Chag Pessach sameach

March 25, 2013

To all friends and members a happy, healthy and kosher chag pessach mewurach

augsburg-haggadah-4-sons4 types (sons) – Augsburg Passover Haggadah 1534

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Darstellungen von Juden im mittelalterlichen Augsburg

July 4, 2012

Teil 1: Augsburger Monatsbild Winter

(wikipedia)

Das erste der sog. “Augsburger Monatsbilder”, welches die Monate Januar, Februar und März vereint (also in etwa den Winter), zeigt eine Szene auf der linken Januar-Seite einen mit unterschiedlichen Personen gefüllten Hofplatz als Hintergrund zu den vorne postierten Turnier-Rittern.

Eine kleine Gruppe vier Personen, eine Frau mit einer schwarzen Haube und drei Männer mit Turbanen stehen zusammen in Paaren und unterhalten sich. Einer der Männer trägt an seinem Mantel klar zu erkennen einen sog. „Judenring“, einen gelben Ring, der in Augsburg ab 1434 für Juden zur Pflicht wurde.

Die Ringmitte ist rot-weiß halbiert, was die Zugehörigkeit zu Österreich ausdrücken könnte. Wegen dieses eindeutigen Abzeichens werden allgemein zumindest der Mann auf dessen Mantel es sich befinden und sein Gesprächspartner als Juden identifiziert. Wann genau die im Deutschen Historischen Museum (dhm) in Berlin ausgestellten Bilder, die jeweils in Monatsabschnitten das Augsburger Stadtleben in vier Jahreszeiten darstellen, entstanden sind, ist so unbekannt wie der oder die Maler. Jedoch weiß man, dass die Werke auf Zeichnungen des Augsburger Malers Jörg Bräu dem Älteren (1475-1537) basieren, die um 1525 entstanden. Eines der Werke trägt zudem die Jahreszahl 1531. Wie dem auch sei, wurden bekanntlich hundert Jahre vorher, nämlich im Juli 1438 die Augsburger Juden aufgefordert, die Stadt binnen zwei Jahren zu verlassen. Die meisten folgten diesem Appel wohl recht schnell zu zogen zu vorher schon abgewanderten Verwandten in andere Städte, wie Nördlingen, Ulm, Lauingen, Donauwörth, usw., während andere sich in benachbarten Orten wie Oberhausen, Gersthofen, Biburg, Diedorf, usw. niederließen. Drei noch erhaltene Grabsteine und Fragmente aus den Jahren 1441 bis 1445 belegen jedoch, dass auch Jahre nach Ablauf der Frist Juden in Augsburg gelebt haben mussten und freien Zugang hatten zu ihren angestammten Grabplatz den sog. Judenkirchhof. Über die folgenden Jahrzehnte schweigt die Geschichte und erst nach 1560 finden sich amtliche Belege für Juden in den österreichischen Dörfern Pfersee, Steppach und Kriegshaber. Andrerseits ist bekannt, dass sich auch der aus Prag stammende Drucker Chaim Schwarz (Schachor) in den 1530er und 1540er Jahren in Augsburg aufhielt und dort eine ganze Reihe hebräischer Drucke zustande brachte, in jener Zeit also in welcher die Augsburger Monatsbilder entstanden sein dürften. Der Verdacht läge also nahe, in einer zeitgenössischen Darstellung den bekannten Drucker zu vermuten. Andererseits hielt sich 1530 am Augsburger Reichstag auch Josel von Rosheim (1476-1554)  in der Stadt auf, um als Anwalt der Juden im Reich aufzutreten.  In der Jewish Encyclopedia erwähnt ist aber auch dessen Freund Rabbi Liebman, der damals bereits Rabbiner in Pfersee gewesen sei. Da ein genaues Datum nicht bekannt ist, ist es nicht möglich zu sagen, um welche Juden es sich auf dem Bild handelte, jedoch musste Josel von Rosheim schon Mitte Fünfzig gewesen sein.

Zwar kennt die Augsburger Geschichte einen Juden mit Turban, den legendären Tipsiles, dem zweihundert Jahre vorher die Entdeckung des waffenfähigen Schießpulvers zugeschrieben wurde, doch handelte es sich bei ihm um einen aus dem Orient stammenden zugereisten Juden. Über Turbane als gewöhnliche Kopfbedeckung einheimischer, schwäbischer Juden wäre indessen aber nichts bekannt, da ansonsten der zahlreich belegte spitze Judenhut kennzeichnend für Juden war. Angeregt vom islamischen Vorbild, das Juden und Christen unter islamischer Herrschaft zwang, Abzeichen an ihrer Kleidung zu tragen, damit man sie als solche „erkennen“ konnte, verfügten Christen, dass unter ihrer Herrschaft nun auch Juden und Muslime solche Abzeichen tragen mussten. Wegen der sicher ungewöhnlichen Turbane wäre es also durchaus vorstellbar, dass der Maler keine Juden, sondern „Muselmanen“ bzw. „Mohamedaner“ darstellen wollte. Neben den Fresken in der Hirnschen Kapelle von St. Anna wären dies zweifellos die ältesten Darstellungen Muslime. Ebenso gut könnte es sich jedoch auch um orientalische Juden handeln. Von ihnen jedenfalls ist das Abzeichen des gelben Rings zweifelsfrei belegt, während es unklar ist, welches Abzeichen Muslime in Augsburg hätten tragen müssen. Unklar ist heute in beiden denkbaren Fällen woher nun die jüdischen oder muslimischen Gäste(?) , Botschafter (?) oder Händler (?) stammen mochten oder ob es Zufall ist, dass der Maler sie neben einem mit christlichem Kreuz gekennzeichneten Sarg darstellte.  War das Begräbnis der Anlass des Aufenthalts oder das Ritterturnier?

Für sachdienliche Hinweise sind wir wie immer dankbar.  🙂

Weitere Infos zu den Monatsbildern:

http://www.dhm.de/ausstellungen/kurzweil/season.htm

Among the highlights of the “Deutsche Historische Museum”  are four huge paintings which show Augsburg about 1530 in so called “Labours of the Months” pictures. Each depicts three months in one setting and has a lot of maybe idealized, however very accurate details from the life of within the city. The first picture which has the months from January to march on the left has a small group of three men and a woman standing near a casket. The men wear remarkable turbans which of course were not common in Augsburg. One of the men on his coat has a yellow ring which is known as compulsory sign Jews have to wear in Augsburg since summer 1434. This led to the assumption that the portrait man (men) was (were) Jews. At this time only a few Jews are known to have entered or lived in Augsburg, among them Josel of Rosheim who in 1530 appeared at the Reichstag as ambassador of the Jews in the Reich or Chaim Shachor, a printer from Prague who had lived several years in Augsburg, where he printed a number of Hebrew books. Following the Muslim example which forced Jews as well as Christians to wear sign on their cloths, Christians required Jews and Muslims to do so, wherefore there also is a chance that the depicted people at the picture were not Jewish but Muslim – although the woman does not wear any veil but a rather traditional bonnet (Judenhaube).


Die ehemalige Synagoge von Ichenhausen

December 21, 2009

Die erste Synagoge in Ichenhausen ist nachweisbar für das Jahr 1687, jedoch muss weit früher eine andere bestanden haben, wird die Geschichte der Juden in Ichenhausen doch bis in die 1450er Jahre (Chaim Schachor) zurückdatiert. Die erwähnte Synagoge wurde 1781 (an selber Stelle?) durch einen Neubau ersetzt, welche die örtliche Überlieferung einem Kirchenbauer namens Joseph Dossenberger zuschreibt. 1896 wurde die Synagoge renoviert und ein weiteres Mal im Sommer 1929. Am 10. November 1938 freilich wurde auch die Synagoge in Ichenhausen zerstört und das Gebäude hernach von den Nationalsozialisten als Heulager verwendet. Nach dem Krieg beherbergte das Haus bis 1984 die örtliche Feuerwehr . Danach wurde es restauriert und im Dezember 1987 in Erinnerung an die frühere Synagoge als „Haus der Begegnung“ eingerichtet. Die Renovierung ist gelungen und vermittelt einen guten Eindruck von der einstigen Schönheit der ländlichen Synagoge. Der Thora-Schrein ist jedoch – anders als die Wandheizungen – nur aufgemalt.

 In den oberen Etagen vermitteln Ausstellungen Einblicke in die Geschichte der vormaligen jüdischen Gemeinde in Ichenhausen (thematisch überschneidet sich dabei jedoch manches mit der Ausstellung im Schulmuseum), während der Hauptraum Raum bietet für kulturelle Veranstaltungen: Am 29. November 2009 beispielsweise standen  „Contes Mystiques – Geheimnisvolle Erzählungen“ auf dem Programm und boten demnach „eine musikalisch-literarische Entdeckungsreise in die Weihnachtszeit“. Dem folgte am Samstag 05.12.2009 ein „Adventskonzert“ des „Vocal-Ensembles Hochwang“.

The former Synagogue of Ichenhausen

A first synagogue in Ichenhausen is mentioned for the year 1687, however, there must have existed a much earlier one, since the history of Jews in Ichenhausen usually is dated back to the 1450s. The synagogue was replaced in 1781 (at the same spot?) by a new building, which the local tradition attributes to the regional known church constructor  Joseph Dossenberger (1721-1785), who was born in Wollishausen near Augsburg.

In 1896, the synagogue was renovated and a last time during summer of 1929. On 10 November 1938, however, the Ichenhausen synagogue was destroyed and afterwards the building was used by the Nazis as stockroom for hay, so the saying goes. After the war the building housed the local fire department until 1984. Then it was restored and in December 1987 it was inaugurated as “House for encounter” in memory of the former synagogue. The restoration was well done and conveys a good impression of the beautiful former rural synagogue. The Torah Ark however – other than the heating – merely is a painting at the wall.

The upper floors have an exhibition which provides insight into the history of the former Jewish community in Ichenhausen, while the main room offers space for numerous cultural events: On 29 November 2009 for example, were “Contes Mystiques – Mysterious Stories” on the program, and thus offered “a musical-literary journey of discovery into the Christmas season.” This was followed by a “Christmas Concert” of the “vocal ensemble Hochwang” on Saturday, 5th of December 2009. 


Happy Passover

April 7, 2009

חג פסח שמח

 

A happy and healthy passover season to all our members and friends all over the world, to you and yours

!..  Allen Mitgliedern und Freunden ein Frohes Pessach – Fest
… 
colored woodcut illustration

colored woodcut illustration

The picture shows a 70 to 50 cm painting basing on the famous scene of the Four Sons from Chaim Shachor’s woodcut illustrated Augsburg Passover Haggadah from 1534 (which bases in most parts on his previous Prague edition from 1526, but of course has some very special features and peculiarities.

Das Bild zeigt eine kolorierte Nachbildung der berühmten Szene der “Vier Söhne” aus der Augsburger Pessach-Haggada von Chaim Schwarz (Schachor) aus dem Jahre 1534, die bei wesentlichen und bedeutenden Ausnahmen in vielen Teilen freilich auf der acht Jahre zuvor von ihm in Prag herausgegebenen Haggada (http://en.wikipedia.org/wiki/Haggadah_of_Pesach) basiert.

 

 ευτυχισμένη Φεστιβάλ εβραϊκό Πάσχα  ..!