Augsburg – mei Vaterschtadt


Augsburg mei Vaterschadt

Wie hab i di, mei Augschburg gera!

Dir gilt mei schöanster Gruaß,

weil ma di net nur muaß verehra,

weil ma di liaba muaß!

Zählst du au scho zwoitaused Jährla,

du bleibscht doch schöa und jung

und bischt trotz deine weiße Härla

no voller Kraft und Schwung.

 

Du hosch no Maura, Wäll und Gräba

und Tor und Plätz’ gar weit

und alte Höf mit Schpinnawebe

aus längscht vergangener Zeit.

Und hoahe, schöane Giebelhaiser

tun kund von alter Pracht:

drum hont sogar die früh‘re Kaiser

oft bei Dir Eikehr gmacht.

 

 Doch bischt du mit d’r Zeit au ganga;

denn Stillschtand isch dir fern.

Ma sieht im neista G’wand di pranga,

gar nobel und modern.

Mit Prachtpaläscht und broite Stroßa

bischt du jatzt guat beschtellt;

Mei Augschburg ka si seha lossa

voll Stolz der ganza Welt.

 

Und mag ma mi au “Datschi” nenna

i ärger mi net dra:

Da Datschi muaß ma nor erst kenna

no beißt a jeder a …!

Mei Augschburg, dir nur will i leba

 in Freid und au im Leid!

Gott mög dir Glück und Sega geba

 jatzt und für alle Zeit!

 

 (Adam Rauh, „Augsburger Heimatbüchlein für Schule und Haus“, 1920)

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