Orkanschäden am jüdischen Friedhof Kriegshaber

June 24, 2013

Sturmschäden Juni 2013 Augsburg Kriegshaber jüdischer FriedhofDer Orkan, der am letzten Donnerstag gegen 18 Uhr abend in der Region wütete und zahlreiche massive verursachte, machte auch vor dem alten jüdischen Friedhof nicht halt. Bäume wurden entwurzelt und unzählige Äste abgebrochen. Ein Grabstein aus dem Jahr 1880 wurde umgestoßen und durch einen umstürzenden Baum in drei Teile zerschlagen.

Orkanschaden jüdischer Friedhof Kriegshaber Juni 2013

In den letzten Jahren stürzten bereits eine Reihe von maroden Bäumen bei Stürmen im Gelände um. Und auch diesesmal hatten Anwohner und Passanten wieder Glück, dass keiner der Bäum nach außen stürzte und Autos oder gar Personen beschädigte. Wie wir aber bereits seit Jahren immer betonen, besteht die potentielle Gefahr  jedoch weiterhin und wie sich abermal bewiesen hat, ist sie realistisch und im Fall des Falles von roher Gewalt. Die logische Konsequenz sollte lauten, die Gefahrenquelle “maroder Baum” zu beseitigen, doch setzt dies eine handelsübliche Portion Vernunft voraus. Eine nochmalige Warnung war es ohne Zweifel.

Augsburg Kriegshaber Friedhof Sturm Bäume  Sturmschaden jüdsicher Friedhof Kriegshaber


Hebräische Grabsteine im Rabbi Meir Garten von Rothenburg ob der Tauber

August 19, 2010

In dem dem Maharam Rabbi Meir bar Baruch gewidmeten Gärtchen beim Tanzhaus am Weißen Tor in Rothenburg sind in die Mauer neun hebräische Grabsteine (Repliken?) der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde von Rothenburg ob der Tauber eingelassen, die sich auf Gräber am früheren Judenkirchhof am Schrannenplatz beziehen, der heute von einem Parkplatz überbaut ist.

In the small garden at the former Jewish Dance House at the White Tower in the old city of Rothenburg ob der Tauber, dedicated to the Maharam Rabbi Meir bar Baruch, there are remnants (or replicas) of nine grave markers with Hebrew inscriptions belonging to the Jews of the medieval Imperial City of Rothenburg who were buried at the Judenkirchhof (Jewish cemetery) on Schrannenplatz, which now is overbuilt by a parking lot and bus station.  

Die ausgestellten Grabstein-Inschriften sind im üblichen bescheidenen und schlichten jüdischen Stil des Mittelalters und weisen die üblichen Segensformeln für die Ruhe oder das Einbinden im Garten Eden auf und stammen sämtlich aus dem Beginn des fünften Jahrtausends (5079 – 5160) , bzw. 14. Jhd. (1319 – 1384). Gut die Hälfte der Inschriften beziehen sich auf Männer, einige auf Jugendliche, eine auf eine alte Frau. Zwei der Bestatteten werden als Rabbi bezeichnet, die Mehrzahl der anderen als Söhne oder Töchter eines solchen.

The exposed head stones are in the typical modest and sober diction of medieval Judaism and have the usual blessings for the rest or the reception in the garden of Eden. All are from the beginning of the 6th Jewish millennium (14th century) and span from 5079 – 5144 (i.e. 1319 – 1384). Just the half of the mentioned deceased were men, some juveniles and one elderly woman. Two of the decedents are marked as rabbis, the majority of the others are sons or daughters of one. Only one person is named after her mother instead of the father, what is the common formula.

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Hebrew head stone

פה נקבר

הנער יהודה בר

משה ד באדר

יום ב שנת פה

לפ’ תיצרר נפשו

בגן עדן א א א

סלה

Hier ist begraben der Junge Jehuda bar Mosche, 4 Adar, Tag 2 , Jahr 85 nach der Zählung, seine Seele sei eingebunden im Garten Eden, amen-amen-amen sela

Here is buried the boy Yehuda bar Moshe, 4th of Adar, day 2, year 85 acc. to the common counting, his soul may be bound up in the garden of Eden, amen-amen-amen sela

(The date of Adar 4 in 5085 correspondents with Monday 26th of February 1325)

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medieval Hebrew headstone inscription 1379

פה נקבר מ בילא

בת ר יצחק הלוי

ח תמוז יום ה קלט

לפ תנוח נפ בגן עד

א א א

סלה

Hier ist begraben F(rau) Bela Tochter R Jitzchak HaLevi, 8 Tamus, Tag 5, (Jahr) 139 n Z, ihre See(le) ruhe im Garten Ed(en), a(men)-a(men)-a(men) sela

Here is buried Miss Bela daughter of Rabbi Isaac HaLevi, 8 of Tamus, day 5, year 139, her soul may rest in the garden of Eden, amen amen amen sela

(The verbs in the inscription are masculine, while it is doubtless dedicated to a woman. Das Datum 8. Tamuz 5139 entspricht Donnerstag 1. Juli 1379)

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Hebräischer Grabstein pierre tombale en hébreu

פה

נקברה מר

בתשבע בת ר

אברהם ג בטבת

יום ג שנת פו לפ

תנוח נפשה בגן

עדן א א א

סלה

Hier ist begraben Fr(au) Batschewa Tochter von R Abraham, 3 Tewet, Tag 3, Jahr 86 nZ, ihre Seele ruhe im Garten Eden a-a-a- sela

Here is buried lady Batsheva daughter of Rabbi Abraham, 3 Tevet, day 3, year 86, her soul may rest in the garden of Eden, amen amen amen sela

( 3. Tevet 5086 = Tuesday 18 December 1325)

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פה נקברה

מרת אסתר בת

אומנו שרה ו טבת יום

ג קמה לפר תנוחה

נפשה בגן עדן אמן

א א סלה

Hier ist begraben Frau Ester Tochter unserer Mutter Sara, 6 Tewet, Tag 3, (Jahr) 145 nZ, ihre Seele ruhe im Garten Eden, amen a(men) a(men) sela

Here is buried lady Ester daughter of our mother Sara, 6th of Tevet, day 3, (in the year) 145, her soul may rest in the garden of Eden, amen amen amen sela

(1384)

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האבן הזאת לראש ר

יוסף בר אלעזר הנקב

ו תמוז יום ב קמד לפ

תנוח נפשו בג עדן

א א א

סלה

Der Stein hier ist zum Haupt von R. Josef Sohn des Eleasar der begrab(en ist), 6 Tamus, Tag 2, (im Jahr) 144 nZ, seine Seele ruhe im Garten Eden, a a a sela

This stone here is (set up) at the head of rabbi Yosef son of Elazar, who is buried (here) on 6th of Tamus, day 2, in the year 144, may his soul rest in the garden of Eden, amen amen amen sela

(6 Tammuz 5144 = Monday, 5 July 1384)

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פה נקברה הזקינ

מ אסתר בת ר

דוד כד שבט

יום ד צג לפ תוצ

נפשה בגן עדן

א א א סלה

Hier ist begraben die Alt(e) F(rau) Ester Tochter R David, 24 schwat, Tag 4, 93 n Z, gebu(nden) sei ihre Seele im Garten Eden, a a a sela

Here is buried the old Mrs. Ester daughter of Rabbi David, 24th of Shvat, day 4, (in the year) 93, may her soul be bound in the garden of Eden, amen amen amen sela

(The inscription omits the last letter of sakena. The date of 24 Shvat 5093 is Wednesday 18th of February 1333)

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עד הגל הזה

ועדה המצבה

לראש ר יהוא בן

ה ק ר יעקב הכהן

הנקבר ו בשבט

יום ה שנת עט לפ

תיצרר נפשו בגן

עדן  א א א  סלה

*der Pfahl bezeuge und der Grabsteine bezeuge* zum Haupt von R Jehu(d)a Sohn von R Yakow haKohen K, begraben 6 schwat, Tag 5, Jahr 79 nZ, seine Seele sei eingebunden im Garten Eden, a a a sela

*the pile certify and the headstone certify* at the head of Rabbi Yehuda son of Rabbi Yakov Kohen Kalonymos, buried 6th of Shvat, day 5, year 79, may his soul be bound up in the garden of Eden, amen amen amen sela

(The initial lines quote Sefer Breshit = Genesis 31.52. The date of 6 Shvat 5079 = Thursday 5th of January 1319)

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children of rabbi yehuda halevi rothenburg

פה נקבר הנעשלמה ב ר יהוד

הלוי ב א אלול

יום א קלט ל

תנוח נפשו

בג ע  א  א  א

ס

פה נקברההנערה מעטו

ב ר יהוד הלוי

יו ה יג כסליו

ואחות שונלע

כט תשרי ביום

ה קב לתנבע

א  א  א

ס

Hier ist begraben der Jun(ge) Schlomo Sohn des R Yehud(a) HaLevi, am 1 Elul, Tag 1, 139 n(Z), seine Seele ruhe im G(arten) E(den), a a a sHere rests the boy Shlomo son of Rabbi Yehuda HaLevi, 1fst of Elul, day 1 in the year 139, may his soul rest in the garden of Eden, amen amen amen sela Hier ruht das Mädchen Meto, Tochter R Jehuda HaLevi, Ta(g) 5, 13 Kislev, und ihre Schwester Schonle, 29 Tischri, am Tag 5, (Jahr) 102, amen amen amen selaHere rests the girl Meto, daughter of Rabbi Yehuda HaLevi, day 5, 13th of Kislev, and her sister Shonle, 29th of Tishri, on day 5, in the year 102

(The inscriptions mention 3 children of Rabbi Yehuda HaLevi: the daughters Meto and Shonle and the son Shlomo = Salomon, 5102 = 1341, 5139 = 1379)

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Only few of the named personalities can be identified so far, some of them have relations to the medieval Jewry of Augsburg where a number of Jews from Rothenburg lived and married, among them Baruch from Rothenburg another rabbi of Augsburg.


Lesen hebräischer Grabsteine – wie geht das?

February 24, 2010

fragment Ichenhausen cemetery friedhofFragment: Ichenhausen

Oft werden wir bei Führungen auf Friedhöfen nach den noch (!) erhaltenen Inschriften gefragt. Dem Interesse für die hebräischen Grabsteine steht jedoch meist die Unkenntnis hebräischer Schrift und Sprachkenntnis entgegen. Die Hemmschwelle, zumindest etwas Hebräisch selbst zu lernen, ist in aller Regel erstaunlich hoch. Dabei ist es auch für Neulernende nicht zu schwer eine größere Zahl der Inschriften leicht zu lesen, da die meisten Grabsteine häufig wiederkehrende Formeln, Ausdrücke oder Abkürzungen gebrauchen. Wir wollen die Hemmung bei allen Interessierten etwas senken und mit dieser kurzen Übersicht mit einigen gängigen Wendungen und Abkürzungen mit der hebräischen Aussprache (diese ist der deutschen recht ähnlich, außer ch stark gesprochen wird wie im dt. Wort Bach und Vokale wie etwa o dumpf lauten wie in Koch und nicht wie in Bochum, etc.) und deutscher Übersetzung etwas reduzieren und einen Anreiz bieten, mehr zu fragen und zu wagen. Vielleicht bei der nächsten Führung ..?

Jüdischer Grabstein Hochfeld Friedhof Augsburg Jewish Cemetery 2007

Das übliche Grundgerüst einer Grabsteininschrift, um das herum bei Bedarf andere Aussagen über den Toten formuliert werden, wäre etwa dieses:

Hier ruht (abgekürzt als  פ”ט oder  פ”נ )

A. Sohn des B. aus D. gestorben am Wochentag (1-6 oder Schabbat), dem Tag-Monat-Jahr meist mit dem Zusatz  לפק = nach „kleiner Zählung“ (d.h. unter Weglassung des Jahrtausends, respektvoll üblich geworden, da das Zeichen für die Zahl 5, bzw. vorangestellt für 5.000 zugleich auch eine häufige Abkürzung für haschem (der-Name), also für Gott ist.

Und zum Abschluss die geläufige Formel  תנצב”ה :  „seine (ihre) Seele sei eingebunden im Bund des Lebens“, eine Segensformel gemäß dem ersten Buch Schmuel = 1. Samuel 25.29.

Fragment Jüdischer Friedhof Kriegshaber 2009 Jewish CemeteryFragment vom jüdischen Friedhof Kriegshaber/ Pfersee, 2009 noch erhalten

Daten, also Tages- und Jahreszahlen werden mit den 22 hebräischen Buchstaben ausgedrückt. Die ersten neun Buchstaben des Alefbet sind die Ziffern 1-9, die folgenden neun Buchstaben sind die Zehnerzahlen 10, 20, … bis 90. Die restlichen 4 Buchstaben stellen die Zahlen 100, 200, 300 und 400 dar. Nächsthöhere Zahlenwerte werden zusammengesetzt, d.h. 500 ergibt sich sodann aus den Zeichen 400+100. Eine weitere Besonderheit sind die Zahlen 15 und 16 die nicht als 10+5 oder 10+6 dargestellt werden, da auch dies wieder an Bestandteile des Gottesnamens erinnert, sondern als 9+6 und 9+7. Da dies nicht nur unpraktisch erscheint, sondern tatsächlich auch ist, verwendet man dieses Zahlensystem natürlich wie im Lateinischen (LXX, MMDCXII, etc.) nur für Inschriften, Seitenzahlen oder Datumsangaben und nicht für Mathematik, um den Lernenden nicht den letzten Nerv zu rauben.

Abkürzungen, häufige Begriffe
Vater aw אב
Richter am Bet Din aw bet din אב”ד
Richter am bet din der heiligen Gemeinde aw bet din kehila kedoscha אבדק”ק
Richter am bet din der Gemeinde aw bet din kehila(t) אבדק
der Herr, Lehrer und Rabbi adoni, mori e-rabi אדמו”ר
Das Heilige Land (Israel) eretz-ha-kodesch אה”ק
Bruder ach אח
Schwester achot אחות
Mann isch איש
Mutter em אם
Das Heilige Land (Israel) eretz-ha-kodesch ארצה”ק
Frau eschet אשת
 
Jüdisches Gemeindegericht bet din ב”ד
Mit Gottes Hilfe be-esrat ha‘schem ב”הבע”ה
Junggeselle bachor בחור
Sohn des frommen Rabbis ben ha-chasid rav בהח”ר
Sohn des Rabbiners ben ha rav בהר
In dieser Zeit Be‘sman ha-se בזה”ז
Sohn des verehrten Lehrers und Rabbiners, Rabbi … ben kevod mori ha-rav rabi בכמהר”ר
In der heiligen Stadt (Jerusalem) be-ir ha-kodesch בעה”ק
Ehemann baal בעל
Sohn (aramäisch) bar בר
Sohn / Tochter des Rabbiners ben rav ב”ר
Tochter bat בת
Jungfrau betula בתולה
 
Garten Eden gan eden ג”ע
 
Onkel dod דוד
Gerechter Richter und Lehrer dajan ve more tzedek דומ”צ
Gerechter Richter dajan tzedek ד”צ
 
Gott (der Name) ha-schem ה
Der Weise ha-gaon הג
 Ende des Laubhütten-Fest hoschana raba הו”ר
Der Fromme ha-chesid הח
der liebe, teuere  ha-jakar היקר
die liebe, teuere  ha-jekra היקרה
der Kohen ha-kohen הכהן
der Levi ha-levi הלוי
Die kommende Welt ha olam ha ba העוה”ב
Die gegenwärtige Welt ha olam ha-se העוה”ז
Der Rabbiner ha-rav הר’
Der Rabbiner, Rabbi ha rav rabi הר’ר
Der Schächter und Prüfer ha schochet u-vodek השו”ב
Seligen Angedenkens sichrona liwracha ז”ל
secher tzadik liwracha זצ”ל
der/die Alte saken, sekena   זקנה / זקן
 
 Halbfeiertag an dem gearbeitet werden darf (Pessach, Suckot) Chol ha-mo‘ed חוה”מ
Monat chodesch חדש
 
„guter Tag“, Feiertag erwähnt in der Thora jom tow יו”ט
Tag der Verständigung jom kipur יו”כ
Kind jeled ילד
 
 geehrter Herr Rabbiner kevod ha-raw rabi כהר”ר
 
Der gesalbte König melech ha-meshiach מה”מ
Ende des Schabbat motzi ha-schabat מוצה”ש
aus der Heiligen Gemeinde mi-kehilat kodesch מק”ק
Frau, Ehefrau marat מרת
 
nischmato began eden menuchato נבג”מ
geboren nolad, nolda נולד -ה
Begraben im Haus der Welt niftar lewet olamo נלב”ע
gestorben niftar (a) נפטר -ה
 
Gutes Zeichen siman tow ס”ט
Heilige BücherSchreiber für Bücher, Tfilin und Mesusot sefer (sifre) ha-kodeschsofer stam ספה”קסופר סת”מ
Bücher, Sfarim, tfilin, mesusot סת”מ
 
Frieden auf ihm / ihr Olav ha-schalom עה”ש
Nach der Heiligen Thora al torat ha’kodesch עטה”ק
Neben … al jad ע”י
Abend (Beginn) des Neujahrsfest erew rosch-ha-schana ערה”ש
Abend (Beginn) des Neumondfest erew rosch chodesch ער”ח
Abend (Beginn) des Schabbat erew schabat ער”ש
hier ist begraben po tamun פ”ט
hier liegt, ruht, ist begraben po nikbar, po nitman פ”נ
Frankfurt am Main frankfurt de-main פפד”מ
 
Heilige Gemeinde (Hebräisch / Aramäisch) kahal kadosch, kehila kedosha ק”ק
 
Vorsitzender des Bet Din rosch aw bet din ראב”ד
Neujahrsfest rosch ha schana רה”ש
Neumond rosch chodesch ר”ח
 
Schächter und Prüfer schochet u‘wodek שו”ב
Fragen und Antworten sche‘elot u‘tschuwot שו”ת
„dem sein sollen lange und gute Tage, amen“(Segensformel für Lebende) schlita = sche-jechije le-orech jamim tovim, amen שליט”א
Jahr schana שנה
„begraben im Haus der Welt“ sche niftar le-wet olamo שנלב”ע
 
Heilige Thora tora ha-kedoscha תוה”ק
„seine (ihre) Seele sei eingebunden im Bund des Lebens“ (Segensformel gemäß 1. Samuel 25.29) tehi nischmato (nafscho) tserura bi-tseror ha-chajim תנצב”ה
Talmud-Thora talmud-tora ת”ת
 
 
 
Tages- und Jahreszahlen  
1   א
2   ב
3   ג
4   ד
5   ה
6   ו
7   ז
8   ח
9   ט
10   י
11   יא
12   יב
13   יג
14   יד
15 (9+6)   טו
16 (9+7)   טז
17    יז
18   יח
19   יט
20   כ
21   כא
22   כב
 
30   ל
40   מ
50   נ
60   ס
70   ע
80   פ
90   צ
100   ק
 
154   קנד
 
200   ר
 
300   ש
 
400   ת
500 (400+100)   תק
 
591   תקצא
 
600   תר
 
700   תש
 
800   תת
 
900   תתק
 
924   תתקכד
 
5555   ה”תקנה
 
 
 Monate  
 
tischri תשרי
(mar)cheschvan חשון, מרחשון
Kis‘lev כסלו
tewet טבת
schwat שבט
Adar 1 אדר א
Adar 2 אדר ב
nisan ניסן
ijar אייר
sivan סיון
tamus תמוז
aw אב
elul אלול
 
 Häufige Vornamen  
 
Abraham awraham אברהם
David   דוד
Rebekka rivka רבקה
Daniel   דניאל
Moses mosche משה
Isaak jitz-chak יצחק
Josef   יוסף
Salomon schlomo שלמה
Ber, Bär ber בער
Se‘ev se‘ev זאב
Chaim   חיים
Leah le‘a לאה
Chana, Hanna, Anna chana חנה
Rachel   רחל
Simon schimon שמעון
Nathan natan נתן
Mordechai מרדכי

How to read Hebrew grave marker inscriptions ..?


Weiterer alter Grabstein am Kriegshaber Friedhof beschädigt

April 2, 2009

Es war ein harter und langer Winter mit langen Perioden von Frost, mit Eis und Schnee, heftigen Stürmen, abwechselnden Perioden von Frost und Abtauen, Wind und Regen … die mag dazu beitragen, dass sich die Geschwindigkeit des Verfalls am Kriegshaber Friedhof offenbar erhöht. Eine Folge davon sind auch zahlreiche herabstürzende Äste vieler maroder Bäume überall auf dem Gelände.

Leider kein Aprilscherz, aber am gesterigen 1. April (dem vielleicht ersten echten Frühlingstag in Augsburg im Jahre 2009) fanden sich neben neuen Müllansammlungen erneut abgebröckelte Inschriftfragmente alter barocker Grabsteine am Kriegshaber Friedhof.

Einer davon gehört zum Ruheplatz der Frau Lea Fradel, Tochter des Hirsch Berolzheim (בערלצים) die mit Aharon ben Ruwen Sagal (also einem Levi) verheiratet war und 26. Cheschwan (5)525 verstarb, was dem Mittwoch, 21. November 1764 entspricht.

Vor zwei Jahren sah ihr Grabstein noch so aus:

Grastein der Lea Fradel Tochter von Hirsch Berolzheim und Frau von Aharon Sagal in Kriegshaber im Jahr 2007

Grabstein der Lea Fradel Tochter von Hirsch Berolzheim und Frau von Aharon Sagal in Kriegshaber im Jahr 2007

Nun sind weitere Teile der Inschrift abgefallen und zwar offensichtlich durch einen herabfallen Ast:
baroque grave marker of Lea Fradel damaged by branch end of march 2009

baroque grave marker of Lea Fradel damaged by branch end of march 2009

 Man benötigt keine prophetische Gabe um zu ahnen, dass in absehbarer Zeit auch von diesem Stein keine Inschrift mehr erhalten sein wird.

 noch zuortbares Bruchstück des Grabsteins

noch zuortbares Bruchstück des Grabsteins

 

Once again we found over 240 years baroque stones further damaged. This of course involved new photos, sketches, accurate depictions and so on … The winter this season was long and hard with lots of freezing days, wind, rain, storms, a constant change of icing and defrosting, so the old stones of course are badly affected and the speed of destruction therefore increases. And “of course” there is some vandalism as well as footballs, lots of garbage and branches of rotten trees.

This time a branch hit the grave marker of Lea Fradel, the daughter of Hirsch Berolzheim(er?)and wife of the Levi Aharon ben Ruven Sagal, who died in 1764.

In the forseeable future probably nothing legible will remain from the memory stone of Lea Fradel.

But who cares about ..?


Destruction at Kriegshaber Jewish Cemetery continues

March 29, 2009

The destruction at the abandoned Jewish Cemetery of Augsburgs north-western district Kriegshaber still goes on since there still are no effective protective measures (such as a barb wire) to prevent it. Close to the grave stone was a football and it is likely the reason why the inscription broke away now after 240 years from the freestone.

This time we took notice of a broken off piece of the inscription of the memorial plate of Fradel Sara, the wife of the Kazin Moshe Kris’hawer, who died on 21th of September in 1769. The broken away inscription – it mentions the Hebrew day of death (19th of Elul 529) now is secured in the house among several other fragments where it looks forward to an uncertain future.

broken off inscription

broken off inscription

 

secured fragment mentioning the day of death

secured fragment mentioning the day of death

Die Zerstörung am verwaisten jüdischen Friedhof in Augsburgs nord-westlichen Stadtteil Kriegshaber schreitet voran, da es nach wie vor keine wirksamen Maßnahmen (wie etwa einen Stacheldraht) gibt, um dies zu verhindern. Neben dem Grabstein lag ein Fußball und es ist wahrscheinlich, dass es damit zu tun hat, dass die Inschrift nach 240 Jahren vom Sandstein abbrach.
Dieses mal bemerkten wir ein abgebrochenes Stück der Inschrift vom Grabmal der Fradel Sarah der Ehefrau des Kazin (Gemeindeobersten) Mosche Krishawer, die am 21. September 1769 verstarb. Das nun abgebroche Stück – es nennt das hebräische Todesdatum, den 19. Elul (5)529 – ist nun im Haus gelagert und gesichert und sieht dort unter einer Anzahl anderer Fragmente einer eher ungewissen Zukunft entgegen.