Der Augsburger Goldschmiede-Brunnen


Am 9. November 1912 wurde am damaligen Anna-Platz (heute Martin-Luther-Platz vor dem Stetten Institut (heute Kaufhaus “Karstadt”) eingeweiht, der von der Bankierswitwe Sabine Bühler (ehemaliges Bankhaus Bühler am Königsplatz = heute “Deutsche Bank”) gestiftete und von Hugo Kaufmann geschaffene sog. “Goldschmiedebrunnen”.

Einen Tag vor dem hundertsten “Geburtstag” des Brunnens, dessen Figur schon mal von “den Nazis” beseitigt worden war und eingeschmolzen werden sollte, am 8. November 2012 wurde der Brunnen vor dem Westeingang des Karstadt-Kaufhaus komplett demontiert. Siehe Bild-Reportage:

Womit der Abriss begründet wird ist unklar geblieben. Formuliert wurde lediglich die Phantasie, der neue Standort des Brunnens bei der Kreissparkasse vor der Anna-Kirche sei der historische Stellplatz des Brunnens gewesen – und dort kehre er nun wieder zurück.

Abgesehen davon, dass auch die frühesten Belege  – Photographien und amtliche Stadtpläne seit 1912 (vorher gab es ihn ja nicht) – den Brunnen unzweifelhaft an seinem bisherigen Standort beim jetzigen Karstadt-Gebäude zeigen, …

… ist nun ein Jahr seit dem Abriss des Brunnens vergangen, in welchem die Erde des künftigen Stellplatzes ein halbes Dutzend mal aufgerissen und wieder zugeschüttet wurde.

Der aktuelle Bauzustand sieht so aus.

Goldschmiedebrunnen Augsburg Luther-Platz Karstadtder Interims- Goldschmiede-Brunnen in Augsburg, am 6. November 2013

ein Jahr nach dem Abriss vor dem Karstadt-Gebäude (Hintergrund)

4 Responses to Der Augsburger Goldschmiede-Brunnen

  1. Saskia says:

    Gut, dass darüber hier berichtet wird. Warum gibt eine Stadt für so einen Quatsch Geld aus? Und warum wundert es mich nicht, dass diese Stadt zufällig Augsburg ist??

    • Saskia says:

      PS.: Mit “Quatsch” ist gemeint, alte Denkmäler an Stellen zu verpflanzen, wo sie nicht hingehören und dann nicht einmal dieses Projekt zu Ende zu bringen…

    • yehuda says:

      Nicht ganz zufällig. Die betroffene Nachbarschaft wird systematisch ausgedünnt, damit Wohnraum in Büros konvertiert werden kann und die Straßencafes Gäste fürs Mittags-Büffet bekommen. Weitere Überlegungen gibt es und braucht es nicht. Nach ein paar Jahren kann mans ja wieder umbauen, dann gibt es auch Fördermittel, schon aus Wahlkampfgründen.

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