בעיצומן

December 19, 2010

אני הולך בעיר הגדולה

גגות עכור בערפל שמה

עם העבודה של היום בראשי

אלף אנשים הולכים על דרכי

 

אני לא יודע את כולם – מי הם
יש להם גורל בלב כמוני 
הדאגות שלהם הם זרים לי 
כמו אותם הדופק שלי

הערפל טיפות וכולנו ללכת
אין ברק האיר העמוק בינינו
אם כולנו זוכרים את המילה
ימות ברוח, ואף אחד לא יודע האחרים

העדוויג לאכמאן לאנדאוער 

Jewish Cemetery Huerben Krumbach – Dream Landscape – juedischer Friedhof Huerben Krumbach

 

Hedwig Lachman Landauer: Unterwegs

(Ich wandre in der großen Stadt. Ein trüber Herbstnebelschleier flattert um die Zinnen. Das Tagwerk schwirrt und braust vor meinen Sinnen, Und tausend Menschen geh‘n an mir vorüber. Ich kenn sie nicht. Wer sind die Vielen? Tragen Sie in der Brust ein Los wie meins? Und blutet Ihr Herz vielleicht, von mir so unvermutet, Als ihnen fremd ist meines Herzens Schlagen? Der Nebel tropft. Wir alle wandern, wandern. Von dir zu mir erhellt kein Blitz die Tiefen. Und wenn wir uns das Wort entgegenriefen Es stirbt im Wind und keiner weiß vom andern.)

(1919) (Hebrew Translation בעיצומן Yehuda Shenef, 2009)

Hedwig Lachmann Landauer (1865-1918)

German-Jewish Poet and translator, daughter of the Chazan (cantor) of Swabian Jewish community Huerben (now Krumbach), married to Gustav Landauer (1870-1919), also translator – both translated together Oscar Wildes “Dorian Grey” into Geman – and political activist and one of the main thinker of anarchism in Germany, who had been executed as member of a Sovjet government in Bavaria.

His wife Hedwig however had her school education in Augsburg and had her exam age 15. She also wrote a number of than much noticed poems, which today of course (?) are forgotten.

An interesting fact however is that Gustav and Hedwig Landauer are the maternal grandparents of Academy Award winning director Mike Nichols (born 1931), famous for many movies, from “Whose afraid of Virginia Woolf” , “The Graduate”, “Catch 22” until “Charlie Wilson’s War”. 

Advertisements

US Botschafter Peter Rosenblatt auf den Spuren seiner schwäbischer Vorfahren

June 6, 2010

Der frühere US-Botschafter und außenpolitische Berater von US Präsident Barack Obama Peter Rosenblatt aus Washington D.C. besuchte uns kürzlich mit seiner Frau Naomi Harris Rosenblatt in Augsburg und begab sich mit uns auf die Spurensuche nach der langen Geschichte seiner Vorfahren in Bayerisch-Schwaben. Sein mütterlicher Urgroßvater Isidor Untermayer (1811-1860) wanderte 1841 nach Lynchburg, Virginia aus, wo er dem Ruf seines mütterlichen Cousins Salomon Guggenheimer aus Hürben (Krumbach) folgte. Isidors Mutter Jette Guggenheimer (1771-1839) stammte gleichfalls aus Hürben, war aber zu ihrem Mann den Metzgermeister Isaak Mayer Untermayer (1761-1838) nach Kriegshaber gezogen, wo sie unweit der Synagoge ein Haus mit Ladengeschäft besaßen. In Virginia änderte der junge Immigrant die Schreibweise seines Namens in Isadore Untermyer und heirate die gleichfalls aus Hürben stammende Therese Landauer (1827-1895). Nachdem Isadore für die Südstaaten am Amerikanischen Bürgerkrieg teilnahm und früh verstarb zog die Witwe mit den Kindern nach New York City, wo die Guggenheimer und Untermyer als Anwälte zu Ruhm und Ansehen kamen. Samuel Untermyer (1858-1940), in Virginia geborener Sohn von Isidor und Jette war einer der Mitbegründer der US Notenbank Federal Reserve und einflussreicher Berater verschiedener US Präsidenten, engagierter Zionist und entschiedener Gegner der Nazis in Deutschland. Peter Rosenblatt nun ist der Enkel von Samuel Untermyers Schwester Addie, welche den späteren US Diplomaten Laurence Steinhart ehelichte, der u.a. US Botschafter in der Sowjetunion zur Zeit des Hitler-Stalin-Paktes und in der Tschechoslowakei während der Benesch-Dekrete war.

In Kriegshaber sind von den Grabsteinen der Untermayer-Familie nur wenige Bruchstücke erhalten geblieben. Interessanterweise sind es aber gerade Überreste der Grabplatte seiner mütterlichen Urgroßeltern die die Zerstörungen der letzten 170 Jahre überdauerten, während die meisten anderen Untermayer-Grabplatten zerstört wurden.  Sie befindet sich eingemauert im Monument neben dem Eingang des Friedhofs, welches der verbreiteten Legende gemäß nach dem Krieg von amerikanischen Soldaten aus herumliegenden Grabsteinen zusammengebastelt worden sein soll, als Mahnmal für die Toten des Holocausts. Tatsächlich waren es jedoch deutsche Steinmetze der schwäbischen Bildhauer- und Steinmetzinnung, die erstaunlich passgenau und ohne Reste das Monument zusammensetzten. Sechzig Jahre später ist zumindest diese eine Inschrift noch sichtbar und zu rekonstruieren – es ist zu vermuten, dass die Inschriften der anderen Steine mit der Schriftseite in das Dokument eingefügt wurden. Überraschend ist, warum die vorhandene Inschrift in den Jahrzehnten vor der Dokumentation des JHVA niemanden aufgefallen war, obwohl davon ausgegangen werden muss, dass der Erhaltungszustand der Inschrift 1945 sicher besser gewesen sein muss als nun 2010. Glücklicherweise ist nun aber nicht nur die Grabplatte teilweise erhalten, sondern auch der Grabplatz von Peter Rosenblatts schwäbischen Urgroßeltern bekannt, weshalb der Botschafter verständlicher Weise anregte, dass beides zusammengefügt werden sollte, um eine Erinnerung an seine Vorfahren am Platz ihres Begräbnisses zu ermöglichen.

Wir konnten den Rosenblatts zahlreiche weitere Verwandte am Friedhof aufzeigen, wie etwa die Kahns aus Steppach. Bei den Kriegshaber Untermayer wie bei den noch zahlreicher vertretenen Obermayer aus Kriegshaber handelt es sich um Seitenzweige der alteingesessenen Ulmo-Familie aus Pfersee, deren charakteristische Gräber einen größeren Anteil des ältesten Teils des  Friedhofs belegen. Folglich vergrößert sich entsprechend auch die Anzahl der direkten Vorfahren des Botschafters auf dem Gräberfeld an Hooverstraße. Nicht anders verhielt es freilich beim Besuch in Hürben. Wie unser Führer Herr Herbert Auer erläuterte, sind die Familien Guggenheimer und Landauer – Töchter beider verheirateten sich mit Kriegshaber Untermayers – auf dem dortigen Friedhof dominierend, weshalb auch hier die über Generationen reichende Verwandtschaft umfangreich und beeindruckend ist. In Kriegshaber und Huerben besuchten wir noch die ehemaligen Wohnviertel und Häuser der Guggenheimer, Landauer und Untermayer, sowie die jeweiligen Überreste der früheren Synagogen. Peter und Naomi Rosenblatt zeigten sich sehr beeindruckt und fasziniert von der Vielzahl der Informationen, aber auch von der oft schlichten Schönheit der Landschaft und der in Hürben in gelungener Weise restaurierten ehemaligen Wohnhäuser.

photos (c) by jhva (Margit Hummel, Yehuda Shenef)


The Ehrlich Ariston at Huerben Krumbach

February 9, 2010

As a commentor Löwy pointed out a while ago on January 15, the remarkable device we have seen at the Heimatmuseum of Huerben Krumbach is an  Ariston reed organ, probably manufactured by Ehrlich in Leipzig, Germany.  Many thanks for the hint ..!

http://www.museum.krumbach.de/ (Mittelschwäbisches Heimatmuseum Huerben Krumbach)

Dem Hinweis von “löwy” vom 15. Januar 2010 verdanken wir die Information, dass es sich bei dem eindrucksvollen Gerät, welchs wir beim Besuch im Heimatmuseum in Hürben / Krumbach sahen um ein Ehrlich ARISTON (benannt nach dem Vater des griechischen Philosophen Platon …?)aus Leipzig handelt. Die deutsche Bezeichnung  des Geräts nennt sich u.a. Lochplatten-Spieldose, Organette, Drehorgel, Klangmaschinen, usw. Vom ARISTON wurden zwischen 1880 und 1910 rund eine halbe Million Exemplare hergestellt. Der Entwickler Paul Ehrlich ist nicht identisch mit dem gleichnamigen Chemiker, Serologen und Nobelpreisträger der Medizin von 1908, dessen Abbild es auf die kurzlebige 200-DM-Banknote schaffte.   

Technische und weiteführende Informationen dazu:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ariston_(mechanischer_Musikautomat)

http://klangmaschinen.ima.or.at/db/db.php?id=28&table=Object&lang=de (Musikprobe)

Eine weitere musikalische Kostprobe des Instruments mit Video gibt es bei youtube:

http://www.youtube.com/watch?v=VHCjLhwgYUk 

Das war bestimmt lustig zu Hause bei den Landauers im beschaulichen Huerben und man kann sich gut vorstellen, wie der jüdische Hausvater wütend an die Tür seines Sohnes klopfte, weil das selbe Musikstück bereits zum achten mal lief und man sich im Wohnzimmer nicht mit den Gästen unterhalten könnte. 🙂


Karte: Die Juden in Bayerisch-Schwaben

January 31, 2010

Orte mit nachmittelalterlicher jüdischer Geschichte im Bayerischen Schwaben, in Nordschwaben, der ehemaligen österreichischen Marktgrafschaft Burgau und im Medinat Schwaben.

Places in Bavarian Swabia, Northern Swabia, the former (Upper) Austrian Margravate of Burgau and Medinat Shwaben with postmedieval Jewish history.


Der vergessene jüdische Anteil an der Weber- und Textilgeschichte in Augsburg

November 15, 2009

Das Bayerische „Textil- und IndustrieMuseum“ (tim) in Augsburg (Kammgarnspinnerei, Provinostr. 46, 86143 Augsburg) sollte schon mehrfach öffnen. Zuletzt ist die Eröffnung im Sommer 2009 mit einer eigens herausgegebenen Broschüre* beworben worden, die allerdings auch Einblicke in die Architektur, Konzeption und Inhalte der Ausstellung ermöglicht.

textilmuseum augsburg eröffnung 2009

Mensch, Maschine, Mode

              … Masche ?

Einmal mehr ist uns dabei aufgefallen, dass man in Augsburg offenbar einen gewissen Bogen um jüdische Anteile an der allgemeinen Stadtgeschichte strickt. In diesem Fall ist es die Textilgeschichte. Nicht nur, dass die Präsentation der Fugger, die ihren ersten Stützpunkt im noch von Juden bewohnten mittelalterlichen Augsburg direkt am Judenberg hatten, in aller Regel „judenfrei“ geschieht, auch die industrielle Geschichte der Textilstadt Augsburg ist inzwischen verdrängt worden.  Daran scheint nun offenbar noch nicht einmal das Textilmuseum in Augsburg etwas ändern zu wollen, wenn man die Broschüre dafür zum Maßstab nimmt. Firmen wie die des aus Hürben stammenden M.S. Landauer (nach Arisierung und Krieg, später: Elbeo)  in Oberhausen, Kahn und Arnold am Sparrenlech, die Pferseer Buntweberei Raff und Söhne (ihr Markenname „Aura“ setzte sich aus Raff und Augsburg zusammen), Isak Bernheim, usw. tauchen noch nicht mal zwischen den Zeilen auf. Es ist so als hätte es sie nie gegeben. Das erstaunt, wo sonst immer gebetsmühlenartig die mantrische Formel „gegen das Vergessen“ rezitiert wird. Aber die scheint nur einen bestimmten Zeithorizont und Blickwinkel zu betreffen und Scheu vor Alltag und Arbeit zu haben.

Das Museum soll nun jüngsten Berichten im Januar 2010 öffnen oder vielleicht doch erst im Frühjahr?

Vielleicht klappt es den Machern ja bis dahin den keineswegs dunklen Beitrag der schwäbischen Juden zur Augsburger Textilgeschichte den man nicht verheimlichen muss, doch zumindest zu erwähnen.

Dajajenu. Das allein würde uns ja schon genügen.

* Das Bayerische Textil- und IndustrieMuseum (tim) in Augsburg (Broschüre)

Herausgegeben von Richard Loibl und Natascha Zödi,

2008, Wißner-Verlag, Augsburg, 48 S.

The Bavarian Museum for textile industries (“tim”) scheduled to open in Augsburg a number of times has issued a brochure to introduce the architecture and design of the building and to explain the exhibition, contents and history. So far there is nothing that will indicate that anything at the museum will at least give a hint that in Augsburg where a number of renowned Jewish companies with hundreds of employees such as the textile factory of Moses Samuel Landauer in Oberhausen what later became part of Augsburg. Also Jews from Pfersee like Isaak Bernheim, Albert and David Raff, Aaron Kahn, … are not even mentioned. Since the Museum still is not open there still is a chance to develop the presentation and close the gap. But hardly anyone will care.

 


Huerben Krumbach: Einblicke in Wohnen und Kultur der Juden in Schwaben

October 23, 2009

Heinrich Sinz Str. 3 - 5 - 86381 Krumbach

Heinrich Sinz Str. 3 - 5 - 86381 Krumbach

Einige Eindrücke, wie es sich in den alten Häusern der Huerbener Juden im 19. Jahrhundert leben ließ vermittelt das Mittelschwaebische Heimatmuseum in Krumbach, das seit 1950 in einem ehemaligen jüdsiche  Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Besonderes sehenswert sind dabei vorallem die Räume “zur bäuerlichen und bürgerlichen Wohnkultur” da diese am ehesten geeignet sind, uns heutigen Menschen eine Vorstellung über eine um 200 Jahre zurückliegende Zeit zu vermitteln.

fireplace with utensils

fireplace with utensils

bedroom, note the cross at the wall

bedroom, note the cross at the wall

19th century Swabian domestic living

19th century Swabian domestic living

washing facility for dwarves

washing facility for dwarves

atumn booth under gable roof

atumn booth under gable roof

The Museum of Middle-Swabian Local History (Mittelschwaebisches Heimat Museum)  in Krumbach placed in a former Huerben Jewish town house shows quite interesting exhibitions what convey some impression what housing and livelihood were like in early 19th century rural Bavarian Swabia.

so to say the rest-room

so to say the rest-room

Mittelschwaebisches Mueseum Krumbach

Thursday to Sunday 14 to 17 and by arrangement

Heinrich-Sinz-Str. 3 – 5

86181 Krumbach

Tel. 08282 – 3740  — Fax 08282 – 3730

www.museum.krumbach.de/index.php 

Another highlight certainly was this device we unfortunately had no time to ask for

sure it rocked the booth

sure it rocked the booth


The Synagogue Memorial of Huerben Krumbach

October 20, 2009

mehr als 400 Jahre Ortsgeschichte

mehr als 400 Jahre Ortsgeschichte

 

Juden in Huerben sind erstmals im Jahre 1433 erwähnt, sicher bezeugt sind sie am Ort um das Jahr 1504. Einige Jahre später, 1518 lassen sich einige der aus Donauwörth ausgewiesenen Menschen in Huerben nieder. 1580 sind acht Familien registriert, um 1600 waren es 12. Eine Synagoge ist erst 1675 urkundlich rekonstruierbar, was natürlich nicht heißen muss, dass die kleine, wachsende Gemeinschaft zuvor ohne Gebetsstätte auskam. 1710 und 1765 wurde diese Synagoge erweitert. 1819 entstand ein Neubau, der zuletzt im Jahre 1908 saniert wurde. Dreißig Jahre später wurde die Synagoge am 11. November überfallen und geplündert und hernach als „Heulager“ missbraucht. Nachdem das Gebäude 1939 in Brand geriet – sei es durch Brandstiftung oder wegen des Heus – brachen es die Ortsherren 1942 ab.

real remnants or replication ..?

real remnants or replication ..?

Heute erinnert in der Synagogenstr. in Krumbach – Huerben ein Denkmal an das ehemalige Gebäude. Neben einer Mauerecke und einem Gedenkstein zeichnet Markierung den auf die Verkehrsstraße hineinreichenden Grundriss der Synagoge nach.  

Huerben Synagogue Memorial

Huerben Synagogue Memorial

 

Gedenkstein für die ehemalige Synagoge Hürben

Gedenkstein für die ehemalige Synagoge Hürben

 

Jews in Huerben are first mentioned in 1433, permanently at least since 1504. Some years later, in 1518, some of the people expelled from Donauwoerth settled in Huerben. In 1580 eight families are registered, in 1600 it was a dozen.

 

A synagogue is documentary not before 1675. Of course is does not necessarily mean that the small, growing community previously had no place of worship. In 1710 and 1765 this synagogue was expanded. In 1819 a new building was created, which was last renovated in 1908. Thirty years later, the synagogue was attacked on 11 November and looted, and afterward abused as “hay shed”. After a fire in 1939 – either caused by arson or because of the hay – the building was demolished the following year but never reconstructed.

"Hier stand von 1675 - 1939 die Synagoge der Jsraelitischen Kultusgemeinde zu Hürben"

"Hier stand von 1675 - 1939 die Synagoge der Jsraelitischen Kultusgemeinde zu Hürben"

 

Today in the Synagogenstr. of Krumbach – Huerben a memorial commemorates the former building. In addition to a wall corner, dedications an inset memorial marker traces the ground plan of the former synagogue …

possible variations of pork fillet

possible variations of pork fillet