Jüdischer Friedhof Erfurt

October 19, 2015

https://jhva.wordpress.com/2012/05/23/der-alte-judische-friedhof-in-erfurt-cyriakstrase

בית קברות יהודים ארפורט

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Jüdischer Friedhof Kriegshaber

March 28, 2014

Jüdischer Friedhof Augsburg Kriegshaber Jewish cemeteryscenario at Jewish cemetery Kriegshaber

Kriegshaber Augsburg Jüdischer Friedhof 2014 OstmauerOstmauer, Vorbereitung für die weitere Nutzung

Kriegshaber Jewish cemetery new burial field neue Grabflächethe new burial ground

Kriegshaber Jüdischer Friedhof Bauarbeit 2014den (letzten) Weg bereiten


Еврейского исторического общества Аугсбург (JHVA)

June 11, 2013

Еврейского исторического общества Аугсбург (JHVA)

JHVA Augsburg Еврейского исторического общества Аугсбург (JHVA)david

/ (אגודת היסטורית ויהודית באוגסבורג (אהוב

Еврейское историческое общество города Аугсбург (JHVA) было основано в октябре 2006 года. Наша ассоциация занимается изучением истории евреев в г.Аугсбурге, Швабии, Баварии, Германии, Европы и всего мира. От древности до наших дней.


А так же прогнозированием перспективы дальнейшего развития еврейских общин и еврейской жизни в будущем…

Мы проводим экскурсии по местам связанным с историей евреев в г.Аугсбург, всей Щвабии, и Баварии. Занимаемся документированием еврейских кладбищ в городе и в регионе. Мы посетили более ста мест в южной Германии связанных с еврейской историей, воскрешая историю, которая быстро забывается в стране, где не осталось евреев, родившихся в этих местах.

Есть уже две книги, по еврейской истории, изданные нами в Аугсбурге:

– книга о средневековом еврейском кладбище в Аугсбурге: “Judenkirchhof” (с фотографиями, переводом надписей с иврита, регистром евреев живших в городе в средние века т.д.).

http://www.amazon.de/Tage-Gerichts-Bericht-Ulmo-Pfersee/dp/3944092007

– Вторая книга о пригородах г. Аугсбурга Пферзее, Крйгзхабер, Штеппах и других поселений , входивших в Австрийскую империю в то время.


В Субботу перед Йом Кипур 1803 года, австрийские солдаты устроили засады в синагогах и арестовали руководителей и лидеров еврейских общин. Их ложно обвинили в подделке денежных банкнот. Рассказ очевидца раввина Бер Улмо из Пферзее был переведен с иврита и прокоментирован с обьяснением и дополнен газетными статьями того времени.

http://www.amazon.de/dp/3944092015

Наш блог в интернетенасчитывает уже более 380 000 просмотров (около 10 000 в прошлом месяце), с посетителями из 120 стран мира. Наши читатели не только из Германии, США, Израиля и всех других европейских государств (включая Ватикан), но и из Индии, Японии, Кореи, Гонконга, Шри-Ланки, Мьянмы, Зимбабве, Таджикистана, Гватемалы, Турции, арабских и многих мусульманских стран, таких как Саудовская Аравия, Бахрейн, Бангладеш, Сирия и Палестина, Йемен и Ирак. 

 

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Jüdischer Friedhof in Berlin Weißensee

November 26, 2012

Der 1880 angelegte jüdische Friedhof im nordöstlichen Berliner Stadtteil Weißensee (seit 2011: Bezirk Pankow) gilt mit einer Fläche von ca. 43 Hektar als größter erhaltener jüdischer Friedhof in Europa. Die Zahl von fast 115.000 Grabmalen ist die höchste in Deutschland.

Zugang zum Friedhof erhält man heute am Eingang an der Herbert-Baum-Straße, die benannt wurde nach dem zionistischen und sozialistischen Untergrundkämpfer Herbert Baum (1912-1942), dessen sog. meist aus Juden bestehende „Herbert Baum – Gruppe“ in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft aktiven Widerstand leistete. Neben der Verteilung regimefeindlicher Flugblätter verübte die Gruppe u.a. im Mai 1942 im Berliner Lustgarten einen Brandanschlag auf eine anti-sowjetische Ausstellung. Das Nazi-Regime ließ daraufhin wahllos 500 jüdische Männer verhaften. Wahrscheinlich kam es deshalb zur Denunziation der Gruppe. Etwa 30 von ihnen, darunter eben auch Herbert Baum und seine Frau wurden verhaftet und von den Nazis hingerichtet. Auf dem für Herbert Baum nach dem Krieg in der DDR am Friedhof aufgestellten Ehrenmal neben dem Tahara-Haus steht zu lesen: „Er war ein vorbildlicher Kämpfer gegen Krieg und Faschismus“.

Das von weitem schon sichtbare Tahara-Haus mit Sitz der Friedhofsverwaltung findet sich gleich am Eingang hinter der Mauer und dem schmiedeeisernen Gitter des Eingangs. Vor der Tahara befindet sich eine kleine runde Parkanlage zum Gedenken an „sechs Millionen“ ermordeter Juden mit einzelnen Steinen, welche eine Auswahl von Namen von Konzentrationslagern nennen. In der Mitte befindet sich ein Stein mit der Widmungsinschrift: „Gedenke Ewiger was uns geschehen. Gewidmet dem Gedächtnis unserer ermordeten Brüder und Schwestern 1933 – 1945 und den Lebenden die das Vermächtnis der Toten erfüllen sollen. – Die Jüdische Gemeinde zu Berlin“

Herbert Baum (1912 – 1942)

Entlang der Umfassungsmauern des Friedhofs befinden sich eine imposante Anzahl monumentaler Grabmalanlagen, die keinen Zweifel daran lassen, dass ihre Errichtung kostspielig war. Sie heben sich damit sehr deutlich von den meist eher bescheidenen, in der Mehrzahl auch sehr schlichten Grabsteine innerhalb der einzelnen Sektionen im Inneren des Friedhofs ab, wo monumentale Grabmale nicht die Regel sind. Ähnliche Grabmonumente kann man auf jüdischen Friedhöfen reformerischer Gemeinden überall im Lande sehen. Der Weißenseer Friedhof kann aber als wesentlichster Friedhof des deutschen Reformjudentums gelten und bietet diesbezüglich zweifellos eine Reihe an Superlativen, was Anzahl und Ausmaße entsprechender Monumente anbetrifft. Das Anliegen vieler hier bestatteter Personen reichte über das Bekenntnis zum Judentum hinaus und fixierte sich eher die Demonstration zur Zugehörigkeit zur Bildungs- und Finanzelite des Bürgertums und des Deutschen Reiches. Sehr viele der hier beigesetzten Verstorbenen und ihrer Angehörigen verfügten in ihren Biographien über sehr rasanter öffentliche Karrieren die sie schnell berühmt und reich werden ließen. Mit den bescheidenen Lebensweisen traditioneller und orthodoxer Juden hatten imposante Grabmale, die oft wenig mehr als den bloßen Familiennamen verkündeten nichts zu tun, von frommen Taten ist selten oder gar nicht die Rede.

Grabmal der Familie Rathenau in Berlin Weißensee

Zwar hat die Berliner Stadtregierung die Pflegschaft für eine Reihe der Grabmonumente übernommen, doch beträgt ihre Anzahl nur etwa ein Promille der vorhandenen Gräber und so gibt es unter der großen Menge stark beschädigter Monumente und Grabsteine zweifellos einen Prominenten-Bonus. Selbstverständlich ist dabei das Attribut „prominent“ im zeitlichen Kontext sehr variabel. Tendenziell bevorzugt die gegenwärtige Friedhofspflege aber Hauptwege gegenüber hinteren Reihen und entsprechend werden auch eher repräsentative Monumente restauriert als solche die (heute?) weniger bekannten Namen und Personen zugeordnet werden. Während viele Wege zwischen einzelnen Sektoren des Friedhofs offensichtlich regelmäßig sogar von Herbstlaub gereinigt werden, wachsen viele Zwischenräume einzelner Grabreihen fast mannshoch mit Gestrüpp zu. Während das eine ein fast tägliche Pflege signalisiert, ist letzteres ein Indiz dafür, dass hier jahrelang überhaupt nichts gemacht wurde. Obwohl zwar die Weisheit gilt, dass im Tod alle Menschen gleich sind, heißt dies aber offenbar nicht, dass sich die Lebenden gegenüber jedem Toten gleich verhalten. Davon kann kaum die Rede sein. Andererseits ist an vielen der prächtigen Grabmale zu sehen, dass trotz allem Aufwand zu ihrer Errichtung vielerorts nur noch Bruchstücke der beschriebenen Namen und Identitäten erhalten geblieben sind. Falls überhaupt noch vorhanden sind zahlreiche Trümmer ehemals kostbarer Grabsteininschriften übereinander gepurzelt, mit Dreck verschmiert, von Staub und Spinnenweben eingehüllt oder teilweise von Efeu und anderem Gestrüpp zugewachsen. Monumentaler Prunk und achtloser Zerfall vermischen sich deshalb tausendfach in stets neuen Variationen.

The Jewish Cemetery of Berlin Weißensee, established in 1880 with some 115.000 grave sites is one of the largest in Europe (in Lodz for instance there are 160.000). Only the major paths of the cemetery are maintained carefully. The City of Berlin has a special care for a prominent 0.1 % of the grave markers. So some of the ways at the cemetery are kept free of daily leaf fall while at many other parts the space between two rows of graves are overgrown entirely. Many prominent monuments get some care and restoration, while many others vanish away.
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Das Kinderdenkmal am jüdischen Friedhof Augsburg Hochfeld an der Haunstetter Str.

December 12, 2010

Nach langer und ausführlicher Planung konnte im herbstlichen Spätsommer und im winterlichen Spätherbst am jüdischen Friedhof Hochfeld zwischen Haunstetter Straße und Altem südlich der Augsburger Altstadt ein Monument für die am Friedhof bestatteten Kinder aufgestellt und eingeweiht werden, deren Grabsteine in der Zeit der Naziherrschaft und danach zerstört wurden.

Das schlichte Denkmal ist etwa 2 Meter 20 hoch und 1 Meter 20 breit und wurde entlang des Fußwegs aufgestellt. 14 schwarze Tafeln (20 x 30 cm) beinhalten in weißer Schrift 82 Namen jüdischer Kinder und ihre Todesdaten, die 2007 bei Recherchen zur Dokumentation des Friedhofs in Archiven und privaten Unterlagen ermittelt werden konnten. Eine fünfzehnte Tafel (40 x 30 cm), in der Mitte oben, enthält unterhalb eines weißen Davidsterns eine hebräische Widmungsinschrift

אל־דמעתי אל־תחרש

Was zwar mit „schweig nicht zu meinen Tränen“ etwa sinngemäß richtig übersetzt wird, in Klammern aber als Zitat, aus Psalm 56.9 ausgewiesen ist, was falsch ist. Tatsächlich stammt das Zitat aus Psalm 39.13 תהילים und lautet vollständig:

שמעה־תפלתי יי ושועתי האזינה אל־דמעתי אל־תחרש כי גר אנכי עמך תושב ככל־אבותי

(„Höre mein Gebet, HaSchem, erhöre meinen Hilferuf, betäube* nicht meine Tränen, denn ein Gast bin ich bei dir verweilend wie all meine Väter“ das Verb חרש bedeutet taub sein, verstummen, beruhigen, … zunächst aber eingravieren, schnitzen, schreiben, vom wohl ursprünglicheren pflügen, beackern.)

darunter ist noch zu lesen:

„Hier ruhen 82 Kinder in unmarkierten Gräbern. Gott kennt ihren Platz; Sie ruhen sanft im Lichte seiner Herrlichkeit.“

Und schließlich die allgeläufige Formel  תנצבה – ihre Seelen seien eingebunden im Bund des Lebens.

Im Sinne eines anderen Tehilim-Verses („כרחם אב על־בנים רחם יי על־יראיו׃“) bedanken wir uns bei der Israelitischen Kultusgemeinde in Augsburg, dem Vorstand und Dr. Henry Brandt – insbesondere bei Herrn Leonid Zamskoy, dem bis dato zuständigen Betreuer des Friedhofs – für die Konzeption, Organisation und Verwirklichung des schlichten und würdevollen Monuments, welches den Kindern der jüdischen Vorkriegsgemeinde „Denkmal und Name“ (yad vashem) zurückgibt und ihnen eine möglichst bleibende Erinnerung in künftigen Generationen ermöglicht.   

 

A new memorial at the Jewish Cemetery of Augsburg – Hochfeld (between Haunstetter Str. and Alter Posterweg),erected end of October and inaugurated early December 2010, commemorates Jewish children from Augsburgs pre-war Jewish community whose grave marker had been destroyed during the Nazi era and the following decades of neglect. The monument is 2.5 yard high and four feet wide and has the names and  dates of death of 82 Jewish children on 14 plates. An additional plate in the top of the middle has a quotation from the Biblical book of Psalms on it, what usually is translated as “do not be silent at my tears”. Although the inscription says it is a quote of Ps. 56.9, however it actually is Psalm 39.13  

Many thanks to the Jewish community of Augsburg, especially Mr. Leonid Zamskoy for the realization of the meaningful and exemplary project. 

большое спасибо


די ייִדיש סעמעטערי פון אַוגסבורג וועט זיין אַ מיסט פּלאַץ

October 2, 2009

עס איז קיין גוטע נייַעס. די אַלט ייִדיש סעמעטערי איז גענוצט ווי מיסט דאַמפּ און נאָבדוי קאַרעס וועגן דאָס. אַלע וויכטיק מענטשן און אַטאָראַטיז קוק אַוועק – זיי זענען צופרידן אָן געשיכטע, זיי זענען צופרידן אָן צוקונפֿט…
אַ מיסט פּלאַץ

אַ מיסט פּלאַץ

וי די נייַ יאָר הייבט עס איז קיין האָפענונג פֿאַר די יזאָוון פון קריעגשאַבער יידנטום.
Müllplatz jüdischer Friedhof

Müllplatz jüdischer Friedhof

    אוגסבורג - בית הקברות היהודי הופך מזבלה

אוגסבורג - בית הקברות היהודי הופך מזבלה

די בילדער זענען פֿון נעכטן.
The Jewish Cemetery of Pfersee / Kriegshaber agains turns into a garbage dump while the ***  responsible authorities look away

Der alte Jüdische Friedhof an der Thalkirchner Straße in München Sendling

June 30, 2009

"Betreten auf eigene Gefahr !"

"Betreten auf eigene Gefahr !"

Grabreihe am alten Münchner Friedhof
Grabreihe am alten Münchner Friedhof
Kohen Emblem des Harry Kohenstamm 1841 - 1886
Kohen Emblem des Harry Kohenstamm 1841 – 1886

 

Bis zur formellen Gründung einer jüdischen Gemeinde in München 1815 begruben Münchner Juden ihre Toten am Friedhof Kriegshaber-Pfersee, darunter die ersten Führer und Rabbiner der zunächst noch inoffiziellen Gemeinde in der Residenzstadt, wie Schimon Wolf Wertheimer, ältester Sohn des berühmten Rabbiners und kaiserlichen Hoffaktors in Wien, Schimschon Wertheimer oder Abraham Uhlfelder, dessen Nachkommen in München das Kaufhaus Uhlfelder am Oberanger gründeten und zuletzt der Gelehrte Rabbi Loeb Gumperts im September 1815.

 

1816 eröffnete der Friedhof an der Thalkirchner Straße 240 im Münchner Stadtteil Sendling (U3 Brudermühlstr.), da jedoch mit München auch die jüdische Gemeinde der Stadt rasch anwuchs, wurde der Grabplatz 1854, 1871 und zuletzt schließlich 1881 erweitert. Im Jahr darauf wurde das alte Tahara-Haus abgerissen und durch ein großes neues am Südende ersetzt. Ein Vierteljahrhundert danach, als es keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr gab, bekam die Münchner Gemeinde im Stadtteil Freimann einen neuen Friedhof. Der nunmehr alte Friedhof wurde seitdem eher nur noch sporadisch genutzt. Das letzte Begräbnis fand jedoch fand erst im Jahr 2003 statt.

 

Die Gräber sollten sicher nach Jerusalem ausgerichtet werden, was den Planern aber offenkundig misslang, weshalb sie stattdessen eher nach Rom, genauer gesagt Richtung  Venedig, Sizilien und Malta zeigen – aber dieses Orientierungsproblem ist leider typisch für zahlreiche jüdische Gemeinden in dieser, aber auch folgender Epochen. Der Grundriss des Friedhofs entspricht etwa einem unregelmäßigem Pentagon. Entlang der namensgebenden Thalkirchner Straße, an der sich auch das große Haupteingangstor befindet, misst der Friedhof 180 m. Nördlich schließt sich im rechten Winkel an der Blyerstraße eine etwa 70 m lange Mauer an. Die folgenden Mauerstücke sind jeweils 130 m, 100 und 80 m lang, woraus sich eine Gesamtlänge der gut erhaltenen Mauer von ca. 560 m ergibt. Die Fläche beträgt damit etwa 2.5 ha. Der Friedhof selbst nun ist in insgesamt 35 wiederum unregelmäßige, nicht ganz logisch gegliederte Sektoren eingeteilt, die vor Ort durch kleine nummerierte Ecksteine gekennzeichnet sind. Der Sektor 11 in der Mitte des Friedhofs ist der älteste Teil um den herum im Laufe der Zeit erweitert wurde. Der daran nördlich angrenzende Bereich der früheren Tahara ist freigeblieben.

 

Monumentales Grabmal von Max und Therese Heilbronner im maurischen Stil

Monumentales Grabmal von Max und Therese Heilbronner im maurischen Stil

 

Der Friedhof verfügt über ca. 5300 Gräber, von denen viele ältere aus dem früheren 19. Jahrhundert nicht gut erhalten sind. Der stellenweise dichte Baumbewuchs jedoch geht nur in seltenen Fällen auf Kosten der vorhandenen Grabsteine, was mancherorts leider ganz anders ist. Dies spricht für eine kontinuierlich gute Pflege des Areals, für die die seit 1917 ansässige Familie der selbst schon seit 1965 vor Ort tätigen Friedhofswärterin Johanna Angermeier verantwortlich zeigt. Sie hütet auch ein 1882 in grober alphabetischer Ordnung erstelltes Grabbuch, das auf einem älteren, inzwischen verschollenen Friedhofsbuch basiert. Freilich stimmen die Angaben des Buches stichprobenweise nicht immer mit den Angaben auf den erhaltenen Grabsteinen überein, während ausschließlich in hebräischer Sprache notierte Steine dem Anschein mitunter nach ganz fehlen. Trotzdem bietet das Buch mittels Angabe einzelner Sektoren, Reihen und Grabnummern eine gute Orientierungshilfe für das Auffinden einzelner Grabplätze. Da eine Dokumentation des Friedhofs offenbar fehlt, wäre es freilich wünschenswert, dass die Angaben des Buches allgemein zugänglich wären, etwa im Internet, um Angehörigen und Genealogen die Forschung zu erleichtern.  Freilich stehen nicht alle Grabsteine heute auf ihrem ursprünglichen Platz und eine Reihe von Steinen fehlen ganz, da sie in der Nazi-Zeit geraubt wurden, so man sich nicht damit begnügte die in den 1940ern als „kriegswichtig“ erachteten metallenen Buchstaben zu entfernen und einzuschmelzen. Aber auch dies ist keine Münchner Besonderheit. Dann schon eher ein auf dem Kopf stehend wiedererrichtete Stein des Israel Neustetter.

grave marker upside down

grave marker upside down

Die ältesten erhalten Grabsteine weisen noch eine bis dato als schicklich erachtete Schlichtheit auf, die bald ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Stil der Neugotik und des Second Empire übergehen, ehe diese sich zur Jahrhundertwende in teilweise protzig wirkenden, gelegentlich aber durchaus kunstvoll (etwa im maurischen oder Jugendstil) wirkenden Monumenten verliert, die bekanntlich charakteristisch für im Großbürgertum aufgegangene liberale jüdische Gemeinden waren. 

 

Neben zahlreichen Angehörigen der Familien Strauß, Hirsch auf Gereuth, Aufhäuser, Einstein, Schülein, Obermayer, Feuchtwanger, Westheimer und Wertheimer finden sich auch Grabmale von Rabbinern wie Hirsch Aub (1795 – 1875) oder Dr. Josef Perles (Peretz ben Baruch Ascher) 1835 – 1894), der von 1871 bis zu seinem Tod Rabbiner der Israelitischen Cultusgemeinde in München und Autor zahlreicher profunder Artikel zur Geschichte und Religion des Judentums war – beispielsweise über „Das Memorbuch von Pfersee“ (1873). Der prominenteste Name am Friedhof an der Thalkirchner Straße dürfte wohl der des Karl Marx sein, jedoch handelt es sich hier nur um eine zufällige Namensgleichheit.

 

grave marker of Rabbi Dr. Josef Perles s.A.

grave marker of Rabbi Dr. Josef Perles s.A.

Da die Münchner wie auch die noch viel später gegründete Augsburger jüdische Gemeinde in nicht unwesentlichen Teilen aus Mitgliedern der schwäbisch-burgauischen Gemeinden von Pfersee, Steppach und Kriegshaber rekrutiert wurden, finden sich selbstverständlich zahlreiche Belege familiärer Bezüge.  Neben den bekannten Namen wäre dies z.B. Mathilde Skutsch (1866 – 1929), die mit ihrem Gatten Julius Ulrich (1854 – 1927), seineszeichens Senatspräsident bestattet wurde. Die Hinterbliebenen des im Juni 1846 im Alter von 85 Jahren verstorbenen und im Sektor 15 begrabenen Isaak („Eisik“) Welsch etwa betonten noch stolz die Herkunft des Verstorbenen aus Steppach.

crumbling inscription

crumbling inscription

Haupttor des alten Münchner Friedhofs

Haupttor des alten Münchner Friedhofs