Ausblicke

April 26, 2017

Im letzten Jahr wurde der Neubau zwischen dem Augsburger Ernst-Reuter-Platz und Annastraße, um die frühere Annapassage eröffnet, in welcher vor allem die Drogerie Müller Besucher (bzw. Kunden) anlockt. Die Passage, die früher zahlreiche Geschäfte und Cafes hatte, ist heute nur noch ein karger Durchgang in dem wenig zum Anhalten einlädt. Etwas zu Unrecht, wie einige Eindrücke aus dem ansonsten wohl noch leer stehenden Haus zeigen.

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Picasso in Augsburg ..?

March 7, 2014

In früherer Zeit war Augsburg (welt-)berühmt für seine kunstvoll bemalten Häuserfassaden, wovon heute nur wenig bekannt ist (Weberhaus, Kathan-Haus, Fugger-Palais). In der Regel noch weniger oder gar nicht beachtet, finden sich an einigen Fassaden in der Augsburger Annastraße (der  sog.”Fußgängerzone” wo Passanten eher auf die Schaufenster- Inhalte und deren Salz-, bzw “sale” – Gehalt achten (sollen ..??) auch Exponate …

… Kopf hoch, es gibt durchaus was zu sehen:

einige (vergleichsweise) moderne Fassaden aus der sog. Nachkriegszeit (1950er/60er Jahre) u. a. mit  Anlehnungen an den Kubismus, die so ähnlich auch von Picasso stammen könnten. Hier eine kleine Auswahl:

Augsburg Annastraße modern art detail kubismusModern Art in Augsburgs Annastr.

Augsburg Annastraße Fassaden

Augsburg Annastraße Fassade

Augsburg Annastraße Fassaden 2

modern art augsburg annastr detailgut schabbes 🙂

Kubismus Augsburg Annastraße

 


Augsburg wartet

December 11, 2013

Augsburg wartet, … zwar nicht auf Godot, aber etwa auf das Ende der Bauarbeiten in der Innenstadt, die Eröffnung der mit etwas skeptischen Unterton “UFO” genannten dreieckigen “Drehscheibe” am “neuen” Königsplatz, auf Weihnachten oder den neunten Tag des Chanucka. Wenige nur warten auf die Wiederaufstellung des von der jüdischen Bankiersgattin Sabine Bühler 1912 gestifteten Goldschmiede-Brunnens, der ganz knapp vor seinem 100. Jahrestag Anfang November 2012 … abgebrochen wurde.

Augsburger Goldschmiedebrunnen März 2012Augsburger Goldschmeide-Brunnen an seinem historischen Stellplatz

Wieder aufgerichtet werden sollte er im Frühjahr, doch ist davon rein witterungsmäßig nicht viel übrig geblieben und aktuell steht der Wiedererrichtung vor der Kreissparkasse bei der Anna-Kirche offensichtlich das als wesentlicher erachtete christliche “Weihnachts-Geschäft” im Wege. Der Unterbau des späteren Brunnens, im Laufe des Jahres mehrfach auf- und zugeschüttet, ist seit einigen Wochen mit einer grauen Plastikplanne überdeckt und seit dem Aufbau der christlichen Verkaufsbuden für Glühwein, Würstl und Co. mit Bauzäunen umrandet.

Goldschmiedebrunnen Augsburg Luther-Platz Karstadtdas abgedeckte Brunnen-Fundament Anfang November 2013

Die Brunnen-Figur ist noch immer eingelagert, weshalb sich die Aktivität innerhalb der Bauzaun-Eingrenzung derzeit vom blauen “mobi” Toiletten oder WC – Häuserl ausgeht. Umgeben von weihnachtlichen Glühwein-Duft muss dies in der Wasser-Stadt Augsburg derzeit als Anspielung auf den verwaisten und verschobenen Brunnen genügen.

Augsburg Goldschmiede Brunnen Ersatz AnnastrWasserkraft in Augsburg: Mobil-Toilette als Brunnenersatz hinter Glühwein- und Bratwurst-Buden

11.12.13


Der Augsburger Goldschmiedebrunnen

January 12, 2012

Augsburg ist seit Jahrhunderten schon bekannt für seine monumentalen Brunnen. Sie wurden mitunter von bedeutenden Künstlern ihrer Zeit geschaffen und stellen öfter mal römische oder griechische Herrscher oder Fabelwesen dar: Augustus, Herkules, Merkur, Nixen, Neptun und viele andere.

Zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten, August Bühler (1856-1910) , so heißt es, stiftete nun auch seine Witwe Sabine Bühler (geb. Ullmann, 1857-1930) der Stadt Augsburg einen Brunnen: den Goldschmiedebrunnen am Martin-Luther-Platz.

 

August Bühler war jedoch kein Goldschmied und zu seinem Andenken widmete sie ihm am jüdischen Friedhof Hochfeld in Augsburg bereits „in treuer Liebe und Verehrung“ einen Grabstein, auf dem zwanzig Jahre später auch sie selbst erwähnt wurde. August Bühler war angesehener Bankier in der Stadt und hatte 1882 als Teilhaber das Bankhaus „Gebrüder Bühler“ mitbegründet. Im Juli 1906 wurde die Privatbank „Bühler & Heymann, Augsburg und München“ mitsamt ihren Filialen von der bayerischen Vertretung der „Deutschen Bank“ geschluckt. Im Jahr darauf wurde im Zuge weiterer Zentralisierungen im deutschen Bankenwesen auch das benachbarte traditionsreiche Bankhaus Paul von Stetten durch die Dresdner Bank übernommen. August Bühler hatte nun als Privatier mehr Zeit sich als Mäzen für Kunst und Kultur zu betätigen, vor allem aber auch um Schach zu spielen. Er war Mitglied des Augsburger Schachclubs aber auch erfolgreicher Teilnehmer an Turnieren in anderen Städten. Seine Frau hätte ihm also durchaus auch einen Schach-Brunnen widmen können.

grave marker of August and Sabine Bühler (nee Ullmann)

Das nun aber als Goldschmiede- bzw. von gar nicht wenigen Einheimischen ebenso unpassend aber weil nicht beschildert durchaus verständlich auch als „Karstadt-Brunnen“ bezeichnete Werk zeigt auf einem klassischen Sockel einen Jüngling mit einem Pokal. Sportlich gedeutet könnte man auch an einen vielleicht künftigen Augsburger „Pokalsieger“ denken, jedoch wurde ihm seine ursprünglich vergoldete „Trophäe“ in der Vergangenheit schon so manches Mal geraubt. Da es sich um keinen Wanderpokal handelte, musste er stets ersetzt werden. Sogar die Figur selbst wurde in der Nazi-Zeit als „städtische Metallspende“ demontiert, dem Vernehmen nach aber Jahre später, so um 1950 (so ca. gegen drei Uhr Nachmitttags) im weit entfernten Hamburg wiedergefunden, auf einem Schrottplatz und zwar ohne Pokal.

Eingeweiht wurde der Brunnen, oder besser gesagt die Brunnen-Figur am Abend des 9. November 1912, was sich also in einigen Monaten runde hundert Mal jährt (… and that’s why …). Ansonsten ist vor Ort aus der Zeit von damals nicht viel geblieben. Der heutige Martin-Luther-Platz, hieß damals, wegen der Kirche, St. Annaplatz und wo heute das Kaufhaus Karstadt ist, da stand früher das Stetten-Institut (genauer gesagt, das „Barbara von Stetten’sches Töchter-Erziehungs-Institut“) , das man heute aber namentlich wieder woanders findet. Allem Anschein nach gab es aber an selbiger (?) Stelle wohl schon einen Brunnen – jedenfalls vermeldete rund sechzig Jahre zuvor das „Augsburger Tagblatt“ am Mittwoch dem 23. Juni 1852 aus der öffentlichen Sitzung des Augsburger Stadt-Magistrats vom Vortag: „Der Brunnen am St. Annaplatz soll in die Philippine Welser-Straße versetzt und beim Candelaber angebracht werden.“
Ob dieser Beschluss des Augsburger Stadtrats umgesetzt und der weiter nicht beschriebene Brunnen sozusagen „um die Ecke gebracht“ wurde? Jedenfalls ist in der Philippine-Welser-Straße zumindest heute kein Brunnen bekannt. Die eher klassische Machart des erhaltenen Brunnen-Unterbaus passt vielleicht auch nicht so ganz zum Stil der Figur und könnte durchaus älter sein. Der gegenwärtige Stadtrat jedenfalls hat beschlossen, es dabei nun auch nicht zu belassen, sondern den Brunnen zu versetzen, dichter an die Kirche, wo er früher schon mal bestanden haben soll. Soll keiner sagen, dass Geschichte langweilig sei 🙂

Wie dem auch sei, zumindest die Figur des jungen Goldschmiedes wurde von dem Maler und Bildhauer Professor Hugo Kaufmann (1868-1919) aus Berlin Charlottenburg geschaffen, der aus Hessen stammte, aber öfter als Neffe der Stifterin bezeichnet wird. In der Regel fertigte er bei Brunnenanlagen jedoch nur die dafür vorgesehenen Skulpturen. Hugo Kaufmann hatte sich als Künstler in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg durchaus Ansehen erworben. Zu seinen renommierten Werken gehörten u.a. der Samariterbrunnen im Homburger Kurpark, die Personifizierung der „Kunst“ an der Münchner Ludwigsbrücke (für welche er 1904 sogar mit einer Professur belohnt wurde), „die Freiheit“ am Einheitsdenkmal von Frankfurt am Main, der Münchener Merkur-Brunnen oder aber sein „David“. Kaufmann hatte auch die fortan als Preis verliehene „Virchow-Medaille“ entworfen und schuf als Maler eine Reihe aufschlussreicher Genrebilder.
Nun aber zur Quizz-Frage: Wer hat Hugo Kaufmann für die Figur des jungen Goldschmieds Modell gestanden?

Spätestens bis zum 9. November 2012 sollten unsere aufmerksamen Leser diese Frage richtig beantwortet haben, andernfalls bleibt auch auch der Pokal-Halter vor dem Karstadt – Gebäude mehr oder midner ein mythologische Gestalt.

 

On November 9th, 1912 in Augsburg a new fountain was inaugurated at then St. Annaplatz. The fountain maybe existed some time earlier, however the figure on its top was new and sponsored by Sabine Bühler, widow of late Augsburg banker August Bühler, on his behalf as it is said. The figure by Berlin artist Hugo Kaufmann however is that of a juvenile who holds a cup (most of the time, several of the cups were stolen) honoring the goldsmiths of Augsburg. Maybe you know are a cupwinner and may tell us the right answer who actually was depicted by Hugo Kaufmann? So tell us before the 100th anniversary and win a price.