Synagoge Augsburg

July 7, 2016

The Synagogue of Augsburg in Halderstr. in summer 1916 (officially inaugurated in April 1917):

Synagoge Augsburg Halderstr.  1917 בית הכנסת אוגסבורג, חודשים לפני החנוכה באביב 1917


Remembering Joel Fred Dottenheimer (1913-1986)

July 5, 2016

Heute vor 30 Jahren, am 5. Juli 1986 starb Fred J Dottheim im Alter von 73 Jahren in seiner amerikanischen Heimat. Geboren wurde er 1913 als Sohn des Weinhändlers Sigmund Dottenheim im mittelfränkischen Gunzenhausen (30 km südlich von Ansbach). 1929 zog es ihn im Alter von 16 Jahren nach Augsburg, wo er eine Kaufmannslehre absolvierte und zeitweilig in der Schaezlerstraße wohnte. Im Juni 1936 finden wir in einem Spielbericht als Mitglied der Fußballmannschaft der PTG Augsburg.

Die Private Tennisgesellschaft wurde nach dem Amtsantritt der Nazi in Deutschland Ausweichpunkt einer Anzahl von jüdischen Augsburgern, die zuvor bei allgemeinen Vereinen spielten, wie dem BCA, dem Vorläufer des FC Augsburg, beim TSV Oberhausen oder bei Schwaben Augsburg. Im Juni 1936, also vor rund 80 Jahren spielte Joel Fred Dottenheimer, wie er damals hieß um die Zeit des christlichen Pfingstfestes in Stuttgart als Mittelfeld-Regisseur der PTG bei zwei Matches gegen einheimische, also Stuttgarter Teams, zum einem gegen das örtliche Hakoach Team, zum anderen gegen die Herren des RJF Stuttgart, des Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Das eine Spiel wurde gewonnen, das andere verloren, Joel Dottenheimer hatte dabei für das Augsburger Team getroffen.

Im Sommer 1936 war Nazi-Deutschland geprägt von den anstehenden olympischen Spielen in Berlin und das Regime war zähneknirschend geneigt, sich etwas zurückhaltender zu sein, als es die im vergangenen Herbst beschlossenen „Nürnberger Gesetze“ bereits angekündigt hatten.

joel fred dotteinheimerJoel Dottenheimer / Fred J Dottheim

(gunzenhausen.de)

Während Joel Dottenheimer bereits im Mai 1937 Augsburg verließ und über Hamburg und Southampton nach St. Louis gelangte, überlebte der Rest seiner Familie den Nazi-Horror nicht. Sein Großvater der Weinhändler Heinrich Dottenheimer kam im Alter von 88 Jahren in Terezin ums Leben. Heute nun jährt sich wie gesagt zum dreißigsten mal sein Todestag. Grund genug für den Jüdisch Historischen Verein Augsburg uns während der Fußball-Europameisterschaft seiner zu gedenken.

Today marks the 30th anniversary of the dead of Fred Dottenheim, who in 1913 was born in the Middle Franconian town of Gunzenhausen as son and grandson of renowned vintners. In 1929 at age 16 he left his home and moved to Augsburg to absolve a merchantile apprentice. In 1936, 80 years ago we find his name in the line up of the football team of the PTG Augsburg, the “private tennis club” where a number of football players of different Augsburg teams were recieved after ordinary clubs  such as Schwaben Augsburg or BC Augsburg (the forerunner of todays FCA) excluded them because they were Jews. Just one year later, in May 1937 Joel left Augsburg and Germayn and emigrate to the US. His granfather, parents and sibling did not survive the Nazi crimes. We have no idea what exactly is the historical significance of a long forgotten Jewish football team and its players in the midst of the European Championship in France, but we guess Joel Fred Dottheimer would be interisted in watching the games. Bet? So we will remember him, who once scored for us.


Keine Auswanderung ohne Sprachkenntnisse

June 29, 2016

(Heute wieder aktuell ..?)

Keine Auswanderung ohne Sprachkenntnisse

Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt mit:

Die verstärkte Auswanderung nach Übersee, die im Herbst 1935 eingesetzt hat, hält unvermindert an. Bei den meisten Ländern könnte man die Aussichten unserer Auswanderer als verhältnismäßig günstig bezeichnen, zumal die großen ausländischen Organisationen bei der Unterbringung der Neu-Eingewanderten unschätzbare Hilfe leisten. Demgegenüber mehren sich aber in letzter Zeit immer stärker die Klagen, dass unsere Auswanderer selbst verhängnisvolle Fehler begehen, die nicht nur ihr wirtschaftliches Fortkommen erschweren, sondern auch eine unerträgliche Belastung für die Arbeit der Hilfskomitees im Ausland darstellen.

Dass es die Pflicht des jüdischen Auswanderers ist, sich im Einwanderungslande jeder politischen Tätigkeit strikt zu enthalten, ist vom Hilfsverein wie von den zuständigen ausländischen Organisationen mehrfach betont worden und muss auch an dieser Stelle mit allen Nachdruck wiederholt werden.

Jüdische Auswanderung 1936 September 1936 Korrespondenzblatt Südamerika Hilfsverein

Ein sehr viel allgemeineres Verschulden unserer Auswanderer liegt indes in ihrem mangelnden Eifer zur Erlernung der künftigen Landessprache. Es liegt auf der Hand , dass der Einwanderer auf wirtschaftlichen Erfolg in der Regel nur rechnen kann, wenn er die Sprache seiner neuen Heimat von Anfang an wenigstens einigermaßen beherrscht und sich im Lande selbst möglichst rasch in ihr vervollkommnet. Dies gilt natürlich im besonderen Maße für die Angehörigen der kaufmännischen und akademischen Berufe, die ohne Beherrschung der Landessprache als Arbeitskräfte meistens geradezu unbrauchbar sind. Trotzdem wird immer häufiger aus überseeischen Ländern berichtet, dass kaum ein kleiner Teil der Einwanderer auch nur über die bescheidensten Sprachkenntnisse verfügt, und dass viele sich einfach darauf verlassen, sie würden die Sprache schon im Einwanderungslande sozusagen von selbst lernen. Allein innerhalb der letzten Tage sind dem Hilfsverein aus Südafrika, aus Kolumbien, aus Argentinien, Uruguay und Brasilien heftige Klagen über die Trägheit vieler Auswanderer in dieser Hinsicht zugegangen.

Zu gleicher Zeit klagt das Hilfskomitee in Bogota (Kolumbien), es müsse immer wieder feststellen, dass die Einwanderer fast ausnahmslos sprachlich, psychisch und beruflich völlig unvorbereitet dahin kämen und sich so „selbst die allergrößten Hindernisse für ihr Vorwärtskommen“ bereiteten.

Andererseits erhält der Hilfsverein aber auch immer wieder Briefe von früheren Auswanderern, die zufrieden darüber berichten, wie schnell sie dank ihrer früheren Sprachstudien Stellung gefunden haben, und welch unschätzbaren Vorteil es für den Einwanderer, wenn er die Landessprache, und möglichst außerdem noch eine Sprache beherrscht. Es verdient nachdrücklichste Betonung, dass die Kenntnis der englischen Sprache auch für Auswanderer nach Südamerika eine außerordentliche Hilfe bedeutet; noch wichtiger ist allerdings die Kenntnis der jeweiligen Landessprache, d.h. im allgemeinen des Spanischen und für Brasilien des Portugiesischen. Es ist deshalb unbedingt notwendig, dass jeder einzelne Auswanderer, ganz besonders wenn er öffentliche Mittel in Anspruch nimmt, schon in Deutschland die Sprache seiner voraussichtlichen Heimat studiert.

 

Der Artikel erschien am 15. Juni 1936 in Heft 12 der „Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung“, also vor recht genau 80 Jahren.


“Übertretungen: zeitgenössische Gedichte Augsburger Juden”

June 24, 2016

Übertretungen: zeitgenössische Gedichte Augsburger Juden

von Yakiv Samoylovych (Autor), Yehuda Shenef (Autor), Chana Tausendfels (Autor)

mit Illustrationen von Yakiv Samoylovych

72 Seiten, 5 .- Euro

ISBN: 978-3848-204-519

Übertretungen Gedichte Augsburger Juden Samoylovych Shenef Tausendfels 2016

„Übertreten“ heißt in der Regel eine Grenze verletzen, eine Seite oder gar Religion zu wechseln, eine starre Linie oder Meinung herauszufordern, zu hinterfragen. Von Rechtschaffenen und jenen, die ihre festen Prinzipien und unabänderlichen Positionen haben, sind Übertreter, Seitenwechsler, selten gerne gesehen.

Erleben ist immer die ureigene Geschichte, gleich ob man nun lieblichen Melodien folgt, nach echtem Kaffee sucht, seine Lanze an der Tür des Sozialamts abbricht, routinemäßig im Niemandsland unterwegs ist, nie repräsentativ befragt wird, das Gras flüstern hört, zornige Träume hat, sich wie ein entschwundener Fisch aus der Tiefe erhebt oder sich als finaler Zweck und Bester begreift.
Menschliches Streben widersetzt sich gedachten Grenzen. Darin liegt unser aller Wesen. Der Blick ans andere Ufer lohnt sich.

Immer.


Franz Ritter von Wertheim (1814-1883)

June 15, 2016

Wertheim, Franz Freiherr offspring of Shimon Wolf Wertheimer from Pfersee, Augsburg and Munich

“Wertheim war eine Persönlichkeit, die ihren Dienst dem gesamten österreichischen Gewerbe zur Verfügung stellte. In seinem Betrieb gab es keine „Arbeiterprobleme“, er betonte immer, dass seine Ideen ohne seine Mitarbeiter nicht umzusetzen wären. Er galt als Pionier des „neuzeitigen Werbewesens“. Alles und Jedes war ihm recht, wenn es nur die Aufmerksamkeit der Umwelt auf ihn und seine Erzeugnisse lenkte. Er förderte auch die Künstlerschaft durch wohlbezahlte Aufträge und errichtete 1872 in seinem Palais ein kleines Theater.”

more: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Wertheim


שבטים רובן ויהודה – les tribus d’Israël de Ruven et Yehuda

June 5, 2016

Représentation des tribus d’Israël de Ruven et Yehuda à la synagogue d’Augsbourg, conçu par Heinrich Lömpl (1877-1951) pour Fritz Landauer, en l’an 1916, peint par Chana Tausendfels en 2010

Augsburg Synagoge Yehuda Ruvenשבטי יהודה ורובן של בית הכנסת באוגסבורג


Леви и Дан – the tribes of Levi and Dan

June 3, 2016

Картина из Аугсбургской синагоги, изображающая израильские племена ( колена ) Леви и Дана. Дизайн выполнен Генрихом Лемпелом (1877 – 1951) для синагоги , построенной архитектором Фрицем Ландауером сто лет назад. В современной интерпретации художницы Ханы Таусендфелз в 2010 году.

tribe Levi tribe Dan Augsburg Synagogue Stämmeלוי ודן