Schwein gehabt

October 10, 2013

Schwein München Yehuda ShenefSchwein gehabt in München

Uns Juden wird oft ein besonderes, sprich gestörtes Verhältnis zu Schweinen nachgesagt. Dabei werden richtiggehend Berührungsängste postuliert, die man stelle sich vor, so weit gehen sollen, dass Juden Schweine nicht essen. Aus Sicht der Schweine ist eine solche Haltung eine sehr gute, ja sogar gesunde. Gegessen zu werden setzt nämlich den eigenen Tod voraus und den wollen auch dümmste Schweine natürlich vermeiden.

Es stimmt zwar, dass Juden gemäß der Anordnung der Tora Schweine nicht essen sollen,aber daraus ergibt sich sonst eigentlich nichts. Das Schwein ist eines von sehr vielen Tieren, dass nicht gegessen werden soll. Auch Adler soll man nicht essen oder Löwen, die viele (auch jüdische Wappen) schmücken. Bären isst man nicht, Elefanten isst man nicht. Auch ein Krokodil, Hund, Hase oder Pelikan lassen sich nicht koscher zubereiten. Insekten nicht, Katzen nicht, keine Würmer und keine Delphine, Affen, Pferde, Raben oder Kamele. Kein Schwan, kein Schwein.

Kein verletztes, gequältes oder krankes Tier darf gegessen werden und auch Tiere die durch die Jagd sterben dürfen nicht gegessen werden.

Das Ideal wäre sogar Veganismus, wenn man die Empfehlungen zu Ende denkt.

Tora comments to eat no pork. Pig however is nothing special. Also lions, digs, cats, camels, ravens oder swans are not permitted either. Furthermore it is forbidden to hunt or to eat ill or hurt animals what sort ever. The ideal of ancient Judaism is to  eat just vegan, that is without any meat or milk, etc.

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Festessen für Jom Kippur

September 24, 2013

Ja, Jom Kippur ist bereits vorbei. Hier ein Rezept für eine festliche Mahlzeit für den jüdischen Versöhnungstag zu veröffentlichen, ist deshalb nachträglich. Macht aber nichts, da es ja im nächsten Jahr wieder einen jaum-kiper geben wird.

hp photosmart 720(wp) Das passende Gericht zum Tag des Gerichts

Rezept

Sechs Nullen halbieren und entgräten, grob gehackt in Frischhaltefolie gut einwickeln, dann das Vakuum in gleich große Würfel schneiden, Nichts dazugeben (vorher häuten), nach Belieben mit frischem Niente, Nada oder Nitschewo würzen, alles ein halbe Stunde auf mittlerer Temperatur garen lassen. Mit 3-4 EL Leere garnieren.

Mahlzeit, massel tofffffff


Schwein gehabt in Augsburg

June 21, 2013

 Augsburg Augustus SchweinsteigerKaiser Augustus als “Schweinsteiger” am Rathaus-Platz

Richtig, im Judentum ist Schweinefleisch “tabu”, nicht kòscher. Das macht es aber auch nicht schwerer dem Appel zu folgen, der heute am Augsburger Rathaus-Platz für vegetarische (oder weit besser noch: vegane) Ernährung zu werben und gegen sog. “Massentierhaltung” zu protestieren.

Schweine Lech Augsburg Augustus BrunnenSchweine und Lech – Figur am Augustus-Brunnen in Augsburg

Das Judentum hat, wie man weiß, mit Tierschutz, recht viel am Hut. Keine andere Religion verknüpft eine solche Menge an gesetzlichen Bestimmungen mit dem Schutz von Natur und Tieren. In biblischen Zeiten war Fleischessen jedoch eine Ausnahme und alles andere als alltäglich. Auch weil Tauben, Schafe, Stiere eher Währungseinheit, Tausch- und Zahlungsmittel (auch im Kontext des Tempelopfers) waren. Vor Noach war das Essen von Tierleichen überhaupt kein Thema und im Grunde ist auch danach nicht so gerne gesehen.

Das sehr charakteristische Verbot vom Mischen von Milch und Fleisch – ein kulturelles Alleinstellungsmerkmal des Judentums – basiert auf dem immerhin drei mal in Tora erwähnten Verbot ein Ziegenkind in der Milch seiner Mutter zu kochen. Diese dreifache Erwähnung führte zur dreifachen Anwendung des Gebots: weder die Praxis ist erlaubt, noch das Essen und schließlich auch nicht in irgendeiner Weise davon zu profitieren. Auch wer Milch und Fleisch mischt, ohne es selbst zu essen, verstößt gegen das Gebot der Tora, auch wer Milch und Fleisch weder zusammen isst und es auch nicht zusammen mischt, verstößt trotzdem gegen das Verbot der Tora, wenn er eine solche Mischung bloß verkauft und damit einen Vorteil daraus zieht.

Es ist klar, dass die Bestimmungen aus Talmud-Tora Massentierhaltung im modernen Sinne ziemlich unmöglich machen, schon weil gewöhnliche Milch-“Gewinnung” ohne Grausamkeit und Tierquälerei faktisch nicht möglich ist. Dem geschwängerten Muttertier wird das Kalb, dem Kalb die Milch, und wenn es männlich ist auch das Leben weg genommen, weshalb die weiße Milch im Grunde rot und blutig ist. Massentierhaltung und industrielle Ver- oder besser gesagt Ent-Wertung von Tieren ist mit der Halacha nicht vereinbar.

Die Bestimmungen von חלב ישראל‎ werden allgemein natürlich nicht praktiziert und so ist der Hinweise darauf, dass der Konsum von Milch, die nicht chalav jisrael ist zu טמטום הלב (timtum ha-lew) führt. Dies bezieht sich auf eine grundsätzliche Haltung, doch auch wenn diskutabel erscheint, was eine “Herzverdummung” im Grunde sein mag und Kabbalisten eigene Vorstellungen davon haben, braucht man es nicht zu verkomplizieren.  Im Klartext kann man es auch rational leicht fassen, denn die “Fähigkeit”.

Grausamkeit gegenüber Tieren als Basis des eigenen Genusses ohne eine Spur Mitgefühl zu praktizieren oder zu akzeptieren oder davon zu profitieren

ist im Grunde keine kulturelle Leistung auf die man stolz sein kann, sondern lediglich eine still Übereinkunft in der Gesellschaft, die damit sehr, sehr viel Geld verdient und fast ausschließlich bei eigenen Verfehlungen sehr nachsichtig ist.

Für ein physisches Verständnis von timtum ha-lew spricht schließlich auch die heutzutage in allen Geschäften in zig Varianten anzutreffenden “Produkte”, die damit werben, “laktosefrei” zu sein, also keinen “Milchzucker” zu enthalten. Offenbar macht all dies eine Menge Leute buchstäblich krank.

Augsburg Rathaus Mastschwein

Augustusbrunnen Augsburg Wertach Schwein

In order to promote vegetarian or vegan cuisine (and a certain organization), there was a animal welfare action with huge pigs at Rathaus – Platz in Augsburg today. Opportunity to point out, that Talmud Tora laws of course are not compatible with the practices of  mass husbandry or factory farming, since cruelty against animals is forbidden. Of course that also applies for non cholov yisroel milk and the like.


The Origin of the Esther bunny

March 7, 2012

Usually the bunny is referred to the Christian festival of Easter which replaced the biblical festival of Passover. While in many languages the Christian festival still reminds the Jewish “pessach” פסח origin (Latin: pascha; Russian: Пасха; French: Pâques; Greek: πάσχα; Italian: Pasqua; Dutch: Pasen; etc.), Germanic languages have „easter“ instead (German: Oster; etc.), in recent centuries derived from a notional Germanic goddess “Eastr”, “Ostera”, “Etcetera” … The most likely explanation of course would be a connection to oriental goddess “Ishtar”, whose tree cult also is present in winter time all over Europe, but for convenience or political reasons this usually is no considered option. However, be it as it marches, ummm, … may … we like to introduce another less likely, but finally somewhat puzzling answer to a question not raised so far: the Augsburg Esther Bunny who reads Megilat Esther, the Ester – Hase which in German combines Purim with spring time, what derives from Persian puns with the خرگوش and more older cuneiform script. Would you mind eating Zimmes צימעס instead of sweets like Hamantash – big deal? Probably. Just realize that the awkward “Hamantashn thing” develops more and more to be a(meal) replacement of Christian housel – where symbolically you would eat a person, i.e. Haman, resp. his many many (for what reason sweet?) ears … and you will drink lots of wine with it.

Esterhase ester bunny

What’s up, Mordechai  ..?”

 

Ostern wird gewöhnlich von einer imaginären, sonst nicht nachweisbaren Göttin “ostera” oder “Ister”, etc. abgeleitet, um der wesentlich wahrscheinlicheren Ableitung von Ischtar/Ischar zu entgehen, deren Baumkult im Winter freilich weit verbreitet ist. Wir schlagen deshalb alternativ den Augsburger Esther-Hasen vor, der aus dem Busch springt, und das “Buch Ester” liest. Dazu isst man dann eben Zimmes anstelle von klebrig-süßen Hamantaschen. Letzteres tendiert zunehmend zu einer Art karnevalistischem Abendmahlersatz. Man isst dabei ja zumindest symbolisch den Körper einer Person, oder Teile davon, wie die (warum auch immer) süßen Ohren des Haman und trinkt Wein dazu, bis man Haman und … wen oder was gleich nochmal verwechselt?


Ashisha – vegetarische Burger aus Linsenmehl

March 4, 2011

Ashisha oder “A-schi-scha” ist eine einfache Speise die an heutige Falafel erinnert und wird aus Linsenmehl (lentil flour) hergestellt. Dieses freilich muss man sich – da schwer zu bekommen – selbst mahlen, was aber kein großes Problem ist, wenn man das will und entsprechendes Gerät dazu hat. Man kann Aschischa, nach eigenem Geschmack gewürzt entsprechend auch mit  Pita essen oder mit Gemüse oder aber auch mit Lachs, wie auf dem Bild von Margit.

Hier nun eine Rezeptvariante :

für 1-2 Personen

50 g Linsen                           möglichst fein mahlen mit

125 ml Wasser          und

2EL Olivenöl                        zu einem glatten Teig rühren. Würzen nach Belieben.

 20 Minuten ruhen lassen, dann bei mäßiger Hitze Küchlein in Öl backen.

Diskussion zur Speise: Bawli Pessachim 36b, Nedarim 6.10 und 40a (Jeruschalmi),  Tosefta Nedarim 3

Photo und Rezeptvariante von Margit Hummel


Talmud Cuisine – jüdische Küche in Antike und Mittelalter

March 3, 2011

Kochbücher erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit und so mangelt es auch nicht an zahlreichen Werken, die ein Potpourri an jüdischen Kochrezepten bieten. Meist werden dabei die gängigsten Gerichte abgearbeitet, die einer jüdischen Küche in den letzten Jahrzehnten zugeschrieben werden. Die Frage, was eine „typisch jüdische Küche“ ausmacht, lässt sich leicht oder gar nicht beantworten, wenn  man sich landläufig darunter Gefillte Fisch, Knedlach, Kigel, Humus, usw. vorstellt. Klassiker einer zumeist „aschkenasischen“, besser gesagt mitteleuropäischen Küche (Sauerbraten, Eintöpfe, Suppen, Saucen, Knödel, Gebäck aller Art, sehr oft süß), in der einen oder anderen Juden zugeschriebenen Variante. Dazu gesellt sich oft eine Auswahl, sog. israelischer Küche, die letztlich orientalisch, arabische Speisen variiert, etwa die inzwischen allseits geläufigen Falafel. Etwas spezieller wird es dann noch, wenn regionale Gerichte aus verschiedenen Teilen Europas sozusagen koscher nachgekocht werden sollen. Man nimmt dann eben koscheren Wein statt gewöhnlichen, Lammfleisch statt Schwein, oder koschere, blutleere Leberwurst.

Es ist klar, dass es hierbei an Klischees keinen Mangel geben kann, zumal „jüdische Speisen“ besonders gerne an besonderen Tagen zubereitet und serviert werden, gleich ob sie sonst in einem Kontext stehen. Da können auch im November Matzen auf dem Tisch stehen, weil sie eben als „typisch“ jüdisch gelten – auch wenn dies für Christen erklärt Ostereiern zu Weihnachten entsprechen würde, während andererseits bereits ein Apfel oder eine Kartoffel genügen, um das mitunter komplizierte Kriterium „koscher“ zu erfüllen. Aber was wäre daran jüdisch? Da müssten also schon slawische Namen her wie לטקעס (Latkes) um in Süddeutschland sonst als „Kartoffelpuffer“ oder „Reibekuchen“ („Reibedatschi“) geläufige Speisen zu präsentieren, oder Blini (Блины), plini, בלינצע, etc. mit Varianten von Pfann- und Eierkuchen, … und statt Krapfen muss man neuerdings hebräisch “Sufganijot” sagen, weil es immer typischer in einer bestimmten Weise wird, je öfter es entsprechend in Rezeptsammlungen und Büchern abgedruckt erscheint. Wie ein Philosoph meinte, setzen sich nicht zwangsläufig die besten, sondern die häufigsten Meinungen durch. Das kann hier nicht anders sein.

Über die Speisegewohnheiten des Judentums sagt das abseits der allgemein kaum noch beachteten Kaschrut-Regeln wenig aus oder gar nichts. Aber man ahnt, dass Bar Kochba wohl keine Sachertorten aß, nachdem er die Römer aus Jerusalem vertrieb. Und ob Jesus von Nazaret Matzensuppe oder Rabbi Akiwa צימעס kannten ist fraglich, ebenso ob Mosche Maimon jemals was von Lokschenkugel erfuhr. Andererseits finden wir bereits in der Thora, weit mehr aber im Talmud und noch mal mehr in der mittelalterlichen sog. „Responsen“ – Literatur an Rezepten und Speisen, die Juden in der Antike, aber auch im mittelalterlichen Europa zubereiteten und aßen. Wie in sprachlicher Hinsicht ist auch hier damit zu rechnen, dass manches tradiert wurde, was inzwischen vergessen und verloren gegangen ist. Grund genug also für uns, uns eingehender mit diesem Teil der Geschichte zu befassen.

If you can name it, you can own it, sagt eine andere geläufige Weisheit und so sprechen wir statt von „jüdischer Küche“ in diesem Fall etwas präziser von talmudischer Küche, von „Talmud Cuisine“, da eine große Zahl an Speisen und Rezepten im Talmud erwähnt sind und sich im Laufe der Jahre beim Studium als Randnotizen aus ganz unterschiedlichen und meist anderen Zusammenhängen ansammelten. Manches davon ist schwierig nachzuvollziehen, anderes muss immer wieder erprobt und verbessert werden, um zu verstehen, wie es gemeint war, andere Speisen und Getränke sind aber auch so sehr in der allgemeinen Populärkultur eingegangen (wie beispielsweise “meliach” oder gar die “pizza”), dass niemand nur auf die Idee kommt, dass das schon im Talmud erwähnt wird. Aber wer kennt heute in der Antike und noch im Mittelalter geläufige jüdische Speisen und Getränke wie himleta, schwiski, schichra, prasuma, aschischa, pat oder zmokim ..? 

* * *

Jewish Cooking recipes often are a collection of stereotypes from Estarn Europe and Mediterranean recipes also known as more or less typical local or regional food. So the Jewish part often is to consider special requirements such as lamb or veal instead of pork or shellfish, kosher wine instead of a “regular” one who has it’s brilliant red color from so called “blood flour” – not to forget that Jews to be “typical” apparently always need Matza on the table.

However, Bible and in a much broader extent Talmud and medieval Jewish response literature mention quite a lot of typical dishes, starters, desserts, beverages, pastries and so on. Some of theam are popular all over the world, as for instance “pizza”, others are know by different names and many are somewhat forgotten.

We will present every now antd then several recipes from Jewish antiquity and medieval times as dainty and delicate food of “Talmud Cuisine”, the Talmudic way of cooking and enjoyment of life.


Die perfekte Pessach Pizza

April 1, 2010

Matza shmura (מצה שמורה) as base layer, use some olive oil to soften it somewhat cover it with anything what makes a kosher and good pizza. The basic recipe פיתה already is mentioned in the Talmud – of course not in a Passover version.

Wie macht man die perfekte Pessach – Pizza ..? Ganz einfach: Matza schmura besorgen (oder vor Pessach selbst backen), etwas mit Oliven – Öl bestreichen, um den Boden weicher zu machen (kein Wasser, da sonst die Matzen aufweichen und zerfallen) und nun mit allem belegen, was an Pessach koscher ist, gefällt und schmeckt.