Simon ben Sanwil Ulmo (1645-1720)

February 6, 2015

Yehuda Shenef as Simon ben Sanwil Ulmo of Pfersee Augsburg 1645 - 1720

yehuda shenef as simon sanwil ulmo of pfersee

 

Rabbi Simon ben Sanwil Ulmo (1645-1720) was head of the renowned Jewish community of Pfersee and owner of the not less famous Talmudic script, which by experts is regarded as oldest surviving almost complete handwriting of the Talmud Babli, later known as “Pferseer Handschrift”,  lost in 1803 when Simons offspring Ber Ulmo (1751-1837) was in prison under false allegations, and at least from 1880s is in possession of the Bavarian State library (BSB) in Munich.

Rabbi Simon Ulmo lived in Pfersee next to the synagogue and was court agent of Austrian as well as Bavarian rulers and head of the Swabian Jewry “Medinat Schwaben”. He also was author of a small Hebrew book on human traits, such as desire (תשוקה), fixation (הקבוע) or vanity (הגנדרנות), which we currently translate in modern German and what likely will be released this summer. He is buried at the Jewish cemetery of Kriegshaber/Pfersee in the north-western part of Augsburg, which from 1945 until 1998 was surrounded by US army housing facilities (Centerville, Cramerton).

To honor R. Simon Ulmo already we captured the costume which he was wearing as court agent in Vienna which is in late baroque style (about 1690).  The costume was manufactured by master tailor Margit Hummel, Friedberg.

Simon ben Sanwil Ulmo Pfersee 1645 - 1720 Yehuda Shenef

יהודה שנף לבוש כהרב שמעון בן זאנוול אולמא מפערשי ליד אוגסבורג

הבארוק מאוחר
רב שמעון אולמא היה ראש היהדים במדינת שוואבען

בביתו בפערשי היה הכתב יד המפורסם של התלמוד בבלי שהיום במינכן

רב שמעון אולמא כתב ספר קטן ששת פרקי על תכונות אנושיות

זאנוול = שמואל


Trachten Frühling Friedberg

May 13, 2014

Trachten Frühling Friedberg Hummelcourtesy of: http://trachtenschneider.wordpress.com/


Juden im mittelalterliche Friedberg / Bayern

June 17, 2011

Offenbar nur wenigen ist bekannt, dass das bayerische, seit einigen Jahrzehnten auch schwäbische Friedberg eine jüdische Geschichte hatte, die etwa in die Zeit zurückreicht als der Ort erstmals im Jahre 1264 urkundlich erwähnt wurde. Darin handelt es sich um die Absicht, eine Fridberch genannte Burg zu errichten und zwar als bayerischer Grenzposten gegenüber den Augsburgern und Österreichern auf der anderen Seite des Lechs. Die Gründung wird dem 1252 geborenen letzten Staufer Konradin zugeschrieben, der 1268 im Alter von nur sechzehn Jahren in Neapel öffentlich geköpft wurde. Zuvor freilich war er Herzog von Schwaben und seit seinem zweiten Lebensjahr sogar auch „König von Jerusalem“. Im Alter von 14 Jahren wurde er mit Sofie der nur achtjährigen Tochter des Landsberger Markgrafen Dietrich, der nur zehn Jahre älter war als Konradin. Andere Zeiten …

Schon bald als südlich der Burg eine kleine Siedlung entsteht finden sich auch jüdische Bewohner am Ort, die vermutlich zum Anhang der Staufer gehörten. Notiert sind sie freilich auf der anderen Seite des Lechs. Im August 1298 findet sich unter den Augsburger Juden die sich im Namen der Gemeinde gegenüber den Ratsherren der Stadt verpflichten, aus eigenen Mitteln einen etwa vierhundert Meter umfassenden Abschnitt der nordwestlichen Stadtmauer zu bauen, auch Choewelin von Frideberch, das wir wohl auf das bayerische Friedberg in der Nachbarschaft zu Augsburg deuten können, obwohl der gleichnamige Ort in Hessen ebenfalls eine Gründung der Staufer und etwas älter ist. Chawa (=Eva) ist eine von zwei Frauen unter den Unterzeichnern und wahrscheinlich die Witwe eines Friedberger Juden. Der Umstand, dass Friedberg als Herkunftsbezeichnung in der Augsburger Urkunde erwähnt ist, belegt, dass es einen vorherigen festen Ortsbezug gegeben hat. Ein zweiter namentlich bekannter Jude ist der erstmals 1355, dann aber mehrfach als Augsburger Steuerzahler und Hausbesitzer bis 1377 notierte Samuel von Friedberg, der sich auch als Sanwil, Sanfel, etc. findet und als Arzt und Fleischhäkel der Augsburger Judengemeinde bezeichnet wird. Letzteres verpflichtete ihn gemäß dem Augsburger Stadtrecht von 1276 auch zum Tragen des Judenhut, welcher ihn als offiziellen Repräsentanten der Augsburger Juden kennzeichnete. Mit ihm weilten sicher auch weitere Verwandte und Bedienstete die wohl auch aus dem knapp sieben Kilometer entfernten Friedberg gekommen waren. Einzelne Notizen könnten auf Söhne von ihm deuten, jedoch ist dies angesichts mehrerer zeitgleicher Samuels nicht sicher. Als Arzt hatte er wohl nicht nur in Friedberg, sondern gewiss auch in Augsburg eine herausgehobene Stellung, als Fleischhäckel oder –hacker (hebräisch: menachér) war er nicht für die Schächtung zuständig, sondern zerteilte das geschlachtete Tier. Vielleicht qualifizierte ihn dies als eine Art Chirurg – heute wären wir da wohl vielleicht etwas skeptischer.

Überraschender Weise finden sich in der Zeit nach 1440, als es keine jüdische Gemeinde mehr in der Reichsstadt Augsburg gab weitere Notizen über Friedberger Juden:

Im Jahr 1455 wird Moses der Schwiegersohn des Gerstl, nun als Bürger von Friedberg bezeichnet in einer Augsburger Urkunde erwähnt, da der christliche Augsburger Konstantin Breyschuh bei ihm 200 rheinische Gulden geliehen hat. Drei Jahre später, im Juli 1458 erwähnt eine weitere Urkunde Jakob von Friedberg, da dieser den christlichen Friedberger Hans Huber beauftragt für Geld einzutreiben, dass der Augsburger Christof Zwingensteiner ihm schuldet.

Weitere Belege existieren wahrscheinlich nicht, doch kann man daraus schließen, dass in den ersten beiden Jahrhunderten der Geschichte Friedbergs wohl kontinuierlich Juden am Ort lebten, als Arzt oder Pfandleiher für durchaus stattliche Summen, oder aber dass nach der Abwanderung der Juden aus Augsburg zumindest einige von ihnen auch ins benachbarte bayerische Friedberg gingen.

Im heutigen Friedberg, das mit zahlreichen Eingemeindungen knapp 30.000 Einwohner hat erinnert freilich auch sonst wenig an die mittelalterliche Frühzeit, da der Ort in der Folgezeit mehrfach zerstört wurde (allein zweimal von den Schweden während des Dreißigjährigen Krieges). Angesichts dieser mitunter vollständigen Verwüstungen ist es kaum zu bestimmen, wo in etwa jüdische Friedberger gewohnt haben mochten. Sehr wahrscheinlich wird es keine „Synagoge“ gegeben haben, doch einige Häuser mit Betsaal und sicher auch wenigstens eine Mikwe können wir getrost als gesundes Minimum voraussetzen. Aus dieser Zeit sind nur einige Reste der Burg und der (freilich rekonstruierten) Stadtmauer am alten Wasserturm sind erhalten, ansonsten gilt das Rathaus aus dem Jahre 1674 als ältestes Gebäude der Stadt.

Little is known about Jews in Friedberg near the Bavarian shore of River Lech near Augsburg. However shortly after the establishment of a Staufer castle bordering Augsburg and Austrian Swabia Augsburg records mention Jews from the bavarian Friedberg which developed as settlement near the stronghold, for instance Sanwil of Friedberg who almost a quarter of a century is noted in Augsburger taxpayer records as doctor of the Jewish community as well as butcher (those were the days …). Also after the expulsion of jews from Augsburg in 1440 there are some Jews who lend money to Augsburg citizen and sent Christians from Friedberg for debt collecting. However since the small town was destroyed several times (two times alone during the 30 Years War) there of course is nothing left frpm previsous times.


Die Herkunft der mittelalterlichen Augsburger Juden

August 30, 2010

Über die Bedeutung der jüdischen Gemeinde im mittelalterlichen Augsburg geben nicht zuletzt auch die Orte ab, aus denen Juden in die Reichsstadt zogen. Auch die städtischen Steuerlisten ab dem 14. Jahrhundert geben darüber Zeugnis, dass nicht nur Juden aus den benachbarten Regionen, sondern auch aus fernerliegenden bekannten Zentren jüdischer Gelehrsamkeit nach Augsburg kamen, um mittels Heirat, als Rabbiner oder als Schüler Bestandteil der schwäbischen Gemeinde zu werden.

Im Einzugsgebiet werden dabei Orte genannt, die heute nicht unbedingt immer auf Anhieb mit mittelalterlichen jüdischen Gemeinden in Verbindung gebracht werden: Dinkelsbühl, Nördlingen, Oettingen, Pappenheim, Regensburg, Harburg, Donauwörth, Neuburg, Ingolstadt, Lauingen, Dillingen, Höchstädt, Wertingen, Schrobenhausen, Aichach, Freising, München, Friedberg, Zusmarshausen, Burgau, Ulm, Biberach, Mindelheim, Memmingen, Landsberg und Mühldorf am Inn.

Aber auch aus Orten und Städten in größerer Entfernung kamen Juden nach Augsburg: Köln, Mainz, Worms, Speyer, Straßburg und das benachbarte elsässische Bischoffsheim, Rothenburg ob der Tauber, Zürich, Nürnberg und das kärntische Millstatt (Muelrestat) .

Freilich ist es nicht im sicher, einzelne Orte sicher zu identifizieren. Beispielsweise gibt es nicht weniger als drei schwäbische Orte mit dem Namen Biberach, einige Neuburgs und da die meisten Schreibweisen noch variabel waren könnte ein Rothenburg auch als Rottenburg gelesen werden und der Ort Werd, den wir nicht zu Unrecht wir als Werd an der Donau deuten, sprich als Donauwörth, könnte aber auch der heute noch so heißende kleine Ort Wörth sein, gleichfalls an der Donau, unweit von Regensburg, aber, da Angaben zum Fluss fehlen vielleicht auch Wörth an der Isar, Wörth am Rhein, Wörth am Main und warum nicht auch Wörth an der Sauer im Elsaß ..? Sicher behaupten lässt sich das ebenso wenig wie die Annahme alle genannten Juden -insofern keine Verwandtschaft plausibel ist – kämen aus einem einzigen Werd.

The origin of the medieval Jews of Augsburg

The significance of the Jewish community in medieval Augsburg, also is explained by the places from which Jews moved to the Imperial City. Also the municipal tax records from 14 Century on provide evidence that Jews not only from the neighboring regions but also from more distant known centers of Jewish scholarship moved to Augsburg to get member of the Swabian Jewish community by marriage as a rabbi or student.

In the catchment area of the Imperial City there are many places, which today are not necessarily always instantly connect to the medieval Jewish communitiest: Dinkelsbuehl, Noerdlingen, Oettingen, Pappenheim, Regensburg (Ratisbon), Harburg, Donauwoerth, Neuburg, Ingolstadt, Lauingen, Dillingen, Hoechstaedt, Wertingen, Schrobenhausen , Aichach, Freising, Munich, Friedberg, Zusmarshausen, Burgau, Ulm, Biberach, Mindelheim, Memmingen, Landsberg and Muehldorf am Inn.

However, even from in towns and cities further away Jews came to Augsburg: Cologne, Mainz (Mayence), Worms, Speyer, Strasbourg and the neighboring Alsatian Bischoffsheim, Rothenburg ob der Tauber, Zurich, Nuremberg and the Carinthian Millstatt (Muelrestat). Of course it is not always safe to identify individual toponyms. For example, there are no fewer than three Swabian places called Biberach, some Neuburgs (new castle) and since most writing still is variable Rothenburg eventually also could be read as Rottenburg and place Werd, which we identify not without reason as Werd at the Danube = Donauwoerth, actually also may be quite another Woerth on the Danube, near Regensburg, but perhaps also Worth on the Isar, Worth on the Rhine, Worth on the Main, and why not Worth on the Sauer in Alsace .. ? We do not know in all cases for sure and there also is no guaranty that all entries actually refer only to one single one of them.