Ansbach Synagogue

July 25, 2016

Former Synagogue of Ansbach (Franconia, near Nuremberg)

Ansbach (17)בתוך בית הכנסת לשעבר באנסבך

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Ehemalige Synagoge als “Fundgrube für Weihnachtsgeschenke mit Anspruch”

December 8, 2013

So berichtet “In Franken.de” aus dem oberfränkischen Kronach:

Synagoge Kronach WeihnachtenEhemalige Synagoge als “… Fundgrube für Weihnachtsgeschenke mit Anspruch”.

http://www.infranken.de/regional/kronach/Synagoge-Kunstmesse-Madonna-Sandsteinwerke-Faelscher-Kunstmesse-in-der-Kronacher-Synagoge;art219,585545

איזה שימוש בתי כנסת ישנות לגרמנים

תיבת אוצר מתנות לחג המולד

A report of the portal “www.infranken.de” says the former synagogue in Franconian town Kronach now is a “treasury chest for high-class Christmas presents”. Lookit!

 


Zu Besuch am Trachtenmarkt in Greding

September 3, 2013

Stadttor GredingStadttor

Stadtwappen Greding coat of arms

Coat of Arms City of Greding

Greding ist ein kleines Städtchen im mittelfränkischen Landkreis Roth, an der Schwarzach im Altmühltal, zwischen Ingolstadt, Regensburg, Oettingen und Nürnberg. Wie an vielen Orten der Region mangelt es auch in Greding nicht an sagenhaften Vorgeschichten, u.a. soll der Ortsname auf einen Personennamen “Grado” zurückgehen, was angeblich der Hungrige, Gierige” heißen soll, aber auch Spuren “keltischer” Besiedelung will man gefunden haben, … die konkretere Stadtgeschichte (mit Stadtrecht, Stadtsiegel, Stadtmauer mit 3 Toren und 20 Türmen) reicht aber immerhin auch ins 13./14. Jahrhundert zurück. Eine jüdische Gemeinde wurde 1298 von den Überfällen in Franken heimgesucht, wovon eine Erwähnung im Nürnberger Jiskor zeugt. Ansonsten ist nicht viel bekannt über Juden in Greding, obwohl es einzlene Hinweise immer wieder gibt. Zu Beginn der 1860er Jahre sind in amtlichen Büchern von 928 Einwohnern des Ortes 24 Portestanten und 17 Juden notiert. Im Bezirk um Greding sollen gar 272 Juden gelebt haben. Wesentliche Impulse gingen von hier aber wohl nicht aus. Bis zur Zeit Napoleons blieb Greding im Besitz der Bischöfe von Eichstätt, dann gehörte es einige jahre zu Salzburg und seit rund zweinhundert Jahren zu Bayern, was man anders als in den meisten anderen Gegenden Frankens auch sprachlich merkt.

Gredinger HeldenGreding gedenkt seinen “toten Helden von 1870 – 1871, 1914- 1918 und 1939 – 1945″

Squirrel Greding

1964 wurde am Kalvarienberg die Erprobungsstelle für Fernmeldegeräte und Elektronik der Bundeswehr, die sog. Wehrtechnische Dienststelle WTD 81 eingerichtet, die seit 2012 unter dem Namen Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAWBw) firmiert und für die nachrichtendienstliche Ausstattung der deutschen Armee zuständig ist.

Karner GredingSkulls & Bones im “Karner” am Kirchberg von Greding (ossuary)

Altstadt Turm Greding Hauben GredingTraditionelle Hauben

Seit 1994 gibt es in Greding einen Trachtenmagd, der inzwischen zu den größten seiner Art in Deutschland gehört und bei dem amtliche und private Anbieter Stoffen, Schnittmuster, Lederhosen, Dirndl, Hüte, Hauben, Gürtel, aber auch Bücher, Kurse, Techniken und vieles andere mehr anbieten. Seit einigen Jahren widmet lädt man auch Gastgruppen ein, die ihre Trachten vorstellen, wie etwa aus Böhmen, Südtirol, Elsass oder Spanien. In diesem Jahr stellten sich Muslime vor, die farbenfrohe Gewänder aus der Türkei, dem Balkan oder Turkmenistan darboten. Die Emrhzahl der Models stammten freilich aus der direkten Nachbarschaft und wurden mitunter auch augenzwinkernd als fränkische Turkmenen präsentiert. Sie boten einen eigenwilligen Kontrast zu den eher oberbayerisch geprägten Dirndl und Lederhosen-Trägern im Publikum, das eher zurückhaltend auf die durchaus gelungene Präsentation reagierte.

Rathaus Greding Türkische Trachten

 

Islamische Trachten Rathaus Greding

Turkmenische Trachten Rathaus Greding

Greding Turkmenistan TurbanTurkmenian flag and turban at Greding Rathaus

Greding Trachtenmarkt türkische Frauen Fladenbrot backenTürkische Frauen backen Lahmacun لحم بعجين am Gredinger Trachtenmarkt

Greding Grabrekonstruktion Archäologisches MuseumRekonstruiertes Bajuwarengrab im archäologischen Museum von Greding

Greding Grabrekonstruktion Archäologisches Museum Greding Bajuwarengrab Rekonstruktion

Bajuwaren Therapie Greding MuseumEigenartige “Bajuwaren-Therapie” der Fürstentor-Apotheke im Gredinger Museum

Demikamente Bayern Therapie GredingWohl analog zu den oben beschriebenen Mängeln befinden sich direkt neben den Figuren des rekonstruierten Bajuwaren-Grabes im Gredinger Museum eine Kiste mit Medikamenten-Packungen, wobei nicht ganz klar, ob es sich um gleichfalls rekonstruierte Grabbeigaben handelte.

 Medikament Voltaflex als Grabbeigabe Greding Archäologisches Museum

Greding Bajuwarengrab MuseumMöglicherweise echte Überreste der oben gezeigten rekonstruierten Bajuwaren-Gräber.

 Im archäologischen Museum gab es auch eine aktuelle Ausstellung über “Unterwäsche”, wozu auch “Kondome aus Schafsblinddarm” gerechnet wurden:

Kondome Schafsblinddarm Museum GredingLassen Sie Ihrer Phantasie ruhig freien Lauf

Ochsenbraten Trachtenmarkt GredingGebrillter Kuhüberrest am Trachtenmarkt Greding

Hutmacher Trachtenmarkt GredingHutmacher (“Hütler”)

Trachtenmarkt Greding RadhaubeRadhaube

Kirschenkönigindie “Kirschkönigin”, Karte und höchstselbst

Trachtenmarkt Greding AttraktionGredinger Blickfang neben der Uniformfabrik

Bayrisches Madl in GredingBayrisches Madl am Trachtenmarkt Greding

Musiker Trachtenmarkt GredingMusiker

Oberbayrische Trachten GredingKlassisch Oberbayerische Trachten

Klöppeln Greding Trachtenmarkt SterneKlöppel Sterne

Trachtenmarkt GredingZu Besuch in Greding

Greding Trachtenmarkt BänderBänder

Händler trachtenmarkt Greding

Stoff Trachtenmarkt GredingStoff

Knöpfe Greding TrachtenmarktKnöpfe

Trachtenmarkt Greding BesucherBesucher am Trachtenmarkt in Greding

Greding

Stempel Greding TrachtenmarktStoffstempel

Turm GredingStadtturm

Stadtbach GredingAm Stadtbach

Greding Dietfurt Elvis in BayernElvis Presley auf Manövern in Bayern

Greding Maul und KlauenseucheMaul-und Klauenseuche Greding (hoof and mouth desease, hmd)

Greding HütchenspielHütchenspiel ..?

Kinder Greding Trachtenmarkt


Synagoge in Ansbach

August 20, 2013

Synagoge Ansbach synagogue

Die 1746 eingeweihte Synagoge in der Reuterstr. in Ansbach ist nach Plänen des italienischen Architekten Leopoldo Retti (1704 – 1751) entstanden, der bereits seit 1717 mit seinen Brüdern in deutsche Landen kam und in Stuttgart noch recht jung an einer Infektion starb.

Das barocke Gebäude entging der Zerstörungswut der Nazi-Periode, jedoch wurden am wesentlichsten doch die Torarollen beseitigt und mit ihnen all jene die sie lesen konnten.

Da es bis heute aber „nur“ an den Betern und den Rollen fehlt, könnte das Gebäude vom musealen verhältnismäßig leicht den praktischen Zustand zurückfinden, erwiesen beispielsweise 1999 durch die Feier zur Bar Mitzwa des Enkels eines ehemaligen Soldaten.

Siehe http://www.synagoge-ansbach.de/geschichte/SynagogeAN_geschichte-9.pdf

synagoge Ansbach innenraum

Ansbach synagogue

Synagoge Ansbach Leuchter

Tora Vorhang parochet Synagoge Ansbach

Ansbach synagoge waschbecken

Synagoge Ansbach

Ansbach Synagoge Säule

Ansbach Synagoge Empore

Leuchter synagoge Ansbach

Synagoge Ansbach Deckenfenster

Synagoge Ansbach TeehausThe former synagogue of Ansbach just needs a minyan and a Tora, maybe also a cup of tea


שבת שלום אנסבך

August 16, 2013

In February our friend Angelika Brosig promised us to show us this summuer the old synagogue in her hometown Ansbach. Now we visited the lovely Franconian town without her.

Synagogue Ansbach

Synagoge Ansbach

שבת שלום אנסבך


Augsburger Dunkel

May 10, 2013

So ziemlich jeder hat schon etwas vom berühmten „Bayerischen Reinheitsgebot“ (Bavarian Brewing Act oder Purity Law) von 1516 gehört, der in Ingolstadt beschlossenen Regelung der erlaubten Bierzutaten, nämlich wie es dort heißt „zu kainem pier merer stueck dann allain gersten, hopfen unn wasser gepraucht solle werden“. Unzählige Male zitieren Werbeanzeigen, Reise- oder Speiseführer, aber auch politische oder wissenschaftliche Publikation die geläufige Formel vom „ältesten Lebensmittelgesetzt der Welt“. Den ältesten Beleg dafür, den ich bislang gefunden habe, datiert auf das Jahr 1967 zurück (Bernd Ücker: Bayern, der widerspenstige Freistaat, S.31), wo der bayerische Bier-Mythos noch als „historischer Witz“ bezeichnet wird: „Die Bayern, ausgerechnet die Bayern haben den Weinbau nach Osten hin ausgebreitet …“ Das Bierbrauen hätten die Bayern dann erst von den Preußen gelernt, was so nun aber auch wieder nicht stimmt.

Tatsache ist aber, dass Bayern mit Bier zunächst wenig anfangen konnten und nur wenig davon brauten, womit wir hier natürlich Alt-Bayern meinen und von den später einverleibten Gebieten der Franken und Schwaben gesondert betrachten … Franken und Schwaben nämlich hatten sehr wohl eine alte Tradition des Bierbrauens, beide bereichert von Böhmen, deren Hopfen zuerst importiert und dann im 18. und 19. Jahrhundert von jüdischen Hopfenhändlern und Bauern heimisch gemacht wurde. Dass der Handel mit böhmischen Hopfen schon weit früher eine jüdische Domäne war geht aus Bestimmungen im England des frühen 15. Jahrhunderts hervor, die zeitweilig die Einfuhr von Hopfen beschränkten oder gar verboten. Dieser kam durch jüdische Händler über die Niederlande aus Böhmen. In der Folge mussten auch die Briten einige Jahrhunderte helles Dünnbier trinken, bzw. Weinanbaugebiete in Frankreich erobern. Erst um 1660 kam in London, wo sich seit 1656 wieder sephardische Juden aus Holland niederlassen durften, das später weltberühmte Darkbeer auf, zu welchem bereits auch Hefe als Bestandteil erwähnt wird, die im Reinheitsgebot von 1516 fehlt. 1828 und 1830 folgten Alehouse und Beerhouse Acts, welche Herstellung und Ausschank von Bier unter strikte Regeln stellten. Das kräftige Dunkelbier kam beim Volk gut an und da sich mit dem Massenprodukt viel Geld verdienen ließ, zielten die Regulierungen auch darauf ab, die Juden aus „ihrem“ Geschäft zu drängen. Das klappte dann auch und so ist es dann eine weitere Ironie der Geschichte, dass sich beispielsweise die Rothschilds dem Weinbau zuwandten.

Fürst Wallerstein Dunkles Landsknecht Bier

Aus Augsburg stammt die tatsächlich älteste nachweisbare Erwähnung von Bestimmungen für die Herstellung und den Ausschank von Bier, worauf in der Stadtrechtsurkunde vom 21. Juni 1156 angespielt wird. Demnach soll bestraft werden, wer schlechtes Bier macht oder ungerechtes Maß ausschenkt. Ähnliche Regelungen sind zwohundert Jahre später (1363) auch in der Augsburger „Filiale“ München (die vom Herzog zeitweilig auch an die Vorstände der Augsburger Juden verpfändet war) nachweisbar. 1447 wird dort dann auch bereits Gerste, Hopfen und Wasser als alleinig erlaubte Bestandteile fortgeschrieben. Der Ingolstädter Beschluss von 1516 hatte, anders als man vermuten möchte, keine nennenswerte Auswirkung. Der bayerische Adel bevorzugte weiterhin Wein und christliche Mönche brauten weiterhin mit allerlei Kräutern und Gewürzen, darunter auch Wermut oder halluzinogene Pflanzen wie das Bilsenkraut. Letzteres wurde 1551 dann nochmal ausdrücklich verboten, zugleich aber auch die Beifügung von Lorbeer, Rosmarin, Wacholder, Korinthen und dergleichen mehr ausdrücklich erlaubt. Gleichzeitig erschwerten die Bayern auch den (überwiegend jüdischen) Hopfenhandel nach Augsburg und (österreichisch) Schwaben, weshalb dieser über Franken und das Ries abgewickelt wurde. Um das trotzdem vorhandene bayerische Dünnbier geschmacklich abermals etwas aufzupeppen, wurde den Brauern auch Salz und Kümmel als weitere Zutaten erlaubt.

Hasenbräu Augsburg

Als im Zuge der napoleonischen Kriege Bayern zum Königreich aufstieg und Schwaben und Franken (von denen Teile tatsächlich zeitweilig preußisch waren und so interpretiert „Preußen“ den Bayern das Bierbrauen beibringen mussten, wie s im obigen Zitat heißt) Provinzen davon wurden, ging man daran, eine gemeinsame Identität zu erfinden. Das Bier der Franken und der Schwaben wurde sodann zum Bier der Bayern und Bayern zum Land des Bieres. Um 1860 herum besann man sich dann auch wieder der mittelalterlichen Biergesetze, um eine nicht vorhandene Kontinuität vorzugaukeln. Natürlich entschied man sich sodann für „1516“, obwohl es in Schwaben und Franken ältere Bestimmungen gab, auf die man sich berufen hätte können. Da Ingolstadt aber gerade eine Garnisonsstadt war, verband sich damit auch die Möglichkeit das Bier mit dem Soldatentum zu verbinden, wovon im Ingolstädter Armeemuseum einige entsprechende Bierkrüge zeugen. Bald war so auch vom „Deutschen Reinheitsgebot“ die Rede. Wie im mittelalterlichen England begann man nun auch im deutschen Kaiserreich damit, die Juden, die noch immer über drei Viertel des Hopfenanbaus kontrollierten und zahlreiche Brauereien betrieben aus der nun völkisch umgedeuteten „Bierseligkeit“ zu verdrängen. Das letzte überregional bekannte Beispiel für den Kampf gegen das „Judenbier“ war Joseph Schülein (1854-1938), der 1933 gezwungen wurde seinen Münchner „Löwenbrau“ zu verkaufen.

Ausgburger Regiment Bierkrug 1908 1910Augsburger Regimentsbierkrug 1908 / 1910 im Armeemuseum Ingolstadt

Nach dem „Vorläufigen Biergesetz“ von 1993 darf für untergäriges Bier Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser verwendet werden, für obergäriges Bier ist zusätzlich auch die Verwendung von „anderem Malz“ (wobei Malz definiert wird als „alles künstlich zum Keimen gebrachte Getreide“) und Rohr-, Rüben-, Invertzucker, etc. zulässig. Das kann zu Unterschieden in den mit „Bayerischem Reinheitsgebot“ oder „Deutschen Reinheitsgebot“ führen.

Heute ist helles Dünnbier üblich geworden wie pastellfarbene Dirndl von Lidl und Co. und gehören zum „bayerischen Lebensgefühl“ scheinbar dazu. Dass aber auch in Augsburg vor rund hundert Jahren die Verhältnisse diesbezüglich noch ganz andere waren, ergibt sich aus einer Beschreibung von Walter Brecht (1900-1986), dem jüngeren Bruder von Eugen Bertold Friedrich, besser bekannt als Bert Brecht (1898-1956), der davon erzählt, dass er (wohl um 1910) mit seinem Bruder abends immer Bier für seinen Vater holte:

Als Gefäß für das Bier diente entweder ein offenes Bierglas oder ein mit dem Brecht-Wappen versehener irdener Krug, der einen kräftigen, hellen Zinndeckel trug. Ein sogenannter Maßkrug, der einen Liter Bier fasste und von den Handwerkern, vor allem von Maurern, bevorzugt wurde, war verpönt, obwohl man wusste, dass das Bier daraus getrunken, besonders gut schmeckte.

Bier in Flaschen gab es nicht, wie es auch ausschließlich dunkles Bier war, das man bei uns trank.  Das Bierglas fasste einen halben Liter … er kostete 5 Pfennig. Man schätzte eine stabile Schaumkrone und trank das Bier nicht so kalt wie heute … Das Augsburger Bier hatte einen vorzüglichen Ruf. Die Kenner fanden es dem Münchner Bier überlegen. Bekannte Brauereien waren „Zur Goldenen Gans“, der „Hasenbräu“, „Riegele“, die Brauerei „Stötter“ in der Jakobervorstadt und viele andere.“

(Walter Brecht, Unser Leben in Augsburg, damals, S. 67)

 

 

Erwähnenswert wäre übrigens auch noch die Deutung des Augsburger Stadtwappens, der bekannten Zirbelnuss, die keine Nuss darstellt, sondern einen Zapfen. Zur Verwirrung mancher hat dabei aber beigetragen, dass der Zapfen in den ältesten Illustrationen in grüner Farbe dargestellt wurde, was zugleich auch das Grün in den Augsburger Stadtfarben ausmacht. Da andererseits nun aber die Zapfen bekanntlich nicht grün, sondern bräunlich sind, kamen schon bei den humanistischen Gelehrten des 15. und 16. Jahrhunderts spekulative Deutungen auf, etwa über eine ominöse Weintraube („Beere“) namens Augster (woran man erkennen kann, welchem Getränk sie selbst zuneigten) oder ein nicht minder mysteriöses „grünes Feuer“ (hergeleitet von der „Stadtpyr“ wobei man „pyr“ als griechisches Wort für Feuer wertete). Es würde bereits an der auch im Mittelalter wirkenden Gravitation scheitern eine Weinrebe auf mit dem sich nach oben verjüngenden Teil an der Spitze zu halten, weshalb es abwegig ist, zu vermuten, dass dieses Kunststück das Wappen der Stadt sein sollte, auch gibt es weder grünes Feuer noch grüne Zapfen. Was es jedoch gibt, und im Kontext dieses Textes kann man es ja auch mal diesbezüglich erwähnen ist Hopfen und eine gewisse Ähnlichkeit hat die grüne Hopfendolde schon mit dem Emblem der Reichsstadt. Der lateinische Name des Hopfen ist übrigens “humulus”, wovon sich in vielen europäischen Sprache die jeweiligen Beziehcnungen ableiten, z.B. humle (dänisch, schwedisch), “humal” (estnisch), komló (ungarisch), humala (finnisch), usw. vielleicht ja auch der auch in jüdischen Friedhöfen nachweisbare Familienname Hummel – falls es nicht gewichtigere Argumente dafür gab, den Namen vom Insekt abzuleiten. Den Stadtpyr kann man nun vielleicht auch besser als Stadt-Bier zum Anstoß nehmen 🙂

HopfendoldenHopfendolden


Vierhundert Jahre Juden im mittelfränkischen Ellingen

July 31, 2012

Inn /Gasthof “Römischer Kaiser” in Ellingen

Die im Kreis Weißenburg / Gunzenhausen und an der schwäbischen Rezat gelegene mittelfränkische Kleinstadt Ellingen mit etwa 3000 Einwohnern ist ein ehemaliger Sitz des „Deutsch-Ordens“ und bewirbt sich selbst als „Perle des fränkischen Barock“ oder als „barocker Traum“. Im weiteren Ortsgebiet verläuft aber der 2007 als Weltkulturerbe ausgezeichnete Limes von Rätien, als dessen Hauptstadt das römische Augsburg galt. In der nahen Umgebung befindet sich ein Kalksteinabbaugebiet mit einer bedeutenden Solnhofer- und Juramarmor-Industrie.

Townhall / Rathaus Ellingenבניין העירייה עלינגן

Erstmals schriftlich überliefert gilt Ellingen um das Jahr 900. Seit 1216 ist dort der „Deutschherrenorden“ ansässig, der eigentlich „Ordo fratrum domus Sanctae Mariae Teutonicorum Ierosolimitanorum“ hieß,zu Deutsch „Orden der Brüder vom Deutschen heiligen Marienhaus in Jerusalem“, meist verkürztals  Ordo Teutonicus (OT) und nahm 1190 am dritten Kreuzzug Teil an der Belagerung der heute israelischen Stadt Akko (עכו), das 1291 als letzte Bastion des Königreichs Jerusalem der Kreuzfahrer verloren ging. Im Jahr zuvor kam es zu Ausschreitungen betrunkener Ritter gegen einheimische Juden und Muslime von Akko, wobei einige von ihnen ums Leben kamen. Als Reaktion auf das Gemetzel verlangte der Sultan die Auslieferung der Täter und eine Entschädigung der Opfer, was die Ritter verweigerten. Die muslimischen Heere des Sultans zogen deshalb gegen Akko, um das Land vor den „barbarischen Christen“ zu befreien. In der Folge gingen rasch auch die verbliebenen Sitze der Kreuzfahrer in Israel verloren.

Die Geschichte der Juden in Ellingen beginnt wahrscheinlich um 1520 mit der Ausweisung der Juden aus dem benachbarten, nur knappe vier Kilometer Fußweg entfernten Weißenburg, wo es mindestens seit Ende des 13. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde gab. In einer 1573 in Venedig gedruckten Ausgabe des יצחק עקדת befindet sich die Notiz שייך להרה”ג מוהר”ר אנשיל עלינגן, dessen Herkunft, wie es der Name bereits sagt wohl aus Ellingen ist, wo sich unter den Deckengemälden des ehemaligen jüdischen Betsaals auch eine entsprechende Abbildung findet.

Um 1725 richtete Löb Amson in seinem 1682 erworbenen stattlichen Haus an der Weißenburger Straße einen barocken Betsaal ein, der vielleicht auch vorher schon als solcher benutzt wurde. 1740 verkaufte er das Haus an den Händler und Bankier Samuel Landauer, der von 1757-59 an der Rückseite des geräumigen Hofes an der Neuen Straße ein eigenes Synagogengebäude mit Tauchbad errichten ließ und 1776 das Gebäude mit dem vorherigen Betsaal an einen Christen verkaufte. Dieser richtete dort den heute noch als Hotelgaststätte existierenden Gasthof „Römischer Kaiser“ ein, der sich nun im Besitz eines Grafen befindet.

Siehe: http://www.roemischer-kaiser-ellingen.de/

Sara Landauer, Tochter des Josef und eine Enkelin des Samuel heiratete um 1790 Abraham Hirsch in Pfersee. Fanny, die 1804 im schwäbischen Harburg geborene Tochter ihres ermordeten Bruders Samuel (1771-1809) heiratete in Hürben Samuel Loeb Joachim Guggenheimer (1803-1863). Samuels Sohn Josef (1804-1853) hingegen wurde Rabbiner in Fischach.

Further information by Rolf Hofmann, Stuttgart:

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20Bayern/LANDAUER-ELLINGEN.pdf

At the doorpost the sloping piece of wood marks until today where until 235 years ago once was the mesusah capsule.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts lebten noch 60-80 Juden in dem damals etwa 1500 Einwohner umfassenden Ort um die Ellinger Residenz, das auch Sitz des Bezirksrabbinats war. Die Gemeinde war jedoch nicht groß genug geworden, um sich einen eigenen Friedhof leisten zu können, weshalb zumindest in neuerer Zeit die Toten aus Ellingen in Georgensgmünd, Pappenheim und Treuchtlingen bestattet wurden. Die Synagoge an der Neuen Straße 14 wurde 1929 restauriert, jedoch lebten zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft kaum noch 40 Juden am alten Deutschherren-Ort. Bald darauf, im Jahre 1938 endet die etwa vierhundertjährige jüdische Geschichte von Ellingen mit der Verhaftung der Ellinger Juden und der Plünderung ihres Besitzes.

Margit Hummel and Rolf Rossmeisl at the former praying room of the Amson / Landauer House, now Römischer Kaiser (Roman Emperor) in Middle Franconian townlet of Ellingen, today used for different events.

Backyard of the Römischer Kaiser in Ellingen which also was the court of the Jews in Ellingen with synagogue and mikvah at the other end

In Midlde Franconian townlet of Ellingen near Weissenburg (Ansbach/Nuremberg) from about 1520 until 1940 was a small Jewish community. In the house of the Jewish families Amson and Landauer was a remarkable as elaborate Baroque prayer room used by the Jews of Ellingen until in 1759 the synagogue in the backyard was inaugurated. At the ceiling of the prayer room are several depictions of well known stories from the hebrew Bible. The house in 1776 was sold by the Jewish owner and the Christian purchaser converted it into an inn. After some restauration today the building is used by its present owner again as Gasthof. To stay here is comparable cheap and a hot tip for all who want to enjoy comfort along with a time travel …

Walk in: water closet inside the wall closet …