Der jüdische Friedhof im schwäbischen Harburg

September 27, 2011

Der jüdische Friedhof im schwäbischen Harburg wird auf das Jahr 1671 datiert und wurde 1833 erweitert. Der Überlieferung gemäß wurden 1744 und 1800 Holzgrabmale von plündernden Soldaten verfeuert, jedoch scheinen keine Aufzeichnungen darüber zu existieren und sich hernach niemand um Ersatz bemüht zu haben. Wie an andere Stelle schon erwähnt, beschloss die jüdische Gemeinde jedoch 1902 Nummerierungen, um künftig beschädigte Grabsteine erneuern zu können, was heute, wo in den meisten Orten keine jüdische Gemeinden mehr existieren der Verfall sozusagen als gewolltes Ideal angestrebt wird, offenbar keine Option mehr ist.  Am Friedhof befindet sich ein Taharahaus und etwa 250 häufig bereits zerbröckelnde Grabsteine und eine Reihe von kleinen, offenbar unbemerkten Fragmenten, die aus der Erde herausschimmern. Ältere Grabsteine vor dem 19. Jahrhundert sind offenbar nicht mehr vorhanden.

Eine Reihe der Grabsteine wurden bereits 1996 von Rolf Hofmann und Meir Jacoby fotografiert und dokumentiert. Zudem gibt es beim „Harburg Project“ auch eine Dokumentation der noch restlichen Grabsteine, die freilich nicht immer mit ihrem ursprünglichen Stellplatz übereinstimmen müssen.

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20111/CEM-HAR-GRAVELIST.pdf

http://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20111/CEM-HAR-MAP.pdf

see also: http://www.alemannia-judaica.de/harburgproject.htm

The Jewish Cemetery near beautiful small Bavarian Swabian town of Harburg and within the sight of the remarkable old castle, regarded as one of the best preserved in Bavaria, today only has some 250 of its old grave markers, which however crumble away.

The small house next to the northern wall of the cemetery is a rather new one and accomodates separated water closets for men and women, used when the annual “Bock-Fest” is hold end of June, which includes rock concerts, oldie nights, tug war contests,  show booths, Christian worship servives, helicopter flights, and of course lots of sausages and beer..

 

Many thanks to Mrs. Sigi Atzmon and Mr. Friedrich Thum from Harburg, who provided us access to the cemetery.

 

 

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Impressionen vom jüdischen Friedhof in Pflaumloch

November 19, 2010

בית הקברות היהודי של פפלוימלאך

in the front the grave marker of Chaim Pflaum, died in April 1872 (6th of Nisan 5632)

Unter dem von Efeu völlig überwachsenen Grabstein befand sich ein wohl auch nicht mehr benutztes Vogelnest

head stone of Tirza Adler, died 16th of Sivan in 5636 (8th of June in 1876), who had been the wife of Jakob Adler (sch”tz) a teacher (melamed) in Oberdorf, which only is some 8 km away westbond near Bopfingen ( another easy pronounceable name in that region …) 

… the tree actually has integrated the illegible head stone and grown around it at the upper corner of Pflaumloch Jewish cemetery and thus created a self-developed monument of it’s own and value. The stone now surprisingly is fitting perfectly and almost smoothly in the tree, while in many other places we have seen so many grave markers being destroyed by growing trees: 

another almost integrated and overgrown grave marker right next to the entrance door of the small but remarkable Pflaumloch Cemetery which adjacents to the Christian cemetery of Pflaumloch – Riesbuerg.

The Jewish Cemetery of Pflaumloch with the now adjacent Christian one in front (note the cross of the grave marker).

A wall separates the walled-in Jewish cemetery from the surrounding Christian cemetery in front …

Grabstein der gleichfalls komplett mit Efeu überwachsen war. Das Abzupfen der Blätter brachte diesen menora-artigen Efeu – Wuchs hervor. Die Haftungen des im Winter durch Eis und Schnee schweren Efeus beschädigen die Grabsteininschriften und zerstören sie früher oder später wenn, wie in diesem Fall sich niemand drum kümmert.

Impressions de cimetière juif de Pflaumloch


Jüdischer Friedhof Kriegshaber: Mit den Gefühlen zwischen den Stühlen …

April 27, 2010

Wir sitzen mit unseren Gefühlen meistens zwischen zwei Stühlen,“ besagt eine sich reimende Spruchweisheit von Kurt Tucholsky. Daran zu denken war naheliegend beim letzten Besuch am jüdischen Friedhof Kriegshaber / Pfersee, da sich tatsächlich zwei Stühle im südöstlichen Teil des Areals befanden. Aus irgend einem nicht nachvollziehbaren Grund war jemand der Ansicht, dass die Stühle am Friedhof besser aufgehoben seien als am bisherigen Aufbewahrungsort. Da der Sessel zumindest doch ein beachtliches Gewicht hat, sind Kinder (die von Erwachsenen gerne pauschal wie beschwichtigend für jeden Unfug verdächtigt werden) als Urheber zweifellos auszuschließen. Besieht man zudem die Fülle an wahllos herumliegenden leeren Bier- und Schnapsflaschen auf dem Gelände, so kann man nur vermuten, dass eher etwas ältere Personen hier in der Abenddämmerung oder auch später im frühlingshaften „Garten“ sitzen und mit Blick auf die bröckelnden Grabmonumente „Platz nehmen“ und sich vielleicht nach einem Frisbee-Spiel ein gemütliches (?) Besäufnis gönnen. Vielleicht drückt dies als zivilisatorische Leistung auch irgendetwas aus. Wer es weiß, darf es uns gerne mitteilen. Wir rätseln.

Im Hintergrund sind die Grabsteine des Steppacher Großhändlers Abraham Kahn (1791-1867), des Augsburger Bankiers Johann Jakob Obermayer (1792-1885) und des Kriegshaber Religionslehrers Isaak Bachmann (gest. 1864) zu sehen. Zu beachten ist auch der Griff einer Krücke auf dem Drehstuhl.

Müll am Jüdischen Friedhof frisbee disc and beer bottle on an overthrown tombstone

Two chairs were found at the southeastern corner of the Jewish Cemetery of Kriegshaber / Pfersee this time, obviously disposed. Proverbially one may be caught between two stools, if it is somewhat difficult to chose between two alternatives. Since everywhere also were empty and broken bottles of beer and schnapps it also is possible that some weird people after frisbee just had been boozing all night. We do neither know nor understand.

Do you ..? Don’t hesitate to tell us.

שני כיסאות בבית הקברות היהודי הישן בין המון אשפה באוגסבורג

( על־מה אנחנו ישבים ?… (ירמיה 8


די ייִדיש סעמעטערי פון אַוגסבורג וועט זיין אַ מיסט פּלאַץ

October 2, 2009

עס איז קיין גוטע נייַעס. די אַלט ייִדיש סעמעטערי איז גענוצט ווי מיסט דאַמפּ און נאָבדוי קאַרעס וועגן דאָס. אַלע וויכטיק מענטשן און אַטאָראַטיז קוק אַוועק – זיי זענען צופרידן אָן געשיכטע, זיי זענען צופרידן אָן צוקונפֿט…
אַ מיסט פּלאַץ

אַ מיסט פּלאַץ

וי די נייַ יאָר הייבט עס איז קיין האָפענונג פֿאַר די יזאָוון פון קריעגשאַבער יידנטום.
Müllplatz jüdischer Friedhof

Müllplatz jüdischer Friedhof

    אוגסבורג - בית הקברות היהודי הופך מזבלה

אוגסבורג - בית הקברות היהודי הופך מזבלה

די בילדער זענען פֿון נעכטן.
The Jewish Cemetery of Pfersee / Kriegshaber agains turns into a garbage dump while the ***  responsible authorities look away