Jewish History at the Augsburg Sudeten-German Day Meeting

May 27, 2015

JHVA Messezentrum Augsburg Sudetentag 2015

שולחן מידע של חברה ההיסטורית היהודית של אוגסבורג עם ספרים על היסטוריה המקומית ובגד יהודי היסטורי

בועידת ה -66 של הסודטים-גרמנים במרכז התערוכה אוגסבורג

At the 66th annual meeting of the organized Sudeten-German Landsmannschaft repeatedly held in Augsburg this time some aspects were different from previous gatherings. While on the one hand some more or less right-wing organizations like the “Witikobund” were excluded (their leaders of course were present in other functions), this time there were a number of Jewish themes presentations – at least from our part the one has nothing to do with the other (last year as visitor we had quite good talks with members of the Witiko). For instance there was a multi-part exhibition on former Jewish communities along the Czech-German border by Dr. Karl W. Schubsky as well as an  exhibition  (“Sonderausstellung”) of the Vienna based Böhmerwald Museum on “Jüdische Spuren in Böhmischen Grenzland” (Jewish  traces in the Bohemian border region/ www.boehmerwald.at).

Yehuda Shenef Peter Barton JHVA Sudetenbüro Prag Augsburg Messezentrum Vortrag

יהודה שנף ופטר ברטון על 750 שנים של היסטוריה משפחתית היהודית בוהמיה ושוואביה

Also our JHVA which for the first time attended the conference contributed to that and straightaway in two ways. On the one hand we had an information desk with a number of original Jewish garments (Baroque, Rokoko, Biedermeier, (worn by court Jews like Simon Ulmo, Simon Wolf Wertheimer and Isidor Obermayer) made after historical depictions by master taylor Margit Hummel  from Friedberg (n. Augsburg) and books by Yehuda Shenef  on medieval Jewish history in Augsburg and former Austrian Swabian Forelands (Vorderösterreich). On the other by a lecture on “750 years of Jewish family history in Bohemia and Swabia from 1200 to 1950“. Both of our contributions attracted many, lot of interest and so we had many contacts and  talks with hundreds of people. Among them also were scientist, high ranking local as well as foreign politicians, a bishop, many journalists and a number of other dignitaries as well as quite ordinary people who in many cases reported from their own experiences of the past, about their contacts to Jews, about the Nazi rule(s), about war times & war crimes and about their own expulsions from their homeland. Beside one or two single persons who reacted seemingly hostile to our presence there we had very good experiences, many new contacts, some new friends, wonderful encounters as well as a number of invitations for further lectures.

Jüdische Spuren im böhmischen Grenzland Böhmerwaldmuseum Wien

Böhmerwaldmuseum Wien: “Jüdische Spuren im böhmischen Grenzland

karl w schubsky yehuda shenef Augsburg 2015Dr. Karl W. Schubsky and Yehuda Shenef at the JHVA desk

Margit Hummel Linus Förster JHVA Augsburg Messezentrum

JHVA speaker Margit Hummel with Linus Förster (SPD), Social Democrat member of Bavarian Parliament

Hans Peter Grab, Yehuda Shenef, Daniel Korte, Alexander Baron Augsburg 2015

Hans Peter Grab (DIG Augsburg), Y. Shenef (JHVA), Prof. Daniel Korte (member of Czech Parliament), Alexander Baron (board of Jewish Community Augsburg)

Judenverfolgung im Gau Sudetenland

Exhibition on Jews of Saaz (Zatec) by Otokar Löbl of Frankfurt

otokar löbl yehuda shenef augsburg sudetentag may 2015

Yehuda Shenef and Otokar Löbl

Gideon Jokel Judith Jokel Yehuda Shenef Augsburg 2015

Gideon Jokel and his wife Judith Jokel from Tel Aviv

Bei unserem ersten Auftritt am (bereits 66.) Sudetentag der auch dieses Jahr wieder im Augsburger Messezentrum stattfand waren als JHVA nicht die einzigen, die einen jüdischen Akzent setzen sollten. Dafür sorgten auch Dr. Schubsky, Otokar Löbl aus Frankfurt oder die Vertreter des Böhmerwaldmuseums aus Wien. Dafür trat der JHVA gleich zweimal in Erscheinung, einmal beim Vortrag zu “750 Jahre jüdischer Familiengeschichte in Böhmen und Schwaben (1200-1950)”, wo wir einen kurzen Überblick geben konnten über den über Generationen anhaltenden Austausch und den dadurch entstehend familiäre Geflecht zwischen schwäbischen (vorderösterreichischen) und böhmischen (Prager) Juden. An unserem Stand hingegen konnte man hochklassige jüdische Trachten bestaunen, wie sie Hoffaktoren wie Ulmo, Wertheimer oder Obermayer in Zeiten des Barock, Rokoko und Biedermeier in Schwaben und Böhmen trugen, sich aber auch über die Arbeit des Jüdisch Historischen Vereins informieren. Dabei kam es zu sehr vielen Begegnungen und Gesprächen, von denen wir hier nur einen kurzen Auszug geben können.

Sudetentag Augsburg 2015 Messezentrum Kundgebung Menschenrechte ohne Grenzen

Veranstaltungsmotto: “Menschenrechte ohne Grenzen

Horst Seehofer Augsburg Sudetentag

ראש ממשלת בוואריה הורסט סיהופר

Demonstrant gegen Seehofer Sudetentag Augsburg 2015

Demonstrant gegen Seehofer vor dem Messezentrum

John David Shenef Sitz Sudetentag Augsburg

funny misnomer at seat reservation

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Zur jüdischen Geschichte in Osterberg

July 23, 2014

 

Karte Osterberg map Jewish

 Jewish settlement (blue), cemetery (green) at Kolbenweg, few yards away

Osterberg Schloss

Schloss Osterberg castle

Osterberg sheep next to Jewish cemetery

Osterberg sheep

In Osterberg einer c. 20 km nördlich von Memmingen und zwischen Babenhausen und Altenstadt gelegenen kleinen Gemeinde im Landkreis Neu-Ulm an der Grenze von Bayern und Württemberg, gab es etwa hundert Jahre lang ein jüdische Gemeinde. Heute erinnern daran nur noch das Straßenschild “Judengasse” und der etwas versteckte, umwaldete kleine jüdische Friedhof.

Judengasse Osterberg

 part of the Judengasse in Swabian Osterberg

Osterberg Judengassen Siedlung

Osterberg selbst war eine für die Region recht typische Dorfsiedlung unterhalb eines Schlosses und von diesem völlig abhängig und darauf ausgerichtet. Auch die Nähe zum nur etwa 6 km entfernten Fugger-Sitz Babenhausen (wo es zeitweilig ebenfalls eine jüdische Gemeinde gab und auch dort erinnert heute namentlich nur der erhaltene Straßenname „Judengasse“ daran) spielte dabei eine Rolle.

Osterberg Judengasse

Einzelne Nachrichten über Juden am Ort in  finden sich ab dem 16. Jahrhundert. Doch erst um das Jahr 1800 entstand eine jüdische Siedlung für die der Freiherr von Osterberg geworben hatte. Als etwas zwielichtiger Kommissar in den Ermittlungen der Papiernoten – Vorwürfe gegen die schwäbischen Juden im Herbst 1803 ist er uns gut vertraut aus dem Bericht des Ber Ulmo aus Pfersee. Angeworben wurden auch Juden aus Steppach, Kriegshaber und Pfersee. Zu den Bewohnern zählte 1835 deshalb auch der Lederer und Gerber Abraham Steppacher in Haus 8 oder die Familie der Binswanger in der Judengasse 22. 1820 wurde ein jüdisches Schulhaus und hernach ein (neues) Tauchbad (Dauche) gebaut, welche die bisherigen Provisorien ersetzten. Die genauen Standorte zu lokalisieren war eine knappe halbe Stunde vor dem Anpfiff des FIFA-WM-Endspiels zwischen Deutschland und Argentinien nicht möglich – und letztlich auch egal.

Jüdischer Friedof Osterberg Eingang Entrance Jewish cemetery

steiler Aufgang/Eingang des etwas versteckt liegenden Friedhofs

Jüdischer Friedhof Osterberg

abandoned Jewish cemetery of Osterberg

Jüdischer Friedhof Osterberg Jewish Cemetery

בית קברות יהודי באוסטערבערג

Es gab drei zusammenhängende Judengassen in Osterberg. Knapp hundert Meter Luftlinie von der Judengasse entfernt (siehe Karte oben), am steil aufsteigenden Waldrand erlangte die Gemeinde im Juli 1802 auch einen eigenen, „40 Quadratschuh“ (ein bayerischer Schuh maß 29.72 cm) großen, ursprünglich umzäunten, jetzt aber ummauerten Begräbnisplatz. Es sind nur wenige Grabsteine erhalten geblieben und von diesen haben nur einige noch identifizierbare hebräische Inschriften. Am bekanntesten ist der offenkundig in der Nachkriegszeit restaurierte Stein der Blimle Binswanger (geb. Götze), deren Gatte Moses Binswanger am jüdischen Friedhof von Kriegshaber/Pfersee begraben liegt.

Bluemle Binswanger Grabstein jüdischer Friedhof Osterberg

מצבה של בלימלא בינסוונגר בבית הקברות יהודי בכפר הבווארי אוסטערבערג

Osterberg jüdischer Friedhof Grabstein Schimschon haKohen

Hebräischer Grabstein Osterberg jüdischer Friedhof

Osterberg Jewish cemetery

Osterberg jüdischer Friedhof Grabstein

Hebrew gravemarker Jewish cemetery Osterberg Bavaria


Schwäbische Tracht um 1840

June 10, 2013

Yehuda Shenef Krumbach Schwaben

Traditional Jewish garment in Huerben/Krumbach, June 2013

(Augsburg and Bavarian, former Austrian Swabia, ca. mid 19th century)

Auch wenn eher in seltenen Fällen historische Vorlagen zugrunde liegen, erleben Trachten seit einigen Jahren eine Art Renaissance. Dirndl und Lederhose sind gewissermaßen bayerische Markenzeichen geworden und als solche verstanden, gleich ob es sich bei der einen Tracht überhaupt um eine bayrische handelt oder in China hergestellt wurde. Ähnlich wie beim Karneval, zu Weihnachten oder im Fußball-Stadion handelt es sich auch hier eher um eine Art von „Event-bezogener“ Ausstattung: der Pirat, der Araber,  der Weihnachtsmann, das Schweinsteiger-Trikot, die Dante-Perücke, sie vermitteln temporäre Identitäten, die man an- und ausziehen kann. Genauso verhält es sich mit Dirndl und Lederhosen zum Besuch am Oktoberfest oder bei jeder beliebigen Kirmes. Eher selten hat Tracht etwas mit Geschichte im engeren Sinne zu tun und so gut wie nie etwas mit Juden, die als schwäbische Nachbarn ja über ein Jahrtausend lang mit den Christen Tür an Tür mit den Christen lebten und nicht nur in Bezug auf Speisen, Musik, Baustilen, Literatur und vielem anderen den gleichen Moden unterworfen waren, sondern eben auch in Bezug auf die Kleidung. Natürlich unterließen es weder Juden noch Christen bei Bedarf spezifische Akzente zu setzen. Das gute Gewand des Christen diente natürlich dem Kirchgang, während der Jude seine beste Kleidung für den Besuch der Synagoge am Schabbes vorbehielt und entsprechend gestaltete sich die Ornamentik, wo sie nicht neutrale, natürliche Motive aufgriff, der eigenen Symbolik.

hebräisch Initialien schwäbisch tracht hemd

Yehuda Shenef Jewish Swabian garb Schwäbische Tracht

Jüdisch schwäbische Tracht, Juni 2013

 Mitte 19. Jahrhundert, bayrisch, vormals österreichisch Schwaben

PS: Um keine Verwirrung aufkommen zu lassen über “bayrische ” Lederhosen bei Juden: die ältesten Belege für den Gebrauch von Lederhosen als solchen, stammen aus Persien, dort dienten sie bereits vor über 2500 Jahren als Werkshosen für Land- und Bergwerksarbeiter. Gut möglich dass bereits Mordechai (Nehemia) aus der biblischen Ester-Geschichte Lederhosen trug, jedenfalls ist das rein gar nichts originär bayrisch.

Schwäbische Tracht Lederhose Yehuda Shenef

Jews wearing Lederhosen? Yes, of course.  The earliest documentation on leather trousers come from Persia. About 2500 years ago it was the working cloths of miners and rural worker. So you can imagine Mordechai in the biblical book of Esther wearing Lederhosen.

Margit Hummel Friedberg schwäbische Tracht Herren

 garbs were designed and taylored by master-tailoress

Entworfen und geschneidert von Margit Hummel of Friedberg/Bayern:

http://trachtenschneider.wordpress.com/

hats by courtesy of / Hüte mit freundlicher Unterstützung von

Mrs. Monika Höde, Trachtenberatungsstelle im Landauerhaus, Hürben/ Krumbach

http://www.bezirk-schwaben.de/trachten/

Pictures were shot yesterday 9th of June 2013 at “Schwabentag” in Krumbach, were we also joined the fashion parade as well as the folk dancing.


נשקים למצור חומות העיר

February 15, 2011

בלי מלחמה שירוצון בהן הגדוד להפיל עיר החומה

סגולה מחיות הארץ על דרך הנקודות

גורלות בעד התשובות הנביאים והמלכים

גורלות מן רבי סעדיה  וכבר ניסו אנשי אשכנז

ואנשי בבל צרפת וספרד

 


Omer – Zählen in Schwaben

April 7, 2010

Beginnend mit dem zweiten Abend des Pessach zählt man bis zum Begin  des Schawuot – Festes exakt 50 Tage. Vom griechischen Wort πεντηκοστή (pentekoste) für die Zahl 50 über die Form “penkste” leitet sich das deutsche Wort “Pfingsten”, was im Christentum an die Stelle des Schawuotfestes gerückt ist und ebenfalls 50 Tage nach Ostern begangen wird. Die Zählung der 50 Tage nennt sich ספירת העומר, sifrat ha-omer, eben Zählung des Omer, der ersten Garbe der Ernte und geht auf das Gebot der Tora zurück, von da ab sieben Wochen zu zählen (23.15 ויקרא).

Für das Omer-Zählen gibt es einen eigenen Segensspruch und es wurden zahlreiche eigene Omer-Kalender (לוח ספירת העומר) entworfen (modernes Beispiel: http://www.moreshet.co.il/holiday/omer/loach.asp).

Die unten stehende Darstellung zeigt einen Omer-Kalender aus Kriegshaber, der auf das hebräische Datum 5657 datiert ist, was im gregorianischen Jahr 1897 entspricht. Damals begann die Omer-Zählung des 2 Pessach-Tages am 10. April, was auf der Rückseite vermerkt ist. Der mündlichen Überlieferung gemäß basiert der Kalender auf einem verschollenen Werk aus Metall, der wahrscheinlich in Pfersee beheimatet war und “lange vorher” dort oder in Augsburg gefertigt wurde. 

Omer Kalender

(תודה למשפחת מאייר,ישראל)

Die Ziffern des Kalenders sind in einer Art Spirale angeordnet und führen der bekrönten (man beachte die drei Sterne auf der Krone ..!) oberen Zeile in die Mitte wo auf die 50 die beiden Gesetzes Tafeln folgen, sozusagen als Auflösung des “Labyrinths”. Da Schawuot das Fest der Tora an dem der Überlieferung gemäß die Tora an Moses übergeben wurde, führt der Weg sozusagen über 50 Stationen von der Krone zu den Tafeln.


די ייִדיש סעמעטערי פון אַוגסבורג וועט זיין אַ מיסט פּלאַץ

October 2, 2009

עס איז קיין גוטע נייַעס. די אַלט ייִדיש סעמעטערי איז גענוצט ווי מיסט דאַמפּ און נאָבדוי קאַרעס וועגן דאָס. אַלע וויכטיק מענטשן און אַטאָראַטיז קוק אַוועק – זיי זענען צופרידן אָן געשיכטע, זיי זענען צופרידן אָן צוקונפֿט…
אַ מיסט פּלאַץ

אַ מיסט פּלאַץ

וי די נייַ יאָר הייבט עס איז קיין האָפענונג פֿאַר די יזאָוון פון קריעגשאַבער יידנטום.
Müllplatz jüdischer Friedhof

Müllplatz jüdischer Friedhof

    אוגסבורג - בית הקברות היהודי הופך מזבלה

אוגסבורג - בית הקברות היהודי הופך מזבלה

די בילדער זענען פֿון נעכטן.
The Jewish Cemetery of Pfersee / Kriegshaber agains turns into a garbage dump while the ***  responsible authorities look away