Spuren jüdischer Geschichte im mittelalterlichen Berlin

November 8, 2012

Video:

Ausgrabungen am “Großen Jüdenhof” in Berlin Mitte (Grunerstraße / Jüdenstraße beim Stadthaus). The voices in the background of the video belong to a German school class (prob. age 16) which attended the tower at the same time.

 

Berlin feierte in diesem Jahr seinen 775. Geburtstag. Das Datum bezieht sich auf die älteste bekannte Erwähnung bezieht sich auf einen Priester namens Symeon von Cölln (Köln) vom anderen Ufer der Spree. Der älteste urkundliche Beleg für den Ort Berlin selbst stammt erst aus dem Jahr 1244 und weitere sieben Jahre später, 1251 wird jenes Berlin auch erstmals als Stadt bezeichnet. Ein Siegel aus dem Jahr 1253 notiert den Namen sogar als Berlinburg. Erst im Jahre 1709 schließen sich Berlin und Kölln (die Schreibweisen variieren in den Jahrhunderten) zur gemeinesamen Stadt Berlin zusammen, die dann auch den Namen des bevölkerungsreicheren Teils annimmt.

Rekonstruktion von Altberlin und Cölln von Karl Friedrich von Klöden (1786-1856)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1e/Kl%C3%B6denplan-Berlin-K%C3%B6lln-Anfang-13tes-Jahrhundert.jpg

 

Eine Widmungstafel am Mauerrest in der Waisenstraße markiert einen „Rest der mittelalterlichen Berliner Stadtmauer“ (der eigentlichen Berliner Mauer sozusagen …):

Errichtet um 1250 – im 14. Jahrhundert ergänzt – die Stadtmauer umgab beide Stadtteile Berlin und Cölln – die noch vorhandenen Mauerteile wurden durch an An- und Umbauten verändert – im 17. Jahrhundert verstärkt durch Bastionen.

Um 1680 zwischen Stralauer Strasse und Klosterkirche durch Häuser ergänzt – seit 1924 befindet sich im Hause Waisenstrasse 16 die Gaststätte „Zur letzten Instanz“. Die 1963 restauriert und erweitert wurde.“

Eine jüdische Besiedlung Alt-Berlins ist am sog. Großen Jüdenhof (Jüdenstraße/ Grunerstraße) bereits im 13. Jahrhundert belegt, wo derzeit archäologische Grabungen unterwegs sind in der Hoffnung, dort Überreste des mittelalterlichen Eruws zu finden. Die Mehrzahl der Funde datieren aber in weit jüngere Zeit. Bis in die Neuzeit hinein war der Hof von 12 Häusern umgeben. Erst in der Zeit der DDR wurden die Bauten neben dem Stadthaus abgerissen und als Parkplatz benutzt. Die archäologischen Grabungen, die man von einem Aussichtsturm aus gut überblicken kann, liefern deshalb überwiegend auch Gemäuer aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Lediglich eine derzeit freigelegte Wand ist erkennbar mittelalterlich, wie auch die Grabungsleiterin gerne erklärt und dabei Auskunft darüber gibt, dass bislang keine plausiblen Indizien für die gesuchte Synagoge oder den offenbar noch stärker erhofften Fund einer mittelalterlichen Mikwe zum Vorschein kamen. Offenbar aber ist man diesbezüglich in Berlin dann aber doch etwas nüchterner als etwa in Erfurt …

Schenkt man der Beschreibung Glauben, hatten die Juden es nicht weit vom Judenhof (wo sie als autonome Selbstversorger wohl alles was sie zum Leben brauchten bereits hatten) zum Molkemarkt, um dort Kredite zu geben oder Geld zu wechseln, wahrscheinlich (- Molk = Melk = Milch -) gegen Milch oder Käse, die damalige Landeswährung von Alt-Berlin und Cölln, die bei unsachgemäßer (Be)Handlung schnell ranzig oder sauer werden konnte. Welch ein Glück, dass solche Beschreibungen heutzutage ohne Klischees auskommen …

Am Aussichtsturm beschreibt ein angeblich genauerer Übersichtsplan das Grabungsgelände. Daraus ergibt sich, dass der Bereich der länglich nach Südosten ausgerichteten Häuser 2,3 und 4 direkt am Stadthaus bislang nicht ausgegraben und untersucht wurden. Zwar ist aus dem Sachzusammenhang eher dort die Synagoge zu erwarten, doch … wie die Archäologen mitteilen, sind dort für Grabungen (zumindest bislang) keine weiteren Mittel bewilligt.

Remnant of a medieval house wall at the “Great Jews Court” in the heart of Berlin

 

Die erste bekannte Ansiedlung im alten Berlin bestand bis zur Ausweisung der Stadt im Jahre 1573. Zwischenzeitlich kam es wie andernorts auch gelegentlich zu Übergriffen auf die jüdische Gemeinde. Ohne dies relaitivieren zu wollen, ist es nicht verkehrt zu berücksichtigten, dass sich die Chrisen in allen Jahrhunderten gegenseitig noch weit mehr und grausameres zufügten. Im Sommer 1510 sollen aber nach einem Schauprozess vierzig Juden getötet worden sein (zehn weitere brachte man vorher schon um), weil ein Christ aussagte, er habe einem Juden eine „geweihte Hostie“ (was das nun ist, erklärt, wie wir gesehen haben das “Jüdische Museum in Berlin  *hüst*  wörtlich heißt es ja “Schlachtopfer”) verkauft, damit dieser selbige mit seinen anderen Judengenossen sie „schänden“ könne. Inwieweit solche “Berichte” (es kommendort natürlich auch der Toposvom geschlachteten Kind für die Matzen vor, während Beschreibungen der örtlichen jüdsichen Verhältnisse dürftig sind) authentisch sind, ist wie andernorts strittig. Aber vorausgesetzt wäre es eben vorausgesetzt. Als die Gemeinde 1573 ausgewiesen wurde hatte sie ihren Sitz mit der Synagoge offenbar in der heutigen Klosterstraße.

Immerhin erinnert heute an der Mollstraße 11 ein Denkmal an das Ereignis des Jahres 1510, bzw. an die Geschichte:

Dieser trägt sogar eine hebräische (!) Inschrift:

 

פו נקברו

עצמות הטהרים מתושבי קהלתנו הקדמוניה

ברלין

נהרגים והנשרפים על קדושת השם ביום יב אב

שנת ה’רע

ויצב מאיר בן ר אברהם סלומונסקי מצב הזאת

על משכבותם בשנת תרצ”ה לפק

Das heißt nun: „Hier sind die reinen Gebeine der Mitglieder unserer vorhergehenden Gemeinde Berlin, ermordet und verbrannt zur Heiligung des Gottes am 12. Aw 270. Meir ben Abraham Slomonski setzte dieses Denkmal im Jahr 675.“

Der 12. Aw (5)270 entspricht im christlichen Kalender dem 19. Juli 1510, das Jahr (5)695 dem christlichen Jahr 1935.

Der in Berlin geborene Meir (Martin) Salomonski (1881-1944) war von 1910 bis 1925 Rabbiner in Frankfurt an der Oder. 1911 erwarb er mit seiner Arbeit „Gemüseanbau in der Mischna“ seinen Doktortitel. Während des Ersten Weltkriegs war er Feldrabbiner und wurde dafür mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Ab 1925 war er Rabbiner der „Liberalen Synagoge“ in Berlin und in den Jahren 1939-1940 in der Neuen Synagoge Oranienburger Straße. Die von ihm gestiftete Tafel zur Erinnerung an die Ermordung der Menschen der jüdischen Gemeinde im Jahre 1510 wurde 1935 in der Lietzmannstraße, der späteren Gerlachstr. Aufgestellt. Heute befindet es sich etwas versetzt an der Mollstraße. Salomonski komponierte auch Orgelwerke für den Dienst in der Synagoge seiner Gemeinde. 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert wo er am 16. Oktober starb.

1988 wurde der Tafel noch auf Deutsch zugefügt: „Im Jahre 1510 wurden 38 Berliner Juden wegen angeblicher Hostienschändung verbrannt. Ihre Gebeine sind hier bestattet.“

Ob nun tatsächlich am ersten oder jetzigen Standort des 1935 errichteten Denkmals im Jahr 1510 auf gerichtliche Anordnung verbrannte Juden bestattet wurden, ist nicht nachweisbar. Der Umstand, dass der Stifter des Denkmals selbst in Auschwitz umkam ist in diesem Zusammenhang natürlich zusätzlich tragisch-makaber, besagt dazu aber nichts.

Am fünfhundertsten Jahrestag legte der Kultursstaatsekretär Berlins einen Kranz an das Denkmal und forderte bei einer Rede zu “Toleranz” auf. Unklar blieb jedoch, ob nun endlich gegen die Täter ermittelt werden soll – so langsam wäre es an der Zeit!

 

* * *

 

Zeitgleich zur mittelalterlichen jüdischen Gemeinde in Alt-Berlin bestand eine weitere im heutigen Stadtteil Spandau. In der dortigen „Jüdenstrasse“ versucht eine etwas eigenartige Inschrift daran (?) zu erinnern:

Bis 1938 hieß diese Straße JÜDENSTRASSE, ob es sich dabei ursprünglich um Ghetto gehandelt hat oder ob von Anbeginn an diese Straße Mitbürger jüdischen und christlichen Glaubens nebeneinander lebten, verliert sich im Dunkeln der Spandauer Stadtgeschichte. Tatsache ist, dass es im Laufe der Geschichte in Spandau Judenverfolgungen gegeben hat.

Die Umbenennung der Jüdenstraße dokumentierte für alle erkennbar den dem Nationalsozialismus innewohnenden Rassenhass, der selbst äußerliche(n) Symbole jüdischen Glaubens ausmerzen wollte. Dieser Rassenhass bedeutete für unsere jüdischen Mitbürger den unausweichlichen Gang in die Gaskammern der Konzentrationslager und die fat völlige Vernichtung. Jeder von uns ist aufgerufen, diesen Teil der deutschen Geschichte nie zu vergessen und diese Unmenschlichkeit nie wieder zuzulassen.“

 

Die Inschrift besagt nichts über die mittelalterliche Geschichte der Juden in Spandau, die durchaus erwähnenswert wäre, schließlich befand sich in Spandau der jüdische Friedhof, der auch von den Juden aus Berlin benutzt wurde. Aber die mittelalterliche Geschichte der Juden „verliert sich im Dunkeln“ wie konstatiert wird. Dies scheint nicht weiter tragisch zu sein, da es scheinbar „Tatsache ist“, dass es in Spandau sowieso zu „Judenverfolgungen“ kam. Da „Judenverfolgung“ und „jüdische Geschichte“ offenbar als (weitgehend) synonyme Begriffe aufgefasst und vermittelt werden (sollen), ist das solcherart wohl auch schon wieder hinreichend erklärt. Diese Stilisierung findet ihre Fortsetzung in der Hypothese, der (zweifellos nicht von Juden erdachte) Name „Jüdenstraße“ sei ein – Zitat – „äußerliches Symbol jüdischen Glaubens“. Nicht minder schwülstig und leer ist das Gerede von „Mitbürgern jüdischen und christlichen Glaubens“ die im mittelalterlichen Spandau nebeneinander gelebt hätten. Es stellt sich die Frage, warum nun ein Miteinander ausgeschlossen werden muss. Schon das benachbarte Berliner Beispiel des Judenhofs (es gab zwei davon, weshalb der eine nun der Große J. heißt) zeigt aber bereits, dass es sich nicht um ein “Ghetto” im Sinne romantischer Antisemiten handelte, sondern um einen von Juden so gewünschten Eruv. Aber wer interessiert sich schon für die jüdische Perspektive jüdischer Geschichte?

* * *

Der mittelalterliche Friedhof in Spandau, seit 1314 urkundlich nachweisbar und als „Spandauer Judenkiwer“ (man vermutet eine Ableitung von hebr. קבר – kewer = Grab) bekannt, befand sich wie vermutet wird auf dem Gebiet Hasenmark genannten nördlich des alten Spandau. Eine Reihe der Grabsteine wurden von den Christen nach 1510 als Baumaterial missbraucht. Heute sind 75 bei verschiedenen Bauarbeiten gefundenen Steine und Fragmente im Keller der Bastion Königin in der Spandauer Zitadelle erhalten. Als ältestes Fundstück gilt der Grabstein des ר יונה בר דן (Rabbi Jona ben Rabbi Dan), bei dem offenbar nur glatte Flächen beschrieben wurden. Zu seinem Tod ist angegeben שהלך לעולמו בירח מרחשון ה לפרט, … der zu seiner Welt ging im Monat Marcheschwan, 5 nach der Zählung. Deutet man die (vollständige?) Angabe als Jahreszahl 5, d.h. als 5005, so entspricht das Datum etwa dem Oktober 1244. Ein weiterer Stein wurde einem ר בנימיו בר מרדכי (Rabbi Binjamin ben Rabbi Mardechai) gewidmet, der im am 27. Tamus des Jahres 44 (= 5044) starb, was nach christlichem Kalender dem 12. Juli 1284 entspräche. Ein anderer ist רבקה בת יהודה (Riwka bat Jehuda) gewidmet und stammt womöglich aus dem Jahr 104 (= 5504, bzw. 1344). Der jüngste Stein der Sammlung wird auf das Jahr 1474 datiert.

 

 

* * *

Von A nach B

Über mittelalterliche Juden aus Berlin ist abgesehen von nicht weiter systematisierten Grabsteinfragmenten und dort genannten Namen wenig bekannt. Ins mittelalterliche Augsburg führt eine Spur zu ר קלמן יוסף מי עיר קולין was wahrscheinlich als Cölln und nicht als Köln (קלן) zu verstehen ist, der im Jahre 1331 von dort kommend auch als Händler in Augsburg in Erscheinung trat. In jener Zeit war Brandenburg im Besitz des Wittelsbacher Kaisers Ludwig dem Bayer, der dort seinen Sohn als Herrscher einsetzte. Kaiser Ludwig hatte recht gute Beziehungen zu den Führern der jüdischen Gemeinde in Augsburg, die ihm immer wieder stattliche Summen liehen und ihn so erlaubten, sich in Szene zu setzen. Bei einer Gelegenheit verpfändete er dafür sogar seinen Sitz München. Es ist deshalb plausibel, dass Kalman Josef in diesem Zusammenhang von Berlin nach Augsburg kam, offenbar um von dort Waren, darunter auch Wein nach Berlin zu liefern. Ob es der einzige Zweck seines Aufenthaltes war, ist unklar, aber eine leichte Reise wird das damals nicht gewesen sein.

Auch die neuere Berliner Gemeinde hat Bezüge zum schwäbischen Judentum. Zu den ersten Juden, die 1670 der Einladung des Brandenburger Kurfürsten folgten gehörten Hirschel und Abraham Ries, die aus Wien kamen, aber wie der Name schon sagt, aus dem Ries stammten. Aus ihrer Ansiedlung und der ihrer Kollegen ging die größte jüdische Gemeinschaft hervor, die um das Jahr 1930 über 150.000 Menschen umfasste.

* * *

Quellen:

Michael Brocke – “Die hebräischen jüdischen Grabmale in Spandau 1244-1474“, in: Ausgrabungen in Berlin. Forschungen zur Ur- und Frühgeschichte, Berlin 9 (1994)

wikipedia

Besuch vor Ort

 

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Die Darstellung mittelalterlicher Juden im mittelfränkischen Hörlbach

July 23, 2012

Unweit des mittelfränkischen 140 Einwohner Dorfes Hörlach, etwa 4 km nordwestlich von Ellingen (Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen) befindet sich die kleine Kirche St. Oswald, die erstmals um die Mitte des 13. Jahrhunderts urkundlich erwähnt ist und Fresken aus dieser Zeit besitzt.

  • Der legendäre St. Oswald (datiert auf die Jahre 604-642)wird als angelsächsischer König in Northumbrien überliefert, der im Kampf gegen die letzten nichtchristlichen Herrscher der Angelsachsen starb und deshalb als Heiliger verehrt wird. Obwohl der Leichnam des toten Königs im Laufe der Jahrhunderte weitläufig verteilt wurde, scheint Hörlach diesbezüglich wohl leer ausgegangen zu sein, oder aber die Lutheraner, die seit Jahrhunderten im Besitz der Kirche sind, legen darauf keinen Wert. Der Kopf des Königs jedenfalls landete der Überlieferung nach im Kloster auf der nordenglischen Insel Lindisfarne, dann in Durham, wo er im Sarg eines anderen Heiligen vor den Wikingern versteckt worden sein soll und dort noch 1826 vorgefunden wurde. Aber selbst auch im luxemburgischen Echternach, ebenso wie in Hildesheim und im Dom von Paderborn rühmt man sich, Teile (welche ..?) des Kopfes zu besitzen. Ein Arm von Oswald sagt man, kam nach Bamburgh, der andere nach Gloucester. Der Torso des Leichnams soll in Lindsey begraben worden sein, jedoch kamen um 900 auch wieder Teile davon gleichfalls nach Gloucester. Man muss das zugegeben auch nicht bis zum einzelnen Knochen oder was auch immer weiterverfolgen. Bei wikipedia kann man noch mehr drüber lesen. Genetische Untersuchungen, um die Zuverlässigkeit der verschiedenen Ansprüche zu überprüfen gibt es offenbar sowieso nicht. Wie dem auch sei, deutet die Methode der Verteilung des verehrten Heiligen bereits darauf hin, dass es wohl auch nicht weiter von Belang sein muss, wenn einige Figuren die auf den Fresken der Hörlacher Kirche gezeichnet wurden, nicht mehr vollständig erhalten sind.

Diese Wandmalereien, wurden vor gut hundert Jahren, im Jahre 1913 im älteren Altarraum der Kirche „entdeckt“. Die nur teilweise erhaltenen, um 1920 restaurierten Wandbilder zeigen Szenen aus den letzten Lebenstagen des Jesus von Nazareth. Mit ihm abgebildet finden sich in unterschiedlichen Szenen einige von Jesus Zeitgenossen, von denen manche anachronistisch mit mittelalterlichem Judenhut dargestellt sind. Zur mutmaßlichen Entstehungszeit der Abbildungen, die man grob auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhundert (oder 14. ..?) schätzen kann, war der Judenhut eigentlich Führern jüdischer Gemeinden vorbehalten. Judenhüte fanden jedoch in der christlichen Bild-Propaganda zur bloßen Kennzeichnung von Juden allgemein Verwendung. Eine für alle Juden geltende Verordnung, einen Judenhut zu tragen, gab es jedoch nicht. Sie wäre auch in etwa so eigenartig gewesen, wie jedem Christen vorzuschreiben, eine Bischofsmütze zu tragen.

על הקירות הפנימיים של הכנסייה קטן בכפר פרנקוניה הערלבאך ליד עלינגן וווייסענבורג יש כמה ציורי קיר מימי הביניים אשר גם להציג מספר היהודים בסימן לבוש שנקרא כובע היהודים

 

Da nun mehrere, vier bis fünf unterschiedliche Figuren mittels Judenhut als Juden gekennzeichnet wurden, ergeben sich Anhaltspunkte über die zur fraglichen Entstehungszeit verbreitete Mode in der Region. Der Grund warum es überhaupt in der mittelfränkischen Einöde dazu kam, eine Kirche mit den stilisierenden Darstellungen zu stiften, hat wohl damit zu tun, dass fromme Christen dem Heiligen wunderwirkende Kräfte attestierten. Sogar der Boden auf dem er in England starb wurde als Heilerde verstanden, weshalb der Überlieferung nach, rasch ein „mannshohes“ Loch ausgegraben wurde, da die Gläubigen die Erde mit sich nahmen, um damit eine Medizin für allerlei Blessuren zu haben. Da die kirchliche Tradition Oswald auch zuschreibt, Schutz vor und Hilfe bei der Pest zu bewirken, liegt darin vielleicht auch das Motiv der Kirche. Eher indirekt wären die dargestellten Juden dann vielleicht ein zeitgenössischer Hinweis auf die verbreitete Ansicht, dass man Juden verdächtigt habe, die Pest zu verursachen.

Etwa 8 km südlich befindet sich das Städtchen Weißenburg, wo zumindest seit 1288 die Anwesenheit einer  jüdischen Gemeinde bezeugt ist, die jedoch schon zehn Jahre später im Zuge der sog. Rintfleisch-Pogrome überfallen wurde. Es war die damals wohl nahegelegenste jüdische Gemeinde zur kleinen Kirche.

* * *

Next to the small village of Hoerlbach (some 140 inhabitants) near Ellingen in Middle Franconian district Weissenburg / Gunzenhausen (somewhat halfway between Nuremberg and Ingolstadt), there is a very small but pretty old church dedicated to the 7th century Northumbrian king Oswald, who posthumously was title a saint. While St. Oswald by pious Christians was considered as effecting miraculous, his corpse was divided in several parts in order to allow many cloisters to participate in that activity. So the torso of his dead body is preserved in a different place as his left or right arm or his head of which several churches even in Germany claim to posses at least parts of it, as for instance the Paderborn cathedral does. If there also are parts of the corpse of the saint in the small chapel in Hoerlbach is not known and maybe also of less importance, because the church since many centuries is Lutheran.

However, in 1913, at the walls next to the altar some frescoes were (re)discovered, which may be dated to 13th or 14th century. Depicted are several scenes of Jesus at the close of his life and some of the people around him are designated as Jews by the typical Judenhut (Jews hat), which at the time when the paintings were made, actually was to distinguish Jewish leaders from other Jews. In Christian propaganda however the Judenhut just was a token to identify Jews in general.

Many thanks to Ralf Rossmeisl who kindly called our attention to the chapel and also made it possible to visit it with us.

 


Augsburg lässt tief blicken

July 3, 2012

Augsburg – Gögginger Tor, Stadtmauer, Wehranlage und Brücke über den Graben, heute “Königsplatz” Baustelle

Weitere Ausgrabungen an der Baustelle des Königsplatzumbaus in Augsburg brachten umfassende Überreste der Mauer- und Brückenbefestigung hervor, die einstmals über den Graben stadtauswärts Richtung Göggingen und ins österreichische Pfersee führte.

Further diggings at Koenigsplatz construction site revealed more remnants of the wall and moat bridge of Augsburg’s medieval city fortification, what allows to study in some parts the techniques used at this time.

מער עקסקאַוויישאַנז בייַ קעניגספּלאַטז אין אַוגסבורג האָבן געפירט צו דער אנטדעקונג פון מער שריד פון די מיטטעלאַלטער סטאַדטמאַוער און בריק וואָס פון דאָ האט געפירט מעל החפיר

 די חפירה מאכט עס מעגלעך צו לערנען ווי אין פרייַערדיק זמן אַ ווערק פון דעם מין איז געווען געבויט

Gli scavi a Königsplatz in Augsburg ha rivelato i resti della fortificazione della città vecchia e il ponte sul fossato

 


3 weitere hebräische Grabsteinfragmente im Maximilian-Museum Augsburg

June 14, 2012

 

Wie uns Dr. Emmendörffer freundlicher Weise mitteilte, haben die ebenso dringenden wie gelungenen Arbeiten im Lapidarium des Augsburger Stadtmuseums drei weitere hebräische Grabsteinfragmente hervorgebracht. Nach aktuellem Wissensstand wurden die Fragmente in den späten 1920er Jahren bei Ausgrabungs- und Bauarbeiten am Elias Holl – Platz gefunden, wo sich (unterirdisch) Gefängnisse des Rathauses befanden. Vor vier Jahren wurden wir bereits auf einen ersten Fund hingewiesen. Damals war das Lapidarium noch kaum begehbar, jedoch konnten wir bereits aus der Distanz den Stein als den des R. Abraham bar Pinchas identifizieren, der sich als Augsburger Rabbiner auch in den mittelalterlichen Augsburger Steuerlisten findet.

Siehe auch:

https://jhva.wordpress.com/2008/08/04/mittelalterlicher-rabbiner-grabstein-im-keller-des-augsburger-maximilianmuseums/

https://jhva.wordpress.com/2008/08/25/juedischer-aus-augsburgs-mittelalter/

Mit den nunmehr vier Fragmenten im Lapidarium, einem weiteren, 2001 beim Heilig Geist Spital gefundenen, der im Jüdischen Kultusmuseum in den Räumen der Augsburger Synagoge zu sehen ist, sowie drei Steinen, die im Innenhof des Peutinger–Hauses beim Augsburger Dom eingemauert sind, sind in Augsburg nun acht hebräische Grabsteinfragmente erhalten und bekannt. Sie stammen alle mit größter Wahrscheinlich vom mittelalterlichen „Judenkirchhof“ an der Blauen Kappe, dessen Gelände heute mit dem Bürgeramt überbaut ist.

Bei den neuen Funden handelt es sich um drei zweifellos mittelalterliche Grabsteine. Nur einer davon überliefert einigermaßen zusammenhängende Information, die anderen beiden Anfangsbuchstaben untereinanderstehender Zeilen, bzw. ein kleines Restfragment.

 

בר

הנפטר כח

שנת ל’ג לפ

ונפשו תי צ

בצרורת ח

Der erste Stein überliefert die Bezeichnung „bar“, welche Sohn, bzw. Sohn des Rabbi bedeutet, wobei „Rabbi“ im Mittelalter ein zwar in der Regel begründeter Ehrentitel, nicht aber eine im modernen Sinne Berufsbezeichnung war. Leider wissen wir nicht, wer hier wessen Sohn genannt ist, da sowohl davor als auch danach der Stein abgebrochen ist. Darauf folgt die Mitteilung „der verstarb 28“, also am 28. eines nicht mehr zu ermittelnden Monats und in der nächsten Zeile als verwertbare Information „Jahr 33 nach der Zählung“, was recht sicher auf das hebräische Jahr 5033 deutet und im christlichen Kalender dem Jahr von Herbst 1272 bis Herbst 1273 entspricht. Danach heißt es, „seine Seele“ ונפשו sei eingebunden im Bund des Lebens, eine heute noch, wenngleich meist תנצבה abgekürzte Formel. Darunter ist noch angedeutet die damals gebräuchliche Formel א א א סלה, welche für „amen, amen, amen sela“ steht.

 

 

Der zweite Stein ist nur ein kleines Fragment mit sieben Buchstaben in drei Zeilen. Oben befinden sich die beiden Buchstaben פר (f,r), darauf folgen in der zweiten Zeile drei Buchstaben שנפ (sch,n, f), welche die gängiger Formel „der/die verstorben ist“ abkürzt oder anlauten lässt. Nach der namentlichen Vorstellung des Verstorbenen als „A Sohn/Tochter des B“ folgt in der Regel das Sterbedatum. Als wahrscheinlicher Bestandteil eines Namens könnte פר demnach am ehesten zu אפרים Efraim passen. Darunter, nur noch sehr schwach lesbar, sind die Konturen der Buchstaben רא, was als Zahl gelesen 201 das Jahr 5201, bzw. 1440/1 nach christlichem Kalender ergibt.

Herbst 1440 bis Herbst 1441 wäre jedoch ein Jahr nach dem offiziellen „Ausschluss“ der Juden aus Augsburg, denen 1438 eine zweijährige Frist eingeräumt wurde, um die Stadt zu verlassen. Jedoch stammen auch die beiden Kindergrabsteine, die im Innenhof des Peutinger-Hauses eingemauert sind, unzweifelhaft noch aus den Jahren 1445 und 1446. Mit einem bereits dritten mittelalterlichen Augsburger Grabstein wäre es aber durchaus angebracht, den tradierten, allgemein vorausgesetzten Ablauf in Frage zu stellen. Es ist kaum noch anzunehmen, dass es nur diese drei Begräbnisse nach 1440 gab und ausgerechnet davon die Grabsteine erhalten blieben. Es müsste demnach also eine jüdische Präsenz in der Stadt noch nach 1440 gegeben haben, bzw. Zugang und Garantien zum Friedhof, die sich kaum mit der Idee einer vollständigen Verbannung der Juden aus Augsburg verbinden lassen.

פר

שנפ

רא

Als Sohn eines Efraim ist uns Mosche ben Efraim bekannt, der zwischen 1430 und 1438 als „Feyvelman“ in den Augsburger Steuerlisten (No. 323) eingetragen ist. Da auch seine beiden Söhne Isaak („Seklin“) und „Salkind“  (No. 332 und 336) zuletzt 1438 notiert wurden, lag bislang doch die Vermutung nahe, dass sie alle noch 1438 Augsburg verlassen hatten. Nun aber wäre es denkbar anzunehmen, dass Feyvelman 1441 in Augsburg begraben wurde. Denkbar wäre auch, dass die Buchstaben רא nur der Beginn eines ansonsten nur selten ausgeschriebenen „rosch chodesch“ (= Neumond) sind, dem sodann der Name des betreffenden Monats folgte. In der Knappheit der Formulierungen ist dies nicht wahrscheinlich, aber nicht sicher auszuschließen.

 

Das dritte Fragment eines sehr massigen Grabsteins zeigt drei untereinanderstehende Zeilenanfänge mit jeweils zwei oder drei Buchstaben.

הצי

כץ

יצח

Das ist nicht sehr viel, da man aufgrund der Machart des Steins davon ausgehen kann, dass pro Zeile 15-20 Zeichen und Leerstellen vorhanden waren. In der ersten Zeile steht הצי, was sehr wahrscheinlich der Anfang von הציון הלו ( = dieses Denkmal) ist, dem dann wohl auch die üblichen Formel „zum Haupt von N.N. aufgestellt“ … לראש folgte. Im erhaltenen zweiten Zeilenanfang steht כץ, die damals wie heute gebräuchliche Abkürzung für כהן צדק (kohen zedek), woraus ersichtlich ist, dass der Grabstein einem Kohen („Priester“) gewidmet ist. Dem müsste nun der Name folgen. In der dritten lesbaren Anfangszeile steht sodann auch zu lesen יצח, was ohne große Probleme als יצחק (Jitzchak, Isaak) zu deuten ist, andernfalls aber auch keinen Sinn ergeben würde. Demnach bezieht sich die Gedenkinschrift auf einen Kohen Isaak oder dessen Sohn, … ben Isaak.

Es könnte sich um R. Jitzchak ben Kalman Kohen (1225-1309) handeln, der auch als „Bendit“ bekannt war oder um R. Jehuda ben Jitzchak Kalman Kohen (1248-1328), auch bekannt als „Jüdlin“. Letzterer lieh im Jahr 1314 dem bayerischen Herzog, deutschen König und späterem Kaiser Ludwig dem Bayer die stattliche Summe von 3600 Pfund und erhielt dafür von diesem dessen Residenz München als Pfand. Der Name Isaak ist nun aber alles andere als selten, sondern war gerade auch im Mittelalter einer der häufigsten überhaupt. Darüber hinaus ist keine Jahreszahl erhalten geblieben, weshalb man hier nur spekulieren kann.

 

 

Dr. Emmendoerfer, head of Augsburg’s municipal Maximilian Museum kindly informed us that at the lapidarium (stone collection at the museums basement) in the course of the renovation were discovered three more medieval Hebrew grave markers, additional to the one of R. Pinchas we were allowed to see four years ago in July 2009.

The first of the three fragments is dated the year 5033, which is 1273, but no name on it has survived. The second one possibly refers to a man named Efraim und perhaps is datable for the Jewish year 5201, which is 1441 in the Christian calendar. Since the Jews of Augsburg in 1438 were required to leave the imperial city within two years, there are no more records in tax payer lists or other deeds of Jews in Augsburg after 1439. This led to the assumption that Jews had left the city at latest in 1439. However, there are already two other medieval Hebrew children tomb stones which bear the dates of 1445 and 1446. An additional third grave marker dating after 1440 of course will raise to question whether actually there were no more Jews in Augsburg right after 1440. The third fragment finally refers to a Kohen Tzedek who is named Isaac or was the son of Isaac. Although Isaac is and was a very frequent name, there only are two in Augsburg, which we know as member of the Kohen family. One is “Juedlin” Yehuda ben Yitzchak Kalonimos Kohen, who in 1314 lend the German King and Roman emperor to come Ludwig the Bavarian a huge sum of money and in return held in pledge his residence. That was Munich a then a small townlet.

במוזיאון העירוני של אוגסבורג שלוש אבנים הקבר של ימי הביניים התגלו. האחת היא משנת לג לאלף השש’, עוד אחד מן שנה ה’רא והשלישי מן יצחק כהן, אשר אולי הכוונה למנהיג הקהילה אוגסבורג

Our cordial thanks to Dr. Emmendoerffer and the MaximilianMuseum

Photos: Margit Hummel, Yehuda Shenef

 

 


Mittelalterliche Geschichte: Der Gelbe Ring als Zeichen der Juden in Augsburg

August 13, 2009

Am 23. September 1434 wurde die Verordnung erlassen, die Juden in Augsburg verpflichtete, einen gelben Ring mit stattlichen Ausmaßen auf ihrer Kleidung zu tragen. Wir erinnern in diesem Sommer an das 575. Jahrestag dieses unheilvollen Tiefpunkts mittelalterlicher Augsburger Geschichte. Die christlichen Geistlichen hatten schon lange darauf gedrängt, doch erst der in Nürnberg geborene neue Kaiser Sigismund stimmte darin überein, die Juden in seinem Reich mit Abzeichen zu kennzeichnen, damit diese „nicht gleich Ehr und Gruß empfangen, dessen sie nit werth seyen“.

Das ist zu eindeutig, als dass es sich schönreden lässt und kommt logischerweise jedem in den Sinn, der eine Erklärung für die Praxis des “Judenstern” der Nationalsozialisten im sog. „Dritten Reich“ haben möchte.

Unter Sigismund, selbst von fanatischen Predigern (Langenstein, Dinkelsbühl, …) geprägt oder erzogen vollzog sich für die Juden in Österreich und Süddeutschland die Entwicklung zum Schlechten. Er starb bereits 1437 nach nur vier Jahren als Kaiser und so blieb der Schaden (abgesehen von jenem den er zuvor schon anrichtete) letztlich „begrenzt“.

Die Augsburger Juden freilich entgingen seiner auf religiösem Hass basierenden „Politik“ nicht. Eine Kette von Entrechtungen der Augsburger Juden führten letztlich im Jahre 1438 zum Ausweisungsbeschluss, für dessen Rechtfertigung sich nur lapidare christliche Gründe finden.

 

der Gelbe Ring - ein gutes Zeichen?

der Gelbe Ring - ein gutes Zeichen?

 

The Yellow Badge (or: Yellow Ring, French: rouelle) was a cloth patch that Jews were ordered to sew on outer garments in order to prevent that Jews in public would “get greeting and honors they were not worth for” as the Imperial deed by emperor Sigismund on 23rd of September 1434 puts it. On that date Jews in Augsburg were ordered to wear an huge yellow ring with a diameter of almost 20 cm. This summer we commemorate the 575th anniversary of the introduction of the sign that segregated and finally excluded the Jewry of Augsburg where they were banned only four years later in summer 1438.


Tipsiles the Jew as inventor of gunpowder in mediaeval Augsburg

July 9, 2009

This Shabbes marks the 650th death-day of Karaite Jew David-ben-Josef ha-Tiplisi (1279 – 1359)- aka “Tipsiles” or “Typsiles” – who at the request of the municipal leaders in the first quarter of the 14th century (another source states the year 1353, what is less likely ) legendarily invented in Augsburg  gun-powder and early cannon.

Of course there are quite a lot of different stories relating the invention to “Greek fire”, “the” Chinese, to Alchemists as Roger Bacons and the like, but the Augsburg legend obviously is the only one which directly affects the invention of the gun-powder on a weapon grade level, what isn’t the case with any others. Without  known reference to “Tipsiles” there also is a legendary Hebrew scripture ספר כיבוש (Book of Conquest and Siege) which reportedly has ilustrations and Hebrew descriptions of siege weapons in a large variety. However no known copy has survived.

15th century illustration (now at Vienna Hofmuseum)

15th century illustration (now at Vienna Hofmuseum)

 

As a Karaite Jew from “the Eastern World” David lived apart from the Jewish quarters of the mediaeval Imperial City of Augsburg and his practice to wear a green turban on his head made a great stir. The urban legend reports that Tipsiles (or Tibsiles who also is supposed to be the first maker of paper and the city’s pharmacist) was amply rewarded with a piece of ground in the northeastern part of the then expanding city suburb of “Jakobervorstadt” . The street name “Pulvergaesschen” (lit. powder alley) is said to go back to it. Maybe the reference of a David mentioned in a deed of 1323 (David received the sum of 120 Augsburg Pfennigs and another 76 the following year) confirms the presence of Tipsiles, but of course David would not be entirely sufficient to serve as a proof.

Illustration from the "Book of Fireworks", Augsburg 1529

Illustration from the "Book of Fireworks", Augsburg 1529

Another likely relic however might be a small figurine fixed at a wall in St. Anna Chapel (built in 1321), which depicts the head of a red bearded  man wearing a green or greenish blue turban. The small sculpture only in late 19th century was found at construction works under the flooring of the Chapel of the Hirn family which is the oldest part of the Church. Since there are no other known stories of people wearing greenish turban in mediaeval Augsburg, there probably unavoidable is a connection to the “Legend of Tipsiles the Jew who invented Gun-powder” (even if it was the other way around).

maybe it is Tipsiles maybe it's not

maybe it is Tipsiles maybe it's not