Berlin in early 1900s

February 22, 2016

Fascinating pictures

..-amazing what colorization brings about

However, if I am not mistaken, some shots were made rather in Munich, not in Berlin. Right ..? 🙂

 

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Der “Holocaust” aus der Perspektive der Teletubbies

April 17, 2015

Was haben die Teletubbies mit dem Holocaust zu tun?

 

Auch wenn die ersten die als Babies, mit der Sendung  aufgewachsen sind, bald die Abiturjahrgänge abbilden und die Ende der 1990er Jahre diskutierten Befürchtungen hinsichtlich des Einflusses einer solchen Sendung auf die Entwicklung von Kindern hätten, ggf. erste konkrete Anhaltspunkte geben, offenbar eine sehr absurde Frage, … zugegeben.

Andererseits: Geschichte gibt es längst schon nicht mehr nur als Sammlung (vergangener) Ereignisse, die mit einer Anzahl authentischer Materialien, sich im Laufe der Zeit auf ein paar wenige stereotype Aussagen und Abbildungen verengen. Ein scheinbar besonders geeigneter Weg, die Auseinandersetzung mit dem Alten durch Neues zu ermöglichen, ist deshalb auch die Interpretation und In-Fragestellung durch Methoden der Kunst und Kultur.

Auf dieser Ebene können, neben Filmen, Skulpturen und Malereien, sich also dann auch Holocaust und Teletubbies begegnen, obgleich die „Beschäftigung“ (oder sollte man nicht eher vom Hadern sprechen?) mit „dem finstersten Kapitel der deutschen Geschichte“ (zumindest) offensichtlich keine Berührungsflächen mit der dann doch eher einsilbigen Fernsehproduktion für Kleinstkinder hat. Deren pummelige Protagonisten tragen einfarbige Strampelanzüge in Grün, Gelb, Lila und Rot und heißen Tinky-Winky, Tipsy, La-La und Po. In mehreren hundert Folgen der britischen TV-Serie stammeln sie durch eine Fantasielandschaft und brabbeln vergnügte Kinderlaute bei ihren “Abenteuern”. Zwar gibt es in der Gartenlandschaft der Teletubbies auch Brücken, aber keine führt in ein Konzentrationslager. Aber man kann ja auch von außerhalb anknüpfen.

Lange Rede, kurzer Sinn.

Teletubby Laa-Laa - masks at the dance floor

eh-oh

https://www.youtube.com/watch?v=xlNMk4SD6gA

Die 1997 produzierte Hymne der Baby-Serie hieß „Teletubbies say Eh-Oh“, war immerhin 32 Wochen in der deutschen Hitliste und erreichte dort sogar Platz 1  – womit die Teletubbies übrigens genauso viele Nummer-Eins-Hits in Deutschland hatten wie Elvis Presley (was immer das nun besagen kann).

Das von offenbar verzichtbaren Konsonanten befreite „hello“ war auch die Grußformel der Teletubbies. Im Video ist nun auch die gelbe Figur Laa-Laa zu sehen, wie sie vor einem runden Tisch tanzt, offenbar einer Werkbank. Auf ihr liegen flache Gesichtsschablonen. Recht viele sind bereits zu Boden gefallen und so ergibt es sich, dass die rundlichen (tubby) Trolle eben auch drauf herum laufen.

Jüdisches Museum Berlin Memory Void Masken Installation Leute

 https://jhva.wordpress.com/2012/10/30/das-judische-museum-in-berlin/

Jüdisches Museum Berlin Memory Void Masken

 

Es ist nur eine kurze Sequenz und was sie bedeutet, ist nicht erklärt und tatsächlich verdiente das auch keine Beachtung, gäbe es zur geschilderten Szene nicht doch eine Entsprechung – und zwar an prominenter Stelle in einem gänzlich anderen Kontext, nämlich im „Jüdischen Museum“ von Berlin, dem auch international viel beachteten Bau von Daniel Liebeskind.

Dort gibt in einem hohen, aber engen und grauen, offenen Beton-Raum eine Installation des renommierten israelischen Künstler Menashe Kadishman (geb. 1932) die eben daraus besteht, dass der Boden mit solchen Gesichter-Schablonen oder Masken bedeckt ist. Das Werk nennt sich שכלת (schachelet), „Herbst“ – was auch vom Titel her zum Garten der Teletubbies passt – und ist eine jener „memory voids“ (: Erinnerungslücken) in der Konzeption des Museums, das sich abgesehen davon recht erfolglos vorgenommen hat, „zweitausend Jahre jüdischer Geschichte in Deutschland“  zu verkörpern, außer man erweitert das Konzept der Erinnerungslücken auch darauf.

teletubbies eh oh holocaust dancing

Ob die Auseinandersetzung des Berliner Museums mit dem „Holocaust“ nun tatsächlich vom Promotion-Video des intellektuell eher bescheidenen Teletubbies SuperhitsEh-oh“ abgekupfert ist, mag man selbst überlegen. Es hat wohl auch damit zu tun, wie wahrscheinlich es ist, dass man einen Boden weiträumig mit flachen ausgestanzten Gesichtsmasken belegt und darauf herumläuft. Allzu häufig ist ein solches Szenarium wohl nicht anzutreffen.

Das Teletubby-Video stammt von 1997, aus dem selben Jahr stammt nach der Webseite http://www.kadishman.com/resume/ auch das Werk „Shakhelet“, was stimmen kann oder auch nicht, freilich wurde das Berliner Museum erst 2001 eröffnet und das Werk erst damit öffentlich.

Womöglich bestehen Begriffe wie „Museums-Pädagogik“ auch nicht umsonst. Wörtlich übersetzt wären dies Musen (Geister), die Kinder an der Nase herum führen. Da reicht dann auch ein Mann fürs Kadisch.

 Teletubby with mask stencil“Mary, mary, quite contrary …”

The mask at the floor installation at Jewish Museum in Berlin, called Shakhelet (autumn) maybe actually is an idea taken from the promotion video of British toddler TV program “Teletubbies” which was shot for the hit single “eh-oh” (for “hello”). The video is from 1997.

Berlin Jüdisches Museum Maske Jewish Museum Shachelet

The “Jewish Museum” in Berlin since 2001 presents the very same idea of distributing punched face like stencils on the floor in order to “remember” the “holocaust”as installation by the renowned Israeli artist Menashe Kadishman.

How come ..?

 


Demonstration gegen Antisemitismus in Berlin!

September 11, 2014

Große Kundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin am Sonntag, 14.09.2014, um 15.00 Uhr

In den vergangenen Wochen mussten wir Zeuge werden, wie in vielen deutschen Städten blanker Hass auf Juden wieder offen ausgebrochen ist.
Antisemitische Hetzparolen, tätliche Angriffe und Bedrohungen sowie Anschläge auf Synagogen haben nicht nur in der jüdischen Gemeinschaft, sondern in großen Teilen der Gesellschaft tiefe Besorgnis und Entsetzen ausgelöst.
Doch wir überlassen Antisemiten und den Feinden der Demokratie nicht das Feld!
Deshalb rufen wir alle Demokraten auf:

„Steh auf! Nie wieder Judenhass!“

Große Kundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin
am Steh auf! Nie wieder Judenhass! Berlin Brandenburger Tor 14 September 2014 KundgebungSonntag, 14. September 2014, um 15.00 Uhr

Wir freuen uns, auch die Bundeskanzlerin begrüßen zu dürfen!

Die Angriffe auf die jüdische Gemeinschaft sind Angriffe auf die gesamte Gesellschaft.
Deshalb sind alle Bürger aufgerufen, aufzustehen gegen Judenhass!

WIR BRAUCHEN SIE ALLE! GEGEN JUDENHASS! FÜR EIN TOLERANTES UND WELTOFFENES DEUTSCHLAND!

Quelle: http://www.zentralratdjuden.de/


Jüdischer Friedhof in Berlin Weißensee

November 26, 2012

Der 1880 angelegte jüdische Friedhof im nordöstlichen Berliner Stadtteil Weißensee (seit 2011: Bezirk Pankow) gilt mit einer Fläche von ca. 43 Hektar als größter erhaltener jüdischer Friedhof in Europa. Die Zahl von fast 115.000 Grabmalen ist die höchste in Deutschland.

Zugang zum Friedhof erhält man heute am Eingang an der Herbert-Baum-Straße, die benannt wurde nach dem zionistischen und sozialistischen Untergrundkämpfer Herbert Baum (1912-1942), dessen sog. meist aus Juden bestehende „Herbert Baum – Gruppe“ in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft aktiven Widerstand leistete. Neben der Verteilung regimefeindlicher Flugblätter verübte die Gruppe u.a. im Mai 1942 im Berliner Lustgarten einen Brandanschlag auf eine anti-sowjetische Ausstellung. Das Nazi-Regime ließ daraufhin wahllos 500 jüdische Männer verhaften. Wahrscheinlich kam es deshalb zur Denunziation der Gruppe. Etwa 30 von ihnen, darunter eben auch Herbert Baum und seine Frau wurden verhaftet und von den Nazis hingerichtet. Auf dem für Herbert Baum nach dem Krieg in der DDR am Friedhof aufgestellten Ehrenmal neben dem Tahara-Haus steht zu lesen: „Er war ein vorbildlicher Kämpfer gegen Krieg und Faschismus“.

Das von weitem schon sichtbare Tahara-Haus mit Sitz der Friedhofsverwaltung findet sich gleich am Eingang hinter der Mauer und dem schmiedeeisernen Gitter des Eingangs. Vor der Tahara befindet sich eine kleine runde Parkanlage zum Gedenken an „sechs Millionen“ ermordeter Juden mit einzelnen Steinen, welche eine Auswahl von Namen von Konzentrationslagern nennen. In der Mitte befindet sich ein Stein mit der Widmungsinschrift: „Gedenke Ewiger was uns geschehen. Gewidmet dem Gedächtnis unserer ermordeten Brüder und Schwestern 1933 – 1945 und den Lebenden die das Vermächtnis der Toten erfüllen sollen. – Die Jüdische Gemeinde zu Berlin“

Herbert Baum (1912 – 1942)

Entlang der Umfassungsmauern des Friedhofs befinden sich eine imposante Anzahl monumentaler Grabmalanlagen, die keinen Zweifel daran lassen, dass ihre Errichtung kostspielig war. Sie heben sich damit sehr deutlich von den meist eher bescheidenen, in der Mehrzahl auch sehr schlichten Grabsteine innerhalb der einzelnen Sektionen im Inneren des Friedhofs ab, wo monumentale Grabmale nicht die Regel sind. Ähnliche Grabmonumente kann man auf jüdischen Friedhöfen reformerischer Gemeinden überall im Lande sehen. Der Weißenseer Friedhof kann aber als wesentlichster Friedhof des deutschen Reformjudentums gelten und bietet diesbezüglich zweifellos eine Reihe an Superlativen, was Anzahl und Ausmaße entsprechender Monumente anbetrifft. Das Anliegen vieler hier bestatteter Personen reichte über das Bekenntnis zum Judentum hinaus und fixierte sich eher die Demonstration zur Zugehörigkeit zur Bildungs- und Finanzelite des Bürgertums und des Deutschen Reiches. Sehr viele der hier beigesetzten Verstorbenen und ihrer Angehörigen verfügten in ihren Biographien über sehr rasanter öffentliche Karrieren die sie schnell berühmt und reich werden ließen. Mit den bescheidenen Lebensweisen traditioneller und orthodoxer Juden hatten imposante Grabmale, die oft wenig mehr als den bloßen Familiennamen verkündeten nichts zu tun, von frommen Taten ist selten oder gar nicht die Rede.

Grabmal der Familie Rathenau in Berlin Weißensee

Zwar hat die Berliner Stadtregierung die Pflegschaft für eine Reihe der Grabmonumente übernommen, doch beträgt ihre Anzahl nur etwa ein Promille der vorhandenen Gräber und so gibt es unter der großen Menge stark beschädigter Monumente und Grabsteine zweifellos einen Prominenten-Bonus. Selbstverständlich ist dabei das Attribut „prominent“ im zeitlichen Kontext sehr variabel. Tendenziell bevorzugt die gegenwärtige Friedhofspflege aber Hauptwege gegenüber hinteren Reihen und entsprechend werden auch eher repräsentative Monumente restauriert als solche die (heute?) weniger bekannten Namen und Personen zugeordnet werden. Während viele Wege zwischen einzelnen Sektoren des Friedhofs offensichtlich regelmäßig sogar von Herbstlaub gereinigt werden, wachsen viele Zwischenräume einzelner Grabreihen fast mannshoch mit Gestrüpp zu. Während das eine ein fast tägliche Pflege signalisiert, ist letzteres ein Indiz dafür, dass hier jahrelang überhaupt nichts gemacht wurde. Obwohl zwar die Weisheit gilt, dass im Tod alle Menschen gleich sind, heißt dies aber offenbar nicht, dass sich die Lebenden gegenüber jedem Toten gleich verhalten. Davon kann kaum die Rede sein. Andererseits ist an vielen der prächtigen Grabmale zu sehen, dass trotz allem Aufwand zu ihrer Errichtung vielerorts nur noch Bruchstücke der beschriebenen Namen und Identitäten erhalten geblieben sind. Falls überhaupt noch vorhanden sind zahlreiche Trümmer ehemals kostbarer Grabsteininschriften übereinander gepurzelt, mit Dreck verschmiert, von Staub und Spinnenweben eingehüllt oder teilweise von Efeu und anderem Gestrüpp zugewachsen. Monumentaler Prunk und achtloser Zerfall vermischen sich deshalb tausendfach in stets neuen Variationen.

The Jewish Cemetery of Berlin Weißensee, established in 1880 with some 115.000 grave sites is one of the largest in Europe (in Lodz for instance there are 160.000). Only the major paths of the cemetery are maintained carefully. The City of Berlin has a special care for a prominent 0.1 % of the grave markers. So some of the ways at the cemetery are kept free of daily leaf fall while at many other parts the space between two rows of graves are overgrown entirely. Many prominent monuments get some care and restoration, while many others vanish away.
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Spuren jüdischer Geschichte im mittelalterlichen Berlin

November 8, 2012

Video:

Ausgrabungen am “Großen Jüdenhof” in Berlin Mitte (Grunerstraße / Jüdenstraße beim Stadthaus). The voices in the background of the video belong to a German school class (prob. age 16) which attended the tower at the same time.

 

Berlin feierte in diesem Jahr seinen 775. Geburtstag. Das Datum bezieht sich auf die älteste bekannte Erwähnung bezieht sich auf einen Priester namens Symeon von Cölln (Köln) vom anderen Ufer der Spree. Der älteste urkundliche Beleg für den Ort Berlin selbst stammt erst aus dem Jahr 1244 und weitere sieben Jahre später, 1251 wird jenes Berlin auch erstmals als Stadt bezeichnet. Ein Siegel aus dem Jahr 1253 notiert den Namen sogar als Berlinburg. Erst im Jahre 1709 schließen sich Berlin und Kölln (die Schreibweisen variieren in den Jahrhunderten) zur gemeinesamen Stadt Berlin zusammen, die dann auch den Namen des bevölkerungsreicheren Teils annimmt.

Rekonstruktion von Altberlin und Cölln von Karl Friedrich von Klöden (1786-1856)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1e/Kl%C3%B6denplan-Berlin-K%C3%B6lln-Anfang-13tes-Jahrhundert.jpg

 

Eine Widmungstafel am Mauerrest in der Waisenstraße markiert einen „Rest der mittelalterlichen Berliner Stadtmauer“ (der eigentlichen Berliner Mauer sozusagen …):

Errichtet um 1250 – im 14. Jahrhundert ergänzt – die Stadtmauer umgab beide Stadtteile Berlin und Cölln – die noch vorhandenen Mauerteile wurden durch an An- und Umbauten verändert – im 17. Jahrhundert verstärkt durch Bastionen.

Um 1680 zwischen Stralauer Strasse und Klosterkirche durch Häuser ergänzt – seit 1924 befindet sich im Hause Waisenstrasse 16 die Gaststätte „Zur letzten Instanz“. Die 1963 restauriert und erweitert wurde.“

Eine jüdische Besiedlung Alt-Berlins ist am sog. Großen Jüdenhof (Jüdenstraße/ Grunerstraße) bereits im 13. Jahrhundert belegt, wo derzeit archäologische Grabungen unterwegs sind in der Hoffnung, dort Überreste des mittelalterlichen Eruws zu finden. Die Mehrzahl der Funde datieren aber in weit jüngere Zeit. Bis in die Neuzeit hinein war der Hof von 12 Häusern umgeben. Erst in der Zeit der DDR wurden die Bauten neben dem Stadthaus abgerissen und als Parkplatz benutzt. Die archäologischen Grabungen, die man von einem Aussichtsturm aus gut überblicken kann, liefern deshalb überwiegend auch Gemäuer aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Lediglich eine derzeit freigelegte Wand ist erkennbar mittelalterlich, wie auch die Grabungsleiterin gerne erklärt und dabei Auskunft darüber gibt, dass bislang keine plausiblen Indizien für die gesuchte Synagoge oder den offenbar noch stärker erhofften Fund einer mittelalterlichen Mikwe zum Vorschein kamen. Offenbar aber ist man diesbezüglich in Berlin dann aber doch etwas nüchterner als etwa in Erfurt …

Schenkt man der Beschreibung Glauben, hatten die Juden es nicht weit vom Judenhof (wo sie als autonome Selbstversorger wohl alles was sie zum Leben brauchten bereits hatten) zum Molkemarkt, um dort Kredite zu geben oder Geld zu wechseln, wahrscheinlich (- Molk = Melk = Milch -) gegen Milch oder Käse, die damalige Landeswährung von Alt-Berlin und Cölln, die bei unsachgemäßer (Be)Handlung schnell ranzig oder sauer werden konnte. Welch ein Glück, dass solche Beschreibungen heutzutage ohne Klischees auskommen …

Am Aussichtsturm beschreibt ein angeblich genauerer Übersichtsplan das Grabungsgelände. Daraus ergibt sich, dass der Bereich der länglich nach Südosten ausgerichteten Häuser 2,3 und 4 direkt am Stadthaus bislang nicht ausgegraben und untersucht wurden. Zwar ist aus dem Sachzusammenhang eher dort die Synagoge zu erwarten, doch … wie die Archäologen mitteilen, sind dort für Grabungen (zumindest bislang) keine weiteren Mittel bewilligt.

Remnant of a medieval house wall at the “Great Jews Court” in the heart of Berlin

 

Die erste bekannte Ansiedlung im alten Berlin bestand bis zur Ausweisung der Stadt im Jahre 1573. Zwischenzeitlich kam es wie andernorts auch gelegentlich zu Übergriffen auf die jüdische Gemeinde. Ohne dies relaitivieren zu wollen, ist es nicht verkehrt zu berücksichtigten, dass sich die Chrisen in allen Jahrhunderten gegenseitig noch weit mehr und grausameres zufügten. Im Sommer 1510 sollen aber nach einem Schauprozess vierzig Juden getötet worden sein (zehn weitere brachte man vorher schon um), weil ein Christ aussagte, er habe einem Juden eine „geweihte Hostie“ (was das nun ist, erklärt, wie wir gesehen haben das “Jüdische Museum in Berlin  *hüst*  wörtlich heißt es ja “Schlachtopfer”) verkauft, damit dieser selbige mit seinen anderen Judengenossen sie „schänden“ könne. Inwieweit solche “Berichte” (es kommendort natürlich auch der Toposvom geschlachteten Kind für die Matzen vor, während Beschreibungen der örtlichen jüdsichen Verhältnisse dürftig sind) authentisch sind, ist wie andernorts strittig. Aber vorausgesetzt wäre es eben vorausgesetzt. Als die Gemeinde 1573 ausgewiesen wurde hatte sie ihren Sitz mit der Synagoge offenbar in der heutigen Klosterstraße.

Immerhin erinnert heute an der Mollstraße 11 ein Denkmal an das Ereignis des Jahres 1510, bzw. an die Geschichte:

Dieser trägt sogar eine hebräische (!) Inschrift:

 

פו נקברו

עצמות הטהרים מתושבי קהלתנו הקדמוניה

ברלין

נהרגים והנשרפים על קדושת השם ביום יב אב

שנת ה’רע

ויצב מאיר בן ר אברהם סלומונסקי מצב הזאת

על משכבותם בשנת תרצ”ה לפק

Das heißt nun: „Hier sind die reinen Gebeine der Mitglieder unserer vorhergehenden Gemeinde Berlin, ermordet und verbrannt zur Heiligung des Gottes am 12. Aw 270. Meir ben Abraham Slomonski setzte dieses Denkmal im Jahr 675.“

Der 12. Aw (5)270 entspricht im christlichen Kalender dem 19. Juli 1510, das Jahr (5)695 dem christlichen Jahr 1935.

Der in Berlin geborene Meir (Martin) Salomonski (1881-1944) war von 1910 bis 1925 Rabbiner in Frankfurt an der Oder. 1911 erwarb er mit seiner Arbeit „Gemüseanbau in der Mischna“ seinen Doktortitel. Während des Ersten Weltkriegs war er Feldrabbiner und wurde dafür mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Ab 1925 war er Rabbiner der „Liberalen Synagoge“ in Berlin und in den Jahren 1939-1940 in der Neuen Synagoge Oranienburger Straße. Die von ihm gestiftete Tafel zur Erinnerung an die Ermordung der Menschen der jüdischen Gemeinde im Jahre 1510 wurde 1935 in der Lietzmannstraße, der späteren Gerlachstr. Aufgestellt. Heute befindet es sich etwas versetzt an der Mollstraße. Salomonski komponierte auch Orgelwerke für den Dienst in der Synagoge seiner Gemeinde. 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert wo er am 16. Oktober starb.

1988 wurde der Tafel noch auf Deutsch zugefügt: „Im Jahre 1510 wurden 38 Berliner Juden wegen angeblicher Hostienschändung verbrannt. Ihre Gebeine sind hier bestattet.“

Ob nun tatsächlich am ersten oder jetzigen Standort des 1935 errichteten Denkmals im Jahr 1510 auf gerichtliche Anordnung verbrannte Juden bestattet wurden, ist nicht nachweisbar. Der Umstand, dass der Stifter des Denkmals selbst in Auschwitz umkam ist in diesem Zusammenhang natürlich zusätzlich tragisch-makaber, besagt dazu aber nichts.

Am fünfhundertsten Jahrestag legte der Kultursstaatsekretär Berlins einen Kranz an das Denkmal und forderte bei einer Rede zu “Toleranz” auf. Unklar blieb jedoch, ob nun endlich gegen die Täter ermittelt werden soll – so langsam wäre es an der Zeit!

 

* * *

 

Zeitgleich zur mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Alt-Berlin bestand eine weitere im heutigen Stadtteil Spandau. In der dortigen „Jüdenstrasse“ versucht eine etwas eigenartige Inschrift daran (?) zu erinnern:

Bis 1938 hieß diese Straße JÜDENSTRASSE, ob es sich dabei ursprünglich um Ghetto gehandelt hat oder ob von Anbeginn an diese Straße Mitbürger jüdischen und christlichen Glaubens nebeneinander lebten, verliert sich im Dunkeln der Spandauer Stadtgeschichte. Tatsache ist, dass es im Laufe der Geschichte in Spandau Judenverfolgungen gegeben hat.

Die Umbenennung der Jüdenstraße dokumentierte für alle erkennbar den dem Nationalsozialismus innewohnenden Rassenhass, der selbst äußerliche(n) Symbole jüdischen Glaubens ausmerzen wollte. Dieser Rassenhass bedeutete für unsere jüdischen Mitbürger den unausweichlichen Gang in die Gaskammern der Konzentrationslager und die fat völlige Vernichtung. Jeder von uns ist aufgerufen, diesen Teil der deutschen Geschichte nie zu vergessen und diese Unmenschlichkeit nie wieder zuzulassen.“

 

Die Inschrift besagt nichts über die mittelalterliche Geschichte der Juden in Spandau, die durchaus erwähnenswert wäre, schließlich befand sich in Spandau der jüdische Friedhof, der auch von den Juden aus Berlin benutzt wurde. Aber die mittelalterliche Geschichte der Juden „verliert sich im Dunkeln“ wie konstatiert wird. Dies scheint nicht weiter tragisch zu sein, da es scheinbar „Tatsache ist“, dass es in Spandau sowieso zu „Judenverfolgungen“ kam. Da „Judenverfolgung“ und „jüdische Geschichte“ offenbar als (weitgehend) synonyme Begriffe aufgefasst und vermittelt werden (sollen), ist das solcherart wohl auch schon wieder hinreichend erklärt. Diese Stilisierung findet ihre Fortsetzung in der Hypothese, der (zweifellos nicht von Juden erdachte) Name „Jüdenstraße“ sei ein – Zitat – „äußerliches Symbol jüdischen Glaubens“. Nicht minder schwülstig und leer ist das Gerede von „Mitbürgern jüdischen und christlichen Glaubens“ die im mittelalterlichen Spandau nebeneinander gelebt hätten. Es stellt sich die Frage, warum nun ein Miteinander ausgeschlossen werden muss. Schon das benachbarte Berliner Beispiel des Judenhofs (es gab zwei davon, weshalb der eine nun der Große J. heißt) zeigt aber bereits, dass es sich nicht um ein “Ghetto” im Sinne romantischer Antisemiten handelte, sondern um einen von Juden so gewünschten Eruv. Aber wer interessiert sich schon für die jüdische Perspektive jüdischer Geschichte?

* * *

Der mittelalterliche Friedhof in Spandau, seit 1314 urkundlich nachweisbar und als „Spandauer Judenkiwer“ (man vermutet eine Ableitung von hebr. קבר – kewer = Grab) bekannt, befand sich wie vermutet wird auf dem Gebiet Hasenmark genannten nördlich des alten Spandau. Eine Reihe der Grabsteine wurden von den Christen nach 1510 als Baumaterial missbraucht. Heute sind 75 bei verschiedenen Bauarbeiten gefundenen Steine und Fragmente im Keller der Bastion Königin in der Spandauer Zitadelle erhalten. Als ältestes Fundstück gilt der Grabstein des ר יונה בר דן (Rabbi Jona ben Rabbi Dan), bei dem offenbar nur glatte Flächen beschrieben wurden. Zu seinem Tod ist angegeben שהלך לעולמו בירח מרחשון ה לפרט, … der zu seiner Welt ging im Monat Marcheschwan, 5 nach der Zählung. Deutet man die (vollständige?) Angabe als Jahreszahl 5, d.h. als 5005, so entspricht das Datum etwa dem Oktober 1244. Ein weiterer Stein wurde einem ר בנימיו בר מרדכי (Rabbi Binjamin ben Rabbi Mardechai) gewidmet, der im am 27. Tamus des Jahres 44 (= 5044) starb, was nach christlichem Kalender dem 12. Juli 1284 entspräche. Ein anderer ist רבקה בת יהודה (Riwka bat Jehuda) gewidmet und stammt womöglich aus dem Jahr 104 (= 5504, bzw. 1344). Der jüngste Stein der Sammlung wird auf das Jahr 1474 datiert.

 

 

* * *

Von A nach B

Über mittelalterliche Juden aus Berlin ist abgesehen von nicht weiter systematisierten Grabsteinfragmenten und dort genannten Namen wenig bekannt. Ins mittelalterliche Augsburg führt eine Spur zu ר קלמן יוסף מי עיר קולין was wahrscheinlich als Cölln und nicht als Köln (קלן) zu verstehen ist, der im Jahre 1331 von dort kommend auch als Händler in Augsburg in Erscheinung trat. In jener Zeit war Brandenburg im Besitz des Wittelsbacher Kaisers Ludwig dem Bayer, der dort seinen Sohn als Herrscher einsetzte. Kaiser Ludwig hatte recht gute Beziehungen zu den Führern der jüdischen Gemeinde in Augsburg, die ihm immer wieder stattliche Summen liehen und ihn so erlaubten, sich in Szene zu setzen. Bei einer Gelegenheit verpfändete er dafür sogar seinen Sitz München. Es ist deshalb plausibel, dass Kalman Josef in diesem Zusammenhang von Berlin nach Augsburg kam, offenbar um von dort Waren, darunter auch Wein nach Berlin zu liefern. Ob es der einzige Zweck seines Aufenthaltes war, ist unklar, aber eine leichte Reise wird das damals nicht gewesen sein.

Auch die neuere Berliner Gemeinde hat Bezüge zum schwäbischen Judentum. Zu den ersten Juden, die 1670 der Einladung des Brandenburger Kurfürsten folgten gehörten Hirschel und Abraham Ries, die aus Wien kamen, aber wie der Name schon sagt, aus dem Ries stammten. Aus ihrer Ansiedlung und der ihrer Kollegen ging die größte jüdische Gemeinschaft hervor, die um das Jahr 1930 über 150.000 Menschen umfasste.

* * *

Quellen:

Michael Brocke – “Die hebräischen jüdischen Grabmale in Spandau 1244-1474“, in: Ausgrabungen in Berlin. Forschungen zur Ur- und Frühgeschichte, Berlin 9 (1994)

wikipedia

Besuch vor Ort

 


Scenes from Berlin

November 5, 2012

 

Fernsehturm am Alexanderplatz mit Teil der sog. Weltzeituhr

Hackescher Markt abends mit Fernsehturm

Berliner Dom mit Fähre

Rotes Rathaus Berlin

Hackeschen Höfe Berlin

Marienkirche mit Fernsehturm

Schwarz-Rot-Gelb: Deutsche Mülltrennung in Berlin Weißensee

Quadriga, Brandenburger Tor Berlin

Reichstag Berlin

Pause: Berliner Bär am Brandenburger Tor

Holocaust Mahnmal Berlin

Kanzleramt Berlin

sieht aus wie ein Obama-Denkmal, ist aber Axel Springer gewidmet

Überreste der Berlin Mauer an der Axel Springer Straße

vor der Synagoge in Rykestr. Berlin

Synagoge Oranienburger Str. Kuppel mit Türmen

Grabmal des Malers Max (Mosche b Elieser) Liebermann

See: http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Liebermann

Gedenken an den im Alter von 20 am Alexanderplatz totgeschlagenen “Jonny K.” (Oktober 2012)

Souvenirs: Berliner Bären

Aussichtsplattform Mittelalterliches Berlin am “Großen Jüdenhof”

Archäologische Ausgrabung am Platz des mittelalterlichen “Großen Jüdenhof” (eruw)

Rotes Rathaus mit Fernsehturm vom Großen Jüdenhof aus gesehen


Die Berliner Matzen – Polizei

November 1, 2012

Wenn man das Jüdische Museum in Berlin besucht hat, hat man schon einen guten Eindruck davon, wie man zweitausend Jahr jüdischer Geschichte in „Deutschland“ auf dreihundert (Jahre) Klischees reduzieren kann. Man kann lernen, wie man auf den „Gesichtern“ von jüdischen Opfern herumspringt und sie dadurch zum „Klingen“ bringt (sich dann aber über sog. U-Bahn-Schläger echauffieren!?)  –und in der beton-charmanten Dunkelkammer kann man „den Holocaust“ fühlen. Auch hat es für viele wohl einen denkbaren “Reiz“, sich als Terrorverdächtiger durchleuchten zu lassen, noch bevor man die erste Menora-Kopie zu Gesicht bekommt, … doch was bleibt sonst außer den traurigen, weil zerbröckelnden Friedhöfen?

Wo trifft man das (angeblich, mit Hilfe des Axel Springer-Verlags propagierte so “pulsierende”) „jüdische Leben“ in Berlin? “Insider” verweisen da u.a. auf das „Beth Cafe“ in der Tucholsky-Straße. Das ist so benannt nach dem hebräischen Wort für Haus, nicht nach dem (etwa gleichklingenden deutschen) Schlafplatz. Der integrierte Laden nennt sich „כל-בו“ verspricht also etwa „alles drin“. Dann mal sehen, was sich verändert hat zu früher, als da noch nichts “pulsierte”.

Draußen stehen erst mal zwei Polizisten. Das war vor ‘nem Jahrzehnt auch schon so, nur dass sie damals noch grüne Uniform-Jacken trugen. Heute sind es eben blaue. Warum das so ist, wird mir auf Anfrage sogleich erklärt: Die Farbe der Uniform sei jetzt Ländersache. Klar, dürfte die Stadt entscheiden, wären sie ja vielleicht auch rosa. Vielleicht der nächster Zeit! Wie auch immer … kol bo, alles inbegriffen.

Kol Bo Bet Cafe Berlin 1998

Kol Bo Berlin 1998

Vor dem Laden gibt es eine Absperrung mit einem Schild, das sich auch vor Museen und vor Synagogen und Synagogen-Resten in Berlin findet. Drauf steht:

Es ist polizeilich untersagt, Fahrzeuge und andere Gegenstände aller Art auf der Fläche vor diesem Gebäude abzustellen. Bei Zuwiderhandlungen wird die Entfernung auf Kosten des Verursachers veranlasst. – Der Polizeipräsident in Berlin

Erleichtert stellen wir fest, dass wir anders als beim Museum unsere “Sachen” wenigstens behalten dürfen. Hinter der Glastür mit der Aufschrift כשר befindet sich nun die kleine, etwas enge Cafeteria, die aber ohne Gäste ist. Fast, denn am Nebentisch sitzen zwei alte Männer und quasseln auf Hebräisch, immerhinOffenbar sind es Rentner, denn sie vergleichen die Situation von solchen in Deutschland und Israel und überhaupt “die Lebensverhältnisse” in beiden Ländern, und ja … auch die Leute.

Als wir uns setzen, meint einer der Alten: „גם היהודים בגרמניה הם רק גרמנים“ und als bedürfte es dafür einer sofortigen Bestätigung  dafür, kommt auch der Kellner auf mich zu, forschen Schrittes und mit erhobenen Händen rudernd, um mir zu sagen, dass es hier keine Drehgenehmigung gebe, ja und das auch fotografieren verboten sei.

Was für eine Drehgenehmigung? Hää? Bitte waaas …? Wir waren ja gerade mal an den Tisch herangetreten, an welchen wir uns setzen wollten und hatten nur Taschen und Rucksäcke auf die Stühle gestellt, und ja, tatsächlich, die Videokamera stellte ich eben auf dem Tisch ab, um sogleich die Jacken und Mäntel auszuziehen, Platz zu nehmen und die Speisekarte zu sondieren. So wenigstens wäre der “Plan” gewesen. Aber so geht das nun mal nicht.

Der Kellner zeigte sehr bestimmt mit dem Finger: Auf dem Tisch fand sich der Hinweis, dass das Benutzen von Mobiltelefonen, Fotokameras (digital und analog), Videokameras und PCs, sowie Laptops nicht gestattet sei – aus Sicherheitsgründen – und das Ausnahmen nicht möglich seien. Da standen wir also wieder erst mal etwas verdutzt herum. Gehen? Bleiben? Lachen? Streiten? Lachen? Gehen? Bleiben?

Ich steckte die Videokamera in den Rucksack – aus Sicherheitsgründen – und murmelte, dass wir sowieso das, ähm … Drehbuch im Auto vergessen hätten, ich nur schriftliche Notizen machen würde … Der Kellner schien befriedigt und ging wieder weg. Nachdem wir Platz genommen hatten, kam eine Frau und fragte nach unseren Wünschen. Wir bestellten einen Milch-Kaffee und ein Bier. Letzteres war ein Fläschchen Makkabi. 0.33 Liter für 4.90 €, das ergibt einen Literpreis von 15 Euro. Dafür gäbe es in Israel eine saftige Watschen und zwar völlig zurecht! Bei der letzten Wiesen kostete die Maß maximal 9.50 Euro. Aber was nutzt es zu lamentieren? Es dient bestimmt der Sicherheit und passt sicher auch zum Klischee, dass israelisches Bier preiswert ist.

Aus irgendeinem Grund liefen nun (etwas laut) Schnulzen mit Titeln wie „Maria“ (mia san mia ..!?), „Don’t cry for me Argentina“ (tja, warum auch?!) und dann auch noch das nicht minder leidige „Age of Aquarius“. Das niedrig-przentige, dafür hochpreisige Bier und der Milch-Kaffee wurden serviert, dazu rätselhafter Weise aber eine Schale mit Matzen und roter, schwach gewürzter Ölsauce. Letztere machte uns im Gegensatz zu dem Matzot etwas neugierig. Die akademische Vermutung: wohl eine Art Sambal oder so?

Gehörte das nun zum Milch-Kaffee oder zum Bier? Zu den Matzen? Oder nicht eher zu Pessach? Schwer zu sagen. Eine Verwechslung mit anderen Gästen konnte es nicht sein, da keine da waren und die beiden Alten nun auch gingen. Wegen dem Gedudel? Möglich.

Illegales Foto: Oktoberfest in Berlin: Matzen zur Sicherheit

Harmony and understanding, sympathy and trust abounding …“ Eigenartig, aber in einem Regal des Cafes entdeckten wir nun ganze Stapel von Matzen-Packungen, die offenbar zur Identität der Einrichtung dazu gehört. In Rothenburg ob der Tauber gibt es einen Weihnachts-Laden, der ganzjährig geöffnet hat, vielleicht ist das hier als eine Art Entsprechung der Matzen-Laden. Hartes Brot, sie servieren es täglich …

Auf einer Karte konnte man über die Einrichtung selbst lesen, etwa dass das Cafe eine “gemeinnützige Einrichtung” sei und nicht auf Gewinnerzielung angelegt sei – klar, das erkennt man ja schon am Bierpreis – die sich als „integraler Bestandteil der Gemeinde” sehe:  „Es dient dazu, den Mitgliedern, den jüdischen Bürgern und Gästen der Stadt Berlin die Beachtung der religionsgesetzlich vorgeschriebenen Speisegesetze zu ermöglichen.“

Müsste also nur noch geklärt werden, welche Vorschrift besagt, dass man im November zum Bier oder zum Milch-Kaffee Spätherbst-Matzen essen sollte. Aber man muss nicht alles verstehen. Es wird schon der Sicherheit dienen und wenn es zudem noch gemeinnützig ist, kann es ja allen auch recht sein. Dafür sorgt schon die Matzen-Polizei vor der Türe

No more falsehoods and derisions, golden livin dreams dreams of visions, mystic matzah revelation, the mind’s truest liberation. Ma‘tze’os! Ma’ma‘tze’os!”

Auf dem Weg zum WC im hinteren Teil begegnet man noch einem gerahmten Elvis-Porträt und … ach, das ist eigentlich keiner Beschreibung wert.

Auf der Webseite des Establishments kann man Infos nachlesen und auch Photographien sehen:

http://www.adassjisroel.de/beth-cafe

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In Berlin’s Tucholsky Str. at the kosher advertised “Beth Café” end of October you can get a little bottle Maccabee Beer from Israel for 5 Euro and surprisingly a small dish with matzah with an oily chilli sauce, if that was not for the café au lait. For security “reasons” you are not allowed to use your mobile phone or camera, so the question is what the two police men in front of the shop actually are good for? Our educated guess: it is the Matzah-police.

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Memorial to Henriette Aronhold 1861 Berlin – 1944 Theresiensadt