Moses in Augsburg

July 20, 2018

Moses-Glasfenster im Augsburger Dom

משה רבנו חלון הזכוכית באוגסבורג

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Muslime beten im Augsburger Dom

January 24, 2016

Was für manche Zeitgenossen wohl nach einem „Schreckgespenst“ klingt war vor rund 40 Jahren wohl Normalität. Zumindest lässt sich dies aus der Abbildung der offiziellen Publikation „Jubiläumsschrift 973 St. Ulrich 1973“ entnehmen, die zur Tausendjahrfeier von der Diözese Augsburg herausgegeben wurde. Auf Seite 60 abgebildet: „Mohammedanische Gastarbeiter beten im Augsburger Dom“.

Muslime beten im Augsburger Dom 1972 Gebetsteppich Säule1972: Muslim prayer at Augsburg Cathedral

Mohammedanische Beter im Augsburger Dom 1973מוסלמים להתפלל בקתדרלה של אוגסבורג

المسلمون للصلاة في كاتدرائية أوغسبورغ

Jubiläumsschrift 973 St. Ulrich 1973 Diözese AugsburgJubiläumsschrift der Diözese Augsburg

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נביא דניאל der Augsburger Prophet Daniel

February 9, 2015

daniel augsburg

One of the 5 stained glass windows of the Augsburg Cathedral (dated about the year 1140) usually called “Propheten-Fenster” (prophet-windows) in German has the biblical figure of Daniel (the other are Moses, Yona, Hosea and King David, who – as well known and maybe oldest known cartoon figures in Augsburg we use as guides in our Jewish history tours in the city. There also are animated version of them, which soon will be released as videos.

Today Nawi Daniel greets ! אוגסבורג שלוםAugsburg, Shalom!


Erste Stolpersteine in Augsburg

May 27, 2014

Peutinger-Haus Augsburg Stolpersteine Adlhoch DemnigVersammlung vor dem Peutinger-Haus in der Peutinger Str. 11

Am 26. Mai verlegte Gunter Demnig die ersten beiden Stolpersteine in Augsburg. Sie erinnern an die Katholiken  Anna und Hans Adlhoch und wurden – stadtgeschichtlich symbolträchtig – beim Peutinger-Haus verlegt – gegenüber des Doms.

Stolpersteine Adlhoch AugsburgGedenksteine für Anna und Hans Adlhoch

Demnig Stolperstein Augsburg

Für sein Stolperstein-Projekt wurde Demnig bereits im Jahr 2005 mit dem mittlerweile weithin anerkannten German Jewish-History Award der Obermayer Foundation ausgezeichnet:

http://www.obermayer.us/award/awardees.htm

Seitens des JHVA befürworten wir ausdrücklich auch die Einsetzung von Stolpersteinen zur Erinnerung an die ermordeten Augsburger Juden. Nur wer sich vor Ort mit seiner eigenen Geschichte auseinandersetzt, kann verstehen, was Geschichte ist. Wer aber aus rein egoistischen (Ab)Gründen anderen Generationen die Gelegenheit dazu verheimlichen will, handelt töricht und wird deshalb selbst keinen guten Namen in der Zukunft besitzen.


Moses, Augsburg

July 31, 2013

Augsburg Dom Glasfenster Mosesdepiction of Moses = [m]Oyses = Μωυσῆς = Moshe = משה  =  موسى

 12. or 13. century glass window at Augsburg Cathedral (2009)


Vom Judenhut im Augsburger Mittelalter

August 4, 2009

Augsburger Prophetenfenster Daniel, angebl. 11. o. 12. Jhd.

Augsburger Prophetenfenster Daniel, angebl. 11. o. 12. Jhd.

Auf päpstliche Anregung machten sich im Jahre 1215 einige europäische Herrscher daran, nichtchristliche Minderheiten an ihrer Kleidung zu kennzeichnen. Zuerst umgesetzt wurde dies in Frankreich mittels eines kleinen gelben Rades (rouelle). Es handelt sich hier jedoch nur um eine nachahmende Reaktion auf eine Gepflogenheit der muslimischen Welt, die sog. Dhimmis verpflichtete, Markierungen an ihren Gewändern zu tragen, die es gewöhnlichen Muslimen erlaubte sie als Angehörige einer benachteiligten, aber eben doch geduldeten Minderheit zu erkennen. Als solche galten Christen, dunkelhäutige Muslime und logischerweise auch Juden. Sie mussten auf ihren Gewändern gelbe Flecken tragen. Der französische König Philip le Bel gab auch das Vorbild dafür, dass der Verkauf und die Verpachtung der Abzeichen zu einem einträglichen Geschäft wurden, wo immer die Regelung zum Tragen (sic!) kam. Analog zum islamischen Vorbild mussten unter christlicher Herrschaft nun Juden, und Muslime diese Abzeichen tragen.  Jedoch war diese keineswegs überall so und auch gab es eine hohe Anzahl von Varianten und somit keine wirkliche Norm. 1361 etwa wurde eine rot-weiße Farbe des Rädchens in Frankreich festgelegt. In England trugen Juden mancherorts auf Wunsch der Herrscher zwei aufgenähte Lappen in der Form von Tafeln auf der Brust, welche die Gesetzestafeln vom Sinai darstellen sollten, in deutschen Landen wechselte sich der „Judenfleck“ mit dem Rädchen und dem sodann wieder typischen gelben Spitzhut ab – polnische Juden hingegen waren hier und da verpflichtet einen grünen Judenhut zu tragen, usw. Man kann sich vorstellen, dass ein jüdischer Händler ggf. mehrere Exemplare für unterschiedliche Herrschaftsgebiete und Ansprüche mit sich führte, analog zu heutigen Maut-Plaketten.

reverting to ancestral traits

reverting to ancestral traits

Die allgemeine Verpflichtung ein Abzeichen zu tragen, ergibt sich in Augsburg erst relativ spät, nämlich im September 1434. Vorgeschrieben wurde nun ein großer gelber Ring im Durchmesser von etwa dem Drittel einer Elle, also fast 20 cm, was sodann gewiss nicht zu übersehen war. Innerhalb des Rings war ein sog. Judenhut dargestellt. Die Redensart vom „Hut in den Ring werfen“, sinnbildlich für eigene Ansprüche anmelden, wird aber wohl kaum von da herrühren. Auch das englische Hattrick, ursprünglich aus dem Cricket stammend hat leider nichts damit zu tun, wenngleich der Hut eine ursprünglich auszeichnende Bedeutung hatte. Die diskriminierende, negative ist womöglich eine Übertreibung, wenn nicht gar Erfindung der Moderne.

 

Der Judenhut als solcher hatte zunächst keine diskriminierende Bewandtnis, sondern war unabhängig in Gebrauch als Kennzeichen einer führenden Instanz, wie etwa dem Rabbiner oder Vorsitzenden einer jüdischen Gemeinde, wie verschiedene Anordnungen aber auch zeitgenössische Abbildungen darlegen. Man könnte dies vergleichen mit der ebenfalls herausragenden Kopfbedeckung eines christlichen Bischofs – und entsprechend wurden in deutschen Texten des Mittelalters Rabbiner häufiger auch „Judenbischof“ genannt. Im Augsburger Stadtrecht findet sich keine andere Verpflichtung zum Tragen eines solchen Hutes, als für den Verkäufer der jüdischen Fleischbank, um diesen eben als Vertreter der Gemeinde herauszuheben. Trotz der eindeutigen Funktion des Hutes als Kennzeichen der amtlichen Befugnis existierte freilich nebenbei der symbolische Gebrauch bei Nichtjuden als Kennzeichen für Juden. Beispiele dafür sind Illustrationen, von denen es gerade auch in Augsburg sehr prominente Darstellungen gibt, etwa in der Hirnschen Kapelle oder ungleich bekannter noch die sog. Prophetenfenster des Augsburger Doms, welche vier Propheten der jüdischen Bibel: Moses, Jona, Daniel und Hosea neben David König Israels darstellen. Ungewöhnlicher weise werden die Fenster in das 12., von manchen meist lokalen Historikern gar in das 11. Jahrhundert datiert.

teaching the lore all the more

teaching the lore all the more

Aus der allgemeinen Verpflichtung zur Kennzeichnung eine Kopfbedeckung zu tragen – eine Sitte die der Augsburger Rabbiner Maharam strickt ablehnte – entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert der inzwischen weltweit übliche Brauch eine Kippa oder Jarmulke zu tragen, oder einen Hut, speziell im 19. Jhd. auch Zylinder (wohl weil weit origineller als Kegel ..?) oder moderner nun auch wieder Baseball Caps, die anders als manche vermuten keiner biblischen Vorschrift entsprechen und auch auch kein talmudisches Gebot erfüllen, aber vielleicht gerade deshalb in eigentümlicherweise beachtet – mancherorts fordert man nun sogar Nichtjuden dazu auf – womit sich der (historische) Kreis ja nun auch fast wieder schließt.

Die mittelalterliche Hut-Mode freilich ist seitdem unbeachtet geblieben, was ein klein wenig schade ist.

now headcoverings are compulsory for all

now headcoverings are compulsory for all


Bischof empfängt Rabbiner im Augsburger Dom

March 14, 2007

Vor etwa genau einem Jahr empfing der Augsburger Bischof Walter Mixa den Rabbiner der liberalen jüdsichen Gemeinde Augsburg-Schwaben im Augsburger Dom zu einer “christlich-jüdischen Gemeinschaftsfeier” im Rahmen der “Woche der Brüderlichkeit”. Ebenfalls eingeladen war eine christlich-protestantische Schwester namens Susan Kasch.

"Gesicht zeigen"

"Gesicht zeigen"

Last year in March 2006 Walter Mixa the Catholic Bishop of Augsburg received Dr. Henry Brandt the reform Rabbi of the mainly Russian Jewish Community at Augsburg Catredral in the course of a “week of fraternity”.