird?
    was es mit Hostienschändungen und Ritualmordlegenden auf sich hat?
    warum niemand Schweinemilch trinkt?
    warum Juden ihre Bar-Mitzwa im Alter von 13 Jahren feiern?
    was im Wörterbuch der Gebrüder Grimm als Judenbeeren, Judenkirschen oder Judenpech bezeichnet wurde?
    dass die Pfandgebühren mittelalterlicher jüdischer Geldhändler nicht höher waren als heute?
    welchen Ursprung der beliebte jüdische Humor hat?
    was genau nun eigentlich Antisemitismus ist?

 Die mitunter überraschenden Antworten auf diese und weitere Fragen finden sich im Buch.

 

erhältlich im Buchhandel, oder bei Amazon & Co., auch als E-book erhältlich

https://www.amazon.de/Humor-Wucher-Weltverschw%C3%B6rung-gel%C3%A4ufigsten-Voruteile/dp/3743181207/ref=sr_1_11?s=books&ie=UTF8&qid=1490307795&sr=1-11

 

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“Zur Herkunft des Chanucka-Dreidel”

December 18, 2014

Der סביבון (sewiwon) von סביב (sawiw = rund), jüdisch Dreidel (דריידל) oder früher im Westen auch Trendl (טרענדל) ist ein ungewöhnliches, längst aber klassisches Spielzeug, das sich mit dem jüdischen Lichter- oder Weihefest verbindet und längst zu einem immer wieder anzutreffenden bildlichen Symbol dafür geworden ist. Letzteres ist uns heute als trend bekannt, abgeleitet vom mittelenglischen trenden (sich drehen), friesisch trind (rund), etc. was im Englischen erst etwa in den 1880er Jahren die Bedeutung einer „allgemeinen Tendenz“ bekommt: der Trend. Dreidel hingegen stammt vom jüdischen Wort dreihen = drehen. Der hebräische Neologismus sewiwon wurde erst vor etwa hundert Jahren von Itamar Ben-Avi geprägt, dem Sohn von Elieser Ben-Yehuda. Es gilt daher gemeinhin als gesichert, dass der Dreidel eine aschkenasische, deutsch-jüdische Herkunft hat. Alte indische Formen des Kreisels verwendeten als Basis die Swastika, das im letzten Jahrhundert als „Hakenkreuz“ der Nazis in Verruf gekommene „Glückssymbol“, welches angeblich ein „Sonnenrad“ darstellen soll. Zwar weiß niemand so genau, was das eigentlich sein soll, da zumindest die tatsächlich am Himmel sichtbare Sonne, weder Zacken, Haken noch Räder hat, doch als Ornament findet sich die Swastika freilich auch in Überresten des Jerusalemer Tempels aus der Zeit des antiken Baumeisters und Königs Herodes. Der Dreidel – einer Vielzahl jüngerer Leute wenigstens noch aus dem „Draydel Song“ der Cartoon Serie South Park geläufig – hat mit der Tempelweihe erkennbar ebenso wenig zu tun wie der Weihnachtsmann oder Tannenbaum im Christentum mit der Geburt des Jesus.

Auf einem Gemälde des holländischen Malers Pieter Brueghel mit „allerley spelen der kinderen“ das auf das Jahr 1560 datiert wird, befindet sich am vorderen linken Bildrand auch eine Figur, die eine Art Dreidel in die Luft hebt. Dieser wird als Toton oder Teetotum gedeutet, ein ab etwa dieser Zeit nachweisbares Spiel auf der Basis eines meist vierseitigen Kreisels, der 1871 auch in Lewis Carolls „Alice hinter den Spiegeln“ erwähnt wird, als das Schaf die etwas eigenartige Frage stellt: “Bist du ein Kind oder ein Dreidel …?

Zur Grundlage für das Spiel dienen die jeweiligen Buchstaben die auf jeder Seite aufgemalt oder eingraviert wurden. Eine lateinische Variante hatte die Buchstaben A, D, N, T, gedeutet als aufer (nehmen), depone (ablegen), nihil (nichts) und letztlich namensgebend totum (alles). Es existieren zahlreiche Varianten in unterschiedlichen Sprachen und Abkürzungen. Eine englische Variante des 18. Jahrhunderts etwa hat die Buchstaben N für nothing (nichts), P für put (geben), S für some (einiges) und T für take (nehmen). Neben diesen Varianten gab es weitere mit sechs anstelle von vier Seiten, die gelegentlich auch analog zu einem Würfel einen bis sechs Punkte aufwiesen. Im Spiel , etwa um Geld, entscheidet je nach Regel und danach welche Seite sodann nach dem Drehen des Kreisels oben liegt, ob man seinen Einsatz verliert oder etwas dazugewinnt.

Trotz oder vielleicht auch wegen der mehrsprachigen Belege ist es nicht feststellbar, wo genau der Ursprung des entsprechend mit Buchstaben beschrifteten Dreidels und des damit verbundenen Spiels zu finden ist. An einer wenig wahrscheinlichen Stelle findet sich jedoch eine, wenngleich auch wohl versteckte literarische Anspielung darauf, nämlich im 19. Kapitel des christlichen Evangelium des Johann, als bei der Kreuzigung des Jesus römische Soldaten die Oberbekleidung (ἱμάτια, imatia) des Hingerichteten in vier Teile (τέσσαρα μέρη, tessara me’re) aufgeteilt und die künftigen Eigentümer auf spielerische Weise, sprich durch Auslosen (λάχωμεν) ermittelt werden. Der griechische Text wurde in zahlreichen Sprachen als „würfeln“ übersetzt, jedoch ist dies nur eine veranschaulichende Interpretation, da das griechische Wort für Würfel κυβος (kubos) im Text nicht vorkommt. Letzteres ist auch bekannt von Julius Caesars berühmten Ausspruch alea iacta est (Sueton, Caesar 32) – meist übersetzt als „der Würfel ist gefallen“, was aber, da Caesar sicher eher Griechisch sprach, ein bereits geläufiges griechisches Zitat war, das etwa bei Plutarch als ανερρίφθω κυβος (der Würfel ist geworfen) überliefert ist. Im übrigen lässt sich auch aus dem durch die heute feststehende vor allem mathematische Bedeutung des Worts „kubos“ nicht sagen, dass es sich dabei bereits um unseren nunmehr gebräuchlichen Würfel mit sechs Seitenflächen handelte. Zweifel-los wäre auch ein vierseitiger Dreidel denkbar, da das verwandte hebräische קב (kow) eine Stelze oder Stütze bezeichnet, was notwendigerweise mit der Idee des Kreisels korrespondiert.

Jesus pseudo Hebräisch Inschrift Kruez Augsburg

Interessant ist freilich, dass im Kontext der Kreuzigung des Jesus, am Kreuz selbst eine Inschrift auftaucht, die häufig durch vier Buchstaben abgekürzt wird: Ἰησοῦς ὁ Ναζωραῖος ὁ βασιλεὺς τῶν Ἰουδαίων – also Jesus der Nazaräer als König der Juden. Am bekanntesten ist dabei wohl das lateinische Kürzel INRI, das man auf vielen alten Kruzifixen finden kann. Die Inschrift soll dem Evangelium des Johann gemäß aber in griechischer, hebräischer und lateinischer Sprache angebracht worden sein. Motivisch übereinstimmend mit dem Dreidel ist somit der scheinbar neutrale Losentscheid und die gleich zweimal präsente Vierteilung (zum einem mittels INRI als vier Buchstaben, zum anderen durch die Aufteilung der Kleidung in vier Portionen). Einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Dreidel des Chanucka-Festes ergibt dies nicht, wenngleich das Fest dem militärischen Sieg der Juden über die griechischen Seleukiden im Jahr 164 v.a.Z. und der folgenden (Wieder)Einweihung des Heiligtums in Jerusalem gewidmet ist. Allenfalls das Datum der Weihe-Nacht (= erew chanucka) am 25. Kislev kann als Anzeichen für das erst tausend Jahre später am 25. Dezember gefeierte Geburtsfest des Jesus verstanden werden, zumal die Monate Kislev und Dezember sich regelmäßig überschneiden. Offensichtlich ist aber die ideengeschichtliche Verwandtschaft enger als die des Tannenbaums mit Jesus oder die des Dreidels mit dem Tempel in Jerusalem.

Wie auch immer, ist ganz ähnlich zu den oben genannten Varianten auch die jüdisch-sprachige bis heute als Kinderspiel überliefert, wobei zu Chanucka aber eher um Süßigkeiten als um Geld und ganz sicher nicht um die Bekleidung eines erwachsenen Fremden gespielt wird. Die Buchstaben hierfür sind jüdsich-deutsch ה = האלב (H für halb), ש = שלעכט (SCH für schlecht), נ = נישט (N für nischt, nichts) und schließlich ג = גוט (G für gut). Die hebräischen Entsprechungen wären חצי, רע, לא und טוב, was abgekürzt freilich andere Buchstaben ergeben würde. Die Spielidee, wie auch die Beschriftungen, waren für das Judentum freilich zu alltäglich und entheiligend. Insbesondere der Buchstabe ה dient allgemein üblich zur Abkürzung des Wortes השם (ha-schem, der-Name, gemeint ist der Name Gottes) und kürzt sozusagen bereits die Umschreibung des Gottesnamens respektvoll ab, während die Zahl 15 in hebräischen Ziffern aus dem selben Respekt nicht wie es folgerichtig wäre als 10-5, sondern als 9-6 = ט”ו notiert wird.

Es fand sich demnach also eine heiligende Erklärung für die vier Buchstaben, die nunmehr als Anspielung auf das Lichtwunder im Tempel gedeutet wurden:

נס גדול היה שם – ness gadol haja scham – ein großes Wunder gab es dort.

Praktisch fügte es sich dabei, dass diese Buchstaben, als Zahlen gelesen, sich sogleich auf den Zahlenwert 358 addierten, was dem Wert des Wortes משיח (meschiach = gräzisiert Messias, oder gleich griechisch Christos) entspricht. Auch dies ist ein Wort mit vier, freilich teilweise anderen Buchstaben. Im modernen Israel bildete sich alternativ zur bereits etablierten frommen Lesart die logische Variante

נס גדול היה פה – ness gadol haja po – ein großes Wunder gab es hier.

dreidel Hebräisch

Man konnte sich ja nun auf den Ort des Geschehens, auf Israel beziehen und musste nicht mehr aus der Ferne Bezug nehmen, während andererseits der neue Zahlenwert 138 an Signifikanz einbüßte, wenn man es beispielsweise als סטודנט (student) deutet, ohne den Sinn einer akademischen Ausbildung in Abrede stellen zu wollen.

Doch auch die Idee des Losens, Auslosens ging nicht ganz verloren. Zum einem bieten die Erzählungen der Thora diesbezüglich bereits mit den geheimnisvollen אורים ותומים (urim ve’tumim – etwa: Lichter und Ganze) ein prominentes, wenngleich auch schwer schlüssig zu deutendes Modell, bei dem bereits die Wortbedeutung und Übersetzung nicht unumstritten ist. „Urim“ wird allgemein als Plural von Licht, also als Lichter aufgefasst, das Gegenstück freilich ist als Substantiv schwer zu fassen, bedeutet als Adjektiv aber „rein“, „unschuldig“, „naiv“, „sauber“, „vollendet“ und dergleichen mehr. Im ספר שמות (lat. Exodus) der Thora werden die אורים ותומים beispielsweise als Bestandteil des heiligen Gewands des großen Kohen, des אפוד (efod) erwähnt, welches an anderer Stelle aber auch von König David getragen wurde. Über dem Efod einer Art Weste am Gewand befand sich der חושן eine Brustplatte worin die אורים ותומים aufbewahrt wurden. Über die Beschaffenheit und Verwendung all dieser Gegenstände wurde bereits viel spekuliert – was nicht verwundert, da sie bereits mit dem babylonischen Exil als verschollen gelten – für unseren Kontext reicht die Feststellung, dass es sich bei den Urim und Tumim offenbar um keine bloße Symbolik handelte, sondern um eine konkrete Funktion, der allgemeinen Auffassung nach zum Zweck der Wahrheitsfindung, um Begriffe wie „Orakel“ oder Wahrsagen“ zu vermeiden. Zum Einsatz kamen sie als dritter Weg neben Träumen und Überbringern („Propheten“), um mit Gott zu kommunizieren, bzw. um seinen Willen zu ermitteln.

In einem etwas anderen Kontext begegnet uns das Losen im פורים Purim-Fest, welches wörtlich der Plural von פור (pur) ist und das Los (griech. Κλήρος – kleros) bezeichnet. Hier nun wurde der Tag, an dem der finstere Schurke Haman das jüdische Volk im Reiche des persischen Königs vernichten wollte, per Los bestimmt. Der ermittelte Losentscheid war trotz gegenteiliger Erkenntnisse zum Sachverhalt bindend und unumstößlich, um nicht die Autorität des Herrschers als Entscheidungsträger zu erschüttern. Der festgesetzte Plan musste also mittels Vorbereitung der vorgesehenen Opfer vereitelt werden und die Bestrafung der eigentlichen Übeltäter am ausgelosten Stichtag (sic!), wird heute noch gefeiert. Auch hier wissen wir nicht, um was für eine Art Los es sich handelte, wohl aber, dass es am persischen Hof gebraucht wurde. Offensichtlich war es aber geeignet, ein konkretes Datum zu bestimmen. Denkbar wäre eine Drehscheibe mit Monatseinteilung.

In der kabbalistisch – chassidischen Frömmigkeit nach dem Spätmittelalter hat sich nun auch eine Methodik entwickelt, den Dreidel als divinatorisches Instrument zu benutzen, wobei die klassischen Buchstaben des jüdischen Dreidels entsprechend ausgelegt werden, etwa im Sinne der Zahlenwerte, korrespondierender Begriffe und Wortbedeutungen. Da es viele Varianten davon gibt, konnte sich keine gänzlich durchsetzen.

Der Ursprung dürfte in von den Griechen ἀστράγαλος genannten Sprunggelenksknochen (צם הקרסול – lat. talus, meist von Schafen oder Ziegen) liegen, die als eine Art natürlicher Vorläufer von Würfeln gelten und im antiken südöstlichen Mittelmeerraum gesamten als Spielgerät wie auch zu “Wahrsagezwecken” genutzt wurden. Vielleicht rührt es auch daher, dass in der hebräischen Geschichte des Volkes Israels der Sprung vom Schafshirten zum Propheten oft ein sehr geringer zu sein scheint, … vielleicht nur ein Hammelsprung.

schafsknochen würfel astragaloi (source: wikipedia)

Eine ganze Reihe der biblischen Helden und prägenden Figuren der jüdischen Frühgeschichte waren Hirten: Abraham, Isaak, Jakob, Moses, David, Rabbi Akiwa, um nur einige zu nennen … und so ist es kein Wunder, dass sich nicht nur das Christentum reichlich bemühte, eine entsprechende Metaphorik oder sagen wir „Schafs-Nähe“ zu behaupten und anzusprechen, sondern auch der islamische Rasul Mohamed gleichfalls Schafhirte gewesen sein soll, bevor er bei seinem Onkel Talib kaufmännische geschult wurde und mit ihm auf Reisen ging.

Der biblische Begriff für „Prophet“ ist im hebräischen Original wörtlich ein „Bringer“ (נביא – nawi), damit vergleichbar mit dem griechischen ἄγγελος – lat. „angelus“, meist übersetzt als „Bote“, war aber ganz gewiss kein „geflügeltes“ Wesen, sondern allenfalls ein ebensolches Wort. Das hebräische Wort für Engel wiederum lautet „mal’ach“ (מלאך) und leitet sich von „mal’acha“ (מלאכה) der Arbeit ab, was über die Vermittlung des Jüdisch-Deutschen auch im allgemeinen Sprachgebrauch als „Maloche“ (מאַלאָכע) geläufig ist. Während der hebräische Engel demnach ein „Malocher“ ist, ist der hebräische Prophet ein echter „Bringer“, ein Vermittler, die Personifizierung des Nächsten, des Folgenden, des Kommenden, der Zukunft, der den Willen Gottes (mit oder ohne Schafsknochen) erkundet und ggf. mitteilt.

Jeder Astragal besitzt nun vier Seiten, freilich nicht gleichmäßig wie bei einem exakten, idealen Würfel, jedoch so, dass alle vier Seiten zum Liegen kommen konnten. Ihnen gab man nun Zahlen(werte), die in den meisten Sprachen des Orients mittels Buchstaben ausgedrückt wurden, im Griechischen ebenso wie im Hebräischen/Phönizischen. Die Nummerierung reichte von 1-4, aber Varianten kannten die Werte 1, 2, 4 und 6 und oft kamen fünf Astragale zum Einsatz (oder es wurde entsprechend oft mit einem gewürfelt) und sodann wurden die Werte addiert. Anders als die Kreuzigungsszene im christlichen Evangelion suggeriert, war das Würfelspiel, insbesondere das mit Astragaloi, trotz spielsüchtiger Herrscher wie Claudius, bei den Römern keineswegs gern gesehen, sondern nur während der Saturnalien (= das römische Staatsfest zu Ehren des “Saturn”, zunächst am 17., dann ausgedehnt vom 17. – 23. Dezember, später ab dem 17. bis zum Monatsende) nicht verboten waren. Rein zeitlich würde das, wie der Brauch des Würfelns durchaus zur späteren Chanucka-Tradition passen, darüber hinaus in Bezug auf das auch im jüdischen Kontext sonst ebenfalls nicht erlaubte Glückspiel um Geld. Eine Abart des ursprünglichen Spiels der Astragaloi ist heute auch in Israel noch bekannt als חמש אבנים  5  Steine, was bereits besagt, dass das Material sich geändert hat und man von den Schafsknochen abgekommen ist.

Albert Einstein freilich soll gesagt haben: “Gott würfelt nicht”.

* * *

(Yehuda Shenef – hier im 2010 bereits schon mal veröffentlicht)


The Talmud on Jesus

October 31, 2011

A comment from Steven Baker in the FAQ section from June 15 this year raises the question whether the Talmud would be “full of extreme hatred against Jesus” and if so, what was our position on it. Although we are dealing rather with local issues regarding the Jewish history in Augsburg, former Austrian, today’s Bavarian Swabia or let’s say Southern Germany, it maybe is worthwhile trying to find an answer – which of course is ours and may differ from other assessments.

Question:

 Dear Madam or Sir,

I have read a number of times in different books and articles that the Jewish book of Talmud is full of extreme hatred agains Jesus. Is that true and why is that so and what is your position on this?

Short Answer:

The short answer to your question in a Hillel like style would be: Since the authors of the Talmud most likely had no knowledge on him, they did not mention Jesus in the Talmud and there also would had been no need to do so.

More detailed answer:

Everything else actually rather derives from the fantasy of the authors of those books and not from given facts.

According to common understanding Jesus from Nazareth in the Galilee lived about the first third of the first century according to Christian calendar and therefore was a contemporary of the earlier Mishna period (until 220). None of the umpteen scholars of the Mishna does refer to Jesus, although thousands of ideas and interpretations of the Tora, particular laws, regulations, customs and beliefs as well as historical events, customs of foreign people are topics of endless debates. Although also a larger number of long forgotten rivals of rabbinical Judaism are mentioned in detail, most of the time quite sober in order to assess their standpoints, Jesus, almost incredible to most Christians, actually is not. The explanation for this is quite simple, the Mishna, and still more the completing Gemara (until sixth and seventh century) of the Talmud originate basically from Babylonia, where early Christianity obviously played no important role (if any) and therefore was no part of any controversies within the Jewry there. This of course rapidly changed when from the eighth and ninth century on Talmudic sages from the Orient arrived in Southern and Western and Middle Europe.  At this time, the Talmud of course already was completed. But now there is no problem at all to find a huge number of disputations between Christians and Jews on Jesus and / or the Talmud, with written references on both sides. Some were quite famous and time and again resulted in Christian burnings of the Talmud, as the 1240 one in Paris for instance.

A more formal requirement was how the Talmud actually should or could have refered to Jesus at all. For some two centuries modern Humanist scholars and leaders of Reform Judaism as well as nowadays participants of Christian-Jewish or Jewish-Christian dialogue groups name him “Yeshu” or “Yeshua”, etc. in order to re-translate his Greek Jewish name into a Hebrew Jewish one. That of course is an anachronism. Nobody knows whether Jesus actually was called “Yeshua”, “Yeshu” or “Yoshua”, but we of course do know that the name Jesus as written in the Greek Gospels actually existed and that furthermore it was a quite common name among Greek speaking Jews all over the Mediterranean. In the life time of Jesus probably the majority of Jews already lived outside of Israel and their main language was no longer Hebrew, but Greek. Therefore long before Jesus the scriptures of the Hebrew Bible were translated into the Greek Koine language (commonly known by the Latin word Septuagint). The Hebrew Book of Joshua, following right after the first five books in the Bible in Greek was titled “Jesus”. This means every time the Hebrew Bible mentions “Joshua”, for instance in the context of the conquest of Jericho, the Greek text of the Septuagint has Ιησους (Yesous). Accordingly among ancient Greek Jews the name Yesous was as popular as Yoshua was among Hebrew Jews. At best you may compare this to the popularity of the English name “James”  which as Jacob refers to the Hebrew name Yakow. From the writings of ancient Jewish-Roman historian Josephus (who by the way reported ten thousands of crucifications) as well as from many ancient inscriptions we know that there were many bearer of the name Jesus, so there is no reason to assume that the Jesus of the Christian Gospels would have had another name. Since his followers regarded him as central figure of their faith it furthermore is rather unlikely that they will have changed his original name, whether it was “Jesus” or “Yoshua” in one way or another.  So there actually is no doubt that his original name was “Yesous” and not “Yoshua”, although that of course implies that he was named by the Greek version instead of the Hebrew one. Since on the other hand the name of his mother according to the Gospels was Maria, that of course was no surprise. Although Mary (Latin: Maria) by many is interpreted as Hebrew name Miryam it actually of course is the female equivalent of the Latin name “Marius”. Ancient Rome only knew a little number of prenomia (first or fore names), from which the female equivalents were derived. A daughter of Julius therefore was named Julia, a second one Julia Secunda (Julia the second) in order to differ her from the first one. Likewise the female equivalent of Lucius was Lucia, of Gaius was Gaia, and so on. Maria thus is the female version of Marius, which refers to the Roman god of Mars and often was given to boys who were born in the Month of March which also refers to Mars. A well known example would be historian Marius Maximus (165-230), who was quite popular as biographer of twelve Roman emperors and was regarded as successor of Sueton. Considering the spread of female Roman names of Julia or Lucia, there is no plausible reason to assume that of all Roman names only Marius had no female name bearer and all persons with the name Maria would refer to the Hebrew name Miryam instead, which in Greek “mar-yam” may sound somewhat similar, but isn’t the same.  By the way it is perfectly normal and anything but exceptional that some Jews in this time also had foreign and even pagan names. It is neither an advantage nor a disadvantage. The predominant language in the Galilee obviously was Greek not Hebrew. Since the Talmud has thousands of foreign words from Greek and Latin it just reflects the given influence which noone will deny.

 

However, since the Talmud does not mention Jesus, what for Christian scholars until today of course is quite disappointing, for a long time, there of course were many attempts to reinterpret other sections from the Talmud which refer to rivals of the rabbinical Jews, of which were many among the Jews of that time. Some writers try to examine the Christian Gospels on the basis of Talmudic writings, especially the trial of Jesus. To some extend this might be interesting, but in the bottom line it just is science fiction. 

Another argument is to assume two types of censorship on the Talmudic scripture, one imposed by Christian authorities in Europe and the other as freely one practiced by the rabbinical scholars to avoid conflicts with the Christian authorities. This of course requires patterns of thinking also known from conspiracy theories, which postulate the result of an investigation and likely will ignore any other interpretation. For instance if the Talmud actually would have referred to Jesus, why any references necessarily must have been derogatory when contrary to that the Talmud has no problem in admitting advantages of Greek or Roman achievements, what it does on quite a number of occasions? So the expectation already is biased and therefore focuses on feigned “suspicious” passages from the Talmud, which are interpreted to refer in a negative way to Jesus and Christianity, although both are not mentioned in the Talmud.     

Actually this is no attempt of an apology which is out to deny references of the Talmud (some authors invent to sell their books) to the Christian Jesus and his lore. Of course we would prefer if there were any, but inasmuch Christianity rejects full obedience towards the commandments of the Tora what of course is everything else but a bagatelle, it likewise defines Christianity as an independent and self-contained religion, outside the framework of Judaism, what hardly is common ground for debates.  Christianity obviously needed a sharp distinction from Judaism as well as a close relation to it. Judaism in contrary has no inner need to deal with Christian beliefs, which simply are regarded as another foreign religion. In our times Jews and Christians have no general problems to meet Buddhists, Hindus or Muslims or to have a dialogue with representatives of Zen, Shinto, Jaina or Bahai in order to find things in common, which are quite a lot. It is no use to look for a rather notional who was wrong, who is right. It simply is enough to be aware of your the own tradition and to respect those of others.  

On the other hand, there maybe are quotes from Jesus in the Talmud nobody understands as such. Always provided that Jesus indeed originally was called “Yoshua” by his students and contemporaries and not “Jesus”, there are umpteen Yoshua, Yosse and Yoshi mentioned in the Mishna and Gemara, even one who was called Yossi Hagalili and lived in the first century of today’s Christian calendar counting. From many we know hardly more than some wisdom saying. Since fiercest controversies are expected no one would ever take notice of.