Josef Schuster warnt Juden vorm Tragen der Kippa in Deutschland


Der neue Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland (ein politisches, kein religiöses Gremium) warnt Juden davor in bestimmten Vierteln oder Gegenden in der Öffentlichkeit eine Kippa zu tragen, damit als Jude erkennbar und womöglich auch angreifbar zu sein. Dass dies nicht ganz grundlos ist, belegen seit einigen Jahren diverse Nachrichten über Juden, darunter auch Rabbiner, die in Berlin, Frankfurt oder Offenbach zum Teil mit Messer angegriffen und mitunter ernsthafter verletzt wurden. Die Einzeltäter waren immer Muslime, meist eher jugendlich, meist eher mit nahöstlichem oder türkischer Herkunft. Ihre vorgeschobene Motivation Juden anzugreifen besteht in der Sympathie” mit den Philistern, den Palästinensern, die angeblich unter Israelis so sehr zu leiden hätten. Was das mit einen deutschen oder aus Russland stammenden Juden zu tun hätte …? Und ob man ebenso dünn begründet einen türkischen Muslim angreifen könnte, weil in Nigeria Christen getötet oder entführt werden? Oder in Syrien? Oder in Pakistan? Oder wegen Anschlägen islamistischer Terroristen in Paris, in Kopenhagen, in Australien, Kanada, Israel oder sonstwo?

Schuster Zentralrat Warnung Kippa Deutschland Muslime
Nachrichtensammlung auf Google.news “235 weitere Artikel” – offenbar alle im selben Wortlaut mehr oder minder, was aber bei anderen Themen kaum anders ist, heutzutage. Stereotypen entstehen so auch nicht ganz zufällig.

Was wollen wir also sagen zur Kippa-Warnung?

Eine Kippa zu tragen ist kein religiöses Gebot. Es stammt weder aus der Tora noch aus dem Talmud, sondern aus dem spätmittelalterlichen Deutschland, wie so manches im Judentum. Es ist nur eine Konvention, die im Judentum üblich ist oder nicht. Insbesondere für sog. “liberale” Juden ist es (neben den Halskettchen aber oft das wichtigste Indiz des “Jude-Seins”, vielleicht weil es mit am einfachsten zu befolgen ist und man es aufsetzen und abnehmen kann, nach Belieben – was mit einer Vorhaut übrigens schon schwieriger wäre. Auf Friedhöfen, in Museen, ja sogar bei Vorträgen zu jüdischen Themen, selbst wenn sie in Kirchenräumen stattfinden scheinen Kippot vielen unentbehrlich. Mit Talmud-Tora hat das aber wenig am Hut. Und für Ohr-todoxe reichen ggf. ja auch Ohr-Stöpsel, außer man gehört einer Sek, ähm einem Franchi… hau-äwer

Im Mittelalter war der Vorläufer der Kippa der sog. Judenhut, keine negative Diskriminierung, wohl aber ein Merkmal für Vertreter der Juden. Die Judenhüte kennzeichneten Gemeindevorsteher, manchmal auch Rabbiner. Vergleichbar mit der Mütze eines Bischofs bei Christen oder Imam oder Mufti im Islam, die auch Yarmulke ähnliches Zeugs am Kopf haben.

Judenhut Augsburg Yehuda Shenef
the medieval Judenhut instead of Kippa is far more safe, have a try

Die negative Diskriminierung von Juden (wie auch Christen und Schwarzen!) stammt tatsächlich aus dem Islam, wurde aber zu deren Schutz gerechtfertigt. Innerhalb der islamischen Gesellschaft mussten sie Abzeichen an ihren Gewändern tragen (meist gelb!). Eine (Un-)Sitte die Christen sodann in ihren Herrschaftsgebieten nachahmten, wobei es dazu eher Juden traf als “Mohammedaner”.

* * *

The political head of the German Jewry (who has bodyguards of course) warns Jews in Germany to wear kippot in public, at least in some areas where are many Muslims. In recent years actually were a number of attacks by young Turks or Msulims from Middle East countries on Jews in Germany, among the attacked also were some rabbis, even liberal ones. However, to wear a kippa is no mitzva like keeping Shabbat, eating kosher, practise circumcision or welfare, study Talmud, and the like. But to many liberal Jews it is the easiest custom, since you can put in on or off like TV.

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